Losungs-Impulse in den Zeiten von Corona

Als die Entwicklungen der Corona-Pandemie im Kirchenkreis Wittgenstein dazu führten, dass am 15. März 2020 hier fast alle Gottesdienste abgesagt werden mussten, da wurde spürbar, mit welcher Dynamik das Virus unser Leben verändert. Umso wichtiger ist ein theologischer Impuls, den die Pfarrerinen und Pfarrer aus dem Kirchenkreis seit dem 18. März von montags bis samstags nun täglich liefern. Hier veröffentlicht - und auch von heimischen Medien. Auf der Kirchenkreis-Homepage ergänzen sie die sonntäglichen Angedachts.

Bei einem täglichen Angebot bieten sich die Herrnhuter Losungen als Ausgangspunkt an. Diese bestehen laut Wikipedia aus einer Sammlung von kurzen Bibeltexten des Alten und des Neuen Testamentes. Sie gelten als überkonfessionell, da sie für alle Christen verfasst werden. Entstanden ist das Konzept vor knapp 300 Jahren dank Nikolaus Ludwig von Zinzendorf aus der Herrnhuter Brüdergemeine. Durch Auslosen wird für jeden Tag ein alttestamentlicher Vers festgelegt, dazu wird aus dem Neuen Testament durch einen Mitarbeiter der Brüdergemeine ein so genannter Lehrtext gewählt, der üblicherweise in direktem oder thematischem Bezug zu dem gelosten alttestamentlichen Vers steht.

2. Juli

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

Psalm 139, 9 und 10

Jesus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Matthäus 28, 20

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Manche finden das bedrohlich, haben sie mir gesagt: Überall ist Gott, er hört alles und sieht alles, nirgendwo ist man sicher vor ihm. Ich finde es wunderbar: Gott ist in seiner Schöpfung, er ist in seiner Welt. Er hat sich nicht zurückgezogen, er hat nicht alles uns überlassen. Er schaut hin, was wir tun, er hört, wenn wir rufen, er hilft, wo wir ihn lassen. Er tut es als liebender Vater und als gnädiger Richter. Er ist mir immer nah; besonders nah als menschgewordener Gott, in Jesus Christus. Nie kann ich aus Gottes Hand herausfallen, komme was da wolle. Danke, Gott!

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1. Juli

Wende dich, HERR, und errette meine Seele, hilf mir um deiner Güte willen!

Psalm 6, 5

Jesus wandte sich um und sah die Frau und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und die Frau wurde gesund zu derselben Stunde.

Matthäus 9, 22

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Es gibt Tage, an denen uns der Boden unter den Füßen weggezogen zu sein scheint. Wenn eine Beziehung kaputt geht, wenn jemand ernsthaft erkrankt oder gar stirbt. Dann mangelt es uns an Hoffnung, an Zuversicht. In scheinbar ausweglosen Situationen haben wir das Gefühl, dass Gott ganz weit weg ist. Selbst das Beten fällt schwer. In solchen Tagen ist es hilfreich, Worte aus den Psalmen zu beten.
Unser Losungswort ist solch ein Gebet, gerade für schwierige Zeiten. Dann ist Gott unsere erste Anlaufstation. Ihm dürfen und können wir alles sagen. Wahrscheinlich ändert sich unsere Situation nicht schlagartig, aber wir werden erfahren: Gott ist nur ein Gebet weit entfernt. In Jesus Christus ist er uns sehr nahe, an ihm können wir uns immer ausrichten und festhalten.

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30. Juni

Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil.

2. Mose 15, 2

Maria sprach: Er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.

Lukas 1, 49

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: Na sicher - Maria und Mose, klar, dass die Beiden Gott so überschwänglich loben können, denn die haben ja so tolle, krasse Dinge mit ihm erlebt. Bei mir sieht das grad' anders aus, magst Du denken; ich erlebe grad' wenig mit Gott. Wie kann ich in diesen Lobgesang einsteigen?
Bei Maria und Mose war jedoch auch nicht alles einfach, und sie durchlebten Phasen des Fragens und des Zweifelns. Aber sie blieben offen für Gottes Reden und Handeln. Lasst uns dementsprechend auf Gott hören, stille sein, offen sein für die kleinen wunderbaren Augenblicke und Geschichten in unserem Leben. Vielleicht erinnern wir uns dann wieder an Dinge, die Gott bereits bei Dir oder bei mir getan hat und können wieder befreit Gott loben.

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29. Juni

Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst.

5. Mose 30, 19

Das ist das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Johannes 17, 3

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Warum wählen wir Menschen einen bestimmten Weg? Oft, weil wir andere kennen, die ihn schon gegangen sind und gute Erfahrungen damit gemacht haben. Ist es nicht auch so mit dem Weg, den uns Gott anbietet? Viele haben ihn vorher schon gewählt und können davon erzählen.
Und auch wir können als Menschen, die an Gott glauben und unser Leben mit ihm zu führen versuchen, anderen diesen Weg zeigen und sie einladen, ihn mit Gott zu gehen, der uns einlädt, das ewige Leben zu wählen, das er uns anbietet.

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28. Juni

Der HERR steht mir zur Rechten, so wanke ich nicht.

Psalm 16, 8

Paulus sagt: Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge.

Apostelgeschichte 26, 22

Jugendmitarbeiterin Birthe Becker-Betz, Fischelbach: Immer wieder machen wir diese Erfahrung: Das Leben läuft nicht rund oder gar aus dem Ruder. Schlechte Nachrichten häufen sich, wir werden von Krankheiten und Viren bedroht. Wir beten und hoffen, dass es wieder anders wird, dass Gott eingreift und hilft. Diese Zuversicht und Hoffnung darf ich haben, weil ich weiß, dass Gott all unsere Schwierigkeiten, unsere Sorgen, unseren Kummer mitträgt, uns zur Seite steht.
Sofort fällt mir ein Lied von Cae Gauntt aus meiner Jugend ein: „Egal, was dir Sorgen macht, was dich um den Schlaf gebracht, was dir auf der Seele liegt, dich unterkriegt und lähmt, egal was dich beschämt: Ich steh‘ zu dir, fang an und vertraue mir. Auch wenn du verzweifelt bist und mich vergisst, bin ich hier, mein Kind. Ich steh immer zu dir!“

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27. Juni

Dein Volk spricht: »Der HERR handelt nicht recht«, während doch sie nicht recht handeln.

Hesekiel 33, 17

Prüft, was dem Herrn gefällt.

Epheser 5, 10

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Recht handeln, im Recht sein, das lieben wir. So auch der Liedtext der Band „Alte Bekannte“: „Recht haben ist geil. Wenn ich Recht hab, geh ich steil!“ Warum ist Recht haben so toll? Weil ich als Rechthaber dem anderen überlegen bin. Aber Rechthaber werden schnell einsam, wenn sie immer nur im Recht sind. Gemeinschaft entsteht nicht im Recht haben, sondern im Recht geben. Sie entsteht im Anerkennen: Du hast das gleiche Recht wie ich. Wir sind gleichwertig!
Sich an gleiches Recht binden und dazu zu stehen, verbindet eine Gemeinschaft. Dazu gehören Rechte und Pflichten. Letztere sah das Volk wohl nicht so genau Schade. Dann funktioniert Gemeinschaft nicht. Weder bei Gott noch bei Menschen. Lernen wir draus!

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


26. Juni Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: „Que sera, sera?“ - unvergessen das Lied, das Doris Day als Jo McKenna in dem Film „Der Mann, der zu viel wusste“ singt. Geht es in dem Film darum, eine gefährliche Situation zu meistern und Entführern zu entkommen, schildert der Text des Liedes etwas ganz anderes. Es geht um den Blick in die Zukunft. Um Aussichten. Um Fragen, die ein Kind seiner Mutter stellt.

Que sera, sera? Whatever will be, will be! The future's not ours to see. Es kommt, wie es kommt, die Zukunft liegt nicht in unserer Hand. Vertröstung oder Trost, das ist hier die Frage.

Wie gerne hätte ich eine Glaskugel und dann würde ich immer dann einen Blick hineinwerfen, wenn mich die Unsicherheit packt. Nicht unbedingt, um die Lottozahlen vom nächsten Samstag schon vorher zu wissen. Eher um zu sehen, ob das, was ich jetzt gerade tue, Sinn macht. Ob die Gedanken und Ideen, die wir haben, in der und für die Zukunft richtig sind. Wie gerne würde ich vorher prüfen können, welcher Weg der richtige ist. Oder gibt es vielleicht bei beiden Alternativen ein Ziel? Unsicherheit und Ungewissheit kann ich echt nur schwer aushalten. Ist schon komisch, denn zu enge Wege und zu feste Strukturen sind ja auch nichts für mich. Raum für Ideen und Kreativität und eine Garantie auf Erfolg, oder wenigstens Funktionstüchtigkeit. Das hätte ich gerne. Und auf keinen Fall die Katze im Sack. So viele Wünsche und es gibt bestimmt noch mehr. Aber: Es kommt, wie es kommt und die Zukunft liegt nicht in unserer Hand.

Mal abgesehen von Doris Day und dem Hitchcock-Thriller ist das schon ein gutes Motto, um im Alltag zu bestehen. Als Kirche sowieso. Leben wir doch im und vor allen Dingen vom Vertrauen. Aber es ist eben auch nicht immer einfach, dieses Vertrauen groß zu machen und angesichts äußerer Zwänge zu behalten. Und wann ist es überhaupt Vertrauen, wann ist es Naivität? Und wie geht das zusammen mit der Verantwortung, die wir tragen? Als Menschen in der Welt, als Menschen in der Institution „Kirche“, als Menschen in den Gemeinden vor Ort, als Menschen, die Entscheidungen treffen müssen. Que sera?

„Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand“, so heißt es in einem Kirchenlied von Arno Pötzsch. Ein Satz, der schon oft zitiert wurde, der deswegen aber nicht abgenutzt ist. Die Zukunft liegt nicht in unsrer Hand heißt ja nicht, dass ich sie aus der Hand geben muss. Darf ich auch gar nicht. Denn ich will ja was tun für meine und unsere Zukunft. Ich hab' sie in der Hand. Und die Gewissheit, dass sie in jedem Fall auch in einer anderen Hand ist. Eine, die viel stärker und umfassender ist, als alle anderen Hände der Welt.  

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25. Juni

Du erkennst ja in deinem Herzen, dass der HERR, dein Gott, dich erzogen hat, wie ein Mann seinen Sohn erzieht.

5. Mose 8, 5

Jesus spricht: Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.

Johannes 13, 15

Kirchenkreis-Archivar Dr. Johannes Burkardt, Bad Berleburg: Anderen Menschen zu dienen und zurückhaltend zu leben, ist alles andere als in Mode. Nachrichten und Alltag zeigen uns: Es gilt, sich selbst in Szene zu setzen und eigene Rechte einzuklagen. Die anderen sollen für sich selbst sorgen. Das Beispiel Jesu in Römer 13 stellt uns Christen ein dramatisch anderes Beispiel vor Augen: Der Herr demütigt sich und wäscht seinen Jüngern die Füße. Hier werden die gnadenlosen Alltagsregeln durchbrochen. Jesus zeigt uns: Wir sollen füreinander da sein, einander wertschätzen und uns nicht als den Wichtigeren aufspielen. Versuchen wir doch, diesen Text heute als Anregung zu nehmen, uns selbst und unsere Ansprüche wenigstens ein bisschen zu hinterfragen!

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24. Juni

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele.

Psalm 19, 8

Die Menge fragte Johannes: Was sollen wir nun tun? Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso.

Lukas 3, 10 und 11

Pfarrer Dr. Andreas Kroh, Wolzhausen: Von der Seele zu sprechen, das erscheint mir heute wenig der Fall zu sein. Wenn dies gelegentlich doch geschieht, dann vielleicht noch im Zusammenhang mit seelischen Erkrankungen oder psychischen Beschwerden. Eine andere Perspektive gibt uns unser heutiges Bibelwort. Hier wird überschwänglich von der Seele gesprochen. Die Seele soll sich freuen. Die Freude kommt von Gott. Dieser Gedanke gefällt mir gut. Gleichzeitig fällt mir aber ein: Vielleicht sollten wir wieder öfter von der Seele sprechen, dann allerdings im Zusammenhang mit Freude und Fröhlichkeit.
Guter Gott, schenke uns dein Wort als Licht auf unseren Wegen. Schenke uns eine solche Freude, die unsere Seele erfreut. Amen

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23. Juni

Ruft laut, rühmt und sprecht: HERR, hilf deinem Volk!

Jeremia 31, 7

Herr, gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort.

Apostelgeschichte 4, 29

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg: „Raus mit der Sprache, nur sprechenden Menschen kann geholfen werden“ - auch wenn ich nicht weiß, wer diesen Satz einst als erstes sagte, so weiß ich doch, dass ich ihn oft von meiner Mutter gehört habe. Nicht selten wusste sie zu diesem Zeitpunkt sicher schon, was ich von ihr wollte oder was mein Problem war. Und sicher hätte sie auch schon vor meiner Antwort eine Lösung parat gehabt, aber dennoch bestand sie darauf, dass ich mein Anliegen formuliere und um Hilfe bitte. Ein kleiner Schritt des Anvertrauens, der uns bei unserem unendlich verständnisvollen Vater auch nicht schwerfallen sollte.

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22. Juni

Behalte meine Gebote, so wirst du leben, und hüte meine Weisung wie deinen Augapfel.

Sprüche 7, 2

Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit.

Jakobus 3, 13

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Wenn ich das Wort „Weisheit“ höre, muss ich an meine Schulzeit und die Abbildung „Die Schule von Athen“ in meinem Geschichtsbuch denken: Männer in wallenden Gewändern und mit langen Bärten versammeln sich, um über die großen Fragen des Universums und der Menschheit zu philosophieren.
In den heutigen Losungsversen finde ich keine Aussage darüber, dass Weisheit etwas mit Lebensalter, Geschlecht und Bildungsgrad zu tun hat. Weise ist, wer sich von Gott Weisung geben lässt und wer sich nicht nur gute Gedanken macht und kluge Worte redet, sondern diesen auch Taten folgen lässt, die Gott ehren und den Menschen dienen.

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21. Juni

Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet.

Psalm 8,3

Als die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die Jesus tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen?

Matthäus 21, 15 und 16

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück:Betrunkene und Kinder sagen die Wahrheit, so heißt es in einem landläufigen Sprichwort. Und da ist ja auch was dran. Durch Alkohol wird die Hemmschwelle niedriger, und Kinder kennen die noch gar nicht. Da man ja nicht immer betrunken sein kann, sollte man sich ein Beispiel an den Kindern nehmen und in unverstellter Ehrlichkeit sich über die Kleinigkeiten freuen und das sagen, was stört und weh tut oder stinkt. Außerdem neugierig bleiben, lachen und so oft wie möglich unbeschwert sein. So bereiten wir dem Schöpfer die größte Ehre.

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20. Juni

Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

2. Mose 20, 3

Simon Petrus sprach: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Johannes 6, 68 und 69

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ - dieses Gebot ist nicht nur das erste aus Zehn, sondern vielleicht auch das wichtigste. Es bildet gewissermaßen die Grundlage und den Ausgangspunkt
dieser zehn essenziellen Regeln, die Mose auf dem Sinai von Gott empfängt. Unser Gott ist der einzige Gott, und gerade deshalb haben die neun Gebote, die nun folgen, Absolutheitsanspruch. Gott gibt Mose sein Gesetz, um ein friedvolles Miteinander der Menschen seines Volkes zu ermöglichen und Neid, Hass und Gewinnsucht so weit wie möglich einzugrenzen. Doch über all dem steht Gott selbst, er soll für uns buchstäblich an erster Stelle stehen - schließlich ist er der Herr, unser Gott - und zwar der einzige!

eine E-Mail an den Autor, die Post wird aus dem Berleburger Haus der Kirche weitergeleitet


19. Juni Sonntags-Angedacht

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Als die ersten Bilder der Pandemie zu sehen waren von dem unsäglichen Leid in Norditalien, war ich erschüttert. Doch mit den Wochen und Monaten wurde es normal, von überfüllten Intensivstationen zu hören und der steigenden Zahl der Todesopfer. Das furchtbare Leid der Betroffenen wurde Alltag. Anscheinend gewöhnt man sich auch an so etwas. Das änderte sich, als ich einen Mann kennenlernte, der nur mit knapper Not dem Tod durch den Corona-Virus entronnen war. Da bekam das Leid ein Gesicht und einen Namen.
Ähnliches erlebte ich, als es noch das Flüchtlings-Camp in Bad Berleburg gab. Natürlich las ich über die Situation in Syrien. Aber das Schlimme blieb auf Distanz. Das änderte sich, als ein Ehepaar in die Beratung kam, sich zu verabschieden. Sie hätten gerne hier gearbeitet oder gelernt. Sie dürften aber nur warten. Das würde sie verrückt werden lassen. Dann würden sie lieber zurückkehren nach Syrien, auch wenn es wahrscheinlich viel Leid oder sogar den Tod bedeutet. Mit einem Mal kannte ich jemanden, auf den in Syrien geschossen wird oder der gezwungen wird, selber zu schießen. Dieser sinnlose Krieg hatte nun ein Gesicht. Und ähnlich ging es mir bei dem jungen Mann im Kirchenasyl, der aus Afghanistan kam, und der mir dann noch Fotos seines Freundes zeigte, der der Abschiebung nicht entgangen war.

Gott hat uns eine wunderbare Gabe geschenkt: Er schuf uns als Wesen, die Beziehungen brauchen und die von Beziehungen her denken. Zahlen sagen uns nichts. Ob in einem Krieg so viele Menschen sterben, wie in ganz Wittgenstein leben oder soviel wie im Raum Dortmund, es berührt uns nicht. Aber wenn wir einen einzigen persönlich kennen, der Opfer ist, seinen Namen wissen und eine Vorstellung davon haben, wie er aussieht, dann rückt uns das Leid ganz nahe. Ist das nicht eine ständige Überforderung?

Es gibt viele Menschen, die sich davon nicht schrecken lassen. Sie stehen Menschen bei, die auf der Flucht sind oder als Obdachlose auf der Straße leben. Sie haben die Menschen im Ahrtal nicht vergessen und packen mit an. Sie sind Paten von behinderten Menschen oder stehen als Gesprächspartner für psychisch Erkrankte zur Verfügung. Was sie tun - ehrenamtlich oder hauptberuflich - ist schwer, denn das Leid bekommt ein Gesicht. Sie nehmen immer ein Stück davon mit nach Hause. Kriege zu beenden oder eine gerechte Wirtschaft zu schaffen liegt nicht in unseren Händen. Aber indem wir eine Beziehung haben zu einem Leidtragenden, machen wir aus einer Ziffer in der Statistik wieder ein Gegenüber. Die Menschen erhalten ein Stück ihrer Würde zurück. Und die, die helfen auch. Denn sie werden von hilflos Zuschauenden zu Menschen, die handeln können!

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18. Juni

Er sättigt die durstige Seele, und die Hungrigen füllt er mit Gutem.

Psalm 107, 9

Mein Gott wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.

Philipper 4, 19

Jung-Erwachsenen-Mitarbeiterin Bianca Brieseck, Erndtebrück: Das ist eine schöne Vorstellung: Wie im Schlaraffenland lieg' ich auf einer Wiese und ein gebratenes Hühnchen kommt auf mich zugeflogen und ich brauch' mich nur zu bedienen. Aber halt, darum geht es hier nicht. Gott will unserem Mangel abhelfen. Wir werden mit dem versorgt, was wir brauchen, nicht verwöhnt. Es geht um die Grundnahrungsmittel. Dazu zählt Essen und Trinken, allerdings auch sowas wie die Bibel. Immer wieder schlage ich in der Bibel nach, wenn ich Hilfe, Trost und Rat brauche. Und dann finde ich sie: Bibelstellen, die mir Kraft geben, Zuversicht und Hoffnung, Antworten auf meine Fragen. Nahrung für meinen Glauben, für meine Seele.

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17. Juni

HERR, mein Gott, du bist sehr groß; in Hoheit und Pracht bist du gekleidet. Licht ist dein Kleid, das du anhast.

Psalm 104, 1 und 2

Ihr sollt die Wohltaten dessen verkündigen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht.

1. Petrus 2, 9

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Wie ist Gott? Das ist eine wichtige und zugleich auch keine einfache Frage. Da hilft einem ein Blick in die Bibel. Denn darin finden sich sehr viele Aussagen über Gott. Im heutigen Losungsvers und Lehrtextvers wird über ihn gesagt, dass ein bedeutendes Wesensmerkmal von ihm Licht ist. In unserem Leben sind wir immer wieder auch von Dunkelheit umfangen. Da hilft es uns, dass Gott uns sein Licht schenken möchte. Dadurch wird unsere Dunkelheit zwar nicht beseitigt, aber sie wird doch ein wenig erhellt. Denn Gott liebt uns, und das bedingungslos. Das zu wissen, tut uns gut, zu jeder Zeit.

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16. Juni

Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen.

2. Mose 23, 25

Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

Matthäus 6, 31 und 32

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: „Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? Habt ihr auch so gut geschlafen? Na, dann ist ja alles klar!“ - sicher kennen Sie diesen Schlager, von Jürgen von der Lippe. So singt er und viele von uns können mitsingen, weil die Melodie im Ohr ist und der Text eine Leichtigkeit hat, die unsere Sorgen etwas kleiner scheinen lässt. Zusammen mit den Worten von Jesus machen sie uns Mut. Wir sollen uns nicht sorgen und erdrücken lassen, denn Gott weiß genau was wir brauchen. Die Sorgen sind da, an jedem Tag. Doch wenn wir Gott vertrauen, ist er mit seiner ganzen Fürsorge bei uns. Wir dürfen loslassen und er wird uns mit dem stärken, was wir nötig haben. So können wir getröstet und gelassen jeden Tag neu beginnen, denn der himmlische Vater weiß, was wir brauchen.

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15. Juni

Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Psalm 121, 8

Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.

2. Thessalonicher 3, 3

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: „Tschüß, bis heute Nachmittag!“ rufen meine Frau und ich uns hinterher, wenn sie zur Arbeit fährt. „Hallo Schatz, wie war dein Tag, schön, dass du wieder da bist.“ So, oder so ähnlich könnte eine Begrüßung aussehen, wenn der Partner oder die Partnerin von der Arbeit nach Hause kommt. Oft gibt es solche Rituale in Familien. Doch wie oft kommt dabei Gott ins Spiel und der Gedanke, von ihm auf dem Weg begleitet und behütet zu sein?
Es ist gut zu wissen, dass dieser Gott da ist. Es ist schön, dies auch zugesprochen zu bekommen. Ich möchte gerne öfter daran denken, wenn jemand das Haus verlässt oder nach Hause kommt. Gott behüte dich und gebe dir Trost und Kraft. Ich möchte es sagen und mir gesagt sein lassen.

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14. Juni

Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.

Psalm 127, 1

Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.

Philipper 1, 6

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: „Wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst“ - wir machen uns alle viele Gedanken um Dinge, die in der Zukunft liegen. Wir versuchen alles richtig zu machen und alles zu bedenken, auf alles vorbereitet zu sein. Wir können nicht für alle Probleme schon vorher eine Lösung parat haben. Wir können unser Möglichstes tun, um auf alles vorbereitet zu sein, doch am Ende bringen all unsere Bemühungen kaum etwas, wenn der Herr nicht über alles wacht.

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13. Juni

Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil.

Psalm 65, 6

Jesus spricht: Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.

Johannes 14, 14

Pfarrerin Claudia de Wilde, Hemschlar: In der praktischen Ausbildung hatten wir zur Vorbereitung auf die Jugendarbeit den Auftrag, einen Gebetsautomaten zu bauen. Dafür standen uns große Kartons und weiteres Material zur Verfügung. Schnell war klar: So funktioniert das nicht mit dem Gebet! Die Losungen für heute benennen, warum das so ist: Es kommt darauf an, in Gottes Namen zu bitten: „Dein Wille geschehe!“ Gott hört jedes unserer Gebete ganz gewiss, aber er bleibt souverän in seinen Entscheidungen. An uns ist es, das Vertrauen zu lernen, dass er es immer gut mit uns meint - denn er liebt uns und hat den Überblick.

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12. Juni Sonntags-Angedacht

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Heute ist das Trinitatisfest. Entsprechend steht der dreieinige Gott im Mittelpunkt der Betrachtung. Gott offenbart sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Daran wird dabei gedacht. So heißt es auch im Wochenspruch: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2. Korinther 13, 13)

Dieser Bibelvers lädt uns ein, im Einzelnen auf die Wirkungsweise von Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist zu schauen. Beginnen wir mit Gott Vater, oder so, wie es im Wochenspruch heißt, mit der „Liebe Gottes“: Worin zeigt sich diese Liebe von Gott Vater? Nun, das ist meiner Ansicht nach vergleichsweise einfach. Man muss nur einmal Gottes Schöpfung näher betrachten, und man erkennt Gottes wunderbares Wirken. Ob es die kleinsten Dinge sind, oder die größten Einheiten: Alles in Gottes Schöpfung ist wunderbar. Das gilt auch ganz besonders deswegen, weil die Strukturen immer die gleichen sind: Sowohl die kleinsten Einheiten als auch die größten Strukturen sind gleich aufgebaut. Allein das schon lässt einen staunen. Und wenn man dann noch ins Detail geht, wird man schnell merken, wie einzigartig Gottes Schöpfung ist. Zum Beispiel gleicht kein Blatt dem anderen. Alles ist auf Einmaligkeit angelegt. Das gilt natürlich auch für uns Menschen.
Kommen wir zum Gottessohn Jesus Christus. Von ihm heißt es im Wochenspruch: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus“. Jesus ist in diese Welt gekommen, und lebte und wirkte bei uns, um uns dadurch Gottes Liebe zu uns Menschen zu offenbaren. Durch sein Erlösungswerk am Karfreitag und an Ostern hat er uns gerettet. Wenn wir über Jesus sprechen, dann ist das Wort „Liebe“ zentral. Jesu Liebe bleibt bis in alle Ewigkeit.
Und nicht zuletzt geht es am Trinitatissonntag auch um den Heiligen Geist. Der Wochenspruch sagt von ihm: „Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ Hier wird gleich deutlich, was der Heilige Geist bewirkt: Er schafft Gemeinschaft. Er ist der Grund, warum es die Kirche und die Kirchengemeinden gibt. Ohne den heiligen Geist gäbe es keinen Glauben. Durch ihn sind wir miteinander verbunden. Dies gilt vor Ort und auch weltweit. Denn das Wirken des Heiligen Geistes unterscheidet nicht zwischen Kulturen, Hautfarben, Geschlechtern oder Nationen. Der Heilige Geist verbindet uns über alle Grenzen hinweg.

