Losungs-Impulse in den Zeiten von Corona

Als die Entwicklungen der Corona-Pandemie im Kirchenkreis Wittgenstein dazu führten, dass am 15. März 2020 hier fast alle Gottesdienste abgesagt werden mussten, da wurde spürbar, mit welcher Dynamik das Virus unser Leben verändert. Umso wichtiger ist ein theologischer Impuls, den die Pfarrerinen und Pfarrer aus dem Kirchenkreis seit dem 18. März von montags bis samstags nun täglich liefern. Hier veröffentlicht - und auch von heimischen Medien. Auf der Kirchenkreis-Homepage ergänzen sie die sonntäglichen Angedachts.

Bei einem täglichen Angebot bieten sich die Herrnhuter Losungen als Ausgangspunkt an. Diese bestehen laut Wikipedia aus einer Sammlung von kurzen Bibeltexten des Alten und des Neuen Testamentes. Sie gelten als überkonfessionell, da sie für alle Christen verfasst werden. Entstanden ist das Konzept vor knapp 300 Jahren dank Nikolaus Ludwig von Zinzendorf aus der Herrnhuter Brüdergemeine. Durch Auslosen wird für jeden Tag ein alttestamentlicher Vers festgelegt, dazu wird aus dem Neuen Testament durch einen Mitarbeiter der Brüdergemeine ein so genannter Lehrtext gewählt, der üblicherweise in direktem oder thematischem Bezug zu dem gelosten alttestamentlichen Vers steht.

7. Dezember

Weh denen, die den Schuldigen gerecht sprechen für Geschenke und das Recht nehmen denen, die im Recht sind!

Jesaja 5, 22 und 23

Was wahr ist, was achtenswert, was gerecht, was lauter, was wohlgefällig, was angesehen, wenn immer etwas taugt und Lob verdient, das bedenkt!

Philipper 4, 8

Gemeindepädagoge Daniel Seyfried, Girkhausen: Gerade jetzt in der Adventszeit machen wir uns Gedanken über Geschenke. Beim Schenken geht es doch darum, anderen eine Freude zu machen und zu zeigen, dass wir an sie denken. Dabei ist das ehrliche Schenken nicht an Bedingungen oder Leistungen geknüpft. Und doch kommen uns manchmal Gedanken in den Sinn: Warum bekomme ich jetzt ein Geschenk? Was bezweckt der oder die Andere damit? Wie kann ich mich angemessen revanchieren?
Schenken ist eine Herzensangelegenheit und damit bedingungslos. Vielleicht können wir in der Advents- und Weihnachtszeit neu lernen, uns beschenken zu lassen, vor allem von Gott.

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6. Dezember

Man soll nicht mehr von Frevel hören in deinem Lande noch von Schaden oder Verderben in deinen Grenzen, sondern deine Mauern sollen »Heil« und deine Tore »Lob« heißen.

Jesaja 60, 18

Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.

2. Petrus 3, 13

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: Hoffentlich überlegt Gott es sich nicht anders, das mit der neuen Erde. Geht der Trend doch eher dahin, Altes zu erhalten und zu restaurieren oder zu reparieren. Doch bei manchen Dingen gibt es keine Hoffnung mehr, weil vernachlässigt, nicht gepflegt und zu spät erkannt, welch einen wertvollen Schatz wir da haben. Kann unsere Erde überhaupt noch bestehen? Wie gut, dass wir an das unvorstellbar Schöne denken können: Wir haben Gottes festes Versprechen, dass er die Erde und den Himmel neu macht, dort werden Gerechtigkeit und Frieden sein und wir dürfen dort wohnen.

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5. Dezember

Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn.

Psalm 143, 10

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Güte, Rechtschaffenheit, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Galater 5, 22 und 23

Jugendmitarbeiter Jürgen Schneider, Feudingen: David bittet Gott in diesem Psalm um seinen guten Geist oder wie es in meiner Guten Nachricht angemerkt ist - um seine Gerechtigkeit. Ich übersetze für mich Gerechtigkeit mit Gleichheit untereinander. Wenn alle gleichbehandelt werden, oder das Gleiche erhalten finde ich das gerecht.
Bei der Recherche zu dieser Andacht bin ich darüber gestolpert, dass Gottes Gerechtigkeit anders ist, als ich sie erwarte. Bei ihm ist Gerechtigkeit erreicht, wenn alle das bekommen, was sie brauchen. Gleichfalls sollen alle zu ihrem Recht kommen. Dabei kommt es Gott nicht darauf an, dass der der mehr gibt am Ende auch mehr erhält oder besser behandelt wird. Gottes Gerechtigkeit ist anders! Das ist gut und beruhigend.

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4. Dezember Sonntags-Angedacht

Gemeindepädagoge Daniel Seyfried, Girkhausen: Endlich ist es wieder so weit. Es ist Advent. Viele Wohnungen sind weihnachtlich dekoriert. Unzählige Lichter sind in den Straßen, Vorgärten und Fenstern zu sehen und erhellen die dunkle Jahreszeit.
Endlich ist es wieder so weit. Es wird gesungen. Viele Advents- und Weihnachtslieder sind zu hören. Ein ganzes Jahr musste gewartet werden, bis diese schönen, bekannten Melodien und Texte wieder erklingen. So ist diese vorweihnachtliche Zeit vom Singen und Musizieren geprägt. 
Endlich ist es wieder so weit. Es duftet nach frisch gebackenen Plätzchen, Glühwein, gebrannten Mandeln und Tannengrün. Selbst am Geruch ist wahrnehmbar, dass Advent ist. In den Familien gibt es viele Traditionen, die in der Adventszeit aufleben und den Charakter dieser Zeit unterstreichen.
Endlich ist es soweit und wir feiern Advent. Eine ganz besondere Zeit im Jahr. Ich genieße es in diesen Tagen unterwegs zu sein und erfreue mich an den vielen Lichtern, den dekorierten Wohnungen, dem Singen und den leckeren Plätzchen.

Das „Endlich“ ist Ausdruck unseres sehnsüchtigen Wartens darauf, diese Zeit wieder gemeinsam zu gestalten. Und noch etwas fällt mir auf, wenn ich an die Adventszeit denke. Kaum eine andere Zeit im Jahr wird so intensiv und mit Beteiligung so vieler Menschen gestaltet. Es sind nicht nur wenige, die Häuser und Wohnungen adventlich dekorieren, Lichterketten, Weihnachtssterne und Schwibbögen aufstellen. Vielmehr ist es ein gemeinsames Statement, diese Zeit zu etwas Besonderem zu machen. Advent ist die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Kein anderes Fest wird so intensiv und nach außen hin sichtbar vorbereitet, noch dazu mit so vielen Menschen. All diese Traditionen und Dekorationen sind ein Hinweis auf Gottes Liebe zu uns Menschen. Wir werden daran erinnert, dass Gott als Mensch in diese Welt gekommen ist, um bei uns zu sein.

Endlich ist es wieder so weit und bildlich wird uns vor Augen geführt, dass Gottes Liebe in unsere Welt strahlt. Somit hoffe ich und wünsche Ihnen, dass die Adventszeit auch eine Zeit der inneren Einkehr ist, gerade jetzt, wo es in unserer Welt so unruhig zugeht. Wie wohltuend ist es da, Gott in den Blick zu nehmen und all die Lichter als Zeichen der Hoffnung zu nehmen, dass Gott in diese Welt gekommen und uns nahe ist. So singen wir es ja auch in dem Adventslied von Friedrich Walz: „Seht, die gute Zeit ist nah', Gott kommt auf die Erde, kommt und ist für alle da, kommt, dass Friede werde, kommt, dass Friede werde.“

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3. Dezember

Der HERR sieht vom Himmel auf die Erde, dass er das Seufzen der Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes.

Psalm 102, 20 und 21

Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.

Johannes 8, 36

Pfarrer Matthias Elsermann, Kreuztal: Was für eine Zuversicht: Gott hört das Seufzen, er befreit! Sie gründet in der Erinnerung: Gott hörte das Klagen der Sklaven in Ägypten, sah ihre Not, nahm es sich zu Herzen - und handelte! Er befreite die Sklaven. Was war, wird wieder sein! Das ist die Zuversicht, das ist unsere Hoffnung. Gott ist nicht fern, unnahbar, unerschütterlich! Gott sei Dank!
Gott lässt sich erschüttern von der Not der Menschen! Er schenkt seine tröstende Nähe. Er kommt in die Welt. Diese Verheißung feiern wir am zweiten Advent. Und stärken damit unsere Zuversicht - und die Zuversicht so vieler Menschen in Not.

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Matthias Elsermann ist der Schulreferent der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein.


2. Dezember

Wollte Gott, dass alle im Volk des HERRN Propheten wären und der HERR seinen Geist über sie kommen ließe!

4. Mose 11, 29

Den Geist löscht nicht aus. Prophetische Rede verachtet nicht. Prüft aber alles und das Gute behaltet.

1. Thessalonicher 5, 19 bis 21

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: Was für ein Durcheinander wäre das wohl, wenn alle Propheten wären! Das ist der erste Gedanke beim Lesen dieses Losungstextes. Alle reden durcheinander und jeder so laut, wie er kann. Doch in der biblischen Geschichte geht es um etwas anderes. Gott stellt Mose Helfer zur Seite für die Leitung des Volkes Israel. Diese Mitarbeiter werden mit dem Geist erfüllt und so für die Mitarbeit vorbereitet.
Ich danke Gott, dass er auch heute noch Menschen ruft. Wollte Gott, dass es noch mehr wären, die Gottes Geist dazu führt, die von ihm geschenkten Gaben und Fähigkeiten für ihn und seine Kirche einzusetzen.

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1. Dezember

Jakob sprach: Lasst uns nach Bethel ziehen, dass ich dort einen Altar errichte dem Gott, der mich erhört hat zur Zeit meiner Trübsal und mit mir gewesen ist auf dem Wege.

1. Mose 35, 3

Sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles.

Epheser 5, 20

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Die Bibel berichtet uns immer wieder von Menschen, die Altäre erbaut haben. An Orten, an denen die Menschen besondere Erfahrungen mit Gott gemacht und Gottesbegegnungen erlebt haben, verliehen sie so ihrer Dankbarkeit und ihrer Hingabe an Gott Ausdruck.
Das Schöne an einem Altar ist, dass er auch dann noch steht und uns erinnert, wenn die erste Begeisterung abgeklungen ist, wenn das Gefühl der Dankbarkeit von Alltagssorgen überschattet wird. Wir sind eingeladen, uns auch heute noch Orte zu suchen und Gedenksteine zu erschaffen, die uns an besondere Erfahrungen mit Gott erinnern. Auf das unsere Dankbarkeit niemals aufhört.

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30. November

Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.

Jesaja 40, 29

Jesus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

Johannes 6, 35

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Meine Mutter hat mir erzählt, dass sie in der Schwangerschaft mit mir immer fürchterlichen Appetit auf Süßes hatte. Für Bonbons und Schokolade war kein Geld da, also hat sie sich die Krüstchen vom Brot in die Schürzentasche gesteckt, um diese bei der Arbeit in Feld und Haus so lange zu kauen, bis das Brot süß wurde. Aus einfachem Mehl wird nahrhafte Stärke, aus salzig wird süß. Das wünsche ich mir, besonders für alle, die nach einem friedvollen Miteinander hungern: Dass wir mehr Geduld hätten (mit uns und anderen), manches so lange hin und her zu bewegen, dass es sich in unserer Wahrnehmung nicht nur substanziell, sondern auch geschmacklich verändern kann. Wir haben doch das Brot des Lebens, das Kraft und Stärke dazu gibt, in der Schürzentasche!

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29. November

Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden.

Jesaja 40, 30 und 31

So sei nun stark, mein Kind, durch die Gnade in Christus Jesus.

2. Timotheus 2, 1

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Die Erfahrung, dass Jünglinge müde und matt werden und Männer straucheln, machen wir gerade ganz aktuell bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Aber auch in der Politik und im ganz normalen Leben erleben wir das. Es ist, so denke ich, nicht nur eine Erfahrung von Männern und Jünglingen, das passiert auch Frauen und Mädchen.
Wichtig ist ja auch nicht, welches Geschlecht derjenige oder diejenige hat, die oder der Fehler macht und strauchelt, sondern dass Gott diejenigen, die auf ihn vertrauen, stärkt und ihnen die Kraft gibt, die sie zum Leben und vielleicht für einen Neuanfang brauchen. Ja, Gott gibt sogar so viel Kraft, dass man das Leben sehr gut bestehen kann. Gott sei Dank dafür!

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28. November

O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen.

Jesaja 62, 6

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

2. Petrus 1, 19

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: Gottes Wort leuchtet wie ein Licht in der Dunkelheit. Als Kind hatte ich immer Angst im Dunkeln. Es musste immer ein kleines Licht in der Nacht brennen, damit ich auch den Weg aus meinem Bett finde. Gottes Wort ist für mich genau so eine Orientierung in meinem Leben wie mein kleines Nachtlicht aus der Kindheit. Gerade in Momenten der Angst brauchen wir es besonders. Wir können uns darauf verlassen, dass wir nie ratlos im Dunkeln sitzen müssen, sondern Gottes Wort immer eine Orientierungshilfe für uns ist.

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27. November Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Was erwartest Du eigentlich vom Erwarten? Hört sich nach einer tiefenpsychologischen Frage an. So, als ob man aufpassen müsse, wie man darauf antwortet, weil die Antwort ja alles Mögliche über einen aussagen könnte. Aber so ist es gar nicht gemeint. Es geht schlichtweg darum, einmal kurz zu überprüfen, wie du erwartest. Und wann. Und wie lange. Wenn ich über das Erwarten nachdenke, dann fallen mir verschiedene Aspekte ein.

Ich erwarte zu viel. Von anderen, von mir selbst. Das wird mir durchaus manchmal gesagt. Manchmal berechtigt, manchmal völlig unbegründet.

Ich bin gerne freudiger Erwartung. Nicht etwa auf den Klapperstorch. Aber ich hab‘ es gerne, wenn ich mich auf etwas freuen kann. Wenn etwas Schönes in Planung ist. Ich mag dieses kribbelige Aufgeregt-Sein, die leichte Ungeduld, ja, auch die Unsicherheit, die immer damit verbunden ist. Etwas zu erwarten, bei dem man nicht genau weiß, wie es wird, ist doch auch so spannend. Hier und da ist die Grenze zum Sorgen-Machen und sogar Angst-Haben gar nicht weit.

Ich erwarte viel vom Erwarten. Wenn ich etwas erwarte, dann ist mir der Sachverhalt oder der Mensch total wichtig. Ich nehme es nicht einfach hin, weil mein Herzblut mit drinsteckt. Ja, ich würde sogar sagen, wenn ich etwas erwarte, dann ist das immer eine höchst persönliche Angelegenheit. So wie jetzt gerade auch wieder. Ich erwarte viel von diesem Advent. Er muss gar nicht perfekt werden. Die Deko ist noch längst nicht fertig, die Sterne doch noch nicht an der Fensterscheibe und eigentlich hab‘ ich das Gefühl, mit allem hinten dran zu sein. Aber genau deswegen habe ich mir vorgenommen, ganz viel zu erwarten. Denn eigentlich passt es ganz gut zum Sinn von Advent, dass nichts perfekt und vollständig ist. Warum sonst sollte sich Gott überhaupt auf den Weg zu uns machen? Die Gesunden brauchen keinen Arzt. Steht schon in der Bibel.

Jedenfalls will ich mich dieses Jahr mal so richtig erfüllen lassen. Es soll glänzen und hell werden. In mir und um mich herum. Dafür muss ich noch einiges tun. Und da sind sie wieder, die hohen Erwartungen. Aber da sind ein paar Angelegenheiten, die das Strahlen noch trüben. Damit der Advent mich richtig hell machen und erfüllen kann, muss ich an meiner inneren Herzensscheibe noch ordentlich putzen und polieren. Denn so kann ich das Licht, das für mich kommt, aufnehmen und mich anzünden lassen.

Was erwartest Du eigentlich vom Erwarten? Los, komm‘: Wir erwarten zusammen ganz viel!

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26. November

Ich werde wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen.

Psalm 116, 9

Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle.

Lukas 20, 38

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Heute ist der letzte Tag des Kirchenjahres. Morgen beginnt mit dem ersten Advent eine neue Zeit im Kirchenkalender. Natürlich wird nicht alles wie von Zauberhand anders sein. Aber jeder Neuanfang, sei er nur im Kalender, bringt die Chance mit sich, anderes zu leben, die Perspektive zu wechseln, auf neue Weise auf unsere Mitmenschen und auf Gott zuzugehen. Leben - Lebenden - lebendig, diese Worte machen Mut. Schauen wir nach vorne und vertrauen wir weiterhin auf unseren Gott, der Herr über jedes Ende und auch über jeden Anfang ist.

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25. November

Der HERR gibt die Sonne dem Tage zum Licht und bestellt den Mond und die Sterne der Nacht zum Licht; er bewegt das Meer, dass seine Wellen brausen.

Jeremia 31, 35

Wir haben nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.

1. Korinther 8, 6

Kirchenkreis-Archivar Dr. Johannes Burkardt, Bad Berleburg: Der Prophet Jeremia kündigt mit vielversprechenden Worten den neuen Bund Gottes mit uns Menschen an. Am Ende dieser wundervollen Verheißung macht er klar, dass uns nicht irgendwer dieses Bündnis anbietet: Es ist der eine Gott, der uns diese Welt mit Gestirnen und dem herrlich brandenden Meer geschenkt hat. Der zur Losung gehörige Lehrtext geht noch weiter und bezieht Jesus Christus als Garanten mit ein. Ein größeres Geschenk kann uns nicht gemacht werden: Kein von Menschen oder ihren falschen Götzen gemachter Vertrag kann so weitgehend, so mächtig, so verbindlich und Hoffnung stiftend sein!
„Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Taten mehr als aller Menschen Staaten!“ (Joachim Neander)

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24. November

So spricht der HERR: Ich habe dich erhört zur Zeit der Gnade und habe dir am Tage des Heils geholfen.

Jesaja 49, 8

Jesus spricht: Sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

Lukas 17, 21

Prädikantin Traudel Stremmel, Berghausen: Dein Reich komme“, beten wir im Vaterunser. „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“, sagt Jesus. Kommt es oder ist es schon da? Und wie sieht es aus? Jesus erzählt in seinen Gleichnissen in vielen Bildern vom Reich Gottes. Mir gefällt das Bild vom kleinen Samenkorn, das in die Erde gelegt wird und langsam zu einem großen Baum heranwächst, in dem die Vögel Schutz und Geborgenheit finden. Das Reich Gottes ist mit Jesu Geburt schon in unsere Welt gelegt. Nun wächst die kleine Pflanze heran und wir dürfen ihr dabei helfen: durch Liebe zum Nächsten, Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, Verkündigung des Evangeliums. Ein vollendeter Baum wird diese Pflanze aber erst in der Zukunft – in Gottes ewigem Reich. Und wir werden staunen, welche Vögel sich da alle ansiedeln.

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23. November

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!

Psalm 24, 7

Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben.

Johannes 1, 12

Pfarrer Dr. Jan-Dirk Döhling, Siegen: Eine Advents-Erinnerung am Ende des Kirchenjahres. Eine heilsame Erinnerung in den vielen Veränderungen, die wir derzeit erleben und auf die wir zugehen. Heilsam, denn sie erinnert an die grundlegende Veränderung, von der wir herkommen und auf die wir zugehen: Gott kommt. Zuerst und zuletzt soll ihm unser Vermissen und Erwarten gelten, unsere Sorge und Vorfreude. Vielleicht ist es auch eine heilsame Erinnerung für zwei Kirchenkreise, deren Vereinigung bevorsteht. Was heilt, kommt von außen. Wir haben's nicht immer schon bei uns, in uns und unter uns. Wir dürfen gespannt sein. Gott sei Dank.

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Landeskirchenrat Jan-Dirk Döhling ist Theologischer Ortsdezernent des Wittgensteiner Kirchenkreises in der Evangelischen Kirche von Westfalen.


22. November

Der das Leben seiner Getreuen behütet, wird sie retten aus der Hand der Frevler.

Psalm 97, 10

In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhr, in Mühen, im Wachen, im Fasten, in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig; als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben.

2. Korinther 6, 4, 5, 8 und 9

Pfarrer Martin Behrensmeyer, Altenhundem: Zu jeder Zeit, an jedem Ort, in jeder Situation sind wir als Christinnen und Christen erkennbar: so würde Paulus den Satz des heutigen Lehrtextes aktuell formulieren. Ein erdrückender Anspruch, wie können wir dem gerecht werden? Woran werden Christen erkennbar? Ein paar Zeilen weiter gibt Paulus die Antwort: „und siehe, wir leben!“ Christen engagieren sich für das Leben - auf der großen politischen Bühne und genauso im persönlichen Umfeld. Anlässe dazu gibt es - leider - viel zu viele. Hauptsache, Sie sind dabei.

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Martin Behrensmeyer unterstützt die Kirchengemeinden Banfetal und Bad Laasphe imPastoralen Dienst im Übergang.


21. November

Wir demütigen uns vor unserm Gott, um von ihm den rechten Weg zu erbitten.

Esra 8, 21

Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Johannes 14, 6

Jugendmitarbeiterin Linda Laubisch, Feudingen: Ein Navi hat heutzutage fast jeder in Form eines Smartphones in der Hosentasche oder klassisch im Auto. So oder so ist es ein praktischer Begleiter. Egal, welchen Ort wir suchen, das Navi zeigt uns den Weg. Manchmal bleibt sogar noch die Entscheidung, welche Art Weg wir bevorzugen. Im Alltag beschäftigen uns oft die Fragen „Wie erreiche ich mein Ziel?“ oder „Welcher Weg ist der Richtige?“ Der Kontext dahinter kann immer ein anderer sein. Auch der Glaube fragt oft nach dem Weg zu Gott. Der heutige Lehrtext gibt darauf eine gute Antwort. Jesus ist unser Navi und zeigt uns den rechten Weg. Selbst bei Umwegen, Sperrungen oder Zwischenstopps lässt er uns nicht im Stich bis das Ziel erreicht wurde.

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20. November Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Meine Freundin hat neulich ihren Ehering verloren. Ihre Finger waren dünner geworden. Auf einmal war der Ring weg, nach 35 Ehejahren. Sie hat überall gesucht, nachgefragt, Bescheid gesagt. Bis heute hat sie ihn nicht wiedergefunden. Wir alle kennen das, dass wir Dinge verlieren. Manchmal zucken wir mit den Schultern, manchmal tut es richtig weh, dass dieses Stück nicht mehr zu unserem Leben gehört. Manchmal gehen wir selbst verloren, in einer Reisegruppe, die weitergegangen ist, ohne dass wir es gemerkt haben. Oder auf einem Festival, zu dem wir mit Freunden gegangen sind. Manchmal geht uns ein Kind im Gewühle verloren, und wir rufen, suchen voller Sorge und sind erleichtert, wenn wir es wohlbehalten wieder finden. Wenn Kindergarten oder Grundschule einen Ausflug macht, dann wird mit Argusaugen geschaut, dass keins der Kinder verlorengeht.

„Ich habe meinen Mann, deinen Opa, ganz früh verloren“, seufzte meine Oma manchmal, und es hat gedauert, bis ich als Kind dieses Verlorengehen begreifen konnte. Der Opa war tot, ich konnte ihn nie kennenlernen, aber ich lernte, wie meine Oma damit umging: Sie zündete oft eine Kerze vor seinem Bild an. Sie ging öfter auf den Friedhof zu seinem Grab. Zu bestimmten Tagen legte sie Blumen oder Gestecke auf das Grab. Und sie erzählte von ihm. Dann war er plötzlich wie mitten unter uns. Ich lachte über die Scherze, die er mit der Oma gemacht hatte, und hörte, wie liebevoll er als Vater mit meiner Mutter umgegangen war. Er war Teil unserer Familie, ohne sichtbar da zu sein, gehörte er dazu. Die Oma erzählte, wie sie nach seinem Tod ein Jahr lang schwarze Trauerkleidung getragen hatte. Sie meinte, das sei wie ein Schutz gewesen, die schwarze Kleidung signalisierte: Ich bin in Trauer, ich bin verletzlich. Sie sagte auch, dass es ein besonderer Schritt auf dem Trauerweg war, das Schwarz nach einem Jahr bewusst wieder abzulegen und bunte Blusen anzuziehen.

Trauerwege brauchen Zeit und auch Rituale. Am Ende des Kirchenjahres gedenken wir in unseren Kirchengemeinden aller Gemeindeglieder, die im vergangenen Jahr uns voraus in Gottes Ewigkeit gegangen sind. Wir nennen ihre Namen, die in Gottes Buch des Lebens geschrieben sind. Wir reden von der Auferstehung, die uns verheißen ist. Zudem werden Gestecke auf die Gräber gelegt, Kerzen entzündet, wird gebetet für die Verstorbenen. Es ist gut, dafür einen Tag zu haben, an dem wir das bewusst tun. „Totensonntag“ heißt darum der heutige Sonntag, der letzte vorm ersten Advent. Wir trauern über das, was wir mit unseren Verstorbenen verloren haben. Und wir danken Gott für die Zeit mit ihnen. Und wir danken Gott, dass er den Tod besiegt hat. Unsere Toten sind nicht verloren, gehen nicht verloren, sondern gehen in Gottes Lebensbereich, den er uns nach unserem Tod eröffnet. Das ist unsere Zuversicht.

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19. November

Der HERR lässt es hören bis an die Enden der Erde: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt!

Jesaja 62, 11

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petrus 1, 3

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Der Advent fängt erst nach dem Ewigkeitssonntag an. Also dann abends, wenn es dunkel ist. Oder erst am nächsten Tag, Ewigkeitsmontag? Oder doch erst wirklich am ersten Advent? Was ist eigentlich in der Woche zwischen Totensonntag und erstem Advent? Ich kann den Advent jedenfalls kaum erwarten und sage deshalb: so früh wie möglich. Und so werde ich auch morgen Abend schon wahrscheinlich die ersten Sterne an Fenster hängen. Lebkuchen hab' ich sowieso schon gegessen. Es muss aber auch bald in die Dunkelheit klingen und leuchten: DEIN Heil kommt!

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18. November

Der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.

1. Mose 12, 1

Nehmt euch ein Beispiel an denen, die Vertrauen und Ausdauer bewahrt und darum empfangen haben, was Gott versprochen hat.

Hebräer 6, 12

Jugendmitarbeiter Jonas Pfeiffer, Erndtebrück: Abram hat sehr große Stärke bewiesen in diesem Moment. Er hat dem Herrn vertraut, obwohl es eine große Hürde war, alles aufzugeben, was er besaß: sein Land, seine Verwandtschaft und das Haus seines Vaters. Er ist dem Herrn gefolgt, der einen Plan mit ihm hat. So einen Plan hat Gott auch mit uns, vielleicht nicht mit so großen Hürden wie bei Abram. Am Ende ist es gut, wenn wir es Abram nachmachen und auf Gott vertrauen. 

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17. November

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.

Psalm 116, 7

Der Herr des Friedens gebe euch Frieden allezeit und auf alle Weise.

2. Thessalonicher 3, 16

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen - Name eines Weinbrandes einfügen - wert. Genüsslich lässt sich ein Mann mittleren Alters in seinem Sessel nieder und zelebriert den Feierabend. Über den Tag nachsinnend ist er zu dem Schluss gekommen, dass es ein guter Tag war und er ganz zufrieden sein kann. Ob das nun wirklich mit dem Glas Weinbrand zusammenhängt, wage ich zu bezweifeln. Eins gefällt mir aber: Nach des Tages Last sich zurückzulegen und zu überlegen, was geklappt hat und was noch fehlt. Und dann hat die liebe Seele Ruh', wenn alles in Ordnung ist. Gott sei Dank.

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16. November

Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Einsicht.

Hiob 28, 28

Gib acht, dass das Licht in dir nicht Finsternis ist.

Lukas 11, 35

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: Hiob 28 wirft die Frage auf, was die wahre Weisheit Gottes sei. Der Mensch habe in die tiefsten Tiefen der Berge vordringen können und Edelsteine, Gold, Silber und andere wertvolle Schätze aus dem Verborgenen ans Licht gebracht. Doch eines habe dort noch niemand entdeckt: „Wo will man aber die Weisheit finden? Und wo ist die Stätte der Einsicht?“ Der Text kommt zu dem Schluss, dass kein Sterblicher diese Weisheit ergründen könne und allein Gott den Weg zu ihr wisse. So sind wir eingeladen, in der Bibel, Gottes Wort, nach Spuren dieser Weisheit zu suchen und sie auf unser Handeln wirken zu lassen.

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15. November

Samuel sprach zu Saul: Du aber steh jetzt still, dass ich dir kundtue, was Gott gesagt hat.

1. Samuel 9, 27

Selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören.

Matthäus 13, 16

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg:Du aber steh jetzt still…“, eine klare Ansage von Samuel, die sicher einige von uns auch einmal gebrauchen könnten. Der Alltag lässt uns springen und selbst wenn ich für meine Gemeinde und für Gott unterwegs bin, merke ich oft, wie ich in einem Termin sitze und schon im Kalender nach dem nächsten schiele. Da bleiben wenige Momente, in denen wir tatsächlich stillstehen um zu lauschen, was Gott gesagt hat, oder uns gerade sagen will. Auch wenn es sicher keine neue Idee ist, sollten wir uns von Samuels Worten angesprochen fühlen und einmal still stehenbleiben und innehalten.

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14. November

So spricht Gott der HERR: Kehrt um und wendet euch ab von euren Götzen.

Hesekiel 14, 6

Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Römer 12, 2

Pfarrer Rafael Dreyer, Wemlighausen: Wie schafft man es, in dieser Welt zu leben, und doch nicht in ihr aufzugehen, sondern den Willen Gottes zu bemerken? Schauen wir durch Begegnungen hindurch, wie durch ein Fenster, in den Himmel. Sie haben nicht nur einen Vordergrund, sondern auch einen Hintergrund. Was siehst Du in dem, was Deine Tochter zu Dir sagt, oder Dein Mann? Immer die gleiche Leier? Oder eine Anfrage, die es zu erkennen gilt. Das Wort „erkennen“ hat in der Bibel etwas mit lieben zu tun, die Achtsamkeit kommt dem sehr nahe. Lassen wir uns verändern! Gottes Willen suchen, nicht nur was ich jetzt will... ich Dickkopf!

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13. November Sonntags-Angedacht

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: An diesem Wochenende ist der vorletzte Sonntag des Kirchenjahres. Jahr für Jahr wird dann der Volkstrauertag begangen. Dabei geht es ums Gedenken an die Verstorbenen der beiden Weltkriege. Wir sollen uns daran erinnern, welch Grauen und Leid diese Kriege über die Menschheit gebracht haben. Von daher ist der Gedenktag ein Tag der Mahnung, dass es nie wieder Krieg geben darf, dass alles unternommen werden muss, Kriege zu verhindern und den Frieden zu sichern. Dennoch müssen wir Jahr für Jahr mit ansehen, dass es viele Kriege gibt. Und jetzt auch noch in Europa. Das ist die bittere Wahrheit. Von daher zeigt es sich, wie wichtig dieser Gedenktag ist.

Soll man trotzdem den Kopf in den Sand stecken und aufgeben? Ganz und gar nicht. Das Gegenteil trifft zu. Es ist uns aufgetragen, alles für die Wiedererlangung oder für die Sicherung des Friedens zu tun. Auch im Alltag. Meiner Ansicht nach ist dabei das Doppelgebot der Liebe der entscheidende Maßstab: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lukas 10, 27) Auf dieser Grundlage kann im Kleinen und im Großen Frieden verwirklicht werden.

Und das hat viele segensreiche Folgen. Davon handelt auch die Geschichte über die drei Siebe: Ein Mann rannte auf Sokrates zu. „Sokrates, Sokrates! Weißt du, was ich gerade über einen deiner Schüler gehört habe?“ „Warte einen Moment“, sagte der Philosoph. „Bevor du mir davon erzählst, möchte ich, dass du einen kleinen Test machst, den ich ‚die drei Siebe’ nenne.“ „Die drei Siebe?“ „Ja. Bevor du aussprichst, was du sagen willst, prüfe es. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du absolut sichergestellt, dass es wahr ist, was du mir erzählen willst?“ „Äh, naja, nein, ich hab‘ eigentlich nur davon gehört.“ „Gut. Du weißt also nicht, ob es wahr ist oder nicht. Lass‘ uns zum zweiten Test kommen. Das Sieb der Güte. Ist das, was du mir über meinen Schüler erzählen willst, etwas Gutes?“ „Nein, im Gegenteil.“ „Aha, du willst mir also etwas Schlechtes über meinen Schüler erzählen, obwohl du nicht weißt, ob es wahr ist.“ Der Mann zuckte die Schultern. Er wirkte inzwischen etwas betreten. Sokrates fuhr fort: „Vielleicht besteht das, was du mir sagen willst, ja den dritten Test. Das Sieb der Nützlichkeit. Ist, was du mir mitteilen möchtest, hilfreich für mich?“ „Also, nein, nicht wirklich.“ „Wenn es weder wahr ist, noch gut oder zumindest nützlich, warum solltest du es mir dann überhaupt erzählen?“ Der Mann verstummte, er schämte sich und ging fort. Er hatte verstanden.

Ich denke, dass die drei Siebe der Wahrheit, Güte und Notwendigkeit uns allen im Miteinander guttun und helfen, den Frieden aufzubauen und zu stärken. Möge Gott uns dabei immer wieder neu segnen. Amen.

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12. November

Die Erlösten des HERRN werden heimkehren. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen.

Jesaja 51, 11

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.

Offenbarung 21, 4

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: Das ist für mich eines der tröstlichsten Bilder, das die Bibel von Gott malt: Er sieht unsere Tränen. Die Tränen, die wir um einen geliebten Menschen weinen, der gestorben ist. Die Tränen der Wut über Krieg und Ungerechtigkeit in der Welt. Die Tränen der Enttäuschung, weil uns Menschen verletzt haben. Gott nimmt diese Tränen wahr. Er schaut mir ins Gesicht. Mit einem Taschentuch in der Hand wischt er mir die Tränen aus den Augen und tupft sie mir von der Backe. So fürsorglich ist Gott. Unter seiner Pflege beginnen Wunden zu heilen, öffnen sich neue Wege. Der Tränenschleier lichtet sich und ich kann zuversichtlich nach vorne sehen.

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11. November

Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!

Hiob 1, 21

Wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung.

Römer 5, 3 und 4

Jugendmitarbeiterin Yvonne Thomas, Medebach: Egal, wie wir leben, ob finanziell gut aufgestellt oder nicht, ob gesund oder krank, wir sind auf andere Menschen angewiesen und wertvolle Dinge können wir nicht halten. Alles, was wir in unserem Leben bekommen, ist von Gott geliehen. Egal, ob Materielles oder Menschen, Begegnungen und das schöne Wetter. An Tagen, an denen unser Leben auf die Probe gestellt wird, müssen wir uns in Geduld üben und können Gott trotzdem folgen. Seine Güte gibt uns jederzeit eine wärmende Umgebung.

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10. November

Es ist dem HERRN nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.

1. Samuel 14, 6

Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

Hebräer 10, 35

Erzieherin Angelika Krämer, Niederlaasphe: Wir brauchen Mut und Vertrauen, uns immer wieder neu auf dieses Leben einzulassen. Darauf zu hoffen, dass es gut wird und wir uns und andern Menschen vertrauen können. Dass wir mit all den Widersprüchen und Enttäuschungen des Lebens zurechtkommen und nicht verzagen, sondern durchalten, Trost und Hoffnung finden. Diese Hoffnung gründet auf der Vollkommenheit Gottes und seiner ewige Treue zu uns Menschen. In seiner Liebe können wir uns spüren und geborgen fühlen. Ich wünsche Ihnen allen dieses unendlich schöne Gefühl der Geborgenheit in Gottes Hand.

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9. November

So wie das Meer voll Wasser ist, wird das Land erfüllt sein von Erkenntnis des HERRN.

Jesaja 11, 9

Wenn jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten.

Johannes 16, 13

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen:Erkenntnis des HERRN“ wirkt laut Beginn des Verses so: „Niemand wird Böses tun und Unheil stiften auf Gottes heiligem Berg“. Eine Zukunftsvision, kein Ist-Zustand. Denn Negatives kennt Jesaja zu gut, so wie wir - heute besonders im Blick auf die Pogrome des 9. November 1938.
Gegen den Ist-Zustand setzt Jesaja seine Vision einer Welt, wie sie sein könnte. Sie hilft uns, nicht in den Problemen des Hier und Jetzt den Mut und die Hoffnung zu verlieren. Sie gibt Kraft, uns für die Veränderung des Ist-Zustands einzusetzen. Für eine friedlichen Welt, die da entsteht, wo Respekt vor einander und vor der Natur so selbstverständlich wird, wie die Tatsache, dass Wasser nass ist. Denn das meint Jesaja mit „Erkenntnis des Herrn“.

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


8. November

Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete.

Jeremia 1, 7

Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden.

Apostelgeschichte 18, 9 und 10

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Im heutigen Losungsvers wird das Bild des eigenen Lebensweges aufgenommen. Unser Lebensweg gleicht einer Wanderung, bei der wir nicht genau wissen, wie sie verlaufen wird. Wie wird der Weg beschaffen sein? Werden es eher gerade Streckenabschnitte sein oder kurvige? Wird der Weg eher eben oder hügelig sein? Diese und viele weitere Fragen begegnen uns auch im übertragenen Sinn auf dem eigenen Lebensweg. Und da ist es für einen gut, Angehörige und Freundinnen und Freunde an der Seite zu haben, die für einen da sind. Einer begleitet jeden einzelnen von uns in einer ganz besonderen Weise, nämlich Gott selbst, der jeden von uns stets neu mit seiner Liebe umfängt.

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7. November

Es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen.

Jesaja 11, 1

Christus spricht: Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern.

Offenbarung 22, 16

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Ich habe den Mittelgang im Siegerländer Dom in Niederfischbach vor Augen. In wunderschönen Bildern zeigt er, wie aus der Wurzel Isais ein Zweig aufgeht, der wächst, der kräftiger wird, bis er im Altarraum ankommt in der Blüte einer Rose.
Fest verwurzelt im Judentum zeigen diese Bilder die Öffnung Gottes hin zu allen Menschen, denen in Jesus Christus seine Liebe und Barmherzigkeit gilt, aus der wir alle leben können. In ihr finden wir Schutz und Geborgenheit, wenn das Leben uns verletzt, wir am Ende unserer Kraft sind und in den Krisen dieser Welt keine Perspektive erkennen. Und aus ihr finden wir neue Hoffnung und Mut und Kraft, denn Gott sagt uns jeden Tag neu zu: Fürchte dich nicht, ich bin da!

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6. November Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Am vergangenen Sonntag haben mein Mann und ich - wie so viele Menschen - den Sonnenschein genutzt und sind im Wald spazieren gegangen. Eine Strecke, die wir des Öfteren schon gelaufen sind und die wir kennen. Und wie das so ist mit vertrauten Wegen: Da gibt es Punkte, auf die ich mich schon freue. Eine besonders schöne Aussicht, ein Wegabschnitt mit vielen Pilzen am Wegesrand, eine Lichtung, auf die die Sonne scheint…

Umso mehr hat mich das Erschrecken überfallen, als ich einmal mehr kahle Kuppen gesehen habe, wo vorher Bäume standen - und der Blick in die Weite zeigte bereits die nächsten Waldabschnitte, in denen das vorherrschende Grau davon erzählte, das auch hier Wald gestorben ist und Bäume gefällt werden müssen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen bei einem solchen Anblick geht: Mich hat eine unmittelbare Traurigkeit überfallen. Und das, obwohl ich es doch weiß! Ich weiß doch, wie sehr der Borkenkäfer, der Wassermangel, der Klimawandel unserem Wald zusetzen - ich weiß, wie viele Bäume gefällt werden (müssen) und wie hart dies gerade unsere Wälder in Wittgenstein trifft. Und dennoch - der unmittelbare Anblick: wieder eine freie Kuppe, wieder ein kahler Hang - hat mich zutiefst geschmerzt. Und auch eine Wut freigesetzt: Wir wissen doch schon so lange, dass der Klimawandel mehr und mehr voranschreitet; schon vor 30 Jahren war es fünf vor zwölf und immer noch siegt an vielen Stellen unsere Bequemlichkeit und unsere Komfortzone über eine konsequente Hege der Schöpfung, die uns doch anvertraut ist! Das waren echte November-Gefühle, die mich da überfallen haben: diese Mischung aus Schmerz, Wut und Ohnmacht.

Mit diesen Gefühlen bin ich weitergegangen - und: eine kleine Schonung kam in den Blick, auch noch neu und frisch, winzige Bäumchen gesetzt und geschützt, Laubbäume. Hoffnungszeichen: Neuanfang. Nicht aufgeben, sondern das Notwendige tun. Pflanzen. Hegen. Schützen. Das ist unser Auftrag als Christinnen und Christen: die Schöpfung zu bewahren und zu pflegen. Aber auch: die Hoffnung zu hegen und lebendig zu halten in einer Zeit von Umbruch und Krise. Vielleicht können die zarten Pflanzen uns daran erinnern: dass die Hoffnung lebt. Auch im November.

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5. November

HERR, in deiner Hand ist Kraft und Macht, und es ist niemand, der dir zu widerstehen vermag.

2. Chronik 20, 6

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Römer 8, 38 und 39

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen:Who am I“ - eines meiner Lieblingslieder von der Band „Casting Crowns“ beginnt mit der Frage, wer ich bin, dass der Herrscher dieser Welt meinen Namen kennt, meinen Schmerz verstehen will, mich hört, wenn ich rufe: „Du fängst mich auf, wenn ich falle, und Du hast mir gesagt, wer ich bin. Nicht wegen mir, sondern wegen dem, was Du getan hast, nicht wegen dem, was ich getan habe, sondern wegen dem, wer Du bist. Ich bin Dein. Wen sollte ich fürchten - Ich bin Dein.“
Für mich ist dieser Liedtext ein starkes und ermutigendes Bild von Gottes untrennbarer Liebe zu uns. Herzliche Einladung, in dieses Lied hinein zu hören! 

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4. November

Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth.

Jeremia 15, 16

Jesus spricht: Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe.

Johannes 15, 10

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Jeremia hat Gottes Namen in seinem Namen drin. Wir Christen haben den Namen Christi in unserem Namen. Wir alle sind Gott namentlich bekannt, denn Gott sagt in seiner Liebeserklärung an uns: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ (Jesaja 43, 1) Gottes Wort ist uns gegeben. Sein Kern-Inhalt ist die Liebe. Was hält uns, die Geliebten, davon ab, ebenfalls zu lieben? Warum fällt es uns Christen so schwer, Christus in der Liebe nachzufolgen? Gott helfe uns, Amen!

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3. November

Wenn ich das Haus Israel sammle aus den Völkern, unter die sie zerstreut worden sind, werde ich mich an ihnen als heilig erweisen vor den Augen der Nationen.

Hesekiel 28, 25

Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.

Römer 11, 29

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: „Was Gott aus Gnade geschenkt hat, das nimmt er nicht zurück“, ist der Lehrtext in der Basis-Bibel übersetzt Das ist das Versprechen aus dem Römer-Brief, das ebenso im Verhältnis Gottes zu seinem Volk Israel deutlich wird: Nach Gericht und Konsequenz durch den heiligen Gott verspricht dieser letztendlich seinem Volk das Heil.
Ich erlebe diese Spannung auch in meinem Glaubensleben. Gott ist heilig und konsequent und möchte Veränderung an der ein oder anderen Stelle; gleichzeitig ist er für mich da, schützt mich und schenkt mir seine Gnade. Mit diesem Gott bin ich gerne zusammen.

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2. November

Warum gibt Gott dem Leidenden Licht und Leben denen, die verbittert sind, die sich sehnen nach dem Tod, doch er kommt nicht?

Hiob 3, 20 und 21

Jetzt aber sehen wir noch nicht, dass ihm alles untertan ist.

Hebräer 2, 8

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Ganz ehrlich: Ich habe noch keine Hiobs-Erfahrung gemacht. Ich habe kein schweres Leiden. Ich bin nicht verbittert. Ich sehne mich nicht nach dem Tod. Dafür bin ich sehr dankbar. Doch ich kenne Menschen, die sich wie der biblische Hiob die Fragen stellen: „Warum ich?“ und „Warum lässt Gott das Leiden zu?“
Einer, der selbst Hiobs-Erfahrungen gemacht hat, Paul Gerhardt, hat sie in seinem Weihnachts-Gedicht so verarbeitet: „Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht`, wie schön sind deine Strahlen!“

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1. November

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.

Sacharja 2, 14

Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk.

Lukas 1, 68

Vikarin Carmen Jäger, Bad Berleburg: Was für Paare zur Bewährungsprobe wird, ist auch zwischen Gott und Menschen schwierig: das Zusammenwohnen. Die WG „Paradies“ scheitert, weil die Menschen sich an keine einzige Regel halten. Es folgen 40 Jahre, in denen Gott im Zelt lebt; im gelobten Land dann wieder ein fester Wohnsitz. Doch der Tempel wird zerstört und Gott muss erneut umziehen. Er findet einen neuen transportablen Ort: Es ist die Schrift. Seitdem wohnt Gott da, wo Menschen die Schrift lesen, lernen und hören. Und ganz am Ende aller Zeiten wird es wieder eine dauerhafte Wohngemeinschaft von Gott und Menschen geben. Mal seh’n, wie das dann klappt!

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31. Oktober

Schafft Recht und Gerechtigkeit und errettet den Beraubten von des Frevlers Hand und bedrängt nicht die Fremdlinge, Waisen und Witwen und tut niemand Gewalt an.

Jeremia 22, 3

Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an.

Römer 12, 9

Presbyterin Katrin Spies-Gußmann, Bad Berleburg: Was bedeuten für Euch die Worte „Liebe“ und „Gerechtigkeit“? Gerne werden wir geliebt und wir wünschen uns eine gerechte Behandlung. Dann erleben wir Gutes, kein' Hass oder Neid, keine Gewalt oder böse Worte. Wir bekommen, werden angenommen und erfahren Zuspruch. Durch meinen Glauben an Christus werde ich gestärkt, dieses mit Menschen zu leben und zu erleben. Wegweiser findet Ihr in der Bibel. Viel Spaß beim Entdecken.

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30. Oktober Sonntags-Angedacht

Pfarrer Rafael Dreyer, Wemlighausen: Die Tage werden kürzer, das ist aus dem Küchenfenster morgens zu sehen: „Es ist Nacht!“, rief unser Sohn jetzt erschreckt aus, als er zum Frühstück gerufen wurde. Halloween ist das Spiel mit dem Düsteren. Nach keltischer Überlieferung steigen in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November die Seelen der Toten aus den Gräbern, böse Geister wollen Besitz von Menschen ergreifen, ihr Unwesen treiben. Einige glaubten, wenn sie sich als Teufelsknecht verkleideten, würden die Dämonen an ihnen vorüberziehen. Daher kostümieren sich heute noch Menschen an Halloween als Zombies, Skelette, Hexen oder sonstige teuflische Figuren.

Schreckspiele mit der Aufforderung „Süßes oder Saures!“ zur albernen Unterhaltung bringen mich zum Denken. Wie gehe ich mit dem Bösen um, dem Dunklen in mir? Früher haben die Menschen an den schwarzen Teufel geglaubt. Ist er heute nur noch was für Kinder, die unterhalten werden?

Jeder von uns kennt dunkle Tage, vieles scheint sinnlos und bleiern, Zweifel schleichen sich ins Herz, wie Ratten nagen sie an uns, lassen uns bitter werden, Versäumnisse der Vergangenheit werden groß. Und die Hoffnung, die dich beflügelt, hebt nicht mehr ab. Das alte Wort dafür heißt Anfechtung. Auch heute spielen sich in unserem Inneren bittere Kämpfe ab: neue Hoffnung oder doch wieder nur Verzweiflung?

Eine Anekdote erzählt von Martin Luther, dass er in Wittenberg spät abends in seinem Arbeitszimmer studiert. Der Teufel schleicht durch die Stadt und will den Reformator bei der Arbeit stören. Unter dem Fenster des Arbeitszimmers ruft der Teufel nach oben: „Wohnt hier der Doktor Martin Luther?“ Luther hört die Stimme des Teufels, springt zum Fenster, reißt die Läden auf und ruft hinunter: „Nein, der Martin Luther, der ist längst gestorben. Hier wohnt Jesus Christus!“ Da zieht der Teufel den Schwanz ein und flüchtet. Warum sagt der Reformator nicht einfach „Ja, hier wohnt Martin Luther”? Weil er weiß, wie mächtig die Dunkelheit ist, wie sehr er Jesus braucht, denjenigen, der die Macht des Bösen gebannt hat. Nicht unsere kostümierten Halloween-Gaukeleien können uns schützen und heitere Gelassenheit verleihen, mitten in den Kämpfen, die wir durchstehen. Nein! Das kann nur Gott selbst. Luther wollte sagen: Der alte Mensch ist gestorben, ein neuer soll in euch geboren werden, fähig zu lieben, wo andere längst aufgegeben haben.

Nebst dem Genuss einer Kürbissuppe mit Karotten, Speck und Ei wünsche ich uns in diesen Tagen den Tod des alten furchtsamen Ichs in uns: „Legt von euch ab den alten Menschen... und zieht den neuen Menschen an.“ (Epheser 4, 22 und 24) Allein die Gnade, der Glaube an Jesus Christus rettet, gelegentlich vor uns selbst. ER möge Besitz von uns ergreifen!

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29. Oktober

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.

Jesaja 49, 13

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis.

2. Korinther 1, 3 und 4

Kirchenkreis-Archivar Dr. Johannes Burkardt, Bad Berleburg: Was für herrliche Tagesbegleiter diese Bibelsprüche doch sind. Voller Dankbarkeit und Zuversicht! Und doch sind beide in düsteren Situationen entstanden: der Jesaja-Spruch während des Babylonischen Exils, Paulus schrieb seinen zweiten Korinther-Brief nach sehr demütigenden Erfahrungen. Erstaunlich, dass beide Verfasser trotzdem zu so strahlenden Jubelrufen in der Lage waren!
„Gib mir, mein Gott, einen Lobgesang ins Herz, der die Tiefen überdauert, den der Schmerz nicht auszulöschen vermag. Ja, preisen will ich dich, solange ich lebe, denn du hast mir mein Leid gesegnet.“ (Sabine Naegeli)

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28. Oktober

Kinder, die das Gesetz nicht kennen, sollen es auch hören und lernen, den HERRN, euren Gott, zu fürchten alle Tage.

5. Mose 31, 13

Herrlichkeit und Ehre und Frieden allen denen, die das Gute tun, zuerst den Juden und ebenso den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.

Römer 2, 10 und 11

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: „Fürchten lernen“, das hört sich erstmal seltsam an. Ich möchte meine Kinder eigentlich nicht das Fürchten lehren. Ganz im Gegenteil, ich möchte sie vielmehr trösten, wenn sie Angst haben. Die Kinder zu lehren, dass sie Gott fürchten sollen, ist im ersten Moment etwas befremdlich. Doch wenn wir intensiv über Gott nachdenken und seine Macht und Herrlichkeit erkennen und sein Wirken wahrnehmen, dann kann uns das schon manchmal in Furcht versetzen: in Ehrfurcht vor Gottes Größe.  

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27. Oktober

So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.

5. Mose 7, 9

Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.

