Losungs-Impulse in den Zeiten von Corona

Als die Entwicklungen der Corona-Pandemie im Kirchenkreis Wittgenstein dazu führten, dass am 15. März 2020 hier fast alle Gottesdienste abgesagt werden mussten, da wurde spürbar, mit welcher Dynamik das Virus unser Leben verändert. Umso wichtiger ist ein theologischer Impuls, den die Pfarrerinen und Pfarrer aus dem Kirchenkreis seit dem 18. März von montags bis samstags nun täglich liefern. Hier veröffentlicht - und auch von heimischen Medien. Auf der Kirchenkreis-Homepage ergänzen sie die sonntäglichen Angedachts.

Bei einem täglichen Angebot bieten sich die Herrnhuter Losungen als Ausgangspunkt an. Diese bestehen laut Wikipedia aus einer Sammlung von kurzen Bibeltexten des Alten und des Neuen Testamentes. Sie gelten als überkonfessionell, da sie für alle Christen verfasst werden. Entstanden ist das Konzept vor knapp 300 Jahren dank Nikolaus Ludwig von Zinzendorf aus der Herrnhuter Brüdergemeine. Durch Auslosen wird für jeden Tag ein alttestamentlicher Vers festgelegt, dazu wird aus dem Neuen Testament durch einen Mitarbeiter der Brüdergemeine ein so genannter Lehrtext gewählt, der üblicherweise in direktem oder thematischem Bezug zu dem gelosten alttestamentlichen Vers steht.

17. Januar

Lobet den HERRN! Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding.

Psalm 147, 1

Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.

Epheser 5, 19

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: Wenn das so einfach wäre, immer zu loben. Manchmal ist mir gar nicht zum Loben zumute. Dann sehe ich nur auf das, was alles nicht so geht, wie ich es mir vorstelle. Dann vergesse ich all das Gute und all das, worüber ich mich freuen kann. Und dann brauche ich genau eine solche Person, die mir ein Loblied oder ein Dankeswort zuspricht. Dabei ist es mir schon passiert, dass ein solcher Vers zum Ohrwurm geworden ist und ich ihn den ganzen Tag über nicht mehr losgeworden bin. Und dann ist genau das geschehen, was hier im Epheserbrief auch Thema ist: singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Versuchen Sie es ruhig einmal:
„Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein Vater es kann. Er warf unsere Sünden ins äußerste Meer, kommt, betet den Ewigen an.“ (Heino Tangermann, Ev. Gesangbuch 644)

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16. Januar Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich mit der Geschwindigkeit des heutigen digitalen Zeitalters kaum noch Schritt halten kann. Geht es Ihnen auch so? Die Zeitabschnitte und die Gültigkeit von Erkenntnissen, Verordnungen und Entwicklungen werden immer kürzer, die Liste der Fragen und Probleme leider immer länger und umfangreicher. Vor einigen Wochen haben wir noch um den Adventskranz gesessen, Plätzchen gebacken, Weihnachtseinkäufe gemacht, Geschenke verpackt und uns voll Freude auf Weihnachten vorbereitet: Die herausgeputzten Wohnungen, die festlich geschmückten Weihnachtsbäume sowie die Krippe mit Maria und Josef und dem Jesuskind sind äußere Zeichen dieser erwartungsvollen Zeit.

Soeben haben wir an Silvester einander ein glückliches neues Jahr gewünscht, und jetzt ist das neue Jahr schon zwei Wochen alt. Mir fällt es schwer, dies zu begreifen.

Ich wünsche mir so sehr, dass uns die alte kirchliche Tradition, dass die Weihnachtszeit eigentlich 40 Tage bis zum 2. Februar dauert, neu bewusst wird. Das Kirchenjahr kennt diesen besonderen Rhythmus von 40 Tagen. 40 Tage dauert die Fastenzeit. 40 Tage sind es von Ostern bis Christi Himmelfahrt. 40 Tage vom ersten Weihnachtstag bis zu Mariä Lichtmess. Solche wiederkehrenden Rhythmen, also gleichbleibende Abstände, tun gut, sie sprechen eine tiefe Zuversicht aus, dass das von Gott gegebene Leben weiter geht und unsere Zeit in Gottes Händen steht.

Weihnachten ist nicht vorbei, obwohl es für viele Menschen freilich so aussieht. Für viele ist Weihnachten im wahrsten Sinne des Wortes mit Epiphanias, dem Gedenken an die Heiligen Drei Königen, erledigt. Schon am ersten Weihnachtstag fragte ein Nutzer bei Facebook: „Wo sind eigentlich die Sammelstellen für ausrangierte Tannenbäume?“

Leider haben wir in unserer Zeit diese 40-tägige Weihnachtszeit ganz aus den Augen verloren. Warum wohl? Vielleicht, weil wir keine Zeit mehr dafür haben und wir nach Weihnachten wieder schnell zur Tagesordnung übergehen müssen.