Also, wenn man diese Dinge und noch vieles Weitere betrachtet, dann gibt es unendlich viele Gründe, Gott für sein Wirken zu danken. Dazu lädt uns der Trinitatissonntag ganz besonders ein. Doch das können wir auch an jedem anderen Tag des Jahres tun: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

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11. Juni

Zur letzten Zeit wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.

Jesaja 2, 2 und 4

Die Soldaten fragten Johannes und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!

Lukas 3, 14

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes sollen künftig jährlich für Rüstungszwecke ausgegeben werden. Was ist das für ein gefährlicher Sog, in den wir da geraten? Keiner will Krieg, jeder möchte Frieden. Und doch müssen wir aufrüsten. Die Zeit, von der Jesaja spricht, scheint wohl noch nicht gekommen zu sein. Und so klingt dann auch unsere, scheinbar ohnmächtige, Frage: Was sollen denn wir tun?
„Frieden fängt beim Frühstück an“ - eine Grußkarte mit dem gleichnamigen Gedicht von Hanns Dieter Hüsch hat ihren festen Platz auf der Fensterbank in meinem Büro gefunden. Vielleicht kann Frieden wirklich so anfangen. Nämlich dort, wo wir uns zum Ziel setzen, so zu leben und zu handeln, wie wir es uns für die große Welt ersehnen. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende mit einem friedvollen Miteinander, nicht nur am Frühstückstisch!

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10. Juni

Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort erregt Grimm.

Sprüche 15, 1

Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen und gebt nicht Raum dem Teufel.

Epheser 4, 26 und 27

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: „Jetzt vertragt Euch doch wieder!“ - was für ein Satz. Einfach so daher gesagt. Vertragen ist aber überhaupt nicht einfach. Und ist es eigentlich das Gleiche wie vergeben, vergessen, verzeihen? Vom Gefühl her würde ich ja immer sagen, vertragen ist etwas anderes als vergeben oder verzeihen. Irgendwie weniger. Wenn ich mich mit jemandem vertrage, dann kann es durchaus sein, dass ich den Konflikt doch noch mal auf den Tisch bringe. Vergeben ist da eindeutiger. Am besten ist es, die Glut an schwelenden Konflikten so gering wie möglich zu halten. Den Großbrand kriegt nämlich sonst keiner mehr gelöscht. 

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9. Juni

Ist's nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.

1. Mose 4, 7

Zur Freiheit hat uns Christus befreit!

Galater 5, 1

Presbyter Christian Gerhardt, Hesselbach: Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen - das ist der erste Gedanke, der mir dazu einfällt: mit einem weiten Herzen gute Dinge tun. Das ist das, was zählt. Gott hat uns in klaren Worten gesagt, was zu tun  ist: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!
Wo ist das Problem? Lasst uns unserem Nächsten helfen, wenn er Hilfe braucht, danken, wenn er uns hilft, lasst uns uns für ihn freuen, wenn er Erfolg hat, lasst uns ihn trösten, wenn er traurig ist. Kein Konjunktiv mehr: Net schwätze, mache. Und dann den Blick eigenständig erheben auf die Freiheit, die uns Christus geschenkt hat.

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8. Juni

Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.

1. Samuel 2, 7

Haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person.

Jakobus 2, 1

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: „Wenn ich einmal reich wär'“, so singt der arme Milchmann Tewje in dem Musical „Anatevka“. Einmal reich sein, viele träumen davon. Keine finanziellen Sorgen haben, das täte gut, sich etwas leisten zu können. Aber es geht noch um mehr: Auf den, der arm ist, schauen andere herab. Arm sein steht in Köpfen vieler für minderwertig sein. Wenn ich hingegen Geld habe, gewinne ich Einfluss, bin ich bedeutend. Menschen begegnen mir dann höflicher, hören auf das, was ich sage, freuen sich, Zeit mit mir zu verbringen.
Bei Gott brauchen wir nicht von Reichtum zu träumen. Er sieht nicht auf Geldbeutel und Ansehen. Er hört uns zu, ihm sind wir wichtig, weil wir seine geliebten Kinder sind.

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7. Juni

Dient dem HERRN von ganzem Herzen. Und weicht nicht ab; folgt nicht denen, die nichts sind, die nichts nützen und nicht retten können, denn sie sind nichts!

1. Samuel 12, 20 und 21

Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein.

Johannes 12, 26

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: „Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs“ - so heißt es bei den Blues Brothers, als die Kleinkriminellen aus dem gleichnamigen Film ausnahmsweise mal etwas auf ehrliche Weise erledigen wollen. Seither wird dieses Zitat oft gebraucht. Meistens scherzhaft, vielleicht sogar halbherzig. Um es richtig ernst zu meinen, braucht es aber auch wirklich Mut und Kraft. Nachfolgen und Dienen ist gar nicht so einfach. In der Bibel ist es immer so absolut gemeint: Ganz oder gar nicht. Ich mag dieses Alternativlose nicht. Passt nicht zu der Gnade, die Gottes größtes Markenzeichen ist. Dann doch lieber im Namen des Herrn unterwegs. Nach bestem Wissen und Gewissen und auf die Gnade Gottes vertrauend, wenn etwas schief läuft.

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6. Juni

Der HERR erforscht alle Herzen und versteht alles Dichten und Trachten der Gedanken.

1. Chronik 28, 9

Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat.

1. Johannes 4, 13

Erzieherin Angelika Krämer, Niederlaasphe: Heute am Pfingstmontag gedenken wir der Verbundenheit mit Gott durch den Heiligen Geist. Wir sind immer bei ihm und er bei uns. Er gibt uns Sicherheit und Geborgenheit. In besonderen Momenten können wir diese Verbindung in uns spüren. Im Gebet und in tiefer Meditation betreten wir diesen Ort der heiligen Verbindung. Wir sehen die Schönheit der göttlichen Schöpfung und fühlen seine größe Stärke. Seine heilige Kraft durchströmt unsere Seele und unseren Körper und macht uns glücklich. Ich wünsche Ihnen frohe Pfingsten.

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5. Juni Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Haben Sie das auch manchmal: Dass Ihnen alte Werbeslogans durch den Kopf geistern, die sich in früheren Zeiten durch Allgegenwart und beständige Wiederholung in Ihr Gehirn gefräst haben? Mir passiert das bisweilen. Verse oder Jingles aus der Zeit, als man noch Fernsehen sah und nicht bei Streamingdiensten unterwegs war; als zwischen den Mainzelmännchen mit großer Verlässlichkeit stets dieselben Werbespots liefen. Ich kann immer noch „Lavendel, Oleander, Jasmin…“ singen oder „Nichts ist unmöglich…“ ergänzen. Zu manchen Slogans erinnere ich das Produkt, dann wurde das Werbeziel erreicht, bei manchen erinnere ich noch gut den Jingle, aber nicht, was dazu gehört, damit wurde das Werbeziel klar verfehlt.

In der Vorbereitung auf das Pfingstfest, dass wir an diesem Wochenende feiern, ging mir auch solch ein Vers durch den Kopf: „Nie war er so wichtig (oder wertvoll?) wie heute…“ Das passende Produkt dazu kann ich Ihnen nicht mehr sagen - wie gesagt, verfehltes Werbeziel. Aber ich kann Ihnen sagen, woran ich sofort dachte: An Gottes Heiligen Geist, den er den Menschen an Pfingsten schenkt. Gottes Geist hat viele Bedeutungen in der Bibel: Tröster, Geistkraft, Lebensatem, Mut und Stärke, Be-geisterung, mit der Gott uns Menschen erfüllt. Und es wird deutlich: Pfingsten, das ist kein Fest von gestern, nicht einfach eine alte Geschichte, die erzählt wird. Pfingsten, das heißt, sich erfüllen lassen von diesem guten Geist, mit dem Gott uns beschenkt und stärkt. Wir brauchen ihn so sehr!

Wir brauchen Trost in dieser von Krieg und unfassbarer Gewalt beschwerten Welt. Wir brauchen Kraft und Mut und Stärke, um an dem Platz, an den wir gestellt sind, das unsere zu tun, damit das Angesicht der Welt menschlicher wird. Wir brauchen langen Atem, um für unsere Schöpfung und deren Bewahrung einzustehen. Wir brauchen den Geist der Liebe und Barmherzigkeit, um Respekt und Toleranz täglich neu zu buchstabieren. Wir haben ihn bitter nötig, Gottes Geist. Heute. Hier. Jetzt. Nie war er so wichtig wie heute!

Und so wünsche ich allen ein erfülltes und gesegnetes Pfingstfest - dass Gottes Geist uns berührt, stärkt und tröstet.

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4. Juni

Der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten.

2. Mose 13, 21

Was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben.

Römer 15, 4

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: Als Gott sein Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten führt, weist er dem riesigen Zug aus Menschen und Tieren den Weg. Er möchte, dass Mose mit seinem Volk wohlbehalten in die Freiheit und in ein neues Leben gelangt, auch wenn der lange Weg dorthin viele Gefahren birgt. Mose weiß, er ist von Gott auserwählt, diesen Zug zu führen, doch den Weg und das Ziel kennt nur Gott selbst. Gott geht als mächtiger Wegweiser vor seinem Volk voraus, der nicht nur am Tage als Wolkensäule, sondern vor allem auch in der Nacht als bis zum Himmel reichende Feuersäule Orientierung gibt. Mose kann diesem Wegweiser blind vertrauen. Er weiß: Gott wird uns nicht vor allen Problemen auf unserem steinigen Weg bewahren, doch er wird uns immer die Richtung weisen und durch seine Gegenwart Trost spenden, damit wir in Geduld eines Tages das Ziel erreichen.

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3. Juni

Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.

Psalm 50, 23

Seid verwurzelt und gegründet in Christus Jesus und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.

Kolosser 2, 7

Küster Philipp Dreisbach, Feudingen: Der erste Gedanke, welcher mir zu dieser Tageslosung kam, wirkt vielleicht etwas ungewohnt: Denn es ist die gleichnamige Kantate „Wer Dank opfert, der preiset mich“ von Johann Sebastian Bach (Bach-Werke-Verzeichnis 17). Zugegeben: Dieses ist sicher nicht das geläufigste Stück, was in unseren heutigen Spotify-Playlisten zu finden ist. Um aber nochmal zu Bach zurückzukommen: Dieser unterschrieb seine Werke grundsätzlich mit den Buchstaben S.D.G. für: Soli Deo Gloria. Zu Deutsch: Allein Gott die Ehre. Und das ist zugleich auch eine essentielle Aussage in der heutigen Tageslosung: Jemand, der Gott seinen Dank entgegenbringt, ganz egal durch was, der ehrt ihn dadurch. Ob durch Worte oder Taten. Das ist der Weg zu Gottes Heil.

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2. Juni

Der HERR denkt an uns und segnet uns.

Psalm 115, 12

Was hast du, das du nicht empfangen hast?

1. Korinther 4, 7

Jung-Erwachsenen-Mitarbeiterin Bianca Brieseck, Erndtebrück: Womit wurdet ihr denn so vom Herrgott gesegnet? Also, ich hab' von ihm zu große Füße und zuviel Gewicht auf den Hüften empfangen. Und häufig fragte ich mich, warum das so ist?  Als ich dann aber in meiner Rolle als Mitarbeiterin mit Kindern und Jugendlichen unterwegs war, zeigte sich, warum ich so sein musste wie ich bin. Nur so war ich in der Lage, anderen Trost und Zuversicht zu geben, weil ich eine von ihnen war und bin, weil ich weiß, wie man sich als so jemand fühlt. Viele wichtige und wertvolle Gespräche konnten nur stattfinden, weil ich so von Gott geschaffen wurde. Und wieder einmal bin ich fasziniert davon, wieviel Gott sich bei allem gedacht hat.

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1. Juni

Der HERR wird richten die Völker.

Psalm 7, 9

Wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi erscheinen, damit ein jeder empfange, was seinen Taten entspricht, die er zu Lebzeiten getan hat, seien sie gut oder böse.

2. Korinther 5, 10

Jugendmitarbeiterin Linda Laubisch, Feudingen: Ein jeder soll die Konsequenzen seines Handelns tragen. So sagte es schon Shakespeare. Das lernen wir in der Kindheit und dessen sind wir uns auch alle bewusst - aber oft nur eigentlich. Wie gern denken wir „Ach, das wird schon“ oder „Der/Die kommt doch zurecht“. Manchmal fehlt vielleicht einfach die Motivation, bei einem Umzug zu helfen, oder wir weisen jemanden zurück, weil wir uns gerade selbst nicht leiden können. Dahinter steht natürlich kein böser Wille. Zu Problemen oder Streit führt dies allerdings früher oder später schon.
Die Losung macht deutlich, dass wir ernten, was wir säen: sowohl im Positiven als auch im Negativen. Sie ist eine gute Erinnerung, wieder öfter an den Nächsten zu denken und offen zu kommunizieren, wenn wir etwas nicht leisten können. So können wir unser Miteinander nur verbessern.

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31. Mai

HERR, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; erweise an uns deine Hilfe.

Psalm 106, 4

Jedem Einzelnen von uns ist die Gnade gegeben nach dem Maß, mit dem Christus zu geben pflegt.

Epheser 4, 7

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Gnade, was ist das eigentlich? Gnade, das ist wie ein Geschenk. Man bekommt etwas geschenkt, ohne dass man es sich verdient hätte. Ein Geschenk - ganz ohne Geburtstag, ohne Weihnachten. Einfach so.
Diese Gnade hat Gott seinem Volk Israel versprochen und durch Jesus Christus hat er sie noch mal ganz deutlich gemacht und bestätigt für die Welt. Er hat seinen Sohn für uns ans Kreuz gehen lassen und Jesus hat unsere Schuld mitgenommen. Einfach so für uns!

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30. Mai

Ich bin arm und elend; der HERR aber sorgt für mich.

Psalm 40, 18

Hoffnung lässt nicht zuschanden werden.

Römer 5, 5

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Was hilft in Verzweiflung, in Not und Einsamkeit? Menschen haben mir erzählt und erzählen mir in diesen Zeiten jetzt wieder, was ihnen geholfen hat und hilft: zu klagen. Klage befreit die Seele. Sie kann aufatmen. Sie kann durchatmen und ganz neu in den Blick nehmen, dass Hilfe da ist und wo diese Hilfe zu finden ist - in Worten, in Liedern, in der Begegnung mit Menschen, die wertschätzend, offen und zugewandt sind. Das schenkt Hoffnung, aus der neuer Mut und neue Kraft wachsen.

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29. Mai Sonntags-Angedacht

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Neulich im Park: Zwei kleine Kinder sitzen neben der Mutter auf einer Bank. Ein Kind hält ein Eis in der Hand, leckt es ab und reicht es weiter an seinen Bruder. Dieser leckt es auch ab und gibt es wieder zurück. So machen die beiden Kinder weiter, hin und her, bis das geteilte Eis alle ist. Sie lachen dabei, mit klebrigen Händen, zufrieden.

Ich merke, dass wir Erwachsene das Teilen erneut erlernen sollten, da wir lieber „mein“ als „unser“ sagen. Das Hamstern haben viele in der jüngsten Vergangenheit schnell gelernt. Wie wäre es jetzt mit Teilen? Wenn man eigeladen wird, zu spenden, geht es ja nicht nur um Geld oder Lebensmittel. Es geht auch darum, von meiner Zeit abzugeben, offene Ohren für jemanden zu haben. Es geht in erster Linie um Menschen, die Hilfe brauchen. Diese Menschen können einige tausend Kilometer von mir entfernt leben, aber vielleicht sitzen sie auch unterm selben Dach wie ich.

Liebe teilen kann sicher nur, wer sich selbst geliebt fühlt. Verschenken kann auch nur, wer sich reich beschenkt fühlt. Und reich beschenkt ist jeder von uns - manche Menschen aber nehmen das nicht wahr. Wenn man damit anfängt, für den Segen Gottes zu danken - auch für die kleinen und einfachen Dingen des Alltags - fällt es sofort auf, wie reichlich man von Gott beschenkt ist. Was macht mich nun aber zu einem wertvollen Menschen, der bereit ist, seinen eigenen Wert mit anderen zu teilen? Sicher nicht das Haben. Nicht, was ich mir erarbeitet habe, macht mich wertvoll. Nicht, was ich geleistet habe, macht mich liebenswert, auch nicht, was ich mir leisten kann.

Jesus verweist uns an Gott, der in das Verborgene sieht. Der jeden Menschen liebt. Dass ich Gott „unseren Vater“ nennen darf, weil er mich als sein Kind angenommen hat, macht mich wertvoll. Ich bin wichtig, weil Gott mich für so wichtig erachtet, dass er sich auf den Weg macht, um mich zu suchen. Und Gottes Liebe zu mir will weitergegeben werden. Nur wenn meine Liebe den Weg zum Nächsten findet, wird es mir leichtfallen, loszulassen und wegzugeben, was ich im Überfluss habe. Und vielleicht kann ich ja dann das Erstaunliche der Liebe erleben: Dass ich reicher werde, wenn ich gebe. Wie können wir je glücklich werden, wenn wir immer alles von anderen erwarten?

Ich denke wieder an die zwei Kinder, die das Eis miteinander geteilt haben. Leben ist Nehmen und Geben. Daher, lasst uns immer wieder neu anfangen, nicht für uns zu fordern und zu nehmen, sondern zu geben, uns für andere einzusetzen, sie zu trösten, mit ihnen zu lachen. Wenn ich Segen habe in Fülle, was brauche ich mehr? Da muss ich mich nicht durch große Gesten wichtig machen. Was mich am Leben hält, ist nicht mein Besitz und auch nicht meine gute Vorsorge. Was mich am Leben hält, das ist der Segen Gottes - und so kann auch ich ein Segen für meine Mitmenschen sein.

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28. Mai

Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.

Psalm 146, 3

Jesus Christus ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Fürst der Könige auf Erden!

Offenbarung 1, 5

Prädikantin Traudel Stremmel, Berghausen: Verlässlichkeit ist eine Tugend, die wir Menschen sehr brauchen. Was wäre ein Baby ohne die Verlässlichkeit der Mutter? Was wäre ein älterer Mensch ohne die Verlässlichkeit von Familie, Freunden oder hilfsbereiten Menschen? Und was wäre eine Gesellschaft ohne eine verlässliche Führungsperson, die sie einen guten Weg führt? Aber wir kennen auch die andere Seite der Medaille: Wir werden im Stich gelassen, fühlen wir uns von allen guten Geistern verlassen. Was bleibt angesichts der Brüchigkeit menschlicher Zuverlässigkeit? Johannes sagt es in der Offenbarung: Unser Vertrauen dürfen wir auf den setzen, der über allen Menschen steht - Jesus Christus. Was er zusagt, hält er gewiss. Daran gibt es keinen Zweifel. Auch wenn seine Zuverlässigkeit nicht immer unseren Vorstellungen entspricht.

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27. Mai

Geh hin, der HERR sei mit dir!

1. Samuel 17, 37

Wenn jemand dient, tue er's aus der Kraft, die Gott gewährt.

1. Petrus 4, 11

Prädikantin Sabine Lang, Hesselbach: Ein frommer Wunsch. Ein guter Wunsch. Was kann man einem Besseres wünschen, als dass Gott der Herr dabei ist. König Saul sagt dies zu David, als der sich aufmacht, gegen Goliath anzutreten. Scheinbar war alles schon vorher klar. Der Teenager David gegen den professionellen Söldner Goliath. Volle kriegerische Überlegenheit gegen eine Steinschleuder. Muskelbepackter Krieger gegen einen Spargeltarzan. Klar, wer da gewinnt.
Gott macht den Unterschied. Er verkehrt Vorteil in Nachteil und schreibt auf krummen Linien gerade. Möge der Herr mit uns sein, da wo wir stehen oder hingehen. Bei allem was wir zu tun haben. Der Herr sei mit Dir!

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26. Mai

Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein.

Psalm 92, 14 und 15

Jesus spricht: Ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

Johannes 16, 22

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Besonders in den heißen Sommertagen schätzen wir mächtige, grünende Bäume, die uns Schatten und Ruhe spenden. Mit solchen Bäumen vergleicht der Psalmist die gerechten Menschen. In biblischer Hinsicht gerecht sind die Menschen, die nach Gottes Willen leben. Und diesen Menschen gilt die Verheißung, dass sie auch im Alter noch blühend, fruchtbar und frisch sein werden.
Wie kann es mir gelingen, ein solcher Mensch zu werden? Was muss ich dazu tun? Die Antwort darauf bietet uns dieser Psalm. Das Leben des Menschen bleibt „fruchtbar und frisch“, wenn er jeden Tag als Gottes Geschenk annimmt, wenn er immer wieder die Wunder Gottes in seinem Leben und Umfeld entdeckt und wenn er dafür von ganzem Herzen Gott lobt und dankt. Will ich nach Gottes Willen leben, damit ich ein fruchtbarer Baum in Gottes Garten bin? Die Antwort darauf muss jeder für sich selbst finden.

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25. Mai

Dein, HERR, ist die Größe und die Macht und die Herrlichkeit und der Ruhm und die Hoheit. Denn alles im Himmel und auf Erden ist dein.

1. Chronik 29, 11

Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle.

1. Timotheus 2, 5 und 6

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Ich bin schon etliche Male umgezogen. Daraus habe ich immer wieder gelernt: Mit wenigem materiellen Ballast lebt es sich leichter. Was mir wirklich wertvoll im Leben ist, das kann ich sowieso nicht in einem Koffer einpacken: Erinnerungen, Freundschaften, das Lachen der Kinder, die Umarmungen von lieben Menschen. Mir gehört als vergänglichem Menschen letztendlich auf dieser Erde nichts, es ist alles nur geliehen. Alles im Himmel und auf Erden gehört Gott. Er hat als Schöpfer alle Fäden in der Hand: mein Gestern, mein Heute und mein Morgen. Mein ganzes Gepäck wurde schon von einem anderen getragen: Jesus Christus. Was für eine Erleichterung!

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24. Mai

HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh doch an, dass wir alle dein Volk sind!

Jesaja 64, 8

Johannes schreibt: Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.

1. Johannes 2, 1

Kirchenkreis-Jugendmitarbeiter René Kranefeld, Wuppertal: Gott wird uns immer als der Liebende vorgestellt. Aber wenn wir ehrlich sind, hat er doch immer wieder Grund, auch sauer auf uns zu sein. Immer wieder sündigen wir und verfehlen Gottes Willen. Dessen ist sich auch das Volk Israel bewusst, als es nicht mehr in Israel wohnen darf, weil die Babylonier sie gefangen nahmen. Diese Gefangenschaft erleben sie als Strafe Gottes. Obwohl sie sich bewusst sind, dass sie es waren, die sich immer wieder von Gott abwandten, klagen sie vor Gott. Gerade weil Gott in Jesus für unsere Sünden bezahlt hat, dürfen wir zu ihm rufen, trotz all unserer Fehler.

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23. Mai

Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist!

Psalm 81, 2

In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

2. Korinther 6, 4 und 10

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Was für ein kraftvoller Psalmvers! Sieben Wörter, die ausdrücken, in welcher Beziehung wir zu unserem Gott und Gott zu uns steht. Im hebräischen Urtext sind es sogar nur drei Wörter: Jubelt-zu  / Gott, /  der-unsere-Stärke! Gott steht dabei in der Mitte. Das Jubeln, das sich der Mensch der Bibel nicht anderes als mit Gesang vorstellen kann, macht den Auftakt. Gottes Antwort: Er schenkt den Menschen Kraft und Nähe. Das verdeutlicht der ausgesuchte Korinther-Vers: Wir können jubeln trotz Sorgen und Traurigkeit, denn Gott bleibt an unserer Seite und hilft. Das gilt, über alle Zeiten, das gilt auch heute und in unserer betrüblichen Zeit.

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22. Mai Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Warum sind wir eigentlich so, wie wir sind? Warum denken, handeln und reden wir so? Das ist unsere Prägung. Das scheint eine plausible Antwort zu sein. Das Umfeld, die Kultur, Menschen, bestimmte Werte, all das hat einen Einfluss. Als Mensch suche ich mir das heraus, was für mich wichtig, sinnvoll und wertvoll ist. Manches wird mir aber auch einfach zugeschrieben, obwohl ich es vielleicht gar nicht für mich selbst in Anspruch nehme. Klar, das sind die Erwartungen, die die anderen an mich haben. Als Mensch, als Frau, als Mutter, als Pfarrerin und was ich auch sonst noch für Rollen ausfüllen mag. Wenn diese Prägungen und Erwartungen mal sichtbar gemacht werden könnten, etwa als Klebezettel, die einem anhaften, dann wäre jeder und jede von uns sicher ganz schön zugepflastert.