Hebräer 10, 23

Prädikantin Sabine Lang, Hesselbach: Gott = allmächtig, groß, uneinholbar, ungreifbar, unnahbar, unantastbar…
Treue kann man verstehen als eine innere feste Bindung einer Person zu einer anderen. Treue ist also deutlich mehr als sich bloß loyal zu verhalten.
Die Losung heute beschreibt den Gott der Bibel als den einzig wahren Gott, der treu ist. Hier wird es für mich spannend. Der unfassbare, allmächtige Gott geht eine Bindung zu uns Menschen ein. Bindung ist auf Gegenseitigkeit angelegt. Gott geht einen Bund ein; eine Bindung, mit den Menschen die sich an ihn binden. Im Neuen Testament wird das jahrtausendealte Wort bestätigt: Er (Gott) ist treu. Deshalb lasst uns festhalten (in Verbindung bleiben) mit dem, der treu ist.

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26. Oktober

Steh auf, Gott, richte die Erde, denn dein Eigentum sind die Nationen alle.

Psalm 82, 8

Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

Johannes 3, 17

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Ist es heutzutage noch leicht, daran zu glauben, dass ein Tag kommen wird, an dem Gott die Erde richten will? Asaf, der Beter des 82. Psalms, scheint davon überzeugt zu sein, dass ein solcher Tag kommen wird. Sein Gebet ist daher, dass Gott sich als Richter und Herrscher allen Menschen offenbaren möge. Der Glaube, dass Menschen vor Gott wandeln und dass Gott einmal ein Urteil über sie sprechen wird, ist in fast allen Religionen zu finden. Aber in Jesus wird uns eine neue Perspektive aufgezeigt - die Rettung der Welt durch den Gottessohn! Dadurch, dass Gott in Jesus selbst in diese Welt gekommen ist, sollen alle Menschen gerettet werden. Die Frage ist nur: Werden alle Nationen und jeder Mensch dieses Angebot Jesu annehmen?

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25. Oktober

Der HERR sprach zu Jona: Meinst du, dass du mit Recht zürnst?

Jona 4, 4

Wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid. Und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest.

Galater 6, 1

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg: Enttäuschung, Verlust, Frust, Zorn. Jona verliert in seinem Unglück den klaren Blick auf die Welt und Gott. Wie leicht die Lebensumstände den eigenen Blick auf die Welt beeinflussen können, erleben wir gerade alle. Krieg und Krisen, Meckereien und Meinungsmache, Angst um Lebensqualität oder Leben. Schnell verurteilt man dann, weiß besser, oder fordert. Und gerade in diesen Situationen sind wir aufeinander angewiesen. Gott ruft uns auf, unseren Geschwistern „wieder zurecht“ zu helfen. Besonders in diesem Jahr, wie in der Aktion #wärmewinter der Evangelischen Kirche und der Diakonie in Deutschland, mit Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe.

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24. Oktober

Du, unser Gott, bist gerecht bei allem, was über uns kommt; du hast die Treue bewahrt, wir aber haben uns schuldig gemacht.

Nehemia 9, 33

Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.

1. Johannes 1, 9

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: „Das Stück Kuchen von dir ist aber viel größer als meins“ oder „Du verdienst ja viel mehr Geld, obwohl wir den gleichen Job machen“. Gerechtigkeit ist in unserem Leben oft ein Thema. Die Kinder, die sich über die Größe des Kuchenstücks streiten oder die Erwachsenen die ihre Gehälter vergleichen. Viele Streitigkeiten, weil Menschen sich ungerecht behandelt fühlen. Viele Menschen, die sich dafür einsetzen, in einer gerechteren Welt zu leben.
In meinem Glauben muss ich mich nicht dafür einsetzen, dass alles gerecht ist. Denn wir glauben an einen gerechten Gott. Das heißt für mich nicht, dass alle Kuchenstücke gleich groß sind aber, dass mein Kuchenstück gerecht für mich ist.

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23. Oktober Sonntags-Angedacht

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Einen Lieblingsmenschen hat bestimmt jeder von uns. Vielleicht sind es ja sogar mehrere: Der Herzallerliebste, die beste Freundin, der Bruder? Vielleicht auch Eltern und Großeltern oder jemand, den man leider nicht mehr an der Seite hat.

Klar, der Lieblingsmensch wird oft idealisiert, denn eigentlich ist ja niemand perfekt.

Aber es gibt ihn, diesen Lieblingsmenschen. Es ist jemand, bei dem ich mich nicht verstecken muss und es wohl auch gar nicht kann. Da fühle ich mich gut aufgehoben, egal, was ist. Mit einem Lieblingsmenschen kann ich streiten und mich wieder versöhnen. Vergnügt miteinander plaudern und zusammen schweigen. Wir können einander vertrauen, einander etwas anvertrauen. Uns auch mal kritische Kommentare zumuten und einander auf die Nerven fallen. So ist das mit einem Lieblingsmenschen.

Und jetzt stellt sich die Frage: Hat auch Gott eigentlich Lieblingsmenschen? Muss ich etwas Besonderes leisten, damit Gott den Daumen für mich hochhält?

Angenommen, Gott würde in diesen Tagen gefragt werden, wer denn sein Lieblingsmensch sei. Was würde er dann antworten? Würde er sagen: Abraham, David, Paulus, Maria Magdalena oder der Papst?

Ja, Gott hat Lieblingsmenschen, aber deren Name lautet ganz anders, nämlich: Welt. Genau so steht es in der Bibel: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab.“ (Johannes 3, 16)

Also er liebt nicht nur ein paar wenige, nicht nur ein paar Superheilige. Nein, Gott sagt von sich selbst, dass er die ganze Welt geliebt hat und noch immer liebt.

Das gibt vielleicht auch die Antwort auf die Frage, was ich machen soll, wenn mir kein Lieblingsmensch einfällt: Gott hat mich zuerst geliebt. Ich bin immer und auf jeden Fall schon ein Lieblingsmensch, auch wenn ich selbst gerade keinen habe. Und ich kann jederzeit anfangen, andere Menschen zu lieben, sie mit Gottes Augen zu sehen und ihnen mit seinem großen Herzen zu begegnen.

Es ist so, als hätte Gott jeden von uns mit einem Stempelabdruck vom Wort „Lieblingsmensch“ versehen, damit wir es immer wieder ganz deutlich und konkret vor Augen haben. Aber schnell vergisst man, dass wir geliebt werden, wir fangen lieber an, uns zu bemitleiden und Fehler an uns selbst zu suchen. Das ist menschlich.

Dennoch sind wir Gottes Lieblingsmenschen und jeder darf wissen: Ich werde von Gott geliebt - egal, was die Welt sagt und denkt, egal, was ich selbst von mir halte!

Auch wenn du meinst, du bist wenig wert, auch wenn du meinst, andere sind besser, auch wenn du meinst, dich kann keiner mögen, vergiss es nie: Du bist und bleibst ein Lieblingsmensch!

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22. Oktober

Wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern unsere Augen sehen nach dir.

2. Chronik 20, 12

Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.

Hebräer 12, 2

Pfarrer Matthias Elsermann, Kreuztal: Hilflosigkeit - die einen reagieren gelähmt, die anderen mit Aktionismus. „Wir wissen nicht, was wir tun sollen...“ Mit dieser Hilflosigkeit hören wir aktuelle Nachrichten, Prognosen über die Zukunft. „…, sondern unsere Augen sehen nach dir.“ Das ist weder Hilflosigkeit noch Aktionismus: Dies ist Ausdruck des Vertrauens und der Besonnenheit. Und aus dieser Haltung des Vertrauens und der Besonnenheit heraus kann nach Lösungen und weiterführenden Handlungsschritten gesucht werden.
Hoffen wir, dass in den uns verunsichernden Zeiten die Menschen sich von Vertrauen und Besonnenheit leiten lassen!

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Matthias Elsermann ist der Schulreferent der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein.


21. Oktober

Der HERR hat mich gesandt, zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden.

Jesaja 61, 1 und 3

Der Sohn sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an.

Lukas 15, 21 und 22

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Eine bekannte biblische Geschichte: Der jüngere Sohn verlässt mit seinem Erbe das Haus seines Vaters, verschwendet das ganze Geld und steht am Ende mit leeren Händen und schmutzigen Klamotten in der Ferne. Dann entscheidet er sich, zurückzukehren, ohne Ansprüche, aber voller Hoffnung, zuhause wieder aufgenommen zu werden. Daheim empfängt ihn sein Vater mit offenen Armen, ohne Fragen oder Vorwürfe. Liebe hat dieser Vater im Überfluss, er spart nicht an seiner Freude über die Rückkehr des Sohnes. Der Vater ist großzügig und schenkt dem Sohn nicht nur neue Kleider, sondern die Chance eines Neuanfangs bei ihm. Einfach so, in übergroßer Liebe.

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20. Oktober

HERR, ich preise dich! Du hast mir gezürnt! Möge dein Zorn sich wenden, dass du mich tröstest.

Jesaja 12, 1

Jesus spricht: Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.

Matthäus 9, 13

Jugendmitarbeiterin Claudia Althaus, Marburg: Wow! Wir glauben an einen Gott, der Fehlverhalten benennt und Konsequenzen zieht - und der gleichzeitig immer wieder dazu bereit ist, eine zweite Chance zu geben, der tröstet und dessen große Liebe gerade den Menschen gilt, die Fehler gemacht haben. Wir glauben an einen Gott, der uns mit einem wohlwollenden Blick betrachtet.
Ich will von Gott diesen wohlwollenden Blick und die Fehlerfreundlichkeit gegenüber meinen Mitmenschen lernen - auch und gerade dann, wenn mich Verhalten und Situationen nerven. Ich möchte hinter die Kulissen schauen, eine zweite Chance geben, den Menschen an sich und nicht seine Taten ansehen. Ja, ich wünsche mir und uns allen diesen wohlwollenden Blick für und auf unsere Mitmenschen.

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19. Oktober

Eile, mir beizustehen, Herr, meine Hilfe!

Psalm 38, 23

Der blinde Bartimäus rief: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her!

Markus 10, 48 und 49

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: Manchmal muss es schnell gehen. In Notfällen zählt jede Sekunde. 110 und 112 sind die Notrufnummern für Polizei und Feuerwehr, die wir von klein auf lernen. Bartimäus wählt in seiner Situation die Jesus-Nummer. Auf meinem alten Tastenhandy wäre das für J-E-S-U-S die Zahlenkombination 53787 gewesen. Wie Notrufe sind einfache Sätze eine Hilfe, auch in schwierigen Situationen mit Gott in Verbindung zu bleiben: Das Vaterunser oder der Psalm 23 sind Worte, die wir uns leihen können, wenn es uns die Sprache verschlägt. Aber auch ein „Herr, hilf mir.“ trifft bei Jesus auf offene Ohren. An ihn können wir uns wenden - zu jeder Zeit.

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18. Oktober

Der HERR tötet und macht lebendig, führt ins Totenreich und wieder herauf.

1. Samuel 2, 6

Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Offenbarung 1, 8

Jugendmitarbeiter Jonas Pfeiffer, Erndtebrück:Der Herr tötet und macht lebendig, führt ins Totenreich und wieder herauf“, außerdem tut er viele andere Dinge und hilft uns: „Wenn ihr Schmerzen habt, ist er ein Schmerzmittel, wenn ihr euch verloren fühlt, weist er euch einen Ausweg, wenn ihr Ketten spürt, dann reißt er diese entzwei“ so kann man Text des Lieds „Chain Breaker“ von Zach Williams auf Deutsch übersetzen. Da hört man, wie vielseitig der Herr ist und wie er sich um uns kümmert.

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17. Oktober

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.

5. Mose 5, 21

Das ist die Liebe, dass wir unser Leben führen nach seinen Geboten.

2. Johannes 1, 6

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Wie hältst du es mit der Liebe? Keine einfache Frage, aber Losung und Lehrtext beantworten sie: Wenn wir Gott lieben, werden wir seine Gebote halten. Und wir tun dies nicht, weil wir denken, dass sie unser Leben belasten, sondern weil wir wissen, dass sie das Beste für uns sind.
Und dies gilt auch ganz besonders für den Respekt vor dem Zusammenleben anderer Menschen, in das wir kein Recht haben einzubrechen und ihre Liebe zueinander zu missachten und zu gefährden.

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16. Oktober Sonntags-Angedacht

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Gesellschaftsspiele liebe ich. Auch wenn ich nicht immer gewinne. Verlierer zu sein gehört dazu und wertet es erst auf, wenn man dann selber auf der Gewinner-Seite ist. Es gibt aber Bereiche, in denen ich es bedenklich finde, von Gewinnern und Verlierern zu reden. Ich denke da vor allem an Nachbarschafts-Streitigkeiten, an Scheidungen und an Kriege.

Anfang der Woche las ich, dass anscheinend Russland Verlierer sein wird des Krieges in der Ukraine und die Ukraine und der unterstützende Westen Sieger. Mich als Christen erschüttert diese Sprechweise, die die Augen verschließt vor dem Leid anderer. Denn ich sehe die Bilder der zerstörten Städte, die entdeckten Massengräber, die Kreuze der gefallenen Soldaten und der ermordeten Zivilisten. Viele Menschen wurden Opfer, hier wie dort. Sie haben verloren, was sie aufgebaut haben, sie verloren ihre Gesundheit, ihre Unversehrtheit und viele sogar ihr Leben.

Und die Menschheit hat das Vertrauen verloren in die Gültigkeit von Absprachen und Verträgen und in die Wertschätzung von Mitmenschlichkeit und Menschenwürde. Kann man da von Gewinnern sprechen? Es ist wie bei Scheidungen und Nachbarschafts-Streitigkeiten. Mag am Anfang ein berechtigtes Interesse bestanden haben, so stellt sich am Ende für die Beteiligten heraus, dass alle verloren haben. Was bleibt sind Regelungen, die niemanden zufrieden stellen, sondern nur tiefe Gräben zurücklassen, die für lange Zeit unüberwindbar erscheinen.

Wäre es nicht angemessener, wenn alle sich als Verlierer begreifen, die ihre Verluste betrauern? Dann gäbe es bei allem Leid, dass man einander angetan hat, eine Gemeinsamkeit: eine Trauer, den Schmerz angesichts der erlittenen Wunden. Diese gemeinsame Trauer könnte zu einer Brücke werden über die aufgeworfenen Gräben hinweg.

Also nicht triumphieren angesichts erlittenen und zugefügten Leids. Nicht verdrängen, was an Schwerem ertragen werden musste und in die Zukunft ausstrahlen wird. Sondern es betrauern und erkennen, dass es oft nicht in einem rechten Verhältnis steht zu dem angestrebten Ziel. Das gilt in meinen Augen nicht nur für den Krieg in der Ukraine, sondern für all die Auseinandersetzungen, in die wir uns hineinstürzen in unserem Alltag. Sicher, man kann den, der Böses tut, nicht gewähren lassen. Aber bei der Wahl der Mittel sollte man immer bedenken, welchen Schaden man am Ende dem anderen und sich selbst zufügt.

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15. Oktober

Ich will auf den HERRN schauen und harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören.

Micha 7, 7

Trachtet nach dem, was oben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.

Kolosser 3, 2

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: „Alles Gute kommt von oben“, sagt der Volksmund. Aber was ist da eigentlich - oben? Der Sternenhimmel bei Nacht, Sonnenschein und Wolken bei Tag, oder auch: Regen, der die Erde feuchtet. Oben. Da ist auch: ein offener Himmel, ein Gott, der uns seine Gegenwart und seine Fürsorge verheißt, der versprochen hat, uns auch in harten und schwierigen Zeiten beizustehen und die Kraft zu geben, die wir brauchen. Wahrhaftig - alles Gute kommt von oben.

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14. Oktober

HERR Zebaoth, du bist allein Gott über alle Königreiche auf Erden, du hast Himmel und Erde gemacht.

Jesaja 37,16

Paulus schreibt: Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit.

Epheser 3, 14 bis 16

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Bei der Konfirmation und bei der Hochzeit hab' ich es getan und immer, wenn ich etwas unter dem Sofa hervorholen will. Dann gehe ich auf die Knie. Bei der Konfi und während der Trauung war es eine Haltung, um den Segen Gottes zu empfangen, angemessen demütig und total würdevoll. Vor dem Sofa ist es eher immer mühevoll, ein notwendiges Beugen, um ans Ziel zu kommen.
Mit der Demut habe ich es ja sonst nicht so, aber vor Gott finde ich das völlig okay. Wenn es eine gesunde Demut ist und kein Unter-dem-Teppich-Kriechen. Denn schließlich muss ich vor Gott ja kein Duckmäuser sein.

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13. Oktober

Bringe uns, HERR, zu dir zurück, dass wir wieder heimkommen; erneure unsre Tage wie vor alters!

Klagelieder 5, 21

Als erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig - nicht um der Werke willen, die wir in Gerechtigkeit getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit - durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist.

Titus 3, 4 und 5

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: „Drück‘ doch mal auf Reset“ - der gute Rat eines Kollegen, wenn bei unserer Telefonanlage mal wieder gar nichts mehr geht, ist oftmals die letzte Möglichkeit: Neustart. Einfach zurücksetzen auf Null. Von vorne anfangen. Wenn das doch immer so einfach wäre. Mein gelebtes Leben ist da. Da lässt sich nichts ungeschehen machen und oftmals gibt es dann einen Punkt, an dem man meint, alles hat sich festgefahren. Doch auch da hält einer für mich und für Dich den Reset-Knopf bereit. Das Angebot des dreieinigen Gottes steht: sein Heiliger Geist lässt unser Herz bereit sein, Dinge ändern zu wollen und in Jesus Christus schenkt er einen Neuanfang, der für eine*n jeden von uns gilt. Wenn also nichts mehr geht - der Blick zum Himmel hilft!

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12. Oktober

Überall in Ost und West wird man seinen Namen ehren und seine Macht anerkennen.

Jesaja 59, 19

Jesus spricht: Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.

Lukas 13, 29 und 30

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: Überall in Ost und West - die ersten Worte der Tageslosung erinnern an die aktuelle politische Situation. Ost und West als unvereinbare Gegensätze, dies schien ein Bild aus Zeiten des Kalten Krieges. Und doch ist die alte Auseinandersetzung durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine wieder erschreckend aktuell. Der Bibelvers führt uns vor Augen, dass uns Menschen trotz aller Gegensätze doch eines verbindet: der christliche Glaube. Dieser Glaube ist es, der von uns fordert, Geflüchteten mit bedingungsloser Solidarität und Hilfsbereitschaft zu begegnen und durch Friedensgebete Zeichen gegen die Grausamkeit des Krieges zu setzen. Aus der festen Überzeugung heraus, dass wir nicht Bewohner unterschiedlicher, gegensätzlicher Welten sind, sondern im Reich Gottes an ein und demselben Tisch sitzen werden.

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11. Oktober

Sieh nun herab von deiner heiligen Wohnung, vom Himmel, und segne dein Volk Israel.

5. Mose 26, 15

Simeon sprach: Meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.

Lukas 2, 30 bis 32

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Woran erkennt Simeon, der alte Mann im Tempel von Jerusalem, in dem neugeborenen Kind, das die jungen Eltern in den Tempel bringen, den Heiland Gottes? Was macht ihn so sicher, dass dieses Kind der von Gott seit Jahrhunderten verheißene Trost Israels und ein Licht zur Erleuchtung der Heiden ist? Simeon sieht es. Er hat diesen Heiland sein Leben lang erwartet, ohne eine feste Vorstellung zu haben, wann er kommt und wie er kommt. Simeon war einfach offen für Gottes Kommen zu SEINER Zeit.
Herr, schenke mir in diesen Zeiten heute diese Offenheit für dich, damit ich dich sehe. Amen.

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10. Oktober

Haltet meine Gebote und tut danach; ich bin der HERR.

3. Mose 22, 31

Ihr scheint als Lichter in der Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens.

Philipper 2, 15 und 16

Jung-Erwachsenen-Mitarbeiterin Bianca Brieseck, Erndtebrück: „Würdige und unwürdige Opfer“ steht in meiner Bibel über dem Absatz mit dem Losungstext. Gott sagt Mose, welche Tiere die Israeliten opfern sollen: tadellose Tiere, gesund und munter, ohne Krankheiten oder Fehlbildungen. Solche, die man gewinnbringend verkaufen oder selbst schlachten und essen würde. Warum? Weil sie Gott Wertvolles opfern sollten, nichts was sie sowieso nicht gebrauchen konnten.
Und heute? Opfertiere sind aus der Mode gekommen. Aber ich glaube, Gott wünscht sich weiter Opfer. Was ist am wertvollsten? Ich glaube: Zeit. Zeit ohne Handy, PC oder Fernseher, sondern nur für Gott. Mit ihm Zeit verbringen, Sorgen und Freuden mit ihm teilen. Viele nennen es „beten“, ich sage lieber „unterhalten“. Das ist für einige bestimmt zuerst ein Opfer. Aber es kann ein wohltuender Segen werden: im schnellen Alltag mal aussteigen, ruhig werden, Ballast abwerfen, jemandem sein Herz ausschütten und sicher sein, dass er es für sich behält.

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9. Oktober Sonntags-Angedacht

Vikarin Carolin Kremendahl, Bad Laasphe: „So viele Fragen, wer weiß schon, was kommt; nur dunkle Wolken am Horizont“ so singt Samuel Harfst gefühlsvoll in seinem Lied „Komm' und still' den Sturm“, das bei mir seit ein paar Tagen in Dauerschleife läuft.

Recht hat er, nichts scheint mehr beständig zu sein. Und niemand weiß so genau, was noch alles in diesem Herbst und Winter auf uns zu kommt. Unsicherheit und Angst machen sich breit. Kaum noch sicherer Boden unter den Füßen. So vieles scheint in der Schwebe zu sein. Unser Leben wie ein aufgewühltes Meer, wilde Wellen und unruhige Gezeiten wie das Lied so passend beschreibt. Seit über zwei Jahren unruhiger, fast schon stürmischen Zeiten sehnen sich Menschen nach etwas, das bleibt, nach Ruhe, nach etwas, das sich nicht so schnell verändert.

Dabei gerät in Vergessenheit, dass Gott vielleicht nicht immer die Lösung ist, doch einen Zufluchtsort im Sturm des Lebens und der Welt für uns hat. Gott, der beständig ist. Gott ist durch die Gezeiten der Fels in der Brandung und er ist unser Land in Sicht, weil er uns nicht alleine lässt, sondern da ist und da bleibt. Und er stillt den Sturm. Bei ihm komme ich zur Ruhe, mit meinem rastlosen Herz. Zumindest innerlich verlasse ich mich für einen Augenblick und lasse mich bei ihm fallen.

Während ich mal wieder das Lied höre, atme ich tief ein und aus und tanke so Kraft für all das Stürmische um mich herum. Das wünsche ich Ihnen auch: inmitten von stürmischen Zeiten hin und wieder eine innere Sturmstillung. Vergessen Sie nicht: Er ist da und stillt den Sturm.

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8. Oktober

Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues; ehe denn es sprosst, lasse ich's euch hören.

Jesaja 42, 9

Viele Propheten und Gerechte haben sich gesehnt, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Matthäus 13, 17

Pfarrer Martin Behrensmeyer, Altenhundem: „Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen!“ - dann haben wir als Kinder noch in die Hand gespuckt und gegenseitig abgeklatscht. Die Verabredung galt! Was zählt heute schon ein Wort, ein Versprechen? Was kümmert mich heute mein Geschwätz von gestern? Fake News, Lügen bestimmen unseren Umgang in der großen Politik und im kleinen Alltagsgeschehen.
„Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen“ - in der Tageslosung aus Jesaja 42, 9 erinnert uns Gott daran, dass sein Wort gilt. Das tut gut. Auf seine Zusage können wir vertrauen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage!

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Martin Behrensmeyer unterstützt die Kirchengemeinden Banfetal und Bad Laasphe imPastoralen Dienst im Übergang.


7. Oktober

Sein Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade. Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude.

Psalm 30, 6

Wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben.

Römer 5, 11

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Er war krank, todkrank, der Sänger des 30. Psalms. In seiner Krankheit hat er die Verborgenheit Gottes erschreckend erlebt. Er hat die tiefste Dunkelheit erlebt und, dass sich sein Schicksal zum Guten gewendet hat. Jetzt dankt er und lobt seinen Gott für dessen lebenslange Gnade. Zwischen dem Weinen am Abend und der Freude am Morgen liegen sicher mehr als ein paar Stunden. Ich möchte mir das immer sagen lassen: Wenn Gott hilft, dann schrumpft die Zeit seiner Verborgenheit, „sein Zorn“, zu einem kleinen Augenblick zusammen. Dann wird das Weinen zu etwas Vergangenem. Gott greift ein, und für mich wird die Freude des Morgens zum Lebensinhalt.

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6. Oktober

Die Wege des HERRN sind richtig und die Gerechten wandeln darauf; aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Fall.

Hosea 14, 10

Redet einander zu und richtet euch gegenseitig auf, wie ihr es ja tut.

1. Thessalonicher 5, 11

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: „Ich mach’ mir die Welt - widdewidde - wie sie mir gefällt“, so singt Pippi Langstrumpf. Wenn Kinder sich in eine Welt eintauchen mit selbstgemachten Fakten, dann ist das gut für die Entwicklung von Kindern. Wenn Erwachsene dies tun, sei es in Politik oder in der Nachbarschaft, in der Schule oder auf der Arbeit, dann hat das fatale Folgen. Leider nicht nur für die Betroffenen selbst. Mit ihrem schwarzweißen Weltbild, verdrehten Fakten und dem starren Blick auf sich selbst reißen sie andere mit in den Abgrund, wenn die Konsequenzen sichtbar werden. Darum sind wir gefragt: „Redet einander zu und richtet euch gegenseitig auf.“ Sie hinzuweisen auf Gottes Sicht auf uns, die in uns allen Geschwister sieht - aufeinander gewiesen und füreinander da.

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5. Oktober

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen.

Jeremia 31, 31

Sie sind Israeliten, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch.

Römer 9, 4 und 5

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück:Für das eigene Selbstverständnis ist es wichtig, zu wissen, woher man kommt. Wo die eigenen Wurzeln sind, in welcher Tradition man steht. Keine Frage, das gilt auch für mich als Christin. Es gibt den Stamm und es gibt die Äste, die aus dem Stamm austreiben. Die Äste können nicht ohne Stamm und Wurzeln leben, der Stamm macht nur Sinn, wenn er auch Äste treibt.
Für ein aufrichtiges Miteinander zwischen Juden und Christen möchte ich heute bitten: Du Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, Vater Jesu Christi! Danke, dass dein Bund feststeht für alle Zeit. Lass uns nie vergessen, dass wir gemeinsam deine Kinder sind. Lass' uns als Geschwister aufeinander hören, verbunden im Vertrauen auf dich. Amen

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4. Oktober

Der HERR schafft Recht den Waisen und Witwen und hat Fremdlinge lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt. Darum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben.

5. Mose 10, 18 und 19

Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.

Matthäus 25, 35

Prädikantin Traudel Stremmel, Berghausen: Unter allen benachteiligten Menschen scheint Gott ein Herz besonders für die Fremden im Land zu haben. „Fremd sein“ - das hat sein auserwähltes Volk, das haben Gottes Diener immer wieder erlebt, sogar sein eigener Sohn musste als Fremder kurz nach seiner Geburt in Ägypten leben. „Fremd sein“ bedeutet heimatlos sein, ohne Freunde, ohne Zuhause, ohne vertraute Kultur, manchmal auch rechtlos. Gott möchte, dass Menschen eine Heimat finden, in der sie sich geborgen fühlen und angenommen wissen. Gerade jetzt erleben wir viele Fremde in unserem Land. Finden sie bei uns Freunde, werden sie angenommen, können wir ihnen ein Stück Geborgenheit vermitteln? Das ist nicht nur Aufgabe der Politik, sondern eines jeden Einzelnen von uns.

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3. Oktober

Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: »Was machst du?«

Jesaja 45, 9

Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Matthäus 6, 9 und 10

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Das wäre was, wenn eine Holzschüssel zum Drechsler spricht: So nicht! Oder wenn ein Tonbecher sich beim Töpfer beklagte: Diese Form, die du mir gibst, gefällt mir nicht! Der Prophet Jesaja erinnert daran: Gott hat uns geschaffen, zu seinem Zweck und nach seinem Wohlgefallen.
Wenn wir das zutiefst bejahen können, dann beten wir getrost: Nicht mein, sondern dein Wille, Herr, geschehe! Und dürfen uns wundern, was Gott an uns und mit uns wirkt!

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2. Oktober Sonntags-Angedacht

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: In den letzten Monaten haben wir erleben müssen, dass es immer häufiger zu Dürre- und Hungerkatastrophen oder zu Überschwemmungen kommt. Wir erinnern uns an das Niedrigwasser im Rhein oder die Bilder von vertrockneten Anbauflächen. Und nicht zuletzt gab es in der letzten Zeit auch viele große Waldbrände. Zudem gab es zum Beispiel auch in Süddeutschland und in Österreich sintflutartige Regenfälle. Die negativen Folgen des Klimawandels sind nicht nur weltweit, sondern auch bei uns deutlich sichtbar. Dazu kommen auch die vielen Kriege. In einer besonderen Weise bewegt uns der Krieg in der Ukraine und die unheilvollen Folgen davon. Wir sehen, wie schwierig der Export von Lebensmitteln aus der Ukraine war und ist, und welch negativen Folgen dies insbesondere für viele Länder in Afrika hat.

Wenn wir im Jahr 2022 Erntedank feiern, dann kommen mir diese und weitere ähnliche Ereignisse in den Sinn. Aber ich denke auch an einen Vers aus dem 1. Buch Mose, wo es heißt: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 8, 22) Diese Worte von Gott sind wichtige alttestamentliche Verheißungen, die auch heute gelten. Wenn ich sie lese, machen sie mir Mut. Sie sind für mich gute Beispiele für das „Dennoch des Glaubens“. Und ich möchte auch heute am Erntedanktag dieses „Dennoch des Glaubens“ hochhalten. Denn ich will nicht einfach resignieren und den Kopf nur in den Sand stecken.

Trotz allem dürfen wir auch in diesem Jahr für die guten Gaben dankbar sein, die wir von Gott geschenkt bekommen haben. All die Dinge zum Essen und Trinken, die wir haben, sind nicht selbstverständlich. Und es ist auch nicht selbstverständlich, dass so viele Menschen in einer guten Weise an der Herstellung, Verarbeitung und Verteilung beteiligt sind. Für all das und sehr viel mehr gilt es, dankbar zu sein. Und diese Dankbarkeit kann für uns auch ein Ansporn sein, uns in einer guten Weise für unsere Umwelt einzusetzen. Umweltschutz ist sehr wichtig. Denn dadurch leisten wir einen Beitrag, Gottes Schöpfung zu erhalten. Schon kleine Dinge bringen uns weiter. Und gemeinsam können wir sehr viel bewegen und erreichen. Zudem möchte ich an die denken, die es nicht so guthaben wie wir. Von daher ist die Aktion „Brot für die Welt“ so segensreich. Mit unseren Spenden können wir dabei wichtige Projekte unterstützen. Möge Gott uns bei all diesen Bemühungen immer wieder neu segnen.

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1. Oktober

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten.

Jesaja 53, 5

Christus hat unsre Sünden selbst hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben.

1. Petrus 2, 24

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen:Strafe - von einem ehrverletzten Gott? Nicht meins. Nein, mit Strafe übersetzt Luther, was eher Züchtigung, Zurechtweisung meint. Und Frieden meint Unversehrtheit, Bewahrung. Also: Die Züchtigung nimmt er auf sich, damit wir unversehrt bleiben. Wie im Märchen vom Prinzen und dem Prügelknaben. Der schützt den Prinzen vor Schlägen. Fast eine Art Bodyguard. So verstanden ermutigend: Wir haben eine Bodyguard für die Schläge des Lebens, die wir oft selbst verursachen.
Ja, das will ich glauben! Schon erlebt: Menschen springen für mich ein, stehen mir zur Seite, weil ich allein nicht fertig werde mit den Folgen meines unbedachten Tuns. Das zu erleben - wünschenswert. Das zu brauchen - nicht.

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


30. September

Tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.

Psalm 90, 4

Seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten.

Lukas 1, 50

Erzieherin Angelika Krämer, Niederlaasphe: Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen unsicher sind, sich und anderen nicht mehr vertrauen und nach Sicherheit streben. Viele von uns wünschen sich, dass Dinge nicht so schnelllebig sind und sie sich nicht immer wieder auf Veränderungen einstellen müssen. Vieles ist ungewiss und grundlegende Lebensfragen bleiben unbeantwortet. Aber auf den EINEN können wir bauen. Gottes Erbarmen währt ewiglich und kennt keine Grenzen. Gott ist immer da und behütet uns bei Tag und Nacht. Darauf können wir vertrauen.

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29. September

Josua fiel auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete an und sprach: Was sagt mein Herr seinem Knecht?

Josua 5, 14

Jesus kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.

Lukas 22, 41 und 43

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: Lieber Vater im Himmel, zu dir kann ich so kommen wie ich bin. Zu allen Zeiten bist du da. Das durften auch schon Josua und Jesus erleben. In den dunkelsten Stunden hast du sie nicht allein gelassen. Sie haben dir vertraut und sich ganz in deine Hände begeben. Danke, dass auch ich diese wunderbare Erfahrung machen konnte. Als ich verzweifelte hast du mir Ruhe und Zuversicht geschenkt. Deine Kraft hat mich durch getragen. Herr, sei du bei allen Menschen, die dich brauchen. Schicke ihnen Engel, die sie stärken. Amen

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28. September

Der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.

Jesaja 52, 9

Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon.

1. Johannes 2, 8

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: Am Wochenende habe ich bei einem Erste-Hilfe-Outdoor-Kurs im Abenteuerdorf mitgemacht.  Dabei haben wir ganz praktisch durchgespielt, was gut ist und gut tut, wenn man jemanden verletzt auf einem Weg oder in einem Waldstück findet. Ganz oft ging es dabei auch ums Trösten und nicht nur ums Verbände-Anlegen. Dem Menschen zeigen, dass er nicht allein ist und sich jemand um ihn sorgt.
Wie großartig muss es denn sein, wenn Gott uns Menschen tröstet und damit zeigt, dass er uns nah ist und wir nicht allein sind.

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27. September

Die vom Volk, die ihren Gott kennen, werden stark sein und danach handeln.

Daniel 11, 32

Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr Sohn der Tochter Pharaos heißen.

Hebräer 11, 24

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: Mose hätte das punkvolle Leben in vollen Zügen ausleben können; er hätte großen Reichtum ansammeln können, aber er entschied sich für ein herausforderndes, einfaches Leben an Gottes Seite. Wie sehr prägen das Streben nach Macht und Besitz oder andere Götzen meinen Alltag? Je besser ich Gott kenne und je enger ich mit ihm in Verbindung bin, desto unwichtiger werden derartige Dinge. Gott möchte uns davon freimachen. Probieren wir es aus.

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26. September

Bekehre du mich, so will ich mich bekehren; denn du, HERR, bist mein Gott!

Jeremia 31, 18

Jesus spricht zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

Johannes 20, 27

Presbyterin Anke Althaus-Aderhold, Alertshausen: Ich finde es schön zu sehen, dass Jesus nicht locker lässt. Dieser zweifelnde Thomas, wie jedes Erdenkind, ist ihm wichtig. Aus Liebe handelt Jesus. Dieses Geschenk der Liebe befähigt auch uns, nicht locker zu lassen.

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25. September Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Claudia Latzel-Binder, Bad Berleburg: Weite, bewegend, etwas Besonderes, wunderschön, Offenheit, Expertise, Zukunft, Heimat, Berührt-Sein, Kraft, Freude, Fülle, Ganz-Sein… Mit diesen Begriffen fassten Teilnehmer*innen eines kreiskirchlichen Ausschusses ihre besondere ökumenische Erfahrung zusammen. Ich hatte sie gebeten, sich an ein ökumenisches Erleben zu erinnern, das für ihren Glauben wichtig geworden ist, und dann dafür ein Wort zu finden. Viele der Geschichten beschrieben Gottesdienste, die man mit kirchlichen Partnerschaftsgruppen bei gegenseitigen Besuchen oder als Gast in einem anderen Land gefeiert hat.

Die Begriffe sind treffende Beschreibungen für mein aktuelles Gottesdienst-Erleben Anfang September auf der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe mit Delegierten aus rund 350 Mitgliedskirchen der ganzen Welt. Im Messegelände war ein großes Zeltdach aufgespannt, unter dem vor und nach allem Diskutieren und Arbeiten Gottesdienste gefeiert wurden. Es war für mich nicht nur eine örtliche, sondern auch die inhaltliche Mitte dieses Treffens. Vieles war ungewohnt: maronitisch-liturgische Gesänge, das polynesische Lied, fremde Sprachen, fremde Klänge, fremde Liturgien. Aber im Gottesdienst miteinander verbunden zu sein als die eine Kirche Jesu Christi weltweit und durch alle Zeiten hindurch entsprach für mich im Erleben genau den Begriffen von oben: Weite, bewegend, etwas Besonderes, wunderschön…

Jede und jeder kennt und schätzt die eigene kirchliche und gottesdienstliche Tradition, ist in ihr beheimatet und kann genau deswegen in der anderen zuhause sein und mitfeiern. Solche ökumenischen Erfahrungen sind für mich nicht einfach nette Erlebnisse einzelner, ein Sahnehäubchen für das kirchliche Grundprogramm. Sondern sie bilden Kirche in ihrem eigentlichen Wesen ab, nämlich in aller Verschiedenheit im Glauben verbunden zu sein.

Und sie sind für mich ein Schlüssel für Kirche-Sein im 21. Jahrhundert, gerade hier im ländlichen Raum: Es sind doch so viele Christ*innen aus unterschiedlichsten Ländern und Traditionen bei uns in den Ortschaften angekommen und leben hier. Wie können wir mit ihnen zusammen Gottesdienst feiern? Mit der Baptistin aus Nigeria, dem Kopten aus Ägypten, und aktuell den Geflüchteten aus der Ukraine mit orthodoxem Glauben. Zu den großen kirchlichen Festen oder bei Hochzeiten und Taufen werden sie sicher in ihre Kirche fahren in eine größere Stadt, wo es eine entsprechende Gemeinde gibt. Aber für den Gottesdienst am normalen Sonntag ist doch die Kirche vor Ort das in jeder Weise naheliegende.

Es sind dazu wohl zwei Dinge nötig: Erstens müssen wir selbst in unserer Tradition und in unseren Gottesdiensten beheimatet sein und sie lieben. Und zweitens müssen wir anderen Ausdrucksformen des Glaubens auch Raum geben, vorzukommen. Also nicht nur einladen, mitzufeiern, sondern gemeinsam feiern! Und dann werden wir hoffentlich von dem Gottesdienst am Sonntag erzählen, was wir in ihm erfahren haben: Weite, bewegend, etwas Besonderes, wunderschön…

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Claudia Latzel-Binder arbeitet seit diesem Jahr im Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen


24. September

Ich will heimsuchen die Leute, die träge auf ihren Hefen liegen und sprechen in ihrem Herzen: Der HERR wird weder Gutes noch Böses tun.

Zefanja 1, 12

Du sprichst: Ich bin reich und habe mehr als genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest.

Offenbarung 3, 17 und 18

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Ich fühle mich ertappt. Meint diese Losung etwa mich? Mit geht es gut, ich habe ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, lebe sorglos im Wohlstand. Habe ich mir nicht alles, was ich habe, selbst erarbeitet? Hat Gott da eine Rolle gespielt, rechne ich eigentlich noch damit, dass Gott in meinem Leben eingreift und wirkt?
Ich glaube, ohne Gottes Zutun und ohne seine Führung sähe mein Leben ganz anders aus. Aber das sollte sich dann auch in meinem Leben zeigen. Wir sollten dankbarer sein. In dem Wissen leben, alles ist uns von Gott geschenkt. Ich kann meins dazu tun, aber die Grundlage ist uns von Gott gegeben.

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23. September

Es hat dem HERRN gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.

1. Samuel 12, 22

Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.

Epheser 2, 8

Jugendmitarbeiter Jürgen Schneider, Feudingen: Jeder kennt das Lied „Amazing Grace“. Obwohl das Lied aus dem 18. Jahrhundert stammt, wird es heute noch von Sängerinnen und Sängern, Chören wie auch Dudelsackspielern gerne als Stück ausgewählt. Geht es Ihnen da schon mal wie mir? Bekommen Sie auch oft eine Gänsehaut, wenn diese Melodie erklingt. Erstaunlich, dass wir so auf Musik, ohne bewusstes Zutun, reagieren.
Das ist es, was Gottes „the Amazing Grace“ - zu Deutsch „die erstaunliche Gnade“ aus dem heutigen Lehrtext ausmacht. Ein Geschenk Gottes an uns, für das wir nichts bewusst tun können. Denn Gott liebt uns so sehr, dass er uns aus seiner Gnade heraus retten will.

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22. September

HERR, wer ist wie du? Mächtig bist du, HERR, und deine Treue ist um dich her.

Psalm 89, 9

Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen.

Epheser 1, 17

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Wie können wir diesen allmächtigen, treuen, herrlichen Gott je erkennen? Der Psalm-Beter gibt uns einen ersten Hinweis: Indem wir uns mit unseren Fragen direkt an Gott wenden. Denn obwohl er so ein mächtiger Herrscher ist, brauchen wir bei ihm keine Audienz und keinen Fürsprecher. Wir dürfen über alle Fragen und Zweifel mit ihm ins Gespräch kommen. Einen zweiten Hinweis gibt uns der Epheser-Brief. Hier wird uns Gott als der Gott unseres Herrn Jesus Christus vorgestellt. In Jesus Christus ist Gott Mensch geworden, hat mit uns gelebt, zu uns gesprochen und für uns gelitten. In ihm hat er sich uns zu erkennen gegeben.

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21. September

Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen. Solches sei kund in allen Landen!

Jesaja 12, 5

Als Paulus und Barnabas in Antiochia angekommen waren und die Gemeinde versammelt hatten, berichteten sie, was Gott alles durch sie getan und dass er allen Völkern die Tür zum Glauben aufgetan habe.

Apostelgeschichte 14, 27

Jugendmitarbeiterin Linda Laubisch, Feudingen: Wenn es das Leben gut mit uns meint, fühlen wir uns unbesiegbar, sind glücklich. Warum das Glück hinterfragen? Im schlimmsten Fall jagt bald wieder ein Problem das nächste, müssen wir all unsere Reserven zum Kämpfen nutzen. Sind diese aufgebraucht, bricht alles zusammen.
Das Volk Israel hat so etwas kurz vor dem Loblied aus Jesaja erfahren. Sie verstanden ihr Leid als Strafe Gottes für ihren Hochmut. Trotzdem bekamen sie eine Zusage Gottes: Ich bin bei euch, vertraut mir. Sie begriffen: Das ist nicht selbstverständlich, sondern ein großes Glück. Diese Erkenntnis wird uns hier zuteil. Durch Jesus will Gott uns vergeben und uns eine neue Gemeinschaft mit sich geben.

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20. September

Ich habe meinen Geist auf meinen Diener gelegt, das Recht trägt er hinaus zu den Nationen.

Jesaja 42, 1

Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.

Markus 10, 42 und 43

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Das Wort „dienen“ ist aus der Mode gekommen. Denn wenn man es verwendet, versteht man darunter meistens, dass man sich dabei dann unterordnet und abhängig macht. So richtig das auf der einen Seite ist, so sehr ist dies auf der anderen Seite nur ein Teil der Bedeutung dieses Wortes. Das sieht man beispielsweise bei dem Begriff „Gottesdienst“. Es gibt durchaus Situationen, bei denen es sinnvoll ist, zu dienen, wie eben bei einem Gottesdienst, wo man von Gott mit seinem Segen beschenkt wird. Das motiviert einen auch dazu, anderen in einer guten Weise zu helfen, besonders auch denjenigen, denen es nicht so gut geht.

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19. September

Der HERR schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden.

Psalm 103, 6

Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.

Johannes 12, 46

Küster Philipp Dreisbach, Feudingen: Die heutige Tageslosung ist eine sehr gute Zusammenfassung von einer der Kernaussagen in der Bibel schlechthin: Gott liebt uns. Bedingungslos und mit einem ausgezeichneten Sinn für Fairness. Dieser Vers ist zwar kein sofortiges Allheilmittel in ungerechten Lebenslagen, aber er macht uns Mut für die Zukunft und lenkt den Blick dabei auf denjenigen, welcher uns bedingungslos und immer zur Seite steht: Jesus. In ihm können wir selbst in den dunkelsten Zeiten des Lebens Zuversicht haben, insbesondere dann, wenn mal gar nichts läuft, wie eigentlich geplant. Zu ihm können wir in allen Lebenslagen kommen: So wie wir sind, mit dem, was uns bedrückt - ungeschönt und ehrlich.

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18. September Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Das war schon eine besondere Nachricht, die die Welt vergangene Woche erreicht hat. Die Queen ist tot, London Bridge is down. Man mag zur Monarchie stehen, wie man will, aber Elizabeth II. war einfach eine besondere Frau. Und gerade das Thron-Jubiläum hat sie noch einmal in den Fokus gerückt. Jedenfalls für mich. Diese weise Großmutter, die für einigen Spaß zu haben ist: Die Szene mit Paddington Bär ist nur das letzte Beispiel für ihren feinen Humor.

Und übermorgen wird sie beerdigt. Seltsam waren die Prozessionen anzusehen, als tausende Menschen den Weg für den Sarg von Queen Elizabeth säumten. Das kann man sich hier kaum vorstellen. So viel Tamtam. Es zeigt aber auch, wie wichtig eine Abschiedskultur ist, für die, die übrig bleiben. Für Familie und Angehörige, für die Hinterbliebenen. Wir brauchen einfach eine Form, um uns von den Menschen zu verabschieden, die wir aus diesem Leben abgeben müssen. Da ist die Bandbreite groß, zwischen anonymer Beisetzung und Staatsbegräbnis. So unterschiedlich diese Formen auch sein mögen, sie haben - Gott sei Dank - keinen Einfluss darauf, wie es nach dem Tod aussieht. Wo man da hinkommt. An welche Stelle im Himmel, nah oder weiter weg von Gott. Ich glaube ja, dass wir alle gleich nah an Gott sein werden und sind, ob Königin oder Bettelmann, ob Hüterin des Glaubens oder unsicherer Zweifler.

Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen“, so sagt Jesus zu seinen Jüngern. Die Worte sind im Johannes-Evangelium überliefert und immer, wenn ich sie höre oder selbst vorlese, dann stelle ich mir das wie eine Hochhaussiedlung vor. Oder wie so kleine Ferienhäuser, alle mit gleicher Ausstattung. Keine unterschiedlichen Preisklassen, wie wir es aus dem Urlaub kennen. Und während ich diese Zeilen schreibe, merke ich schon wieder, wie gern ich es ganz genau wissen würde, wie das mit dem Himmel ist, wie es da aussieht. Wahrscheinlich wird es überhaupt nichts mit dem zu tun haben, was wir uns als Menschen räumlich und zeitlich vorstellen können. Der Himmel ist eine ganz eigene Dimension. Da ist es nur nachvollziehbar, dass jeder und jede eine eigene Vorstellung davon hat. So wie der Glaube eine persönliche Angelegenheit zwischen Mensch und Gott ist. Was dem einen der Himmel ist, muss für die andere noch längst nicht reichen. Wenn wir es doch nur ganz genau wüssten. Gott sei Dank wissen wir es nicht. Denn der Glaube hat so viel mehr Möglichkeiten. Im Glauben kann ich einen viel weiteren Raum erfassen. Im Glauben lasse ich zu, dass es allein in Gottes Hand liegt, wie er den Platz im Himmel sortiert, so dass genug für alle da ist.

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17. September

Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue treten vor dein Angesicht.

Psalm 89, 15

So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.

Kolosser 3, 12

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: „Kleider machen Leute“ - mit unserer Kleidung und dem, was wir tragen, hinterlassen wir einen ersten Eindruck. Darum überlegen wir manchmal sehr genau, was wir zu welchem Anlass anziehen. Keiner kommt auf die Idee, zu einem Bewerbungsgespräch in Badeshorts zu erscheinen. Bei unserer Losung geht auch es darum, welchen Eindruck wir als Christen hinterlassen. Als Auserwählte Gottes - sozusagen als seine Botschafter - werden wir aufgefordert, Spuren von Gottes Liebe zu hinterlassen. Welche Haltung legen wir an den Tag, um Gott alle Ehre zu machen?

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16. September

Mein Volk wird in friedlichen Auen wohnen, in sicheren Wohnungen.

Jesaja 32, 18

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.

Epheser 2, 19 und 20

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: Es ist ein komisches Gefühl, in der Fremde zu sein. Zu Hause kennen wir alles ganz genau. Man würde manche Dinge sogar im Schlaf finden. Anders in der Fremde. Dort muss man sich an alles neu gewöhnen.
Ich möchte nicht fremd bleiben. Ich möchte dazugehören. Und darum sagt Gott zu uns: In meiner Gemeinde gibt es keine Fremden, nur Hausgenossen. In meiner Gemeinde sollen sich alle zuhause fühlen und sollen spüren: Ich bin angenommen und in meiner Art akzeptiert und respektiert. Und Angenommensein führt zum Annehmen, bejaht zu werden führt zur Bejahung anderer. Respektiert zu werden bringt mich dazu, auch meinen Nächsten zu respektieren.

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15. September

Wer unvorsichtig herausfährt mit Worten, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen bringt Heilung.

Sprüche 12, 18

Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.

Römer 14, 19

Jugendmitarbeiterin Birthe Becker-Betz, Fischelbach: Ruckzuck ist es passiert. Verletzende Worte sind schnell gesagt. Oft reden wir, bevor wir denken, und manchmal haben wir keine Ahnung, was diese Worte in unserem Gegenüber bewirken. Ich selbst habe auch diese Erfahrung gemacht und obwohl ich eigentlich nicht auf den Mund gefallen bin, fehlten mir die Worte, weil ich geschockt war von dem, was der Andere mir an den Kopf geworfen hatte. Damals fiel mir sofort die Goldene Regel aus der Bergpredigt Jesu ein: ,,Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!“
Wie schön könnte es doch sein, wenn alle Menschen danach leben würden.

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14. September

Gott spricht: Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus.

Psalm 81, 8

Paulus schreibt: Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.

2. Timotheus 4, 17

Pfarrer Dr. Andreas Kroh, Wolzhausen: Die Not vieler Menschen scheint immer größer zu werden. Da sind die Ängste um den eigenen Arbeitsplatz und vor allem die Sorgen vor der Zukunft im Blick auf die Bezahlbarkeit von Rechnungen. An dieser Stelle scheint es wichtig, daran zu erinnern, dass Solidarität und Gemeinwohl zentrale Säulen unseres sozialen und friedlichen Zusammenlebens sind. Das sind wichtige Werte. In der Sprache des christlichen Glaubens werden diese Werte auch mit dem Wort „Nächstenliebe“ zusammengefasst.
Gnädiger Gott, wir bitten um deine Hilfe aus den Nöten in dieser Zeit. Und wir bitten um die gute Botschaft des Evangelium von der Nächstenliebe. Amen.

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13. September

Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.

Psalm 118, 14

Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Römer 15, 13

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: Im Moment passieren so viele Dinge in der Welt, die uns ängstlich werden lassen. Ein schrecklicher Krieg in der Ukraine, ein sehr trockener Sommer, steigende Energiekosten und eine heftige Inflation. All das schafft Ängste, die uns bewegen. Doch die Tageslosung lässt Hoffnung zu. Im Lehrtext wird uns zugesprochen, dass wir hoffen dürfen, weil wir einen hoffnungs-gebenden Gott haben, der durch die Kraft des Heiligen Geistes unsere Hoffnung immer größer werden lässt. Also: Lasst uns den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern auf unseren hoffungsvollen Gott vertrauen. All das soll aber unser eigenes Wollen, unsere eigene Tatkraft nicht schwinden lassen!