Aber, die wichtigste Frage ist: Was ist von Weihnachten geblieben, außer großartigen Geschenken, festlicher Stimmung und gemeinsamem Feiern?

Hat die Weihnachtsbotschaft „In Jesus ist Gott Kind geworden, damit wir Gottes Kinder werden können“ unsere Herzen erreicht? Gott ist Mensch geworden. Er ist uns damit so nahegekommen, wie es nur möglich ist. Im Leben dieses Gotteskindes können wir Gott erkennen: an seinem Handeln und seinem Leben, aber auch an seinem Sterben.

Hat dieser göttliche Liebesbeweis, diese sprichwörtliche Frohe Botschaft in unserem Leben etwas verändert? Es wäre doch wunder-bar, wenn diese Botschaft Spuren in unserem Alltag hinterlassen würde. Denn, seine Liebe will unseren Alltag neugestalten und mit Freude, Sinn und Inhalt erfüllen. Ich wünsche Ihnen von Herzen ein reich gesegnetes Jahr 2022.

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15. Januar

Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.

Jesaja 53, 5

Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

2. Korinther 5, 21

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: Neulich beim Einkaufen an der Kasse: Ich zücke meine EC-Karte zum Bezahlen, gebe den PIN ein - Fehlermeldung des Gerätes, keine Zahlung möglich. Oh, Schreck! Dann ein zweiter Versuch mit dem Smartphone - erst wird mein Gesicht wegen der Maske nicht erkannt, um die Zahlung freizugeben, dann aber leuchtet das OK auf. Wie beruhigend!
Wie wäre es gewesen, wenn ich nicht hätte bezahlen können? Es ging nur um Obst und ein paar Getränke, aber was, wenn es etwas ganz Dringendes und ganz Lebensnotwendiges gewesen wäre? Wie ist das, wenn ich für die Dinge einstehen soll, die in meinem Leben nicht so gut laufen, für alles, was ich tagtäglich falsch mache? Was wäre, wenn ich dann nicht bezahlen könnte? Wie gut, dass das schon jemand für mich gemacht hat. Jesus sagt, dass durch ihn schon alles für mich bezahlt ist. Ich kann wieder aufatmen!

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14. Januar

Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.

Psalm 126, 3

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.

Epheser 1, 3

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Der ehemalige Superintendent Reinhardt Henrich verabschiedete sich ganz oft mit einem „Adieu“. Das hat mich persönlich immer besonders berührt, denn das französische  „à dieu“ bedeutet ja: Mit Gott. Dieser Gruß wirkte auf mich jedes Mal wie ein Segen; so, als würde ich damit erinnert daran, dass einer mit mir geht. Eine solche Erinnerung hat Gott uns auch an Weihnachten geschenkt, denn mit der Geburt seines Sohnes Jesus Christus hat er sein großes „ICH BIN DA“ in die Welt geschrieben. Was für ein Segen!
Ich wünsche Ihnen und Dir heute einen guten und fröhlichen Tag. Adieu!

P.S.:  Einen besonderen Segen gibt es hier: Ich brauche Segen

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13. Januar

Die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Hochgelobt sei Gott!

Psalm 70, 5

Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt.

Römer 15, 5 und 6

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Von einem Geigenspieler hörte ich einmal folgenden Satz: „In einem Orchester sind wir alle Konkurrenten, das einzige, das uns eint, ist der Hass auf den Dirigenten.“ Auch in diesen Tagen erleben wir, dass Menschen sich aus Angst und Unzufriedenheit zusammenschließen und ihre Stimme erheben. Die Losung hingegen fordert uns auf, dass wir uns aus Liebe zu Gott unseren Mitmenschen zuwenden sollen, um gemeinsam Gott zu loben und so nicht Hass, Angst und Misstrauen, sondern seine Liebe in die Welt zu tragen.

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12. Januar

Der HERR ist der wahrhaftige Gott, der lebendige Gott, der ewige König.

Jeremia 10, 10

Jesus sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart.

Matthäus 11, 25

Presbyterin Katrin Spies-Gußmann, Bad Berleburg: Fühlen Sie sich lebendig? Es bedeutet zu leben, aber auch lebhaft sein. Lebhaft sein beinhaltet anregend sein. So kann es auch im Glauben sein. Warten Sie nicht auf Angebote, sondern gestalten Sie mit!  Ich gebe weiter, wo Gottes Kraft und Hilfe mich begleitet hat. Ich rege an, bringe meine Mitarbeit zu anderen Menschen, indem ich in der Gemeinde mitgestalte.
Probieren Sie es aus in Familie, Beruf und Gemeinde - sie werden staunen und sich lebendiger fühlen.