Geprägt zu sein, ist an sich erst einmal nicht schlimm, auch nicht gefährlich. Kann ich ja nichts für. Geprägt und erstarrt zu sein, das ist schon eher bedenklich. Werte können sich verändern. Ich kann auch in Abgrenzung zu meiner Prägung leben und handeln, in dem Bewusstsein, dass hier und da doch immer wieder Dinge aus der alten Prägung aufblitzen können. Ich kann mich neuen Prägungen zuwenden und auch selbst andere prägen. Wichtig ist, dass alles in Bewegung bleibt. Geprägt heißt nicht erstarrt.

Münzen sind geprägt. Und am besten gehören Münzen in eine Schatzkiste. So könnte ich es auch mit Prägungen machen, die ich von früher her kenne, die ich auch schätze, die ich aber nicht weiter als Hauptzahlungsmittel verwenden möchte. Nur weil ich weiter denke, neue oder andere Werte formuliere, muss ich die alten ja nicht verleugnen oder wegwerfen. Loswerden kann ich meine Geschichte ja nie. Also packe ich sie, wie die Münzen in eine Schatzkiste. Da hab‘ ich einen Vorrat, da ist meine Geschichte. Manche sagen dazu auch Wurzeln. Mir gefällt das Bild der Münzen ganz gut, weil es ein munteres Bild ist. Münzen klimpern, wenn sie aneinanderstoßen. Manchmal verdecken sie einander, können zusammengelegt oder neu sortiert werden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Mensch ist so, wie er ist. Oder sie. Ich bin so, wie ich bin, mit den unterschiedlichen Münzen in der Tasche oder in der Schatzkiste. Die Welt fordert mich heraus, jeden Tag neu über meine Prägung nachzudenken und zu überlegen, wie ich durch mein Handeln, Denken und Reden präge. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber mir gefällt der Gedanke der Schatzkiste. Da kann ich rein räumen, manches drin verstecken, aber es ist eben trotzdem wertvoll. Und man bleibt im Denken mobil und die Gefahr zu erstarren ist geringer. Wie war das noch beim kleinen Tiger und beim kleinen Bären: Komm', wir finden einen Schatz.

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21. Mai

Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben.

Prediger 5, 9

Haben wir Nahrung und Kleidung, so soll uns das genügen. Die aber reich werden wollen, geraten in Versuchung und in die Schlingen vieler törichter und schädlicher Begierden.

1. Timotheus 6, 8 und 9

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: „Geld allein macht nicht glücklich, aber es beruhigt.“ Bei diesem Sprichwort hätte sich Zachäus wohl nachdenklich am Kopf gekratzt. Sein gefülltes Bankkonto stellt ihn nicht mehr zufrieden. Er sucht nach einem tragfähigeren Halt im Leben und will darum Jesus sehen. Die Begegnung mit Jesus stellt dann sein Leben und auch den Umgang mit seinem Reichtum auf den Kopf: „Herr, die Hälfte von meinem Besitz werde ich den Armen geben.“ (Lukas 19, 8). Im Jahr 2021 haben Menschen in Deutschland 5,8 Milliarden Euro gespendet, so der Deutsche Spendenrat. Ich staune und bin dankbar über diese Gebe-Freudigkeit. So geteilt macht Geld glücklich: Den, der gibt, und den, der empfängt. 

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20. Mai

Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen; sie wiegt zu schwer, ich kann sie nicht mehr tragen.

Psalm 38, 5

Gott hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet.

Kolosser 2, 14

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Was für eine Erleichterung! Wenn ich einen schweren Sack Blumenerde endlich am Zielort absetzen kann und mein Rücken die Last los ist. Was für eine Erleichterung! Wenn ich mich querfeldein durch Unterholz und hohes Gestrüpp bewegen muss und endlich wieder einen Weg erreiche, den ich kenne und der mich nach Hause führt. Was für eine Erleichterung! Wenn Jesus mich von meiner Schuld befreit und meine Fehler tilgt, so dass meine Seele wieder frei atmen kann und ich neu aufgerichtet werde. Ich hoffe, diese Erleichterung ist mir ins Gesicht geschrieben, so dass jeder sie sehen kann und sie zu einem Leben mit Jesus einlädt.

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19. Mai

Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, hat er sein Erbarmen im Zorn verschlossen?

Psalm 77, 10

Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.

Römer 5, 20

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: Das glaube ich nicht! Ich glaube nicht, dass Gott zornig ist und uns im Stich lässt. Auch wenn das im Moment so scheint. Überall auf dieser Erde geschehen Katastrophen, kämpfen Menschen gegen einander und töten sich, stirbt unser Lebensraum. Ist das der Zorn Gottes?
Das glaube ich nicht! Wir haben verlernt die Wunder zu sehen, die auch jeden Tag, überall auf dieser Erde passieren. Denn eines ist größer, als Zorn und Sünde, nämlich die Gnade des Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat und mit uns einen ewigen Bund geschlossen hat durch Jesus Christus seinen Sohn.

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18. Mai

Der Welt Grundfesten sind des HERRN, und er hat die Erde darauf gesetzt.

1. Samuel 2, 8

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Johannes 1, 1

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg: Gott hat die Erde geschaffen. Das klingt fast schon wie eine Verschwörungserzählung. Das passt nicht zu unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen und damit ist Glaube wohl Quatsch. Auch in mir hat dies oft Grübeleien ausgelöst, dabei war der Belgier Georges Lemaitre - der erste Verfasser der Urknall-Theorie - selbst nicht nur Astrophysiker, sondern auch Priester. Er sagte einmal: „Weder hat die Wissenschaft meinen Glauben erschüttert, noch war die Religion je Ursache, Schlussfolgerungen in Frage zu stellen, die ich durch wissenschaftliche Methoden erlangt habe.“ Am Ende meiner Grübeleien bleiben immer die gleichen Erkenntnisse: Nur weil ich etwas (noch) nicht verstehe, heißt es nicht, dass es nicht existiert. Und: Wissenschaft und Glaube sind keinesfalls konkurrierende Weltbilder.

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17. Mai

Des HERRN Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.

Jesaja 28, 29

Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.

Epheser 2, 17

Pfarrerin Claudia de Wilde, Hemschlar: Frieden! Dieses Wort springt im Frühjahr 2022 aus dem Text heraus und fällt uns direkt vor die Füße. Wir heben es vorsichtig auf. Selten war uns so klar, wie kostbar Frieden ist. Wir müssen ihn beschützen. Im Kleinen können wir Konflikte klären, bevor sie eskalieren. Im Großen schließen wir vertraglich Kriege als Mittel zur Konfliktlösung aus. Dieser Frieden ist zerbrechlich, das erleben wir in Europa gerade sehr schmerzlich. Der Frieden, der uns in Christus verkündigt ist, der Frieden mit Gott, steht wie ein Haus mit offenen Türen für uns bereit. Christus ist unser Friede - unverbrüchlich.

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16. Mai

Als die drei Freunde Hiobs all das Unglück hörten, das über ihn gekommen war, kamen sie und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.

Hiob 2, 11 und 13

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6, 2

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Aushalten ist mit das Schwierigste. Weil es so passiv ist. Jedenfalls scheint es so. Auszuhalten heißt erst einmal, die Situation wahr und ernst zu nehmen, so wie sie ist. Reinzugehen, ohne direkt schon vor der Lage sein zu wollen. Das geht aber doch nicht! Jeder aus dem Rettungsdienst würde jetzt an dieser Stelle sagen: Nein, man muss immer VOR der Lage sein. Müssen die vom Rettungsdienst auch. Aber Freunde können auch mal mit reingehen. Der Sprachlosigkeit Raum geben, die Hilflosigkeit aushalten. Denn manchmal ist anderes gar nicht möglich. Und das gemeinsame Aushalten ist schon die halbe Miete, dass es wieder anders wird.

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15. Mai Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Er stimmt leider gar nicht, dieser fröhliche Liedruf: „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder: böse Menschen kennen keine Lieder!“ Davon zeugen Kriegslieder und gesungene Hass-Parolen.Was aber stimmt: Singen macht den Körper weit, es erdet, es macht mutig. Wer singt, der kann - das ist erwiesen - keine Angst empfinden. Darum ist der Rat, singend in den gefürchteten dunklen Keller zu gehen, ein hilfreicher Rat: Singen hilft gegen die Angst, Singen stärkt die Zuversicht.

Einer der drei Sonntage jetzt, in denen vielerorts die Konfirmationen stattfinden, heißt: Kantate - Singet! Er steht in der Mitte des Dreiklanges: Jubilate! Kantate! Rogate! Das sind drei Aufforderungen: Jubelt! Singet! Betet! Ein hilfreicher Dreiklang für unser Leben: Besinne dich auf das Gute! Singe deinen Dank! Bete deine Sorgen!

Heute feiern wir den Sonntag Kantate. Und schon gestern wurde der Eurovision Song Contest in Italien ausgetragen: Da hören wir viele unterschiedliche Lieder, die aber nicht zum Mitsingen gedacht sind, sondern die nur angehört werden wollen. Ich singe gerne. Viele wissen das. „Lasst uns lieber gemeinsam singen!“, möchte ich rufen: Lasst sie uns hervorrufen, diese Kraft, die sich im gemeinsamen Singen einstellt, lasst uns - miteinander singend - erleben, wie die Zuversicht stärker wird und Ängste kleiner werden. Lasst uns gemeinsam singen!

Was wir singen könnten? „We shall live in peace“ - wir werden im Frieden leben. Oder: „Dona nobis pacem“ - Herr, schenk uns Frieden. Oder: „It’s me, o Lord“ - Auf mich, Gott, kommt es an!

Wo wir singen könnten? Ich verspreche dir: In unseren Gottesdiensten wird gesungen. Und gebetet. Und gedankt. Vor Gott dürfen wir unser Leben in den Blick nehmen. Gutes wahrnehmen und dafür danken. Unsere Stimmen im Gesang vereinen und Trost und Zuversicht erfahren. Und alle Sorgen und Ängste vor ihn bringen.

Und: Was wir dort tun, verhallt nicht ungehört. Es kommt direkt vor Gott. Vor ihn, der die Welt in seinen Händen hält. Immer noch. Gott sei Dank!

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14. Mai

Die Barmherzigkeit des HERRN hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.

Klagelieder 3, 22 und 23

Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.

2. Korinther 4, 16

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: „Denn immer, immer wieder geht die Sonne auf“ - so hat es schon Udo Jürgens besungen. Wie könnte man es besser beschreiben: Jeden Morgen ist die Barmherzigkeit Gottes neu. Bei ihm gilt es tatsächlich: Einmal drüber geschlafen, alles wieder gut! Ring frei für einen neuen Tag. Ist das nicht eigentlich nur ein vertröstender Wattebausch-Satz? Ohne viel dahinter? Ohne eine Lösung noch zu Lebzeiten? Zu welchen Lebzeiten? Zu meinen vielleicht nicht, aber zu Gottes schon.
Denn immer, immer wieder geht die Sonne auf und wieder bringt ein Tag für uns ein Licht. Ja, immer, immer wieder geht die Sonne auf, denn Dunkelheit für immer gibt es nicht, die gibt es nicht, die gibt es nicht. (Thomas Hörbiger) Amen

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13. Mai

HERR, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund.

Psalm 30,3

Jesus sprach zu dem Geheilten: Geh hin in dein Haus zu den Deinen und verkünde ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan und wie er sich deiner erbarmt hat.

Markus 5, 19

Presbyterin Katrin Spies-Gußmann, Bad Berleburg: Erzählen wir mehr über Krankheit oder Gesundheit? Ich bin gesund, wenn Körper, Seele und Geist ein Teeam bilden. Ganzheitliche Gesundheit, die wir uns alle wünschen. Ein starker Körper, eine unverwundete Seele und ein Geist, der Gott sucht, bringt uns Heilung. So steht es in der Bibel und es lohnt sich dieses zu entdecken, um sich geesund zu fühlen und es zu erzählen: Gottes Segen für alle Leser!

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12. Mai

Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.

Hiob 10, 12

Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.

Jakobus 5, 11

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: …und am Ende wird alles gut. In vielen Situationen hat das schon jemand zu mir gesagt. „Reg dich nicht auf! Am Ende wird alles gut.“ „Mach dir nichts draus. Am Ende wird alles gut.“ „Das wird schon nicht so schlimm. Am Ende wird alles gut.“
Dieser Satz hat mich schon in einigen Situationen Nerven gekostet. Ich wusste einfach nicht, wie mir diese Floskel helfen soll. Sie konnte mir ja in dem Moment der Aufregung oder Verzweiflung so ganz und gar nicht helfen. Doch am Ende hat diese Floskel immer gestimmt. Es war am Ende nicht immer wie es mir gewünscht hatte und auch nicht immer besser als vorher. Aber am Ende war alles gut!

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11. Mai

Der HERR war mit Samuel und ließ keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.

1. Samuel 3, 19

Jesus spricht: Wer euch hört, der hört mich.

Lukas 10, 16

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Wenden Menschen sich ab, verfehlen Worte das Ohr, fallen als wirre Buchstaben zu Boden. Samuels Worte verfehlen ihr Ziel nicht. Sie werden gehört und behalten. Ereignisse geschehen und Menschen erinnern sich: „Das hat uns Samuel vorher schon gesagt! Gott hatte ihn beauftragt, uns zu warnen!“ Im Rückblick die Einsicht: Das waren wahre Worte. Doch: „Prognosen sind schwer, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen!“ Dies gilt auch für prophetische Sätze.
Anhaltspunkt für Prophetie: Wem nützt sie? Samuels Söhne redeten im eigenen Interesse. Israel erkannte das und lehnte sie als Führungspersönlichkeiten ab. Meist mahnen Propheten im Interesse Schwächerer. Sie weisen auf (drohendes) Unrecht oder Machtmissbrauch.
Keine Aufgabe, die jemand gern übernimmt. Aber eine, die nötig ist. Damals wie heute.

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


10. Mai

Es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR.

Jeremia 31, 34

Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, dass wir Gottes Werke wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Johannes 6, 28 und 29

Pfarrer Matthias Elsermann, Kreuztal: Belehrung bringt’s nicht. Trockene Lehre ist eben das: trocken. Diese Erfahrung, die heute oft Lehrerinnen und Lehrer machen, kennt Gott längst. Darum weiß er: Ihn zu erkennen ist eine Herzenssache. Darum will er seine Weisungen in das Herz der Menschen schreiben (Vers 33). Kann es ein schöneres Leitmotiv für lebendiges Lernen geben? Lernen durch zu Herzen gehende Erfahrungen. Dann kommt es zu einer wahren Gotteserkenntnis. Dann wächst eine tragfähige Gottesbeziehung. Und die wechselseitigen Belehrungen über Gott und die Welt können wir dann einfach weglassen. Denn die braucht keiner!
In der Basisbibel liest sich die Losung so: „Sie werden einander nicht mehr belehren. Keiner wird zum anderen sagen: ‚Erkenn doch endlich, wer der Herr ist!‘ Sie alle werden mich kennen, vom Kleinsten bis zum Größten. Ausspruch des Herrn.“

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Matthias Elsermann ist der Schulreferent der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein.


9. Mai

Der HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.

Psalm 11, 7

Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Epheser 4, 23 und 24

Jugendmitarbeiter Jonas Pfeiffer, Erndtebrück: Wenn ich an Gerechtigkeit denke, fällt mir der Sport ein oder besser gesagt der Schiedsrichter. Die Schiedsrichter müssen innerhalb von ein paar Sekunden die Situation einordnen und pfeifen. Dabei kann es passieren, dass nicht jede Situation gerecht gepfiffen wird, obwohl die Schiedsrichter es wollen, weil der richtige Blick je nach Perspektive verhindert wird. Wenn etwa im Fußball das eine Team einen Hand-Elfmeter bekommt, das andere Team für dieselbe Aktion aber keinen. In vielen Sportarten gibt mittlerweile einen Videobeweis, um das Spiel gerechter zu machen. Gott braucht diesen Videobeweis nicht, um gerecht zu sein, egal in welcher Situation, weil er alles sieht und die Gerechtigkeit liebt.

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8. Mai Sonntags-Angedacht

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Nur ein kleiner Artikel in der Zeitung diese Woche, über ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes, in dem es darum geht, wer Vorfahrt hat, wenn aus zwei Fahrstreifen einer wird, aber mit einer bemerkenswerten Begründung: Keine Partei hat Vorfahrt, urteilte das Gericht, es bedarf „besonderer Aufmerksamkeit, Besonnenheit und Geistesgegenwärtigkeit“: „Im Zweifel seien die Verkehrsteilnehmer gehalten, jeweils dem anderen den Vorrang einzuräumen.“

Passt ein solches Urteil in unsere Zeit, in der wir gewohnt sind, unser Recht einzufordern und auch durchzusetzen, im Kleinen wie im Großen - oder ist das Denken von Gestern? Freiwillig zurückstecken und auf den anderen warten statt Gas geben, das Recht des Stärkeren oder des Schnelleren in Anspruch nehmen?

Ich glaube, dass es wichtig ist, dass das Gericht ausdrücklich darauf aufmerksam macht, dass unsere Gesellschaft nicht auf Letzterem aufgebaut sein sollte, sondern dass - und ich glaube: nicht nur im Straßenverkehr - gegenseitige Rücksichtnahme und Abwägen der Interessen aller Seiten ein Grundprinzip unseres Handelns sein müsste.

Für die Bibel ist dieses Denken selbstverständlich; in einer neueren Übersetzung heißt es dort: „Denkt bei dem, was ihr tut, nicht nur an euch. Denkt vor allem an die anderen und daran, was für sie gut ist.“ (1. Korinther 10, 24)

Ist es nicht schade und traurig, dass uns dieses Denken, diese Art des Umgangs miteinander so sehr verloren gegangen ist? Ich glaube, es ist an vielen Punkten wirklich an der Zeit, sich hier mal wieder häufiger die Frage zu stellen: Ist das, was ich jetzt gerade will und vorhabe, nur zu meinem Vorteil oder denke ich dabei auch an die Folgen für andere?

Und ich bin überzeugt: Das gilt nicht nur für den Autoverkehr…

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7. Mai

O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!

Psalm 118, 25

Der Gott des Friedens rüste euch aus mit allem Guten, dass ihr seinen Willen tut.

Hebräer 13, 20 und 21

Presbyterin Anke Althaus-Aderhold, Alertshausen: Hilfe erbitten, flehen, händeringend, wo man auch hinsieht. Verzweiflung, Unsicherheit, Hunger, als solcher und Hunger nach Gerechtigkeit, man sucht Hilfe und Abhilfe aller Orten. Hilf Herr, lass wohl gelingen lesen wir. Dafür das etwas gelingen kann, muss es in Gang gesetzt sein.
Das lesen wir im Lehrtext: Wir sind ausgerüstet mit allem Guten, was wir mit der Hilfe des himmlischen Vaters in Gang setzen können. Bewahren wir Ruhe, ermöglichen jede friedliche Geste und proklamieren wir gemeinsam den Gott des Friedens in Jesus Christus.

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6. Mai

Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.

Prediger 12, 14

Jeder von uns wird für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten.

Römer 14, 12 und 13

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: So viele schreckliche Nachrichten im Fernsehen und im Radio, im Internet und im Gespräch über den Zaun. Manchmal kommt es mir so vor, als gäbe es nichts anderes mehr. Wo sind die ganzen guten Dinge verborgen, die passieren, sei es im Kleinen oder auch im Großen?
Ich möchte nicht erdrückt werden von all' dem Bösen in der Welt. Ich möchte auf Gott hoffen, der alles sichtbar werden lässt, auch und gerade das Gute. Ich sehne mich danach und lade herzlich dazu ein, selbst dazu beizutragen, dass Gutes wieder sichtbar wird, getreu dem Sprichwort: „Tue Gutes und rede darüber!“

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5. Mai

Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand.

Jesaja 42, 6

In Christus Jesus, unserem Herrn, haben wir Freiheit und Zugang zu Gott.

Epheser 3, 12

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Geschichtsstunde. Aufgefordert, die Werte zu benennen, die über der Französischen Revolution standen - Liberté, Égalité, Fraternité -, verhaspele ich mich, dass es die ganze Klasse erheitert. Ich habe nicht nur die peinliche Situation, sondern auch die deutsche Übersetzung niemals vergessen: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Gerade der Freiheits-Begriff Einzelner hat in Corona-Zeiten die Gesellschaft arg strapaziert. Denkt man die Freiheit jedoch im Verbund mit den beiden anderen Werten der französischen Parole, dann erkennt man einmal mehr, wie paradox die Konzentration des Freiheits-Begriffs auf das eigene Ego ist. Ein Leben im Glauben an Jesus als den Christus bedeutet eine Freiheit, die uns in ihm zu Brüdern und Schwestern werden und uns damit vor Gott alle gleich sein lässt. Daraus kann Solidarität erwachsen. Wie wunderbar, in diesen Tagen auch solches erleben zu dürfen!

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4. Mai

Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN.

Psalm 127, 3

Jesus nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie und herzte es und sprach zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Markus 9, 36 und 37

Vikarin Carolin Kremendahl, Bad Laasphe: Egal, ob jung oder alt. Egal, ob groß oder klein. Wir sind alle Kinder Gottes. Lassen Sie sich immer wieder daran erinnern, wie es in einem Lied heißt: „Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du, das ist der Clou, ja der Clou. Ja, du bist du.“ Vergessen Sie das nicht.

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3. Mai

Singet dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm an den Enden der Erde.

Jesaja 42, 10

Lasst euch nicht abbringen von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt. Überall auf der Welt, so weit der Himmel reicht, ist es verkündigt worden.

Kolosser 1, 23

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Am heutigen Tag vor 294 Jahren war der Beginn der Losungen in Herrenhut. Inzwischen erscheinen davon in der deutschsprachigen Version pro Jahr mehr als eine Million Exemplare. Doch die Losungen haben sich auch weltweit verbreitet, so dass es aktuell 61 Übersetzungen davon gibt. Die Wichtigkeit von dieser weltweiten Ausrichtung wird auch in den heutigen Losungs- und Lehrtextversen deutlich. Denn es ist unser aller Aufgabe, überall die Hoffnung des Evangeliums weiterzugeben, und das gerade auch da, wo man von Dunkelheit umfangen ist. 

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2. Mai

HERR, deine Ratschlüsse von alters her sind treu und wahrhaftig.

Jesaja 25, 1

Aus Liebe hat Gott uns dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden - durch Jesus Christus.

Epheser 1, 4 und 5

Vikarin Carmen Jäger, Bad Berleburg: Gott hat die fremden Völker nicht immer geliebt. Im Gegenteil: Jesaja lobt Gott für die Vernichtung dieser Völker. Wie kommt es dann, dass ich, die ich nicht in sein auserwähltes Volk hineingeboren wurde, mich von Gott geliebt weiß? Die Lösung ist einfach und wunderbar: Gott lernt. Und so lernt Gott auch, die fremden Völker zu lieben. Aus Liebe bereitet er ihnen den Weg. Durch Jesus Christus kann ich zur Tochter Gottes werden.
Das macht mich dankbar und offen für diejenigen, die in meiner Familie, meiner Gemeinde, meinen Vereinen und meiner Nachbarschaft dazukommen möchten. Ich bin zuversichtlich, dass auch ich lernen kann, sie zu lieben.

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1. Mai Sonntags-Angedacht

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: Als unverzichtbares Möbelstück ist er in jedem Haushalt zu finden. An ihm wird gequatscht und gespielt, gegessen und gesessen: der Tisch.

Ein solcher Tisch hat vor wenigen Wochen eine eher unrühmliche Geschichte geschrieben: Dieser Tisch, sechs Meter lang und gut zweieinhalb Meter breit, an den Wladimir Putin Mitte Februar zunächst Emmanuel Macron und später auch Olaf Scholz zum Gespräch lud und in Wirklichkeit gar nicht zum Gespräch bereit war. Für all die Bilder brutaler militärischer Gewalt und Verwüstung, die uns in diesen Tagen aus der Ukraine erreichen, lieferte dieser absurde Tisch das traurige Vorspiel. Da sitzt einer nicht mit anderen zusammen, im Gegenteil: Er nutzt den Tisch, um größtmöglichen Abstand zu markieren, Coronaschutzmaßnahmen hin oder her. Einsam, völlig isoliert, sitzt er da in seinem Größenwahn: An diesem gespenstischen Tisch, der Menschen nicht miteinander verbindet, sondern voneinander trennt. Eine Karikatur von Tisch.

Auch ein anderer Tisch hat Geschichte geschrieben. Zumindest für die Evangelisten, die Szenen aus dem Leben von Jesus schriftlich festgehalten haben, war er das Aufschreiben wert. Neben dem Gastgeber sorgt vor allem die Tischgesellschaft für Verwunderung: „Und es begab sich, als er zu Tisch saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern.“ (Matthäus 9, 10) Am Tisch setzt sich Jesus an die Seite der Menschen. Er rückt nicht von ihnen ab, sondern er sucht den Kontakt, nimmt Teil an ihrem Leben, sucht das Gespräch, die Nähe, den Austausch. Dieser Tisch, das ist die Einladung von Jesus auf vier Beinen: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11, 28)

Daran erinnert in unseren reformiert geprägten Kirchen der Abendmahlstisch. Es ist der Tisch der Gemeinschaft: Eine bunte Mannschaft mit unterschiedlichen Charakteren hat Jesus sich an die Seite geholt und ich darf dazu gehören. Es ist der Tisch der Versöhnung: Meine Fehler und Schwächen stehen nicht mehr trennend zwischen Gott und mir. Jesus hat sie am Kreuz getragen und so die Beziehung zu Gott wieder in Ordnung gebracht. Er lädt mich zum Neuanfang ein. Es ist der Tisch der Stärkung: Keine üppige Mahlzeit wird aufgetischt, aber im Brot und im Saft der Trauben darf ich schmecken: Ich bin geliebt und ich bin versorgt, auch in turbulenten Zeiten.