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12. September

Was wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben, das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern.

Psalm 78, 3 und 4

Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch.

Matthäus 10, 8

Presbyterin Katrin Spies-Gußmann, Bad Berleburg: In den Nachrichten hören wir: schlecht, teuer, beklaut. Blicke ich auf mich, habe ich alles was ich zum Leben brauche - und das nicht alles aus eigener Kraft. Ich bin beschenkt in diesem Staat und von Gott und anderen Menschen. Das bedeutet nicht, ich kann alles haben, was ich will und nur für mich.
Was ist für Sie ein Lebensgeschenk? Wann wurden Sie beschenkt oder haben etwas verschenkt, was ein Leben lebenswert macht und nicht luxeriöser?  In Matthäus 10 können wir lesen, was Gott uns Gutes tut und was unser Leben wertvoll macht. Nehmen und geben Sie von diesem Geschenk und freuen sich.

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11. September Sonntags-Angedacht

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Gott sei Dank regnet es mal wieder. Es ist schön, das kühle Nass auf die Erde fallen zu sehen. Ganz unterschiedlich verhalten sich die Menschen bei diesem Wetter. Die Kinder springen und spielen in den Pfützen, während die meisten Erwachsenen eher versuchen einen Bogen darum zu machen. Auf den Straßen sind die Leute unter bunten Regenponchos oder Schirmen zu sehen. So ein Schirm ist echt praktisch. Klein und handlich passt er zusammengefaltet in die Tasche oder den Rucksack und wenn er gebraucht wird, hat er auseinandergeklappt eine große Fläche, die vor Regen schützt. Schirme können mittlerweile auch sehr kreativ und lustig gestaltet sein. Aber nicht nur vor Regen bieten die Schirme Schutz, sondern auch im Sommer sind sie gern gesehen. Gerade wenn es heiß ist, kommen die Menschen oft unter den großen schattenspendenden Flächen eines Schirmes zusammen. Hin und wieder werden Schirme auch zweckentfremdet, etwa als Stock zum Aufstützen oder um daraus eine Bude zu bauen.

Auch die Bibel nimmt das Bild dieses nützlichen Utensils auf, indem der Beter des 91. Psalms in Vers 1 schreibt: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“ Was für ein schönes Bild, das uns hier vor Augen gestellt wird. Unter Gottes Schirm ist doch ein wunderbarer Platz. Aktuell gibt es vieles, was uns Angst und Sorgen bereitet. Wie tröstlich ist es da zu wissen, dass wir einen Ort haben, an dem wir geborgen sind. Hier können wir erleben, wie Gott uns schützt vor den äußeren Einflüssen, die auf uns einströmen. Unter dem Schirm Gottes können wir zur Ruhe kommen und Gott in den Blick nehmen. Dabei werden wir hoffentlich erkennen, dass er alles in seiner Hand hat. So werden wir auch erleben, wie er uns stärkt und neuen Mut schenkt. Zugleich ist der Platz unter dem Schirm Gottes ein Ort der Gemeinschaft. Hier sitzen wir nicht alleine, sondern mit vielen anderen Menschen. Auch das ist tröstlich, dass Gott uns andere Menschen an die Seite stellt.

Vielleicht denken Sie das nächste Mal, wenn Sie einen Schirm benutzen, an das Bild von Gottes großem Schirm und erinnern sich an seine Nähe und seinen Schutz.

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10. September

Daniel hatte an seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem, und er fiel dreimal am Tag auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott.

Daniel 6, 11

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.

Römer 12, 12

Vikarin Carmen Jäger, Bad Berleburg: Verschleppt ins Ausland, seines Namens beraubt, eingegliedert ins fremde Herrschaftssystem wird Daniel gezwungen alles hinter sich zu lassen: seinen Besitz, seine Traditionen, seinen Glauben. Und was macht Daniel? Er kniet sich hin und spricht mit Gott. Alles, was ihn bewegt, lädt er bei Gott ab. Sein Leid, seine Sorgen und seine unerfüllte Sehnsucht. Im Gebet ist Gott sein Gegenüber. Dort darf er alles sagen - so oft wie nötig. Dort wird ohne sein Zutun und unerwartet aus Klage und Wut, Lob und Dank.
Ach, wenn ich doch angesichts des Leids in der Welt auch so beten könnte wie Daniel!

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9. September

Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.

Jeremia 17, 14

Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.

Markus 2, 17

Prädikantin Sabine Lang, Hesselbach: Er geht zu denen, die Anlass zu Ärger, Verdruss und Kritik geben. Warum muss Jesus das so betonen? Weil er auf Unverständnis bei denen, die ein anständiges Leben führen, trifft. Für mich ist Heil-Werden nicht zwangsläufig die Abwesenheit von Krankheit. Gottes Heil ist mehr als das. Er verändert die Prioritäten. Gott verändert unter Umständen nicht die Situation; er verändert meinen Blick darauf. Und dann kann ich anders umgehen mit den Krankheiten dieser Welt und meiner eigenen Unvollkommenheit. So wie es Jeremia auch sagt: „Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.

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8. September

Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll.

Maleachi 3,1

Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.

Markus 1, 12 und 13

Erzieherin Angelika Krämer, Niederlaasphe: Wer wünscht sich nicht einen oder sogar hundert Schutzengel, die ihn bewachen und beschützen? Gott schenkt uns jeden Tag diesen Schutz und sendet seine Engel aus, die uns den Weg bereiten besonders wenn sich große Steine auftürmen und wir uns verloren fühlen. Manchmal bemerken wir es nicht sofort aber wir können auf Gottes Hilfe zählen. Sie gibt uns Kraft und Stärke und lässt uns mutig vorangehen. Dadurch fühlen wir uns geborgen, egal wohin der Weg uns lenkt. Wir können auf diesen Schutz vertrauen.

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7. September

Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth!

Psalm 84, 2

Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Matthäus 18, 20

Jung-Erwachsenen-Mitarbeiterin Bianca Brieseck, Erndtebrück: Der Sommer ist fast vorbei, die Ferien zu Ende und trotzdem hat mich der heutige Lehrtext direkt an meine früheren Sommer-Freizeiten erinnert. Unterwegs mit Jugendlichen in einem Haus oder Camp, im Kreis sitzend und den Kanon singend. Diese Freizeiten sind einige der schönsten Erinnerungen in meinem Leben, dort hatte ich viel Spaß und richtig gute Gespräche. Und es sind Zeiten, in denen ich mich besonders viel mit der Bibel und Gott auseinandergesetzt habe, aus denen ich gestärkt und motiviert nach Hause gekommen bin. Das mach ich im Alltag viel zu selten. Wie lieblich war diese Wohnung auf Zeit für mich damals.

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6. September

Bei dir, Herr, unser Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung.

Daniel 9, 9

Alle Zöllner und Sünder suchten Jesu Nähe, um ihm zuzuhören.

Lukas 15, 1

Küster Philipp Dreisbach, Feudingen: Die heutige Tageslosung vermittelt eine klare und eindeutige Botschaft: Bei Gott findet man Barmherzigkeit und Vergebung. Dies sind aber bei weitem keine Eigenschaften, welche ausschließlich Gott vorbehalten sind: Auch wir dürfen, nein, sollten uns diese unbedingt aneignen. Gerade in der aktuellen Zeit sind diese Eigenschaften aktueller denn je: Vergeben mögen sich die Kriegsparteien auf der Welt und einen gemeinsamen Weg des Friedens finden. Barmherzig sollen wir insbesondere unseren Mitmenschen mit geringeren Einkünften gegenüber sein, um diese in einer Zeit von explodierenden Preisen, gerade auch für Energie, nicht in eine Schuldenfalle zu treiben.

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5. September

Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie in ihrem Leib getragen hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse euch nicht!

Jesaja 49, 15

So können wir getrost sagen: Der Herr ist mein Helfer, ich werde mich nicht fürchten.

Hebräer 13, 6

Prädikantin Traudel Stremmel, Berghausen: Menschen sind vergesslich. Eltern sollen sogar schon mal ihr Kind auf einer Autobahnraststätte vergessen haben! Gedankenlos oder mit zu vielen Gedanken leben wir zuweilen in den Tag hinein. Da wird schon mal das Eine oder der Andere vergessen. Doch Gott ist einmalig: Er vergisst uns nicht. Weil wir seine geliebten Geschöpfe sind, die er stets gütig im Auge behält, denkt er an jede und jeden von uns. Und er möchte, dass es uns gut geht. Deshalb setzt er alles daran, uns in schwierigen oder misslichen Situationen zu helfen. Wir müssen nur daran denken, dass wir einen starken Helfer haben. Aber leider vergessen wir das auch zu häufig.

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4. September Sonntags-Angedacht

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Stellen Sie sich bitte einmal vor, dass jemand zu Ihnen sagt: „Du bist meine Stärke - bitte hilf mir doch!“ Wenn das ein Familienmitglied, eine Freundin oder ein Freund als Bitte vorbringt, bedeutet das für mich: Die oder der andere fühlt sich so, als ob das Fundament unter den Füßen zusammengebrochen, als ob ihre oder seine innere und äußere Kraft aufgebraucht wäre. „Du bist meine Stärke!“ Das ist für mich ein Hilfeschrei, wie er dringender kaum sein kann…
Und den meisten fällt das unendlich schwer, weil ich damit erstens meine Selbstständigkeit, auf die ich ja eigentlich stolz bin, ein großes Stück weit aufgebe, und zweitens dem oder der anderen eine große Verantwortung aufbürde - ihn oder sie bitte, nun für mich und an meiner Stelle Dinge anzupacken und Probleme zu lösen, an denen ich scheitere…
Aber was bedeutet dann unsere Losung für den heutigen Tag: „Du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen“? Da betet jemand zu Gott, der fest davon überzeugt ist, dass er oder sie allein auf verlorenem Posten steht. Hier geht es nicht um das letzte Quäntchen zusätzlicher Kraft, um eine Situation durchzustehen, sondern um die Art von Hilfe, ohne die es einfach nicht mehr weitergeht. Darum ist der Ruf auch so dringend: Eile, mach schnell, Gott, sonst bin ich verloren!
Den Menschen der Bibel ist dieses Gefühl nicht fremd, sondern sie leben aus dem Bewusstsein, ganz und gar angewiesen zu sein auf Gott, das Wasser des Lebens nur aus dieser Quelle trinken zu können, neue Stärke nur dort finden zu können, wo sie ihren Ursprung hat…
Und sie empfinden deshalb solche Zeiten der Ängste, des Zweifels, ja der eigenen Ohnmacht, in denen man nach Gottes Kraft und Hilfe ruft, auch als Zeiten, in denen Gott uns näherkommen kann, als wir es uns vielleicht bisher vorstellen konnten.
Viele Menschen sind gerade in den letzten Monaten hin- und hergerissen zwischen dem Willen, ihr Möglichstes zu geben, um sich und andere durch das Meer der vielen existentiellen Probleme hindurch zu navigieren, und dem immer wieder neuen Gefühl, vielem auch einfach ohnmächtig gegenüber zu stehen, vor Ängsten und Sorgen nicht mehr weiterzuwissen…
Auch Gott verspricht uns nicht: Alle Eure Probleme verschwinden mit einem Schlag, wenn Ihr Euch damit an mich wendet. Aber er sagt uns zu, dass wir mit seiner Hilfe rechnen können, dass seine Stärke uns neu aufrichtet, er unser Fundament ist, auf dem wir immer feststehen können. Das ist mehr, als alle anderen uns versprechen können - davon bin ich überzeugt, und damit kann ich meinen Weg getrost weiter gehen.
In dieser Hoffnung wünsche ich uns allen ein gesegnetes Wochenende!

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3. September

Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich.

5. Mose 29, 28

Jesus betet: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Johannes 17, 26

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: „Ich bin für dich da, egal, wie's dir geht. Ich bin für dich da, auch wenn die Welt durchdreht. Ich bin für dich da, wann immer du willst. Ich bin für dich da. Ich lieb' dich, was kann ich noch für dich tun?“ (Herbert Grönemeyer)
So haben sich die Jünger gewiss auch gefühlt nach Jesu Tod - mitten in einer Welt, die durchdreht. Eben war er noch da und hat ihnen und anderen von Gott erzählt. Und was jetzt? Jesus sagt: „Dann bleibt die Liebe, mit der du mich geliebt hast, auch bei ihnen. Und so bleibe ich mit ihnen verbunden.“ (Der Lehrtext in der Basisbibel-Übersetzung)

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2. September

Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!

Psalm 67, 8

Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.

Offenbarung 4, 11

Pfarrer Dr. Andreas Kroh, Wolzhausen: In der letzten Zeit ertappe ich mich öfter bei dem Gedanken, dass sich die Krisen dieser Welt, allen voran der Ukraine-Krieg, schon irgendwie lösen werden. Und gleichzeitig wird mir bewusst, dass ein Angriff eines größeren und stärkeren Landes auf ein kleineres und schwächeres Land nicht gelingen darf. Segen gilt nicht den Starken und Großen und Mächtigen, damit sie noch stärker, größer und mächtiger werden. Mit seinem Segen richtet Gott die Schwachen auf und tröstet sie.
Gnädiger Gott, wir bitten um deinen Segen in dieser friedlosen Zeit. Und wir bitten um deine Barmherzigkeit in dieser unbarmherzigen Welt. Amen.

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1. September

Du nahtest dich zu mir, als ich dich anrief, und sprachst: Fürchte dich nicht!

Klagelieder 3, 57

Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei.

Johannes 16, 24

Presbyterin Anke Althaus-Aderhold, Alertshausen: Betrachtet man die globale Gesamtsituation, kann man sich fürchten. Der Text der Losung ist in der Vergangenheit geschrieben und so ist es auch oft, dass wir uns ängstigen, ob der Dinge, die schon geschehen sind oder wir ängstigen uns vor den Folgen, einer zu erwartenden Diagnose, vor der nächsten Woche, den nächsten Jahren, der Zukunft.
Da ist der Lehrtext so wohltuend in der Gegenwart geschrieben, jetzt, heute. Für diesen Tag habe ich Sorge zu tragen. Das ist zu schaffen. Und wenn ich es nur schaffe, meinen Dank, meine Bitte in Worte zu fassen. Jeden geschenkten Tag aufs Neue und ruhig auch beharrlich.

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31. August

Israel hoffe auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.

Psalm 130, 7

Gott kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk.

2. Korinther 9, 8

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück:Was ist eigentlich „reich“? Mehr als genug, mehr als reichlich? Satt oder dickesatt? Vielleicht so wie in der Geschichte von Himmel und Hölle: Eine fromme Frau bittet Gott, den Himmel und die Hölle sehen zu dürfen. In einem Raum sitzen Menschen im Kreis um einen großen Topf voll köstlichstem Essen und sind aber halbverhungert. Jeder hat einen Löffel in der Hand, der zu lang ist, dass sie das Essen in den Mund bringen könnten. Das ist die Hölle. In einem anderen Raum sitzen Menschen genauso im Kreis um einen Topf mit köstlichem Essen. Sie haben genauso lange Löffel. Aber sie sind wohl genährt, munter und fröhlich miteinander. Einer gibt dem anderen mit seinem langen Löffel zu essen. Das ist der Himmel.

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30. August

Als Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind.

2. Mose 14, 21

Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land.

Hebräer 11, 29

Kirchenkreis-Jugendmitarbeiter René Kranefeld, Wuppertal: Die Israeliten haben Ägypten verlassen und werden vom Pharao verfolgt. Am Roten Meer gibt es keinen Ausweg. Die Ägypter kommen näher, das israelitische Volk bekommt Angst und beschwert sich bei Mose. Er teilt das Meer, damit sein Volk hindurch ziehen kann. Aber stimmt das? Teilt Mose das Meer? Nein, es ist nicht Mose, der das Meer teilt, es ist Gott selbst. Mose vertraut, dass Gott etwas tun wird, aber Gott tut das Wunder. Man kann sagen, Mose bewirkt es durch seinen Glauben und Vertrauen. Er ist ein Mensch wie jeder andere. Vielleicht tun wir die Wunder nicht, aber wir können sie bewirken.

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29. August

Mach dich auf, Gott, und führe deine Sache.

Psalm 74, 22

Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um die Fülle der Zeiten heraufzuführen, auf dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist, durch ihn.

Epheser 1, 9 und 10

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Lässt Gott uns wirklich teilhaben an dem „Geheimnis seines Willens“? Wenn meine Tochter mich beim Gute-Nacht-Gebet fragt, warum Gott den Krieg nicht beendet, obwohl wir so oft dafür gebetet haben, zweifele ich manchmal daran. Doch eins weiß ich sicher und das kann ich meinen Kindern zur Antwort geben: Gott liebt diese Welt und jeden einzelnen Menschen mehr als alles andere, egal wie oft wir Fehler machen und Schuld auf uns häufen. Dieses Geheimnis hat er für uns gelüftet. Und im Vertrauen darauf dürfen wir ihm weiter in den Ohren liegen wie der Psalmbeter: „Mach dich auf, Gott, und führe deine Sache!“

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28. August Sonntags-Angedacht

Vikarin Carmen Jäger, Bad Berleburg: Ein Lächeln, ein Blick, eine Geste - nur ein Wort und es war um die Menschen geschehen. Sie bewunderten und liebten sie. In ihr sahen sie Träume wahr werden. Aus einer Kindergärtnerin wurde eine Prinzessin. Aus einer Prinzessin eine Kämpferin für das Leben. Aus einer Kämpferin für das Leben eine Stil-Ikone.

Am Mittwoch jährt sich der Todestag von Diana, der Princess of Wales, zum 25. Mal. Viele Medien berichten anlässlich dieses Tages über ihren märchenhaften Aufstieg, dessen tragischen Verlauf und ihr von vielen Fragen überschattetes Ende.

Als ich über Dianas Leben nachdachte, kam mir ein Satz in den Sinn: Der Auszug aus der Sklaverei führt nicht sofort in das gelobte Land, sondern durch die Wüste. Er spielt auf die Geschichte des Volkes Israel an. Sie erzählt von einem unterdrückten Volk, das aus Enge und Zwang befreit wird, um sich auf den Weg in ein unbekanntes, wunderschönes Land zu machen.

Auch Diana floh aus dem Gefängnis der Ehe zu dritt, aus dem Kerker der Ansprüche ihrer angeheirateten Familie, auf der Suche nach Freiheit und nach sich selbst. Statt einen Ort, an dem Milch und Honig fließen, fand sie sich im Chaos wieder: Wem kann sie vertrauen, wer meint es ernst, wer will sie nur benutzen? Wohin soll sie gehen, beruflich, privat, in der Öffentlichkeit? Manchmal sehnte sie sich vielleicht zurück nach den geordneten Verhältnissen, den klaren Rollen und der Sicherheit des Königshauses. Stattdessen lebte sie sprunghaft, mit neuen Bekanntschaften, neuem Image und an neuen Orten. Mal selbstbestimmt, mal schutzlos ausgeliefert - immer unter Beobachtung. Verfolgt von Paparazzi, endete ihr Leben infolge eines Aufpralls auf einen Tunnelpfeiler. Und die Welt saß fassungslos am Fernseher. Die meistfotografierte Frau, die Königin der Herzen war tot: Ohne das gelobte Land erreicht zu haben, in der Wüste verloren. Dabei hätten wir es ihr so sehr gewünscht, dass sie nicht nur in unserer Erinnerung lebt, sondern wirklich ankommt in einem neuen Leben.

Auch die Spuren der Israelit:innen sind längst verweht, während ihre Träume in der biblischen Erzählung vom Ausbruch aus der Sklaverei lebendig bleiben. In dieser Geschichte lässt sich die Sehnsucht spüren nach einem Land, in dem jede:r ein Zuhause hat und von den Früchten isst, die aus eigener Arbeit erwachsen. In diesem Land wird gerettet und geteilt, sodass niemand Mangel leidet. Dort wird nicht mehr gekämpft, besiegt und gerichtet. Jede:r ist hier zufrieden.

Im Hoffen auf Gott, der uns in seinem Land wohnen lässt, im Vertrauen auf Gott, in der unsere Geschichten aufgehoben bleiben, und in der Liebe Gottes, die uns befreit, wünsche ich Ihnen Mut zu neuen Aufbrüchen, Stärkung für das Durchqueren der Wüste und unbändige Freude beim Erreichen Ihres Zieles. Amen - es werde wahr.

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27. August

Du, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten.

Psalm 40, 12

Treu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.

1. Thessalonicher 5, 24

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: Die Transferperiode im Fußball geht langsam zu Ende. In den nächsten Tagen wird sich die Vereinstreue des ein oder anderen Spielers zeigen. Der kürzlich verstorbene Uwe Seeler ist seinem Hamburger SV ein Leben lang treu geblieben. Ein Vereinswechsel kam für ihn nicht in Frage.
Treu ist er“, sagt Paulus mit Blick auf Gott. Durch die Taufe hat Gott uns Menschen unter Vertrag genommen und in seine Mannschaft gerufen. Mit seinem Sohn Jesus Christus stellt er uns einen kompetenten Trainer an die Seite und untermauert in ihm sein Treueversprechen: Ich halte zu dir, im Erfolg und auch in der Niederlage.  

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26. August

Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil!

Psalm 96, 2

Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.

Kolosser 3, 16

Jugendmitarbeiter Jonas Pfeiffer, Erndtebrück: Ich finde es einfach, dass jeder dem Herrn singen darf, um seinen Namen zu loben, denn es bestehen ja heutzutage viele Möglichkeiten dazu. Es gibt sehr unterschiedliche Lieder, so dass eigentlich für fast jeden Geschmack eins dabei ist. Da sind zum Beispiel Lieder in unterschiedlichen Sprachen und verschiedenen Musikrichtungen wie Pop, Rock, Rap, Country. In Amerika werden sogar jedes Jahr bei den Dove Awards der Gospel Music Association herausragende Leistungen von Künstlern aus dem Bereich der christlichen Musik ausgezeichnet.

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25. August

Ich will zu Gott rufen, und der HERR wird mir helfen.

Psalm 55, 17

Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten. Dazu helft auch ihr durch eure Fürbitte für uns.

2. Korinther 1, 10 und 11

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Hoffen oder Vertrauen? Paulus spricht von der Hoffnung. Zu hoffen ist ungefährlich. Wenn sie sich nicht erfüllt, fühlt man sich enttäuscht und traurig. Aber das Weltbild bricht nicht zusammen. Der Psalmbeter wagt mehr: Ich werde beten, und Gott wird mir helfen! Dabei spekuliert der Beter nicht darauf, dass er Gott mit dem Gebet zwingen kann, einzugreifen. Er ist nur erfüllt von einem tiefen Vertrauen. Nicht weil das Leben es so gut mit ihm gemeint hat. Sondern weil er sich dafür entschieden hat. Seine ganze Hoffnung wirft er auf Gott und lebt aus dieser Zuversicht.
Wie hätten wir es gerne? Wollen wir uns ein Hintertürchen offen halten und nur hoffen? Oder wagen wir den Schritt: zu glauben, als wahr anzunehmen, was gilt, was wir nicht beweisen können?

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24. August

Ich wandle in weitem Raum; denn ich suche deine Befehle.

Psalm 119, 45

Wir überwinden weit durch den, der uns geliebt hat.

Römer 8, 37

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: „Ein Tag, der sagt`s dem andern, mein Leben sei ein Wandern, zur großen Ewigkeit,“ dichtete der evangelische Mystiker Gerhard Tersteegen, damit drückte er etwas Ähnliches wie der Psalm-Beter aus. Das Leben ist wie ein Weg. Manchmal ist er breit, hell und leicht. Ein anderes Mal führt er durch ein finsteres Tal, über steile Berge hoch oder runter, ist steinig und schwierig. Aber wir sind dazu berufen, in weitem Raum zu wandeln. Der Psalm-Beter begründet das mit dem Achten auf Gottes Befehle und Ordnungen, die er den Menschen und der ganzen Schöpfung gegeben hat. Sie schenken uns Freiheit, Glück und Erfüllung. Unter dieser Verheißung dürfen wir uns Gott täglich neu anvertrauen.

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23. August

Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.

2. Mose 20, 2

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

2. Korinther 3, 17

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: Die Losung ist die Überschrift über die zehn Gebote. Gebote engen nicht ein. Gebote sind der Garant der Freiheit des Einzelnen. Wenn jedem alles erlaubt wäre, würde das Chaos ausbrechen. Gebote, auch die zehn Gebote der Bibel, sind der Garant für ein Leben in Freiheit. Sie regeln das Leben durch Anweisungen, die für jeden gelten.
Doch sie sind keine Liste zum Abarbeiten. Sie sind Ausdruck einer Haltung, die dem Mitmenschen die gleichen Rechte einräumt, die ich für mich in Anspruch nehme. Dies ist der Geist des Herrn, der die Gebote gegeben hat und wo dieser Geist ist, da ist Freiheit.

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22. August

Bist du es nicht, HERR, unser Gott, auf den wir hoffen?

Jeremia 14, 22

Lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.

Hebräer 4, 16

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Eigentlich höre ich am Schritt, wer zur Haustür hineinkommt. Und dann stelle ich doch oft noch die rhetorische Frage: „Bist Du es?“ Eine Vergewisserung, dass da jemand ist, den ich zwar gerade nicht sehe, dem ich aber vertraue.
Bist Du es nicht, Herr? In diesen spätsommerlichen Tagen lässt mich ein leichter Windhauch mit dem Duft nach frisch gegossener Erde, blühendem Lavendel oder gerade geernteten Kräutern die Nähe unseres Schöpfers erahnen. Ich kann vertrauensvoll darauf hoffen, dass ER voller Barmherzigkeit und Liebe, eben voller Gnade, auf mich blickt. „Du bist ein Gott, der mich sieht“ (1. Mose 16, 13) soll die Jahreslosung 2023 sein. Was für ein hoffnungsvoller Zuspruch. Schon heute.

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21. August Sonntags-Angedacht

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Ich gebe es zu: Ich bin müde. Gerade blicke ich auf einen vollen Terminplan zurück - und nächste Woche wird es nicht weniger sein. Ich weiß aber auch: Dieses Gefühl trifft auf viele Menschen zu. Da frage ich mich: Wie kann ich das Wichtige vom Unwichtigen trennen oder was sollte Vorrang in meinem Leben haben? Was mache ich falsch?

Ich erinnere mich dabei an einen ehemaligen Lehrer, der mit uns in der Schule mal ein Experiment machte. Die Idee dazu hatte er von seinem eigenen Lehrer und dieser wohl noch von jemandem anderen. Das ist halt so mit solchen Geschichten.  

Also: Der Lehrer zeigte uns ein großes, leeres Glas und füllte es mit großen Steinen. Danach fragte er uns, ob dieses Glas voll sei. Wir, die Schüler, stimmten ihm zu. Er nahm dann eine Schachtel mit Kieselsteinen aus seiner Tasche und schüttete diese in das Glas. Natürlich rollten sie in die Zwischenräume. Wieder fragte er uns, ob das Glas nun voll sei. Lächelnd sagten wir „Ja“.
Der Lehrer seinerseits nahm nun wieder eine Schachtel. Diesmal war es Sand. Er schüttete diesen in das Glas und auch der verteilte sich in den Zwischenräumen. Nun sagte unser Lehrer: Ich möchte, dass ihr erkennt, dass dieses Glas wie euer Leben ist. Die großen Steine sind die wichtigen Dinge im Leben, wie eure Liebe, eure Familie, eure Gesundheit, euer Glaube. Also Dinge, die, wenn alles andere wegfiele und nur ihr übrig bliebet, euer Leben immer noch erfüllen würden. Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge, wie eure Arbeit, euer Haus, euer Auto. Der Sand symbolisiert die ganz kleinen, unwichtigen Dinge im Leben, wie die Zeit, die ihr sinnlos totschlagt, die Energie, die ihr beim Lästern oder beim Streiten vergeudet, eure sinnlosen Sorgen um die Zukunft. Wenn ihr also den Sand zuerst in das Glas füllt, ist es gleich voll, es bleibt kein Raum für die Kieselsteine und die großen Steine. So ist es auch in eurem Leben. Wenn ihr all eure Energie für die bedeutungslosen Dinge im Leben aufwendet, habt ihr keine mehr für die großen.
Achtet daher immer zuerst auf die wichtigen Dinge! Nehmt euch Zeit für die Liebe und eure Familie, achtet auf eure Gesundheit, nehmt euch Zeit, eurem Glaubensleben nachzugehen. Es wird noch genug Zeit geben für Arbeit, Haushalt und derartige Dinge. Achtet zuerst auf die großen Steine, denn sie sind es, die wirklich zählen. Denn der Rest sind nur Kiesel und Sand.

Und ich füge hinzu, was auch Jesus sagt: „Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch Gottes Herrschaft unterstellt. Dann wird er euch schon mit all dem anderen versorgen. Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen.“ (Gute Nachricht Bibel Matthäus 6, 33f.)

Auch wenn ich weiterhin gerne arbeiten muss und es auch gerne tue, werde ich nun versuchen, mir weniger Sorgen um unwichtige Dinge zu machen, denn Gott sorgt schon jetzt für mich.

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20. August

Gott spricht: Ich will für Israel wie der Tau sein, dass es blüht wie eine Lilie.

Hosea 14, 6

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Johannes 15, 5

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Warum ich an ein Schaf denke, wenn ich die Losung lese? Mir kommt die Tasse von Sheepworld in den Sinn mit dem Motiv eines Schafes und dem Satz: „Ohne dich ist alles doof.“ Damit wird deutlich wie gut und bereichernd Andere für unser Leben sind. Wieviel mehr gilt dies für unseren Gott. Diese Bibelverse zeigen uns, dass wir von Gott abhängig sind. Er ist es, der uns Kraft gibt und uns versorgt. Deshalb ist es gut, wenn wir uns daran erinnern: Ohne Gott geht es nicht.

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19. August

Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.

Psalm 63, 9

Paulus schreibt: Ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, dass er bewahren kann, was mir anvertraut ist.

2. Timotheus 1, 12

Pfarrer Martin Behrensmeyer, Altenhundem: Ich weiß, an wen ich glaube“ - diese Sicherheit irritiert mich. An wen oder was glaube ich? Worauf vertrauen ich? An die Sternkonstellation am Tag der Geburt? Auf den Kontostand bei der Bank? Oder einfach an den Zufall?
In diesen Wochen und Monaten spüren wir, wie zerbrechlich und unsicher all die Sicherheiten sind, die wir aufgebaut haben. Wirklichen Halt finden wir nur an einer Stelle, die unabhängig ist von unserer eigenen Kraft. Ich finde diese Sicherheit gerade in solch verrückten Zeiten wie in der Gegenwart in dem Vertrauen, dass Gott mich nicht allein lässt. Es tut gut und gibt Kraft, daran zu glauben.

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Martin Behrensmeyer unterstützt die Kirchengemeinden Banfetal und Bad Laasphe imPastoralen Dienst im Übergang.


18. August

Der HERR hat das Recht lieb.

Psalm 37, 28

So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

Lukas 20, 25

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: Ungerechte Verteilung, ungerechte Bevorzugungen, unfaire Worte - wer kennt das nicht? Und manchmal tut es weh und Veränderung und Problemlösung fallen schwer. Mir tut es gut zu wissen, dass ich einen Gott an meiner Seite habe, der die Gerechtigkeit liebt, der mich unterstützen möchte und bei dem ich weiß, dass er sich für das Recht einsetzen möchte. Und falls ich im Unrecht bin? Dann kann Gott mich korrigieren, wenn ich ein offenes Ohr für ihn habe.
Schenken wir Gott ganz neu unser Gebet und unser Vertrauen, auch in Bezug auf aktuelles Unrecht in unserer Welt - denn: Der Herr hat das Recht lieb!

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17. August

Fürchtet den HERRN und dient ihm treu von ganzem Herzen; denn seht doch, wie große Dinge er an euch getan hat.

1. Samuel 12, 24

Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn.

Römer 12, 11

Jugendmitarbeiterin Birthe Becker-Betz, Fischelbach: „Treue“ laut Wikipedia: fest sein, sicher sein, vertrauen, hoffen, glauben, wagen. Gott fürchten und dennoch vertrauen, glauben, hoffen, wagen, sich sicher sein, dass er uns Gutes tut. Manchmal erscheint das schwierig oder unmöglich. Doch diese Treue, mit der wir Ihm dienen können, erweist Er uns jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick. So viel Gutes kann ich rückblickend in meinem Leben erkennen und ich bin sicher, dass Gott es immer wieder gut mit uns meint. Wenn wir darauf vertrauen und unser Leben auf ihn ausrichten, können wir die vielen kleinen und größeren Wunder sehen. Kleinigkeiten am Wegesrand, oft aber auch Dinge, die wir zuerst gar nicht fassen können. Egal, was Du vielleicht gerade erlebst, Du darfst fest und sicher sein, vertrauen, hoffen, glauben, wagen auf Deinem Weg mit Gott.

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16. August

Wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.

Psalm 78, 4

Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.

Matthäus 5, 15

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg: Bisher las ich das Wort aus dem Lehrtext immer in seinem klassischen Zusammenhang: Wir sollen uns selbst nicht unter den Scheffel stellen. Der voran gestellte Psalm gibt ihm jedoch einen anderen Hintergrund: Auch Gottes Herrlichkeit soll nicht unter einem Scheffel landen. Wie groß und wundervoll sind die Werke, die er jeden Tag an uns und unseren Nächsten tut. In einem meiner Lieblingslieder heißt es: „Ich kann nicht anders als zu singen, von dir zu erzählen, dich preisen, mein ganzes Leben lang.“ Lassen wir unserer Begeisterung für Gott im Alltag doch etwas mehr Raum für öffentliche Euphorie.

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15. August

Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!

Psalm 118, 15 und 16

Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes.

Lukas 1, 46 und 47

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Siegen hat immer auch mit Verlieren zu tun, jedenfalls unter uns Menschen. Wenn Gott aber siegt, dann dürfen alle froh sein. Dann fangen die Menschen an zu singen, und freuen sich über ihren Gott. Denn Gott siegt nicht mit Gewalt und Unterdrückung. Gott siegt mit seiner Liebe. Die schüttet er aus über uns, über Gerechte und Ungerechte. In Liebe hat Gott die Welt geschaffen, mit seiner Liebe begleitet er uns Menschen.
Und: Er ruft uns zur Nachfolge auf seinem Weg der Liebe. Liebe unterdrückt nicht, Liebe erobert nicht, Liebe tötet nicht. Ob wir von Gott lernen können, wie Liebe den Sieg davon trägt?

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14. August Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Kommunikation ist alles! Völlig klar. Wer etwas möchte, muss einfach nur den Mund auf machen. Und andersherum auch: Wenn ich etwas nicht will, dann muss ich das auch äußern. Klar und unmissverständlich. Reden ist wichtig. Da sind wir uns wohl einig. Und miteinander reden ist noch viel wichtiger. Normalerweise gehören zu einer guten Kommunikation immer zwei Seiten. Jemand sagt etwas und jemand versteht es, falsch oder richtig. Es kommt darauf an, was gesagt wird und wie und wie der oder die andere es dann verstehen. Eine Botschaft hat vier Seiten, man oder frau hört mit vier Ohren. Manchmal hab‘ ich sogar das Gefühl, ich höre eine fünfte, sechste und siebte Seite und mein Gegenüber ahnt gar nicht, dass er das hätte sagen können. Aber, Spaß beiseite. Es geht nichts über ein gutes Gespräch, mit Tiefgang und Gehalt und guten Ergebnissen.

Daneben gibt es auch noch eine Form von Kommunikation, die, wenn sie beherrscht wird, einfach nur die Leichtigkeit des Seins hervorhebt. Ein paar Minuten ordentlich dumm geschwätzt, das kann für einen ganzen Tag vorhalten. Ein Kommentar jagt den nächsten, beide Parteien übertreffen sich in Wortgewandtheit und Sinn für Humor. Manches darf auch richtig dumm sein, Hauptsache das Timing stimmt. Ja, so ein Dummschwätz hat schon einige unangenehme Situationen aufgefangen oder die Hemmschwelle zu Beginn gesenkt. Wahre Könner sind in Beidem zuhause: Sie können dummschwätzen und vernünftig miteinander reden.

Dummschwätz ist nicht etwa einfach nur ein Dreschen von hohlen Phrasen. Dummschwätz ist Beziehungspflege. Da ist jemand, mit dem kann ich einfach mal fünf gerade sein lassen und nahezu alles raushauen. Und das fühlt sich gut an und ist locker und leicht. Gelingt ein Dummschwätz, dann zeigt das, dass die Beziehung zwischen den jeweiligen Menschen stimmt. Egal, ob man sich besonders nahe steht oder nicht. Klar ist, es gibt nichts Ungesagtes, das zwischen diesen Menschen steht und die lockere Kommunikation überlagern oder unterwandern könnte. Am wichtigsten ist aber, dass sich beim dumm schwätzen jeder nur selbst aufs Korn nimmt. Dann kann auch nichts schief gehen. „Manche Worte von Schwätzern wirken wie Messerstiche“, so steht es in der Basis-Bibel im Buch der Sprüche. Eine Weisheit, die für jede und jeden gelten sollte, die oder der den Mund aufmacht oder Worte niederschreibt: „Weise aber wählen ihre Worte so, dass sie heilen.“ Wenn man miteinander in Kontakt ist, dann kommt es darauf an, ob die Beziehung stimmt. Dann sind auch kritische Worte heilsam oder ein einzelnes „Joa“ kann schon ganz viel ausdrücken.

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13. August

Der Knecht Gottes sprach: Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.

Jesaja 50, 6

Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!

Johannes 1, 29

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Sommerzeit, Wanderzeit! Mit leichtem Gepäck lässt sich viel besser gehen und die Landschaft genießen. In meinem Rucksack trage ich keine Steine oder gar zehn Liter Wasser. Nein, nur das Allernötigste. Warum soll ich dann im Alltag Angst, Unsicherheit und Schuld mit mir rumschleppen? Das muss nicht sein, denn einer hat mir all das schon abgenommen: Jesus Christus selbst. Er hat alles, was mich belastet, auf sich geladen. Nun sagt er: Mit mir darfst du deinen Lebensweg viel leichter gehen. Bewege dich! Verändere deinen Standpunkt! Zieh' los und schau' dir deine Möglichkeiten an, zurück ins Leben!

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12. August

Der HERR schafft Recht den Unterdrückten, den Hungrigen gibt er Brot.

Psalm 146, 7

Jesus nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie sie austeilten, und sie teilten sie unter das Volk aus.

Markus 8, 6

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: Lasst uns feiern, wir haben einen tollen Anlass. Unsere Erde ist ein einzigartiger Planet, wir Menschen sind Geschöpfe Gottes. Alles ist wohl durchdacht und wundervoll aufeinander abgestimmt. Es ist genug für alle da. Hunger, Ausbeutung und Unterdrückung sind Fremdwörter. Achtsamkeit und Friede gehören zu unserem Leben, gegenseitige Unterstützung und Hilfe sind selbstverständlich. Wir wissen das teilen ein Geschenk ist, Jesus hat es uns vorgelebt.
Schade, die Feier wurde wegen Habsucht und Gier abgesagt.

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11. August

Liebet den HERRN, alle seine Heiligen!

Psalm 31, 24

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

1. Korinther 13, 13

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Die „Heiligen“? Wir Evangelische glauben doch nicht an Heilige! Stimmt! Die Heiligen sind hier nicht der Heilige Georg oder die Heilige Elisabeth. Das sind wir selbst! Uns gilt: „Liebet den Herrn!“ Lieben heißt, mit dem Herz bei der Sache sein. Das erlebe ich im Krankenhaus, wenn Menschen nicht stur nach Plan arbeiten beim Blutdruckmessen, Essenverteilen, Infusionwechseln. Die sehen auch: „Oh, da liegt jemand auf einer Falte im Laken. Das drückt doch auf die Dauer.“ Und sie glätten das Laken. Da hat sich jemand eingefühlt: „Wie wäre es, wenn ich selbst da im Bett läge?“
Sie sind mit Herz bei der Sache, bei der Arbeit und ich denke, auch beim Alltagsleben. Das bedeutet für mich „Liebet den Herrn, ihr Heiligen.

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


10. August

Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du ins Feuer gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen.

Jesaja 43, 2

Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen!

Matthäus 8, 26

Kirchenkreis-Archivar Dr. Johannes Burkardt, Bad Berleburg: Geht Ihnen das genauso? Wenn ich die Nachrichten sehe, scheint es mir, dass wir in einem Alptraum leben. Menschengemachte Katastrophen, Wetterkapriolen mit Stürmen und verheerende Überschwemmungen, von Despoten angezettelte blutige Konflikte beuteln unsere Welt. Wahrhaftig kein Grund für Optimismus. Doch, spricht Gott: Wasser und Feuer sollen uns nichts anhaben. Und Jesus ruft den geängsteten Jüngern im sturmgeschüttelten Boot zu: „Seid nicht kleingläubig!“ Lassen Sie uns dieses mutmachende Geschenk annehmen und mit Helmut Gollwitzer beten: „Gib uns, Herr, Zeichen deiner Gegenwart mitten in der Verwirrung der Welt und unseres Lebens! Wir bitten, dass du deine Verheißungen uns in unser Herz drückst zur Stärkung und Weisung jeden Tag.“

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9. August

Ich halte mich zu allen, die dich fürchten und deine Befehle halten.

Psalm 119, 63

Philippus fragte den Kämmerer: Verstehst du auch, was du liest? Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.

Apostelgeschichte 8, 30 und 31

Pfarrer Matthias Elsermann, Kreuztal: Gemeinsam ist besser als alleine. Durch Corona ist uns dies - manchmal schmerzhaft - bewusst geworden: Gemeinschaft ist wichtig. Das Zusammensein mit anderen stärkt und hilft.
Das gilt auch für den Gläubigen: Im Glauben ist er oder sie nicht einsam. Der Glaube stiftet Freundschaften - zu allen, die Gott verehren. Er überwindet Grenzen. Der Glaube an Gott braucht die Gemeinschaft der Gläubigen. Freuen wir uns, wann und wo immer wir diese Gemeinschaft der Gläubigen leben und feiern dürfen!

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Matthias Elsermann ist der Schulreferent der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein.


8. August

Er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Jesaja 9, 5

Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

1. Johannes 4, 16

Jugendmitarbeiterin Linda Laubisch, Feudingen: Eine Geburtsanzeige für Jesus Christus erschien Jahrhunderte vorher beim Propheten Jesaja. Für den Erlöser der Welt werden mehrere Namen gebraucht, um uns Menschen seine große Bedeutung deutlich zu machen. Die Namen im Losungstext geben Kompetenzen wieder, die Jesus hat: der legitime Stellvertreter Gottes auf der Erde, sein Geschenk an uns aus Liebe. Das Ziel seines Handelns ist vollkommener Friede, der mehr ist als die Abwesenheit von Krieg.
Die Worte Jesu prägen unsere Gedanken und unser Handeln. Jesus hat schon viele Menschen verändert; sie haben Schritte zu mehr Frieden und Gerechtigkeit getan. Gerade in dieser Zeit sollten wir uns dessen bewusst sein, die Worte Jesu verinnerlichen, weitergeben und uns an der Liebe Gottes zu den Menschen erfreuen!

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7. August Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Und schwupp, sind sie um: die lang herbeigesehnten Ferien. „Das machen wir, wenn Ferien sind!“ - wie oft habe ich diesen Satz im Vorfeld dieser magischen sechs Wochen gesagt, in denen das Leben langsamer tickt, zumindest ein wenig… Und nun sind sie um, die Ferien. Und meine innere und äußere Liste mit den Dingen, den Aufgaben, den Begegnungen, die ich mir für die Ferien vorgenommen hatte, ist noch nicht einmal zur Hälfte abgearbeitet. Was mich eigentlich nicht überraschen sollte, denn das ist irgendwie jedes Jahr so. Das Leben hat bisweilen andere Pläne als wir Menschenkinder.

Nun beginnt also wieder der Alltag: für Schulkinder und Eltern, für Lehrer und Lehrerinnen und für alle, deren Lebensrhythmus durch die Ferienzeit beeinflusst wird. Für manche beginnt aber noch viel mehr: ein neuer Lebensabschnitt für die Grundschüler*innen, die mit klopfendem Herzen ihrem ersten Schultag entgegenfiebern. Manche voll ungetrübter Vorfreude, manche wohl auch mit Unsicherheit oder Fragen: Wie wird der Schulalltag aussehen? Habe ich einen netten Klassenlehrer oder eine nette Klassenlehrerin? Neben wem werde ich in der Klasse sitzen? Werden mich meine Mitschüler*innen mögen? Und: Verstehe ich wohl alles?

Ein neuer Abschnitt beginnt auch für all diejenigen, die nun die fünfte Klasse einer weiterführenden Schule besuchen werden, genau wie für alle, die nächste Woche in ihr letztes Schuljahr, dem Abschluss entgegen starten. Herausforderungen warten auf alle Beteiligten: Ankommen, Einleben oder eben Prüfungen und die Überlegung, was nach Schule kommt.

Wie gut, dass wir uns den Herausforderungen, die auf uns warten, nicht allein stellen müssen. Dass es Menschen gibt, die uns dabei begleiten und es gut mit uns meinen, und dass es einen Gott an unserer Seite gibt, er sagt: „Sei mutig und stark! Fürchte dich nicht, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst“.

Ich wünsche allen einen gesegneten Start in das neue Schuljahr, gutes Gelingen und ein gutes Miteinander und vor allem: viel Freude!

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6. August

Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben.

5. Mose 4, 9

Denk daran, wie du die Botschaft empfangen und gehört hast, bewahre sie und kehre um!

Offenbarung 3, 3

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Heute vor 77 Jahren zerstörte die erste Atombombe die japanische Stadt Hiroshima. Zigtausende Menschen starben sofort, viele in den Jahren danach. Bis heute. Die Bilder der zerstörten Stadt und der leidenden Menschen und Tiere habe ich nicht mit eigenen Augen gesehen. Doch sie haben sich in meine Seele eingegraben und schreien: „Nie wieder Krieg!“
Nach langer Wüstenwanderung erinnert Mose sein Volk an die Treue und Begleitung Gottes auf dem Weg. Er beschreibt unsere Seelen als ein Fotoalbum der Gotteserfahrungen. Wenn wir darin blättern, erkennen wir immer Gottes Nähe und Begleitung in unserem Leben. Auch dann, wenn wir Unbegreifliches sehen und erleben.

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5. August

Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.

Psalm 18, 30

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

2. Timotheus 1, 7

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Von vielen Menschen hört man nur noch Beschwerden. Hier tut es weh und dort. Über die Familie wird geschimpft, die Jugend und die Politiker sowieso. Es wird immer alles nur negativ gesehen. Und dann auch noch der Krieg, die Hitze, die vielen toten Bäume.
Aber Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, er möchte uns nicht klein machen und unterdrücken. Uns nicht wehtun. Sondern er gibt uns Kraft und Mut, Dinge zu verändern und positiv durchs Leben zu gehen. Ja, Gott gibt uns so viel Mut, dass wir über Mauern springen können. Im Ernstfall sogar mit Krücken. Wir müssen diese Kraft nur von ihm annehmen.

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4. August

Als Hiskia den Brief gelesen hatte, ging er hinauf zum Hause des HERRN und breitete ihn aus vor dem HERRN.

2. Könige 19, 14

Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!

Philipper 4, 6

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Morgens am Frühstückstisch. Was haben mein Mann und ich nicht alles für Themen: der Krieg in der Ukraine, die Lage im Energiebereich, der Klimawandel, die Umbrüche in unserer Kirche und in unseren Gemeinden. Und immer wieder die Frage: Was können wir tun?
Die heutige Losung gibt uns eine Antwort: Hiskia geht in den Tempel zu Gott und betet. Es ist ein ehrliches, offenes, intensives Gebet, mit dem der König, am Ende seiner Möglichkeiten, Gott um Rat und Hilfe bittet. Ja, das Gebet ist ein Schlüssel. Es tut gut, mit Gott zu sprechen, sich ihm zu öffnen und sich ihm und seinen Möglichkeiten, etwas zu bewegen, anzuvertrauen. Das schenkt Mut und Hoffnung und öffnet den Blick auch wieder für die eigenen Möglichkeiten.

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3. August

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!

Jesaja 60, 1

Ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages.

1. Thessalonicher 5, 5

Presbyter Christian Gerhardt, Hesselbach: Licht und Liebe sind die einzigen Dinge, die sich vermehren, wenn man sie mit dem Nächsten teilt. Also lasst uns in dieser Wekt, in der es oft so scheint, als ob es immer dunkler wird, den Unterschied machen. Lasst unser Licht leuchten, um Menschen einen Anhaltspunkt zu geben, um eine Orientierung, ein Leuchtturm zu sein. Gott möchte durch uns Licht sein, um die Welt zu erhellen. Wenn wir uns dessen bewusst sind, dann sollten wir diese Aufgabe mit frohem und leuchtendem Herzen wahr nehmen: Seid Kinder des Lichts! Macht den Unterschied!

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2. August

Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern?

Maleachi 2, 10

In Demut achte einer den andern höher als sich selbst.

Philipper 2, 3

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: Der Vers aus dem Buch Maleachi ist zunächst einmal ein klarer Aufruf zur Nächstenliebe, der im Neuen Testament wieder aufgegriffen wird: Einer solle den andern höher als sich selbst achten. Er lässt sich auch als Aufruf zu interreligiöser Toleranz verstehen: Als Juden, Christen und Muslime sind wir Kinder eines Vaters, wieso sollten wir uns da aufgrund unserer Religion Verachtung entgegenbringen? Liest man den alttestamentarischen Text weiter, fällt jedoch auf: Es geht hier nicht nur um Nächstenliebe und Toleranz, sondern in erster Linie um die Beziehung zu Gott selbst: Juda sei treulos geworden und opfere dem Herrn nur noch zum Schein, während in Jerusalem Gräuel geschähen und die Menschen sich mit anderen Göttern abgeben würden. „Haben wir nicht alle e i n e n Vater?“ meint also zunächst die uneingeschränkte Liebe zu Gott - in deren Folge wir uns als Brüder und Schwestern, als Kinder Gottes verstehen sollen.

eine E-Mail an den Autor, die Post wird aus dem Berleburger Haus der Kirche weitergeleitet


1. August

Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HERR; ich will sie heilen.

Jesaja 57, 19

Der Gott des Friedens sei mit euch allen!

Römer 15, 33

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Was für ein Wunsch am Ende des Briefes, den Paulus da an die Gemeinde in Rom schickt! Nachdem er alles diskutiert und dargelegt hat, was für die Menschen wichtig ist, bittet er, dass Gott sie begleiten möge auf ihrem Weg. Wäre das nicht schön, wenn wir das heute über alle Fronten hinweg, auch über die des Krieges in der Ukraine, den Konfliktparteien in der Welt zurufen könnten? „Dieser Gott, von dem hier die Rede ist, ist kein Gott der Waffen, des Stärkeren, sondern der Liebe, des Friedens!“ Und wäre es nicht schön, wenn sie auf uns hören würden?

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31. Juli Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Nein, heute geht es nicht um den Frauenfußball und seine starken Frauen, nicht um das Finale gegen England. Es geht auch nicht darum, dass Frauen im Fußball ungerechterweise weit weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.

Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.“ (Matthäus 12, 34) Mein Herz ist voll davon, dass seit diesem Jahr die Zahl der Menschen, die Mitglied in der evangelischen oder katholischen Kirche in unserem Land sind, kleiner ist als die Zahl der Menschen, die nicht dazu gehören. Vor einem halben Jahrhundert, als ich noch selbst zur Schule ging und es an der weiterführenden Schule um die Teilnahme am Religionsunterricht ging, war nicht die Frage, ob ich an etwas glaube oder nicht und, falls ich glaube, woran. Die Frage war schlicht: evangelischer oder katholischer Religionsunterricht? - und damit waren alle aufgeteilt.

Es geht seit Jahrzehnten mit uns Christen bergab - rein zahlenmäßig gemeint!  Und der Gegenwind wird stärker. Die Medien finden es zunehmend vorteilhaft, die Kirchen zu verunglimpfen. Und die Menschen, die mir bei gottesdienstlichen Handlungen gegenübersitzen, benehmen sich nun auch teilweise anders: Sie sitzen mit verschränkten Armen und kritischem Gesicht dabei, kauen mitunter Kaugummi, reden halblaut mit ihren Sitznachbarn oder fixieren mich mit einem derart stechenden Blick, dass ich schon vermute, bei TikTok gibt es eine neue Herausforderung: „Bring einen Geistlichen mit deinem Starren aus dem Konzept!“

Schade: Diese Menschen vermiesen mit ihrem ablehnenden Verhalten den Menschen, denen zum Beispiel bei ihrer Diamantenen Hochzeit die gottesdienstliche Feier im Kirchraum wichtig ist, den besonderen Tag.

Ich muss nicht alles gut finden, muss nicht alles mitmachen. Aber wenn ich als Eingeladener bei einer Feier sitze, dann benehme ich mich höflich. Dann dreht es sich mal nicht um mich. Und wenn ich als Nicht-Christ keinen Gottesdienst mitfeiern möchte: Niemand wird dazu gezwungen. Unsere Gottesdienste sind öffentlich, wirklich Jede/r darf kommen. Aber niemand muss!   

Wir Christen werden nicht drumherum kommen: Farbe zu bekennen ist angesagt! Glaube drängt immer nach außen, will sich zeigen, will sich ausdrücken. Das ist in unserer Demokratie Gott sei Dank möglich und nicht lebensgefährlich. Wir Christen nehmen Stellung zu gesellschaftlichen Entwicklungen, zu Zukunftsplänen der PolitikerInnen, zu ethischen Fragen, zu Herausforderungen der Gegenwart. Wir setzen dabei andere Schwerpunkte als Philosophen, Wissenschaftlerinnen oder Wirtschaftsbosse. Wir setzen darauf, dass Gott diese Welt noch nicht verloren gegeben hat, dass er uns liebt, dass er uns hilft. Das stößt auch auf Ablehnung. Aber für uns Christen ist und bleibt es der feste Grund, auf dem wir stehen. Wer dann zur Gegenrede ansetzt, ist willkommen, aber nicht als Miesmacher dort, wo es um die Seelsorge an Menschen geht.

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30. Juli

Wir wollen dem HERRN, unserm Gott, dienen und seiner Stimme gehorchen.

Josua 24, 24

Jesus sprach zu Pilatus: Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.

Johannes 18, 37

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Ein Versprechen wird gegeben, um sich verbindlich und mit aller Kraft für etwas einzusetzen. Unsere Losung heute beinhaltet ein Versprechen, dass allerdings nicht einer allein gibt, sondern ein ganzes Volk. Es zeugt von einer besonderen Gemeinschaft, in der man gemeinsam für etwas eintritt. Es macht den Zusammenhalt und ein gutes Miteinander deutlich. Gemeinsame Werte und Ziele sind im Fokus und nicht unterschiedliche Ansichten und Meinungen. Und dem voran geht auch eine gemeinsame Glaubenserfahrung, wie gut Gott durch besonders herausfordernde Zeiten geführt hat.

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29. Juli

Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag.

Sprüche 4, 18

Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

1. Johannes 3, 2

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück:Wenn ich einmal groß bin, dann werde ich…  - die Lücke lässt sich nach Belieben füllen: Tierärztin, Fußballprofi, Astronautin, Gärtner oder Influencer. Bei mir war es damals Vulkanologin auf Island. Die Vorstellungen davon, was oder wie man oder frau in Zukunft einmal sein könnte, sind da ganz unterschiedlich. Und dabei geht es nicht immer nur um die Berufswünsche von Kindern. Ich denke öfters über meinen Optimierungsbedarf nach. Was noch besser werden muss oder anders! Manchmal auch, ob ich nicht ganz anders sein müsste.
Eine Kollegin hat es so zusammengefasst: Ich möchte gerne sein, wie Gott mich haben will, weil er mich so behandelt, als wäre ich schon so. (Hannelore Frank)

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28. Juli

Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade.

Jona 2, 9

Die Welt vergeht, mit ihrem Begehren; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

1. Johannes 2, 17

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Die wichtigste Botschaft in der gesamten Bibel ist meiner Ansicht nach die Wahrheit, dass Gott uns Menschen mit Güte und Liebe begegnet. Darum zu wissen, kann einen verändern. Denn es ist unheimlich befreiend zu wissen, dass man nicht wer weiß was alles vorweisen muss, um von Gott akzeptiert zu werden. Seine Liebe zu uns ist entscheidend. Diese Liebe ist bedingungslos. Gott lässt mich nie fallen. Er gibt mir Halt und Orientierung. Und er schenkt mir Hoffnung, die größer als alles Augenscheinliche ist. Wir können dafür immer wieder neu dankbar sein.

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27. Juli

Danket dem Herrn aller Herren, der allein große Wunder tut, denn seine Güte währet ewiglich.

Psalm 136, 3 und 4

Einer unter den Aussätzigen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm.

Lukas 17, 15 und 16

Vikarin Carmen Jäger, Bad Berleburg: Kennen Sie es? Das Gefühl, das sich einstellt, wenn Sie feststellen, dass der berufliche Erfolg, Ihre wichtigsten Beziehungen und die wiederhergestellte Gesundheit nichts Selbstgemachtes sind? Sie nennen es „Glück“ und „Zufall“, „Schicksal“ und „Wunder“. Und dann? Als Mensch in einer säkularen Welt wissen Sie nicht so recht wohin mit diesem Gefühl. „Danke“ sagen - na klar! Aber wem? Wer ist verantwortlich für all das Schöne und Gute, das Ihnen unverdient widerfuhr?
Ein Gottesdienst, gerade auch ein Tauf-, Trau- oder Trauergottesdienst, lädt ein, Gott „Danke“ zu sagen. Danke für neues Leben, für gewachsenes Vertrauen, für gemeinsam verlebte Zeit. Probieren Sie es aus - es tut gut!

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26. Juli

Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist!

Jesaja 12, 4

Johannes schreibt: Ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern. Und er sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre.

Offenbarung 14, 6 und 7

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Im Bibeltext ist von einem Engel die Rede, der dem Menschen ein Evangelium, eine gute Nachricht verkündet. In der Begegnung mit Engeln spüren Menschen, dass Gott bei ihnen ist, das zeigt die Bibel. So gerne würde ich ebenfalls einen solchen Engel wahrnehmen, in diesen schwierigen Zeiten! Einen Engel, der sagt: „Ihr seid nicht allein! Gottes Macht ist doch viel größer als eure Angst! Ihn allein müsst ihr fürchten!“
Der Engel ist noch nicht da. Vielleicht sollten wir solange seine Aufgabe übernehmen, den Menschen und uns selbst etwas Mut zuzusprechen? Okay, ich werde es weiterhin versuchen. Ganz ohne Flügel.

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25. Juli

David wusste sich stark durch den HERRN, seinen Gott.

1. Samuel 30, 6

Die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke uns den Glauben!

Lukas 17, 5

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Was macht mich eigentlich stark und selbstbewusst in meinem Leben? Ist es, dass ich weiß, dass ich geliebt bin, dass Gott hinter mir steht und mich beschützt und bewahrt? Und woher hole ich mir die Kraft für mein Leben? Einige Fußballspielerinnen und Fußballspieler bekreuzigen sich, bevor sie das Spielfeld betreten. Es sieht so aus, als würden sie Gott um Hilfe bitten, das Fußballspiel gut zu meistern. Ich finde das eine starke Geste! Wo holen wir uns eigentlich die Kraft in unserem Glauben, welche Rituale haben wir dafür?

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24. Juli Sonntags-Angedacht

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Heute vor 84 Jahren, also am 24. Juli 1938, gelang die Erstbesteigung der Eiger Nordwand. Die Kletterer Anderl Heckmair, Heinrich Harrer, Ludwig Vörg und Fritz Kasparek haben in den frühen Morgenstunden den Gipfel über die 1800 Meter hohe und extrem anspruchsvolle Nordwand erreicht. Dafür benötigten sie insgesamt drei Tage mit spärlicher Ausrüstung.

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Abenteuerlust und welchem Ehrgeiz sich die Bergsteiger ans Werk machten. Dabei zeigt sich eine hohe Faszination für die Berge, in diesem besonderen Fall für die Eiger Nordwand.

Und irgendwie kann ich es ein Stück weit verstehen. Denn es ist schon beeindruckend, wie die Berge hoch oben mit ihren Gipfeln thronen. Schon aus der Ferne sind die Berge zu sehen und bieten ein herrliches Panorama. Nicht umsonst zieht es viele Urlauber zum Wandern in die Berge, auch hierher nach Wittgenstein oder ins Hochsauerland.

Sicher kann es auch mal ziemlich anstrengend werden, den Gipfel eines Berges zu besteigen. Doch am Ziel wird man mit einer tollen Aussicht belohnt. Neben dem Nervenkitzel ist das sicher ein Grund, warum Menschen gerne auf Berge steigen und die Strapazen auf sich nehmen. Von Bergen hat man einen wunderbaren Überblick über die Umgebung. Es tut der Seele gut, in der Natur unterwegs zu sein.

Berge haben etwas Faszinierendes. Auch in der Bibel ist an vielen Stellen von Bergen die Reden. Hier sind die Berge besondere Orte der Begegnung mit Gott. So bekam beispielsweise Mose die Zehn Gebote auf dem Berg Sinai und er durfte vom Berg Nebo in das verheißene Land schauen. Jesus stieg auf einen Berg, um zu beten und zu lehren.

Somit sind Berge auch eine Einladung an uns, mal unseren Alltag zu verlassen und Abstand von den täglichen Herausforderungen zu bekommen. Es tut gut, mal wieder durchzuatmen, sich zu orientieren und einen Überblick zu erhalten. Berge laden uns ein, Gott zu begegnen: in der Stille und im Gebet mit ihm im Gespräch zu sein, seine Nähe bewusst zu erfahren und von ihm gestärkt zu werden.

Ich wünsche Ihnen, dass sie diese Sommerzeit genießen und auch den ein oder anderen Ausflug auf einen oder mehrere Berge machen können. Ich hoffe, dass Sie dabei Gottes wunderbare Schöpfung bewundern können, Erholung und Besinnung erleben und Gott ganz neu begegnen: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Psalm 121, 1 und 2

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23. Juli

Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.

Josua 1, 9

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.

2. Korinther 12, 10

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Wer an Gott glauben kann, ist kein besserer Mensch als andere. Wer an Gott glauben kann, ist aber möglicherweise besser dran. Glauben heißt in diesem Zusammenhang nicht, für möglich zu halten, dass da oben jemand ist. Glauben heißt: in einer persönlichen, direkten Beziehung zu Gott zu stehen. Mitten im Alltag. Grauen und Entsetzen kann uns schon überkommen beim Blick in die Welt des Jahres 2022: Krieg, Corona, Hungersnöte, Attentate, Energieversorgung…
Leicht hatten es Josua und Paulus in ihrer Zeit auch nicht. Aber sie setzen ihr ganzes Vertrauen auf den Gott, der mitgeht, der ganz nahe bei ihnen ist. Das macht stark, gerade in Zeiten wie diesen!

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22. Juli

Gelobet sei der HERR, der seinem Volk Israel Ruhe gegeben hat, wie er es zugesagt hat.

1. Könige 8, 56

Es ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.

Hebräer 4, 9

Kirchenkreis-Jugendmitarbeiter René Kranefeld, Wuppertal: Seine Worte spricht König Salomo, als der Tempel in Jerusalem fertig gestellt wurde. Gott ist nun sesshaft in ihrer Mitte, er ist im Tempel anwesend - wie beruhigend. Heute ist der Tempel schon lange zerstört. Hat Gottes Volk also keine Ruhe mehr? Das, was wirklich beruhigt, ist nicht der Tempel, sondern Gott. Er wohnt unter seinem Volk. Das Beruhigende ist, dass Gott, der überall wohnen kann, ob im Himmel oder auf der Erde, sich einen Platz bei den Menschen sucht. Er will uns nah sein. Manche sagen, er wohnt in uns drin. Kann ich die Ruhe annehmen, wenn ich weiß, dass er in mir wohnt?

eine E-Mail an den Autor, die Post wird aus dem Berleburger Haus der Kirche weitergeleitet


21. Juli

Du wirst an deine Wege denken und dich schämen, wenn ich dir alles vergeben werde, was du getan hast, spricht Gott der HERR.

Hesekiel 16, 61 und 63

Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemanden reut.

2. Korinther 7, 10

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Reden sie gern über ihr Fehlverhalten? Vermutlich eher nicht. Bei uns verursacht das Thema Scham und Unwohlsein. Kein Wunder also, dass wir versuchen, zu verbergen, wenn wir nicht gut und richtig gehandelt oder etwas verschuldet haben. Wir schweigen dann lieber oder suchen einen anderen Schuldigen.
Gott ist da anders. Er spricht gern über unsere Schuld. Nicht um uns unsere Fehler vorzurechnen und uns zu bestrafen. Im Gegenteil. Er spricht unser Fehlverhalten direkt an, weil er uns in seiner Liebe vergeben möchte. Wie befreiend und wohltuend ist Gott.

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20. Juli

Du bist mein Schutz und mein Schild; ich hoffe auf dein Wort.

Psalm 119, 114

Der Hauptmann sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.

Matthäus 8, 8

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: Ganz schön mutig ist dieser Hauptmann, finde ich. Sich damals als Römer auf einen Juden einzulassen, mit ihm gesehen zu werden, ihn um Hilfe zu bitten - das war nicht alltäglich und erforderte Mut.
Wie oft befinden wir uns in Notsituationen - haben wir da den Mut, uns auf Jesus einzulassen, ihm zu vertrauen, ganz egal, was die Menschen um uns herum dazu sagen und darüber denken? Wir sind eingeladen, Jesus unsere Not einfach zu sagen, sie ihm zu klagen. Auch wenn wir manchmal denken, dass uns die richtigen Worte dazu fehlen.

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19. Juli

Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

Psalm 34, 8

Der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen.

Apostelgeschichte 12, 7

Küster Philipp Dreisbach, Feudingen: Jeder von uns kennt Sätze wie „Dich schickt der Himmel“ oder „Du bist ein Engel“. Aussagen, deren Bedeutung wir in der Regel so nicht hinterfragen und die zudem tief in unserem Sprachgebrauch verankert sind. Doch kennen wir den genauen Ursprung dieser Sätze? Die Grundlage dieser und vieler weiteren alltäglichen Aussagen liegt in der Bibel und damit bei Gott.
Gott handelt oft im Verborgenen und damit nicht immer offensichtlich. Er wirkt etwa mit Taten, Worten oder Begegnungen. Gerade deshalb wird Gottes Wirken oft nur im Nachhinein sichtbar. Ich persönlich hatte in meinem Leben schon einige solche Situationen. Hat Gott auch mir einen Engel geschickt?

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18. Juli

Jeremia sprach: Mich jammert von Herzen, dass die Tochter meines Volks so zerschlagen ist. Ist denn keine Salbe in Gilead oder ist kein Arzt da?

Jeremia 8, 21 und 22

Jesus spricht zu den Jüngern: Wenn ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, dann esst, was euch vorgesetzt wird, und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.

Lukas 10, 8 und 9

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: Das Reich Gottes ist nahe gekommen. Dann wird gewiss alles gut - Gott wird das schon machen, oder? Also einfach hinsetzen und nichts tun? Ich mag da ein etwas anderes Bild, von dem mir mal jemand erzählt hat. Das Reich Gottes ist nicht weit weg. Es ist schon da, inwendig in uns drin. Das bedeutet, dass auch wir dazu beitragen können, dass unser Zusammenleben in dieser Welt und der Umgang mit Gottes Schöpfung besser werden. So, wie sich Gott das ursprünglich vielleicht vorgestellt hat.

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17. Juli Sonntags-Angedacht

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Mit 63 ist der Ruhestand schon in Sicht. Natürlich frage ich mich, was ich im Ruhestand noch Neues beginne. Aber ich bin dankbar, dass vieles erhalten bleibt: das Haus, in dem ich wohne, meine Familie, mein Freundeskreis und auch Geld zum Leben. Völlig neu anfangen, alles hinter mir zu lassen, wäre nicht mein Ding.

Da staune ich, wenn ich von einem 75-jährigen Mann lese, der alles Gewohnte hinter sich lässt und mit seiner Frau und ein paar wenigen Verwandten in ein völlig unbekanntes Land aufbricht. Er weiß nicht, wie es dort aussieht, welche Sprache die Menschen sprechen, ob er dort sein Auskommen haben wird. Aber es schreckt ihn nicht. Dabei ist er kein Weltenbummler mit dem Drang nach ständig neuen Herausforderungen. Er macht sich auf den Weg, allein weil es ihm jemand gesagt hat.

Es ist Abraham, von dem ich rede, einer der ganz großen Glaubensväter im Alten Testament. Gott beauftragt Abraham, und Abraham bricht ohne großes Wenn und Aber auf. Welch ein Vertrauen auf Gott.

Aufbrechen ist nicht mein Ding, wie ich anfangs schrieb. Aber auch wir sind aufgefordert, mit viel Vertrautem und Gewohntem zu brechen. Der Krieg in der Ukraine und der Mangel an Gas bei uns und Getreide in vielen Ländern Afrikas sind nur einige wenige der Herausforderungen, die wir heute zu meistern haben. Die Klimakrise mit den lebensbedrohenden Veränderungen gehört ebenso dazu wie der Umgang mit einer immer stärkeren Kluft zwischen den Armen und den ganz Reichen. Aussitzen lässt sich das alles nicht. Wir müssen aufbrechen und an manchen Stellen unsere Komfort-Zone verlassen, wie eine Aktivistin es beschreibt. Nur sollten wir es nicht sparen nennen. Vielmehr ist es ein behutsamerer Umgang mit dem, was uns anvertraut ist. Energie reduzieren, wo wir sie nicht unbedingt brauchen, Lebensmittel so einkaufen, dass wir möglichst wenig wegwerfen müssen, Treibhausgase vermeiden durch Verwendung regenerativer Energien. Wir sollen es nicht deshalb tun, weil andere es fordern, sondern weil uns so viel anvertraut ist, das zahllosen Menschen Leben ermöglicht, wenn wir es in Verantwortung vor Gott und in Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen einsetzen. Da es um uns anvertraute Kostbarkeiten geht, schätze ich das Wort vom behutsamen Umgehen mehr als das Wort vom Sparen.

Es ist eine neue Sicht - für uns, die wir groß wurden mit dem Bekenntnis, dass alles, was wir wollen, in Fülle vorhanden ist. Es ist ein Aufbrechen, es ist ein Verlassen der Komfort-Zone. Es kann aber zu einem Weg in ein verheißenes Land werden. Denn vielleicht gewinnen wir durch den behutsamen Umgang mit den Ressourcen eine neue Form des solidarischen Miteinanders.

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16. Juli

HERR, wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich.

Psalm 138, 7

In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten.

2. Korinther 6, 4

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Als hätte Paulus in unsere Zeit geschaut: Not, Angst, Bedrängnis - in der Welt, in unserem Land, vor der Haustür. Ich kann gar nicht alles aufzählen, was mir, was anderen Sorge macht - zu viel, zu vielfältig, zu groß. Spannend ist für mich die Frage: Wie kann ich mich in all dem als Dienerin Gottes erweisen? Vielleicht, in dem ich nicht aufhöre, zuzuhören und hinzusehen. Und indem ich erzähle, was mich durch die Angst, durch die Not trägt: Die felsenfeste Gewissheit, dass Gott an meiner Seite ist und mir helfen wird. Er erquickt mich - mitten in der Angst.

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15. Juli

Gottes Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.

Psalm 85, 10 und 11

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.

Römer 5, 1

Prädikantin Sabine Lang, Hesselbach: Unser Glaube macht uns vor Gott gerecht. Gerecht werden kann ich also nicht durch meine Leistung. Vor Gott gerecht da zu stehen, ist Gottes Geschenk an mich. Allein durch Gnade. Ich kann mir das nicht verdienen und muss es auch nicht. Es ist und bleibt Geschenk. Gottes Geschenk an den Menschen, der glaubt. Und durch diesen Glauben können wir Frieden haben mit Gott. Oder anders ausgedrückt: Frieden mit Gott finden ist eine Folge des Glaubens, nicht der persönlichen Leistung. Dafür bin ich dankbar.

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14. Juli

Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.

Psalm 145, 9

Er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Matthäus 5, 45

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Sonne und Regen - zwei Elemente, die alles Leben auf der Erde braucht. Die Sonne, weil sie Licht und Wärme schenkt. Den Regen, weil ohne Wasser alles Leben verdorrt. Gott schenkt diese beiden lebenswichtigen Elemente allen Menschen - Bösen und Guten, Gerechten und Ungerechten. Ist das nicht unfair? Warum belohnt er nicht die Guten und Gerechten und bestraft die Bösen und Ungerechten? So wäre die Welt doch in Ordnung!
Gott denkt anders. Der Herr ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke - Gott malt nicht schwarz und weiß. Er will Leben für alle und schenkt darum, was alle zum Leben brauchen. Für mich ist an dieser Stelle immer die Frage: Was bedeutet diese vermeintliche Ungerechtigkeit Gottes für mein Reden und Handeln im Alltag des Lebens?

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13. Juli

Ich will einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, wo man nichts von mir gehört hat; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen.

Jesaja 66, 19

Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.

Markus 16, 15

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück:„Wohin gehört das Evangelium?“ - „Was für eine Frage, in die Kirche natürlich?!“
Ja, da gehört es schon hin. Mindestens in den Gottesdienst. Aber auch noch an ganz viele andere Stellen: auf den Parkplatz beim Einkaufen, an die Käsetheke, ins Restaurant, an den Kopierer im Büro, an die Bushaltestelle oder ins Zugabteil, ins Schwimmbad oder das Fitnessstudio, aufs Sofa und in die Sitzung, an die Theke oder in die Vertragsverhandlung, in den Stall und aufs Schützenfest. Überall gehört die gute Botschaft von Gottes Himmelreich hin. Ohne Etikett und ohne große Predigt, denn so kann das Evangelium am besten seine volle Wirkung entfalten.

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12. Juli

Der HERR ist meine Kraft.

Habakuk 3, 19

Dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben.

1. Timotheus 4, 10

Pfarrer Martin Behrensmeyer, Altenhundem: Im Fitness-Center stehen sie im Regal: Energiedrinks und Kraftriegel, die beim Training genug Ausdauer verleihen. Der Akku vom E-Bike erhält neue Energie an der Steckdose. Wladimir Putin scheint seine leider zerstörende Energie aus einem bestimmten Bild auf die russische Geschichte zu ziehen. Die Mitgliedstaaten der NATO entwickeln eine ungeahnte Kraft aus ihrer Solidarität miteinander.
Und was ist ihre Kraftquelle? Die Tageslosung für heute lautet: Der HERR ist meine Kraft! Gott kennt mich. Gott begegnet mir mit Wertschätzung. Gott schenkt mir jeden Tag die Chance, mein Leben bewusst zu gestalten. Darauf zu vertrauen verleiht Kraft.

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Martin Behrensmeyer unterstützt die Kirchengemeinden Banfetal und Bad Laasphe imPastoralen Dienst im Übergang.


11. Juli

HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!

Jeremia 16, 19

Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.

2. Korinther 4, 8

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Keine Angst zu haben, ist bedenklich. Denn Angst warnt uns vor bedrohlichen Situationen. Siel tippt uns an, bevor wir uns in eine Lage begeben, in der wir alles verlieren können. Manchmal macht die Angst aber auch das Gegenteil von Bewahrung. Sie lähmt uns, macht uns unfähig zu reagieren. Zur Zeit umgeben uns viele Krisen, die uns ängstigen, denn es steht viel auf dem Spiel: Klimakrise, Krieg in der Ukraine, Corona, soziales Ungleichgewicht. Doch kein Grund zum Erstarren. Denn was auch geschieht, am Ende sind wir geborgen in Gottes Liebe. Das bewahrt vor Lähmung und  befreit uns zum Handeln, auch wenn wir das Ende nicht in der Hand haben.

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10. Juli Sonntags-Angedacht

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Aus meiner Kindheit kenne ich noch eine Geschichte, die mich daran erinnert, dass viele kleine gemeinsame Schritte zu einem großen Ergebnis führen können. Sie geht so:

Vor langer Zeit, da herrschte große Armut. Die Menschen horteten daher alles Essbare, was sie finden konnten und versteckten es sogar vor ihren Freunden und Nachbarn. Eines Tages kam ein Hausierer mit einer Schubkarre in das Dorf.
„Es gibt in der ganzen Gegend keinen Bissen zu essen“, sagte man ihm. „Es wäre besser, Sie würden weiterziehen.” „Oh, ich habe alles, was ich brauche“, sagte der Hausierer. „Eigentlich hatte ich mir gedacht, ich mache eine Steinsuppe und lade euch alle dazu ein.”
Er hob daraufhin einen eisernen Kessel von seiner Karre, füllte diesen mit Wasser und machte ein Feuer darunter. Dann nahm er einen schlichten Stein aus seiner Tasche und legte ihn in das Wasser.
Mittlerweile waren viele Dorfbewohner auf dem Platz erschienen, weil sie das Gerede über das Essen gehört hatten. Als der Hausierer an der Suppe schnüffelte und in freudiger Erwartung mit der Zunge über seine Lippen fuhr, begann der Hunger das Misstrauen der Dorfbewohner zu besiegen.
„Ah”, sagte der Hausierer recht laut zu sich selbst, „ich liebe eine schmackhafte Steinsuppe. Natürlich, eine Steinsuppe mit Kohl, das wäre sicherlich kaum zu übertreffen.”
Kurz darauf eilte ein Dorfbewohner herbei, der einen Kohl aus seinem Versteck in der Hand hielt und diesen in den Kessel legte. „Großartig”, rief der Hausierer. „Wissen Sie, einmal hatte ich sogar eine Steinsuppe mit Kohl und einem Stück Wurst darin. Die war köstlich!”
Der Dorfmetzger besorgte daraufhin etwas Wurst, und so ging es dann mit Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Salz und weiter. Jeder brachte vorbei, was ihm zur Verfügung stand, bis sie tatsächlich ein köstliches Mahl für alle hatten. Das ganze Dorf wurde satt.
Am nächsten Tag zog der Unbekannte weiter. Von dieser Zeit an, noch lange nachdem die Not vorbei war, dachten die Leute an die köstlichste Suppe, die sie jemals gegessen hatten. Und sie hatten so auch das Teilen gelernt.

Was mir an dieser Geschichte Hoffnung macht: Um gemeinsam ein Ziel zu erreichen, kann jeder etwas beitragen, wenn es auch nur etwas Kleines ist. So wird allen geholfen. In der Geschichte hätte jeder Einzelne für sich keine Suppe kochen können. Weil sie aber das, was sie besaßen, miteinander teilten, hatten alle ein gutes Essen. Das ist wahre Gemeinschaft!
Bei der Geschichte ist das Erstaunlichste nicht, dass am Schluss alle satt werden. Sondern, dass sie miteinander gegessen haben und satt wurden, obwohl jeder nur wenig dabeihatte. Denn jeder hatte seinen kleinen Teil dazu beigesteuert. Was kann mein Beitrag sein, damit alle in der Welt genug für ein gutes, würdiges Leben haben?

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9. Juli

Sie litten keinen Durst, als der HERR sie leitete in der Wüste. Er ließ ihnen Wasser aus dem Felsen fließen.

Jesaja 48, 21

Jesus spricht: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!

Johannes 7, 37

Prädikantin Traudel Stremmel, Berghausen: Ein Mensch kann, je nach Voraussetzung, ohne Essen etwa 30 bis 60 Tage überleben. Ohne Trinken schafft er es aber nur circa 3 bis 4 Tage. Wasser ist lebensnotwendig und Durst ein Zeichen dafür, dass uns etwas Lebensnotwendiges fehlt. Viele Menschen dürsten in unserer Zeit, nicht nur nach Wasser, sondern auch im übertragenen Sinn nach Liebe, Anerkennung, Zuspruch und gelingendem Leben. Wir alle haben ein Verlangen nach dem, was für unser Leben notwendig ist. Nicht immer können Menschen uns das geben. Der Psalmbeter im Alten Testament wusste schon, wo das wahre Leben zu finden ist: Denn bei dir (Gott) ist die Quelle des Lebens. (Psalm 36, 10) Und Jesus sagt: Ich kann euren Durst, nach was auch immer, stillen. Kommt her! Probiert es aus!

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8. Juli

Ich will euch heimsuchen, spricht der HERR, nach der Frucht eures Tuns.

Jeremia 21, 14

Lasst uns Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.

Galater 6, 9

Presbyter Christian Gerhardt, Hesselbach: „Tue Gutes und rede darüber“ - es ist immer noch etwas verpönt, über eigene Taten positiv zu reden. „Eigenlob stinkt“ heißt es. Aber, wenn wir unsere Guten Taten in die Welt posaunen, dann kann auch ein Sog entstehen, in/an dem Menschen merken: „Oh, der hat das und das Gute getan, dass möchte ich auch tun/da möchte ich auch gerne helfen“. Ist Euch mal aufgefallen, dass Vollpfosten immer voller Überzeugung von ihrem Unsinn erzählen, im Brustton der Überzeugung? Also… warum nicht auch über gute Taten berichten? Es muss viel mehr über gute Taten gesprochen und berichtet werden. Lass uns dranbleiben und nicht müde werden in der Gewissheit, dass die Zeit der Ernte kommen wird. Nicht das Anfangen wird belohnt, sondern das Durchhalten!

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7. Juli

In deiner Hand, HERR, steht es, jedermann groß und stark zu machen.

1. Chronik 29, 12

Jesus herzte die Kinder und legte die Hände auf sie und segnete sie.

Markus 10, 16

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Ein schönes Bild, wie Jesus mit den Kindern umgeht und wie er sie groß macht und in den Mittelpunkt stellt. Aber ich frage mich auch, wann ich unsere Kinder das letzte Mal gesegnet habe. Natürlich werden unsere Kinder in jedem Gottesdienst gesegnet. Selbstverständlich beten meine Frau und ich mit ihnen und für sie. Wir spielen, toben, kuscheln täglich mit ihnen. Aber dass wir ihnen die Hände aufgelegt und sie gesegnet haben, ist doch schon etwas her. Insofern möchte ich diesen bekannten Vers zum Anlass nehmen, meine Kinder bewusst zu segnen. Sie in den Mittelpunkt zu stellen und sie in die Hände Gottes zu legen, dass sie mit seinem Segen groß und stark werden.

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6. Juli

Der HERR wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein.

Jesaja 60, 19

Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.

1. Johannes 1, 5

Erzieherin Angelika Krämer, Niederlaasphe: Gott ist Licht - er ist dein Licht, das ist eine sehr hoffnungsvolle Botschaft. Er strahlt in uns und durch uns hindurch, sodass wir auch in tiefster Finsternis niemals im Dunklen stehen werden. Das Licht ist rein und kraftvoll wie die Morgensonne an einem schönen Sommertag und wie ein freudiger Gedanke, der in uns leuchtet. Wenn wir uns der lichtvollen Strahlkraft Gottes hingeben, bleibt das nicht unbemerkt. Wir strahlen Gottes Licht aus, und das Licht fällt durch uns in die Welt. Es tröstet die Seelen und heilt alles Traurige. Gott ist Licht.

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5. Juli

Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.

1. Mose 15, 6

Die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder.

Galater 3, 7

Jugendmitarbeiterin Linda Laubisch, Feudingen: Der Wunsch nach Wohlstand, Sicherheit und Zukunft beschäftigt vermutlich jeden von uns. Wir möchten es guthaben, möglichst sorgenfrei durchs Leben gehen. Leider verlieren wir oft genug den Glauben daran. Der ein oder andere Schicksalsschlag oder manche Krisensituation in der Welt lassen uns zweifeln. Manchmal scheint es ausweglos. Irgendwer sagt ja schließlich immer: „Das geht nicht!“
Abraham und seine Frau waren bereits in einem hohen Alter, wünschten sich aber immer noch eine Zukunft mit eigenen Kindern. Die Wissenschaft würde sagen: Unmöglich! Abraham aber bekam Isaak und wurde durch seine Nachfahren zum Urvater eines unzählig großen Volkes. Also: Glauben wir wieder mehr an das Unmögliche - entgegen jeder Logik.  Erlauben wir uns zu träumen. Kein Traum ist zu groß, wenn wir auf Gott vertrauen. Schließlich heißt es ja: Nichts ist unmöglich dem, der glaubt!

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4. Juli

Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der HERR. Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort.

Jesaja 66, 2

Jesus betet: Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.

Johannes 17, 17

Pfarrer Matthias Elsermann, Kreuztal: Eine heilvolle Spannung liegt in dieser Losung. Einerseits werden Gott in zweifacher Weise Macht zugeschrieben: Er hat alles erschaffen vor seinem Wort. Und Menschen erzittern vor seinem Wort. Wird der Mensch damit klein gemacht unter Gottes übermächtiger Herrschaft? Nein, ganz im Gegenteil: Gottes Macht dient dem Elenden, dem Erschöpften und Ausgelaugten. Sie ist nicht Herrschaftsmacht, sondern Hilfsmacht. Sie verursacht nicht Angst, sondern Trost und Hoffnung. Damit wird der kleine Mensch groß gemacht durch Gottes Herrschaft!

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Matthias Elsermann ist der Schulreferent der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein.


3. Juli Sonntags-Angedacht

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: 2+3=5; 4x6 =24; 28:7=3; 31-12=19 - was fällt Ihnen an diesen Rechenaufgaben auf? Vermutlich haben Sie den EINEN Fehler entdeckt. Aber haben Sie auch die DREI richtigen Ergebnisse bemerkt? Es kommt auf den Blickwinkel an.

Eine spannende Sehschule ist für mich das Lied von Paul Gerhardt: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud‘ in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben“. Was für ein herausfordernder Blick! Nicht: „Finde den Fehler“, sondern: „Suche Freud‘!“ Achte auf das Positive. Sei offen für Überraschendes. In sieben Strophen hat Paul Gerhardt seine freudigen Beobachtungen in der Natur und der Tierwelt zusammengetragen und dann noch einmal acht Strophen drangehängt, in denen er „des großen Gottes großes Tun“ für sein Leben und seinen Glauben besingt. Ich staune deshalb über diese Sichtweise, weil Paul Gerhardt auch ganz andere Themen in seinem Lied hätte ansprechen können: die unzähligen Opfer, die der Dreißigjährige Krieg forderte, und damit verbunden der tägliche Kampf gegen Hungersnot und Seuchen.

Ein ähnlich innovativer Sammler findet sich im Kinderbuch von Leo Lionni: Dort wird die Maus Frederick skeptisch von den anderen Nagern beäugt, weil er scheinbar faul rumsitzt und im Sommer Farben, Sonnenstrahlen und Wörter sammelt, während die anderen Körner, Nüsse, Weizen und Stroh heranschleppen und für den Winter einlagern. Als dann aber in den Wintermonaten nach und nach die Vorräte aufgebraucht sind, teilt er mit seiner Familie die gesammelten Sonnenstrahlen, um sie zu wärmen; die Farben, um den Winter weniger grau und trist sein zu lassen; und die Worte, in Form eines Gedichtes, das die Zuhörenden berührt.

Die Ferienzeit bietet in Phasen der Erholung zuhause oder unterwegs die Möglichkeit, Neues in den Blick zu nehmen und besondere Eindrücke zu sammeln, als ermutigende Ration für den Alltag. Ob ich dabei auf so viele Strophen wie Paul Gerhardt komme oder so ausgefallene Vorräte wie Frederick finde, weiß ich nicht.

Bei der Rückkehr in den Alltag kann ich mich aber auch gut auf die Sichtweise einlassen, die ich auf einem älteren Kalenderblatt gefunden habe: Ich bin dankbar für die laut geäußerten Beschwerden über die Re­gierung, weil das bedeutet, dass wir in einem freien Land leben und das Recht auf freie Meinungsäuße­rung haben; für die Frau in der Gemeinde, die hinter mir sitzt und falsch singt, weil das bedeutet, dass ich gut hören kann; für die Wäsche und den Bügelberg, weil das bedeu­tet, dass ich genug Kleidung habe; für das Durcheinander nach der Feier, das ich auf­räumen muss, weil das bedeutet, dass ich von lieben Menschen umgeben war; für den Rasen, der gemäht, die Fenster, die geputzt werden müssen, weil das bedeutet, dass ich ein Zu­hause habe; für den Wecker, der morgens klingelt, weil das be­deutet, dass mir ein neuer Tag geschenkt wird.

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2. Juli

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

Psalm 139, 9 und 10

Jesus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Matthäus 28, 20

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Manche finden das bedrohlich, haben sie mir gesagt: Überall ist Gott, er hört alles und sieht alles, nirgendwo ist man sicher vor ihm. Ich finde es wunderbar: Gott ist in seiner Schöpfung, er ist in seiner Welt. Er hat sich nicht zurückgezogen, er hat nicht alles uns überlassen. Er schaut hin, was wir tun, er hört, wenn wir rufen, er hilft, wo wir ihn lassen. Er tut es als liebender Vater und als gnädiger Richter. Er ist mir immer nah; besonders nah als menschgewordener Gott, in Jesus Christus. Nie kann ich aus Gottes Hand herausfallen, komme was da wolle. Danke, Gott!

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1. Juli

Wende dich, HERR, und errette meine Seele, hilf mir um deiner Güte willen!

Psalm 6, 5

Jesus wandte sich um und sah die Frau und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und die Frau wurde gesund zu derselben Stunde.

Matthäus 9, 22

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Es gibt Tage, an denen uns der Boden unter den Füßen weggezogen zu sein scheint. Wenn eine Beziehung kaputt geht, wenn jemand ernsthaft erkrankt oder gar stirbt. Dann mangelt es uns an Hoffnung, an Zuversicht. In scheinbar ausweglosen Situationen haben wir das Gefühl, dass Gott ganz weit weg ist. Selbst das Beten fällt schwer. In solchen Tagen ist es hilfreich, Worte aus den Psalmen zu beten.
Unser Losungswort ist solch ein Gebet, gerade für schwierige Zeiten. Dann ist Gott unsere erste Anlaufstation. Ihm dürfen und können wir alles sagen. Wahrscheinlich ändert sich unsere Situation nicht schlagartig, aber wir werden erfahren: Gott ist nur ein Gebet weit entfernt. In Jesus Christus ist er uns sehr nahe, an ihm können wir uns immer ausrichten und festhalten.

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30. Juni

Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil.

2. Mose 15, 2

Maria sprach: Er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.

Lukas 1, 49

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: Na sicher - Maria und Mose, klar, dass die Beiden Gott so überschwänglich loben können, denn die haben ja so tolle, krasse Dinge mit ihm erlebt. Bei mir sieht das grad' anders aus, magst Du denken; ich erlebe grad' wenig mit Gott. Wie kann ich in diesen Lobgesang einsteigen?
Bei Maria und Mose war jedoch auch nicht alles einfach, und sie durchlebten Phasen des Fragens und des Zweifelns. Aber sie blieben offen für Gottes Reden und Handeln. Lasst uns dementsprechend auf Gott hören, stille sein, offen sein für die kleinen wunderbaren Augenblicke und Geschichten in unserem Leben. Vielleicht erinnern wir uns dann wieder an Dinge, die Gott bereits bei Dir oder bei mir getan hat und können wieder befreit Gott loben.

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29. Juni

Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst.

5. Mose 30, 19

Das ist das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Johannes 17, 3

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Warum wählen wir Menschen einen bestimmten Weg? Oft, weil wir andere kennen, die ihn schon gegangen sind und gute Erfahrungen damit gemacht haben. Ist es nicht auch so mit dem Weg, den uns Gott anbietet? Viele haben ihn vorher schon gewählt und können davon erzählen.
Und auch wir können als Menschen, die an Gott glauben und unser Leben mit ihm zu führen versuchen, anderen diesen Weg zeigen und sie einladen, ihn mit Gott zu gehen, der uns einlädt, das ewige Leben zu wählen, das er uns anbietet.

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28. Juni

Der HERR steht mir zur Rechten, so wanke ich nicht.

Psalm 16, 8

Paulus sagt: Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge.

Apostelgeschichte 26, 22

Jugendmitarbeiterin Birthe Becker-Betz, Fischelbach: Immer wieder machen wir diese Erfahrung: Das Leben läuft nicht rund oder gar aus dem Ruder. Schlechte Nachrichten häufen sich, wir werden von Krankheiten und Viren bedroht. Wir beten und hoffen, dass es wieder anders wird, dass Gott eingreift und hilft. Diese Zuversicht und Hoffnung darf ich haben, weil ich weiß, dass Gott all unsere Schwierigkeiten, unsere Sorgen, unseren Kummer mitträgt, uns zur Seite steht.
Sofort fällt mir ein Lied von Cae Gauntt aus meiner Jugend ein: „Egal, was dir Sorgen macht, was dich um den Schlaf gebracht, was dir auf der Seele liegt, dich unterkriegt und lähmt, egal was dich beschämt: Ich steh‘ zu dir, fang an und vertraue mir. Auch wenn du verzweifelt bist und mich vergisst, bin ich hier, mein Kind. Ich steh immer zu dir!“

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27. Juni

Dein Volk spricht: »Der HERR handelt nicht recht«, während doch sie nicht recht handeln.

Hesekiel 33, 17

Prüft, was dem Herrn gefällt.

Epheser 5, 10

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Recht handeln, im Recht sein, das lieben wir. So auch der Liedtext der Band „Alte Bekannte“: „Recht haben ist geil. Wenn ich Recht hab, geh ich steil!“ Warum ist Recht haben so toll? Weil ich als Rechthaber dem anderen überlegen bin. Aber Rechthaber werden schnell einsam, wenn sie immer nur im Recht sind. Gemeinschaft entsteht nicht im Recht haben, sondern im Recht geben. Sie entsteht im Anerkennen: Du hast das gleiche Recht wie ich. Wir sind gleichwertig!
Sich an gleiches Recht binden und dazu zu stehen, verbindet eine Gemeinschaft. Dazu gehören Rechte und Pflichten. Letztere sah das Volk wohl nicht so genau Schade. Dann funktioniert Gemeinschaft nicht. Weder bei Gott noch bei Menschen. Lernen wir draus!

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


26. Juni Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: „Que sera, sera?“ - unvergessen das Lied, das Doris Day als Jo McKenna in dem Film „Der Mann, der zu viel wusste“ singt. Geht es in dem Film darum, eine gefährliche Situation zu meistern und Entführern zu entkommen, schildert der Text des Liedes etwas ganz anderes. Es geht um den Blick in die Zukunft. Um Aussichten. Um Fragen, die ein Kind seiner Mutter stellt.

Que sera, sera? Whatever will be, will be! The future's not ours to see. Es kommt, wie es kommt, die Zukunft liegt nicht in unserer Hand. Vertröstung oder Trost, das ist hier die Frage.

Wie gerne hätte ich eine Glaskugel und dann würde ich immer dann einen Blick hineinwerfen, wenn mich die Unsicherheit packt. Nicht unbedingt, um die Lottozahlen vom nächsten Samstag schon vorher zu wissen. Eher um zu sehen, ob das, was ich jetzt gerade tue, Sinn macht. Ob die Gedanken und Ideen, die wir haben, in der und für die Zukunft richtig sind. Wie gerne würde ich vorher prüfen können, welcher Weg der richtige ist. Oder gibt es vielleicht bei beiden Alternativen ein Ziel? Unsicherheit und Ungewissheit kann ich echt nur schwer aushalten. Ist schon komisch, denn zu enge Wege und zu feste Strukturen sind ja auch nichts für mich. Raum für Ideen und Kreativität und eine Garantie auf Erfolg, oder wenigstens Funktionstüchtigkeit. Das hätte ich gerne. Und auf keinen Fall die Katze im Sack. So viele Wünsche und es gibt bestimmt noch mehr. Aber: Es kommt, wie es kommt und die Zukunft liegt nicht in unserer Hand.

Mal abgesehen von Doris Day und dem Hitchcock-Thriller ist das schon ein gutes Motto, um im Alltag zu bestehen. Als Kirche sowieso. Leben wir doch im und vor allen Dingen vom Vertrauen. Aber es ist eben auch nicht immer einfach, dieses Vertrauen groß zu machen und angesichts äußerer Zwänge zu behalten. Und wann ist es überhaupt Vertrauen, wann ist es Naivität? Und wie geht das zusammen mit der Verantwortung, die wir tragen? Als Menschen in der Welt, als Menschen in der Institution „Kirche“, als Menschen in den Gemeinden vor Ort, als Menschen, die Entscheidungen treffen müssen. Que sera?

„Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand“, so heißt es in einem Kirchenlied von Arno Pötzsch. Ein Satz, der schon oft zitiert wurde, der deswegen aber nicht abgenutzt ist. Die Zukunft liegt nicht in unsrer Hand heißt ja nicht, dass ich sie aus der Hand geben muss. Darf ich auch gar nicht. Denn ich will ja was tun für meine und unsere Zukunft. Ich hab' sie in der Hand. Und die Gewissheit, dass sie in jedem Fall auch in einer anderen Hand ist. Eine, die viel stärker und umfassender ist, als alle anderen Hände der Welt.  

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25. Juni

Du erkennst ja in deinem Herzen, dass der HERR, dein Gott, dich erzogen hat, wie ein Mann seinen Sohn erzieht.

5. Mose 8, 5

Jesus spricht: Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.

Johannes 13, 15

Kirchenkreis-Archivar Dr. Johannes Burkardt, Bad Berleburg: Anderen Menschen zu dienen und zurückhaltend zu leben, ist alles andere als in Mode. Nachrichten und Alltag zeigen uns: Es gilt, sich selbst in Szene zu setzen und eigene Rechte einzuklagen. Die anderen sollen für sich selbst sorgen. Das Beispiel Jesu in Römer 13 stellt uns Christen ein dramatisch anderes Beispiel vor Augen: Der Herr demütigt sich und wäscht seinen Jüngern die Füße. Hier werden die gnadenlosen Alltagsregeln durchbrochen. Jesus zeigt uns: Wir sollen füreinander da sein, einander wertschätzen und uns nicht als den Wichtigeren aufspielen. Versuchen wir doch, diesen Text heute als Anregung zu nehmen, uns selbst und unsere Ansprüche wenigstens ein bisschen zu hinterfragen!

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24. Juni

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele.

Psalm 19, 8

Die Menge fragte Johannes: Was sollen wir nun tun? Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso.

Lukas 3, 10 und 11

Pfarrer Dr. Andreas Kroh, Wolzhausen: Von der Seele zu sprechen, das erscheint mir heute wenig der Fall zu sein. Wenn dies gelegentlich doch geschieht, dann vielleicht noch im Zusammenhang mit seelischen Erkrankungen oder psychischen Beschwerden. Eine andere Perspektive gibt uns unser heutiges Bibelwort. Hier wird überschwänglich von der Seele gesprochen. Die Seele soll sich freuen. Die Freude kommt von Gott. Dieser Gedanke gefällt mir gut. Gleichzeitig fällt mir aber ein: Vielleicht sollten wir wieder öfter von der Seele sprechen, dann allerdings im Zusammenhang mit Freude und Fröhlichkeit.
Guter Gott, schenke uns dein Wort als Licht auf unseren Wegen. Schenke uns eine solche Freude, die unsere Seele erfreut. Amen

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23. Juni

Ruft laut, rühmt und sprecht: HERR, hilf deinem Volk!

Jeremia 31, 7

Herr, gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort.

Apostelgeschichte 4, 29

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg: „Raus mit der Sprache, nur sprechenden Menschen kann geholfen werden“ - auch wenn ich nicht weiß, wer diesen Satz einst als erstes sagte, so weiß ich doch, dass ich ihn oft von meiner Mutter gehört habe. Nicht selten wusste sie zu diesem Zeitpunkt sicher schon, was ich von ihr wollte oder was mein Problem war. Und sicher hätte sie auch schon vor meiner Antwort eine Lösung parat gehabt, aber dennoch bestand sie darauf, dass ich mein Anliegen formuliere und um Hilfe bitte. Ein kleiner Schritt des Anvertrauens, der uns bei unserem unendlich verständnisvollen Vater auch nicht schwerfallen sollte.

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22. Juni

Behalte meine Gebote, so wirst du leben, und hüte meine Weisung wie deinen Augapfel.

Sprüche 7, 2

Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit.

Jakobus 3, 13

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Wenn ich das Wort „Weisheit“ höre, muss ich an meine Schulzeit und die Abbildung „Die Schule von Athen“ in meinem Geschichtsbuch denken: Männer in wallenden Gewändern und mit langen Bärten versammeln sich, um über die großen Fragen des Universums und der Menschheit zu philosophieren.
In den heutigen Losungsversen finde ich keine Aussage darüber, dass Weisheit etwas mit Lebensalter, Geschlecht und Bildungsgrad zu tun hat. Weise ist, wer sich von Gott Weisung geben lässt und wer sich nicht nur gute Gedanken macht und kluge Worte redet, sondern diesen auch Taten folgen lässt, die Gott ehren und den Menschen dienen.

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21. Juni

Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet.

Psalm 8,3

Als die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die Jesus tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen?

Matthäus 21, 15 und 16

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück:Betrunkene und Kinder sagen die Wahrheit, so heißt es in einem landläufigen Sprichwort. Und da ist ja auch was dran. Durch Alkohol wird die Hemmschwelle niedriger, und Kinder kennen die noch gar nicht. Da man ja nicht immer betrunken sein kann, sollte man sich ein Beispiel an den Kindern nehmen und in unverstellter Ehrlichkeit sich über die Kleinigkeiten freuen und das sagen, was stört und weh tut oder stinkt. Außerdem neugierig bleiben, lachen und so oft wie möglich unbeschwert sein. So bereiten wir dem Schöpfer die größte Ehre.