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11. Januar

Wo Träume sich mehren und Nichtigkeiten und viele Worte, da fürchte Gott!

Prediger 5, 6

Niemand soll euch das Heil absprechen, der sich in Demutsübungen und Engelverehrung gefällt und das mit irgendwelchen visionären Erlebnissen begründet. Solche Menschen blähen sich grundlos auf in ihrer rein irdischen Gesinnung, statt sich an Christus zu halten.

Kolosser 2, 18

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Manchmal finde ich Bibelverse echt schwierig. Es geht dann gar nicht darum, dass ich dem, was da steht, ausweichen will. Es ist nur schwierig, das von damals in die heutige Zeit hinüberzutragen. Was sollte Gott schon gegen Träume haben? Ich finde, das war eines seiner genialen Einfälle bei der Schöpfung, dass er uns die Möglichkeit gegeben hat, zu träumen. Hinein in eine andere Welt, in ein anderes Ich. Zuviel ist aber wohl nicht gut. Und vor allen Dingen: unkonkret. Gott mag es lieber handfest und tatkräftig. Nicht vor lauter Reden und Träumen das Handeln vergessen. Oder, wie es mal im Kölner Karneval hieß: „Nit schwade, mache!“

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10. Januar

Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden!

Psalm 19, 13

Der Herr wird auch, was im Dunkeln verborgen ist, ans Licht bringen und wird Sinnen und Trachten der Herzen offenbar machen. Und dann wird einem jeden sein Lob zuteil werden von Gott.

1. Korinther 4, 5

Jugendreferentin Franzi Schneider, Schwarzenau: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Ein Sprichwort, das mir noch nie gefallen hat. In dem heutigen Text wird deutlich, dass ohnehin alles ans Licht kommt. Auch die Dinge, auf die wir nicht stolz sind. Gott sieht unsere Gedanken, Wünsche und Taten. Er sieht sowohl das Schlechte als auch das Gute. Das heißt für mich persönlich aber auch, dass ich nichts verschweigen muss und nichts unaussprechlich ist, da mein Gott ohnehin alles über mich und von mir weiß.
Also trage ich mein Herz lieber auf der Zunge und orientiere mich nicht an dem Sprichwort.

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9. Januar Sonntags-Angedacht

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Deshalb müssen wir umso mehr auf das achten, was wir hören. Sonst verfehlen wir noch das Ziel! (Hebräer-Brief 2,1)

Wer früher mit dem Auto eine Reise antreten wollte, musste erst einmal eine Landkarte studieren - bei längeren Fahrten auch schon mal mehrere Blätter aneinanderlegen, wenn es nur Teilkarten waren. Heute ist das mit der Hilfe von GPS und Navigationsgeräten sehr viel einfacher geworden. Aber immer noch muss man erst mal wissen, wo man überhaupt hinwill, um etwas eingeben und aufbrechen zu können.

Und wie ist das nun mit der Fahrt durch unser Leben? Wir sind ja alle auf unserer persönlichen Reise unterwegs; egal, auf welchem Streckenabschnitt…

Haben wir ein festes Ziel oder fahren wir eher ins Blaue? Das ist die entscheidende Frage, scheint mir. Und es geht mir dabei nicht um Ziele wie persönliches Glück, Erfolg im Beruf oder Vorkehrungen für meine Zeit im Alter - eher um die Frage, was ich als letztes großes Ziel im Auge habe, wo ich einmal am Ende meiner Zeit ankommen möchte.

Die Bibel sagt uns dazu, dass es nur ein letztes Ziel gibt, das sich anzustreben lohnt: die Ewigkeit bei Gott. Und der Weg dorthin ist sein Sohn Jesus Christus. Wer ihm die Führung durch sein Leben überlässt, der ist auf dem richtigen Weg.

Aber woher kann ich denn wissen, dass meine Straße die richtige ist? Auch da hat die Bibel einen Rat, denn sie selbst ist eine Art Landkarte auf dem Weg zu Gott. Der Bibelvers rät uns dazu, vor allem dabei auf das Wort zu achten, das wir hören, damit wir nicht das Ziel verfehlen.