Einige Internetnutzer haben die verstörende Leere am Tisch zwischen Putin und Macron nicht ausgehalten und das bei diesem Treffen entstandene Foto bearbeitet. Bei einer dieser Fotomontagen sitzen zwischen Putin und Macron Jesus und seine Jünger beim letzten Abendmahl. Diese mutige Darstellung zeigt, was in Zeiten der Angst und der Verzweiflung wirklich tröstet und stark macht: Wenn Menschen zusammenrücken, Gemeinschaft suchen, miteinander teilen.

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30. April

Der HERR sprach zu Mose: Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.

2. Mose 33, 17

Jesus spricht: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.

Johannes 10, 14

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Vor Ostern kam die Meldung: „4,8 Millionen Kinder in der Ukraine auf der Flucht!“ 4,8 Millionen Namen. Hinter jedem Namen steht ein  Mensch, der ein Recht auf Heranwachsen in Frieden und Geborgenheit hat. Wir kennen sie nicht persönlich, aber es gibt Menschen, die sie kennen und lieben, die Angst um sie haben.
Der Losungstext spricht von Gnade. Damit ist Gottes liebevolle Zuneigung gemeint, die er uns Menschen ohne Vorbedingung schenkt. Unsere Namen machen uns Menschen in unseren Lebensentwürfen unverwechselbar. Überall auf der Welt. Alle gehören wir zu Gottes Menschheitsherde. Ostern ist der Aufstand Gottes gegen alle Anonymität. Wir sollten aufstehen! Für das Leben!

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29. April

Keiner ersinne Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten, und liebt nicht falsche Eide; denn das alles hasse ich, spricht der HERR.

Sacharja 8, 17

Seid untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Epheser 4, 32

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: Ein Mißverständnis, ein unkluges Wort, nur ein böses Wort. Manchmal braucht es nicht viel, um sich auseinander zu leben - ohne, dass man Böses im Schilde geführt hätte. Wie bitter ist das dann.
„Weiter, immer weiter“, sagte mal ein bekannter Fußball-Torwart. Wahrheit, Frieden, Freundlichkeit und Vergebung möchten und werden sich durchsetzen, auch wenn wir grad manchmal den Glauben daran verlieren. Diesen erfreulichen Umgang miteinander forderte Gott damals von seinem Volk und das ist dann auch für uns Auftrag genug! Wer braucht heute meine Vergebungsbereitschaft? Wer braucht heute mein freundliches Wort?

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28. April

Der HERR wird zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln.

Jesaja 2, 4

Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.

Apostelgeschichte 10, 36

Jugendmitarbeiterin Birthe Becker-Betz, Fischelbach: Friedensgebete, überall in unserem Kirchenkreis. Menschen treffen sich regelmäßig und beten für den Frieden in der Ukraine, für den Frieden unter den Völkern, den Frieden auf dieser Welt. Jesaja malt uns hier ein Friedensbild. Er zeigt uns, was kommen kann, wie es sein wird, eines Tages. Schwerter zu Pflugscharen und Spieße zu Sicheln… das wäre schön. Wir machen weiter, wir beten und hoffen weiter, denn am Ende des Bildes steht die Aufforderung: Kommt und lasst uns nun wandeln im Licht des Herrn!
Gott. Du stehst mitten in der Welt. Fängst auf und tröstet. Und wir hoffen unbeirrbar auf Dich. Amen

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27. April

Haltet dem HERRN, eurem Gott, die Treue, so wie ihr es bisher getan habt.

Josua 23, 8

Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott.

2. Korinther 3, 5

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: Was gilt? Worauf kann ich mich verlassen? Gott schenkt mir Richtlinien für mein Leben. Trotz allem Ärger, den Mose mit dem Volk Israel in Bezug auf die Treue zu Gott hatte, sagt sein Nachfolger Josua: Ihr habt dem Herrn bisher die Treue gehalten. Ein einzelnes Fehlverhalten bringt mich noch nicht weg von der Gemeinschaft mit Gott. Es kann überdacht, vergeben, häufig auch wieder gut gemacht werden. Jesus hat sein Leben dafür gegeben und hat die Anleitung fürs Leben auch geliefert: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten, wie dich selbst.
Bei den aktuell politisch notwendigen Gratwanderungen ist es wichtig, hierauf immer wieder zu achten.

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26. April

Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe, der seine Seele errette aus des Todes Hand?

Psalm 89, 49

Der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.

Römer 6, 23

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Wir Menschen, die jeden Tag aufs Neue schuldig werden, dürfen mit Freude die Botschaft der Osterzeit hören: Jesus hat unsere Schuld auf sich genommen und getragen bis zum Tod am Kreuz.
Und dieses Kreuz ist nun ein Zeichen des Neuanfanges geworden, weil aus dem Tod neues Leben möglich wird, indem Gott seinen Sohn auferweckt und uns allen damit die Hoffnung auf Vergebung und ewiges Leben schenkt. Was für eine Gabe, die wir uns niemals verdienen könnten, aber dankbar annehmen dürfen!

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25. April

Es freue sich der Himmel, und die Erde sei fröhlich, und man sage unter den Völkern, dass der HERR regiert!

1. Chronik 16, 31

Jesus spricht: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe.

Matthäus 28, 18 bis 20

Pfarrer Dr. Andreas Kroh, Wolzhausen: In dieser Zeit fällt es schwer, diese Aufforderung nach Freude und Fröhlichkeit mitzusprechen. So viel Trauriges, so viel Leid, so viele Ängste und Sorgen sind allgegenwärtig. „Dass der Herr regiert“, diese Aussage hat für mich etwas Tröstliches. Ja, es macht Mut, wenn ich höre, dass nicht die pure militärische Macht diese Welt regiert, sondern Gott. Sich nicht auf die Mächte dieser Welt verlassen - auch diese Botschaft höre ich. Da ist Hilfe bei Gott. Eine Hilfe, die über alles Verstehen und Begreifen geht und größer ist, als wir Menschen meinen.
Gütiger Gott, wir bitten Dich um Deine Treue in dieser besonderen Zeit. Stärke uns alle, die wir Deine Hilfe besonders benötigen. Amen

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24. April Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Claudia de Wilde, Hemschlar: Die Dia-Kästen brauchen viel Platz im Schrank. Ich habe sie gehütet wie einen Schatz. Reisen, Freizeiten, Begegnungen, Menschen, Landschaften, Kirchen. Auch viele Fotos sind in früheren Jahren entstanden, und die Negative liegen in den großen Umschlägen im Karton, sorgfältig beschriftet nach Jahren und Orten. Als ich sie anfertigte, um Erinnerungen zu bewahren, gab es noch keine Digitalkameras. Dafür aber später wunderbare Überraschungsmomente, wenn der Negativ-Scanner aus den scheinbar falschen Bildern, in denen die Farben nicht stimmen, wieder die richtigen Aufnahmen hervorbringt und Fotos als Abbild der Wirklichkeit ans Licht bringt.

Wenn das im realen Leben auch so einfach ginge: Aus den Negativen wieder das richtige Bild hervorbringen, so, wie es eigentlich sein müsste. Sich hineinträumen in eine andere, geordnete, heilsame Wirklichkeit, gerade wenn das Leben anders läuft. Welch eine Kraft zur Umgestaltung könnte daraus wachsen!

So erlebe ich es, wenn jetzt in der Europäischen Union und darüber hinaus über den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg gesprochen wird, wenn schon Gelder zurückgelegt werden für das, was später wieder an Gutem entstehen soll. Es sind Gegenbilder gegen die Negative, die wir gerade sehen - aber sie haben eine große Kraft. Mit dem Wiederaufbau kennen wir uns aus, haben starke Bilder im Kopf, auch von historischen Altstädten, die nach den Jahren der Zerstörung wieder neu errichtet wurden. Ich komme aus Münster, wo der prachtvolle Prinzipalmarkt heute davon erzählt, wie schön es wieder werden kann.

Hoffnungsbilder sind keine Utopie. Sie zeichnen ein Bild einer möglichen kommenden Wirklichkeit. Wie hilfreich das ist, wissen wir aus unserem persönlichen Leben. Es hilft bei der Genesung, sich vor Augen zu malen, was später wieder alles möglich werden könnte. Das Ausmalen einer freundlichen Perspektive kann uns viel Kraft geben.

Die Bibel ist voll von solchen Hoffnungsbildern. Die Ruhe im Sturm erleben wir mit dem Beter des 23. Psalms, dem Gott einen Raum der Ruhe am gedeckten Tisch schafft, während Feinde ihm nachstellen. Die Zeit, in der wir nach allem Schweren bei Gott zur Ruhe kommen können, beschreibt die Offenbarung mit Bildern von einer Welt, in der es kein Leid, keine Klagen, keine Trauer mehr geben wird, weil Gott selbst uns die Tränen abwischen wird - was für eine Geste! An vielen Stellen in den Psalmen wird Gott „Burg“, „Schutz“ und „Zuflucht“ genannt. Das ist keine Weltflucht in eine fromme Utopie, sondern Hilfe zur Gestaltung des realen Lebens mitten in der Bedrängnis: ein Hoffnungsbild, das Kraft gibt zum Durchhalten und Aushalten in dem Schweren, was es gerade zu bewältigen gilt. Welche Hoffnungsbilder stärken Sie auf Ihrem Weg durch unwegsames Gelände?

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23. April

Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.

Jesaja 58, 11

Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.

Johannes 4, 14

Presbyter Christian Gerhardt, Hesselbach: Ein unerschöpflicher Quell an Energie! Wer träumt nicht davon? Ich habe ein E-Auto! Das mag man kontrovers diskutieren, doch darum geht es mir hier nicht. Jedes Mal, wenn ich den Stecker einstecke, muss ich ein Stück weit an Johannes 4,14 denken. „Wer von meinem Wasser trinkt, den wird nimmer mehr dürsten!“ Wie genial ist das denn bitte? Und was mich in diesem Vergleich noch ruhiger werden lässt, ist der Fakt, dass ich nicht stundenlang umherirren muss um diese Tankstelle/diesen Wasseranschluss zu suchen. Im Gebet darf/kann ich meine Versorgung stets erneuern und bekräftigen! Das lässt mich ruhig und gut versorgt in die Zukunft blicken.

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22. April

Mach dich auf und handle! Und der HERR möge mit dir sein.

1. Chronik 22, 16

Mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.

Apostelgeschichte 4, 33

Küster Philipp Dreisbach, Feudingen: Die Aussage dieser Tageslosung ist klar: Just do it! Wir alle müssen jeden Tag Entscheidungen treffen. Sei es im privaten, oder im Berufsleben. Ob es nun ganz banale und alltägliche Dinge sind, oder doch solche, welche mit weitreichenden Konsequenzen verbunden sind. Mal tun wir uns leichter, mal fällt die Entscheidung schwer und benötigt vielleicht sogar mehrere Tage, bis sie zu einem Schluss kommt. Doch bei einem können wir uns sicher sein: Gott begleitet uns dabei. Darauf können wir uns zu jederzeit verlassen. Also: Trau dich was!

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21. April

Hasst das Böse und liebt das Gute, richtet das Recht auf im Tor, vielleicht wird der HERR, der Gott Zebaoth, gnädig sein.

Amos 5, 15

Lebt als Kinder des Lichts. Das Licht bringt nichts als Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.

Epheser 5, 8 und 9

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Im Dunkeln ist gut munkeln - eine alte Weisheit, nicht unbedingt erstrebenswert. Aber jeder kennt es. Im Verborgenen zu tuscheln oder zu mutmaßen ist viel einfacher als im Hellen klare Kante zu zeigen. Dunkelheit ist nicht immer nur gefährlich. Manchmal auch ganz praktisch. Man sieht alles nicht so ganz genau. Nur ungefähr und hat viel Platz für eigene Interpretation. Was nicht passt, wird passend gemacht. Anstrengender, aber auch aufrichtiger ist es da, im Hellen, im Licht zu sein. Denn das Licht bringt auch das Gute zum Vorschein. Und gegen Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hat ja wohl niemand etwas einzuwenden.

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20. April

Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde.

Jeremia 31, 10

Jesus betet: Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien.

Johannes 17, 20 und 21

Jugendmitarbeiter Jonas Pfeiffer, Erndtebrück: Jeder hat doch bestimmt einmal das Sprichwort „Man muss die Suppe auslöffeln, die man sich eingebrockt hat“ gehört. Der Bibel-Vers erinnert mich an das Sprichwort, denn Gott hat das Volk Israel verstreut. Er hat es sich selbst eingebrockt und er ist es auch, der es wieder auslöffelt - nur dass es nicht die Suppe ist, sondern dass er das Volk Israel wieder zusammenführt. Dazu beschützt Gott danach das Volk. Man kann erkennen, dass Gott ein sehr gutes Beispiel für dieses Sprichwort ist, und wir es gut nachmachen können.

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19. April

Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land.

Psalm 143, 6

Wen dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

Offenbarung 22, 17

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Nichts ist schlimmer als Durst. Und nichts zischt schöner als ein Kaltgetränk nach getaner Arbeit und in guter Gesellschaft. Der Mensch besteht zu sehr vielen Prozenten aus Wasser und wenn das zu knapp wird, dann spürt man und sieht man es. Runzeln, Falten, ein trockener Hals und Kopfschmerzen. Kurzum: Durst zu haben ist einfach nicht gut. Für den Körper können wir da schnell nachhelfen: Flasche auf und fröhlich ausgeschüttet. Für die Seele ist es da schon etwas aufwendiger. Gott sei Dank für das lebendige Wasser!

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18. April

Lass deine Augen offen stehen über diesem Hause Nacht und Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast: Da soll mein Name sein.

1. Könige 8, 29

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!

Johannes 20, 19

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Vor Angst die Türen verschließen oder die Bettdecke über den Kopf ziehen - das kennen wir auch. Angst haben wir hier in Deutschland, wie die Jünger damals in Jerusalem. Wie mag es erst den Menschen in einigen Städten in der Ukraine ergehen, etwa in Mariupol. Sie sind in ihren Wohnungen, in Kellern oder U-Bahn-Schächten und versuchen, sich zu verstecken. Schließen die Türen vor Angst vor Bomben und Schüssen. Wir gut würde es ihnen tun, wenn Jesus zu ihnen käme und sagte: „Friede sei mit Euch“, oder Friede ist draußen.

Jesus kommt tatsächlich zu ihnen, er kommt tatsächlich zu uns und sagt: „Friede sei mit Euch.“ Er kommt in unsere Herzen und schenkt uns Frieden. Er schenkt uns Gottes Frieden. Dieser möge uns die Angst nehmen und zuversichtlich in die Zukunft sehen lassen.

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17. April Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Ostern ist der Plan B! Wie bitte? Ist Ostern nicht das Allergrößte und sicher ganz bewusst von Gott so gewollt und vorherbestimmt worden? Ich finde nicht. Ich finde, es ist viel effektiver, Ostern als Plan B zu denken. Wie kann ein Plan B effektiv sein? Er ist doch nur eine Notlösung. Stimmt gar nicht. Das ist ein absolutes Missverständnis und wird dem Plan B nicht gerecht. Es ist eben eine andere Möglichkeit. Nicht weniger gut oder nur die Hälfte wert. In einem Buch bin ich auf diesen Gedanken gestoßen worden und ich habe ihn zu meinem diesjährigen Oster-Schatz erwählt.

Wie war es denn mit Jesus? Seine Laufbahn auf der Erde war schnell beendet. Anfang 30 war er, als er gekreuzigt wurde. Nun ja, als Aufrührer musste er wohl damit rechnen, dass er immer auch gefährlich lebt. Aber geplant hatte er solch ein Ende am Kreuz bestimmt nicht. Jetzt ist es aber doch so, dass man auch sagen kann: Gott hat es genau so geplant. Ein grausames Ende für seinen Sohn. Und es ist jedes Jahr das Gleiche. Ich kann Karfreitag kaum aushalten und denke immer: Hätte er sich das nicht anders ausdenken können? Warum gerade die grausamste Variante der damaligen Todesstrafe?

Die Bibel ist voll von Geschichten mit Plan B. Und das ist jetzt wirklich nicht abwertend oder so gemeint. Ich liebe diese Texte, seien es Psalmen oder andere Geschichten, in denen so richtig deutlich wird, wie schief es schon mal mit dem Menschsein laufen kann und wie gut es ist, dass Gott einen Plan B hat. Bei der Sintflut zum Beispiel, da wollte Gott die ganze Menschheit vernichten und hat das auch sehr eindrucksvoll gestaltet. Aber im großen Zorn ändert er seine Meinung und verspricht: Das mache ich nicht wieder! Samt Siegel, dem Regenbogen.

In diesen Geschichten zeigt sich ein Gott, der aus dem größten Schlamassel noch etwas Gutes machen kann. Der damit zeigt, wie Hoffnung über die Resignation siegt. So auch an Ostern. Hinter der grauseligen Todesstrafe steckt das wunderbare Geschenk, dass Gott sich für gar nichts zu schade ist, nicht mal für den Tod. Damit stellt er ein für alle Mal klar, dass es nichts gibt, was ihn von den Menschen trennt. Das hätte ja schon gereicht. Im Tod bewahrt und auch dann nicht verlorengegeben, damit lässt es sich doch leben. Viel besser lässt es sich aber mit dem Plan B leben. Der Auferstehung. Da setzt Gott noch einen drauf. Das mit Jesus sollte nicht tragisch und traurig zu Ende gehen, sondern verändert und verändernd. Deshalb Plan B, deshalb Auferstehung.

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16. April

Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.

Psalm 80, 19

Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.

2. Timotheus 1, 10

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: Neulich habe ich den Weg der Hoffnung besucht, einen Kreuzweg an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Der Weg ist Kunstwerk, Mahnmal und Anstoß zum Nachdenken. Die riesigen eisernen Skulpturen haben mich in ihren Bann gezogen. Der Leidensweg Jesu kommt hier ganz nah, wenn man anfassen kann, wie schwer dieses Kreuz sein muss, das auf der Figur liegt, die nur gebückt gehen kann und an einer Station mit dem Kopf voran im Graben liegt. Die letzte Station ist ganz besonders. Hier geht man durch ein halb geöffnetes riesiges Tor, blickt hindurch zum Himmel und auf eine Dornenkrone - für mich ein ganz besonderes Bild für das Leben und das Licht, das Jesus uns durch den Tod hindurch ermöglicht, und das wir uns gerade zu Ostern bewusst machen dürfen.

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15. April

HERR, neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zur Habsucht.

Psalm 119, 36

Jesus Christus erniedrigte sich und wurde gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.

Philipper 2, 8

Vikarin Carmen Jäger, Bad Berleburg:
Und dann stehe ich da:
Der Sarg ist gerade in der Erde versunken,
die Tränchen verdrückt,
die Taschentücher in den Manteltaschen verschwunden.
Und ich stehe da und sehe sie kommen:
die raffgierigen Finger meiner Geschwister,
die schmutzige Begierde nach Haus und Grund
und allem, was seins war.
Und so stehe ich da und frage mich:
Gab es nicht mal eine Zeit,
da der Tod uns niedrig machte und verletzlich und hilflos,
da der Tod uns Schmerz, Wut und Schaudern bescherte?
Und ich stehe da und sie kommen:
würfeln um sein letztes Hemd,
von dem sie vor lauter Gier die Taschen gleich mit deren Füllung abrissen.

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14. April

Mir sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören und sagen: Im HERRN habe ich Gerechtigkeit und Stärke.

Jesaja 45, 23 und 24

Jesus spricht: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.

Johannes 6, 51

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Jesus, das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist - wir lesen und hören dieses Wort Jesu am Gründonnerstag. Unendlich grauenvolle, harte, bittere Stunden und Tage lagen damals, am ersten Gründonnerstag, vor den Jüngern Jesu. Jesus wusste: Sie werden hungern nach Trost, nach Hoffnung - so wie Menschen auch jetzt in diesen Tagen danach hungern und Kraft suchen. Und er nimmt das Brot, dankt und bricht es und gibt es ihnen und sagt: Nehmt und esst! Bis heute reicht er uns so immer wieder das Brot, und ich erinnere mich: Wie oft hat es mir schon Kraft und Hoffnung geschenkt, weil es mir zusagt: Ich bin da, und ich gehe mit durch alle Tage bis in Ewigkeit. Fürchte dich nicht!

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13. April

Er wird herrlich werden bis an die Enden der Erde.

Micha 5, 3

Jesus spricht: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes 12, 24

Prädikantin Sabine Lang, Hesselbach: „Herrlich werden bis an die Enden der Welt“ - das ist heute Thema. Machthaber meinen, sie müssten ihre Herrlichkeit ausweiten. Die Weltgeschichte ist voll davon. Sämtliche Welt-Reiche der Vergangenheit waren kein Segen für die Menschen. Es war und ist ein Reichtum auf Kosten anderer. Immer wenn Menschen sich aufführen als wären sie Gott, ist das der Menschheit zum Verderben.
Wenn Gott herrlich wird bis an die Enden der Erden, dann wird es Frieden geben in der Welt. So sogt es Micha: „Und sie werden sicher wohnen; denn er wird herrlich werden bis an die Enden der Erde. Und er wird der Friede sein.“ Gemeint ist Jesus. Ich will ein Teil dieses Friedens sein.

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12. April

Mit fröhlichem Schall verkündigt dies und lasst es hören, tragt's hinaus bis an die Enden der Erde und sprecht: Der HERR hat seinen Knecht Jakob erlöst.

Jesaja 48, 20

Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes.

Kolosser 1, 13

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Sie erinnern sich bestimmt auch gern an Orte oder Situationen, wo es Ihnen richtig gut ging. Solche besonderen Orte und Zeiten geben uns Mut und Kraft. Wie gut tun uns Urlaubszeiten und wie sehr fiebern wir dieser Zeit entgegensehnen. Von solch einer Auszeit können wir lange zehren.
Indem Paulus vom Versetzt-Werden in das Reich Jesu spricht, macht er deutlich, dass wir solch einen Ort des Wohlfühlens haben, an dem wir unsere Ängste und Sorgen ablegen können, wo wir geliebt werden und neue Kraft bekommen. Ein Leben mit Jesus gibt uns Hoffnung und Kraft.

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11. April

Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des HERRN harret!

Psalm 31, 25

Durch Jesus Christus haben wir den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen.

Römer 5, 2

Kirchenkreis-Jugendmitarbeiter René Kranefeld, Wuppertal: Das ist erstmal ein toller Zuspruch. Wir dürfen getrost und unverzagt sein, weil wir auf Gott vertrauen. In einer Zeit wie dieser jedoch fällt es mir schwer, das zu tun. In einer Zeit, in der Krieg auf europäischem Boden herrscht fühlt sich der Satz wie eine unlösbare Aufgabe an. Diese Woche gehen wir bereits auf Ostern zu. Bevor das aber stattfindet, steht Karfreitag bevor. Der Tag an dem Jesus stirbt, ist sicherlich kein Tag, an dem die Jünger getrost und unverzagt waren. Aber auf den Tod folgt die Auferstehung. Wir dürfen auf Gott vertrauen, weil wir wissen, dass er noch viel Besseres bereithält.

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10. April Sonntags-Angedacht

Pfarrer Peter Mayer-Ullmann, Banfe: Geld oder Liebe - das ist nicht zuletzt das brisante Thema des heutigen Palmsonntags, wo ja die jubelnde Menge mit ihren Kleidern und Palmzweigen Jesus einen herzlichen und liebevollen Empfang in Jerusalem bereitet, um dann doch nach wenigen Tagen in das gewohnte Hamsterrad der Abhängigkeiten und scheinbaren Notwendigkeiten zu verfallen und das „Kreuzige ihn“ zu schreien.

Geld oder Liebe - das ist aber durchaus nicht nur das Thema der Kreti und Pleti zu diesem Tag, sondern auch das der Menschen, die Jesus eigentlich sehr, sehr nahe stehen. So erzählt Markus in einem der Evangelien-Texte zu diesem Tag (Markus 14, 3 bis 9) von einer namenlosen Frau, die Jesus schon im Vorfeld zum Karfreitags-Geschehen mit einer Flasche sündhaft teuren Nardenöls für sein Begräbnis salbt, dessen Wert umgerechnet dem eines Kleinwagens entspricht. Das allerdings stößt auf wenig Gegenliebe bei den Jüngern und den anderen Anwesenden, die dieses Nardenöl doch lieber zu Geld gemacht und den Armen zugewendet hätten. Einzig Jesus nimmt diese Frau in Schutz und weiß den Moment und diesen Liebesdienst zu schätzen.

Geld oder Liebe - das ist schließlich auch der Dreh- und Angelpunkt für das, was unser Bundeskanzler in seiner Regierungserklärung mit dem Wort „Zeitenwende“ bezeichnet hat: den russischen Überfall auf die Ukraine und die Tatsache, dass die Welt dadurch und durch die folgenden, weltweiten Sanktionen gegen Russland eine andere geworden ist. Das alles wegen eines Mannes und seiner Regierungsmitglieder, die ein starkes, weltweit gefürchtetes Großrussland wollen und dafür das Völkerrecht brechen und Kriegsverbrechen begehen.