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20. Juni

Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

2. Mose 20, 3

Simon Petrus sprach: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Johannes 6, 68 und 69

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ - dieses Gebot ist nicht nur das erste aus Zehn, sondern vielleicht auch das wichtigste. Es bildet gewissermaßen die Grundlage und den Ausgangspunkt
dieser zehn essenziellen Regeln, die Mose auf dem Sinai von Gott empfängt. Unser Gott ist der einzige Gott, und gerade deshalb haben die neun Gebote, die nun folgen, Absolutheitsanspruch. Gott gibt Mose sein Gesetz, um ein friedvolles Miteinander der Menschen seines Volkes zu ermöglichen und Neid, Hass und Gewinnsucht so weit wie möglich einzugrenzen. Doch über all dem steht Gott selbst, er soll für uns buchstäblich an erster Stelle stehen - schließlich ist er der Herr, unser Gott - und zwar der einzige!

eine E-Mail an den Autor, die Post wird aus dem Berleburger Haus der Kirche weitergeleitet


19. Juni Sonntags-Angedacht

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Als die ersten Bilder der Pandemie zu sehen waren von dem unsäglichen Leid in Norditalien, war ich erschüttert. Doch mit den Wochen und Monaten wurde es normal, von überfüllten Intensivstationen zu hören und der steigenden Zahl der Todesopfer. Das furchtbare Leid der Betroffenen wurde Alltag. Anscheinend gewöhnt man sich auch an so etwas. Das änderte sich, als ich einen Mann kennenlernte, der nur mit knapper Not dem Tod durch den Corona-Virus entronnen war. Da bekam das Leid ein Gesicht und einen Namen.
Ähnliches erlebte ich, als es noch das Flüchtlings-Camp in Bad Berleburg gab. Natürlich las ich über die Situation in Syrien. Aber das Schlimme blieb auf Distanz. Das änderte sich, als ein Ehepaar in die Beratung kam, sich zu verabschieden. Sie hätten gerne hier gearbeitet oder gelernt. Sie dürften aber nur warten. Das würde sie verrückt werden lassen. Dann würden sie lieber zurückkehren nach Syrien, auch wenn es wahrscheinlich viel Leid oder sogar den Tod bedeutet. Mit einem Mal kannte ich jemanden, auf den in Syrien geschossen wird oder der gezwungen wird, selber zu schießen. Dieser sinnlose Krieg hatte nun ein Gesicht. Und ähnlich ging es mir bei dem jungen Mann im Kirchenasyl, der aus Afghanistan kam, und der mir dann noch Fotos seines Freundes zeigte, der der Abschiebung nicht entgangen war.

Gott hat uns eine wunderbare Gabe geschenkt: Er schuf uns als Wesen, die Beziehungen brauchen und die von Beziehungen her denken. Zahlen sagen uns nichts. Ob in einem Krieg so viele Menschen sterben, wie in ganz Wittgenstein leben oder soviel wie im Raum Dortmund, es berührt uns nicht. Aber wenn wir einen einzigen persönlich kennen, der Opfer ist, seinen Namen wissen und eine Vorstellung davon haben, wie er aussieht, dann rückt uns das Leid ganz nahe. Ist das nicht eine ständige Überforderung?

Es gibt viele Menschen, die sich davon nicht schrecken lassen. Sie stehen Menschen bei, die auf der Flucht sind oder als Obdachlose auf der Straße leben. Sie haben die Menschen im Ahrtal nicht vergessen und packen mit an. Sie sind Paten von behinderten Menschen oder stehen als Gesprächspartner für psychisch Erkrankte zur Verfügung. Was sie tun - ehrenamtlich oder hauptberuflich - ist schwer, denn das Leid bekommt ein Gesicht. Sie nehmen immer ein Stück davon mit nach Hause. Kriege zu beenden oder eine gerechte Wirtschaft zu schaffen liegt nicht in unseren Händen. Aber indem wir eine Beziehung haben zu einem Leidtragenden, machen wir aus einer Ziffer in der Statistik wieder ein Gegenüber. Die Menschen erhalten ein Stück ihrer Würde zurück. Und die, die helfen auch. Denn sie werden von hilflos Zuschauenden zu Menschen, die handeln können!

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18. Juni

Er sättigt die durstige Seele, und die Hungrigen füllt er mit Gutem.

Psalm 107, 9

Mein Gott wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.

Philipper 4, 19

Jung-Erwachsenen-Mitarbeiterin Bianca Brieseck, Erndtebrück: Das ist eine schöne Vorstellung: Wie im Schlaraffenland lieg' ich auf einer Wiese und ein gebratenes Hühnchen kommt auf mich zugeflogen und ich brauch' mich nur zu bedienen. Aber halt, darum geht es hier nicht. Gott will unserem Mangel abhelfen. Wir werden mit dem versorgt, was wir brauchen, nicht verwöhnt. Es geht um die Grundnahrungsmittel. Dazu zählt Essen und Trinken, allerdings auch sowas wie die Bibel. Immer wieder schlage ich in der Bibel nach, wenn ich Hilfe, Trost und Rat brauche. Und dann finde ich sie: Bibelstellen, die mir Kraft geben, Zuversicht und Hoffnung, Antworten auf meine Fragen. Nahrung für meinen Glauben, für meine Seele.

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17. Juni

HERR, mein Gott, du bist sehr groß; in Hoheit und Pracht bist du gekleidet. Licht ist dein Kleid, das du anhast.

Psalm 104, 1 und 2

Ihr sollt die Wohltaten dessen verkündigen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht.

1. Petrus 2, 9

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Wie ist Gott? Das ist eine wichtige und zugleich auch keine einfache Frage. Da hilft einem ein Blick in die Bibel. Denn darin finden sich sehr viele Aussagen über Gott. Im heutigen Losungsvers und Lehrtextvers wird über ihn gesagt, dass ein bedeutendes Wesensmerkmal von ihm Licht ist. In unserem Leben sind wir immer wieder auch von Dunkelheit umfangen. Da hilft es uns, dass Gott uns sein Licht schenken möchte. Dadurch wird unsere Dunkelheit zwar nicht beseitigt, aber sie wird doch ein wenig erhellt. Denn Gott liebt uns, und das bedingungslos. Das zu wissen, tut uns gut, zu jeder Zeit.

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16. Juni

Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen.

2. Mose 23, 25

Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

Matthäus 6, 31 und 32

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: „Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar!“ - sicher kennen Sie diesen Schlager, von Jürgen von der Lippe. So singt er und viele von uns können mitsingen, weil die Melodie im Ohr ist und der Text eine Leichtigkeit hat, die unsere Sorgen etwas kleiner scheinen lässt. Zusammen mit den Worten von Jesus machen sie uns Mut. Wir sollen uns nicht sorgen und erdrücken lassen, denn Gott weiß genau was wir brauchen. Die Sorgen sind da, an jedem Tag. Doch wenn wir Gott vertrauen, ist er mit seiner ganzen Fürsorge bei uns. Wir dürfen loslassen und er wird uns mit dem stärken, was wir nötig haben. So können wir getröstet und gelassen jeden Tag neu beginnen, denn der himmlische Vater weiß, was wir brauchen.

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15. Juni

Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Psalm 121, 8

Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.

2. Thessalonicher 3, 3

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: „Tschüß, bis heute Nachmittag!“ rufen meine Frau und ich uns hinterher, wenn sie zur Arbeit fährt. „Hallo Schatz, wie war dein Tag, schön, dass du wieder da bist.“ So, oder so ähnlich könnte eine Begrüßung aussehen, wenn der Partner oder die Partnerin von der Arbeit nach Hause kommt. Oft gibt es solche Rituale in Familien. Doch wie oft kommt dabei Gott ins Spiel und der Gedanke, von ihm auf dem Weg begleitet und behütet zu sein?
Es ist gut zu wissen, dass dieser Gott da ist. Es ist schön, dies auch zugesprochen zu bekommen. Ich möchte gerne öfter daran denken, wenn jemand das Haus verlässt oder nach Hause kommt. Gott behüte dich und gebe dir Trost und Kraft. Ich möchte es sagen und mir gesagt sein lassen.

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14. Juni

Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.

Psalm 127, 1

Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.

Philipper 1, 6

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: „Wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst“ - wir machen uns alle viele Gedanken um Dinge, die in der Zukunft liegen. Wir versuchen alles richtig zu machen und alles zu bedenken, auf alles vorbereitet zu sein. Wir können nicht für alle Probleme schon vorher eine Lösung parat haben. Wir können unser Möglichstes tun, um auf alles vorbereitet zu sein, doch am Ende bringen all unsere Bemühungen kaum etwas, wenn der Herr nicht über alles wacht.

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13. Juni

Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil.

Psalm 65, 6

Jesus spricht: Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.

Johannes 14, 14

Pfarrerin Claudia de Wilde, Hemschlar: In der praktischen Ausbildung hatten wir zur Vorbereitung auf die Jugendarbeit den Auftrag, einen Gebetsautomaten zu bauen. Dafür standen uns große Kartons und weiteres Material zur Verfügung. Schnell war klar: So funktioniert das nicht mit dem Gebet! Die Losungen für heute benennen, warum das so ist: Es kommt darauf an, in Gottes Namen zu bitten: „Dein Wille geschehe!“ Gott hört jedes unserer Gebete ganz gewiss, aber er bleibt souverän in seinen Entscheidungen. An uns ist es, das Vertrauen zu lernen, dass er es immer gut mit uns meint - denn er liebt uns und hat den Überblick.

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12. Juni Sonntags-Angedacht

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Heute ist das Trinitatisfest. Entsprechend steht der dreieinige Gott im Mittelpunkt der Betrachtung. Gott offenbart sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Daran wird dabei gedacht. So heißt es auch im Wochenspruch: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2. Korinther 13, 13)

Dieser Bibelvers lädt uns ein, im Einzelnen auf die Wirkungsweise von Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist zu schauen. Beginnen wir mit Gott Vater, oder so, wie es im Wochenspruch heißt, mit der „Liebe Gottes“: Worin zeigt sich diese Liebe von Gott Vater? Nun, das ist meiner Ansicht nach vergleichsweise einfach. Man muss nur einmal Gottes Schöpfung näher betrachten, und man erkennt Gottes wunderbares Wirken. Ob es die kleinsten Dinge sind, oder die größten Einheiten: Alles in Gottes Schöpfung ist wunderbar. Das gilt auch ganz besonders deswegen, weil die Strukturen immer die gleichen sind: Sowohl die kleinsten Einheiten als auch die größten Strukturen sind gleich aufgebaut. Allein das schon lässt einen staunen. Und wenn man dann noch ins Detail geht, wird man schnell merken, wie einzigartig Gottes Schöpfung ist. Zum Beispiel gleicht kein Blatt dem anderen. Alles ist auf Einmaligkeit angelegt. Das gilt natürlich auch für uns Menschen.
Kommen wir zum Gottessohn Jesus Christus. Von ihm heißt es im Wochenspruch: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus“. Jesus ist in diese Welt gekommen, und lebte und wirkte bei uns, um uns dadurch Gottes Liebe zu uns Menschen zu offenbaren. Durch sein Erlösungswerk am Karfreitag und an Ostern hat er uns gerettet. Wenn wir über Jesus sprechen, dann ist das Wort „Liebe“ zentral. Jesu Liebe bleibt bis in alle Ewigkeit.
Und nicht zuletzt geht es am Trinitatissonntag auch um den Heiligen Geist. Der Wochenspruch sagt von ihm: „Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ Hier wird gleich deutlich, was der Heilige Geist bewirkt: Er schafft Gemeinschaft. Er ist der Grund, warum es die Kirche und die Kirchengemeinden gibt. Ohne den heiligen Geist gäbe es keinen Glauben. Durch ihn sind wir miteinander verbunden. Dies gilt vor Ort und auch weltweit. Denn das Wirken des Heiligen Geistes unterscheidet nicht zwischen Kulturen, Hautfarben, Geschlechtern oder Nationen. Der Heilige Geist verbindet uns über alle Grenzen hinweg.

Also, wenn man diese Dinge und noch vieles Weitere betrachtet, dann gibt es unendlich viele Gründe, Gott für sein Wirken zu danken. Dazu lädt uns der Trinitatissonntag ganz besonders ein. Doch das können wir auch an jedem anderen Tag des Jahres tun: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

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11. Juni

Zur letzten Zeit wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.

Jesaja 2, 2 und 4

Die Soldaten fragten Johannes und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!

Lukas 3, 14

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes sollen künftig jährlich für Rüstungszwecke ausgegeben werden. Was ist das für ein gefährlicher Sog, in den wir da geraten? Keiner will Krieg, jeder möchte Frieden. Und doch müssen wir aufrüsten. Die Zeit, von der Jesaja spricht, scheint wohl noch nicht gekommen zu sein. Und so klingt dann auch unsere, scheinbar ohnmächtige, Frage: Was sollen denn wir tun?
„Frieden fängt beim Frühstück an“ - eine Grußkarte mit dem gleichnamigen Gedicht von Hanns Dieter Hüsch hat ihren festen Platz auf der Fensterbank in meinem Büro gefunden. Vielleicht kann Frieden wirklich so anfangen. Nämlich dort, wo wir uns zum Ziel setzen, so zu leben und zu handeln, wie wir es uns für die große Welt ersehnen. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende mit einem friedvollen Miteinander, nicht nur am Frühstückstisch!

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10. Juni

Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort erregt Grimm.

Sprüche 15, 1

Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen und gebt nicht Raum dem Teufel.

Epheser 4, 26 und 27

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: „Jetzt vertragt Euch doch wieder!“ - was für ein Satz. Einfach so daher gesagt. Vertragen ist aber überhaupt nicht einfach. Und ist es eigentlich das Gleiche wie vergeben, vergessen, verzeihen? Vom Gefühl her würde ich ja immer sagen, vertragen ist etwas anderes als vergeben oder verzeihen. Irgendwie weniger. Wenn ich mich mit jemandem vertrage, dann kann es durchaus sein, dass ich den Konflikt doch noch mal auf den Tisch bringe. Vergeben ist da eindeutiger. Am besten ist es, die Glut an schwelenden Konflikten so gering wie möglich zu halten. Den Großbrand kriegt nämlich sonst keiner mehr gelöscht. 

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9. Juni

Ist's nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.

1. Mose 4, 7

Zur Freiheit hat uns Christus befreit!

Galater 5, 1

Presbyter Christian Gerhardt, Hesselbach: Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen - das ist der erste Gedanke, der mir dazu einfällt: mit einem weiten Herzen gute Dinge tun. Das ist das, was zählt. Gott hat uns in klaren Worten gesagt, was zu tun  ist: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!
Wo ist das Problem? Lasst uns unserem Nächsten helfen, wenn er Hilfe braucht, danken, wenn er uns hilft, lasst uns uns für ihn freuen, wenn er Erfolg hat, lasst uns ihn trösten, wenn er traurig ist. Kein Konjunktiv mehr: Net schwätze, mache. Und dann den Blick eigenständig erheben auf die Freiheit, die uns Christus geschenkt hat.

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8. Juni

Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.

1. Samuel 2, 7

Haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person.

Jakobus 2, 1

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: „Wenn ich einmal reich wär'“, so singt der arme Milchmann Tewje in dem Musical „Anatevka“. Einmal reich sein, viele träumen davon. Keine finanziellen Sorgen haben, das täte gut, sich etwas leisten zu können. Aber es geht noch um mehr: Auf den, der arm ist, schauen andere herab. Arm sein steht in Köpfen vieler für minderwertig sein. Wenn ich hingegen Geld habe, gewinne ich Einfluss, bin ich bedeutend. Menschen begegnen mir dann höflicher, hören auf das, was ich sage, freuen sich, Zeit mit mir zu verbringen.
Bei Gott brauchen wir nicht von Reichtum zu träumen. Er sieht nicht auf Geldbeutel und Ansehen. Er hört uns zu, ihm sind wir wichtig, weil wir seine geliebten Kinder sind.

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7. Juni

Dient dem HERRN von ganzem Herzen. Und weicht nicht ab; folgt nicht denen, die nichts sind, die nichts nützen und nicht retten können, denn sie sind nichts!

1. Samuel 12, 20 und 21

Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein.

Johannes 12, 26

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: „Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs“ - so heißt es bei den Blues Brothers, als die Kleinkriminellen aus dem gleichnamigen Film ausnahmsweise mal etwas auf ehrliche Weise erledigen wollen. Seither wird dieses Zitat oft gebraucht. Meistens scherzhaft, vielleicht sogar halbherzig. Um es richtig ernst zu meinen, braucht es aber auch wirklich Mut und Kraft. Nachfolgen und Dienen ist gar nicht so einfach. In der Bibel ist es immer so absolut gemeint: Ganz oder gar nicht. Ich mag dieses Alternativlose nicht. Passt nicht zu der Gnade, die Gottes größtes Markenzeichen ist. Dann doch lieber im Namen des Herrn unterwegs. Nach bestem Wissen und Gewissen und auf die Gnade Gottes vertrauend, wenn etwas schief läuft.

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6. Juni

Der HERR erforscht alle Herzen und versteht alles Dichten und Trachten der Gedanken.

1. Chronik 28, 9

Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat.

1. Johannes 4, 13

Erzieherin Angelika Krämer, Niederlaasphe: Heute am Pfingstmontag gedenken wir der Verbundenheit mit Gott durch den Heiligen Geist. Wir sind immer bei ihm und er bei uns. Er gibt uns Sicherheit und Geborgenheit. In besonderen Momenten können wir diese Verbindung in uns spüren. Im Gebet und in tiefer Meditation betreten wir diesen Ort der heiligen Verbindung. Wir sehen die Schönheit der göttlichen Schöpfung und fühlen seine größe Stärke. Seine heilige Kraft durchströmt unsere Seele und unseren Körper und macht uns glücklich. Ich wünsche Ihnen frohe Pfingsten.

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5. Juni Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Haben Sie das auch manchmal: Dass Ihnen alte Werbeslogans durch den Kopf geistern, die sich in früheren Zeiten durch Allgegenwart und beständige Wiederholung in Ihr Gehirn gefräst haben? Mir passiert das bisweilen. Verse oder Jingles aus der Zeit, als man noch Fernsehen sah und nicht bei Streamingdiensten unterwegs war; als zwischen den Mainzelmännchen mit großer Verlässlichkeit stets dieselben Werbespots liefen. Ich kann immer noch „Lavendel, Oleander, Jasmin…“ singen oder „Nichts ist unmöglich…“ ergänzen. Zu manchen Slogans erinnere ich das Produkt, dann wurde das Werbeziel erreicht, bei manchen erinnere ich noch gut den Jingle, aber nicht, was dazu gehört, damit wurde das Werbeziel klar verfehlt.

In der Vorbereitung auf das Pfingstfest, dass wir an diesem Wochenende feiern, ging mir auch solch ein Vers durch den Kopf: „Nie war er so wichtig (oder wertvoll?) wie heute…“ Das passende Produkt dazu kann ich Ihnen nicht mehr sagen - wie gesagt, verfehltes Werbeziel. Aber ich kann Ihnen sagen, woran ich sofort dachte: An Gottes Heiligen Geist, den er den Menschen an Pfingsten schenkt. Gottes Geist hat viele Bedeutungen in der Bibel: Tröster, Geistkraft, Lebensatem, Mut und Stärke, Be-geisterung, mit der Gott uns Menschen erfüllt. Und es wird deutlich: Pfingsten, das ist kein Fest von gestern, nicht einfach eine alte Geschichte, die erzählt wird. Pfingsten, das heißt, sich erfüllen lassen von diesem guten Geist, mit dem Gott uns beschenkt und stärkt. Wir brauchen ihn so sehr!

Wir brauchen Trost in dieser von Krieg und unfassbarer Gewalt beschwerten Welt. Wir brauchen Kraft und Mut und Stärke, um an dem Platz, an den wir gestellt sind, das unsere zu tun, damit das Angesicht der Welt menschlicher wird. Wir brauchen langen Atem, um für unsere Schöpfung und deren Bewahrung einzustehen. Wir brauchen den Geist der Liebe und Barmherzigkeit, um Respekt und Toleranz täglich neu zu buchstabieren. Wir haben ihn bitter nötig, Gottes Geist. Heute. Hier. Jetzt. Nie war er so wichtig wie heute!

Und so wünsche ich allen ein erfülltes und gesegnetes Pfingstfest - dass Gottes Geist uns berührt, stärkt und tröstet.

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4. Juni

Der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten.

2. Mose 13, 21

Was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben.

Römer 15, 4

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: Als Gott sein Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten führt, weist er dem riesigen Zug aus Menschen und Tieren den Weg. Er möchte, dass Mose mit seinem Volk wohlbehalten in die Freiheit und in ein neues Leben gelangt, auch wenn der lange Weg dorthin viele Gefahren birgt. Mose weiß, er ist von Gott auserwählt, diesen Zug zu führen, doch den Weg und das Ziel kennt nur Gott selbst. Gott geht als mächtiger Wegweiser vor seinem Volk voraus, der nicht nur am Tage als Wolkensäule, sondern vor allem auch in der Nacht als bis zum Himmel reichende Feuersäule Orientierung gibt. Mose kann diesem Wegweiser blind vertrauen. Er weiß: Gott wird uns nicht vor allen Problemen auf unserem steinigen Weg bewahren, doch er wird uns immer die Richtung weisen und durch seine Gegenwart Trost spenden, damit wir in Geduld eines Tages das Ziel erreichen.

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3. Juni

Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.

Psalm 50, 23

Seid verwurzelt und gegründet in Christus Jesus und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.

Kolosser 2, 7

Küster Philipp Dreisbach, Feudingen: Der erste Gedanke, welcher mir zu dieser Tageslosung kam, wirkt vielleicht etwas ungewohnt: Denn es ist die gleichnamige Kantate „Wer Dank opfert, der preiset mich“ von Johann Sebastian Bach (Bach-Werke-Verzeichnis 17). Zugegeben: Dieses ist sicher nicht das geläufigste Stück, was in unseren heutigen Spotify-Playlisten zu finden ist. Um aber nochmal zu Bach zurückzukommen: Dieser unterschrieb seine Werke grundsätzlich mit den Buchstaben S.D.G. für: Soli Deo Gloria. Zu Deutsch: Allein Gott die Ehre. Und das ist zugleich auch eine essentielle Aussage in der heutigen Tageslosung: Jemand, der Gott seinen Dank entgegenbringt, ganz egal durch was, der ehrt ihn dadurch. Ob durch Worte oder Taten. Das ist der Weg zu Gottes Heil.

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2. Juni

Der HERR denkt an uns und segnet uns.

Psalm 115, 12

Was hast du, das du nicht empfangen hast?

1. Korinther 4, 7

Jung-Erwachsenen-Mitarbeiterin Bianca Brieseck, Erndtebrück: Womit wurdet ihr denn so vom Herrgott gesegnet? Also, ich hab' von ihm zu große Füße und zuviel Gewicht auf den Hüften empfangen. Und häufig fragte ich mich, warum das so ist?  Als ich dann aber in meiner Rolle als Mitarbeiterin mit Kindern und Jugendlichen unterwegs war, zeigte sich, warum ich so sein musste wie ich bin. Nur so war ich in der Lage, anderen Trost und Zuversicht zu geben, weil ich eine von ihnen war und bin, weil ich weiß, wie man sich als so jemand fühlt. Viele wichtige und wertvolle Gespräche konnten nur stattfinden, weil ich so von Gott geschaffen wurde. Und wieder einmal bin ich fasziniert davon, wieviel Gott sich bei allem gedacht hat.

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1. Juni

Der HERR wird richten die Völker.

Psalm 7, 9

Wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi erscheinen, damit ein jeder empfange, was seinen Taten entspricht, die er zu Lebzeiten getan hat, seien sie gut oder böse.

2. Korinther 5, 10

Jugendmitarbeiterin Linda Laubisch, Feudingen: Ein jeder soll die Konsequenzen seines Handelns tragen. So sagte es schon Shakespeare. Das lernen wir in der Kindheit und dessen sind wir uns auch alle bewusst - aber oft nur eigentlich. Wie gern denken wir „Ach, das wird schon“ oder „Der/Die kommt doch zurecht“. Manchmal fehlt vielleicht einfach die Motivation, bei einem Umzug zu helfen, oder wir weisen jemanden zurück, weil wir uns gerade selbst nicht leiden können. Dahinter steht natürlich kein böser Wille. Zu Problemen oder Streit führt dies allerdings früher oder später schon.
Die Losung macht deutlich, dass wir ernten, was wir säen: sowohl im Positiven als auch im Negativen. Sie ist eine gute Erinnerung, wieder öfter an den Nächsten zu denken und offen zu kommunizieren, wenn wir etwas nicht leisten können. So können wir unser Miteinander nur verbessern.

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31. Mai

HERR, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; erweise an uns deine Hilfe.

Psalm 106, 4

Jedem Einzelnen von uns ist die Gnade gegeben nach dem Maß, mit dem Christus zu geben pflegt.

Epheser 4, 7

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Gnade, was ist das eigentlich? Gnade, das ist wie ein Geschenk. Man bekommt etwas geschenkt, ohne dass man es sich verdient hätte. Ein Geschenk - ganz ohne Geburtstag, ohne Weihnachten. Einfach so.
Diese Gnade hat Gott seinem Volk Israel versprochen und durch Jesus Christus hat er sie noch mal ganz deutlich gemacht und bestätigt für die Welt. Er hat seinen Sohn für uns ans Kreuz gehen lassen und Jesus hat unsere Schuld mitgenommen. Einfach so für uns!

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30. Mai

Ich bin arm und elend; der HERR aber sorgt für mich.

Psalm 40, 18

Hoffnung lässt nicht zuschanden werden.

Römer 5, 5

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Was hilft in Verzweiflung, in Not und Einsamkeit? Menschen haben mir erzählt und erzählen mir in diesen Zeiten jetzt wieder, was ihnen geholfen hat und hilft: zu klagen. Klage befreit die Seele. Sie kann aufatmen. Sie kann durchatmen und ganz neu in den Blick nehmen, dass Hilfe da ist und wo diese Hilfe zu finden ist - in Worten, in Liedern, in der Begegnung mit Menschen, die wertschätzend, offen und zugewandt sind. Das schenkt Hoffnung, aus der neuer Mut und neue Kraft wachsen.

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29. Mai Sonntags-Angedacht

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Neulich im Park: Zwei kleine Kinder sitzen neben der Mutter auf einer Bank. Ein Kind hält ein Eis in der Hand, leckt es ab und reicht es weiter an seinen Bruder. Dieser leckt es auch ab und gibt es wieder zurück. So machen die beiden Kinder weiter, hin und her, bis das geteilte Eis alle ist. Sie lachen dabei, mit klebrigen Händen, zufrieden.

Ich merke, dass wir Erwachsene das Teilen erneut erlernen sollten, da wir lieber „mein“ als „unser“ sagen. Das Hamstern haben viele in der jüngsten Vergangenheit schnell gelernt. Wie wäre es jetzt mit Teilen? Wenn man eigeladen wird, zu spenden, geht es ja nicht nur um Geld oder Lebensmittel. Es geht auch darum, von meiner Zeit abzugeben, offene Ohren für jemanden zu haben. Es geht in erster Linie um Menschen, die Hilfe brauchen. Diese Menschen können einige tausend Kilometer von mir entfernt leben, aber vielleicht sitzen sie auch unterm selben Dach wie ich.

Liebe teilen kann sicher nur, wer sich selbst geliebt fühlt. Verschenken kann auch nur, wer sich reich beschenkt fühlt. Und reich beschenkt ist jeder von uns - manche Menschen aber nehmen das nicht wahr. Wenn man damit anfängt, für den Segen Gottes zu danken - auch für die kleinen und einfachen Dingen des Alltags - fällt es sofort auf, wie reichlich man von Gott beschenkt ist. Was macht mich nun aber zu einem wertvollen Menschen, der bereit ist, seinen eigenen Wert mit anderen zu teilen? Sicher nicht das Haben. Nicht, was ich mir erarbeitet habe, macht mich wertvoll. Nicht, was ich geleistet habe, macht mich liebenswert, auch nicht, was ich mir leisten kann.

Jesus verweist uns an Gott, der in das Verborgene sieht. Der jeden Menschen liebt. Dass ich Gott „unseren Vater“ nennen darf, weil er mich als sein Kind angenommen hat, macht mich wertvoll. Ich bin wichtig, weil Gott mich für so wichtig erachtet, dass er sich auf den Weg macht, um mich zu suchen. Und Gottes Liebe zu mir will weitergegeben werden. Nur wenn meine Liebe den Weg zum Nächsten findet, wird es mir leichtfallen, loszulassen und wegzugeben, was ich im Überfluss habe. Und vielleicht kann ich ja dann das Erstaunliche der Liebe erleben: Dass ich reicher werde, wenn ich gebe. Wie können wir je glücklich werden, wenn wir immer alles von anderen erwarten?

Ich denke wieder an die zwei Kinder, die das Eis miteinander geteilt haben. Leben ist Nehmen und Geben. Daher, lasst uns immer wieder neu anfangen, nicht für uns zu fordern und zu nehmen, sondern zu geben, uns für andere einzusetzen, sie zu trösten, mit ihnen zu lachen. Wenn ich Segen habe in Fülle, was brauche ich mehr? Da muss ich mich nicht durch große Gesten wichtig machen. Was mich am Leben hält, ist nicht mein Besitz und auch nicht meine gute Vorsorge. Was mich am Leben hält, das ist der Segen Gottes - und so kann auch ich ein Segen für meine Mitmenschen sein.

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28. Mai

Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.

Psalm 146, 3

Jesus Christus ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Fürst der Könige auf Erden!

Offenbarung 1, 5

Prädikantin Traudel Stremmel, Berghausen: Verlässlichkeit ist eine Tugend, die wir Menschen sehr brauchen. Was wäre ein Baby ohne die Verlässlichkeit der Mutter? Was wäre ein älterer Mensch ohne die Verlässlichkeit von Familie, Freunden oder hilfsbereiten Menschen? Und was wäre eine Gesellschaft ohne eine verlässliche Führungsperson, die sie einen guten Weg führt? Aber wir kennen auch die andere Seite der Medaille: Wir werden im Stich gelassen, fühlen wir uns von allen guten Geistern verlassen. Was bleibt angesichts der Brüchigkeit menschlicher Zuverlässigkeit? Johannes sagt es in der Offenbarung: Unser Vertrauen dürfen wir auf den setzen, der über allen Menschen steht - Jesus Christus. Was er zusagt, hält er gewiss. Daran gibt es keinen Zweifel. Auch wenn seine Zuverlässigkeit nicht immer unseren Vorstellungen entspricht.

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27. Mai

Geh hin, der HERR sei mit dir!

1. Samuel 17, 37

Wenn jemand dient, tue er's aus der Kraft, die Gott gewährt.

1. Petrus 4, 11

Prädikantin Sabine Lang, Hesselbach: Ein frommer Wunsch. Ein guter Wunsch. Was kann man einem Besseres wünschen, als dass Gott der Herr dabei ist. König Saul sagt dies zu David, als der sich aufmacht, gegen Goliath anzutreten. Scheinbar war alles schon vorher klar. Der Teenager David gegen den professionellen Söldner Goliath. Volle kriegerische Überlegenheit gegen eine Steinschleuder. Muskelbepackter Krieger gegen einen Spargeltarzan. Klar, wer da gewinnt.
Gott macht den Unterschied. Er verkehrt Vorteil in Nachteil und schreibt auf krummen Linien gerade. Möge der Herr mit uns sein, da wo wir stehen oder hingehen. Bei allem was wir zu tun haben. Der Herr sei mit Dir!

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26. Mai

Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein.

Psalm 92, 14 und 15

Jesus spricht: Ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

Johannes 16, 22

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Besonders in den heißen Sommertagen schätzen wir mächtige, grünende Bäume, die uns Schatten und Ruhe spenden. Mit solchen Bäumen vergleicht der Psalmist die gerechten Menschen. In biblischer Hinsicht gerecht sind die Menschen, die nach Gottes Willen leben. Und diesen Menschen gilt die Verheißung, dass sie auch im Alter noch blühend, fruchtbar und frisch sein werden.
Wie kann es mir gelingen, ein solcher Mensch zu werden? Was muss ich dazu tun? Die Antwort darauf bietet uns dieser Psalm. Das Leben des Menschen bleibt „fruchtbar und frisch“, wenn er jeden Tag als Gottes Geschenk annimmt, wenn er immer wieder die Wunder Gottes in seinem Leben und Umfeld entdeckt und wenn er dafür von ganzem Herzen Gott lobt und dankt. Will ich nach Gottes Willen leben, damit ich ein fruchtbarer Baum in Gottes Garten bin? Die Antwort darauf muss jeder für sich selbst finden.

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25. Mai

Dein, HERR, ist die Größe und die Macht und die Herrlichkeit und der Ruhm und die Hoheit. Denn alles im Himmel und auf Erden ist dein.

1. Chronik 29, 11

Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle.

1. Timotheus 2, 5 und 6

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Ich bin schon etliche Male umgezogen. Daraus habe ich immer wieder gelernt: Mit wenigem materiellen Ballast lebt es sich leichter. Was mir wirklich wertvoll im Leben ist, das kann ich sowieso nicht in einem Koffer einpacken: Erinnerungen, Freundschaften, das Lachen der Kinder, die Umarmungen von lieben Menschen. Mir gehört als vergänglichem Menschen letztendlich auf dieser Erde nichts, es ist alles nur geliehen. Alles im Himmel und auf Erden gehört Gott. Er hat als Schöpfer alle Fäden in der Hand: mein Gestern, mein Heute und mein Morgen. Mein ganzes Gepäck wurde schon von einem anderen getragen: Jesus Christus. Was für eine Erleichterung!

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24. Mai

HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh doch an, dass wir alle dein Volk sind!

Jesaja 64, 8

Johannes schreibt: Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.

1. Johannes 2, 1

Kirchenkreis-Jugendmitarbeiter René Kranefeld, Wuppertal: Gott wird uns immer als der Liebende vorgestellt. Aber wenn wir ehrlich sind, hat er doch immer wieder Grund, auch sauer auf uns zu sein. Immer wieder sündigen wir und verfehlen Gottes Willen. Dessen ist sich auch das Volk Israel bewusst, als es nicht mehr in Israel wohnen darf, weil die Babylonier sie gefangen nahmen. Diese Gefangenschaft erleben sie als Strafe Gottes. Obwohl sie sich bewusst sind, dass sie es waren, die sich immer wieder von Gott abwandten, klagen sie vor Gott. Gerade weil Gott in Jesus für unsere Sünden bezahlt hat, dürfen wir zu ihm rufen, trotz all unserer Fehler.

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23. Mai

Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist!

Psalm 81, 2

In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

2. Korinther 6, 4 und 10

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Was für ein kraftvoller Psalmvers! Sieben Wörter, die ausdrücken, in welcher Beziehung wir zu unserem Gott und Gott zu uns steht. Im hebräischen Urtext sind es sogar nur drei Wörter: Jubelt-zu  / Gott, /  der-unsere-Stärke! Gott steht dabei in der Mitte. Das Jubeln, das sich der Mensch der Bibel nicht anderes als mit Gesang vorstellen kann, macht den Auftakt. Gottes Antwort: Er schenkt den Menschen Kraft und Nähe. Das verdeutlicht der ausgesuchte Korinther-Vers: Wir können jubeln trotz Sorgen und Traurigkeit, denn Gott bleibt an unserer Seite und hilft. Das gilt, über alle Zeiten, das gilt auch heute und in unserer betrüblichen Zeit.

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22. Mai Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Warum sind wir eigentlich so, wie wir sind? Warum denken, handeln und reden wir so? Das ist unsere Prägung. Das scheint eine plausible Antwort zu sein. Das Umfeld, die Kultur, Menschen, bestimmte Werte, all das hat einen Einfluss. Als Mensch suche ich mir das heraus, was für mich wichtig, sinnvoll und wertvoll ist. Manches wird mir aber auch einfach zugeschrieben, obwohl ich es vielleicht gar nicht für mich selbst in Anspruch nehme. Klar, das sind die Erwartungen, die die anderen an mich haben. Als Mensch, als Frau, als Mutter, als Pfarrerin und was ich auch sonst noch für Rollen ausfüllen mag. Wenn diese Prägungen und Erwartungen mal sichtbar gemacht werden könnten, etwa als Klebezettel, die einem anhaften, dann wäre jeder und jede von uns sicher ganz schön zugepflastert.

Geprägt zu sein, ist an sich erst einmal nicht schlimm, auch nicht gefährlich. Kann ich ja nichts für. Geprägt und erstarrt zu sein, das ist schon eher bedenklich. Werte können sich verändern. Ich kann auch in Abgrenzung zu meiner Prägung leben und handeln, in dem Bewusstsein, dass hier und da doch immer wieder Dinge aus der alten Prägung aufblitzen können. Ich kann mich neuen Prägungen zuwenden und auch selbst andere prägen. Wichtig ist, dass alles in Bewegung bleibt. Geprägt heißt nicht erstarrt.

Münzen sind geprägt. Und am besten gehören Münzen in eine Schatzkiste. So könnte ich es auch mit Prägungen machen, die ich von früher her kenne, die ich auch schätze, die ich aber nicht weiter als Hauptzahlungsmittel verwenden möchte. Nur weil ich weiter denke, neue oder andere Werte formuliere, muss ich die alten ja nicht verleugnen oder wegwerfen. Loswerden kann ich meine Geschichte ja nie. Also packe ich sie, wie die Münzen in eine Schatzkiste. Da hab‘ ich einen Vorrat, da ist meine Geschichte. Manche sagen dazu auch Wurzeln. Mir gefällt das Bild der Münzen ganz gut, weil es ein munteres Bild ist. Münzen klimpern, wenn sie aneinanderstoßen. Manchmal verdecken sie einander, können zusammengelegt oder neu sortiert werden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Mensch ist so, wie er ist. Oder sie. Ich bin so, wie ich bin, mit den unterschiedlichen Münzen in der Tasche oder in der Schatzkiste. Die Welt fordert mich heraus, jeden Tag neu über meine Prägung nachzudenken und zu überlegen, wie ich durch mein Handeln, Denken und Reden präge. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber mir gefällt der Gedanke der Schatzkiste. Da kann ich rein räumen, manches drin verstecken, aber es ist eben trotzdem wertvoll. Und man bleibt im Denken mobil und die Gefahr zu erstarren ist geringer. Wie war das noch beim kleinen Tiger und beim kleinen Bären: Komm', wir finden einen Schatz.

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21. Mai

Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben.

Prediger 5, 9

Haben wir Nahrung und Kleidung, so soll uns das genügen. Die aber reich werden wollen, geraten in Versuchung und in die Schlingen vieler törichter und schädlicher Begierden.

1. Timotheus 6, 8 und 9

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: „Geld allein macht nicht glücklich, aber es beruhigt.“ Bei diesem Sprichwort hätte sich Zachäus wohl nachdenklich am Kopf gekratzt. Sein gefülltes Bankkonto stellt ihn nicht mehr zufrieden. Er sucht nach einem tragfähigeren Halt im Leben und will darum Jesus sehen. Die Begegnung mit Jesus stellt dann sein Leben und auch den Umgang mit seinem Reichtum auf den Kopf: „Herr, die Hälfte von meinem Besitz werde ich den Armen geben.“ (Lukas 19, 8). Im Jahr 2021 haben Menschen in Deutschland 5,8 Milliarden Euro gespendet, so der Deutsche Spendenrat. Ich staune und bin dankbar über diese Gebe-Freudigkeit. So geteilt macht Geld glücklich: Den, der gibt, und den, der empfängt. 

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20. Mai

Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen; sie wiegt zu schwer, ich kann sie nicht mehr tragen.

Psalm 38, 5

Gott hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet.

Kolosser 2, 14

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Was für eine Erleichterung! Wenn ich einen schweren Sack Blumenerde endlich am Zielort absetzen kann und mein Rücken die Last los ist. Was für eine Erleichterung! Wenn ich mich querfeldein durch Unterholz und hohes Gestrüpp bewegen muss und endlich wieder einen Weg erreiche, den ich kenne und der mich nach Hause führt. Was für eine Erleichterung! Wenn Jesus mich von meiner Schuld befreit und meine Fehler tilgt, so dass meine Seele wieder frei atmen kann und ich neu aufgerichtet werde. Ich hoffe, diese Erleichterung ist mir ins Gesicht geschrieben, so dass jeder sie sehen kann und sie zu einem Leben mit Jesus einlädt.

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19. Mai

Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, hat er sein Erbarmen im Zorn verschlossen?

Psalm 77, 10

Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.

Römer 5, 20

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: Das glaube ich nicht! Ich glaube nicht, dass Gott zornig ist und uns im Stich lässt. Auch wenn das im Moment so scheint. Überall auf dieser Erde geschehen Katastrophen, kämpfen Menschen gegen einander und töten sich, stirbt unser Lebensraum. Ist das der Zorn Gottes?
Das glaube ich nicht! Wir haben verlernt die Wunder zu sehen, die auch jeden Tag, überall auf dieser Erde passieren. Denn eines ist größer, als Zorn und Sünde, nämlich die Gnade des Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat und mit uns einen ewigen Bund geschlossen hat durch Jesus Christus seinen Sohn.

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18. Mai

Der Welt Grundfesten sind des HERRN, und er hat die Erde darauf gesetzt.

1. Samuel 2, 8

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Johannes 1, 1

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg: Gott hat die Erde geschaffen. Das klingt fast schon wie eine Verschwörungserzählung. Das passt nicht zu unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen und damit ist Glaube wohl Quatsch. Auch in mir hat dies oft Grübeleien ausgelöst, dabei war der Belgier Georges Lemaitre - der erste Verfasser der Urknall-Theorie - selbst nicht nur Astrophysiker, sondern auch Priester. Er sagte einmal: „Weder hat die Wissenschaft meinen Glauben erschüttert, noch war die Religion je Ursache, Schlussfolgerungen in Frage zu stellen, die ich durch wissenschaftliche Methoden erlangt habe.“ Am Ende meiner Grübeleien bleiben immer die gleichen Erkenntnisse: Nur weil ich etwas (noch) nicht verstehe, heißt es nicht, dass es nicht existiert. Und: Wissenschaft und Glaube sind keinesfalls konkurrierende Weltbilder.

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17. Mai

Des HERRN Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.

Jesaja 28, 29

Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.

Epheser 2, 17

Pfarrerin Claudia de Wilde, Hemschlar: Frieden! Dieses Wort springt im Frühjahr 2022 aus dem Text heraus und fällt uns direkt vor die Füße. Wir heben es vorsichtig auf. Selten war uns so klar, wie kostbar Frieden ist. Wir müssen ihn beschützen. Im Kleinen können wir Konflikte klären, bevor sie eskalieren. Im Großen schließen wir vertraglich Kriege als Mittel zur Konfliktlösung aus. Dieser Frieden ist zerbrechlich, das erleben wir in Europa gerade sehr schmerzlich. Der Frieden, der uns in Christus verkündigt ist, der Frieden mit Gott, steht wie ein Haus mit offenen Türen für uns bereit. Christus ist unser Friede - unverbrüchlich.

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16. Mai

Als die drei Freunde Hiobs all das Unglück hörten, das über ihn gekommen war, kamen sie und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.

Hiob 2, 11 und 13

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6, 2

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Aushalten ist mit das Schwierigste. Weil es so passiv ist. Jedenfalls scheint es so. Auszuhalten heißt erst einmal, die Situation wahr und ernst zu nehmen, so wie sie ist. Reinzugehen, ohne direkt schon vor der Lage sein zu wollen. Das geht aber doch nicht! Jeder aus dem Rettungsdienst würde jetzt an dieser Stelle sagen: Nein, man muss immer VOR der Lage sein. Müssen die vom Rettungsdienst auch. Aber Freunde können auch mal mit reingehen. Der Sprachlosigkeit Raum geben, die Hilflosigkeit aushalten. Denn manchmal ist anderes gar nicht möglich. Und das gemeinsame Aushalten ist schon die halbe Miete, dass es wieder anders wird.

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15. Mai Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Er stimmt leider gar nicht, dieser fröhliche Liedruf: „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder: böse Menschen kennen keine Lieder!“ Davon zeugen Kriegslieder und gesungene Hass-Parolen.Was aber stimmt: Singen macht den Körper weit, es erdet, es macht mutig. Wer singt, der kann - das ist erwiesen - keine Angst empfinden. Darum ist der Rat, singend in den gefürchteten dunklen Keller zu gehen, ein hilfreicher Rat: Singen hilft gegen die Angst, Singen stärkt die Zuversicht.

Einer der drei Sonntage jetzt, in denen vielerorts die Konfirmationen stattfinden, heißt: Kantate - Singet! Er steht in der Mitte des Dreiklanges: Jubilate! Kantate! Rogate! Das sind drei Aufforderungen: Jubelt! Singet! Betet! Ein hilfreicher Dreiklang für unser Leben: Besinne dich auf das Gute! Singe deinen Dank! Bete deine Sorgen!

Heute feiern wir den Sonntag Kantate. Und schon gestern wurde der Eurovision Song Contest in Italien ausgetragen: Da hören wir viele unterschiedliche Lieder, die aber nicht zum Mitsingen gedacht sind, sondern die nur angehört werden wollen. Ich singe gerne. Viele wissen das. „Lasst uns lieber gemeinsam singen!“, möchte ich rufen: Lasst sie uns hervorrufen, diese Kraft, die sich im gemeinsamen Singen einstellt, lasst uns - miteinander singend - erleben, wie die Zuversicht stärker wird und Ängste kleiner werden. Lasst uns gemeinsam singen!

Was wir singen könnten? „We shall live in peace“ - wir werden im Frieden leben. Oder: „Dona nobis pacem“ - Herr, schenk uns Frieden. Oder: „It’s me, o Lord“ - Auf mich, Gott, kommt es an!

Wo wir singen könnten? Ich verspreche dir: In unseren Gottesdiensten wird gesungen. Und gebetet. Und gedankt. Vor Gott dürfen wir unser Leben in den Blick nehmen. Gutes wahrnehmen und dafür danken. Unsere Stimmen im Gesang vereinen und Trost und Zuversicht erfahren. Und alle Sorgen und Ängste vor ihn bringen.

Und: Was wir dort tun, verhallt nicht ungehört. Es kommt direkt vor Gott. Vor ihn, der die Welt in seinen Händen hält. Immer noch. Gott sei Dank!

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14. Mai

Die Barmherzigkeit des HERRN hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.

Klagelieder 3, 22 und 23

Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.

2. Korinther 4, 16

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: „Denn immer, immer wieder geht die Sonne auf“ - so hat es schon Udo Jürgens besungen. Wie könnte man es besser beschreiben: Jeden Morgen ist die Barmherzigkeit Gottes neu. Bei ihm gilt es tatsächlich: Einmal drüber geschlafen, alles wieder gut! Ring frei für einen neuen Tag. Ist das nicht eigentlich nur ein vertröstender Wattebausch-Satz? Ohne viel dahinter? Ohne eine Lösung noch zu Lebzeiten? Zu welchen Lebzeiten? Zu meinen vielleicht nicht, aber zu Gottes schon.
Denn immer, immer wieder geht die Sonne auf und wieder bringt ein Tag für uns ein Licht. Ja, immer, immer wieder geht die Sonne auf, denn Dunkelheit für immer gibt es nicht, die gibt es nicht, die gibt es nicht. (Thomas Hörbiger) Amen

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13. Mai

HERR, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund.

Psalm 30,3

Jesus sprach zu dem Geheilten: Geh hin in dein Haus zu den Deinen und verkünde ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan und wie er sich deiner erbarmt hat.

Markus 5, 19

Presbyterin Katrin Spies-Gußmann, Bad Berleburg: Erzählen wir mehr über Krankheit oder Gesundheit? Ich bin gesund, wenn Körper, Seele und Geist ein Teeam bilden. Ganzheitliche Gesundheit, die wir uns alle wünschen. Ein starker Körper, eine unverwundete Seele und ein Geist, der Gott sucht, bringt uns Heilung. So steht es in der Bibel und es lohnt sich dieses zu entdecken, um sich geesund zu fühlen und es zu erzählen: Gottes Segen für alle Leser!

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12. Mai

Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.

Hiob 10, 12

Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.

Jakobus 5, 11

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: …und am Ende wird alles gut. In vielen Situationen hat das schon jemand zu mir gesagt. „Reg dich nicht auf! Am Ende wird alles gut.“ „Mach dir nichts draus. Am Ende wird alles gut.“ „Das wird schon nicht so schlimm. Am Ende wird alles gut.“
Dieser Satz hat mich schon in einigen Situationen Nerven gekostet. Ich wusste einfach nicht, wie mir diese Floskel helfen soll. Sie konnte mir ja in dem Moment der Aufregung oder Verzweiflung so ganz und gar nicht helfen. Doch am Ende hat diese Floskel immer gestimmt. Es war am Ende nicht immer wie es mir gewünscht hatte und auch nicht immer besser als vorher. Aber am Ende war alles gut!

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11. Mai

Der HERR war mit Samuel und ließ keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.

1. Samuel 3, 19

Jesus spricht: Wer euch hört, der hört mich.

Lukas 10, 16

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Wenden Menschen sich ab, verfehlen Worte das Ohr, fallen als wirre Buchstaben zu Boden. Samuels Worte verfehlen ihr Ziel nicht. Sie werden gehört und behalten. Ereignisse geschehen und Menschen erinnern sich: „Das hat uns Samuel vorher schon gesagt! Gott hatte ihn beauftragt, uns zu warnen!“ Im Rückblick die Einsicht: Das waren wahre Worte. Doch: „Prognosen sind schwer, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen!“ Dies gilt auch für prophetische Sätze.
Anhaltspunkt für Prophetie: Wem nützt sie? Samuels Söhne redeten im eigenen Interesse. Israel erkannte das und lehnte sie als Führungspersönlichkeiten ab. Meist mahnen Propheten im Interesse Schwächerer. Sie weisen auf (drohendes) Unrecht oder Machtmissbrauch.
Keine Aufgabe, die jemand gern übernimmt. Aber eine, die nötig ist. Damals wie heute.

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


10. Mai

Es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR.

Jeremia 31, 34

Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, dass wir Gottes Werke wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Johannes 6, 28 und 29

Pfarrer Matthias Elsermann, Kreuztal: Belehrung bringt’s nicht. Trockene Lehre ist eben das: trocken. Diese Erfahrung, die heute oft Lehrerinnen und Lehrer machen, kennt Gott längst. Darum weiß er: Ihn zu erkennen ist eine Herzenssache. Darum will er seine Weisungen in das Herz der Menschen schreiben (Vers 33). Kann es ein schöneres Leitmotiv für lebendiges Lernen geben? Lernen durch zu Herzen gehende Erfahrungen. Dann kommt es zu einer wahren Gotteserkenntnis. Dann wächst eine tragfähige Gottesbeziehung. Und die wechselseitigen Belehrungen über Gott und die Welt können wir dann einfach weglassen. Denn die braucht keiner!
In der Basisbibel liest sich die Losung so: „Sie werden einander nicht mehr belehren. Keiner wird zum anderen sagen: ‚Erkenn doch endlich, wer der Herr ist!‘ Sie alle werden mich kennen, vom Kleinsten bis zum Größten. Ausspruch des Herrn.“

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Matthias Elsermann ist der Schulreferent der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein.


9. Mai

Der HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.

Psalm 11, 7

Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Epheser 4, 23 und 24

Jugendmitarbeiter Jonas Pfeiffer, Erndtebrück: Wenn ich an Gerechtigkeit denke, fällt mir der Sport ein oder besser gesagt der Schiedsrichter. Die Schiedsrichter müssen innerhalb von ein paar Sekunden die Situation einordnen und pfeifen. Dabei kann es passieren, dass nicht jede Situation gerecht gepfiffen wird, obwohl die Schiedsrichter es wollen, weil der richtige Blick je nach Perspektive verhindert wird. Wenn etwa im Fußball das eine Team einen Hand-Elfmeter bekommt, das andere Team für dieselbe Aktion aber keinen. In vielen Sportarten gibt mittlerweile einen Videobeweis, um das Spiel gerechter zu machen. Gott braucht diesen Videobeweis nicht, um gerecht zu sein, egal in welcher Situation, weil er alles sieht und die Gerechtigkeit liebt.

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8. Mai Sonntags-Angedacht

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Nur ein kleiner Artikel in der Zeitung diese Woche, über ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes, in dem es darum geht, wer Vorfahrt hat, wenn aus zwei Fahrstreifen einer wird, aber mit einer bemerkenswerten Begründung: Keine Partei hat Vorfahrt, urteilte das Gericht, es bedarf „besonderer Aufmerksamkeit, Besonnenheit und Geistesgegenwärtigkeit“: „Im Zweifel seien die Verkehrsteilnehmer gehalten, jeweils dem anderen den Vorrang einzuräumen.“

Passt ein solches Urteil in unsere Zeit, in der wir gewohnt sind, unser Recht einzufordern und auch durchzusetzen, im Kleinen wie im Großen - oder ist das Denken von Gestern? Freiwillig zurückstecken und auf den anderen warten statt Gas geben, das Recht des Stärkeren oder des Schnelleren in Anspruch nehmen?