Das bedeutet mehreres: Gottes Wort ist unser Wegweiser und Reiseproviant in einem. Es zeigt uns, wohin wir gehen können, und gibt uns die Kraft, loszugehen und diesen Weg auch zu verfolgen. Aber: Ein guter Start ist noch keine Garantie dafür, dass wir das Ziel auch wirklich erreichen. Wie schaffen wir es dann? Indem wir an unserer Reiseroute festhalten, indem wir dem treu bleiben, was wir hören und lesen.

An Jesus zu glauben, bedeutet ganz einfach, zielgerichtet zu leben, konzentriert auf der Reise durchs Leben zu bleiben, weil es sich lohnt. Es bedeutet aber auch, sich immer wieder selbst zu fragen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind, um unser Ziel zu erreichen. Der Bibelvers aus dem Hebräer-Brief will uns genau dazu Mut machen. Er sagt uns: Bleibt dran an diesem Wort! Bittet Gott um die Kraft, auf seinem Weg weiter zu gehen! Jesus Christus hat versprochen, uns auf unserer Reise niemals zu verlassen und uns zu bewahren, gerade auf den schwierigen Stücken des Weges. Mit ihm können wir unser Ziel nicht verfehlen.

Also: Vertrauen wir ihm unseren Weg an; er wird uns sicher führen!

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8. Januar

Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Himmel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe.

Hiob 16, 19

Es ist der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Hebräer 11, 1

Pfarrerin Claudia Latzel-Binder, Bad Berleburg: Was ich so alles nicht sehen kann und woran ich dennoch glaube: Liebe, Familie, Freundschaft, Gerechtigkeit… Was ich sehen kann: Menschen, die liebevoll miteinander umgehen, die verwandt sind, zueinander stehen und einander helfen, die sich für einander interessieren und gerne Zeit miteinander verbringen, Strukturen, in denen sie gut leben können… So ist das für mich mit dem Glauben auch: Den kann ich nicht sehen, aber ich sehe Menschen, die in fester Zuversicht und hoffnungsvoll ihren Glauben leben, liebevoll mit anderen umgehen, anderen Hilfe geben, Zeit investieren und sich für gerechte Strukturen einsetzen. „Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn ein Leben lang zu suchen.“ (Teresa von Ávila) Ihn ganz sehen kann ich nicht, aber ich sehe sein Wirken an und durch seine Menschen.

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7. Januar

Du sollst heute wissen und zu Herzen nehmen, dass der HERR Gott ist oben im Himmel und unten auf Erden und sonst keiner.

5. Mose 4, 39

Es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel.

Kolosser 1, 19 und 20

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: Es tut gut am Anfang des Jahres solche Verse zu lesen. Darin finde ich eine Spur, die ich gehen möchte in 2022. Ich folge ihr mit der Gewissheit, dass Gott nicht vom Himmel auf mich herab schaut, sondern dass er auf dieser Erde mit mir unterwegs ist. Er bleibt nicht unberührt von dem, was uns Menschen beschäftigt, worüber wir uns Gedanken machen und was Leben in Frage stellt. Gott lässt sich davon berühren. Weil er weiß, dass wir damit nicht alleine klar kommen hat er uns durch Jesus Christus eine Spur geschaffen, die Erde und Himmel miteinander verbindet. Dadurch gehen wir in der Spur unseres Lebens behütet und geschützt, umfangen von der Liebe Gottes durch eine seltsame, wunderschöne und immer wieder todtraurige Welt. Diese Gewissheit lässt mich ruhig werden. Ich weiß mich in Gott geliebt. Ich gehe nicht verloren. In ihm ist die Fülle.

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6. Januar

Ich will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider mich gesündigt haben, und will ihnen vergeben.

Jeremia 33, 8

Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

1. Johannes 2, 2

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Am drei Königsfest räumen viele das Weihnachtszimmer ab. Den Staub des alten Jahres weg. Neues Jahr - neue Ordnung. Etwas Frisches soll ins Haus. Das unterstreicht den Neuanfang.
Auch die Losung spricht von Neuanfang. Gott will einen neuen Anfang wagen. Dazu reinigt er unser eingestaubtes Verhältnis zu ihm. Wie wir eingetrockenete Farbe mit Lauge einweichen und wegwischen, so weicht er unsere verkrusteten Seelen mit seiner Liebe ein und wischt all unsere Ausreden, Ausflüchte und Selbsttäuschungen fort. So steht unserer Beziehung zu ihm nichts mehr im Wege. Am Anfang des Jahres mistet Gott aus, putzt und fegt alle Ballast weg. So wird seine gute Stube wohnlich und lädt uns ein. Neugierige willkommen!

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


5. Januar

Der HERR spricht: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.

2. Mose 33, 19

Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.