Hat die Liebe also wieder einmal verloren? Oder bringen wir unser Fläschchen Nardenöl zum Einsatz, indem wir uns der Menschen annehmen, die aus der Ukraine fliehen müssen: in den Kitas, den Schulen; im Dorf, Stadtteil oder in Kirchengemeinden; bei der Wohnungssuche oder beim Gang zu Behörden. Wir spenden etwas, sagen andere, die keine praktische Hilfe leisten können. Wir unterstützen die großen Hilfsorganisationen beim Kauf von Zelten, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Wir beten für die Opfer und für die Täter und hoffen, dass dieser Wahn aufhört und Frieden möglich wird. Und schließlich: Wir überlegen ernsthaft, wie wir unsere Lebensweise weiterhin so verändern können, dass wir Energie einsparen.

Wie die namenlose Frau in der Salbungsgeschichte zu Palmsonntag halten wir uns so durch unser Tun manche Schrecken und Ohnmachtsgefühle ein klein wenig vom Leib. Gegen den Irrsinn dieses Krieges können wir nichts tun. Aber wir können etwas gegen seine Folgen tun. Wir können, mit Gottes Hilfe, den schwer geprüften, traumatisierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein sie achtender, hilfsbereiter Mensch sein und so der Liebe und schon gelebter Auferstehung das letzte Wort erteilen.

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9. April

Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind.

Psalm 97, 1

Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.

Römer 14, 17

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Was wünschen wir uns von den Menschen, die unser Land regieren? Darauf findet sicher jeder seine eigene Antwort. Zurzeit können wir sehr genau beobachten, was passiert, wenn Menschen ihre Macht missbrauchen und nicht zum Wohl ihres Volkes und der ganzen Welt agieren. Und auch wir selbst haben sicher nicht immer im Blick, welche Auswirkungen unser Handeln für das Wohlergehen anderer hat. Umso tröstlicher ist es, dass wir darauf vertrauen dürfen, dass über allen Mächtigen dieser Welt noch eine Instanz steht: Gott, der HERR, ist König über das ganze Erdreich und in seinem Reich regieren Gerechtigkeit und Friede und Freude.

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8. April

David sprach zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den HERRN. Nathan sprach: So hat auch der HERR deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben.

2.Samuel 12, 13

Gott hat euch mit Christus lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden.

Kolosser 2, 13

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Gott nimmt unsere Sünde weg. Eine tröstliche Zusage! Aber sie darf uns nicht dazu verleiten, sorglos uns selbst und unsere eigenen Wünsche auszuleben. Auch David erlebt, dass trotz Gottes Vergebung das Unrecht schlimme Folgen hat: Davids Sohn wird sterben.
Auch für uns, die wir von Ostern her leben und um die uneingeschränkte Liebe Gottes zu uns wissen, ist Davids Erfahrung eine Mahnung: Sicher, Gott wird uns nicht wegstoßen. Aber aus unserer Sünde - unserer Haltung, wir wären wie Gott und dürften tun, was wir wollen - erwächst trotzdem Unheil. Die Folge wäre ein Schuldgefühl, mit dem wir dann vor Gottes Angesicht leben müssen, und das auf ewig!

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7. April

Von Gott werde dir geholfen, und von dem Allmächtigen seist du gesegnet.

1. Mose 49, 25

Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.

1. Johannes 3, 19 und 20

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Was ist Wahrheit? Diese Frage hat schon Pontius Pilatus gestellt. Wahrheit ist, so finde ich, auch immer ein Stück weit die jeweilige Interpretation von Tatsachen. Jede und jeder von uns ertappt sich sicherlich hin und wieder selbst dabei, sich die eigene Wahrheit so zusammenzubasteln, wie man sie grade braucht. In erschreckender und extremer Weise allerdings erleben wir das gerade in der Wahr-Nehmung eines Aggressors, dessen Herz blind zu sein scheint, auch für die Wahrheit Gottes. Zu dieser Wahrheit gehören Liebe, Barmherzigkeit und Versöhnung, geschenkt durch Jesus Christus am Kreuz von Golgatha.
Gebe Gott, dass diese Wahrheit nicht nur mein und Dein, sondern auch das Herz eines Fanatikers erreiche und dieses erleuchte. Amen.

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6. April

Wer bestimmt den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber unterweist ihn?

Jesaja 40, 13

O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!

Römer 11, 33

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Wenn wir als Familie in den Urlaub fahren und wir kommen am Ferienort an, dann neige ich als erstes dazu die Gegend zu erkunden. Kaum angekommen und gerade noch das Auto entladen, geht es auf das Fahrrad, um möglichst alle Wege abzufahren und Sehenswertes ausfindig zu machen. Es ist spannend und schön Neues zu entdecken.
So verhält es sich auch bei unserem Leben mit Gott. Jeden Tag können wir neue Erfahrungen mit Gott machen und über ihn ins Staunen kommen. Es gibt viel zu entdecken, und ein Leben mit ihm ist ein großes Abenteuer. Und trotzdem werden wir feststellen, dass wir Gott niemals bis ins Letzte ergründen und erforschen werden.

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5. April

Sie stimmten den Lobpreis an und dankten dem HERRN: Denn er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewiglich.

Esra 3, 11

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

Markus 14, 26

Presbyterin Anke Althaus-Aderhold, Alertshausen: Dankbarkeit entspringt im tiefsten Innern eines Menschen, nicht im Kopf, entbehrt der Berechnung, entsteht in Resonanz und braucht Resonanz. Dankbare Freude ist oft überraschend und überwältigend.  Dankbarkeit ist die Zwillingsschwester der Liebe und beide lassen sich nicht in Maßeinheiten und zeitliche Relevanzen einfügen. Das macht sie für mich zu göttlichen Geschenken. Natürlich bedanke ich mich bei demjenigen, der mir hilft oder mich beschenkt. Schauen Sie sich um: die Knospen, klares Wasser, vielerlei Gutes, Kleines und Großes. Und all das Wenn und Womöglich, die Nöte und Ängste darf ich im Gebet Jesus Christus geben, in seine Nähe.

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4. April

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.

Psalm 23, 2 und 3

Jesus spricht: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

Johannes 10, 27 und 28

Jugendmitarbeiterin Linda Laubisch, Feudingen: The Show Must Go On - Arbeit muss erledigt, der Haushalt geführt und sämtliche Termine wahrgenommen werden. Wir hetzen von einer Aufgabe zur nächsten. Schließlich verlässt sich ja immer irgendwo irgendwer auf uns. Wir wollen ja niemanden im Regen stehen lassen. „Ich schaffe das schon“ oder „Passt schon“ lauten die Mottos. So oft vergessen wir uns selbst.
Viele von uns sind müde geworden. Müde vom Alltag, der Pandemie oder einfach dem Leben generell. Wir suchen Ruhe und Kraft in all diesem Stress. Nun kommt der gute Hirte und sagt: Komm zu mir. Du hast so viel geschafft auf deinem langen Weg. Ruhe dich bei mir aus. Wie soll das gehen?! Nur wenn es uns selbst gut geht können wir unseren Lieben helfen. Die Einladung des guten Hirten sollten wir öfter annehmen!

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3. April Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Nachwuchs ist wichtig! Aber wo kommt er her? Nein, ich meine jetzt nicht die Geschichte mit den Bienchen und Blümchen und dem Klapperstorch. Sondern die dringende Angelegenheit, dass es an allen Ecken und Enden an Menschen fehlt, die einmal nachrücken und irgendwann das Ruder übernehmen. Das ist ein bekanntes Problem und lauter kreative Formate für Nachwuchs-Akquise sprießen wie Krokusse im Frühling aus dem Boden.

So auch bei der Kirche. Am Donnerstag habe ich zwei Theologiestudentinnen und einen Studenten kennengelernt, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen. Wie kann man den Pfarrberuf und andere kirchliche Berufe attraktiv machen? Was brauchen junge Menschen für Informationen, wenn sie sich mit dem Arbeiten bei Kirche auseinandersetzen möchten? Wie können sich die Kirchenkreise präsentieren, wenn es darum geht, (angehende) Pfarrerinnen und Pfarrer zu gewinnen? Für mich war das ziemlich spannend und aufschlussreich, denn vor 16 Jahren musste ich nach dem ersten Examen ganz anders denken und fühlen. Da war ich froh, dass mich die Landeskirche überhaupt in den Dienst übernommen hatte. Aber, die Zeiten haben sich geändert - wie überall.

Jedenfalls hat mich das Zusammentreffen mit den Studierenden dazu gebracht, noch einmal einen Blick auf unseren Kirchenkreis zu werfen. Und das war echt toll. So viel Schönes gibt es da zu entdecken. Menschen, Themen, Projekte, Einrichtungen und einiges mehr prägen das kirchliche Leben in Wittgenstein und im Hochsauerlandkreis. Klar, in den vergangenen zwei Jahren ist es an ein paar Stellen drunter und drüber gegangen und manches liegt auch noch brach. Aber im Großen und Ganzen genieße ich das, was mir da in den Sinn gekommen ist. Auch der Blick in die Nachbarschaft, zum Kirchenkreis Siegen, ist lohnenswert. Nicht umsonst wollen wir uns ja auch zusammentun und einen neuen, großen und deutlichen Kirchenkreis gründen. Das Verfahren dazu läuft noch.

Lange Rede, kurzer Sinn. Es geht um die Investition in die Zukunft, eigentlich schon in die Gegenwart. Als ich von dem Treffen nach Hause gefahren bin, war ich ziemlich in Gedanken versunken. Wie schön ist es, dass junge Menschen sich für kirchliche Berufe interessieren und einsetzen. Wie schade ist es, dass Kirche an ihrer Selbstverständlichkeit einbüßt. Und was kann ich, was können wir hier ganz konkret vor Ort tun, damit die Gegenwart und die Zukunft unserer Kirche lebens- und liebenswert bleiben? Und was ist überhaupt unsere Kirche? Der Kirchturm? Die Menschen, die dort arbeiten? Die Menschen, die dort hingehen? Ich bin gespannt auf die Antworten.

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2. April

Gott ließ das Volk einen Umweg machen, den Weg durch die Wüste zum Schilfmeer.

2. Mose 13, 18

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.

Römer 8, 28

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: Sicher kennen Sie den Spruch: „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ In diesem Spruch merken wir, dass uns eine übergeordnete Sicht auf das Leben normalerweise nicht möglich ist. Wir erleben uns als den Wendungen des Lebens ausgesetzt. Der heutige Losungstext zeigt uns Gottes Sicht. Er führt das Volk Israel aus Fürsorge auf einen Umweg. Im Glauben an diesen Gott dürfen wir an jedem Tag davon ausgehen, dass wir einen liebenden und fürsorgenden Herrn haben, der uns begleitet und für uns da ist. Von dieser Geborgenheit handelt das andere Sprichwort: „Der Mensch denkt, und Gott lenkt.“

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1. April

Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.

Psalm 51, 17

Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch.

1. Johannes 1, 3

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Mach doch mal deinen Mund auf - so lautet die Aufforderung, endlich mal auszusprechen, was einem schon lange auf der Seele liegt. Meistens geht es bei dieser Formulierung um etwas Negatives, Belastendes, Schweres. Eine Sehnsucht, die unbedingt ausgesprochen werden will. Oder Unrecht, das so nicht weiter gehen darf. Jetzt sag doch endlich was! Eine Aufforderung, wenn die Ungeduld zu groß wird. Den Mund aufmachen, das muss ich wohl schon selbst tun. Wie soll das gehen, wenn das ein anderer macht. Ein anderer oder Gott? Wie kriegt der meine Zähne auseinander? Mit Mut und Kraft, die er mir schenkt, Rückendeckung und einem Tritt in den Hintern, den ich manchmal einfach brauche.

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31. März

Ihr wart wie ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerissen wird; dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir, spricht der HERR.

Amos 4, 11

Sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

2. Timotheus 2, 13

Prädikantin Traudel Stremmel, Berghausen: Rettung vor dem sicheren Tod - und keine Dankbarkeit, keine Anzeichen der Wahrnehmung des Rettenden? Wer könnte so sein? Gottes Volk zur Zeit des Propheten Amos im 8. Jhd. v. Chr. wird so beschuldigt.
Und wie ist es heute? Für viele Menschen spielt Gott heute eine genauso unbedeutende Rolle wie schon damals. Viele zweifeln: Was tut er schon für uns, wenn er Leid und Krieg nicht beendet? Und dennoch steht Gott mit seiner Treue zu uns, das hat er uns versprochen und darauf dürfen wir uns verlassen. Er geht den Weg des Leidens mit - bis in den Tod. Und reißt uns schließlich heraus, denn wir sind und bleiben seine geliebten Kinder - trotz aller menschlichen Ignoranz und Untreue.

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30. März

Unser Gott wandte den Fluch in einen Segen.

Nehemia 13, 2

Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

2. Korinther 5, 19

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: Wenn sich Fronten verhärten, hat es manchmal den Anschein, als gäbe es keinen Ausweg mehr, zumindest keinen friedlichen. Das gilt für den Krieg in der Ukraine, aber auch für große und kleine Konflikte in unserem Leben. Jemand muss den ersten Schritt tun, zugehen auf seinen Feind, Zugeständnisse machen, Versöhnung anbieten. Dieser erste Schritt ist nicht leicht - im Gegenteil, er ist der schwerste. Gott hat diesen Schritt bereits für uns getan: In Gestalt Jesu Christi hat er die Welt mit sich versöhnt und uns unsere Sünden nicht angerechnet. Er hat den Fluch in einen Segen gewandt. Ein großes Angebot, das wir in Dankbarkeit annehmen sollten.

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29. März

Muss ich nicht das halten und reden, was mir der HERR in den Mund gibt?

4. Mose 23, 12

Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.

Apostelgeschichte 4, 20

Pfarrer Martin Behrensmeyer, Altenhundem: Davon reden und danach handeln, was wir selber als Christinnen und Christen in unserem Vertrauen auf Gott erleben und entdecken: Das ist unsere Aufgabe! Dabei entwickeln wir einen Blick für die Menschen neben uns, stärken ihnen die Füße, ermutigen die Seele und führen sie zum Vertrauen auf die Gegenwart Gottes. Haben wir Mut, von unserem Glauben zu sprechen. Öffnen wir unsere Augen, Herzen und Hände für Menschen, die wieder auf die Beine kommen wollen. Und wenn wir gerade selbst wie gelähmt sind, können wir um Menschen bitten, die auch uns im Namen Jesu aufrichten. Und wenn wir dann noch vereint vor Freude in die Luft springen und begeistert rufen: „Gott sei Dank!" Was kann es Schöneres geben?

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Martin Behrensmeyer unterstützte die Kirchengemeinden Banfetal und Bad Laasphe imPastoralen Dienst im Übergang.


28. März

Vor dem HERRN her kam ein großer und gewaltiger Sturmwind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, in dem Sturmwind aber war der HERR nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der HERR nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der HERR nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs.

1. Könige 19, 11 und 12

Jesus spricht zu Nikodemus: Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt.

Johannes 3, 7 und 8

Jung-Erwachsenen-Mitarbeiterin Bianca Brieseck, Erndtebrück: Hast du Kontakt mit Gott, spricht er mit dir? Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, mit ihm zu sprechen. Aber noch wichtiger: Ich habe gelernt, ihn zu hören. Früher habe ich auch Ausschau gehalten nach ihm, wartete auf etwas wie Stürme, Erdbeben oder Feuer, die mir Antworten geben auf meine Fragen und Bitten. Aber nichts davon kam bei mir an. Bis ich meine Wahrnehmung änderte. Ich nahm mein Umfeld war, Menschen und Situationen. Und dann hörte ich ihn. Ich vernahm seine Stimme in Gesprächen, hörte seine Antworten in Liedern, las sie in Zeitungen. Gott kommt nicht auf einen Plausch bei Tee und Gebäck bei mir vorbei, er sendet mir auf anderen Kanälen, eher wie das Flüstern eines sanften Windhauchs. Öffne deine Sinne und hör' ihm zu, dann kannst du ihn verstehen.

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27. März Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: „Dämmerstündchen“ nannte meine Mutter sie: diese Zeit am Abend, wenn das Tageslicht langsam schwindet und es draußen dunkler und stiller wird, wenn der Tag zu Ende geht und die Seele zur Ruhe kommen darf. In ihrer Kindheit wurde dann kein Licht im Zimmer gemacht. Mit dem schwindenden Tageslicht war es, als ob sie und ihre Mutter näher zusammenrückten. Ihr Vater war aus dem Krieg nicht zurückgekommen. Sie waren geflohen, mussten neu Wurzeln schlagen. Mutter und Tochter sangen in dieser Dämmerstunde und unterhielten sich. Dämmerstunden haben es an sich, dass man dabei schnell über Wesentliches spricht.

Zu einer Dämmerstunde oder sogar Dunkelstunde waren wir gestern aufgerufen! Zwischen 20.30 und 21.30 Uhr durften wir uns beteiligen an der „Earth Hour“, in der alle, die sich anschließen wollten, in Wohnung, Haus und Garten sämtliche Lichter ausschalteten. Es tat gut, eine Kerze anzuzünden und darüber nachzusinnen, warum die Earth Hour, diese Stunde für die Erde, durchgeführt wird: Wir können uns klar machen, dass uns diese Erde nur geliehen ist, dass wir Verantwortung für ihren Erhalt tragen, dass ihre Rohstoffe endlich sind und dass wir umdenken müssen, damit der Klimawandel die natürlichen Ordnungen nicht noch mehr durcheinander wirft. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir unser Verhalten ändern können, um dem Klima weniger zu schaden. Zahlreiche Kommunen beteiligten sich an der Earth Hour und schalteten die Beleuchtung öffentlicher Gebäude und Plätze aus.

Das erinnert mich an eine Unterhaltungssendung Ende der 70er Jahre. Der Moderator forderte die Zuschauer und Zuschauerinnen auf, einmal in ihrer Wohnung alle überflüssigen Lichtquellen auszuschalten. Er konnte am Ende der Sendung verkünden, dass die eingesparte Energie dazu ausgereicht hätte, eine Stadt wie Hagen mit 200.000 Menschen einen Tag lang mit Energie zu versorgen! Das hat mich jungen Menschen damals sehr beeindruckt, weil ich selbst in Hagen wohnte. Und es zeigte uns allen, die wir mitgemacht hatten: Wir selbst können viel bewirken!

Ja, wir können viel bewirken! Sind wir doch von Gott „kaum geringer als Gott“ geschaffen worden, wie der Beter des Psalms 8 staunt: „Die Werke deiner Hände hast du dem Menschen anvertraut, alles hast du, Gott, ihm zu Füßen gelegt.

Das ist eine große Verantwortung: Gott hat uns Menschen die Erde in die Hand gegeben. Gott hat sich dabei keine Hintertür gelassen in dem Sinne: Und wenn ihr das nicht schafft, dann greife ich ein. Nein, Gott hat diese große Verantwortung an uns abgegeben. Lasst sie uns annehmen und wahrnehmen!

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26. März

Der HERR wird seinen Engel vor dir her senden.

1. Mose 24, 7

Der Engel sagte zu Petrus: Gürte dich und binde deine Sandalen. Er tat es. Und er sagte zu ihm: Leg dir den Mantel um und folge mir! Und er ging hinaus und folgte ihm - er wusste jedoch nicht, dass es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah.

Apostelgeschichte 12, 8 und 9

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Gott wird seinen Engel vor dir her senden.
Das heißt doch: Gott lässt dich auf deinem Weg nicht allein.
Das sagt einer, der sich auskennt:
Abraham verließ seine Heimat - wie so viele heute auch.
Er floh nicht, er folgt dem Versprechen einer neuen Heimat, wo seine Familie gut leben könne. Auch dies die Sehnsucht vieler Bomben-Geplagter.
Und er lebt im Zwiespalt zwischen seinen Wurzeln und der neuen Umgebung.
Seine Schwiegertochter soll seinem Kulturkreis entstammen, doch die Zukunft seiner Familie darf nicht rückwärtsgewandt bleiben. Sein Sohn soll am neuen Ort heimisch werden.
Für viele, die derzeit in Zügen, Bussen oder Pkws in Polen oder Deutschland ankommen,
liegt die Heimat NICHT am Ziel ihrer Reise.
Sie suchen jetzt nur Schutz für Leib und Leben.
Wo Gott ihre Zukunft sieht? Wir wissen es nicht.
Doch die Grundüberzeugung Abrahams bleibt:
Gott lässt dich auf deinem Weg nicht allein!

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


25. März

Der HERR spricht: Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören.

Psalm 91, 15

Es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.

Römer 10, 12

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: Wie oft am Tag nehme ich mein Hady in die Hand und rufe eben mal schnell jemanden an. Einen Freund, um einen Termin für ein Treffen zu vereinbaren, oder die Oma, um sich für den nächsten Besuch das Lieblingsessen zu wünschen. Unzählige kurze Telefonate. Eine gute Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben oder sich darüber auszutauschen, wie es einem geht, oder auch um Trost zu finden, wenn mal etwas nicht so gut läuft. Auf diese kurzen Telefonate möchte ich nicht verzichten!
Genauso ist es mit meinem Glauben auch. Ein kurzes Gebet, um zu erzählen, was mir auf dem Herzen liegt, um Unterstützung zu bitten oder auch einfach nur dafür zu danken, dass es mir im Moment gut geht. Und das Beste an meinen kurzen Telefonaten mit Gott ist, dass er immer dran geht und ein offenes Ohr für mich hat!

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24. März

Ich gedenke an die früheren Zeiten; ich sinne nach über all deine Taten und spreche von den Werken deiner Hände.

Psalm 143, 5

Maria sprach: Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.

Lukas 1, 54 und 55

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Autofahrer blicken immer mal wieder in den Rückspiegel. Aber bitte nicht übertreiben, sonst verliert man die Orientierung beim Fahren. Die grundsätzliche Blickrichtung kann nur sein: nach vorne. Daher auch den Größen-Unterschied: der Rückspiegel ist viel kleiner als die Frontscheibe.
Im Leben eines Christen, einer Christin ist es ähnlich. Man blickt zurück, um die Güte Gottes zu sehen, um dankbar dafür zu sein und auch um Mut zu gewinnen. Doch es gilt: Bitte nicht nur nach hinten blicken. In der Vergangenheit hat uns Gott geholfen, klar, und er tut es in der Gegenwart auch. Aber unsere grundsätzliche Blickrichtung sollte nach vorne gerichtet sein, denn Gott hat noch viel Gutes mit uns vor.

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23. März

Der HERR ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter.

2. Samuel 22, 2

Jesus spricht: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Johannes 16, 33

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Glaube ist mit der Überzeugung verbunden, dass es Gott gibt. Neben dieser Erkenntnis ist dabei wesentlich, dass Vertrauen hinzukommt. Denn durch das Vertrauen weiß ich, dass Gott für mich persönlich wichtig ist und in mein Leben in guter Weise hineinwirkt. Sowohl Glaube als auch Vertrauen sind Geschenke Gottes an mich. Dadurch kann ich eine segensvolle Beziehung zu Gott aufbauen und stärken. Der heutige Losungsvers verdeutlicht, welche Folgen dies haben kann. Denn dadurch erkenne ich, dass Gott mein Fels, meine Burg, mein Erretter ist. Er ist immer an meiner Seite, und ist für mich nicht nur in den guten Zeiten da, sondern auch ganz besonders in den schwierigen. Dafür bin ich ihm stets neu dankbar.

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22. März

Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Psalm 118, 24

Jesus sprach: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.

Lukas 19, 5 und 6

Jugendmitarbeiterin Birthe Becker-Betz, Fischelbach: Welch wunderschöner Tag! Direkt konnte ich erkennen, dass es ein sonniger werden würde. Doch gleich nach diesem ersten Gedanken, folgt der zweite: „Wie geht es den Menschen im Kriegsgebiet, den Menschen, die auf der Flucht sind, denen, die Alles verloren haben, Familie, Hab und Gut?“
Trotz der traurigen Gedanken, möchte ich zuversichtlich sein, denn Gott hat uns nicht nur diesen Tag vor die Füße gelegt, sondern er ist auch der, der uns hindurchhilft. Er ist der große Helfer unseres Lebens. Er ist der, der dafür sorgt, dass unser Leben einen Sinn hat und er gibt uns Mut und Kraft, anderen zu helfen und beizustehen. So möchte ich zuversichtlich und engagiert leben an der Hand Gottes, der mir das Leben schenkt, der mich begleitet und jeden Tag meines Lebens zum wichtigsten macht.

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21. März

Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir.

Psalm 143, 8

Es ist die Frömmigkeit eine Quelle großen Reichtums - wenn sie mit Genügsamkeit verbunden ist. Denn nichts haben wir in die Welt mitgebracht, so können wir auch nichts aus ihr mitnehmen.

1.Timotheus 6, 6 und 7

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: „Das letzte Hemd hat keine Taschen“, pflegt meine Tante zu sagen. Soll heißen: wir nehmen nichts mit, wenn wir aus dieser Welt gehen - kein Geld, keine Häuser, aber auch keine Macht, kein Ansehen, keine gesellschaftliche Stellung. Vor Gott stehen wir, wie wir auf die Welt gekommen sind: mit leeren Händen. Aber hoffentlich auch mit einem vollen Herzen: angefüllt mit Erlebtem, Liebe, Glück, Vergebung, Demut. Herr, hilf uns, unser Leben aus dieser Erkenntnis zu gestalten!