Ich glaube, dass es wichtig ist, dass das Gericht ausdrücklich darauf aufmerksam macht, dass unsere Gesellschaft nicht auf Letzterem aufgebaut sein sollte, sondern dass - und ich glaube: nicht nur im Straßenverkehr - gegenseitige Rücksichtnahme und Abwägen der Interessen aller Seiten ein Grundprinzip unseres Handelns sein müsste.

Für die Bibel ist dieses Denken selbstverständlich; in einer neueren Übersetzung heißt es dort: „Denkt bei dem, was ihr tut, nicht nur an euch. Denkt vor allem an die anderen und daran, was für sie gut ist.“ (1. Korinther 10, 24)

Ist es nicht schade und traurig, dass uns dieses Denken, diese Art des Umgangs miteinander so sehr verloren gegangen ist? Ich glaube, es ist an vielen Punkten wirklich an der Zeit, sich hier mal wieder häufiger die Frage zu stellen: Ist das, was ich jetzt gerade will und vorhabe, nur zu meinem Vorteil oder denke ich dabei auch an die Folgen für andere?

Und ich bin überzeugt: Das gilt nicht nur für den Autoverkehr…

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7. Mai

O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!

Psalm 118, 25

Der Gott des Friedens rüste euch aus mit allem Guten, dass ihr seinen Willen tut.

Hebräer 13, 20 und 21

Presbyterin Anke Althaus-Aderhold, Alertshausen: Hilfe erbitten, flehen, händeringend, wo man auch hinsieht. Verzweiflung, Unsicherheit, Hunger, als solcher und Hunger nach Gerechtigkeit, man sucht Hilfe und Abhilfe aller Orten. Hilf Herr, lass wohl gelingen lesen wir. Dafür das etwas gelingen kann, muss es in Gang gesetzt sein.
Das lesen wir im Lehrtext: Wir sind ausgerüstet mit allem Guten, was wir mit der Hilfe des himmlischen Vaters in Gang setzen können. Bewahren wir Ruhe, ermöglichen jede friedliche Geste und proklamieren wir gemeinsam den Gott des Friedens in Jesus Christus.

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6. Mai

Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.

Prediger 12, 14

Jeder von uns wird für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten.

Römer 14, 12 und 13

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: So viele schreckliche Nachrichten im Fernsehen und im Radio, im Internet und im Gespräch über den Zaun. Manchmal kommt es mir so vor, als gäbe es nichts anderes mehr. Wo sind die ganzen guten Dinge verborgen, die passieren, sei es im Kleinen oder auch im Großen?
Ich möchte nicht erdrückt werden von all' dem Bösen in der Welt. Ich möchte auf Gott hoffen, der alles sichtbar werden lässt, auch und gerade das Gute. Ich sehne mich danach und lade herzlich dazu ein, selbst dazu beizutragen, dass Gutes wieder sichtbar wird, getreu dem Sprichwort: „Tue Gutes und rede darüber!“

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5. Mai

Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand.

Jesaja 42, 6

In Christus Jesus, unserem Herrn, haben wir Freiheit und Zugang zu Gott.

Epheser 3, 12

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Geschichtsstunde. Aufgefordert, die Werte zu benennen, die über der Französischen Revolution standen - Liberté, Égalité, Fraternité -, verhaspele ich mich, dass es die ganze Klasse erheitert. Ich habe nicht nur die peinliche Situation, sondern auch die deutsche Übersetzung niemals vergessen: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Gerade der Freiheits-Begriff Einzelner hat in Corona-Zeiten die Gesellschaft arg strapaziert. Denkt man die Freiheit jedoch im Verbund mit den beiden anderen Werten der französischen Parole, dann erkennt man einmal mehr, wie paradox die Konzentration des Freiheits-Begriffs auf das eigene Ego ist. Ein Leben im Glauben an Jesus als den Christus bedeutet eine Freiheit, die uns in ihm zu Brüdern und Schwestern werden und uns damit vor Gott alle gleich sein lässt. Daraus kann Solidarität erwachsen. Wie wunderbar, in diesen Tagen auch solches erleben zu dürfen!

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4. Mai

Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN.

Psalm 127, 3

Jesus nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie und herzte es und sprach zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Markus 9, 36 und 37

Vikarin Carolin Kremendahl, Bad Laasphe: Egal, ob jung oder alt. Egal, ob groß oder klein. Wir sind alle Kinder Gottes. Lassen Sie sich immer wieder daran erinnern, wie es in einem Lied heißt: „Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du, das ist der Clou, ja der Clou. Ja, du bist du.“ Vergessen Sie das nicht.

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3. Mai

Singet dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm an den Enden der Erde.

Jesaja 42, 10

Lasst euch nicht abbringen von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt. Überall auf der Welt, so weit der Himmel reicht, ist es verkündigt worden.

Kolosser 1, 23

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Am heutigen Tag vor 294 Jahren war der Beginn der Losungen in Herrenhut. Inzwischen erscheinen davon in der deutschsprachigen Version pro Jahr mehr als eine Million Exemplare. Doch die Losungen haben sich auch weltweit verbreitet, so dass es aktuell 61 Übersetzungen davon gibt. Die Wichtigkeit von dieser weltweiten Ausrichtung wird auch in den heutigen Losungs- und Lehrtextversen deutlich. Denn es ist unser aller Aufgabe, überall die Hoffnung des Evangeliums weiterzugeben, und das gerade auch da, wo man von Dunkelheit umfangen ist. 

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2. Mai

HERR, deine Ratschlüsse von alters her sind treu und wahrhaftig.

Jesaja 25, 1

Aus Liebe hat Gott uns dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden - durch Jesus Christus.

Epheser 1, 4 und 5

Vikarin Carmen Jäger, Bad Berleburg: Gott hat die fremden Völker nicht immer geliebt. Im Gegenteil: Jesaja lobt Gott für die Vernichtung dieser Völker. Wie kommt es dann, dass ich, die ich nicht in sein auserwähltes Volk hineingeboren wurde, mich von Gott geliebt weiß? Die Lösung ist einfach und wunderbar: Gott lernt. Und so lernt Gott auch, die fremden Völker zu lieben. Aus Liebe bereitet er ihnen den Weg. Durch Jesus Christus kann ich zur Tochter Gottes werden.
Das macht mich dankbar und offen für diejenigen, die in meiner Familie, meiner Gemeinde, meinen Vereinen und meiner Nachbarschaft dazukommen möchten. Ich bin zuversichtlich, dass auch ich lernen kann, sie zu lieben.

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1. Mai Sonntags-Angedacht

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: Als unverzichtbares Möbelstück ist er in jedem Haushalt zu finden. An ihm wird gequatscht und gespielt, gegessen und gesessen: der Tisch.

Ein solcher Tisch hat vor wenigen Wochen eine eher unrühmliche Geschichte geschrieben: Dieser Tisch, sechs Meter lang und gut zweieinhalb Meter breit, an den Wladimir Putin Mitte Februar zunächst Emmanuel Macron und später auch Olaf Scholz zum Gespräch lud und in Wirklichkeit gar nicht zum Gespräch bereit war. Für all die Bilder brutaler militärischer Gewalt und Verwüstung, die uns in diesen Tagen aus der Ukraine erreichen, lieferte dieser absurde Tisch das traurige Vorspiel. Da sitzt einer nicht mit anderen zusammen, im Gegenteil: Er nutzt den Tisch, um größtmöglichen Abstand zu markieren, Coronaschutzmaßnahmen hin oder her. Einsam, völlig isoliert, sitzt er da in seinem Größenwahn: An diesem gespenstischen Tisch, der Menschen nicht miteinander verbindet, sondern voneinander trennt. Eine Karikatur von Tisch.

Auch ein anderer Tisch hat Geschichte geschrieben. Zumindest für die Evangelisten, die Szenen aus dem Leben von Jesus schriftlich festgehalten haben, war er das Aufschreiben wert. Neben dem Gastgeber sorgt vor allem die Tischgesellschaft für Verwunderung: „Und es begab sich, als er zu Tisch saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern.“ (Matthäus 9, 10) Am Tisch setzt sich Jesus an die Seite der Menschen. Er rückt nicht von ihnen ab, sondern er sucht den Kontakt, nimmt Teil an ihrem Leben, sucht das Gespräch, die Nähe, den Austausch. Dieser Tisch, das ist die Einladung von Jesus auf vier Beinen: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11, 28)

Daran erinnert in unseren reformiert geprägten Kirchen der Abendmahlstisch. Es ist der Tisch der Gemeinschaft: Eine bunte Mannschaft mit unterschiedlichen Charakteren hat Jesus sich an die Seite geholt und ich darf dazu gehören. Es ist der Tisch der Versöhnung: Meine Fehler und Schwächen stehen nicht mehr trennend zwischen Gott und mir. Jesus hat sie am Kreuz getragen und so die Beziehung zu Gott wieder in Ordnung gebracht. Er lädt mich zum Neuanfang ein. Es ist der Tisch der Stärkung: Keine üppige Mahlzeit wird aufgetischt, aber im Brot und im Saft der Trauben darf ich schmecken: Ich bin geliebt und ich bin versorgt, auch in turbulenten Zeiten.

Einige Internetnutzer haben die verstörende Leere am Tisch zwischen Putin und Macron nicht ausgehalten und das bei diesem Treffen entstandene Foto bearbeitet. Bei einer dieser Fotomontagen sitzen zwischen Putin und Macron Jesus und seine Jünger beim letzten Abendmahl. Diese mutige Darstellung zeigt, was in Zeiten der Angst und der Verzweiflung wirklich tröstet und stark macht: Wenn Menschen zusammenrücken, Gemeinschaft suchen, miteinander teilen.

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30. April

Der HERR sprach zu Mose: Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.

2. Mose 33, 17

Jesus spricht: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.

Johannes 10, 14

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Vor Ostern kam die Meldung: „4,8 Millionen Kinder in der Ukraine auf der Flucht!“ 4,8 Millionen Namen. Hinter jedem Namen steht ein  Mensch, der ein Recht auf Heranwachsen in Frieden und Geborgenheit hat. Wir kennen sie nicht persönlich, aber es gibt Menschen, die sie kennen und lieben, die Angst um sie haben.
Der Losungstext spricht von Gnade. Damit ist Gottes liebevolle Zuneigung gemeint, die er uns Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Unsere Namen machen uns Menschen in unseren Lebensentwürfen unverwechselbar. Überall auf der Welt. Alle gehören wir zu Gottes Menschheitsherde. Ostern ist der Aufstand Gottes gegen alle Anonymität. Wir sollten aufstehen! Für das Leben!

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29. April

Keiner ersinne Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten, und liebt nicht falsche Eide; denn das alles hasse ich, spricht der HERR.

Sacharja 8, 17

Seid untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Epheser 4, 32

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: Ein Mißverständnis, ein unkluges Wort, nur ein böses Wort. Manchmal braucht es nicht viel, um sich auseinander zu leben - ohne, dass man Böses im Schilde geführt hätte. Wie bitter ist das dann.
„Weiter, immer weiter“, sagte mal ein bekannter Fußball-Torwart. Wahrheit, Frieden, Freundlichkeit und Vergebung möchten und werden sich durchsetzen, auch wenn wir grad manchmal den Glauben daran verlieren. Diesen erfreulichen Umgang miteinander forderte Gott damals von seinem Volk und das ist dann auch für uns Auftrag genug! Wer braucht heute meine Vergebungsbereitschaft? Wer braucht heute mein freundliches Wort?

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28. April

Der HERR wird zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln.

Jesaja 2, 4

Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.

Apostelgeschichte 10, 36

Jugendmitarbeiterin Birthe Becker-Betz, Fischelbach: Friedensgebete, überall in unserem Kirchenkreis. Menschen treffen sich regelmäßig und beten für den Frieden in der Ukraine, für den Frieden unter den Völkern, den Frieden auf dieser Welt. Jesaja malt uns hier ein Friedensbild. Er zeigt uns, was kommen kann, wie es sein wird, eines Tages. Schwerter zu Pflugscharen und Spieße zu Sicheln… das wäre schön. Wir machen weiter, wir beten und hoffen weiter, denn am Ende des Bildes steht die Aufforderung: Kommt und lasst uns nun wandeln im Licht des Herrn!
Gott. Du stehst mitten in der Welt. Fängst auf und tröstet. Und wir hoffen unbeirrbar auf Dich. Amen

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27. April

Haltet dem HERRN, eurem Gott, die Treue, so wie ihr es bisher getan habt.

Josua 23, 8

Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott.

2. Korinther 3, 5

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: Was gilt? Worauf kann ich mich verlassen? Gott schenkt mir Richtlinien für mein Leben. Trotz allem Ärger, den Mose mit dem Volk Israel in Bezug auf die Treue zu Gott hatte, sagt sein Nachfolger Josua: Ihr habt dem Herrn bisher die Treue gehalten. Ein einzelnes Fehlverhalten bringt mich noch nicht weg von der Gemeinschaft mit Gott. Es kann überdacht, vergeben, häufig auch wieder gut gemacht werden. Jesus hat sein Leben dafür gegeben und hat die Anleitung fürs Leben auch geliefert: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten, wie dich selbst.
Bei den aktuell politisch notwendigen Gratwanderungen ist es wichtig, hierauf immer wieder zu achten.

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26. April

Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe, der seine Seele errette aus des Todes Hand?

Psalm 89, 49

Der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.

Römer 6, 23

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Wir Menschen, die jeden Tag aufs Neue schuldig werden, dürfen mit Freude die Botschaft der Osterzeit hören: Jesus hat unsere Schuld auf sich genommen und getragen bis zum Tod am Kreuz.
Und dieses Kreuz ist nun ein Zeichen des Neuanfanges geworden, weil aus dem Tod neues Leben möglich wird, indem Gott seinen Sohn auferweckt und uns allen damit die Hoffnung auf Vergebung und ewiges Leben schenkt. Was für eine Gabe, die wir uns niemals verdienen könnten, aber dankbar annehmen dürfen!

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25. April

Es freue sich der Himmel, und die Erde sei fröhlich, und man sage unter den Völkern, dass der HERR regiert!

1. Chronik 16, 31

Jesus spricht: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe.

Matthäus 28, 18 bis 20

Pfarrer Dr. Andreas Kroh, Wolzhausen: In dieser Zeit fällt es schwer, diese Aufforderung nach Freude und Fröhlichkeit mitzusprechen. So viel Trauriges, so viel Leid, so viele Ängste und Sorgen sind allgegenwärtig. „Dass der Herr regiert“, diese Aussage hat für mich etwas Tröstliches. Ja, es macht Mut, wenn ich höre, dass nicht die pure militärische Macht diese Welt regiert, sondern Gott. Sich nicht auf die Mächte dieser Welt verlassen - auch diese Botschaft höre ich. Da ist Hilfe bei Gott. Eine Hilfe, die über alles Verstehen und Begreifen geht und größer ist, als wir Menschen meinen.
Gütiger Gott, wir bitten Dich um Deine Treue in dieser besonderen Zeit. Stärke uns alle, die wir Deine Hilfe besonders benötigen. Amen

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24. April Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Claudia de Wilde, Hemschlar: Die Dia-Kästen brauchen viel Platz im Schrank. Ich habe sie gehütet wie einen Schatz. Reisen, Freizeiten, Begegnungen, Menschen, Landschaften, Kirchen. Auch viele Fotos sind in früheren Jahren entstanden, und die Negative liegen in den großen Umschlägen im Karton, sorgfältig beschriftet nach Jahren und Orten. Als ich sie anfertigte, um Erinnerungen zu bewahren, gab es noch keine Digitalkameras. Dafür aber später wunderbare Überraschungsmomente, wenn der Negativ-Scanner aus den scheinbar falschen Bildern, in denen die Farben nicht stimmen, wieder die richtigen Aufnahmen hervorbringt und Fotos als Abbild der Wirklichkeit ans Licht bringt.

Wenn das im realen Leben auch so einfach ginge: Aus den Negativen wieder das richtige Bild hervorbringen, so, wie es eigentlich sein müsste. Sich hineinträumen in eine andere, geordnete, heilsame Wirklichkeit, gerade wenn das Leben anders läuft. Welch eine Kraft zur Umgestaltung könnte daraus wachsen!

So erlebe ich es, wenn jetzt in der Europäischen Union und darüber hinaus über den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg gesprochen wird, wenn schon Gelder zurückgelegt werden für das, was später wieder an Gutem entstehen soll. Es sind Gegenbilder gegen die Negative, die wir gerade sehen - aber sie haben eine große Kraft. Mit dem Wiederaufbau kennen wir uns aus, haben starke Bilder im Kopf, auch von historischen Altstädten, die nach den Jahren der Zerstörung wieder neu errichtet wurden. Ich komme aus Münster, wo der prachtvolle Prinzipalmarkt heute davon erzählt, wie schön es wieder werden kann.

Hoffnungsbilder sind keine Utopie. Sie zeichnen ein Bild einer möglichen kommenden Wirklichkeit. Wie hilfreich das ist, wissen wir aus unserem persönlichen Leben. Es hilft bei der Genesung, sich vor Augen zu malen, was später wieder alles möglich werden könnte. Das Ausmalen einer freundlichen Perspektive kann uns viel Kraft geben.

Die Bibel ist voll von solchen Hoffnungsbildern. Die Ruhe im Sturm erleben wir mit dem Beter des 23. Psalms, dem Gott einen Raum der Ruhe am gedeckten Tisch schafft, während Feinde ihm nachstellen. Die Zeit, in der wir nach allem Schweren bei Gott zur Ruhe kommen können, beschreibt die Offenbarung mit Bildern von einer Welt, in der es kein Leid, keine Klagen, keine Trauer mehr geben wird, weil Gott selbst uns die Tränen abwischen wird - was für eine Geste! An vielen Stellen in den Psalmen wird Gott „Burg“, „Schutz“ und „Zuflucht“ genannt. Das ist keine Weltflucht in eine fromme Utopie, sondern Hilfe zur Gestaltung des realen Lebens mitten in der Bedrängnis: ein Hoffnungsbild, das Kraft gibt zum Durchhalten und Aushalten in dem Schweren, was es gerade zu bewältigen gilt. Welche Hoffnungsbilder stärken Sie auf Ihrem Weg durch unwegsames Gelände?

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23. April

Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.

Jesaja 58, 11

Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.

Johannes 4, 14

Presbyter Christian Gerhardt, Hesselbach: Ein unerschöpflicher Quell an Energie! Wer träumt nicht davon? Ich habe ein E-Auto! Das mag man kontrovers diskutieren, doch darum geht es mir hier nicht. Jedes Mal, wenn ich den Stecker einstecke, muss ich ein Stück weit an Johannes 4,14 denken. „Wer von meinem Wasser trinkt, den wird nimmer mehr dürsten!“ Wie genial ist das denn bitte? Und was mich in diesem Vergleich noch ruhiger werden lässt, ist der Fakt, dass ich nicht stundenlang umherirren muss um diese Tankstelle/diesen Wasseranschluss zu suchen. Im Gebet darf/kann ich meine Versorgung stets erneuern und bekräftigen! Das lässt mich ruhig und gut versorgt in die Zukunft blicken.

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22. April

Mach dich auf und handle! Und der HERR möge mit dir sein.

1. Chronik 22, 16

Mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.

Apostelgeschichte 4, 33

Küster Philipp Dreisbach, Feudingen: Die Aussage dieser Tageslosung ist klar: Just do it! Wir alle müssen jeden Tag Entscheidungen treffen. Sei es im privaten, oder im Berufsleben. Ob es nun ganz banale und alltägliche Dinge sind, oder doch solche, welche mit weitreichenden Konsequenzen verbunden sind. Mal tun wir uns leichter, mal fällt die Entscheidung schwer und benötigt vielleicht sogar mehrere Tage, bis sie zu einem Schluss kommt. Doch bei einem können wir uns sicher sein: Gott begleitet uns dabei. Darauf können wir uns zu jederzeit verlassen. Also: Trau dich was!

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21. April

Hasst das Böse und liebt das Gute, richtet das Recht auf im Tor, vielleicht wird der HERR, der Gott Zebaoth, gnädig sein.

Amos 5, 15

Lebt als Kinder des Lichts. Das Licht bringt nichts als Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.

Epheser 5, 8 und 9

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Im Dunkeln ist gut munkeln - eine alte Weisheit, nicht unbedingt erstrebenswert. Aber jeder kennt es. Im Verborgenen zu tuscheln oder zu mutmaßen ist viel einfacher als im Hellen klare Kante zu zeigen. Dunkelheit ist nicht immer nur gefährlich. Manchmal auch ganz praktisch. Man sieht alles nicht so ganz genau. Nur ungefähr und hat viel Platz für eigene Interpretation. Was nicht passt, wird passend gemacht. Anstrengender, aber auch aufrichtiger ist es da, im Hellen, im Licht zu sein. Denn das Licht bringt auch das Gute zum Vorschein. Und gegen Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hat ja wohl niemand etwas einzuwenden.

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20. April

Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde.

Jeremia 31, 10

Jesus betet: Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien.

Johannes 17, 20 und 21

Jugendmitarbeiter Jonas Pfeiffer, Erndtebrück: Jeder hat doch bestimmt einmal das Sprichwort „Man muss die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat“ gehört. Der Bibel-Vers erinnert mich an das Sprichwort, denn Gott hat das Volk Israel verstreut. Er hat es sich selbst eingebrockt und er ist es auch, der es wieder auslöffelt - nur dass es nicht die Suppe ist, sondern dass er das Volk Israel wieder zusammenführt. Dazu beschützt Gott danach das Volk. Man kann erkennen, dass Gott ein sehr gutes Beispiel für dieses Sprichwort ist, und wir es gut nachmachen können.

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19. April

Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land.

Psalm 143, 6

Wen dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

Offenbarung 22, 17

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Nichts ist schlimmer als Durst. Und nichts zischt schöner als ein Kaltgetränk nach getaner Arbeit und in guter Gesellschaft. Der Mensch besteht zu sehr vielen Prozenten aus Wasser und wenn das zu knapp wird, dann spürt man und sieht man es. Runzeln, Falten, ein trockener Hals und Kopfschmerzen. Kurzum: Durst zu haben ist einfach nicht gut. Für den Körper können wir da schnell nachhelfen: Flasche auf und fröhlich ausgeschüttet. Für die Seele ist es da schon etwas aufwendiger. Gott sei Dank für das lebendige Wasser!

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18. April

Lass deine Augen offen stehen über diesem Hause Nacht und Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast: Da soll mein Name sein.

1. Könige 8, 29

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!

Johannes 20, 19

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Vor Angst die Türen verschließen oder die Bettdecke über den Kopf ziehen - das kennen wir auch. Angst haben wir hier in Deutschland, wie die Jünger damals in Jerusalem. Wie mag es erst den Menschen in einigen Städten in der Ukraine ergehen, etwa in Mariupol. Sie sind in ihren Wohnungen, in Kellern oder U-Bahn-Schächten und versuchen, sich zu verstecken. Schließen die Türen vor Angst vor Bomben und Schüssen. Wir gut würde es ihnen tun, wenn Jesus zu ihnen käme und sagte: „Friede sei mit Euch“, oder Friede ist draußen.

Jesus kommt tatsächlich zu ihnen, er kommt tatsächlich zu uns und sagt: „Friede sei mit Euch.“ Er kommt in unsere Herzen und schenkt uns Frieden. Er schenkt uns Gottes Frieden. Dieser möge uns die Angst nehmen und zuversichtlich in die Zukunft sehen lassen.

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17. April Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Ostern ist der Plan B! Wie bitte? Ist Ostern nicht das Allergrößte und sicher ganz bewusst von Gott so gewollt und vorherbestimmt worden? Ich finde nicht. Ich finde, es ist viel effektiver, Ostern als Plan B zu denken. Wie kann ein Plan B effektiv sein? Er ist doch nur eine Notlösung. Stimmt gar nicht. Das ist ein absolutes Missverständnis und wird dem Plan B nicht gerecht. Es ist eben eine andere Möglichkeit. Nicht weniger gut oder nur die Hälfte wert. In einem Buch bin ich auf diesen Gedanken gestoßen worden und ich habe ihn zu meinem diesjährigen Oster-Schatz erwählt.

Wie war es denn mit Jesus? Seine Laufbahn auf der Erde war schnell beendet. Anfang 30 war er, als er gekreuzigt wurde. Nun ja, als Aufrührer musste er wohl damit rechnen, dass er immer auch gefährlich lebt. Aber geplant hatte er solch ein Ende am Kreuz bestimmt nicht. Jetzt ist es aber doch so, dass man auch sagen kann: Gott hat es genau so geplant. Ein grausames Ende für seinen Sohn. Und es ist jedes Jahr das Gleiche. Ich kann Karfreitag kaum aushalten und denke immer: Hätte er sich das nicht anders ausdenken können? Warum gerade die grausamste Variante der damaligen Todesstrafe?

Die Bibel ist voll von Geschichten mit Plan B. Und das ist jetzt wirklich nicht abwertend oder so gemeint. Ich liebe diese Texte, seien es Psalmen oder andere Geschichten, in denen so richtig deutlich wird, wie schief es schon mal mit dem Menschsein laufen kann und wie gut es ist, dass Gott einen Plan B hat. Bei der Sintflut zum Beispiel, da wollte Gott die ganze Menschheit vernichten und hat das auch sehr eindrucksvoll gestaltet. Aber im großen Zorn ändert er seine Meinung und verspricht: Das mache ich nicht wieder! Samt Siegel, dem Regenbogen.

In diesen Geschichten zeigt sich ein Gott, der aus dem größten Schlamassel noch etwas Gutes machen kann. Der damit zeigt, wie Hoffnung über die Resignation siegt. So auch an Ostern. Hinter der grauseligen Todesstrafe steckt das wunderbare Geschenk, dass Gott sich für gar nichts zu schade ist, nicht mal für den Tod. Damit stellt er ein für alle Mal klar, dass es nichts gibt, was ihn von den Menschen trennt. Das hätte ja schon gereicht. Im Tod bewahrt und auch dann nicht verlorengegeben, damit lässt es sich doch leben. Viel besser lässt es sich aber mit dem Plan B leben. Der Auferstehung. Da setzt Gott noch einen drauf. Das mit Jesus sollte nicht tragisch und traurig zu Ende gehen, sondern verändert und verändernd. Deshalb Plan B, deshalb Auferstehung.

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16. April

Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.

Psalm 80, 19

Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.

2. Timotheus 1, 10

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: Neulich habe ich den Weg der Hoffnung besucht, einen Kreuzweg an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Der Weg ist Kunstwerk, Mahnmal und Anstoß zum Nachdenken. Die riesigen eisernen Skulpturen haben mich in ihren Bann gezogen. Der Leidensweg Jesu kommt hier ganz nah, wenn man anfassen kann, wie schwer dieses Kreuz sein muss, das auf der Figur liegt, die nur gebückt gehen kann und an einer Station mit dem Kopf voran im Graben liegt. Die letzte Station ist ganz besonders. Hier geht man durch ein halb geöffnetes riesiges Tor, blickt hindurch zum Himmel und auf eine Dornenkrone - für mich ein ganz besonderes Bild für das Leben und das Licht, das Jesus uns durch den Tod hindurch ermöglicht, und das wir uns gerade zu Ostern bewusst machen dürfen.

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15. April

HERR, neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zur Habsucht.

Psalm 119, 36

Jesus Christus erniedrigte sich und wurde gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.

Philipper 2, 8

Vikarin Carmen Jäger, Bad Berleburg:
Und dann stehe ich da:
Der Sarg ist gerade in der Erde versunken,
die Tränchen verdrückt,
die Taschentücher in den Manteltaschen verschwunden.
Und ich stehe da und sehe sie kommen:
die raffgierigen Finger meiner Geschwister,
die schmutzige Begierde nach Haus und Grund
und allem, was seins war.
Und so stehe ich da und frage mich:
Gab es nicht mal eine Zeit,
da der Tod uns niedrig machte und verletzlich und hilflos,
da der Tod uns Schmerz, Wut und Schaudern bescherte?
Und ich stehe da und sie kommen:
würfeln um sein letztes Hemd,
von dem sie vor lauter Gier die Taschen gleich mit deren Füllung abrissen.

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14. April

Mir sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören und sagen: Im HERRN habe ich Gerechtigkeit und Stärke.

Jesaja 45, 23 und 24

Jesus spricht: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.

Johannes 6, 51

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Jesus, das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist - wir lesen und hören dieses Wort Jesu am Gründonnerstag. Unendlich grauenvolle, harte, bittere Stunden und Tage lagen damals, am ersten Gründonnerstag, vor den Jüngern Jesu. Jesus wusste: Sie werden hungern nach Trost, nach Hoffnung - so wie Menschen auch jetzt in diesen Tagen danach hungern und Kraft suchen. Und er nimmt das Brot, dankt und bricht es und gibt es ihnen und sagt: Nehmt und esst! Bis heute reicht er uns so immer wieder das Brot, und ich erinnere mich: Wie oft hat es mir schon Kraft und Hoffnung geschenkt, weil es mir zusagt: Ich bin da, und ich gehe mit durch alle Tage bis in Ewigkeit. Fürchte dich nicht!

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13. April

Er wird herrlich werden bis an die Enden der Erde.

Micha 5, 3

Jesus spricht: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes 12, 24

Prädikantin Sabine Lang, Hesselbach: „Herrlich werden bis an die Enden der Welt“ - das ist heute Thema. Machthaber meinen, sie müssten ihre Herrlichkeit ausweiten. Die Weltgeschichte ist voll davon. Sämtliche Welt-Reiche der Vergangenheit waren kein Segen für die Menschen. Es war und ist ein Reichtum auf Kosten anderer. Immer wenn Menschen sich aufführen als wären sie Gott, ist das der Menschheit zum Verderben.
Wenn Gott herrlich wird bis an die Enden der Erden, dann wird es Frieden geben in der Welt. So sogt es Micha: „Und sie werden sicher wohnen; denn er wird herrlich werden bis an die Enden der Erde. Und er wird der Friede sein.“ Gemeint ist Jesus. Ich will ein Teil dieses Friedens sein.

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12. April

Mit fröhlichem Schall verkündigt dies und lasst es hören, tragt's hinaus bis an die Enden der Erde und sprecht: Der HERR hat seinen Knecht Jakob erlöst.

Jesaja 48, 20

Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes.

Kolosser 1, 13

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Sie erinnern sich bestimmt auch gern an Orte oder Situationen, wo es Ihnen richtig gut ging. Solche besonderen Orte und Zeiten geben uns Mut und Kraft. Wie gut tun uns Urlaubszeiten und wie sehr fiebern wir dieser Zeit entgegensehnen. Von solch einer Auszeit können wir lange zehren.
Indem Paulus vom Versetzt-Werden in das Reich Jesu spricht, macht er deutlich, dass wir solch einen Ort des Wohlfühlens haben, an dem wir unsere Ängste und Sorgen ablegen können, wo wir geliebt werden und neue Kraft bekommen. Ein Leben mit Jesus gibt uns Hoffnung und Kraft.

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11. April

Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des HERRN harret!

Psalm 31, 25

Durch Jesus Christus haben wir den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen.

Römer 5, 2

Kirchenkreis-Jugendmitarbeiter René Kranefeld, Wuppertal: Das ist erstmal ein toller Zuspruch. Wir dürfen getrost und unverzagt sein, weil wir auf Gott vertrauen. In einer Zeit wie dieser jedoch fällt es mir schwer, das zu tun. In einer Zeit, in der Krieg auf europäischem Boden herrscht fühlt sich der Satz wie eine unlösbare Aufgabe an. Diese Woche gehen wir bereits auf Ostern zu. Bevor das aber stattfindet, steht Karfreitag bevor. Der Tag an dem Jesus stirbt, ist sicherlich kein Tag, an dem die Jünger getrost und unverzagt waren. Aber auf den Tod folgt die Auferstehung. Wir dürfen auf Gott vertrauen, weil wir wissen, dass er noch viel Besseres bereithält.

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10. April Sonntags-Angedacht

Pfarrer Peter Mayer-Ullmann, Banfe: Geld oder Liebe - das ist nicht zuletzt das brisante Thema des heutigen Palmsonntags, wo ja die jubelnde Menge mit ihren Kleidern und Palmzweigen Jesus einen herzlichen und liebevollen Empfang in Jerusalem bereitet, um dann doch nach wenigen Tagen in das gewohnte Hamsterrad der Abhängigkeiten und scheinbaren Notwendigkeiten zu verfallen und das „Kreuzige ihn“ zu schreien.

Geld oder Liebe - das ist aber durchaus nicht nur das Thema der Kreti und Pleti zu diesem Tag, sondern auch das der Menschen, die Jesus eigentlich sehr, sehr nahe stehen. So erzählt Markus in einem der Evangelien-Texte zu diesem Tag (Markus 14, 3 bis 9) von einer namenlosen Frau, die Jesus schon im Vorfeld zum Karfreitags-Geschehen mit einer Flasche sündhaft teuren Nardenöls für sein Begräbnis salbt, dessen Wert umgerechnet dem eines Kleinwagens entspricht. Das allerdings stößt auf wenig Gegenliebe bei den Jüngern und den anderen Anwesenden, die dieses Nardenöl doch lieber zu Geld gemacht und den Armen zugewendet hätten. Einzig Jesus nimmt diese Frau in Schutz und weiß den Moment und diesen Liebesdienst zu schätzen.

Geld oder Liebe - das ist schließlich auch der Dreh- und Angelpunkt für das, was unser Bundeskanzler in seiner Regierungserklärung mit dem Wort „Zeitenwende“ bezeichnet hat: den russischen Überfall auf die Ukraine und die Tatsache, dass die Welt dadurch und durch die folgenden, weltweiten Sanktionen gegen Russland eine andere geworden ist. Das alles wegen eines Mannes und seiner Regierungsmitglieder, die ein starkes, weltweit gefürchtetes Großrussland wollen und dafür das Völkerrecht brechen und Kriegsverbrechen begehen.

Hat die Liebe also wieder einmal verloren? Oder bringen wir unser Fläschchen Nardenöl zum Einsatz, indem wir uns der Menschen annehmen, die aus der Ukraine fliehen müssen: in den Kitas, den Schulen; im Dorf, Stadtteil oder in Kirchengemeinden; bei der Wohnungssuche oder beim Gang zu Behörden. Wir spenden etwas, sagen andere, die keine praktische Hilfe leisten können. Wir unterstützen die großen Hilfsorganisationen beim Kauf von Zelten, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Wir beten für die Opfer und für die Täter und hoffen, dass dieser Wahn aufhört und Frieden möglich wird. Und schließlich: Wir überlegen ernsthaft, wie wir unsere Lebensweise weiterhin so verändern können, dass wir Energie einsparen.

Wie die namenlose Frau in der Salbungsgeschichte zu Palmsonntag halten wir uns so durch unser Tun manche Schrecken und Ohnmachtsgefühle ein klein wenig vom Leib. Gegen den Irrsinn dieses Krieges können wir nichts tun. Aber wir können etwas gegen seine Folgen tun. Wir können, mit Gottes Hilfe, den schwer geprüften, traumatisierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein sie achtender, hilfsbereiter Mensch sein und so der Liebe und schon gelebter Auferstehung das letzte Wort erteilen.

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9. April

Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind.

Psalm 97, 1

Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.

Römer 14, 17

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Was wünschen wir uns von den Menschen, die unser Land regieren? Darauf findet sicher jeder seine eigene Antwort. Zurzeit können wir sehr genau beobachten, was passiert, wenn Menschen ihre Macht missbrauchen und nicht zum Wohl ihres Volkes und der ganzen Welt agieren. Und auch wir selbst haben sicher nicht immer im Blick, welche Auswirkungen unser Handeln für das Wohlergehen anderer hat. Umso tröstlicher ist es, dass wir darauf vertrauen dürfen, dass über allen Mächtigen dieser Welt noch eine Instanz steht: Gott, der HERR, ist König über das ganze Erdreich und in seinem Reich regieren Gerechtigkeit und Friede und Freude.

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8. April

David sprach zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den HERRN. Nathan sprach: So hat auch der HERR deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben.

2.Samuel 12, 13

Gott hat euch mit Christus lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden.

Kolosser 2, 13

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Gott nimmt unsere Sünde weg. Eine tröstliche Zusage! Aber sie darf uns nicht dazu verleiten, sorglos uns selbst und unsere eigenen Wünsche auszuleben. Auch David erlebt, dass trotz Gottes Vergebung das Unrecht schlimme Folgen hat: Davids Sohn wird sterben.
Auch für uns, die wir von Ostern her leben und um die uneingeschränkte Liebe Gottes zu uns wissen, ist Davids Erfahrung eine Mahnung: Sicher, Gott wird uns nicht wegstoßen. Aber aus unserer Sünde - unserer Haltung, wir wären wie Gott und dürften tun, was wir wollen - erwächst trotzdem Unheil. Die Folge wäre ein Schuldgefühl, mit dem wir dann vor Gottes Angesicht leben müssen, und das auf ewig!

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7. April

Von Gott werde dir geholfen, und von dem Allmächtigen seist du gesegnet.

1. Mose 49, 25

Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.

1. Johannes 3, 19 und 20

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Was ist Wahrheit? Diese Frage hat schon Pontius Pilatus gestellt. Wahrheit ist, so finde ich, auch immer ein Stück weit die jeweilige Interpretation von Tatsachen. Jede und jeder von uns ertappt sich sicherlich hin und wieder selbst dabei, sich die eigene Wahrheit so zusammenzubasteln, wie man sie grade braucht. In erschreckender und extremer Weise allerdings erleben wir das gerade in der Wahr-Nehmung eines Aggressors, dessen Herz blind zu sein scheint, auch für die Wahrheit Gottes. Zu dieser Wahrheit gehören Liebe, Barmherzigkeit und Versöhnung, geschenkt durch Jesus Christus am Kreuz von Golgatha.
Gebe Gott, dass diese Wahrheit nicht nur mein und Dein, sondern auch das Herz eines Fanatikers erreiche und dieses erleuchte. Amen.

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6. April

Wer bestimmt den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber unterweist ihn?

Jesaja 40, 13

O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!

Römer 11, 33

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Wenn wir als Familie in den Urlaub fahren und wir kommen am Ferienort an, dann neige ich als erstes dazu die Gegend zu erkunden. Kaum angekommen und gerade noch das Auto entladen, geht es auf das Fahrrad, um möglichst alle Wege abzufahren und Sehenswertes ausfindig zu machen. Es ist spannend und schön Neues zu entdecken.
So verhält es sich auch bei unserem Leben mit Gott. Jeden Tag können wir neue Erfahrungen mit Gott machen und über ihn ins Staunen kommen. Es gibt viel zu entdecken, und ein Leben mit ihm ist ein großes Abenteuer. Und trotzdem werden wir feststellen, dass wir Gott niemals bis ins Letzte ergründen und erforschen werden.

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5. April

Sie stimmten den Lobpreis an und dankten dem HERRN: Denn er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewiglich.

Esra 3, 11

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

Markus 14, 26

Presbyterin Anke Althaus-Aderhold, Alertshausen: Dankbarkeit entspringt im tiefsten Innern eines Menschen, nicht im Kopf, entbehrt der Berechnung, entsteht in Resonanz und braucht Resonanz. Dankbare Freude ist oft überraschend und überwältigend.  Dankbarkeit ist die Zwillingsschwester der Liebe und beide lassen sich nicht in Maßeinheiten und zeitliche Relevanzen einfügen. Das macht sie für mich zu göttlichen Geschenken. Natürlich bedanke ich mich bei demjenigen, der mir hilft oder mich beschenkt. Schauen Sie sich um: die Knospen, klares Wasser, vielerlei Gutes, Kleines und Großes. Und all das Wenn und Womöglich, die Nöte und Ängste darf ich im Gebet Jesus Christus geben, in seine Nähe.

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4. April

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.

Psalm 23, 2 und 3

Jesus spricht: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

Johannes 10, 27 und 28

Jugendmitarbeiterin Linda Laubisch, Feudingen: The Show Must Go On - Arbeit muss erledigt, der Haushalt geführt und sämtliche Termine wahrgenommen werden. Wir hetzen von einer Aufgabe zur nächsten. Schließlich verlässt sich ja immer irgendwo irgendwer auf uns. Wir wollen ja niemanden im Regen stehen lassen. „Ich schaffe das schon“ oder „Passt schon“ lauten die Mottos. So oft vergessen wir uns selbst.
Viele von uns sind müde geworden. Müde vom Alltag, der Pandemie oder einfach dem Leben generell. Wir suchen Ruhe und Kraft in all diesem Stress. Nun kommt der gute Hirte und sagt: Komm zu mir. Du hast so viel geschafft auf deinem langen Weg. Ruhe dich bei mir aus. Wie soll das gehen?! Nur wenn es uns selbst gut geht können wir unseren Lieben helfen. Die Einladung des guten Hirten sollten wir öfter annehmen!

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3. April Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Nachwuchs ist wichtig! Aber wo kommt er her? Nein, ich meine jetzt nicht die Geschichte mit den Bienchen und Blümchen und dem Klapperstorch. Sondern die dringende Angelegenheit, dass es an allen Ecken und Enden an Menschen fehlt, die einmal nachrücken und irgendwann das Ruder übernehmen. Das ist ein bekanntes Problem und lauter kreative Formate für Nachwuchs-Akquise sprießen wie Krokusse im Frühling aus dem Boden.

So auch bei der Kirche. Am Donnerstag habe ich zwei Theologiestudentinnen und einen Studenten kennengelernt, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen. Wie kann man den Pfarrberuf und andere kirchliche Berufe attraktiv machen? Was brauchen junge Menschen für Informationen, wenn sie sich mit dem Arbeiten bei Kirche auseinandersetzen möchten? Wie können sich die Kirchenkreise präsentieren, wenn es darum geht, (angehende) Pfarrerinnen und Pfarrer zu gewinnen? Für mich war das ziemlich spannend und aufschlussreich, denn vor 16 Jahren musste ich nach dem ersten Examen ganz anders denken und fühlen. Da war ich froh, dass mich die Landeskirche überhaupt in den Dienst übernommen hatte. Aber, die Zeiten haben sich geändert - wie überall.

Jedenfalls hat mich das Zusammentreffen mit den Studierenden dazu gebracht, noch einmal einen Blick auf unseren Kirchenkreis zu werfen. Und das war echt toll. So viel Schönes gibt es da zu entdecken. Menschen, Themen, Projekte, Einrichtungen und einiges mehr prägen das kirchliche Leben in Wittgenstein und im Hochsauerlandkreis. Klar, in den vergangenen zwei Jahren ist es an ein paar Stellen drunter und drüber gegangen und manches liegt auch noch brach. Aber im Großen und Ganzen genieße ich das, was mir da in den Sinn gekommen ist. Auch der Blick in die Nachbarschaft, zum Kirchenkreis Siegen, ist lohnenswert. Nicht umsonst wollen wir uns ja auch zusammentun und einen neuen, großen und deutlichen Kirchenkreis gründen. Das Verfahren dazu läuft noch.

Lange Rede, kurzer Sinn. Es geht um die Investition in die Zukunft, eigentlich schon in die Gegenwart. Als ich von dem Treffen nach Hause gefahren bin, war ich ziemlich in Gedanken versunken. Wie schön ist es, dass junge Menschen sich für kirchliche Berufe interessieren und einsetzen. Wie schade ist es, dass Kirche an ihrer Selbstverständlichkeit einbüßt. Und was kann ich, was können wir hier ganz konkret vor Ort tun, damit die Gegenwart und die Zukunft unserer Kirche lebens- und liebenswert bleiben? Und was ist überhaupt unsere Kirche? Der Kirchturm? Die Menschen, die dort arbeiten? Die Menschen, die dort hingehen? Ich bin gespannt auf die Antworten.

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2. April

Gott ließ das Volk einen Umweg machen, den Weg durch die Wüste zum Schilfmeer.

2. Mose 13, 18

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.

Römer 8, 28

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: Sicher kennen Sie den Spruch: „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ In diesem Spruch merken wir, dass uns eine übergeordnete Sicht auf das Leben normalerweise nicht möglich ist. Wir erleben uns als den Wendungen des Lebens ausgesetzt. Der heutige Losungstext zeigt uns Gottes Sicht. Er führt das Volk Israel aus Fürsorge auf einen Umweg. Im Glauben an diesen Gott dürfen wir an jedem Tag davon ausgehen, dass wir einen liebenden und fürsorgenden Herrn haben, der uns begleitet und für uns da ist. Von dieser Geborgenheit handelt das andere Sprichwort: „Der Mensch denkt, und Gott lenkt.“

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1. April

Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.

Psalm 51, 17

Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch.

1. Johannes 1, 3

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Mach doch mal deinen Mund auf - so lautet die Aufforderung, endlich mal auszusprechen, was einem schon lange auf der Seele liegt. Meistens geht es bei dieser Formulierung um etwas Negatives, Belastendes, Schweres. Eine Sehnsucht, die unbedingt ausgesprochen werden will. Oder Unrecht, das so nicht weiter gehen darf. Jetzt sag doch endlich was! Eine Aufforderung, wenn die Ungeduld zu groß wird. Den Mund aufmachen, das muss ich wohl schon selbst tun. Wie soll das gehen, wenn das ein anderer macht. Ein anderer oder Gott? Wie kriegt der meine Zähne auseinander? Mit Mut und Kraft, die er mir schenkt, Rückendeckung und einem Tritt in den Hintern, den ich manchmal einfach brauche.

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31. März

Ihr wart wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir, spricht der HERR.

Amos 4, 11

Sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

2. Timotheus 2, 13

Prädikantin Traudel Stremmel, Berghausen: Rettung vor dem sicheren Tod - und keine Dankbarkeit, keine Anzeichen der Wahrnehmung des Rettenden? Wer könnte so sein? Gottes Volk zur Zeit des Propheten Amos im 8. Jhd. v. Chr. wird so beschuldigt.
Und wie ist es heute? Für viele Menschen spielt Gott heute eine genauso unbedeutende Rolle wie schon damals. Viele zweifeln: Was tut er schon für uns, wenn er Leid und Krieg nicht beendet? Und dennoch steht Gott mit seiner Treue zu uns, das hat er uns versprochen und darauf dürfen wir uns verlassen. Er geht den Weg des Leidens mit - bis in den Tod. Und reißt uns schließlich heraus, denn wir sind und bleiben seine geliebten Kinder - trotz aller menschlichen Ignoranz und Untreue.

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30. März

Unser Gott wandte den Fluch in einen Segen.

Nehemia 13, 2

Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

2. Korinther 5, 19

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: Wenn sich Fronten verhärten, hat es manchmal den Anschein, als gäbe es keinen Ausweg mehr, zumindest keinen friedlichen. Das gilt für den Krieg in der Ukraine, aber auch für große und kleine Konflikte in unserem Leben. Jemand muss den ersten Schritt tun, zugehen auf seinen Feind, Zugeständnisse machen, Versöhnung anbieten. Dieser erste Schritt ist nicht leicht - im Gegenteil, er ist der schwerste. Gott hat diesen Schritt bereits für uns getan: In Gestalt Jesu Christi hat er die Welt mit sich versöhnt und uns unsere Sünden nicht angerechnet. Er hat den Fluch in einen Segen gewandt. Ein großes Angebot, das wir in Dankbarkeit annehmen sollten.

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29. März

Muss ich nicht das halten und reden, was mir der HERR in den Mund gibt?

4. Mose 23, 12

Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.

Apostelgeschichte 4, 20

Pfarrer Martin Behrensmeyer, Altenhundem: Davon reden und danach handeln, was wir selber als Christinnen und Christen in unserem Vertrauen auf Gott erleben und entdecken: Das ist unsere Aufgabe! Dabei entwickeln wir einen Blick für die Menschen neben uns, stärken ihnen die Füße, ermutigen die Seele und führen sie zum Vertrauen auf die Gegenwart Gottes. Haben wir Mut, von unserem Glauben zu sprechen. Öffnen wir unsere Augen, Herzen und Hände für Menschen, die wieder auf die Beine kommen wollen. Und wenn wir gerade selbst wie gelähmt sind, können wir um Menschen bitten, die auch uns im Namen Jesu aufrichten. Und wenn wir dann noch vereint vor Freude in die Luft springen und begeistert rufen: „Gott sei Dank!" Was kann es Schöneres geben?

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Martin Behrensmeyer unterstützt die Kirchengemeinden Banfetal und Bad Laasphe imPastoralen Dienst im Übergang.


28. März

Vor dem HERRN her kam ein großer und gewaltiger Sturmwind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, in dem Sturmwind aber war der HERR nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der HERR nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der HERR nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs.

1. Könige 19, 11 und 12

Jesus spricht zu Nikodemus: Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt.

Johannes 3, 7 und 8

Jung-Erwachsenen-Mitarbeiterin Bianca Brieseck, Erndtebrück: Hast du Kontakt mit Gott, spricht er mit dir? Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, mit ihm zu sprechen. Aber noch wichtiger: Ich habe gelernt, ihn zu hören. Früher habe ich auch Ausschau gehalten nach ihm, wartete auf etwas wie Stürme, Erdbeben oder Feuer, die mir Antworten geben auf meine Fragen und Bitten. Aber nichts davon kam bei mir an. Bis ich meine Wahrnehmung änderte. Ich nahm mein Umfeld war, Menschen und Situationen. Und dann hörte ich ihn. Ich vernahm seine Stimme in Gesprächen, hörte seine Antworten in Liedern, las sie in Zeitungen. Gott kommt nicht auf einen Plausch bei Tee und Gebäck bei mir vorbei, er sendet mir auf anderen Kanälen, eher wie das Flüstern eines sanften Windhauchs. Öffne deine Sinne und hör' ihm zu, dann kannst du ihn verstehen.

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27. März Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: „Dämmerstündchen“ nannte meine Mutter sie: diese Zeit am Abend, wenn das Tageslicht langsam schwindet und es draußen dunkler und stiller wird, wenn der Tag zu Ende geht und die Seele zur Ruhe kommen darf. In ihrer Kindheit wurde dann kein Licht im Zimmer gemacht. Mit dem schwindenden Tageslicht war es, als ob sie und ihre Mutter näher zusammenrückten. Ihr Vater war aus dem Krieg nicht zurückgekommen. Sie waren geflohen, mussten neu Wurzeln schlagen. Mutter und Tochter sangen in dieser Dämmerstunde und unterhielten sich. Dämmerstunden haben es an sich, dass man dabei schnell über Wesentliches spricht.

Zu einer Dämmerstunde oder sogar Dunkelstunde waren wir gestern aufgerufen! Zwischen 20.30 und 21.30 Uhr durften wir uns beteiligen an der „Earth Hour“, in der alle, die sich anschließen wollten, in Wohnung, Haus und Garten sämtliche Lichter ausschalteten. Es tat gut, eine Kerze anzuzünden und darüber nachzusinnen, warum die Earth Hour, diese Stunde für die Erde, durchgeführt wird: Wir können uns klar machen, dass uns diese Erde nur geliehen ist, dass wir Verantwortung für ihren Erhalt tragen, dass ihre Rohstoffe endlich sind und dass wir umdenken müssen, damit der Klimawandel die natürlichen Ordnungen nicht noch mehr durcheinander wirft. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir unser Verhalten ändern können, um dem Klima weniger zu schaden. Zahlreiche Kommunen beteiligten sich an der Earth Hour und schalteten die Beleuchtung öffentlicher Gebäude und Plätze aus.