2. Korinther 8, 9

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Reich zu sein, was heißt das schon? Was für einige zu wenig ist, ist für andere schon mehr als genug. Reichtum, der das Leben wirklich gut macht, das kann man nicht verdienen und nicht im Lotto gewinnen. Der ist uns von Jesus Christus geschenkt. Er, der reiche Sohn Gottes, wollte arm sein, einer von uns, um zu zeigen, was wirklich zählt: Die Liebe, die wir von Gott empfangen und mit anderen teilen können.
Dazu eine kleine Übung am Jahresanfang: Anstatt aufzulisten, was uns fehlt, könnte man dafür dankbarer sein, was uns alles schon von Gott geschenkt wurde - und da spielt der Kontostand keine Rolle.

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4. Januar

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele.

Psalm 57, 2

Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.

Johannes 1, 16

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!“ - endlich konnten wir in unseren Weihnachtsgottesdiensten in und vor den Kirchen wieder dieses schöne Weihnachtslied singen. Aber was besingen wir eigentlich in diesem Lied? Was bedeutet für uns „Gnade“, ein Wort, das ansonsten in unserem Wortgebrauch kaum noch auftaucht? In dem Kind in der Krippe begegnet uns der gnädige Gott, der selbst Mensch - ein hilfloser Säugling - wird, um uns Menschen zu retten. Dieses göttliche Geschenk dürfen wir ohne Gegenleistung immer wieder annehmen, nicht nur an Weihnachten, sondern an jedem neuen Tag.

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3. Januar

Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht!

Jeremia 14, 9

Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid.

Epheser 1, 18

Daniel Seyfried, Girkhausen (Leader der siebten Young-Ambassador-Generation): Wie sehen wohl erleuchtete Augen aus? Man konnte es an Weihnachten sehen, etwa wenn die Kinder ein Geschenk bekommen, das sie sich schon lange gewünscht haben. Beim Auspacken geht dann ein Strahlen über das ganze Gesicht und die Augen fangen an zu funkeln. Paulus wünscht sich dieses Funkeln in den Augen auch für uns Christen, gerade weil wir einen Gott haben, der unter uns ist und uns nicht verlässt. Dieses Strahlen ist dann ein Ausdruck unseres Glaubens, der Hoffnung weckt. So wünsche ich Ihnen ein gesegnetes neues Jahr mit vielen Momenten, in denen Ihre Augen leuchten.

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2. Januar

Sehet, dass ich's allein bin und ist kein Gott neben mir! Ich kann töten und lebendig machen, ich kann schlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand reißen.

5. Mose 32, 39

Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

Römer 14, 8

Jost Müsse, Weidenhausen (Young Ambassador der Kirchengemeinde Raumland): Auch 2022 wird wieder viele Veränderungen mit sich bringen. Die Welt wandelt sich immer schneller, es scheint grenzenlose Möglichkeiten zu geben. Gerade junge Leute tun sich dann schon mal schwer: „Wo möchte ich hin, was möchte ich machen, wann möchte ich es machen, was benötige ich dazu und ist das überhaupt das Richtige für mich?“ Man weiß aber nie, was das Richtige ist.
Da tut der Gedanke gut, dass es nur einen gibt, der uns in der Hand hat. Dem wir nicht entfliehen können und uns bei unserem Weg zur Seite steht, egal wo man hinmöchte, was man macht, und wann man es macht. Es ist auf alle Fälle das Richtige, dafür wird Gott schon sorgen. Einfach nach vorne schauen und das machen, was sich am besten anfühlt.

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1. Januar 2022

Wenn dich dein Bruder oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und andern Göttern dienen, so willige nicht ein.

5. Mose 13, 7 und 9

Jesus spricht: Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

Markus 3, 35

Leonie Reis, Bad Laasphe (Young Ambassador der Kirchengemeinde Wingeshausen): Ein jeder von uns ist bestimmt schon einmal in seinem Leben auf einen Menschen getroffen, für den er oder sie viel geben würde: einen sicheren Hafen, den wir um keinen Preis aufgeben wollten. Blindes Vertrauen definiert die Bindung und genau dort sollten wir vorsichtig sein. Egal, wie wichtig uns dieser Mensch auch ist, dürfen wir uns nicht in Versuchung führen lassen, unsere Prinzipien für jemand anderen aufzugeben. Nur, weil dieser uns dazu auffordert. Wir müssen uns bewusstwerden, dass manche Menschen es nicht so gut mit uns meinen, sondern nur ihren Nutzen aus einer Bindung ziehen möchten - genau dann sollten wir uns von diesen Menschen abwenden, denn wir bitten im Vaterunser um Erlösung von dem Bösen.

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