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20. März Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Ich packe meinen Koffer und nehme mit: ein Buch, eine Zahnbürste, ein Foto meines Liebsten, ein Kuscheltier, die Lieblingsjeans, Gummibärchen, das gut riechende Parfum... So oder so ähnlich würde es sich bei mir anhören. „Ich packe meinen Koffer“ - ein Gesellschaftsspiel, das zum Nachdenken und Konzentrieren herausfordert und außerdem noch deutlich werden lässt, was einem wichtig ist und worauf man nicht verzichten kann.

Koffer packen, eigentlich etwas Schönes. Hat mit Vorfreude zu tun. Ist manchmal schwierig und nervig, vor allem, wenn der Koffer dann nicht zugeht. Kofferpacken heißt sein Leben für die nächsten zwei oder mehr Wochen kompakt zusammenzufassen, je nachdem, wie lange die Reise dauert und wohin es geht.

Und was ist, wenn es schnell gehen muss? Wenn die Sachen nur zusammengerafft werden können und gar nicht ordentlich gefaltet werden. Und was ist, wenn statt einem Urlaubsvergnügen die reine Ungewissheit auf einen wartet. Kein Abschied auf Zeit mit Freude auf das, was vor einem liegt, sondern Zurücklassen von allem, was einem lieb und teuer ist, auch von wichtigen Menschen.

Noch nie war mir das Thema „Flucht und Abschied“ so nah wie in den vergangenen drei Wochen. Ja, das muss ich zugeben. Die Schicksale der Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen, haben mich zwar auch vorher berührt und beschäftigt, aber jetzt, im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, ist es noch einmal ein ganz anderes Gefühl. Warum, weiß ich gar nicht. Vielleicht liegt es daran, dass mir an so vielen Punkten die Sicherheit abhandengekommen ist. Zu viele Meldungen, zu viel Bedrohung. Und die Bilder von den Menschen, oftmals Frauen und Kinder, die auf der Flucht sind, bringen mich dazu, über meinen eigenen Koffer nachzudenken. Was packe ich ein, wenn es mal schnell gehen muss? Menschen, Dinge, Erinnerungen, Lieblingsessen. Ich merke, das ist ein Gedanke, den ich gar nicht denken möchte und kann. Verbindungen kappen, Zelte abbrechen, Menschen aufgeben, ein Leben zurücklassen und ungewiss in ein neues aufbrechen.

Ratlos und überfordert sehe ich die Bilder und höre die Geschichten und voller Tatendrang sehe ich die Aufgabe, die auf uns zukommt. Ich packe meinen Koffer für das, was in den nächsten Wochen und Monaten zu tun ist, und nehme mit: Meine Angst, denn ohne sie wäre ich nicht echt. Meinen Trotz, dass es doch irgendwie auch wieder gut werden muss. Meine Hoffnung und meine Freude, denn ohne sie wäre ich auch nicht echt. Und den Gedanken, den Carl Friedrich von Weizsäcker formulierte: „Man kann in dieser Welt, wie sie ist, nur dann weiterleben, wenn man zutiefst glaubt, dass sie nicht so bleibt, sondern werden wird, wie sie sein soll.“

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19. März

Du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!

Jona 2, 7

Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen.

2. Timotheus 2, 19

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: Rechnen wir eigentlich noch mit Gottes Eingreifen in unser Leben? Oder schimpfen wir nur, weil wir das Gefühl haben, Gott interessiert sich nicht für unsere Welt? Von vorne bis hinten erzählt die Bibel, dass Gott wirkt und eingreift, führt und leitet, warnt oder Aussichten eröffnet. Unser Gott ist ein Gott, der nicht tatenlos bleibt. Er handelt, weil er in Liebe mit uns verbunden ist. Diese Liebe geht uns nach, fordert uns heraus, ruft uns selbst zur Liebe - und will durch uns das Leben verändern.

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18. März

HERR, warum stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?

Psalm 10, 1

Jesus war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?

Markus 4, 38

Pfarrerin Claudia de Wilde, Hemschlar: Wo bist du, Gott? Mitten in der Not wenden sich Menschen an Gott. Aber die Wendung zum Guten bleibt aus. Wo ist Gott in den dunklen Nächten unseres Lebens, wo ist er mitten im Krieg, wo ist er, wenn Menschen fliehen müssen?
Zu allen Zeiten haben Glaubende erlebt, dass Gott sie gerade in der Not nicht allein lässt. Manchmal kommt tatsächlich die Wendung zum Guten. Oft gibt er Zeichen seiner Nähe, praktische Hilfe durch andere, ein liebes Wort, eine mitfühlende Geste. Wir sind von ihm umgeben. Immer. Und gerade in der Not. Das hat er uns versprochen. Daran halten wir uns fest.

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17. März

Gedenke des ganzen Weges, den dich der HERR, dein Gott, geleitet hat diese vierzig Jahre in der Wüste, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit kundwürde, was in deinem Herzen wäre.

5. Mose 8, 2

Jesus spricht: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.

Matthäus 11, 29

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: Ich bin Gott sehr dankbar für viel unbeschwerte, tolle Lebenszeit. Aber ich kenne auch Wüstenzeiten. Du auch? Dann habe ich mich gefragt, ob Gott es war, der mich hineingeführt hat, um mir etwas zu zeigen!? Damit ich etwas lerne, damit ich etwas von Gott lerne? Damit ich bereit werde zur Veränderung? Rückblickend kann ich tatsächlich sagen, dass Gott mir das eine oder andere gezeigt hat, dass Gott auch auf diese Weise zu mir geredet hat.
Die aktuelle Zeit ist wohl für uns alle irgendwie als Wüstenzeit einzuordnen, für den einen weniger, für den anderen mehr. Aber Jesus ist freundlich; in der Nähe zu ihm können wir ruhig und ein Stück weit gelassen werden und somit für andere da sein, die unsere Unterstützung nötig haben und die durch unser Gottvertrauen gestärkt werden können.

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16. März

Diene Gott mit ganzem Herzen und mit williger Seele. Denn der HERR erforscht alle Herzen.

1. Chronik 28, 9

Der Gott des Friedens schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Hebräer 13, 20 und 21

Vikarin Carolin Kremendahl, Bad Laasphe: Gott schafft in uns, was ihm gefällt. Das ist ein Geschenk und keine Forderung. Und ja momentan steht die friedliche Absicht Gottes im krassen Widerspruch zu dem, was in der Ukraine passiert. Doch unser Gott ist ein Gott des Friedens und des Lebens. Deswegen bleibt auch kein Gebet ungehört. Es gibt gerade vermutlich keinen sehnlicheren Wunsch als den nach Frieden, sowohl innerlich als auch äußerlich. In Jesus Christus ist der Friede Gottes Mensch geworden und selbst Jesus hat Tische umgeschmissen. Also, lasst uns Gott den Sack vor die Füße werfen mit allem, was uns stört, uns unruhig macht. Er hält das aus. Und Gott ist da.

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15. März

So spricht der HERR: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen.

2. Könige 20, 5

Klopft an, so wird euch aufgetan.

Matthäus 7, 7

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Wir wünschen uns für die in der Ukraine lebenden Menschen, dass sie etwas ähnliches hören und erleben dürfen, wie damals der jüdische König Hiskia. Wie Kiev heute so war zu seiner Zeit Jerusalem vom machtvollen Heer der Assyrer belagert. Menschlich gesehen bestand keine Hoffnung auf Befreiung. Aber, Gott sah Hiskias Tränen und hörte sein Gebet.
Manchmal erleben wir hautnah, dass unsere Gebete die Welt verändern. Manchmal aber warten wir auch lange vergeblich auf ein sichtbares Zeichen, dass unsere Gebete etwas bewirken. Viele Christen in Europa und weltweit beten täglich für Frieden in der Ukraine und in der Welt. Auch sie bangen in diesen Kriegstagen und fragen sich: Werden unsere Gebete und die Gebete der ukrainischen Schwestern und Brüder für Frieden und das Ende des Krieges erhört? Gott hat zugesagt, dass ER unsere Gebete hört: Bitten wir Gott um den Segen und Frieden.

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14. März

Ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.

Jesaja 55, 12

Der gute Hirte ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus.

Johannes 10, 3

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Was für ein Satz in diesen Zeiten! Wir erleben gerade das Gegenteil: Millionen Menschen fliehen vor dem Krieg. So friedlos wie heute war die Welt lange nicht mehr. Wo ist Gott? Wo seine väterliche Begleitung? Nach Jahrzehnten des Exils durften Israeliten mit Freuden aus Babylon zurückkehren. Erstmal konnten sie in Frieden leben.
Flüchtende finden Aufnahme in vielen Ländern, Gott sei Dank! Denn Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein. Dafür steht der gute Hirte ein, der keinen meterlangen Tisch zwischen sich und uns braucht. Er ist uns nahe, nimmt die Fliehenden und uns in aller Angst auf die Schulter. Unser Gott ist der Gott des Friedens, der uns alle, gegen allen Augenschein, im Frieden geleitet.

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13. März Sonntags-Angedacht

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: In den vergangenen Wochen und Monaten gab es im Fernsehen viele Sondersendungen zu aktuellen Themen, wie Corona oder dem Krieg in der Ukraine. Es ist gut und wichtig, dass wir informiert werden über bestimmte Ereignisse in der Welt. Meist werden bei diesen Sondersendungen Politiker, andere ranghohe Persönlichkeiten oder spezielle Fachleute zu Rate gezogen. Dabei werden sie zu ihren Gedanken und Einschätzungen der weiteren Entwicklungen befragt. So spannend diese Fragen sind und so gern wir darauf eine präzise Antwort haben wollen, bleiben die Aussagen oft sehr vage. Wie sollte es auch anders sein, schließlich kann niemand in die Zukunft sehen. Die letzten Wochen haben uns deutlich vor Augen geführt, dass vieles unkalkulierbar ist. Dementsprechend fallen auch die Antworten der Politiker auf bestimmte Fragen aus. Manchmal sind es nur vorsichtige Vermutungen und hin und wieder bleibt das Gefühl, dass eher um das Anliegen herumgeredet wird.

Ich muss aber ehrlich gestehen, ich möchte mit keinem dieser Menschen tauschen. Es sind äußerst schwere Entscheidungen, die zurzeit getroffen werden müssen, und das auch noch innerhalb kürzester Zeit. Zudem nimmt auch die Unzufriedenheit der Bürger zu, und manch einer glaubt zu wissen, wie es richtig geht. In diesen Zeiten zu regieren ist kein einfacher Auftrag. Somit taucht die Frage auf, was wir tun können, um Politiker in ihrem Amt zu unterstützen. Im Timotheus-Brief erhalten wir einen Anhaltspunkt, wie solch eine Unterstützung aussehen kann: „So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland.“ (1. Timotheus 2, 1 bis 3) Nicht nörgeln, sondern beten. Dazu sind wir aufgefordert. Auch wenn wir nicht alle Entscheidungen gut finden oder uns mit manchen Werten, Prioritäten, Abläufen und Ansichten schwertun, ist es trotzdem unsere Aufgabe, für die Verantwortungsträger zu beten. Das ist das Wenigste und zugleich Beste, was wir tun können. Bringen wir Gott die Verantwortungsträger in Kirche, Politik und Gesellschaft und beten wir, dass Gott ihnen Weisheit bei allen Entscheidungen schenkt, dass sie mit Kraft und Geduld ausgestattet werden und Gott sie segnet für ihren Dienst. Beten wir dafür, dass sie zum Wohl der Menschen agieren und ihre Macht nicht missbrauchen.

Lassen Sie uns nicht müde werden zu beten - gerade jetzt.

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12. März

Der Himmel ist durch das Wort des HERRN gemacht und all sein Heer durch den Hauch seines Mundes.

Psalm 33, 6

Gott lässt sich nicht von Menschenhänden dienen, als ob er etwas nötig hätte; er ist es ja, der allen Leben und Atem und überhaupt alles gibt.

Apostelgeschichte 17, 25

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Wenn wir den Vers in der Apsotelgeschichte lesen, sollten wir eigentlich Gott danken. Aber sind wir nicht viel eher damit beschäftigt, unseren Anteil an den Reichtümern dieser Erde nach Möglichkeit zu vergrößern - mit welchen Mitteln und auf wessen Kosten auch immer?
Die Passionszeit ist eine Zeit der Umkehr zu dem Gott, der uns alles gibt, sogar seinen Sohn ans Kreuz gehen lässt - für unsere Schuld. Es wird, so glaube ich, höchste Zeit, sich auf einen Weg der Dankbarkeit zu machen…

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11. März

Der Mensch hat keine Macht über den Tag des Todes.

Prediger 8, 8

Wer von euch vermag durch Sorgen seiner Lebenszeit auch nur eine Elle hinzuzufügen?

Matthäus 6, 27

Küster Philipp Dreisbach, Feudingen: „So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich“, heißt es im im gleichnamigen Gesangbuch-Lied unter der Nummer 376. Gott führt uns durch das Leben hier auf der Erde. Vom ersten bis zum letzten Tag. Nur müssen wir alle irgendwann sterben. Daran führt kein Weg vorbei. Wann genau dieser Zeitpunkt der Heimrufung in Gottes ewiges Reich aber ist, darauf haben wir keinen Einfluss. Umso mehr sollten wir uns bewusst machen, dass es keinesfalls selbstverständlich ist, morgens gesund und lebendig aufwachen zu dürfen. Für dieses Geschenk sollten wir jeden Tag aufs Neue dankbar sein.

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10. März

Ich habe mein Wort in deinen Mund gelegt und habe dich unter dem Schatten meiner Hände geborgen.

Jesaja 51, 16

Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die niemand zuschließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.

Offenbarung 3, 8

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: In den Nachrichten sehe ich, wie Menschen gerade flüchten müssen. Es ist Krieg. Sie lassen offene oder zugeschlossene Türen hinter sich und gehen fort, Richtung Ungewissheit, Richtung Überleben. Kinder verabschieden sich von Vätern, Frauen von Ehemännern und Eltern. Die Geflüchteten hoffen, dass sich irgendwo Türen für sie öffnen werden. Beim Anblick der Kinder, die vor dem Krieg fliehen müssen, denke ich an dem kleinen Jesus, der schon als Baby mit seiner Familie vor der Machtgier Herodes' fliehen muss, um nicht zu sterben. Und ich denke an die Verse eines Weihnachtslieds: „Jesus kommt, lädt zum Frieden ein. Lass' den Streit, macht die Türen auf, macht die Herzen weit und verschließt euch nicht.“

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9. März

Den HERRN fürchten heißt das Böse hassen.

Sprüche 8, 13

Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken.

Epheser 2, 10

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Menschen, die an Gott glauben, müssen immer nett und freundlich sein. Das versteht sich ja wohl von selbst. Und wenn sie richtig gut sind, dann auch noch die andere Wange hinhalten, wenn sie einen drüber kriegen. Es allen recht machen, keinen Anstoß erregen und dabei frisch, fromm und fröhlich sein. Geht nicht - stimmt. Muss auch nicht sein, kann gar nicht sein. An Gott glauben, in seinem Angesicht zu leben heißt, nicht runterschlucken, wenn man mit etwas nicht einverstanden ist. Rabatz machen und die Stimme erheben, wenn anderen ein Unrecht geschieht. Gottes Reich auf Erden mitzubauen, erfordert ein sanftes Gemüt, ja, aber auch kräftige Stimmbänder, starke Hände und einen geraden Rücken.

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8. März

Es ist kein Fels, wie unser Gott ist.

1. Samuel 2, 2

Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

1. Korinther 3, 11

Kirchenkreis-Jugendmitarbeiter René Kranefeld, Wuppertal: „Christ allein, Eckstein“ heißt es übersetzt in einem englischen Lobpreislied. An diesem Stein kann man sich stoßen und sich über ihn beschweren. Man kann stolpern und fallen. Wir dürfen diesen Stein aber auch für uns benutzen. Der harte Fels ist unser Grund, auf dem wir die Gemeinde bauen. Christus ist unser Eckstein. Er hat den Bau begonnen, wir dürfen ihn fortsetzen. Er ist der Fels, der nicht einstürzt, nicht einmal ins Wanken gerät. Das ist ja wohl der beste Bauplatz, den man haben kann. So etwas kann uns nur Gott anbieten.

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7. März

Siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen.

Jesaja 40, 10

Richtet euch auf und erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen“, das erleben wir gerade in unserer Welt ganz anders. Menschen spüren die Gewalt, die Zerstörung und Tod bedeutet. Viele sind auf der Flucht, suchen Sicherheit und Frieden. Doch gerade diese Begriffe sind in den letzten Tagen sehr brüchig geworden, auch für uns. Gottes Arm und seine Herrschaft sind jedoch genau das Gegenteil, Sicherheit und Frieden finden wir nur bei ihm, er ist es, der uns erlösen kann von allen Gewaltherrschaften dieser Erde. Gott ist da, er war schon immer da und er wird mit uns sein bis zum Ende der Zeiten.

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6. März Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Mehr als eine Woche wütet nun schon ein grausamer und menschenverachtender Krieg in der Ukraine. Die Nachrichten und Bilder entsetzen und schockieren mich. Bombeneinschläge, Zerstörung, mehr als eine Million Ukrainer auf der Flucht. Verletzte. Tote, Zivilisten und Soldaten, Getöte aus beiden Ländern, aus der Ukraine und aus Russland - Opfer der Gewalt.

Ein machtgieriger Despot bringt unsägliches Leid über ein Land, das zwei Stunden und 35 Minuten Flugzeit von uns entfernt ist. So nah ist der Krieg - und so brüchig, verletzlich, fragil der Frieden.

In mir werden viele Erinnerungen und Bilder frei, die von der tröstenden Decke des andauernden Friedens in Europa umhüllt waren: Ich denke an meine Mutter, die keine Filme im Fernsehen anschauen konnte, in denen Schießereien vorkamen, weil sie als Kind den Zweiten Weltkrieg erlebt hatte und traumatisiert war von den Schüssen, vor denen sie geflohen ist. Die in jeder Silvesternacht gelitten hat, weil das Böllern der Feuerwerksraketen Erinnerungen wachgerufen hat an die Bomben, die fielen. Die ihren Vater auf der Flucht verloren hat. Und die ihrem Kind und ihren Enkelkindern nichts dringlicher gewünscht hat, als dass wir in einer Welt des Friedens aufwachsen und leben dürfen.

Und nun ist Krieg in Europa. Ein Bild aus meiner Jugendzeit: Ein Button, dick bedruckt: „Schwerter zu Pflugscharen“ - das Motto der Friedensbewegung damals in den 80ern. Damals in der Zeit des Aufrüstens der Atommächte, als ich die Schule geschwänzt habe, um zu den großen Friedensdemos nach Bonn zu fahren. Schwerter zu Pflugscharen - ich weiß gar nicht, ob ich den Button noch habe, ich hatte die Hoffnung, ich bräuchte ihn nicht mehr.

Doch jetzt drückt dieses geflügelte Wort aus der Bibel, aus der Friedensvision beim alttestamentlichen Propheten Micha, den Herzenswunsch, die Sehnsucht von uns Menschen aus: dass der Krieg ein Ende haben möge und die Waffen schweigen. Dass aus Gewaltinstrumenten Nutzwerkzeuge werden; dass es nicht um Vernichtung gehen mag, sondern um Aufbau, nicht um Tod, sondern um Leben.

Ich weiß nicht, ob ich meinen alten Button noch finden werde. Aber ich weiß, dass ich beten will für den Frieden; beten, dass die Waffen schweigen; beten, dass der gierige Machthaber zur Vernunft kommt. Mit den Worten eines Liedes aus unserem Gesangbuch: „Gib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf. Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt obenauf.“ Das Unrecht geht im Schwange, wer stark ist, der gewinnt. Wir rufen: Herr, wie lange? Hilf uns, die friedlos sind.

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5. März

Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.

Psalm 65, 9

Jesus zog von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf. Überall verkündete er die Gute Nachricht, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden werde.

Lukas 8, 1

Kirchenkreis-Archivar Dr. Johannes Burkardt, Bad Berleburg: Lange haben wir davon geträumt, dass Osten und Westen friedvoll, „fröhlich“ sagt der Psalmbeter, zusammenleben. Vor einer Woche brach das Traumgebilde zusammen. Trotzdem dürfen wir darauf bauen, dass Gott und sein Wort auch in den dunkelsten Tagen in die entlegensten Winkel der Erde kommen. Sein und Jesu Wort gelten mehr als die giftigen Reden und scharfen Waffen verlogener Tyrannen. In Psalm 65, Vers 8, unmittelbar vor dem heutigen Losungstext steht, dass er „das Toben der Völker“ beruhigen kann. Es ist immer wieder erstaunlich, wie aktuell und hoffnungspendend die Bibel ist!

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4. März

Auf dich, HERR, sehen meine Augen; ich traue auf dich, gib mich nicht in den Tod dahin.

Psalm 141, 8

Jesus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.

Johannes 14, 19

Vikarin Carolin Kremendahl, Bad Laasphe: Leben ist kostbar und angesichts des Kriegs keine Selbstverständlichkeit. Das war es nie, doch dieser Tage wird es mal wieder sehr bewusst. Jeder neuer Tag, jeder einzelne Atemzug ist ein Geschenk. Es ist ein großes Privileg, zu sein.
Durch die Auferweckung Jesu Christi ist die fundamentale Hoffnung gelegt, die wir gerade jetzt so dringend nötig haben. Da tut es gut, zu hören und zu lesen, dass Jesus lebt und mit Gott regiert. Kein Gebet bleibt ungehört von Gott, der in seiner Barmherzigkeit allmächtig ist.

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3. März

Gott sende seine Güte und Treue.

Psalm 57, 4

Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.

Apostelgeschichte 14, 17

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg: „Und obwohl sie das sagten, konnten sie kaum das Volk davon abbringen, ihnen zu opfern.“ Als Paulus in Lystra einen Mann heilt, wird er plötzlich wie ein Gott verehrt. Und das, obwohl er die Einwohner eigentlich von der Verehrung anderer Götter abbringen und sie zu Gott führen wollte. Doch gegen die Wunder, die Gott täglich selbst vollbringt, sind diese, die Menschen in seinem Auftrag tun, doch so viel offensichtlicher und einfacher wahrzunehmen. Da lassen wir uns schnell hinreißen, die eigentliche Quelle des Wunders zu übersehen. Gott allein schenkt Kraft und gelingen, und das dürfen wir nicht übersehen.

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2. März

Wenn du auf die Stimme des HERRN, deines Gottes, hörst: Gesegnet bist du in der Stadt, und gesegnet bist du auf dem Feld.

5. Mose 28, 2 und 3

Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.

Lukas 11, 28

Presbyterin Katrin Spies-Gußmann, Bad Berleburg: Wer Gottes Wort hört und lebt danach, wird wachsen wie ein Baum, wird stark sein, in jedem Sturm, mutig in jede Situation gehen und geliebt sein durch Gottes Gnade. Nur dann kannst Du zufrieden sein und ein Fels für andere werden. Probier‘ es aus und stell‘ Deine Fragen, vor allem bleib‘ neugierig.

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1. März

Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen.

Psalm 40, 17

Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk.

Apostelgeschichte 2, 46 und 47

Verwaltungs-Mitarbeiter Michael Rose, Lützel: Corona - und nun auch noch der Krieg. Und von dem Idealbild, das uns in der Apostelgeschichte von der ersten Gemeinde gezeichnet wird, sind unsere Gemeinden auch grad ein Stück weit entfernt, oder? Es ist genug. Es ist zu viel? Gott, wo bist Du?
David steckt mitten im Schlamassel, als er Psalm 40 schreibt. Er bittet Gott um Hilfe; er schreit zu Gott. Davids Psalm ermutigt uns, es genauso auszuprobieren; trotz oder gerade wegen der problematischen Situation nimmt er intensiven Kontakt zu Gott auf und kann schon in Vers 4 berichten: „Ein neues Lied hat er mir in den Mund gelegt: Einen Lobgesang für unseren Gott. Viele sollen es sehen und Ehrfurcht empfinden. So werden sie zum Herrn Vertrauen fassen.

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28. Februar

HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so herrlich und heilig ist, schrecklich, löblich und wundertätig?
2. Mose 15, 11

Wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist.

1. Johannes 1, 2

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Gott hat ein großes Wunder getan. ER hat die Israeliten aus der Sklaverei befreit. Sie haben das Schilfmeer durchquert, sind in Sicherheit gelandet. Daher stimmt Mose ein Lied an, das Volk stimmt ein: Der Herr streitet für seine Leute.

Wie sehr wünschen wir uns so ein Wunder für das Volk der Ukraine. Menschlich gesehen scheint die Situation für die Verteidiger des Vaterlandes gegen feindliche Aggressoren fast aussichtslos. Menschen, die guten Willens sind, sind erschüttert und sprachlos, angesichts des Krieges. Gott sei Dank haben wir Christen die Macht des Gebetes. Damit können wir den Schwestern und Brüdern in der Ukraine beistehen. Wir können uns mit allem, was in unseren Kräften steht, für den Frieden einsetzen und darauf vertrauen, dass Gott immer noch herrlich und heilig ist und Wunder tut.

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27. Februar Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Vor Jahren hatte ich mir ein neues Kleidungsstück gekauft und stellte es meinem Sohn vor. Als ich ihn fragte, wie es ihm gefällt, fragte er zurück: Ach, ist wieder Weltgebetstag? Ich war schockiert und habe mich gefragt, was für ein Bild vom Weltgebetstag ich ihm bisher vermittelt hatte? Es geht doch um die Probleme der Menschen in dem jeweiligen Weltgebetstags-Land und darum, für die Menschen dort zu beten.