Das erinnert mich an eine Unterhaltungssendung Ende der 70er Jahre. Der Moderator forderte die Zuschauer und Zuschauerinnen auf, einmal in ihrer Wohnung alle überflüssigen Lichtquellen auszuschalten. Er konnte am Ende der Sendung verkünden, dass die eingesparte Energie dazu ausgereicht hätte, eine Stadt wie Hagen mit 200.000 Menschen einen Tag lang mit Energie zu versorgen! Das hat mich jungen Menschen damals sehr beeindruckt, weil ich selbst in Hagen wohnte. Und es zeigte uns allen, die wir mitgemacht hatten: Wir selbst können viel bewirken!

Ja, wir können viel bewirken! Sind wir doch von Gott „kaum geringer als Gott“ geschaffen worden, wie der Beter des Psalms 8 staunt: „Die Werke deiner Hände hast du dem Menschen anvertraut, alles hast du, Gott, ihm zu Füßen gelegt.

Das ist eine große Verantwortung: Gott hat uns Menschen die Erde in die Hand gegeben. Gott hat sich dabei keine Hintertür gelassen in dem Sinne: Und wenn ihr das nicht schafft, dann greife ich ein. Nein, Gott hat diese große Verantwortung an uns abgegeben. Lasst sie uns annehmen und wahrnehmen!

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26. März

Der HERR wird seinen Engel vor dir her senden.

1. Mose 24, 7

Der Engel sagte zu Petrus: Gürte dich und binde deine Sandalen. Er tat es. Und er sagte zu ihm: Leg dir den Mantel um und folge mir! Und er ging hinaus und folgte ihm - er wusste jedoch nicht, dass es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah.

Apostelgeschichte 12, 8 und 9

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Gott wird seinen Engel vor dir her senden.
Das heißt doch: Gott lässt dich auf deinem Weg nicht allein.
Das sagt einer, der sich auskennt:
Abraham verließ seine Heimat - wie so viele heute auch.
Er floh nicht, er folgt dem Versprechen einer neuen Heimat, wo seine Familie gut leben könne. Auch dies die Sehnsucht vieler Bomben-Geplagter.
Und er lebt im Zwiespalt zwischen seinen Wurzeln und der neuen Umgebung.
Seine Schwiegertochter soll seinem Kulturkreis entstammen, doch die Zukunft seiner Familie darf nicht rückwärtsgewandt bleiben. Sein Sohn soll am neuen Ort heimisch werden.
Für viele, die derzeit in Zügen, Bussen oder Pkws in Polen oder Deutschland ankommen,
liegt die Heimat NICHT am Ziel ihrer Reise.
Sie suchen jetzt nur Schutz für Leib und Leben.
Wo Gott ihre Zukunft sieht? Wir wissen es nicht.
Doch die Grundüberzeugung Abrahams bleibt:
Gott lässt dich auf deinem Weg nicht allein!

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


25. März

Der HERR spricht: Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören.

Psalm 91, 15

Es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.

Römer 10, 12

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: Wie oft am Tag nehme ich mein Hady in die Hand und rufe eben mal schnell jemanden an. Einen Freund, um einen Termin für ein Treffen zu vereinbaren, oder die Oma, um sich für den nächsten Besuch das Lieblingsessen zu wünschen. Unzählige kurze Telefonate. Eine gute Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben oder sich darüber auszutauschen, wie es einem geht, oder auch um Trost zu finden, wenn mal etwas nicht so gut läuft. Auf diese kurzen Telefonate möchte ich nicht verzichten!
Genauso ist es mit meinem Glauben auch. Ein kurzes Gebet, um zu erzählen, was mir auf dem Herzen liegt, um Unterstützung zu bitten oder auch einfach nur dafür zu danken, dass es mir im Moment gut geht. Und das Beste an meinen kurzen Telefonaten mit Gott ist, dass er immer dran geht und ein offenes Ohr für mich hat!

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24. März

Ich gedenke an die früheren Zeiten; ich sinne nach über all deine Taten und spreche von den Werken deiner Hände.

Psalm 143, 5

Maria sprach: Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.

Lukas 1, 54 und 55

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Autofahrer blicken immer mal wieder in den Rückspiegel. Aber bitte nicht übertreiben, sonst verliert man die Orientierung beim Fahren. Die grundsätzliche Blickrichtung kann nur sein: nach vorne. Daher auch den Größen-Unterschied: der Rückspiegel ist viel kleiner als die Frontscheibe.
Im Leben eines Christen, einer Christin ist es ähnlich. Man blickt zurück, um die Güte Gottes zu sehen, um dankbar dafür zu sein und auch um Mut zu gewinnen. Doch es gilt: Bitte nicht nur nach hinten blicken. In der Vergangenheit hat uns Gott geholfen, klar, und er tut es in der Gegenwart auch. Aber unsere grundsätzliche Blickrichtung sollte nach vorne gerichtet sein, denn Gott hat noch viel Gutes mit uns vor.

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23. März

Der HERR ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter.

2. Samuel 22, 2

Jesus spricht: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Johannes 16, 33

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Glaube ist mit der Überzeugung verbunden, dass es Gott gibt. Neben dieser Erkenntnis ist dabei wesentlich, dass Vertrauen hinzukommt. Denn durch das Vertrauen weiß ich, dass Gott für mich persönlich wichtig ist und in mein Leben in guter Weise hineinwirkt. Sowohl Glaube als auch Vertrauen sind Geschenke Gottes an mich. Dadurch kann ich eine segensvolle Beziehung zu Gott aufbauen und stärken. Der heutige Losungsvers verdeutlicht, welche Folgen dies haben kann. Denn dadurch erkenne ich, dass Gott mein Fels, meine Burg, mein Erretter ist. Er ist immer an meiner Seite, und ist für mich nicht nur in den guten Zeiten da, sondern auch ganz besonders in den schwierigen. Dafür bin ich ihm stets neu dankbar.

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22. März

Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Psalm 118, 24

Jesus sprach: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.

Lukas 19, 5 und 6

Jugendmitarbeiterin Birthe Becker-Betz, Fischelbach: Welch wunderschöner Tag! Direkt konnte ich erkennen, dass es ein sonniger werden würde. Doch gleich nach diesem ersten Gedanken, folgt der zweite: „Wie geht es den Menschen im Kriegsgebiet, den Menschen, die auf der Flucht sind, denen, die Alles verloren haben, Familie, Hab und Gut?“
Trotz der traurigen Gedanken, möchte ich zuversichtlich sein, denn Gott hat uns nicht nur diesen Tag vor die Füße gelegt, sondern er ist auch der, der uns hindurchhilft. Er ist der große Helfer unseres Lebens. Er ist der, der dafür sorgt, dass unser Leben einen Sinn hat und er gibt uns Mut und Kraft, anderen zu helfen und beizustehen. So möchte ich zuversichtlich und engagiert leben an der Hand Gottes, der mir das Leben schenkt, der mich begleitet und jeden Tag meines Lebens zum wichtigsten macht.

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21. März

Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir.

Psalm 143, 8

Es ist die Frömmigkeit eine Quelle großen Reichtums - wenn sie mit Genügsamkeit verbunden ist. Denn nichts haben wir in die Welt mitgebracht, so können wir auch nichts aus ihr mitnehmen.

1.Timotheus 6, 6 und 7

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: „Das letzte Hemd hat keine Taschen“, pflegt meine Tante zu sagen. Soll heißen: wir nehmen nichts mit, wenn wir aus dieser Welt gehen - kein Geld, keine Häuser, aber auch keine Macht, kein Ansehen, keine gesellschaftliche Stellung. Vor Gott stehen wir, wie wir auf die Welt gekommen sind: mit leeren Händen. Aber hoffentlich auch mit einem vollen Herzen: angefüllt mit Erlebtem, Liebe, Glück, Vergebung, Demut. Herr, hilf uns, unser Leben aus dieser Erkenntnis zu gestalten!

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20. März Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Ich packe meinen Koffer und nehme mit: ein Buch, eine Zahnbürste, ein Foto meines Liebsten, ein Kuscheltier, die Lieblingsjeans, Gummibärchen, das gut riechende Parfum... So oder so ähnlich würde es sich bei mir anhören. „Ich packe meinen Koffer“ - ein Gesellschaftsspiel, das zum Nachdenken und Konzentrieren herausfordert und außerdem noch deutlich werden lässt, was einem wichtig ist und worauf man nicht verzichten kann.

Koffer packen, eigentlich etwas Schönes. Hat mit Vorfreude zu tun. Ist manchmal schwierig und nervig, vor allem, wenn der Koffer dann nicht zugeht. Kofferpacken heißt sein Leben für die nächsten zwei oder mehr Wochen kompakt zusammenzufassen, je nachdem, wie lange die Reise dauert und wohin es geht.

Und was ist, wenn es schnell gehen muss? Wenn die Sachen nur zusammengerafft werden können und gar nicht ordentlich gefaltet werden. Und was ist, wenn statt einem Urlaubsvergnügen die reine Ungewissheit auf einen wartet. Kein Abschied auf Zeit mit Freude auf das, was vor einem liegt, sondern Zurücklassen von allem, was einem lieb und teuer ist, auch von wichtigen Menschen.

Noch nie war mir das Thema „Flucht und Abschied“ so nah wie in den vergangenen drei Wochen. Ja, das muss ich zugeben. Die Schicksale der Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen, haben mich zwar auch vorher berührt und beschäftigt, aber jetzt, im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, ist es noch einmal ein ganz anderes Gefühl. Warum, weiß ich gar nicht. Vielleicht liegt es daran, dass mir an so vielen Punkten die Sicherheit abhandengekommen ist. Zu viele Meldungen, zu viel Bedrohung. Und die Bilder von den Menschen, oftmals Frauen und Kinder, die auf der Flucht sind, bringen mich dazu, über meinen eigenen Koffer nachzudenken. Was packe ich ein, wenn es mal schnell gehen muss? Menschen, Dinge, Erinnerungen, Lieblingsessen. Ich merke, das ist ein Gedanke, den ich gar nicht denken möchte und kann. Verbindungen kappen, Zelte abbrechen, Menschen aufgeben, ein Leben zurücklassen und ungewiss in ein neues aufbrechen.

Ratlos und überfordert sehe ich die Bilder und höre die Geschichten und voller Tatendrang sehe ich die Aufgabe, die auf uns zukommt. Ich packe meinen Koffer für das, was in den nächsten Wochen und Monaten zu tun ist, und nehme mit: Meine Angst, denn ohne sie wäre ich nicht echt. Meinen Trotz, dass es doch irgendwie auch wieder gut werden muss. Meine Hoffnung und meine Freude, denn ohne sie wäre ich auch nicht echt. Und den Gedanken, den Carl Friedrich von Weizsäcker formulierte: „Man kann in dieser Welt, wie sie ist, nur dann weiterleben, wenn man zutiefst glaubt, dass sie nicht so bleibt, sondern werden wird, wie sie sein soll.“

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19. März

Du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!

Jona 2, 7

Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen.

2. Timotheus 2, 19

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Rechnen wir eigentlich noch mit Gottes Eingreifen in unser Leben? Oder schimpfen wir nur, weil wir das Gefühl haben, Gott interessiert sich nicht für unsere Welt? Von vorne bis hinten erzählt die Bibel, dass Gott wirkt und eingreift, führt und leitet, warnt oder Aussichten eröffnet. Unser Gott ist ein Gott, der nicht tatenlos bleibt. Er handelt, weil er in Liebe mit uns verbunden ist. Diese Liebe geht uns nach, fordert uns heraus, ruft uns selbst zur Liebe - und will durch uns das Leben verändern.

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18. März

HERR, warum stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?

Psalm 10, 1

Jesus war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?

Markus 4, 38

Pfarrerin Claudia de Wilde, Hemschlar: Wo bist du, Gott? Mitten in der Not wenden sich Menschen an Gott. Aber die Wendung zum Guten bleibt aus. Wo ist Gott in den dunklen Nächten unseres Lebens, wo ist er mitten im Krieg, wo ist er, wenn Menschen fliehen müssen?
Zu allen Zeiten haben Glaubende erlebt, dass Gott sie gerade in der Not nicht allein lässt. Manchmal kommt tatsächlich die Wendung zum Guten. Oft gibt er Zeichen seiner Nähe, praktische Hilfe durch andere, ein liebes Wort, eine mitfühlende Geste. Wir sind von ihm umgeben. Immer. Und gerade in der Not. Das hat er uns versprochen. Daran halten wir uns fest.

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17. März

Gedenke des ganzen Weges, den dich der HERR, dein Gott, geleitet hat diese vierzig Jahre in der Wüste, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit kundwürde, was in deinem Herzen wäre.

5. Mose 8, 2

Jesus spricht: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.

Matthäus 11, 29

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: Ich bin Gott sehr dankbar für viel unbeschwerte, tolle Lebenszeit. Aber ich kenne auch Wüstenzeiten. Du auch? Dann habe ich mich gefragt, ob Gott es war, der mich hineingeführt hat, um mir etwas zu zeigen!? Damit ich etwas lerne, damit ich etwas von Gott lerne? Damit ich bereit werde zur Veränderung? Rückblickend kann ich tatsächlich sagen, dass Gott mir das eine oder andere gezeigt hat, dass Gott auch auf diese Weise zu mir geredet hat.
Die aktuelle Zeit ist wohl für uns alle irgendwie als Wüstenzeit einzuordnen, für den einen weniger, für den anderen mehr. Aber Jesus ist freundlich; in der Nähe zu ihm können wir ruhig und ein Stück weit gelassen werden und somit für andere da sein, die unsere Unterstützung nötig haben und die durch unser Gottvertrauen gestärkt werden können.

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16. März

Diene Gott mit ganzem Herzen und mit williger Seele. Denn der HERR erforscht alle Herzen.

1. Chronik 28, 9

Der Gott des Friedens schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Hebräer 13, 20 und 21

Vikarin Carolin Kremendahl, Bad Laasphe: Gott schafft in uns, was ihm gefällt. Das ist ein Geschenk und keine Forderung. Und ja momentan steht die friedliche Absicht Gottes im krassen Widerspruch zu dem, was in der Ukraine passiert. Doch unser Gott ist ein Gott des Friedens und des Lebens. Deswegen bleibt auch kein Gebet ungehört. Es gibt gerade vermutlich keinen sehnlicheren Wunsch als den nach Frieden, sowohl innerlich als auch äußerlich. In Jesus Christus ist der Friede Gottes Mensch geworden und selbst Jesus hat Tische umgeschmissen. Also, lasst uns Gott den Sack vor die Füße werfen mit allem, was uns stört, uns unruhig macht. Er hält das aus. Und Gott ist da.

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15. März

So spricht der HERR: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen.

2. Könige 20, 5

Klopft an, so wird euch aufgetan.

Matthäus 7, 7

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Wir wünschen uns für die in der Ukraine lebenden Menschen, dass sie etwas ähnliches hören und erleben dürfen, wie damals der jüdische König Hiskia. Wie Kiev heute so war zu seiner Zeit Jerusalem vom machtvollen Heer der Assyrer belagert. Menschlich gesehen bestand keine Hoffnung auf Befreiung. Aber, Gott sah Hiskias Tränen und hörte sein Gebet.
Manchmal erleben wir hautnah, dass unsere Gebete die Welt verändern. Manchmal aber warten wir auch lange vergeblich auf ein sichtbares Zeichen, dass unsere Gebete etwas bewirken. Viele Christen in Europa und weltweit beten täglich für Frieden in der Ukraine und in der Welt. Auch sie bangen in diesen Kriegstagen und fragen sich: Werden unsere Gebete und die Gebete der ukrainischen Schwestern und Brüder für Frieden und das Ende des Krieges erhört? Gott hat zugesagt, dass ER unsere Gebete hört: Bitten wir Gott um den Segen und Frieden.

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14. März

Ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.

Jesaja 55, 12

Der gute Hirte ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus.

Johannes 10, 3

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Was für ein Satz in diesen Zeiten! Wir erleben gerade das Gegenteil: Millionen Menschen fliehen vor dem Krieg. So friedlos wie heute war die Welt lange nicht mehr. Wo ist Gott? Wo seine väterliche Begleitung? Nach Jahrzehnten des Exils durften Israeliten mit Freuden aus Babylon zurückkehren. Erstmal konnten sie in Frieden leben.
Flüchtende finden Aufnahme in vielen Ländern, Gott sei Dank! Denn Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein. Dafür steht der gute Hirte ein, der keinen meterlangen Tisch zwischen sich und uns braucht. Er ist uns nahe, nimmt die Fliehenden und uns in aller Angst auf die Schulter. Unser Gott ist der Gott des Friedens, der uns alle, gegen allen Augenschein, im Frieden geleitet.

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13. März Sonntags-Angedacht

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: In den vergangenen Wochen und Monaten gab es im Fernsehen viele Sondersendungen zu aktuellen Themen, wie Corona oder dem Krieg in der Ukraine. Es ist gut und wichtig, dass wir informiert werden über bestimmte Ereignisse in der Welt. Meist werden bei diesen Sondersendungen Politiker, andere ranghohe Persönlichkeiten oder spezielle Fachleute zu Rate gezogen. Dabei werden sie zu ihren Gedanken und Einschätzungen der weiteren Entwicklungen befragt. So spannend diese Fragen sind und so gern wir darauf eine präzise Antwort haben wollen, bleiben die Aussagen oft sehr vage. Wie sollte es auch anders sein, schließlich kann niemand in die Zukunft sehen. Die letzten Wochen haben uns deutlich vor Augen geführt, dass vieles unkalkulierbar ist. Dementsprechend fallen auch die Antworten der Politiker auf bestimmte Fragen aus. Manchmal sind es nur vorsichtige Vermutungen und hin und wieder bleibt das Gefühl, dass eher um das Anliegen herumgeredet wird.

Ich muss aber ehrlich gestehen, ich möchte mit keinem dieser Menschen tauschen. Es sind äußerst schwere Entscheidungen, die zurzeit getroffen werden müssen, und das auch noch innerhalb kürzester Zeit. Zudem nimmt auch die Unzufriedenheit der Bürger zu, und manch einer glaubt zu wissen, wie es richtig geht. In diesen Zeiten zu regieren ist kein einfacher Auftrag. Somit taucht die Frage auf, was wir tun können, um Politiker in ihrem Amt zu unterstützen. Im Timotheus-Brief erhalten wir einen Anhaltspunkt, wie solch eine Unterstützung aussehen kann: „So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland.“ (1. Timotheus 2, 1 bis 3) Nicht nörgeln, sondern beten. Dazu sind wir aufgefordert. Auch wenn wir nicht alle Entscheidungen gut finden oder uns mit manchen Werten, Prioritäten, Abläufen und Ansichten schwertun, ist es trotzdem unsere Aufgabe, für die Verantwortungsträger zu beten. Das ist das Wenigste und zugleich Beste, was wir tun können. Bringen wir Gott die Verantwortungsträger in Kirche, Politik und Gesellschaft und beten wir, dass Gott ihnen Weisheit bei allen Entscheidungen schenkt, dass sie mit Kraft und Geduld ausgestattet werden und Gott sie segnet für ihren Dienst. Beten wir dafür, dass sie zum Wohl der Menschen agieren und ihre Macht nicht missbrauchen.

Lassen Sie uns nicht müde werden zu beten - gerade jetzt.

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12. März

Der Himmel ist durch das Wort des HERRN gemacht und all sein Heer durch den Hauch seines Mundes.

Psalm 33, 6

Gott lässt sich nicht von Menschenhänden dienen, als ob er etwas nötig hätte; er ist es ja, der allen Leben und Atem und überhaupt alles gibt.

Apostelgeschichte 17, 25

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Wenn wir den Vers in der Apsotelgeschichte lesen, sollten wir eigentlich Gott danken. Aber sind wir nicht viel eher damit beschäftigt, unseren Anteil an den Reichtümern dieser Erde nach Möglichkeit zu vergrößern - mit welchen Mitteln und auf wessen Kosten auch immer?
Die Passionszeit ist eine Zeit der Umkehr zu dem Gott, der uns alles gibt, sogar seinen Sohn ans Kreuz gehen lässt - für unsere Schuld. Es wird, so glaube ich, höchste Zeit, sich auf einen Weg der Dankbarkeit zu machen…

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11. März

Der Mensch hat keine Macht über den Tag des Todes.

Prediger 8, 8

Wer von euch vermag durch Sorgen seiner Lebenszeit auch nur eine Elle hinzuzufügen?

Matthäus 6, 27

Küster Philipp Dreisbach, Feudingen: „So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich“, heißt es im im gleichnamigen Gesangbuch-Lied unter der Nummer 376. Gott führt uns durch das Leben hier auf der Erde. Vom ersten bis zum letzten Tag. Nur müssen wir alle irgendwann sterben. Daran führt kein Weg vorbei. Wann genau dieser Zeitpunkt der Heimrufung in Gottes ewiges Reich aber ist, darauf haben wir keinen Einfluss. Umso mehr sollten wir uns bewusst machen, dass es keinesfalls selbstverständlich ist, morgens gesund und lebendig aufwachen zu dürfen. Für dieses Geschenk sollten wir jeden Tag aufs Neue dankbar sein.

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10. März

Ich habe mein Wort in deinen Mund gelegt und habe dich unter dem Schatten meiner Hände geborgen.

Jesaja 51, 16

Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die niemand zuschließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.

Offenbarung 3, 8

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: In den Nachrichten sehe ich, wie Menschen gerade flüchten müssen. Es ist Krieg. Sie lassen offene oder zugeschlossene Türen hinter sich und gehen fort, Richtung Ungewissheit, Richtung Überleben. Kinder verabschieden sich von Vätern, Frauen von Ehemännern und Eltern. Die Geflüchteten hoffen, dass sich irgendwo Türen für sie öffnen werden. Beim Anblick der Kinder, die vor dem Krieg fliehen müssen, denke ich an dem kleinen Jesus, der schon als Baby mit seiner Familie vor der Machtgier Herodes' fliehen muss, um nicht zu sterben. Und ich denke an die Verse eines Weihnachtslieds: „Jesus kommt, lädt zum Frieden ein. Lass' den Streit, macht die Türen auf, macht die Herzen weit und verschließt euch nicht.“

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9. März

Den HERRN fürchten heißt das Böse hassen.

Sprüche 8, 13

Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken.

Epheser 2, 10

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Menschen, die an Gott glauben, müssen immer nett und freundlich sein. Das versteht sich ja wohl von selbst. Und wenn sie richtig gut sind, dann auch noch die andere Wange hinhalten, wenn sie einen drüber kriegen. Es allen recht machen, keinen Anstoß erregen und dabei frisch, fromm und fröhlich sein. Geht nicht - stimmt. Muss auch nicht sein, kann gar nicht sein. An Gott glauben, in seinem Angesicht zu leben heißt, nicht runterschlucken, wenn man mit etwas nicht einverstanden ist. Rabatz machen und die Stimme erheben, wenn anderen ein Unrecht geschieht. Gottes Reich auf Erden mitzubauen, erfordert ein sanftes Gemüt, ja, aber auch kräftige Stimmbänder, starke Hände und einen geraden Rücken.

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8. März

Es ist kein Fels, wie unser Gott ist.

1. Samuel 2, 2

Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

1. Korinther 3, 11

Kirchenkreis-Jugendmitarbeiter René Kranefeld, Wuppertal: „Christ allein, Eckstein“ heißt es übersetzt in einem englischen Lobpreislied. An diesem Stein kann man sich stoßen und sich über ihn beschweren. Man kann stolpern und fallen. Wir dürfen diesen Stein aber auch für uns benutzen. Der harte Fels ist unser Grund, auf dem wir die Gemeinde bauen. Christus ist unser Eckstein. Er hat den Bau begonnen, wir dürfen ihn fortsetzen. Er ist der Fels, der nicht einstürzt, nicht einmal ins Wanken gerät. Das ist ja wohl der beste Bauplatz, den man haben kann. So etwas kann uns nur Gott anbieten.

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7. März

Siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen.

Jesaja 40, 10

Richtet euch auf und erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen“, das erleben wir gerade in unserer Welt ganz anders. Menschen spüren die Gewalt, die Zerstörung und Tod bedeutet. Viele sind auf der Flucht, suchen Sicherheit und Frieden. Doch gerade diese Begriffe sind in den letzten Tagen sehr brüchig geworden, auch für uns. Gottes Arm und seine Herrschaft sind jedoch genau das Gegenteil, Sicherheit und Frieden finden wir nur bei ihm, er ist es, der uns erlösen kann von allen Gewaltherrschaften dieser Erde. Gott ist da, er war schon immer da und er wird mit uns sein bis zum Ende der Zeiten.

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6. März Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Mehr als eine Woche wütet nun schon ein grausamer und menschenverachtender Krieg in der Ukraine. Die Nachrichten und Bilder entsetzen und schockieren mich. Bombeneinschläge, Zerstörung, mehr als eine Million Ukrainer auf der Flucht. Verletzte. Tote, Zivilisten und Soldaten, Getöte aus beiden Ländern, aus der Ukraine und aus Russland - Opfer der Gewalt.

Ein machtgieriger Despot bringt unsägliches Leid über ein Land, das zwei Stunden und 35 Minuten Flugzeit von uns entfernt ist. So nah ist der Krieg - und so brüchig, verletzlich, fragil der Frieden.

In mir werden viele Erinnerungen und Bilder frei, die von der tröstenden Decke des andauernden Friedens in Europa umhüllt waren: Ich denke an meine Mutter, die keine Filme im Fernsehen anschauen konnte, in denen Schießereien vorkamen, weil sie als Kind den Zweiten Weltkrieg erlebt hatte und traumatisiert war von den Schüssen, vor denen sie geflohen ist. Die in jeder Silvesternacht gelitten hat, weil das Böllern der Feuerwerksraketen Erinnerungen wachgerufen hat an die Bomben, die fielen. Die ihren Vater auf der Flucht verloren hat. Und die ihrem Kind und ihren Enkelkindern nichts dringlicher gewünscht hat, als dass wir in einer Welt des Friedens aufwachsen und leben dürfen.

Und nun ist Krieg in Europa. Ein Bild aus meiner Jugendzeit: Ein Button, dick bedruckt: „Schwerter zu Pflugscharen“ - das Motto der Friedensbewegung damals in den 80ern. Damals in der Zeit des Aufrüstens der Atommächte, als ich die Schule geschwänzt habe, um zu den großen Friedensdemos nach Bonn zu fahren. Schwerter zu Pflugscharen - ich weiß gar nicht, ob ich den Button noch habe, ich hatte die Hoffnung, ich bräuchte ihn nicht mehr.

Doch jetzt drückt dieses geflügelte Wort aus der Bibel, aus der Friedensvision beim alttestamentlichen Propheten Micha, den Herzenswunsch, die Sehnsucht von uns Menschen aus: dass der Krieg ein Ende haben möge und die Waffen schweigen. Dass aus Gewaltinstrumenten Nutzwerkzeuge werden; dass es nicht um Vernichtung gehen mag, sondern um Aufbau, nicht um Tod, sondern um Leben.

Ich weiß nicht, ob ich meinen alten Button noch finden werde. Aber ich weiß, dass ich beten will für den Frieden; beten, dass die Waffen schweigen; beten, dass der gierige Machthaber zur Vernunft kommt. Mit den Worten eines Liedes aus unserem Gesangbuch: „Gib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf. Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt obenauf.“ Das Unrecht geht im Schwange, wer stark ist, der gewinnt. Wir rufen: Herr, wie lange? Hilf uns, die friedlos sind.

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5. März

Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.

Psalm 65, 9

Jesus zog von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf. Überall verkündete er die Gute Nachricht, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden werde.

Lukas 8, 1

Kirchenkreis-Archivar Dr. Johannes Burkardt, Bad Berleburg: Lange haben wir davon geträumt, dass Osten und Westen friedvoll, „fröhlich“ sagt der Psalmbeter, zusammenleben. Vor einer Woche brach das Traumgebilde zusammen. Trotzdem dürfen wir darauf bauen, dass Gott und sein Wort auch in den dunkelsten Tagen in die entlegensten Winkel der Erde kommen. Sein und Jesu Wort gelten mehr als die giftigen Reden und scharfen Waffen verlogener Tyrannen. In Psalm 65, Vers 8, unmittelbar vor dem heutigen Losungstext steht, dass er „das Toben der Völker“ beruhigen kann. Es ist immer wieder erstaunlich, wie aktuell und hoffnungspendend die Bibel ist!

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4. März

Auf dich, HERR, sehen meine Augen; ich traue auf dich, gib mich nicht in den Tod dahin.

Psalm 141, 8

Jesus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.

Johannes 14, 19

Vikarin Carolin Kremendahl, Bad Laasphe: Leben ist kostbar und angesichts des Kriegs keine Selbstverständlichkeit. Das war es nie, doch dieser Tage wird es mal wieder sehr bewusst. Jeder neuer Tag, jeder einzelne Atemzug ist ein Geschenk. Es ist ein großes Privileg, zu sein.
Durch die Auferweckung Jesu Christi ist die fundamentale Hoffnung gelegt, die wir gerade jetzt so dringend nötig haben. Da tut es gut, zu hören und zu lesen, dass Jesus lebt und mit Gott regiert. Kein Gebet bleibt ungehört von Gott, der in seiner Barmherzigkeit allmächtig ist.

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3. März

Gott sende seine Güte und Treue.

Psalm 57, 4

Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.

Apostelgeschichte 14, 17

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg: „Und obwohl sie das sagten, konnten sie kaum das Volk davon abbringen, ihnen zu opfern.“ Als Paulus in Lystra einen Mann heilt, wird er plötzlich wie ein Gott verehrt. Und das, obwohl er die Einwohner eigentlich von der Verehrung anderer Götter abbringen und sie zu Gott führen wollte. Doch gegen die Wunder, die Gott täglich selbst vollbringt, sind diese, die Menschen in seinem Auftrag tun, doch so viel offensichtlicher und einfacher wahrzunehmen. Da lassen wir uns schnell hinreißen, die eigentliche Quelle des Wunders zu übersehen. Gott allein schenkt Kraft und gelingen, und das dürfen wir nicht übersehen.

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2. März

Wenn du auf die Stimme des HERRN, deines Gottes, hörst: Gesegnet bist du in der Stadt, und gesegnet bist du auf dem Feld.

5. Mose 28, 2 und 3

Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.

Lukas 11, 28

Presbyterin Katrin Spies-Gußmann, Bad Berleburg: Wer Gottes Wort hört und lebt danach, wird wachsen wie ein Baum, wird stark sein, in jedem Sturm, mutig in jede Situation gehen und geliebt sein durch Gottes Gnade. Nur dann kannst Du zufrieden sein und ein Fels für andere werden. Probier‘ es aus und stell‘ Deine Fragen, vor allem bleib‘ neugierig.

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1. März

Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen.

Psalm 40, 17

Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk.

Apostelgeschichte 2, 46 und 47

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: Corona - und nun auch noch der Krieg. Und von dem Idealbild, das uns in der Apostelgeschichte von der ersten Gemeinde gezeichnet wird, sind unsere Gemeinden auch grad ein Stück weit entfernt, oder? Es ist genug. Es ist zu viel? Gott, wo bist Du?
David steckt mitten im Schlamassel, als er Psalm 40 schreibt. Er bittet Gott um Hilfe; er schreit zu Gott. Davids Psalm ermutigt uns, es genauso auszuprobieren; trotz oder gerade wegen der problematischen Situation nimmt er intensiven Kontakt zu Gott auf und kann schon in Vers 4 berichten: „Ein neues Lied hat er mir in den Mund gelegt: Einen Lobgesang für unseren Gott. Viele sollen es sehen und Ehrfurcht empfinden. So werden sie zum Herrn Vertrauen fassen.

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28. Februar

HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so herrlich und heilig ist, schrecklich, löblich und wundertätig?
2. Mose 15, 11

Wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist.

1. Johannes 1, 2

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Gott hat ein großes Wunder getan. ER hat die Israeliten aus der Sklaverei befreit. Sie haben das Schilfmeer durchquert, sind in Sicherheit gelandet. Daher stimmt Mose ein Lied an, das Volk stimmt ein: Der Herr streitet für seine Leute.

Wie sehr wünschen wir uns so ein Wunder für das Volk der Ukraine. Menschlich gesehen scheint die Situation für die Verteidiger des Vaterlandes gegen feindliche Aggressoren fast aussichtslos. Menschen, die guten Willens sind, sind erschüttert und sprachlos, angesichts des Krieges. Gott sei Dank haben wir Christen die Macht des Gebetes. Damit können wir den Schwestern und Brüdern in der Ukraine beistehen. Wir können uns mit allem, was in unseren Kräften steht, für den Frieden einsetzen und darauf vertrauen, dass Gott immer noch herrlich und heilig ist und Wunder tut.

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27. Februar Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Vor Jahren hatte ich mir ein neues Kleidungsstück gekauft und stellte es meinem Sohn vor. Als ich ihn fragte, wie es ihm gefällt, fragte er zurück: Ach, ist wieder Weltgebetstag? Ich war schockiert und habe mich gefragt, was für ein Bild vom Weltgebetstag ich ihm bisher vermittelt hatte? Es geht doch um die Probleme der Menschen in dem jeweiligen Weltgebetstags-Land und darum, für die Menschen dort zu beten.

Okay, wir beschäftigen uns selbstverständlich wegen der Menschen dort auch mit ihrer Kultur und Kleidung, die für uns manchmal sehr fremd ist. Und vielleicht lernt man ein paar Wörter der Landessprache. Aber das hat nichts mit Verkleiden und Karneval zu tun. In diesem Jahr hätte uns das auch nicht passieren können. Der Weltgebetstag kommt diesmal aus England, Wales und Nordirland. Dort trägt man ja die Kleidung, die auch wir tragen. Und trotzdem ist es interessant, sich mit den Menschen und ihren Problemen dort zu beschäftigen. Natürlich sind sie unseren Schwierigkeiten ganz ähnlich. Wir bleiben ja in diesem Jahr in Europa und sind nicht in Afrika, Asien oder auf dem amerikanischen Kontinent.

 Zukunftsplan „Hoffnung“ ist das diesjährige Thema des Weltgebetestages. Ich finde es sehr aktuell.

Den Zukunftsplan „Hoffnung“, den haben hoffentlich auch unsere Politiker - einen Zukunftsplan, wie wir gut aus der Pandemie mit allem, was dazu gehört, herauskommen.

Einen Zukunftsplan „Hoffnung“ hat hoffentlich die Queen mit ihrer Familie und den Angestellten, dass sie ihre Corona-Infektion gut überstehen kann. Einen Zukunftsplan „Hoffnung“, haben hoffentlich auch wir. Eine Hoffnung für unser Leben und dafür einen Plan, was wir beruflich oder privat erreichen möchten.

Wir haben hoffentlich einen guten Plan für unser Leben. Beten wir am Weltgebetstag dafür, dass unser Zukunftsplan „Hoffnung“ in Erfüllung gehen möge, genauso wie die Zukunftspläne der Engländerinnen, Waliserinnen und Nordirinnen. Aber wir werden ganz sicher an diesem Weltgebetstag für die Menschen in der Ukraine beten, deren Leben und Zukunft gerade gefährdet ist. Und wir beten mit dem Zukunftsplan „Hoffnung“ am 4. März an vielen Orten im Kirchenkreis Wittgenstein auch ganz allgemein für den Frieden in der Ukraine und in der ganzen Welt.

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26. Februar

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?

Psalm 27, 1

Jesus spricht: Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Johannes 8, 12

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: Als sich der weiße Kastenwagen auf der Gegenfahrbahn nähert, traue ich meinen Augen kaum: Hinter der Windschutzscheibe leuchtet ein mit mehreren gelben LED-Leuchten besetztes Kreuz. Das ist ja mal ein Navi, denke ich spontan. Bei Sonnenschein und auf geraden Strecken ist vermutlich nicht viel von der Leuchtkraft des Kreuzes zu merken, aber wenn es dunkel wird oder die Fahrt durch einen Tunnel führt. In den Nächten der Angst und im Tunnel der Traurigkeit will uns Jesus Christus mit seiner Nähe leuchten. Wenn unsere Hände am Steuer zittern, will er uns in der Spur halten. So kann ich gut unterwegs sein, denn: Der Herr ist mein Licht und mein Glück. Er ist der Schutz meines Lebens.

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25. Februar

Der HERR schafft Recht seinem Volk und wird seinen Knechten gnädig sein.

Psalm 135, 14

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.

Matthäus 5, 6

Prädikantin Traudel Stremmel, Berghausen: Als Religionslehrerin habe ich mir oft gewünscht, Schüler im Fach „Religion“ nicht benoten zu müssen. Neben Wissen über eigene und fremde Religionen gehört gerade im Religionsunterricht mehr dazu: Da werden existenzielle und ethische Fragen gestellt und Antworten gesucht. Es werden theologische Probleme diskutiert, auch manchmal schon in Klasse 5! Können Noten da gerecht sein?
Wenn Gerechtigkeit im Zusammenhang mit Gott genannt wird, heißt das immer, dass Gott auf der Seite der Schwachen, Benachteiligten, Stillen und Unauffälligen steht. Für ihr Recht setzt er sich ein, ihnen erweist er seine Gnade. Wie sähe es wohl in unserer Welt aus, wenn nicht die Lauten etwas zu melden hätten, sondern die Stillen, die Unauffälligen, die nicht Beachteten? Möge Gott Gerechtigkeit schaffen denen, die sonst nicht gehört werden.

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24. Februar

Der HERR wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen.

Jesaja 25, 8

Schon unserem Ahnvater Abraham hat er mit einem Eid versprochen, uns aus der Macht der Feinde zu befreien, damit wir keine Furcht mehr haben müssen und unser Leben lang ihm dienen können.

Lukas 1, 73 und 74

Jung-Erwachsenen-Mitarbeiterin Bianca Brieseck, Erndtebrück: Ja, dann ist ja alles gut, herrlich. Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen und können gut gelaunt in die Zukunft schauen. Der Herr wird es schon richten. Soweit so gut. Aber wie so oft kommt es auf den gesamten Wortlaut an! „…, damit wir keine Furcht mehr haben müssen und unser Leben lang ihm dienen können.“  Also erwartet er ja auch was von uns. Ist uns das wohl immer so bewusst? Kommen wir dem wohl auch so nach? Also ich schätze, ich bin da schon etwas in der Bringschuld. Wie schaut es bei euch aus?

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23. Februar

Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden.

Psalm 119, 6

Jesus spricht: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk.

Johannes 4, 34

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Regeln, Gesetze, Vorschriften… Bestenfalls nehmen wir sie als etwas Sinnvolles hin. Manches Mal empfinden wir sie als beengend und fühlen uns in unserer Freiheit eingeschränkt. Ganz anders klingt das in diesen beiden Bibelversen. Die Gebote Gottes und das Befolgen seines göttlichen Willens werden hier als etwas Lebenswichtiges und Lebenserhaltendes beschrieben. Gott hat das Miteinander mit ihm und unter uns Menschen gut geordnet. Wenn wir das beherzigen, können wir seine Gebote genauso dankbar annehmen wie der Psalmbeter.

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22. Februar

Hört zu, ihr Könige, merkt auf, ihr Fürsten! Ich will singen dem HERRN, ich will singen, will spielen dem HERRN, dem Gott Israels.

Richter 5, 3

Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!

Philipper 4, 5

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Marketing ist das Zauberwort in der Wirtschaft. Aber auch in der Kirche? Christen sollen Gutes tun, das ist soweit klar. Aber dürfen sie das auch zeigen, hinausposaunen, kundtun? Doch - auch wenn es schwerfällt. Wie kann Kirche Werbung machen? Am schnellsten über das Internet, auch wenn dort der Kampf um Aufmerksamkeit sehr hart ist. Vielleicht lieber Bibelsprüche auf Plakate oder T-Shirts drucken? Geht auch - und Vieles mehr. Kreativ zu sein ist eine Gabe des Heiligen Geistes. Aber nicht durch Worte, sondern durch ihr Handeln sollen Christen erkannt werden: durch Liebe, Verständnis, Vergebung, Gerechtigkeit, Güte. Und so kann jeder Werbung machen, überall.

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21. Februar

Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben.

Jesaja 53, 11

Ihr seid erfüllt durch Christus, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.

Kolosser 2, 10

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: „Männst Dü, do kemmt noch was?“ Das hat mich mal eine ältere Frau gefragt. Ja, das meine ich. Da kommt noch was. Denn da sind diese 21 Gramm… Soviel wiegt sie wohl, unsere Seele. Das will zumindest ein Forscher im Jahr 1902 herausgefunden haben, indem er Menschen unmittelbar vor und nach dem Sterben gewogen hat.
21 Gramm - unsichtbar und doch da; die das von Gott geschenkte Leben mit mehr ausfüllen, als nur zu existieren.
21 Gramm, die Raum geben, zu glauben - aber auch zu zweifeln, ja, und die uns damit manchmal auch leiden und abmühen lassen.
21 Gramm, die es aber auch möglich machen, in der Verheißung Christi zu leben, dass das Ende unserer Zeit auf Erden nicht der Schluss ist! Licht und Fülle in Ewigkeit. Amen.

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20. Februar Sonntags-Angedacht

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Bei einer Autobahnfahrt letzte Woche geriet ich in einen Stau. Im Schritttempo kämpften sich die Autos vorwärts. Irgendwann waren viele gelb und blau blinkende Lichter zu sehen. Es folgte eine Fahrbahnverengung, die durch eine mobile Warntafel angezeigt wurde und mich an einem Unfall vorbeiführte. Ein Lkw war von der Fahrbahn abgekommen, stand nun hinter der Leitplanke. Im aufgeweichten Untergrund steckte das Fahrzeug fest. Dem Fahrer schien es, Gott sei Dank, gut zu gehen, das Führerhaus war kaum beschädigt. Vor der Leitplanke standen rund 15 Personen. Es waren Mitarbeiter des Bergungsunternehmens, der Straßenwacht sowie Polizisten. Sie waren in ein Gespräch vertieft, bei dem es wohl darum ging, wie der Lkw geborgen werden kann.

Auf meiner weiteren Tour musste ich immer wieder an den Unfall denken. Wie geht es dem Fahrer? Der Unfall hätte schlimmer ausgehen können. Mir gehen die vielen Leute an der Unfallstelle nicht aus dem Kopf.

Es hat mich fasziniert, das Zusammenspiel unterschiedlicher Arbeitsbereiche zu sehen. Die Polizei sicherte die Unfallstelle ab und nahm den Unfall auf. Die Straßenwacht hatte schnell die Verkehrsführung angepasst und gab frühzeitig Warnhinweise. Zudem kümmerten sie sich ums Zerlegen der Leitplanke, um den Lkw bergen zu können. Das Bergungsunternehmen kam mit einem Kran, einem Abschleppwagen, viel Werkzeug. Es war ein professionelles, routiniertes Miteinander.

Dieses Bild ließ mich nicht los. Mir wurde bewusst, dass es so auch im Leben ist. Die großen Aufgaben können nur gemeinsam bewältigt werden. Diese Menschen an der Unfallstelle zeigen eindrücklich, wie wichtig es ist zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu helfen. Es ist ein beeindruckendes Miteinander, bei dem jeder seinen Teil, seine Fähigkeiten und seine Erfahrung einbringt. Das wünsche ich auch uns, dass wir den Wert des Miteinanders erkennen und uns einbringen, wo wir gebraucht werden mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat.

Immer noch fahre ich sehr nachdenklich weiter. Wieder muss ich an die vielen Leute denken. Doch diesmal aus einem ganz anderen Grund. Ich frage mich, ob diesen Menschen wohl jemand Danke sagt. Danke, dass sie selbstverständlich nachts im strömenden Regen bei Sturm ihren Dienst tun. Ich wäre am liebsten umgekehrt und hätte mich bedankt. Schlagartig fallen mir ganz viele Menschen ein, die selbstverständlich ihren Dienst tun. Menschen, die kein großes Aufhebens darum machen. Ich verspüre den Drang mich bei ganz vielen bedanken zu wollen. Da ich unterwegs bin, kann ich das nur tun, wie Paulus es im Brief an die Philipper schriebt: „Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke.“ Ich spreche ein Gebet, und danke Gott für all die wunderbaren Menschen, die einfach da sind, wenn man sie braucht, egal ob es stürmt oder schneit oder ob die Sonne scheint. DANKE.

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19. Februar

Seid nicht halsstarrig wie eure Väter, sondern gebt eure Hand dem HERRN und kommt zu seinem Heiligtum.

2. Chronik 30, 8

Einer, der mit zu Tisch saß, sprach zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!

Lukas 14, 15

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Worte aus einem Einladungs-Schreiben des israelischen Königs. Verbreitet überall im Land. Er will die Religion reformieren. Die Menschen mieden das „Heiligtum“, also die Institutionen der Religionsgemeinschaft. „Halsstarrig“ und „gebt eure Hand“ zeigen, die Fronten waren verhärtet. Das galt für „eure Väter“, also früher. Doch jetzt ist eine neue Zeit da, ein neuer König. Jetzt kann sich etwas ändern!
Ein alter Text. Mit aktuellen Problemen: Kirchenaustritte wegen Fehlverhaltens kirchlicher Würdenträger, leere Kirchen… Ein klares Signal: Es muss sich etwas ändern.
Die Erfolge der königlichen Reform damals enthalten die gute Botschaft:
Es kann sich etwas ändern. Darum: Packen wir es an!

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


18. Februar

Der Herr sprach zu Mose: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.

2. Mose 33, 20

Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.

1. Johannes 4, 9

Jugendmitarbeiter Jonas Pfeiffer, Erndtebrück: „I Can Only Imagine“ ergänzt den Vers ganz gut, denn niemand weiß, was genau passiert, wenn man stirbt. Der Sänger Bart Millard von MercyMe hat das Lied „I Can Only Imagine“ - auf Deutsch: Ich kann es mir nur vorstellen - geschrieben, in welchem er den Tod seines Vaters verarbeitet. Er stellt sich vor - wie ich auch - was passieren wird, wenn er selbst Gott trifft.
Immer wenn ich dieses Lied höre, stelle ich mir selbst vor, wie es später aussehen kann. Meine Vorstellungen sind oft unterschiedlich - mal bunt mal grau. Wie würde es bei euch aussehen? Am Ende werden wir alle überrascht werden, weil es doch anders kommt, als wir es gedacht haben.

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17. Februar

Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!

Psalm 25, 5

Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Johannes 8, 31 und 32

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Ist Wahrheit eigentlich immer gleich? Oder gibt es eine, die mehr, und eine andere, die weniger wahr ist? Wahrheit ist ja manchmal Auslegungssache oder ein dehnbarer Begriff. „Sag die Wahrheit!“, das hat doch was Bedrohliches. Wahrheit ist in jedem Fall knallhart, fast sogar rücksichtslos. Einmal ausgesprochen, nicht wieder wegzukriegen. Wir sollten dabei nur nicht vergessen, dass auch Gutes und Schönes wahr sein kann. Wahrheit lässt auch so manchen engen Knoten platzen.

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16. Februar

Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

Psalm 84, 6

Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark!

1. Korinther 16, 13

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Was ist eigentlich Ihre Stärke? Ihre Klugheit oder vielleicht, dass Sie sich gut Dinge merken können? Liegt Ihre Stärke in einer Sportart oder in Fitness und Ausdauer? Können Sie gut mit Menschen umgehen, mit Redegewandtheit und Charme überzeugen? „Das ist eine unbedingte Stärke von dir“ - wer hätte das nicht schon gehört oder gesagt - in unterschiedlichen Zusammenhängen, mit unterschiedlicher Füllung. Aber immer mit einer Gemeinsamkeit: Es ist MEINE Stärke, die ich mir zurechne - ich muss sie also pflegen und leben und die Kraft dafür ganz allein aus mir schöpfen.
Ist das so? „Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten!“  Wie entlastend, wenn ich Gott als meine Stärke sehen kann: der, der mich stark macht, der mich stützt, durch den ich sein und wirken darf. ER ist meine Stärke - nie versiegende Quelle, ewiger Grund. Danke, mein Gott!

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15. Februar

Die Toren sprechen in ihrem Herzen: »Es ist kein Gott.«

Psalm 14, 1

Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Einsicht gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen.

1. Johannes 5, 20

Pfarrer Peter Mayer-Ullmann, Banfe: Irgendetwas ist es ja immer, woran wir unser Herz hängen. Zumeist wird es vorgegeben durch die Lebensphase, in der wir uns gerade befinden, oder durch das Umfeld, in dem wir uns bewegen. Daneben gibt es freilich zumeist auch unsere ganz individuellen Götter, an die wir bewusst oder unbewusst unsere Seele verkaufen und dabei nicht selten den Konflikt mit einer unserer Lebensphasen oder auch mit unserem Umfeld riskieren.
Ein Tor, der das in seinem Leben nicht wahrnimmt und damit auch nicht die Gefahr und die Hinfälligkeit dieser kleinen oder großen Götter. Erst recht, wenn es ihm die Einsicht verstellt für den einzigen, echten und so ganz anderen Gott, den wir nicht selbst kreieren können und auch gar nicht müssen, weil er sich schon immer in unserem Leben offenbart als der immerzu liebende Vater, der sich in Jesus Christus letztgültig bekannt gemacht hat.

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14. Februar

Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele!

Psalm 108, 2

Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.

Kolosser 1, 11 und 12

Jugendmitarbeiterin Birthe Becker-Betz, Fischelbach: „Vögel, die morgens singen, holt abends die Katz'“, so begrüßte mich immer wieder meine Freundin und Arbeitskollegin, wenn ich schon am frühen Morgen gut gelaunt und stets singend oder summend zur Praxistür hereinspaziert kam. Ich liebe es, zu singen und Gott auf diese Weise zu loben und zu danken. Egal, ob es gerade gut läuft in meinem Leben, oder ob Traurigkeit und Verzweiflung gerade um sich greifen, mit einem Lied auf den Lippen und im Herzen, wandelt sich meine Traurigkeit in Hoffnung und meine gute Laune wird zur unbändigen Freude. Einen besseren Start in den Tag, kann es doch gar nicht geben! Halleluja!

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13. Februar Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Ich habe ihn geliebt. Am allermeisten, wenn er Schokoladenpudding kochte und dazu dann Ka-Ka-O benutzte. Einen großen Teil meiner Kindheit habe ich mit ihm verbracht und er war auch der Grund, warum ich als Studentin am Wochenende früh aufgestanden bin. Nur um ihn zu sehen. Ich mochte seine Weisheiten und seinen unbedingten Gerechtigkeitssinn. Er war schon älter, aber ich mag ältere Menschen, denen man das Leben so richtig anmerkt. Die guten und die schweren Zeiten. Ich mag es, wenn ich an ihrer Erfahrung und an ihrem Denken teilhaben darf. Das hat bei ihm immer funktioniert. Gustl Bayrhammer wäre gestern 100 Jahre alt geworden. Ich habe ihn als Meister Eder kennen und lieben gelernt. Wenn er dem kleinen Kobold die Welt erklärte, dann war ich ganz gefangen und habe mich gerne mit in die Welt der Münchener Hinterhofwerksatt hineinziehen lassen. Ist doch komisch, wie einen eine Figur aus dem Fernsehen so prägen kann. Ist es einfach die Erinnerung an die gute alte Zeit oder geht es wirklich um diesen Typen Mensch? Es ist wahrscheinlich beides. Ich merke, wie meine Gedanken immer öfter und immer deutlicher an FRÜHER hängen bleiben. Das liegt entweder an den letzten zwei Jahren oder daran, dass ich älter werde und anfange, von früher zu erzählen.