Okay, wir beschäftigen uns selbstverständlich wegen der Menschen dort auch mit ihrer Kultur und Kleidung, die für uns manchmal sehr fremd ist. Und vielleicht lernt man ein paar Wörter der Landessprache. Aber das hat nichts mit Verkleiden und Karneval zu tun. In diesem Jahr hätte uns das auch nicht passieren können. Der Weltgebetstag kommt diesmal aus England, Wales und Nordirland. Dort trägt man ja die Kleidung, die auch wir tragen. Und trotzdem ist es interessant, sich mit den Menschen und ihren Problemen dort zu beschäftigen. Natürlich sind sie unseren Schwierigkeiten ganz ähnlich. Wir bleiben ja in diesem Jahr in Europa und sind nicht in Afrika, Asien oder auf dem amerikanischen Kontinent.

 Zukunftsplan „Hoffnung“ ist das diesjährige Thema des Weltgebetestages. Ich finde es sehr aktuell.

Den Zukunftsplan „Hoffnung“, den haben hoffentlich auch unsere Politiker - einen Zukunftsplan, wie wir gut aus der Pandemie mit allem, was dazu gehört, herauskommen.

Einen Zukunftsplan „Hoffnung“ hat hoffentlich die Queen mit ihrer Familie und den Angestellten, dass sie ihre Corona-Infektion gut überstehen kann. Einen Zukunftsplan „Hoffnung“, haben hoffentlich auch wir. Eine Hoffnung für unser Leben und dafür einen Plan, was wir beruflich oder privat erreichen möchten.

Wir haben hoffentlich einen guten Plan für unser Leben. Beten wir am Weltgebetstag dafür, dass unser Zukunftsplan „Hoffnung“ in Erfüllung gehen möge, genauso wie die Zukunftspläne der Engländerinnen, Waliserinnen und Nordirinnen. Aber wir werden ganz sicher an diesem Weltgebetstag für die Menschen in der Ukraine beten, deren Leben und Zukunft gerade gefährdet ist. Und wir beten mit dem Zukunftsplan „Hoffnung“ am 4. März an vielen Orten im Kirchenkreis Wittgenstein auch ganz allgemein für den Frieden in der Ukraine und in der ganzen Welt.

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26. Februar

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?

Psalm 27, 1

Jesus spricht: Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Johannes 8, 12

Pfarrer Steffen Post, Bad Laasphe: Als sich der weiße Kastenwagen auf der Gegenfahrbahn nähert, traue ich meinen Augen kaum: Hinter der Windschutzscheibe leuchtet ein mit mehreren gelben LED-Leuchten besetztes Kreuz. Das ist ja mal ein Navi, denke ich spontan. Bei Sonnenschein und auf geraden Strecken ist vermutlich nicht viel von der Leuchtkraft des Kreuzes zu merken, aber wenn es dunkel wird oder die Fahrt durch einen Tunnel führt. In den Nächten der Angst und im Tunnel der Traurigkeit will uns Jesus Christus mit seiner Nähe leuchten. Wenn unsere Hände am Steuer zittern, will er uns in der Spur halten. So kann ich gut unterwegs sein, denn: Der Herr ist mein Licht und mein Glück. Er ist der Schutz meines Lebens.

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25. Februar

Der HERR schafft Recht seinem Volk und wird seinen Knechten gnädig sein.

Psalm 135, 14

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.

Matthäus 5, 6

Prädikantin Traudel Stremmel, Berghausen: Als Religionslehrerin habe ich mir oft gewünscht, Schüler im Fach „Religion“ nicht benoten zu müssen. Neben Wissen über eigene und fremde Religionen gehört gerade im Religionsunterricht mehr dazu: Da werden existenzielle und ethische Fragen gestellt und Antworten gesucht. Es werden theologische Probleme diskutiert, auch manchmal schon in Klasse 5! Können Noten da gerecht sein?
Wenn Gerechtigkeit im Zusammenhang mit Gott genannt wird, heißt das immer, dass Gott auf der Seite der Schwachen, Benachteiligten, Stillen und Unauffälligen steht. Für ihr Recht setzt er sich ein, ihnen erweist er seine Gnade. Wie sähe es wohl in unserer Welt aus, wenn nicht die Lauten etwas zu melden hätten, sondern die Stillen, die Unauffälligen, die nicht Beachteten? Möge Gott Gerechtigkeit schaffen denen, die sonst nicht gehört werden.

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24. Februar

Der HERR wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen.

Jesaja 25, 8

Schon unserem Ahnvater Abraham hat er mit einem Eid versprochen, uns aus der Macht der Feinde zu befreien, damit wir keine Furcht mehr haben müssen und unser Leben lang ihm dienen können.

Lukas 1, 73 und 74

Jung-Erwachsenen-Mitarbeiterin Bianca Brieseck, Erndtebrück: Ja, dann ist ja alles gut, herrlich. Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen und können gut gelaunt in die Zukunft schauen. Der Herr wird es schon richten. Soweit so gut. Aber wie so oft kommt es auf den gesamten Wortlaut an! „…, damit wir keine Furcht mehr haben müssen und unser Leben lang ihm dienen können.“  Also erwartet er ja auch was von uns. Ist uns das wohl immer so bewusst? Kommen wir dem wohl auch so nach? Also ich schätze, ich bin da schon etwas in der Bringschuld. Wie schaut es bei euch aus?

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23. Februar

Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden.

Psalm 119, 6

Jesus spricht: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk.

Johannes 4, 34

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Regeln, Gesetze, Vorschriften… Bestenfalls nehmen wir sie als etwas Sinnvolles hin. Manches Mal empfinden wir sie als beengend und fühlen uns in unserer Freiheit eingeschränkt. Ganz anders klingt das in diesen beiden Bibelversen. Die Gebote Gottes und das Befolgen seines göttlichen Willens werden hier als etwas Lebenswichtiges und Lebenserhaltendes beschrieben. Gott hat das Miteinander mit ihm und unter uns Menschen gut geordnet. Wenn wir das beherzigen, können wir seine Gebote genauso dankbar annehmen wie der Psalmbeter.

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22. Februar

Hört zu, ihr Könige, merkt auf, ihr Fürsten! Ich will singen dem HERRN, ich will singen, will spielen dem HERRN, dem Gott Israels.

Richter 5, 3

Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!

Philipper 4, 5

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Marketing ist das Zauberwort in der Wirtschaft. Aber auch in der Kirche? Christen sollen Gutes tun, das ist soweit klar. Aber dürfen sie das auch zeigen, hinausposaunen, kundtun? Doch - auch wenn es schwerfällt. Wie kann Kirche Werbung machen? Am schnellsten über das Internet, auch wenn dort der Kampf um Aufmerksamkeit sehr hart ist. Vielleicht lieber Bibelsprüche auf Plakate oder T-Shirts drucken? Geht auch - und Vieles mehr. Kreativ zu sein ist eine Gabe des Heiligen Geistes. Aber nicht durch Worte, sondern durch ihr Handeln sollen Christen erkannt werden: durch Liebe, Verständnis, Vergebung, Gerechtigkeit, Güte. Und so kann jeder Werbung machen, überall.

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21. Februar

Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben.

Jesaja 53, 11

Ihr seid erfüllt durch Christus, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.

Kolosser 2, 10

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: „Männst Dü, do kemmt noch was?“ Das hat mich mal eine ältere Frau gefragt. Ja, das meine ich. Da kommt noch was. Denn da sind diese 21 Gramm… Soviel wiegt sie wohl, unsere Seele. Das will zumindest ein Forscher im Jahr 1902 herausgefunden haben, indem er Menschen unmittelbar vor und nach dem Sterben gewogen hat.
21 Gramm - unsichtbar und doch da; die das von Gott geschenkte Leben mit mehr ausfüllen, als nur zu existieren.
21 Gramm, die Raum geben, zu glauben - aber auch zu zweifeln, ja, und die uns damit manchmal auch leiden und abmühen lassen.
21 Gramm, die es aber auch möglich machen, in der Verheißung Christi zu leben, dass das Ende unserer Zeit auf Erden nicht der Schluss ist! Licht und Fülle in Ewigkeit. Amen.

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20. Februar Sonntags-Angedacht

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Bei einer Autobahnfahrt letzte Woche geriet ich in einen Stau. Im Schritttempo kämpften sich die Autos vorwärts. Irgendwann waren viele gelb und blau blinkende Lichter zu sehen. Es folgte eine Fahrbahnverengung, die durch eine mobile Warntafel angezeigt wurde und mich an einem Unfall vorbeiführte. Ein Lkw war von der Fahrbahn abgekommen, stand nun hinter der Leitplanke. Im aufgeweichten Untergrund steckte das Fahrzeug fest. Dem Fahrer schien es, Gott sei Dank, gut zu gehen, das Führerhaus war kaum beschädigt. Vor der Leitplanke standen rund 15 Personen. Es waren Mitarbeiter des Bergungsunternehmens, der Straßenwacht sowie Polizisten. Sie waren in ein Gespräch vertieft, bei dem es wohl darum ging, wie der Lkw geborgen werden kann.

Auf meiner weiteren Tour musste ich immer wieder an den Unfall denken. Wie geht es dem Fahrer? Der Unfall hätte schlimmer ausgehen können. Mir gehen die vielen Leute an der Unfallstelle nicht aus dem Kopf.

Es hat mich fasziniert, das Zusammenspiel unterschiedlicher Arbeitsbereiche zu sehen. Die Polizei sicherte die Unfallstelle ab und nahm den Unfall auf. Die Straßenwacht hatte schnell die Verkehrsführung angepasst und gab frühzeitig Warnhinweise. Zudem kümmerten sie sich ums Zerlegen der Leitplanke, um den Lkw bergen zu können. Das Bergungsunternehmen kam mit einem Kran, einem Abschleppwagen, viel Werkzeug. Es war ein professionelles, routiniertes Miteinander.

Dieses Bild ließ mich nicht los. Mir wurde bewusst, dass es so auch im Leben ist. Die großen Aufgaben können nur gemeinsam bewältigt werden. Diese Menschen an der Unfallstelle zeigen eindrücklich, wie wichtig es ist zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu helfen. Es ist ein beeindruckendes Miteinander, bei dem jeder seinen Teil, seine Fähigkeiten und seine Erfahrung einbringt. Das wünsche ich auch uns, dass wir den Wert des Miteinanders erkennen und uns einbringen, wo wir gebraucht werden mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat.

Immer noch fahre ich sehr nachdenklich weiter. Wieder muss ich an die vielen Leute denken. Doch diesmal aus einem ganz anderen Grund. Ich frage mich, ob diesen Menschen wohl jemand Danke sagt. Danke, dass sie selbstverständlich nachts im strömenden Regen bei Sturm ihren Dienst tun. Ich wäre am liebsten umgekehrt und hätte mich bedankt. Schlagartig fallen mir ganz viele Menschen ein, die selbstverständlich ihren Dienst tun. Menschen, die kein großes Aufhebens darum machen. Ich verspüre den Drang mich bei ganz vielen bedanken zu wollen. Da ich unterwegs bin, kann ich das nur tun, wie Paulus es im Brief an die Philipper schriebt: „Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke.“ Ich spreche ein Gebet, und danke Gott für all die wunderbaren Menschen, die einfach da sind, wenn man sie braucht, egal ob es stürmt oder schneit oder ob die Sonne scheint. DANKE.

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19. Februar

Seid nicht halsstarrig wie eure Väter, sondern gebt eure Hand dem HERRN und kommt zu seinem Heiligtum.

2. Chronik 30, 8

Einer, der mit zu Tisch saß, sprach zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!

Lukas 14, 15

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Worte aus einem Einladungs-Schreiben des israelischen Königs. Verbreitet überall im Land. Er will die Religion reformieren. Die Menschen mieden das „Heiligtum“, also die Institutionen der Religionsgemeinschaft. „Halsstarrig“ und „gebt eure Hand“ zeigen, die Fronten waren verhärtet. Das galt für „eure Väter“, also früher. Doch jetzt ist eine neue Zeit da, ein neuer König. Jetzt kann sich etwas ändern!
Ein alter Text. Mit aktuellen Problemen: Kirchenaustritte wegen Fehlverhaltens kirchlicher Würdenträger, leere Kirchen… Ein klares Signal: Es muss sich etwas ändern.
Die Erfolge der königlichen Reform damals enthalten die gute Botschaft:
Es kann sich etwas ändern. Darum: Packen wir es an!

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


18. Februar

Der Herr sprach zu Mose: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.

2. Mose 33, 20

Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.

1. Johannes 4, 9

Jugendmitarbeiter Jonas Pfeiffer, Erndtebrück: „I Can Only Imagine“ ergänzt den Vers ganz gut, denn niemand weiß, was genau passiert, wenn man stirbt. Der Sänger Bart Millard von MercyMe hat das Lied „I Can Only Imagine“ - auf Deutsch: Ich kann es mir nur vorstellen - geschrieben, in welchem er den Tod seines Vaters verarbeitet. Er stellt sich vor - wie ich auch - was passieren wird, wenn er selbst Gott trifft.
Immer wenn ich dieses Lied höre, stelle ich mir selbst vor, wie es später aussehen kann. Meine Vorstellungen sind oft unterschiedlich - mal bunt mal grau. Wie würde es bei euch aussehen? Am Ende werden wir alle überrascht werden, weil es doch anders kommt, als wir es gedacht haben.

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17. Februar

Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!

Psalm 25, 5

Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Johannes 8, 31 und 32

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Ist Wahrheit eigentlich immer gleich? Oder gibt es eine, die mehr, und eine andere, die weniger wahr ist? Wahrheit ist ja manchmal Auslegungssache oder ein dehnbarer Begriff. „Sag die Wahrheit!“, das hat doch was Bedrohliches. Wahrheit ist in jedem Fall knallhart, fast sogar rücksichtslos. Einmal ausgesprochen, nicht wieder wegzukriegen. Wir sollten dabei nur nicht vergessen, dass auch Gutes und Schönes wahr sein kann. Wahrheit lässt auch so manchen engen Knoten platzen.

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16. Februar

Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

Psalm 84, 6

Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark!

1. Korinther 16, 13

Pfarrerin Simone Conrad, Wingeshausen: Was ist eigentlich Ihre Stärke? Ihre Klugheit oder vielleicht, dass Sie sich gut Dinge merken können? Liegt Ihre Stärke in einer Sportart oder in Fitness und Ausdauer? Können Sie gut mit Menschen umgehen, mit Redegewandtheit und Charme überzeugen? „Das ist eine unbedingte Stärke von dir“ - wer hätte das nicht schon gehört oder gesagt - in unterschiedlichen Zusammenhängen, mit unterschiedlicher Füllung. Aber immer mit einer Gemeinsamkeit: Es ist MEINE Stärke, die ich mir zurechne - ich muss sie also pflegen und leben und die Kraft dafür ganz allein aus mir schöpfen.
Ist das so? „Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten!“  Wie entlastend, wenn ich Gott als meine Stärke sehen kann: der, der mich stark macht, der mich stützt, durch den ich sein und wirken darf. ER ist meine Stärke - nie versiegende Quelle, ewiger Grund. Danke, mein Gott!

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15. Februar

Die Toren sprechen in ihrem Herzen: »Es ist kein Gott.«

Psalm 14, 1

Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Einsicht gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen.

1. Johannes 5, 20

Pfarrer Peter Mayer-Ullmann, Banfe: Irgendetwas ist es ja immer, woran wir unser Herz hängen. Zumeist wird es vorgegeben durch die Lebensphase, in der wir uns gerade befinden, oder durch das Umfeld, in dem wir uns bewegen. Daneben gibt es freilich zumeist auch unsere ganz individuellen Götter, an die wir bewusst oder unbewusst unsere Seele verkaufen und dabei nicht selten den Konflikt mit einer unserer Lebensphasen oder auch mit unserem Umfeld riskieren.
Ein Tor, der das in seinem Leben nicht wahrnimmt und damit auch nicht die Gefahr und die Hinfälligkeit dieser kleinen oder großen Götter. Erst recht, wenn es ihm die Einsicht verstellt für den einzigen, echten und so ganz anderen Gott, den wir nicht selbst kreieren können und auch gar nicht müssen, weil er sich schon immer in unserem Leben offenbart als der immerzu liebende Vater, der sich in Jesus Christus letztgültig bekannt gemacht hat.

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14. Februar

Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele!

Psalm 108, 2

Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.

Kolosser 1, 11 und 12

Jugendmitarbeiterin Birthe Becker-Betz, Fischelbach: „Vögel, die morgens singen, holt abends die Katz'“, so begrüßte mich immer wieder meine Freundin und Arbeitskollegin, wenn ich schon am frühen Morgen gut gelaunt und stets singend oder summend zur Praxistür hereinspaziert kam. Ich liebe es, zu singen und Gott auf diese Weise zu loben und zu danken. Egal, ob es gerade gut läuft in meinem Leben, oder ob Traurigkeit und Verzweiflung gerade um sich greifen, mit einem Lied auf den Lippen und im Herzen, wandelt sich meine Traurigkeit in Hoffnung und meine gute Laune wird zur unbändigen Freude. Einen besseren Start in den Tag, kann es doch gar nicht geben! Halleluja!

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13. Februar Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Ich habe ihn geliebt. Am allermeisten, wenn er Schokoladenpudding kochte und dazu dann Ka-Ka-O benutzte. Einen großen Teil meiner Kindheit habe ich mit ihm verbracht und er war auch der Grund, warum ich als Studentin am Wochenende früh aufgestanden bin. Nur um ihn zu sehen. Ich mochte seine Weisheiten und seinen unbedingten Gerechtigkeitssinn. Er war schon älter, aber ich mag ältere Menschen, denen man das Leben so richtig anmerkt. Die guten und die schweren Zeiten. Ich mag es, wenn ich an ihrer Erfahrung und an ihrem Denken teilhaben darf. Das hat bei ihm immer funktioniert. Gustl Bayrhammer wäre gestern 100 Jahre alt geworden. Ich habe ihn als Meister Eder kennen und lieben gelernt. Wenn er dem kleinen Kobold die Welt erklärte, dann war ich ganz gefangen und habe mich gerne mit in die Welt der Münchener Hinterhofwerksatt hineinziehen lassen. Ist doch komisch, wie einen eine Figur aus dem Fernsehen so prägen kann. Ist es einfach die Erinnerung an die gute alte Zeit oder geht es wirklich um diesen Typen Mensch? Es ist wahrscheinlich beides. Ich merke, wie meine Gedanken immer öfter und immer deutlicher an FRÜHER hängen bleiben. Das liegt entweder an den letzten zwei Jahren oder daran, dass ich älter werde und anfange, von früher zu erzählen.

Es hat so ein bisschen etwas von den Fleischtöpfen Ägyptens. Früher war alles besser, eben: die gute alte Zeit. Ich glaube, das hat was mit Überwinden zu tun. Durchkommen und Überstehen. Und der Blick auf die Vergangenheit ist immer einfacher als in die Zukunft. Obwohl das ja auch nicht immer stimmt. Vergangenheitsbewältigung kann manchmal ganz schön gruselig sein und wirklich heftige Dinge hervorbringen. Da ist es doch schöner, von einer rosigen Zukunft zu träumen. Es ist wohl so, dass man beides braucht und im Blick haben sollte. Nicht nur in eine Richtung, sondern eine Rundumsicht. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“, so heißt es im 31. Psalm. Eigentlich hatte ich diese Worte nie so richtig für mich in Anspruch genommen. Mal abgesehen davon, dass ich sie als Motto für unser Abenteuerdorf kannte. Aber letzte Woche hat mich ein wirklich lieber Mensch mit der Nase darauf gestoßen. Und im Nachdenken über die gute alte Zeit bekommen sie eine neue Bedeutung. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind der Raum, der mir zum Leben eröffnet wird. Mal ist er mir viel zu groß, und mal will ich aus den engen Grenzen ausbrechen. Aber immer bin ich hingestellt. Habe einen Grund unter meinen Füßen, den mir keiner nehmen kann. Nie und nimmer!

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12. Februar

Lass meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.

Psalm 71, 8

Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.

Matthäus 12, 34

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: „Es muss jetzt raus, sonst platze ich“ - es brodelt in mir, meine Emotionen kochen über, mein Herz droht zu zerspringen. Wer kennt dieses Gefühl nicht? Doch wovon ist unser Herz voll? Gefüllt mit Dunkelheit oder mit Licht? Und wenn wir dann anfangen zu reden, welche Worte treffen unser Gegenüber? Worte, die miteinander verbinden, die heilen und aufbauen oder Worte die zerstören und niederdrücken? Gerade in der heutigen Zeit können wir Worte brauchen, die von der Hoffnung, der Freude erzählen, von Jesus, dem Licht der Welt. Dieses Licht scheint bis ins Herz, und ich möchte davon erzählen.

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11. Februar

Achtet ernstlich darauf um eures Lebens willen, dass ihr den HERRN, euren Gott, lieb habt.

Josua 23, 11

Jesus spricht: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.

Johannes 14, 23

Kirchenkreis-Archivar Dr. Johannes Burkardt, Bad Berleburg: Zwei Abschiedsreden an Menschen, die sich um ihre Zukunft ohne ihre charismatischen Führer sorgen. Josua und Jesus mahnen: nur Gottes bzw. Jesu Wort zählt. Es muss der Maßstab unseres Tuns sein. Nur hier finden wir ein solides Fundament, auf dem wir aufbauen können. Der Kommentator der Berleburger Bibel wies vor 300 Jahren auf einen wichtigen Punkt dabei hin: Wenn Jesu Botschaft uns nicht unmittelbar anspricht, verhallt sie nutzlos. „Das Herz muss dabei sein“, sagt er. Christsein auf Berechnung geht nicht. Gott ist kein Buchhalter. Vor ihm funktioniert nicht, „daß der Verstand kann Tür und Tor auftun, wenn das Herz verschlossen bleibt“. Lassen wir uns von der Bibel begeistern und leiten!

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10. Februar

Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.

Psalm 115, 16

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.

Lukas 12, 48

Pfarrerin Berit Nolting, Berghausen: Da haben wir von Gott ein riesiges Geschenk bekommen - die ganze Erde. Und wie gehen wir mit unserem Geschenk um? Nicht immer verantwortungsvoll! Wir zerstören sie, wir nutzen sie aus. Wir sorgen dafür, dass unser Lebensraum immer schlechter wird und beschweren uns auch noch darüber. Machen wir das mit anderen Geschenken genau so? Wir haben ein Geschenk bekommen und sollten es bewahren, so dass wir es gut nutzen können, dass alle Menschen ihre Freude daran haben und es unsere Nachfahren auch noch genießen und bewundern können.

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9. Februar

Seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde.

Sacharja 9, 10

Gott hat Jesus den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.

Philipper 2, 9 und 10

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Gott kennt uns. Er kennt unsere Namen und weiß, wer wir sind. Er kennt unsere Biografie und unsere Stärken und Schwächen. Wir sind ihm so wichtig, dass wir uns als Gottes Kinder bezeichnen dürfen. Er schenkt uns seine bedingungslose Liebe. So sehr schätzt er uns und unsere Namen.
Ein Name, der in der Bibel ganz besonders hochgehalten wird, ist der Name von Jesus. Es gibt keinen anderen Namen, der in der Bibel so oft zu finden ist. Mit diesem Namen sind auch sehr viele Titel verbunden. Der wichtigste ist meiner Ansicht nach die Bezeichnung „Sohn Gottes“. Wenn wir von Jesus sprechen, dann denken wir daran, dass sich Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbart. Gott sei Dank dafür.

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8. Februar

Fürchtet euch nicht, wenn euch die Leute schmähen, und entsetzt euch nicht, wenn sie euch verhöhnen!

Jesaja 51, 7

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.

1. Timotheus 6, 12

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: „Hahaha, guck mal, wie uncool die Frau da drüben angezogen ist“ - einen Satz wie diesen haben wir alle bestimmt schon mal so oder ganz ähnlich gehört. Die Losung sagt uns heute, dass wir uns aus dem Gespött anderer nichts machen sollen. Das ist wirklich leichter gesagt als getan, finde ich. Keinen lässt es wirklich kalt wenn andere sich über einen lustig machen. Also nehme ich aus der Losung mit, dass ich mich in Gottes Sinne dafür einsetzen will, dass die Losung keine Anwendung mehr finden muss, weil alle Menschen sich gegenseitig mit Respekt behandeln.

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7. Februar

Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Psalm 91, 4

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.

Philipper 4, 7

Pfarrerin Christine Liedtke, Girkhausen: „Breit' aus die Flügel beide, o Jesu meine Freude, und nimm dein Küchlein ein“, sang Mutter an meinem Kinderbett. Nicht mit Federvieh aufgewachsen, hat es lange gedauert, bis ich nicht mehr an kleine Kuchen gedacht habe. Es ist ein wunderbares Bild aus dem Tierreich, das in Psalm 91 für Gott verwendet wird: Wie die Hühnermama ihre kleinen Federbällchen bei Gefahr sofort unter ihre Flügel treibt, sich darüber hockt und ihre Küken notfalls mit dem eigenen Leben verteidigt, so schützend, fürsorglich und behütend handelt Gott uns gegenüber. Er lässt uns nicht aus dem Blick, wacht über uns und breitet seine Flügel über uns aus. So können wir sicher schlafen - und getrost leben.