Es hat so ein bisschen etwas von den Fleischtöpfen Ägyptens. Früher war alles besser, eben: die gute alte Zeit. Ich glaube, das hat was mit Überwinden zu tun. Durchkommen und Überstehen. Und der Blick auf die Vergangenheit ist immer einfacher als in die Zukunft. Obwohl das ja auch nicht immer stimmt. Vergangenheitsbewältigung kann manchmal ganz schön gruselig sein und wirklich heftige Dinge hervorbringen. Da ist es doch schöner, von einer rosigen Zukunft zu träumen. Es ist wohl so, dass man beides braucht und im Blick haben sollte. Nicht nur in eine Richtung, sondern eine Rundumsicht. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“, so heißt es im 31. Psalm. Eigentlich hatte ich diese Worte nie so richtig für mich in Anspruch genommen. Mal abgesehen davon, dass ich sie als Motto für unser Abenteuerdorf kannte. Aber letzte Woche hat mich ein wirklich lieber Mensch mit der Nase darauf gestoßen. Und im Nachdenken über die gute alte Zeit bekommen sie eine neue Bedeutung. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind der Raum, der mir zum Leben eröffnet wird. Mal ist er mir viel zu groß, und mal will ich aus den engen Grenzen ausbrechen. Aber immer bin ich hingestellt. Habe einen Grund unter meinen Füßen, den mir keiner nehmen kann. Nie und nimmer!

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12. Februar

Lass meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.

Psalm 71, 8

Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.

Matthäus 12, 34

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: „Es muss jetzt raus, sonst platze ich“ - es brodelt in mir, meine Emotionen kochen über, mein Herz droht zu zerspringen. Wer kennt dieses Gefühl nicht? Doch wovon ist unser Herz voll? Gefüllt mit Dunkelheit oder mit Licht? Und wenn wir dann anfangen zu reden, welche Worte treffen unser Gegenüber? Worte, die miteinander verbinden, die heilen und aufbauen oder Worte die zerstören und niederdrücken? Gerade in der heutigen Zeit können wir Worte brauchen, die von der Hoffnung, der Freude erzählen, von Jesus, dem Licht der Welt. Dieses Licht scheint bis ins Herz, und ich möchte davon erzählen.

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11. Februar

Achtet ernstlich darauf um eures Lebens willen, dass ihr den HERRN, euren Gott, lieb habt.

Josua 23, 11

Jesus spricht: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.

Johannes 14, 23

Kirchenkreis-Archivar Dr. Johannes Burkardt, Bad Berleburg: Zwei Abschiedsreden an Menschen, die sich um ihre Zukunft ohne ihre charismatischen Führer sorgen. Josua und Jesus mahnen: nur Gottes bzw. Jesu Wort zählt. Es muss der Maßstab unseres Tuns sein. Nur hier finden wir ein solides Fundament, auf dem wir aufbauen können. Der Kommentator der Berleburger Bibel wies vor 300 Jahren auf einen wichtigen Punkt dabei hin: Wenn Jesu Botschaft uns nicht unmittelbar anspricht, verhallt sie nutzlos. „Das Herz muss dabei sein“, sagt er. Christsein auf Berechnung geht nicht. Gott ist kein Buchhalter. Vor ihm funktioniert nicht, „daß der Verstand kann Tür und Tor auftun, wenn das Herz verschlossen bleibt“. Lassen wir uns von der Bibel begeistern und leiten!

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10. Februar

Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.

Psalm 115, 16

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.

Lukas 12, 48

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Da haben wir von Gott ein riesiges Geschenk bekommen - die ganze Erde. Und wie gehen wir mit unserem Geschenk um? Nicht immer verantwortungsvoll! Wir zerstören sie, wir nutzen sie aus. Wir sorgen dafür, dass unser Lebensraum immer schlechter wird und beschweren uns auch noch darüber. Machen wir das mit anderen Geschenken genau so? Wir haben ein Geschenk bekommen und sollten es bewahren, so dass wir es gut nutzen können, dass alle Menschen ihre Freude daran haben und es unsere Nachfahren auch noch genießen und bewundern können.

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9. Februar

Seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde.

Sacharja 9, 10

Gott hat Jesus den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.

Philipper 2, 9 und 10

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Gott kennt uns. Er kennt unsere Namen und weiß, wer wir sind. Er kennt unsere Biografie und unsere Stärken und Schwächen. Wir sind ihm so wichtig, dass wir uns als Gottes Kinder bezeichnen dürfen. Er schenkt uns seine bedingungslose Liebe. So sehr schätzt er uns und unsere Namen.
Ein Name, der in der Bibel ganz besonders hochgehalten wird, ist der Name von Jesus. Es gibt keinen anderen Namen, der in der Bibel so oft zu finden ist. Mit diesem Namen sind auch sehr viele Titel verbunden. Der wichtigste ist meiner Ansicht nach die Bezeichnung „Sohn Gottes“. Wenn wir von Jesus sprechen, dann denken wir daran, dass sich Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbart. Gott sei Dank dafür.

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8. Februar

Fürchtet euch nicht, wenn euch die Leute schmähen, und entsetzt euch nicht, wenn sie euch verhöhnen!

Jesaja 51, 7

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.

1. Timotheus 6, 12

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: „Hahaha, guck mal, wie uncool die Frau da drüben angezogen ist“ - einen Satz wie diesen haben wir alle bestimmt schon mal so oder ganz ähnlich gehört. Die Losung sagt uns heute, dass wir uns aus dem Gespött anderer nichts machen sollen. Das ist wirklich leichter gesagt als getan, finde ich. Keinen lässt es wirklich kalt wenn andere sich über einen lustig machen. Also nehme ich aus der Losung mit, dass ich mich in Gottes Sinne dafür einsetzen will, dass die Losung keine Anwendung mehr finden muss, weil alle Menschen sich gegenseitig mit Respekt behandeln.

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7. Februar

Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Psalm 91, 4

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.

Philipper 4, 7

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: „Breit' aus die Flügel beide, o Jesu meine Freude, und nimm dein Küchlein ein“, sang Mutter an meinem Kinderbett. Nicht mit Federvieh aufgewachsen, hat es lange gedauert, bis ich nicht mehr an kleine Kuchen gedacht habe. Es ist ein wunderbares Bild aus dem Tierreich, das in Psalm 91 für Gott verwendet wird: Wie die Hühnermama ihre kleinen Federbällchen bei Gefahr sofort unter ihre Flügel treibt, sich darüber hockt und ihre Küken notfalls mit dem eigenen Leben verteidigt, so schützend, fürsorglich und behütend handelt Gott uns gegenüber. Er lässt uns nicht aus dem Blick, wacht über uns und breitet seine Flügel über uns aus. So können wir sicher schlafen - und getrost leben.

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6. Februar Sonntags-Angedacht

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Am nächsten Freitag wäre Thomas Edison 175 Jahre alt geworden, er war einer der größten Erfinder, die es jemals gab. Deshalb wird an seinem Geburtstag, dem 11. Februar, in den USA der „Nationale Erfindertag“ gefeiert. Über Edison gibt es eine bewegende Geschichte:

Der kleine Thomas kommt eines Tages von der Schule nach Hause und überreicht seiner Mutter einen Brief. „Mein Lehrer hat mir diesen Brief gegeben“, sagt er: „Ich soll ihn nur dir zu lesen geben.“ Die Mutter hat Tränen in den Augen, als sie ihrem Sohn den Brief vorliest: „Ihr Junge ist ein Genie! Unsere Schule ist viel zu klein für ihn. Sie verfügt nicht über die Lehrer, die gut genug wären, ihn zu unterrichten. Bitte unterrichten Sie ihn von nun an selbst.“ So geschieht es dann. Die Mutter gibt ihrem Sohn Unterricht. Und das mit großem Erfolg. Aus Thomas Edison wird ein genialer Tüftler. Jahre später - die Mutter ist schon lange tot - sucht Edison etwas in einer alten Schublade. Und findet ein Blatt Papier - den Brief, den sein Lehrer damals geschrieben hat. Edison fängt an zu lesen: „Ihr Sohn ist geistig behindert. Wir können und möchten ihn nicht länger auf unserer Schule unterrichten.“ Es heißt, dass Edison nach dieser Entdeckung lange geweint hat. Das Vertrauen seiner Mutter hat in dieser Geschichte den Ausschlag gegeben, dass er so ein großer Erfinder wurde.

Wir haben das wohl alle schon erlebt: Da sagt jemand etwas Unangenehmes zu dir und es ist, als wenn dir ein nasser Lappen um die Ohren gehauen wird. Oder es sagt dir jemand etwas Nettes, und es ist, als ob die Sonne aufgeht. Gute Worte braucht die Welt, heute mehr denn je. Man kann damit anfangen, zu sich selbst Gutes zu sagen, auch wenn das ungewöhnlich ist. Denn es ist eher so, dass man sich oft kritisiert und selten mit sich zufrieden ist. Oft genug zweifelt man an den eigenen Möglichkeiten und fragt sich: Was kann ich schon ausrichten? Das kenne ich aus eigener Erfahrung.

Genau dann darf ich mich daran erinnern: Gott meint es gut mit mir. Ich bin sein Kind und er nimmt mich liebevoll an. Wenn ich Gottes Zusage höre, schaue ich neu auf meine Gaben und Möglichkeiten. Ich bin keiner, der die Welt retten wird, aber ich kann versuchen, sie für andere heller zu machen, zumindest hier und da. Ein Anfang könnte sein: „Ich will heute mindestens einem Menschen einen ermutigen Satz sagen, der ihm den Tag besser macht.“

Gott gibt uns seine Zusage jeden Tag neu. Er weiß: Menschen brauchen jemanden, der an ihrer Seite bleibt, der sie trägt und begleitet in ihrer Schwachheit und Angst. Der ihnen wieder aufhilft, wenn sie fallen. So geht Gott mit uns um, so können wir mit anderen umgehen. Mir hilft die Vorstellung, dass Gott etwa so ist wie die Mutter von Thomas Edison. Er vertraut uns, er traut uns zu, dass wir in seinem Sinne wirken können und dass dabei etwas Gutes herauskommt.

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5. Februar

Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!

Psalm 33, 12

Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.

Galater 4, 6 und 7

Pfarrerin Claudia Latzel-Binder, Bad Berleburg: Es ist ein Glückwunsch, eine Seligpreisung. Psalm 33,12 findet sich zweimal in den Losungen. Heute als Tageslosung und als Wochenspruch am zehnten Sonntag nach Trinitatis, dem sogenannten Israel-Sonntag. Der Vers erinnert zuerst an die bleibende Erwählung Israels, Gottes erstem Volk. Wir als Christ*innen können uns freuen, dass wir auch zu Gottes Kindern und Erben dazugehören. Und wir können mit den älteren Geschwistern darüber staunen. Dabei kommt keiner zu kurz, geht leer aus oder nimmt einem anderen etwas weg. Gott ist unendlich. Und unendlich durch zwei oder wieviel auch immer geteilt, bleibt immer noch unendlich! Herzlichen Glückwunsch!

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4. Februar

Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren.

3. Mose 19, 32

Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

Römer 12, 10

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Jemanden ehren, ehrerbietig sein. Das sind keine gängigen Vokabeln mehr für eine Sprachprüfung. Sind in Wahrheit nicht nur die Begriffe ungebräuchlich geworden sind, sondern auch die dahinter stehenden Werte? Am ehesten vertraut ist uns der Gedanke des Respekts. Doch wird der damit ausgedrückte Wert anerkannt? Ältere Menschen werden abgestempelt als von gestern, junge als unerfahren, arbeitslose als faul, fleißige als geldgeil, Christen als verdammte Gutmenschen, Menschen ohne Glauben als unethisch. Mehr Respekt untereinander tut Not. Denn jeder hat mit seinen Herausforderungen zu kämpfen. Wer sich ihnen stellt, verdient es, dass wir ihm/ihr mit Achtung begegnen.

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3. Februar

Hilf uns, Gott, unser Heiland, und sammle uns, dass wir deinen heiligen Namen preisen.

1. Chronik 16, 35

Jesus betet: Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir.

Johannes 17, 11

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: Hilf uns, Gott, unser Heiland, und sammle uns, dass wir deinen heiligen Namen preisen“ - dieser Ausschnitt aus dem Danklied Davids führt uns vor Augen, wie wichtig es ist, zusammenzukommen, um Gottes Namen zu preisen. Gemeinschaft ist für den Gottesdienst und Lobpreis unerlässlich, ob sonntags in der Kirche, auf Freizeiten oder in den wöchentlichen Gruppenstunden. Nun ist es aber in den vergangenen zwei Jahren nicht immer so einfach gewesen mit der Gemeinschaft. Das haben wir auch im Kindergottesdienst gemerkt: Über Monate hinweg mussten wir Geschichten, Andachten und Bastelideen in Brief-Form im Dorf verteilen, der persönliche Kontakt zu den Kindern fehlte uns sehr. Als wir uns im letzten Sommer dann zum ersten Mal wieder persönlich treffen durften, war die Freude umso größer. Sich zu versammeln und gemeinsam Gott zu loben - und sei es mit Maske und Abstand - ist eben doch etwas ganz Besonderes.

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2. Februar

Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

Psalm 34, 2

Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen.

1. Thessalonicher 5, 16 bis 18

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: Aktuell gibt es so viele Dinge, über die wir uns aufregen. Es gibt viele Situationen, die uns Sorgen machen. Immer schwieriger wird es, Atempausen zu finden, in denen man ganz einfach fröhlich sein kann - Atempausen, die mir und meiner Seele guttun.
In diesen Pausen möchte ich mich daran erinnern: „Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen.

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1. Februar

Was vom Hause Juda errettet und übrig geblieben ist, wird von neuem nach unten Wurzeln schlagen und oben Frucht tragen.

2. Könige 19, 30

Ist die Wurzel heilig, so sind auch die Zweige heilig.

Römer 11, 16

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Nie hätte er gedacht, dass es ihm einmal so schlecht gehen würde. Franz, 46, verheiratet, zwei Kinder, Schlosser von Beruf liegt auf der Intensivstation. Das Virus hat ihn erwischt. Nach fast zwei Wochen Beatmung, zwischen Leben und Tod, geht es ihm nun ganz langsam besser.
Nie hätte er gedacht, dass ihm das passieren könnte. So viel hat er schon weggesteckt. Darum hat er die Gefahr unterschätzt und sich nicht impfen lassen. Jetzt fühlt er sich von Gott errettet, spürt, dass neue Wurzeln in seinem Leben wachsen und dass er neue Lebensfrüchte erleben wird. Franz ist dankbar für die neuen Wurzeln.

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31. Januar

Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam. »Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott.«

Jeremia 3, 22

Ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

1. Petrus 2, 25

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Früher hatte ich ganz viele Kassetten. Bibi Blocksberg. Da gab es eine Folge „Bibi reißt aus“. Da kommt es am Ende dazu, dass Bibi mit Freunden und auch mit der Hilfe ein paar Erwachsener einen Ausreißerbauernhof gründet. Wenn Kinder Zuhause mal die Nase voll haben, können sie dort hin. Sie sind in Sicherheit und versorgt und gehen dann irgendwann wieder nach Hause zurück. Ich fand das früher immer voll cool und wollte auch mal sowas haben. Aber das gab es ja nur auf der Kassette. In meinem Leben ist es aber ähnlich. Da will ich manchmal weg, weil ich die Nase voll hab'. Gott sein Dank kann ich aber jederzeit wiederkommen.

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30. Januar Sonntags-Angedacht

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Während meines sechswöchigen Diakoniepraktikums im Evangelischen Krankenhaus St. Johannisstift in Paderborn wurde ich gebeten, als Pflegehelfer in einer Diabetikerstation auszuhelfen. In dieser Zeit lernte ich die dortigen Krankenschwestern und Krankenpfleger, Ärztinnen und Ärzte und die weiteren Angestellten kennen.

Unter ihnen fiel mir eine Krankenschwester auf, die selten zu sehen war. Wenn ich mit ihr zusammen die gleiche Schicht hatte, wusste ich, dass sie kaum mit mir redete. Sie wirkte in sich gekehrt und schien mit ihren Gedanken immer woanders zu sein. Ich kam nicht an sie heran und dachte mir, dass sich dies in meiner Praktikumszeit auch nicht mehr ändern würde. Doch mit der Zeit stellte ich fest, dass sie recht lang auf den Zimmern der Patientinnen und Patienten zu finden war. Zudem fiel mir auf, dass sie sich dort viel Zeit für die Patientinnen und Patienten nahm und sich auch mit ihnen lange und ausführlich unterhielt. Dies war auch der Grund, warum sie so selten zu sehen war. Und ihre Gedanken waren oft noch bei den Gesprächen, die sie mit Patientinnen und Patienten führte, wie sie mir dann später einmal sagte.

Als ich dies herausfand, wurde mir einiges klar. Und mit der Zeit kamen wir beiden dann auch immer besser ins Gespräch. Mein erster Eindruck von ihr war nicht der richtige. Mit der Zeit musste ich etwas ganz anderes feststellen, nämlich dass sie sich sehr liebevoll um die Patientinnen und Patienten kümmerte und eine sehr einfühlsame Person war. Und dann erfuhr ich auch, dass sie dies alles aus einer christlichen Motivation heraustat. Dabei war ihr schon immer der folgende Bibelvers wichtig: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (3. Mose 19, 18)

Einer, der sich ausführlich mit diesem Gebot der Nächstenliebe beschäftigt hat, ist Albert Schweitzer. In einem seiner Bücher schreibt er: „Tut die Augen auf und suchet, wo ein Mensch ein bisschen Zeit, ein bisschen Teilnahme, ein bisschen Gesellschaft, ein bisschen Fürsorge braucht. Vielleicht ist es ein Einsamer, ein Verbitterter, ein Kranker, dem du etwas sein kannst. Wer kann die Verwendungen alle aufzählen, die der Mensch haben kann. An ihm fehlt es an allen Ecken und Enden. Darum suche, ob sich nicht eine Anlage für dein Menschentum findet.“

Es gilt, sich im Sinne Albert Schweitzers anrühren zu lassen und in vielfältiger Weise zu handeln. Dabei müssen es nicht unbedingt die großen und aufwendigen Taten sein. Es sind gerade auch die vielen kleinen und oft unscheinbaren Momente, die so wichtig sind, Momente, in denen wir Nähe und Geborgenheit verschenken und für andere da sind und für sie Zeit haben.

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29. Januar

Ich will sie retten von allen ihren Abwegen, auf denen sie gesündigt haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein.

Hesekiel 37, 23

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

1. Korinther 3, 16

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Tempel“ hören? Ich denke an die Tempel auf der Akropolis - Kultstätten des griechischen Götterglaubens, die noch heute viel von ihrer einstigen Pracht und Schönheit ahnen lassen. Andere denken an den Tempel in Jerusalem oder an andere. Tempel sind in der Vorstellung vieler Gebäude, aus Steinen gebaut und kunstvoll verziert und ausgestattet.

Paulus redet von einem anderen Tempel. Er redet von dem Tempel als Bild der christlichen Gemeinde. Dieser Tempel ist aus lebendigen Steinen gebaut - aus Dir und mir - aus uns. Und er gewinnt seine Schönheit und Ausstrahlung durch Gottes Geist, der in uns wohnt und wirkt. Das macht diesen Tempel zu einem wunderbaren, anderen Tempel in dieser Welt.

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28. Januar

Sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.

Psalm 62, 6

Wer Ohren hat, der höre!

Matthäus 11, 15

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Lassen Sie uns bei der heutigen Losung aus Psalm 62 mal auf ein kleines Wort schauen, dem kaum Bedeutung beigemessen wird - auf das Wort „nur“. „Nur“ verweist umgangssprachlich auf etwas Kleines, wie bei „nur ein paar Euro“ oder „nur noch ein Kilometer“. Oder aber es ist das Gegenteil und meint etwas Ausschließliches wie „nur du allein“ oder „ich habe nur Gutes gehört“. So versteht es auch der Psalmbeter. Nur bei Gott allein kommt seine Seele zur Ruhe. Er sucht Zuflucht und Schutz ausschließlich bei Gott. Und das gibt ihm neuen Mut und Hoffnung. Mit dem Wort „nur“ lädt Gott uns ein, ihm zu vertrauen.

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27. Januar

Die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten.

Psalm 103, 17 und 18

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Hebräer 13, 8

Erzieherin Angelika Krämer, Niederlaasphe: Was Gott zusagt gilt immer und ewiglich. Er hält seine Treue und sein Versprechen jeden Tag und jedes Jahr. Er ist die gute Macht, die alles schafft. Er gibt uns immer wieder neue Kraft und hält die Verbindung zu uns, auch wenn wir seine Nähe und Zuwendung manchmal nicht spüren können. Auch wenn wir meinen er ist gar nicht mehr da, weil so schlimme Dinge passieren. Er ist immer da! Auch wenn wir meinen, er ist gar nicht mehr da, weil wir uns so einsam und verlassen fühlen und keine Menschenseele sich um uns kümmert. Er ist immer da. Und er ist immer derselbe geblieben. Vor tausenden von Jahren - JETZT - und in alle Ewigkeit!

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26. Januar

Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.

Psalm 90, 16

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Johannes 1, 14

Prädikantin Sabine Lang, Hesselbach: Modern übersetzt lautet der Lehrtext: „Ein wirklicher Mensch aus Fleisch und Blut - dazu wurde das Wort. Mitten unter uns hat es gewohnt und wir konnten ihn betrachten. Da war sein herrlicher Glanz. Er strahlte durch ihn hindurch, durch ihn, den einzig geborenen Sohn des Vaters. Ganz erfüllt war er von Gottes Wesen: Wunderbar großzügig und durch und durch wahr war er.“ (Roland Werner, Das Buch)
Das Wunder von Weihnachten im Rückspiegel. Da wir auch Ostern feiern dürfen, weil Jesus den Tod besiegt hat, ist klar, dass das Gebet des Psalmdichters erhört wurde. Gott hat seine Herrlichkeit offenbart. Er hat uns Jesus geschickt. Das ändert alles!

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25. Januar

Weise mich zurecht, HERR, aber im Gerichtsverfahren, nicht in deinem Zorn, damit du mich nicht auslöschst.

Jeremia 10, 24

Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus.

1. Thessalonicher 5, 9

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg: „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung“ - wie oft habe ich diesen Satz schon gehört? Ohne sich die eigenen Verfehlungen einzugestehen, wird sich nichts ändern.

Doch Jeremia sieht unsere menschliche Unfähigkeit, sich vollkommen gut zu verhalten. Und er weiß, dass Gott uns eines Tages dafür zur Rechenschaft ziehen wird. Dennoch geht er auf diesen Richter zu. In vollem Bewusstsein unserer Schuld bittet er um eine gerechte Verhandlung. Weil er weiß, dass unser Gott vollkommen gerecht handeln kann. Und auch Gott dachte sicher schon: „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.“

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24. Januar

Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein, so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.

Psalm 139, 11 und 12

Als die Sonne untergegangen war, brachten alle ihre Kranken mit mancherlei Leiden zu Jesus. Und er legte einem jeden die Hände auf und machte sie gesund.

Lukas 4,40

Jugendmitarbeiterin Yvonne Thomas, Winterberg: Ich denke, selbst wenn wir in der dunkelsten Nacht unsere Hände vor Augen nicht sehen können, sieht Gott. Eigentlich ist es dunkel, aber Gott strahlt auch in der Finsternis. Wer böse denkt und handelt, wird auch dann von Gott gesehen. Gleichzeitig gibt Gottes Licht Hoffnung für die Kranken. Er durchleuchtet sie mit seinem Licht, um zu sehen, woran sie leiden, um die Leiden in Ordnung zu bringen.

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23. Januar Sonntags-Angedacht

Pfarrer Dr. Andreas Kroh, Wolzhausen: Das Jahr 2022 ist jetzt schon einige Tage alt. Doch es passiert immer mal wieder bei meiner Arbeit im Krankenhaus, dass mir jemand begegnet und mir noch ein gutes neues Jahr wünscht. Ich freue mich jedes Mal über einen solchen Wunsch. Ich mache es nämlich auch so, wenn ich jemanden noch nicht gesehen habe, dann wünsche ich ihm oder ihr auch noch ein gutes neues Jahr. Diesmal ist mir aufgefallen, dass viele Menschen einen weiteren Wunsch hinzufügen, der ihnen besonders am Herzen liegt. Dieser weitere Wunsch ist, dass man doch bitte gesund bleiben möge. Ich kann einen solchen Wunsch angesichts der Corona-Pandemie gut verstehen. Die grassiert immer noch weltweit. Und mit dem Wunsch nach Gesundheit verbinden sehr viele Menschen - auch ich selbst - den Wunsch nach einem Ende der Pandemie. Und vielleicht tritt dies in diesem Jahr auch tatsächlich ein.

Gleichzeitig ist mir aber klar, dass ich Vieles im Grunde nicht selbst in der Hand habe. Auch das Jahr 2022 habe ich nicht selbst in der Hand. Sicher, manches kann ich absehen, manches kann ich sehr gut einschätzen, auch planen, aber sehr Vieles eben nicht. In einem meiner Klinik-Gottesdienste habe ich zum Jahresbeginn das neue Jahr mit einem Tor, mit einer Tür verglichen. Der Übergang nach 2022 ist so, als ob ich durch ein mir unbekanntes Tor gehen würde. Ich öffne eine mir unbekannte Tür. Durch diese unbekannte Tür betrete ich einen neuen Raum. Diesen kenne ich nicht: 2022 ist jetzt gerade drei Wochen alt, es liegt noch weitgehend unbekannt vor einem jeden, einer jeden von uns.

In Wittgenstein haben wir besonders viele historische Kirchen, deren Alter bis auf das Mittelalter zurückgeht. Besonders achte ich mittlerweile auch auf die Türen und Eingangsportale der einzelnen Kirchengebäude. Darunter finden sich hier in Wittgenstein nicht wenige Türen und Eingänge, die besonders verziert sind. Frühere Generationen haben sich sehr viel Mühe gegeben, die Eingänge zu ihren Kirchen für alle Besucherinnen und Besucher schön zu gestalten. Jeder und jede soll sich beim Betreten des Gotteshauses wohlfühlen. Aber es kommt neben dem Wohlfühlen noch auf etwas anderes an. Wer durch eine Kirchentür das Haus Gottes betritt, der kommt an einen besonderen Ort. Der Gang durch die Kirchentür ist ein Weg zur Gemeinde. Wenn sich die Gemeinde versammelt, dann geschieht dies in einer besonderen Absicht und zu einem besonderen Zweck. „Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.“ (Psalm 104, 33) Der Psalm spricht von einer lebenslangen Beziehung. Das ist eine Beziehung nicht nur für ein Jahr. Letztlich sind die Türen zu unseren Kirchen auch Türen zum Gotteslob und zur Frohen Botschaft des Evangeliums, einer Botschaft, die immer gültig ist.

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22. Januar

Jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.

Jesaja 9, 4

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lukas 1, 78 und 79

Vikarin Carolin Kremendahl, Bad Laasphe: Stell' dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Wie schön wäre das. Die Realität sieht anders aus. Und doch spricht sich die Bibel in kaum zu überbietender Klarheit für Frieden aus. Von einem Frieden, der mehr ist als die Abwesenheit von Krieg. Der Friedensbringer ist an Weihnachten auf diese Erde gekommen. In Jesus Christus zeigt Gott seine unendliche Barmherzigkeit. Ihm geht das, was auf der Welt mit seinen Menschen passiert, zu Herzen. Gott bringt sein eigenes Licht in die manchmal dunkle Welt, damit schon jetzt etwas von seinem Frieden durchschimmert.

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21. Januar

HERR, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk.

Jesaja 64, 7

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt.

Johannes 15, 16

Pfarrer Dr. Andreas Kroh, Wolzhausen: In der Klinikseelsorge begegnet mir häufiger die Frage nach dem Warum. Warum geschieht einem Menschen so viel Unglück? Meistens wird dann auch gesagt, dass diese Frage sowieso nicht zu beantworten ist. Der Mensch ist Gottes Geschöpf, seiner Hände Werk. Im Grunde ist dies doch eine wunderbare Aussage der Tageslosung. Sie ist zudem sehr tröstlich: Den sie bedeutet vor allem, dass die Frage nach dem Warum letztlich zu Gottes Geheimnissen gehört.
Danke, guter Gott, für deine Schöpfung und für alle Wunder deiner Schöpfung auch an diesem Tag. Amen

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20. Januar

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes.

Psalm 19, 2

Betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!

Offenbarung 14, 7

Presbyter Christian Gerhardt, Hesselbach: Habt Ihr schon mal an einer sternenklaren Nacht auf einer Wiese gelegen und in den Sternenhimmel geschaut? Als ich 16 Jahre alt war, war ich mit dem CVJM auf einer Freizeit in Schweden und genau dort habe ich das getan. Dieser Moment wird mir nie aus dem Kopf gehen. Diese Weite, diese Größe zu sehen und zu spüren, die unser Herr für uns bereitet hat. Mir ist in diesem Moment bewußt geworden, wie groß mein Vater im Himmel ist! Und was er alles geschaffen hat! Das macht mich ehrfürchtig und froh&stolz zugleich! Ich bin dankbar dem Gott vertrauen zu können, der all dies geschaffen hat, und ich möchte ihm die Ehre geben, durch mein Verhalten auf diesem Planeten. Das gelingt mir nicht immer, aber alle gemeinsam können wir da auf einem guten Weg sein. Beim nächsten sterneklaren Himmel denkt daran!

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19. Januar

Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben.

Sprüche 17, 5

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Matthäus 5, 7

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Kennen Sie Michel aus Lönneberga? Am liebsten mag ich die Folge, als Michel an Weihnachten für die Leute aus dem Armenhaus ein großes Festmahl ausrichtet. Die Speisen dafür hatte er in Mutters Vorratskammer gefunden. Und alle packen mit an. Die armen, alten Leute werden oben im Dachgeschoss durch ein kleines Fenster hinausgehievt, und Alfred trägt sie auf dem Rücken die Leiter herunter. Sie haben in der Stube vom Katthult-Hof eine schöne Zeit miteinander.

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18. Januar

Weide dein Volk mit deinem Stabe.

Micha 7, 14

Die Schafe folgen dem Hirten nach; denn sie kennen seine Stimme.

Johannes 10, 4

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Passt eine solche Bibelstelle noch in unsere heutige Zeit, in der die Menschen so darauf achten, selbstbestimmt zu leben, sich nicht vorschreiben zu lassen, wie sie ihr Leben führen sollen?
Ich glaube, Ja. Es ist ja nicht irgendwer, dem wir folgen, sondern Jesus, der uns anbietet, unseren Lebensweg mit ihm gemeinsam zu gehen, dessen Stimme wir kennen. Dieser Hirte hat sein Leben für die Schafe gelassen und verspricht uns: Niemand wird Euch aus meinen Händen reißen, hier seid Ihr geborgen! Das macht Mut, für jeden Tag.

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17. Januar

Lobet den HERRN! Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding.

Psalm 147, 1

Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.

Epheser 5, 19

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: Wenn das so einfach wäre, immer zu loben. Manchmal ist mir gar nicht zum Loben zumute. Dann sehe ich nur auf das, was alles nicht so geht, wie ich es mir vorstelle. Dann vergesse ich all das Gute und all das, worüber ich mich freuen kann. Und dann brauche ich genau eine solche Person, die mir ein Loblied oder ein Dankeswort zuspricht. Dabei ist es mir schon passiert, dass ein solcher Vers zum Ohrwurm geworden ist und ich ihn den ganzen Tag über nicht mehr losgeworden bin. Und dann ist genau das geschehen, was hier im Epheserbrief auch Thema ist: singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Versuchen Sie es ruhig einmal:
„Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein Vater es kann. Er warf unsere Sünden ins äußerste Meer, kommt, betet den Ewigen an.“ (Heino Tangermann, Ev. Gesangbuch 644)

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16. Januar Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich mit der Geschwindigkeit des heutigen digitalen Zeitalters kaum noch Schritt halten kann. Geht es Ihnen auch so? Die Zeitabschnitte und die Gültigkeit von Erkenntnissen, Verordnungen und Entwicklungen werden immer kürzer, die Liste der Fragen und Probleme leider immer länger und umfangreicher. Vor einigen Wochen haben wir noch um den Adventskranz gesessen, Plätzchen gebacken, Weihnachtseinkäufe gemacht, Geschenke verpackt und uns voll Freude auf Weihnachten vorbereitet: Die herausgeputzten Wohnungen, die festlich geschmückten Weihnachtsbäume sowie die Krippe mit Maria und Josef und dem Jesuskind sind äußere Zeichen dieser erwartungsvollen Zeit.

Soeben haben wir an Silvester einander ein glückliches neues Jahr gewünscht, und jetzt ist das neue Jahr schon zwei Wochen alt. Mir fällt es schwer, dies zu begreifen.

Ich wünsche mir so sehr, dass uns die alte kirchliche Tradition, dass die Weihnachtszeit eigentlich 40 Tage bis zum 2. Februar dauert, neu bewusst wird. Das Kirchenjahr kennt diesen besonderen Rhythmus von 40 Tagen. 40 Tage dauert die Fastenzeit. 40 Tage sind es von Ostern bis Christi Himmelfahrt. 40 Tage vom ersten Weihnachtstag bis zu Mariä Lichtmess. Solche wiederkehrenden Rhythmen, also gleichbleibende Abstände, tun gut, sie sprechen eine tiefe Zuversicht aus, dass das von Gott gegebene Leben weiter geht und unsere Zeit in Gottes Händen steht.

Weihnachten ist nicht vorbei, obwohl es für viele Menschen freilich so aussieht. Für viele ist Weihnachten im wahrsten Sinne des Wortes mit Epiphanias, dem Gedenken an die Heiligen Drei Königen, erledigt. Schon am ersten Weihnachtstag fragte ein Nutzer bei Facebook: „Wo sind eigentlich die Sammelstellen für ausrangierte Tannenbäume?“

Leider haben wir in unserer Zeit diese 40-tägige Weihnachtszeit ganz aus den Augen verloren. Warum wohl? Vielleicht, weil wir keine Zeit mehr dafür haben und wir nach Weihnachten wieder schnell zur Tagesordnung übergehen müssen.

Aber, die wichtigste Frage ist: Was ist von Weihnachten geblieben, außer großartigen Geschenken, festlicher Stimmung und gemeinsamem Feiern?

Hat die Weihnachtsbotschaft „In Jesus ist Gott Kind geworden, damit wir Gottes Kinder werden können“ unsere Herzen erreicht? Gott ist Mensch geworden. Er ist uns damit so nahegekommen, wie es nur möglich ist. Im Leben dieses Gotteskindes können wir Gott erkennen: an seinem Handeln und seinem Leben, aber auch an seinem Sterben.

Hat dieser göttliche Liebesbeweis, diese sprichwörtliche Frohe Botschaft in unserem Leben etwas verändert? Es wäre doch wunder-bar, wenn diese Botschaft Spuren in unserem Alltag hinterlassen würde. Denn, seine Liebe will unseren Alltag neugestalten und mit Freude, Sinn und Inhalt erfüllen. Ich wünsche Ihnen von Herzen ein reich gesegnetes Jahr 2022.

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15. Januar

Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.

Jesaja 53, 5

Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

2. Korinther 5, 21

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: Neulich beim Einkaufen an der Kasse: Ich zücke meine EC-Karte zum Bezahlen, gebe den PIN ein - Fehlermeldung des Gerätes, keine Zahlung möglich. Oh, Schreck! Dann ein zweiter Versuch mit dem Smartphone - erst wird mein Gesicht wegen der Maske nicht erkannt, um die Zahlung freizugeben, dann aber leuchtet das OK auf. Wie beruhigend!
Wie wäre es gewesen, wenn ich nicht hätte bezahlen können? Es ging nur um Obst und ein paar Getränke, aber was, wenn es etwas ganz Dringendes und ganz Lebensnotwendiges gewesen wäre? Wie ist das, wenn ich für die Dinge einstehen soll, die in meinem Leben nicht so gut laufen, für alles, was ich tagtäglich falsch mache? Was wäre, wenn ich dann nicht bezahlen könnte? Wie gut, dass das schon jemand für mich gemacht hat. Jesus sagt, dass durch ihn schon alles für mich bezahlt ist. Ich kann wieder aufatmen!

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14. Januar

Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.

Psalm 126, 3

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.

Epheser 1, 3

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Der ehemalige Superintendent Reinhardt Henrich verabschiedete sich ganz oft mit einem „Adieu“. Das hat mich persönlich immer besonders berührt, denn das französische  „à dieu“ bedeutet ja: Mit Gott. Dieser Gruß wirkte auf mich jedes Mal wie ein Segen; so, als würde ich damit erinnert daran, dass einer mit mir geht. Eine solche Erinnerung hat Gott uns auch an Weihnachten geschenkt, denn mit der Geburt seines Sohnes Jesus Christus hat er sein großes „ICH BIN DA“ in die Welt geschrieben. Was für ein Segen!
Ich wünsche Ihnen und Dir heute einen guten und fröhlichen Tag. Adieu!

P.S.:  Einen besonderen Segen gibt es hier: Ich brauche Segen

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13. Januar

Die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Hochgelobt sei Gott!

Psalm 70, 5

Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt.

Römer 15, 5 und 6

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Von einem Geigenspieler hörte ich einmal folgenden Satz: „In einem Orchester sind wir alle Konkurrenten, das einzige, das uns eint, ist der Hass auf den Dirigenten.“ Auch in diesen Tagen erleben wir, dass Menschen sich aus Angst und Unzufriedenheit zusammenschließen und ihre Stimme erheben. Die Losung hingegen fordert uns auf, dass wir uns aus Liebe zu Gott unseren Mitmenschen zuwenden sollen, um gemeinsam Gott zu loben und so nicht Hass, Angst und Misstrauen, sondern seine Liebe in die Welt zu tragen.

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12. Januar

Der HERR ist der wahrhaftige Gott, der lebendige Gott, der ewige König.

Jeremia 10, 10

Jesus sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart.

Matthäus 11, 25

Presbyterin Katrin Spies-Gußmann, Bad Berleburg: Fühlen Sie sich lebendig? Es bedeutet zu leben, aber auch lebhaft sein. Lebhaft sein beinhaltet anregend sein. So kann es auch im Glauben sein. Warten Sie nicht auf Angebote, sondern gestalten Sie mit!  Ich gebe weiter, wo Gottes Kraft und Hilfe mich begleitet hat. Ich rege an, bringe meine Mitarbeit zu anderen Menschen, indem ich in der Gemeinde mitgestalte.
Probieren Sie es aus in Familie, Beruf und Gemeinde - sie werden staunen und sich lebendiger fühlen.

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11. Januar

Wo Träume sich mehren und Nichtigkeiten und viele Worte, da fürchte Gott!

Prediger 5, 6

Niemand soll euch das Heil absprechen, der sich in Demutsübungen und Engelverehrung gefällt und das mit irgendwelchen visionären Erlebnissen begründet. Solche Menschen blähen sich grundlos auf in ihrer rein irdischen Gesinnung, statt sich an Christus zu halten.

Kolosser 2, 18

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Manchmal finde ich Bibelverse echt schwierig. Es geht dann gar nicht darum, dass ich dem, was da steht, ausweichen will. Es ist nur schwierig, das von damals in die heutige Zeit hinüberzutragen. Was sollte Gott schon gegen Träume haben? Ich finde, das war eines seiner genialen Einfälle bei der Schöpfung, dass er uns die Möglichkeit gegeben hat, zu träumen. Hinein in eine andere Welt, in ein anderes Ich. Zuviel ist aber wohl nicht gut. Und vor allen Dingen: unkonkret. Gott mag es lieber handfest und tatkräftig. Nicht vor lauter Reden und Träumen das Handeln vergessen. Oder, wie es mal im Kölner Karneval hieß: „Nit schwade, mache!“

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10. Januar

Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden!

Psalm 19, 13

Der Herr wird auch, was im Dunkeln verborgen ist, ans Licht bringen und wird Sinnen und Trachten der Herzen offenbar machen. Und dann wird einem jeden sein Lob zuteil werden von Gott.

1. Korinther 4, 5

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Ein Sprichwort, das mir noch nie gefallen hat. In dem heutigen Text wird deutlich, dass ohnehin alles ans Licht kommt. Auch die Dinge, auf die wir nicht stolz sind. Gott sieht unsere Gedanken, Wünsche und Taten. Er sieht sowohl das Schlechte als auch das Gute. Das heißt für mich persönlich aber auch, dass ich nichts verschweigen muss und nichts unaussprechlich ist, da mein Gott ohnehin alles über mich und von mir weiß.
Also trage ich mein Herz lieber auf der Zunge und orientiere mich nicht an dem Sprichwort.

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9. Januar Sonntags-Angedacht

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Deshalb müssen wir umso mehr auf das achten, was wir hören. Sonst verfehlen wir noch das Ziel! (Hebräer-Brief 2,1)

Wer früher mit dem Auto eine Reise antreten wollte, musste erst einmal eine Landkarte studieren - bei längeren Fahrten auch schon mal mehrere Blätter aneinanderlegen, wenn es nur Teilkarten waren. Heute ist das mit der Hilfe von GPS und Navigationsgeräten sehr viel einfacher geworden. Aber immer noch muss man erst mal wissen, wo man überhaupt hinwill, um etwas eingeben und aufbrechen zu können.

Und wie ist das nun mit der Fahrt durch unser Leben? Wir sind ja alle auf unserer persönlichen Reise unterwegs; egal, auf welchem Streckenabschnitt…

Haben wir ein festes Ziel oder fahren wir eher ins Blaue? Das ist die entscheidende Frage, scheint mir. Und es geht mir dabei nicht um Ziele wie persönliches Glück, Erfolg im Beruf oder Vorkehrungen für meine Zeit im Alter - eher um die Frage, was ich als letztes großes Ziel im Auge habe, wo ich einmal am Ende meiner Zeit ankommen möchte.

Die Bibel sagt uns dazu, dass es nur ein letztes Ziel gibt, das sich anzustreben lohnt: die Ewigkeit bei Gott. Und der Weg dorthin ist sein Sohn Jesus Christus. Wer ihm die Führung durch sein Leben überlässt, der ist auf dem richtigen Weg.

Aber woher kann ich denn wissen, dass meine Straße die richtige ist? Auch da hat die Bibel einen Rat, denn sie selbst ist eine Art Landkarte auf dem Weg zu Gott. Der Bibelvers rät uns dazu, vor allem dabei auf das Wort zu achten, das wir hören, damit wir nicht das Ziel verfehlen.

Das bedeutet mehreres: Gottes Wort ist unser Wegweiser und Reiseproviant in einem. Es zeigt uns, wohin wir gehen können, und gibt uns die Kraft, loszugehen und diesen Weg auch zu verfolgen. Aber: Ein guter Start ist noch keine Garantie dafür, dass wir das Ziel auch wirklich erreichen. Wie schaffen wir es dann? Indem wir an unserer Reiseroute festhalten, indem wir dem treu bleiben, was wir hören und lesen.

An Jesus zu glauben, bedeutet ganz einfach, zielgerichtet zu leben, konzentriert auf der Reise durchs Leben zu bleiben, weil es sich lohnt. Es bedeutet aber auch, sich immer wieder selbst zu fragen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind, um unser Ziel zu erreichen. Der Bibelvers aus dem Hebräer-Brief will uns genau dazu Mut machen. Er sagt uns: Bleibt dran an diesem Wort! Bittet Gott um die Kraft, auf seinem Weg weiter zu gehen! Jesus Christus hat versprochen, uns auf unserer Reise niemals zu verlassen und uns zu bewahren, gerade auf den schwierigen Stücken des Weges. Mit ihm können wir unser Ziel nicht verfehlen.

Also: Vertrauen wir ihm unseren Weg an; er wird uns sicher führen!

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8. Januar

Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Himmel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe.

Hiob 16, 19

Es ist der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Hebräer 11, 1

Pfarrerin Claudia Latzel-Binder, Bad Berleburg: Was ich so alles nicht sehen kann und woran ich dennoch glaube: Liebe, Familie, Freundschaft, Gerechtigkeit… Was ich sehen kann: Menschen, die liebevoll miteinander umgehen, die verwandt sind, zueinander stehen und einander helfen, die sich für einander interessieren und gerne Zeit miteinander verbringen, Strukturen, in denen sie gut leben können… So ist das für mich mit dem Glauben auch: Den kann ich nicht sehen, aber ich sehe Menschen, die in fester Zuversicht und hoffnungsvoll ihren Glauben leben, liebevoll mit anderen umgehen, anderen Hilfe geben, Zeit investieren und sich für gerechte Strukturen einsetzen. „Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn ein Leben lang zu suchen.“ (Teresa von Ávila) Ihn ganz sehen kann ich nicht, aber ich sehe sein Wirken an und durch seine Menschen.

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7. Januar

Du sollst heute wissen und zu Herzen nehmen, dass der HERR Gott ist oben im Himmel und unten auf Erden und sonst keiner.

5. Mose 4, 39

Es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel.

Kolosser 1, 19 und 20

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: Es tut gut am Anfang des Jahres solche Verse zu lesen. Darin finde ich eine Spur, die ich gehen möchte in 2022. Ich folge ihr mit der Gewissheit, dass Gott nicht vom Himmel auf mich herab schaut, sondern dass er auf dieser Erde mit mir unterwegs ist. Er bleibt nicht unberührt von dem, was uns Menschen beschäftigt, worüber wir uns Gedanken machen und was Leben in Frage stellt. Gott lässt sich davon berühren. Weil er weiß, dass wir damit nicht alleine klar kommen hat er uns durch Jesus Christus eine Spur geschaffen, die Erde und Himmel miteinander verbindet. Dadurch gehen wir in der Spur unseres Lebens behütet und geschützt, umfangen von der Liebe Gottes durch eine seltsame, wunderschöne und immer wieder todtraurige Welt. Diese Gewissheit lässt mich ruhig werden. Ich weiß mich in Gott geliebt. Ich gehe nicht verloren. In ihm ist die Fülle.

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6. Januar

Ich will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider mich gesündigt haben, und will ihnen vergeben.

Jeremia 33, 8

Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

1. Johannes 2, 2

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Am drei Königsfest räumen viele das Weihnachtszimmer ab. Den Staub des alten Jahres weg. Neues Jahr - neue Ordnung. Etwas Frisches soll ins Haus. Das unterstreicht den Neuanfang.
Auch die Losung spricht von Neuanfang. Gott will einen neuen Anfang wagen. Dazu reinigt er unser eingestaubtes Verhältnis zu ihm. Wie wir eingetrockenete Farbe mit Lauge einweichen und wegwischen, so weicht er unsere verkrusteten Seelen mit seiner Liebe ein und wischt all unsere Ausreden, Ausflüchte und Selbsttäuschungen fort. So steht unserer Beziehung zu ihm nichts mehr im Wege. Am Anfang des Jahres mistet Gott aus, putzt und fegt alle Ballast weg. So wird seine gute Stube wohnlich und lädt uns ein. Neugierige willkommen!

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


5. Januar

Der HERR spricht: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.

2. Mose 33, 19

Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.

2. Korinther 8, 9

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Reich zu sein, was heißt das schon? Was für einige zu wenig ist, ist für andere schon mehr als genug. Reichtum, der das Leben wirklich gut macht, das kann man nicht verdienen und nicht im Lotto gewinnen. Der ist uns von Jesus Christus geschenkt. Er, der reiche Sohn Gottes, wollte arm sein, einer von uns, um zu zeigen, was wirklich zählt: Die Liebe, die wir von Gott empfangen und mit anderen teilen können.
Dazu eine kleine Übung am Jahresanfang: Anstatt aufzulisten, was uns fehlt, könnte man dafür dankbarer sein, was uns alles schon von Gott geschenkt wurde - und da spielt der Kontostand keine Rolle.

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4. Januar

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele.

Psalm 57, 2

Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.

Johannes 1, 16

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!“ - endlich konnten wir in unseren Weihnachtsgottesdiensten in und vor den Kirchen wieder dieses schöne Weihnachtslied singen. Aber was besingen wir eigentlich in diesem Lied? Was bedeutet für uns „Gnade“, ein Wort, das ansonsten in unserem Wortgebrauch kaum noch auftaucht? In dem Kind in der Krippe begegnet uns der gnädige Gott, der selbst Mensch - ein hilfloser Säugling - wird, um uns Menschen zu retten. Dieses göttliche Geschenk dürfen wir ohne Gegenleistung immer wieder annehmen, nicht nur an Weihnachten, sondern an jedem neuen Tag.

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3. Januar

Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht!

Jeremia 14, 9

Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid.

Epheser 1, 18

Daniel Seyfried, Girkhausen (Leader der siebten Young-Ambassador-Generation): Wie sehen wohl erleuchtete Augen aus? Man konnte es an Weihnachten sehen, etwa wenn die Kinder ein Geschenk bekommen, das sie sich schon lange gewünscht haben. Beim Auspacken geht dann ein Strahlen über das ganze Gesicht und die Augen fangen an zu funkeln. Paulus wünscht sich dieses Funkeln in den Augen auch für uns Christen, gerade weil wir einen Gott haben, der unter uns ist und uns nicht verlässt. Dieses Strahlen ist dann ein Ausdruck unseres Glaubens, der Hoffnung weckt. So wünsche ich Ihnen ein gesegnetes neues Jahr mit vielen Momenten, in denen Ihre Augen leuchten.

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2. Januar

Sehet, dass ich's allein bin und ist kein Gott neben mir! Ich kann töten und lebendig machen, ich kann schlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand reißen.

5. Mose 32, 39

Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

Römer 14, 8

Jost Müsse, Weidenhausen (Young Ambassador der Kirchengemeinde Raumland): Auch 2022 wird wieder viele Veränderungen mit sich bringen. Die Welt wandelt sich immer schneller, es scheint grenzenlose Möglichkeiten zu geben. Gerade junge Leute tun sich dann schon mal schwer: „Wo möchte ich hin, was möchte ich machen, wann möchte ich es machen, was benötige ich dazu und ist das überhaupt das Richtige für mich?“ Man weiß aber nie, was das Richtige ist.
Da tut der Gedanke gut, dass es nur einen gibt, der uns in der Hand hat. Dem wir nicht entfliehen können und uns bei unserem Weg zur Seite steht, egal wo man hinmöchte, was man macht, und wann man es macht. Es ist auf alle Fälle das Richtige, dafür wird Gott schon sorgen. Einfach nach vorne schauen und das machen, was sich am besten anfühlt.

eine E-Mail an den Autor, die Post wird aus dem Berleburger Haus der Kirche weitergeleitet


1. Januar 2022

Wenn dich dein Bruder oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und andern Göttern dienen, so willige nicht ein.

5. Mose 13, 7 und 9

Jesus spricht: Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

Markus 3, 35

Leonie Reis, Bad Laasphe (Young Ambassador der Kirchengemeinde Wingeshausen): Ein jeder von uns ist bestimmt schon einmal in seinem Leben auf einen Menschen getroffen, für den er oder sie viel geben würde: einen sicheren Hafen, den wir um keinen Preis aufgeben wollten. Blindes Vertrauen definiert die Bindung und genau dort sollten wir vorsichtig sein. Egal, wie wichtig uns dieser Mensch auch ist, dürfen wir uns nicht in Versuchung führen lassen, unsere Prinzipien für jemand anderen aufzugeben. Nur, weil dieser uns dazu auffordert. Wir müssen uns bewusstwerden, dass manche Menschen es nicht so gut mit uns meinen, sondern nur ihren Nutzen aus einer Bindung ziehen möchten - genau dann sollten wir uns von diesen Menschen abwenden, denn wir bitten im Vaterunser um Erlösung von dem Bösen.

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