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6. Februar Sonntags-Angedacht

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Am nächsten Freitag wäre Thomas Edison 175 Jahre alt geworden, er war einer der größten Erfinder, die es jemals gab. Deshalb wird an seinem Geburtstag, dem 11. Februar, in den USA der „Nationale Erfindertag“ gefeiert. Über Edison gibt es eine bewegende Geschichte:

Der kleine Thomas kommt eines Tages von der Schule nach Hause und überreicht seiner Mutter einen Brief. „Mein Lehrer hat mir diesen Brief gegeben“, sagt er: „Ich soll ihn nur dir zu lesen geben.“ Die Mutter hat Tränen in den Augen, als sie ihrem Sohn den Brief vorliest: „Ihr Junge ist ein Genie! Unsere Schule ist viel zu klein für ihn. Sie verfügt nicht über die Lehrer, die gut genug wären, ihn zu unterrichten. Bitte unterrichten Sie ihn von nun an selbst.“ So geschieht es dann. Die Mutter gibt ihrem Sohn Unterricht. Und das mit großem Erfolg. Aus Thomas Edison wird ein genialer Tüftler. Jahre später - die Mutter ist schon lange tot - sucht Edison etwas in einer alten Schublade. Und findet ein Blatt Papier - den Brief, den sein Lehrer damals geschrieben hat. Edison fängt an zu lesen: „Ihr Sohn ist geistig behindert. Wir können und möchten ihn nicht länger auf unserer Schule unterrichten.“ Es heißt, dass Edison nach dieser Entdeckung lange geweint hat. Das Vertrauen seiner Mutter hat in dieser Geschichte den Ausschlag gegeben, dass er so ein großer Erfinder wurde.

Wir haben das wohl alle schon erlebt: Da sagt jemand etwas Unangenehmes zu dir und es ist, als wenn dir ein nasser Lappen um die Ohren gehauen wird. Oder es sagt dir jemand etwas Nettes, und es ist, als ob die Sonne aufgeht. Gute Worte braucht die Welt, heute mehr denn je. Man kann damit anfangen, zu sich selbst Gutes zu sagen, auch wenn das ungewöhnlich ist. Denn es ist eher so, dass man sich oft kritisiert und selten mit sich zufrieden ist. Oft genug zweifelt man an den eigenen Möglichkeiten und fragt sich: Was kann ich schon ausrichten? Das kenne ich aus eigener Erfahrung.

Genau dann darf ich mich daran erinnern: Gott meint es gut mit mir. Ich bin sein Kind und er nimmt mich liebevoll an. Wenn ich Gottes Zusage höre, schaue ich neu auf meine Gaben und Möglichkeiten. Ich bin keiner, der die Welt retten wird, aber ich kann versuchen, sie für andere heller zu machen, zumindest hier und da. Ein Anfang könnte sein: „Ich will heute mindestens einem Menschen einen ermutigen Satz sagen, der ihm den Tag besser macht.“

Gott gibt uns seine Zusage jeden Tag neu. Er weiß: Menschen brauchen jemanden, der an ihrer Seite bleibt, der sie trägt und begleitet in ihrer Schwachheit und Angst. Der ihnen wieder aufhilft, wenn sie fallen. So geht Gott mit uns um, so können wir mit anderen umgehen. Mir hilft die Vorstellung, dass Gott etwa so ist wie die Mutter von Thomas Edison. Er vertraut uns, er traut uns zu, dass wir in seinem Sinne wirken können und dass dabei etwas Gutes herauskommt.

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5. Februar

Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!

Psalm 33, 12

Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.

Galater 4, 6 und 7

Pfarrerin Claudia Latzel-Binder, Bad Berleburg: Es ist ein Glückwunsch, eine Seligpreisung. Psalm 33,12 findet sich zweimal in den Losungen. Heute als Tageslosung und als Wochenspruch am zehnten Sonntag nach Trinitatis, dem sogenannten Israel-Sonntag. Der Vers erinnert zuerst an die bleibende Erwählung Israels, Gottes erstem Volk. Wir als Christ*innen können uns freuen, dass wir auch zu Gottes Kindern und Erben dazugehören. Und wir können mit den älteren Geschwistern darüber staunen. Dabei kommt keiner zu kurz, geht leer aus oder nimmt einem anderen etwas weg. Gott ist unendlich. Und unendlich durch zwei oder wieviel auch immer geteilt, bleibt immer noch unendlich! Herzlichen Glückwunsch!

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4. Februar

Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren.

3. Mose 19, 32

Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

Römer 12, 10

Pfarrer Peter Liedtke, Girkhausen: Jemanden ehren, ehrerbietig sein. Das sind keine gängigen Vokabeln mehr für eine Sprachprüfung. Sind in Wahrheit nicht nur die Begriffe ungebräuchlich geworden sind, sondern auch die dahinter stehenden Werte? Am ehesten vertraut ist uns der Gedanke des Respekts. Doch wird der damit ausgedrückte Wert anerkannt? Ältere Menschen werden abgestempelt als von gestern, junge als unerfahren, arbeitslose als faul, fleißige als geldgeil, Christen als verdammte Gutmenschen, Menschen ohne Glauben als unethisch. Mehr Respekt untereinander tut Not. Denn jeder hat mit seinen Herausforderungen zu kämpfen. Wer sich ihnen stellt, verdient es, dass wir ihm/ihr mit Achtung begegnen.

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3. Februar

Hilf uns, Gott, unser Heiland, und sammle uns, dass wir deinen heiligen Namen preisen.

1. Chronik 16, 35

Jesus betet: Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir.

Johannes 17, 11

Kindergottesdienst-Mitarbeiter Ole-Samuel Witt, Hesselbach: Hilf uns, Gott, unser Heiland, und sammle uns, dass wir deinen heiligen Namen preisen“ - dieser Ausschnitt aus dem Danklied Davids führt uns vor Augen, wie wichtig es ist, zusammenzukommen, um Gottes Namen zu preisen. Gemeinschaft ist für den Gottesdienst und Lobpreis unerlässlich, ob sonntags in der Kirche, auf Freizeiten oder in den wöchentlichen Gruppenstunden. Nun ist es aber in den vergangenen zwei Jahren nicht immer so einfach gewesen mit der Gemeinschaft. Das haben wir auch im Kindergottesdienst gemerkt: Über Monate hinweg mussten wir Geschichten, Andachten und Bastelideen in Brief-Form im Dorf verteilen, der persönliche Kontakt zu den Kindern fehlte uns sehr. Als wir uns im letzten Sommer dann zum ersten Mal wieder persönlich treffen durften, war die Freude umso größer. Sich zu versammeln und gemeinsam Gott zu loben - und sei es mit Maske und Abstand - ist eben doch etwas ganz Besonderes.

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2. Februar

Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

Psalm 34, 2

Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen.

1. Thessalonicher 5, 16 bis 18

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: Aktuell gibt es so viele Dinge, über die wir uns aufregen. Es gibt viele Situationen, die uns Sorgen machen. Immer schwieriger wird es, Atempausen zu finden, in denen man ganz einfach fröhlich sein kann - Atempausen, die mir und meiner Seele guttun.
In diesen Pausen möchte ich mich daran erinnern: „Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen.

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1. Februar

Was vom Hause Juda errettet und übrig geblieben ist, wird von neuem nach unten Wurzeln schlagen und oben Frucht tragen.

2. Könige 19, 30

Ist die Wurzel heilig, so sind auch die Zweige heilig.

Römer 11, 16

Pfarrer Henning Debus, Wallau: Nie hätte er gedacht, dass es ihm einmal so schlecht gehen würde. Franz, 46, verheiratet, zwei Kinder, Schlosser von Beruf liegt auf der Intensivstation. Das Virus hat ihn erwischt. Nach fast zwei Wochen Beatmung, zwischen Leben und Tod, geht es ihm nun ganz langsam besser.
Nie hätte er gedacht, dass ihm das passieren könnte. So viel hat er schon weggesteckt. Darum hat er die Gefahr unterschätzt und sich nicht impfen lassen. Jetzt fühlt er sich von Gott errettet, spürt, dass neue Wurzeln in seinem Leben wachsen und dass er neue Lebensfrüchte erleben wird. Franz ist dankbar für die neuen Wurzeln.

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31. Januar

Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam. »Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott.«

Jeremia 3, 22

Ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

1. Petrus 2, 25

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Früher hatte ich ganz viele Kassetten. Bibi Blocksberg. Da gab es eine Folge „Bibi reißt aus“. Da kommt es am Ende dazu, dass Bibi mit Freunden und auch mit der Hilfe ein paar Erwachsener einen Ausreißerbauernhof gründet. Wenn Kinder Zuhause mal die Nase voll haben, können sie dort hin. Sie sind in Sicherheit und versorgt und gehen dann irgendwann wieder nach Hause zurück. Ich fand das früher immer voll cool und wollte auch mal sowas haben. Aber das gab es ja nur auf der Kassette. In meinem Leben ist es aber ähnlich. Da will ich manchmal weg, weil ich die Nase voll hab'. Gott sein Dank kann ich aber jederzeit wiederkommen.

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30. Januar Sonntags-Angedacht

Pfarrer Oliver Lehnsdorf, Oberndorf: Während meines sechswöchigen Diakoniepraktikums im Evangelischen Krankenhaus St. Johannisstift in Paderborn wurde ich gebeten, als Pflegehelfer in einer Diabetikerstation auszuhelfen. In dieser Zeit lernte ich die dortigen Krankenschwestern und Krankenpfleger, Ärztinnen und Ärzte und die weiteren Angestellten kennen.

Unter ihnen fiel mir eine Krankenschwester auf, die selten zu sehen war. Wenn ich mit ihr zusammen die gleiche Schicht hatte, wusste ich, dass sie kaum mit mir redete. Sie wirkte in sich gekehrt und schien mit ihren Gedanken immer woanders zu sein. Ich kam nicht an sie heran und dachte mir, dass sich dies in meiner Praktikumszeit auch nicht mehr ändern würde. Doch mit der Zeit stellte ich fest, dass sie recht lang auf den Zimmern der Patientinnen und Patienten zu finden war. Zudem fiel mir auf, dass sie sich dort viel Zeit für die Patientinnen und Patienten nahm und sich auch mit ihnen lange und ausführlich unterhielt. Dies war auch der Grund, warum sie so selten zu sehen war. Und ihre Gedanken waren oft noch bei den Gesprächen, die sie mit Patientinnen und Patienten führte, wie sie mir dann später einmal sagte.

Als ich dies herausfand, wurde mir einiges klar. Und mit der Zeit kamen wir beiden dann auch immer besser ins Gespräch. Mein erster Eindruck von ihr war nicht der richtige. Mit der Zeit musste ich etwas ganz anderes feststellen, nämlich dass sie sich sehr liebevoll um die Patientinnen und Patienten kümmerte und eine sehr einfühlsame Person war. Und dann erfuhr ich auch, dass sie dies alles aus einer christlichen Motivation heraustat. Dabei war ihr schon immer der folgende Bibelvers wichtig: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (3. Mose 19, 18)

Einer, der sich ausführlich mit diesem Gebot der Nächstenliebe beschäftigt hat, ist Albert Schweitzer. In einem seiner Bücher schreibt er: „Tut die Augen auf und suchet, wo ein Mensch ein bisschen Zeit, ein bisschen Teilnahme, ein bisschen Gesellschaft, ein bisschen Fürsorge braucht. Vielleicht ist es ein Einsamer, ein Verbitterter, ein Kranker, dem du etwas sein kannst. Wer kann die Verwendungen alle aufzählen, die der Mensch haben kann. An ihm fehlt es an allen Ecken und Enden. Darum suche, ob sich nicht eine Anlage für dein Menschentum findet.“

Es gilt, sich im Sinne Albert Schweitzers anrühren zu lassen und in vielfältiger Weise zu handeln. Dabei müssen es nicht unbedingt die großen und aufwendigen Taten sein. Es sind gerade auch die vielen kleinen und oft unscheinbaren Momente, die so wichtig sind, Momente, in denen wir Nähe und Geborgenheit verschenken und für andere da sind und für sie Zeit haben.

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29. Januar

Ich will sie retten von allen ihren Abwegen, auf denen sie gesündigt haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein.

Hesekiel 37, 23

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

1. Korinther 3, 16

Pfarrerin Ursel Groß, Grafschaft: Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Tempel“ hören? Ich denke an die Tempel auf der Akropolis - Kultstätten des griechischen Götterglaubens, die noch heute viel von ihrer einstigen Pracht und Schönheit ahnen lassen. Andere denken an den Tempel in Jerusalem oder an andere. Tempel sind in der Vorstellung vieler Gebäude, aus Steinen gebaut und kunstvoll verziert und ausgestattet.

Paulus redet von einem anderen Tempel. Er redet von dem Tempel als Bild der christlichen Gemeinde. Dieser Tempel ist aus lebendigen Steinen gebaut - aus Dir und mir - aus uns. Und er gewinnt seine Schönheit und Ausstrahlung durch Gottes Geist, der in uns wohnt und wirkt. Das macht diesen Tempel zu einem wunderbaren, anderen Tempel in dieser Welt.

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28. Januar

Sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.

Psalm 62, 6

Wer Ohren hat, der höre!

Matthäus 11, 15

Jugendreferent Daniel Seyfried, Girkhausen: Lassen Sie uns bei der heutigen Losung aus Psalm 62 mal auf ein kleines Wort schauen, dem kaum Bedeutung beigemessen wird - auf das Wort „nur“. „Nur“ verweist umgangssprachlich auf etwas Kleines, wie bei „nur ein paar Euro“ oder „nur noch ein Kilometer“. Oder aber es ist das Gegenteil und meint etwas Ausschließliches wie „nur du allein“ oder „ich habe nur Gutes gehört“. So versteht es auch der Psalmbeter. Nur bei Gott allein kommt seine Seele zur Ruhe. Er sucht Zuflucht und Schutz ausschließlich bei Gott. Und das gibt ihm neuen Mut und Hoffnung. Mit dem Wort „nur“ lädt Gott uns ein, ihm zu vertrauen.

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27. Januar

Die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten.

Psalm 103, 17 und 18

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Hebräer 13, 8

Erzieherin Angelika Krämer, Niederlaasphe: Was Gott zusagt gilt immer und ewiglich. Er hält seine Treue und sein Versprechen jeden Tag und jedes Jahr. Er ist die gute Macht, die alles schafft. Er gibt uns immer wieder neue Kraft und hält die Verbindung zu uns, auch wenn wir seine Nähe und Zuwendung manchmal nicht spüren können. Auch wenn wir meinen er ist gar nicht mehr da, weil so schlimme Dinge passieren. Er ist immer da! Auch wenn wir meinen, er ist gar nicht mehr da, weil wir uns so einsam und verlassen fühlen und keine Menschenseele sich um uns kümmert. Er ist immer da. Und er ist immer derselbe geblieben. Vor tausenden von Jahren - JETZT - und in alle Ewigkeit!

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26. Januar

Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.

Psalm 90, 16

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Johannes 1, 14

Prädikantin Sabine Lang, Hesselbach: Modern übersetzt lautet der Lehrtext: „Ein wirklicher Mensch aus Fleisch und Blut - dazu wurde das Wort. Mitten unter uns hat es gewohnt und wir konnten ihn betrachten. Da war sein herrlicher Glanz. Er strahlte durch ihn hindurch, durch ihn, den einzig geborenen Sohn des Vaters. Ganz erfüllt war er von Gottes Wesen: Wunderbar großzügig und durch und durch wahr war er.“ (Roland Werner, Das Buch)
Das Wunder von Weihnachten im Rückspiegel. Da wir auch Ostern feiern dürfen, weil Jesus den Tod besiegt hat, ist klar, dass das Gebet des Psalmdichters erhört wurde. Gott hat seine Herrlichkeit offenbart. Er hat uns Jesus geschickt. Das ändert alles!

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25. Januar

Weise mich zurecht, HERR, aber im Gerichtsverfahren, nicht in deinem Zorn, damit du mich nicht auslöschst.

Jeremia 10, 24

Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus.

1. Thessalonicher 5, 9

Presbyter Christian Schneider, Bad Berleburg: „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung“ - wie oft habe ich diesen Satz schon gehört? Ohne sich die eigenen Verfehlungen einzugestehen, wird sich nichts ändern.

Doch Jeremia sieht unsere menschliche Unfähigkeit, sich vollkommen gut zu verhalten. Und er weiß, dass Gott uns eines Tages dafür zur Rechenschaft ziehen wird. Dennoch geht er auf diesen Richter zu. In vollem Bewusstsein unserer Schuld bittet er um eine gerechte Verhandlung. Weil er weiß, dass unser Gott vollkommen gerecht handeln kann. Und auch Gott dachte sicher schon: „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.“

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24. Januar

Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein, so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.

Psalm 139, 11 und 12

Als die Sonne untergegangen war, brachten alle ihre Kranken mit mancherlei Leiden zu Jesus. Und er legte einem jeden die Hände auf und machte sie gesund.

Lukas 4,40

Jugendmitarbeiterin Yvonne Thomas, Winterberg: Ich denke, selbst wenn wir in der dunkelsten Nacht unsere Hände vor Augen nicht sehen können, sieht Gott. Eigentlich ist es dunkel, aber Gott strahlt auch in der Finsternis. Wer böse denkt und handelt, wird auch dann von Gott gesehen. Gleichzeitig gibt Gottes Licht Hoffnung für die Kranken. Er durchleuchtet sie mit seinem Licht, um zu sehen, woran sie leiden, um die Leiden in Ordnung zu bringen.

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23. Januar Sonntags-Angedacht

Pfarrer Dr. Andreas Kroh, Wolzhausen: Das Jahr 2022 ist jetzt schon einige Tage alt. Doch es passiert immer mal wieder bei meiner Arbeit im Krankenhaus, dass mir jemand begegnet und mir noch ein gutes neues Jahr wünscht. Ich freue mich jedes Mal über einen solchen Wunsch. Ich mache es nämlich auch so, wenn ich jemanden noch nicht gesehen habe, dann wünsche ich ihm oder ihr auch noch ein gutes neues Jahr. Diesmal ist mir aufgefallen, dass viele Menschen einen weiteren Wunsch hinzufügen, der ihnen besonders am Herzen liegt. Dieser weitere Wunsch ist, dass man doch bitte gesund bleiben möge. Ich kann einen solchen Wunsch angesichts der Corona-Pandemie gut verstehen. Die grassiert immer noch weltweit. Und mit dem Wunsch nach Gesundheit verbinden sehr viele Menschen - auch ich selbst - den Wunsch nach einem Ende der Pandemie. Und vielleicht tritt dies in diesem Jahr auch tatsächlich ein.

Gleichzeitig ist mir aber klar, dass ich Vieles im Grunde nicht selbst in der Hand habe. Auch das Jahr 2022 habe ich nicht selbst in der Hand. Sicher, manches kann ich absehen, manches kann ich sehr gut einschätzen, auch planen, aber sehr Vieles eben nicht. In einem meiner Klinik-Gottesdienste habe ich zum Jahresbeginn das neue Jahr mit einem Tor, mit einer Tür verglichen. Der Übergang nach 2022 ist so, als ob ich durch ein mir unbekanntes Tor gehen würde. Ich öffne eine mir unbekannte Tür. Durch diese unbekannte Tür betrete ich einen neuen Raum. Diesen kenne ich nicht: 2022 ist jetzt gerade drei Wochen alt, es liegt noch weitgehend unbekannt vor einem jeden, einer jeden von uns.

In Wittgenstein haben wir besonders viele historische Kirchen, deren Alter bis auf das Mittelalter zurückgeht. Besonders achte ich mittlerweile auch auf die Türen und Eingangsportale der einzelnen Kirchengebäude. Darunter finden sich hier in Wittgenstein nicht wenige Türen und Eingänge, die besonders verziert sind. Frühere Generationen haben sich sehr viel Mühe gegeben, die Eingänge zu ihren Kirchen für alle Besucherinnen und Besucher schön zu gestalten. Jeder und jede soll sich beim Betreten des Gotteshauses wohlfühlen. Aber es kommt neben dem Wohlfühlen noch auf etwas anderes an. Wer durch eine Kirchentür das Haus Gottes betritt, der kommt an einen besonderen Ort. Der Gang durch die Kirchentür ist ein Weg zur Gemeinde. Wenn sich die Gemeinde versammelt, dann geschieht dies in einer besonderen Absicht und zu einem besonderen Zweck. „Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.“ (Psalm 104, 33) Der Psalm spricht von einer lebenslangen Beziehung. Das ist eine Beziehung nicht nur für ein Jahr. Letztlich sind die Türen zu unseren Kirchen auch Türen zum Gotteslob und zur Frohen Botschaft des Evangeliums, einer Botschaft, die immer gültig ist.

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22. Januar

Jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.

Jesaja 9, 4

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lukas 1, 78 und 79

Vikarin Carolin Kremendahl, Bad Laasphe: Stell' dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Wie schön wäre das. Die Realität sieht anders aus. Und doch spricht sich die Bibel in kaum zu überbietender Klarheit für Frieden aus. Von einem Frieden, der mehr ist als die Abwesenheit von Krieg. Der Friedensbringer ist an Weihnachten auf diese Erde gekommen. In Jesus Christus zeigt Gott seine unendliche Barmherzigkeit. Ihm geht das, was auf der Welt mit seinen Menschen passiert, zu Herzen. Gott bringt sein eigenes Licht in die manchmal dunkle Welt, damit schon jetzt etwas von seinem Frieden durchschimmert.

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21. Januar

HERR, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk.

Jesaja 64, 7

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt.

Johannes 15, 16

Pfarrer Dr. Andreas Kroh, Wolzhausen: In der Klinikseelsorge begegnet mir häufiger die Frage nach dem Warum. Warum geschieht einem Menschen so viel Unglück? Meistens wird dann auch gesagt, dass diese Frage sowieso nicht zu beantworten ist. Der Mensch ist Gottes Geschöpf, seiner Hände Werk. Im Grunde ist dies doch eine wunderbare Aussage der Tageslosung. Sie ist zudem sehr tröstlich: Den sie bedeutet vor allem, dass die Frage nach dem Warum letztlich zu Gottes Geheimnissen gehört.
Danke, guter Gott, für deine Schöpfung und für alle Wunder deiner Schöpfung auch an diesem Tag. Amen

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20. Januar

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes.

Psalm 19, 2

Betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!

Offenbarung 14, 7

Presbyter Christian Gerhardt, Hesselbach: Habt Ihr schon mal an einer sternenklaren Nacht auf einer Wiese gelegen und in den Sternenhimmel geschaut? Als ich 16 Jahre alt war, war ich mit dem CVJM auf einer Freizeit in Schweden und genau dort habe ich das getan. Dieser Moment wird mir nie aus dem Kopf gehen. Diese Weite, diese Größe zu sehen und zu spüren, die unser Herr für uns bereitet hat. Mir ist in diesem Moment bewußt geworden, wie groß mein Vater im Himmel ist! Und was er alles geschaffen hat! Das macht mich ehrfürchtig und froh&stolz zugleich! Ich bin dankbar dem Gott vertrauen zu können, der all dies geschaffen hat, und ich möchte ihm die Ehre geben, durch mein Verhalten auf diesem Planeten. Das gelingt mir nicht immer, aber alle gemeinsam können wir da auf einem guten Weg sein. Beim nächsten sterneklaren Himmel denkt daran!

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19. Januar

Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben.

Sprüche 17, 5

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Matthäus 5, 7

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Kennen Sie Michel aus Lönneberga? Am liebsten mag ich die Folge, als Michel an Weihnachten für die Leute aus dem Armenhaus ein großes Festmahl ausrichtet. Die Speisen dafür hatte er in Mutters Vorratskammer gefunden. Und alle packen mit an. Die armen, alten Leute werden oben im Dachgeschoss durch ein kleines Fenster hinausgehievt, und Alfred trägt sie auf dem Rücken die Leiter herunter. Sie haben in der Stube vom Katthult-Hof eine schöne Zeit miteinander.

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18. Januar

Weide dein Volk mit deinem Stabe.

Micha 7, 14

Die Schafe folgen dem Hirten nach; denn sie kennen seine Stimme.

Johannes 10, 4

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Passt eine solche Bibelstelle noch in unsere heutige Zeit, in der die Menschen so darauf achten, selbstbestimmt zu leben, sich nicht vorschreiben zu lassen, wie sie ihr Leben führen sollen?
Ich glaube, Ja. Es ist ja nicht irgendwer, dem wir folgen, sondern Jesus, der uns anbietet, unseren Lebensweg mit ihm gemeinsam zu gehen, dessen Stimme wir kennen. Dieser Hirte hat sein Leben für die Schafe gelassen und verspricht uns: Niemand wird Euch aus meinen Händen reißen, hier seid Ihr geborgen! Das macht Mut, für jeden Tag.

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17. Januar

Lobet den HERRN! Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding.

Psalm 147, 1

Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.

Epheser 5, 19

Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer, Raumland: Wenn das so einfach wäre, immer zu loben. Manchmal ist mir gar nicht zum Loben zumute. Dann sehe ich nur auf das, was alles nicht so geht, wie ich es mir vorstelle. Dann vergesse ich all das Gute und all das, worüber ich mich freuen kann. Und dann brauche ich genau eine solche Person, die mir ein Loblied oder ein Dankeswort zuspricht. Dabei ist es mir schon passiert, dass ein solcher Vers zum Ohrwurm geworden ist und ich ihn den ganzen Tag über nicht mehr losgeworden bin. Und dann ist genau das geschehen, was hier im Epheserbrief auch Thema ist: singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Versuchen Sie es ruhig einmal:
„Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein Vater es kann. Er warf unsere Sünden ins äußerste Meer, kommt, betet den Ewigen an.“ (Heino Tangermann, Ev. Gesangbuch 644)

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16. Januar Sonntags-Angedacht

Pfarrerin Dr. Sandra Gintere, Winterberg: Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich mit der Geschwindigkeit des heutigen digitalen Zeitalters kaum noch Schritt halten kann. Geht es Ihnen auch so? Die Zeitabschnitte und die Gültigkeit von Erkenntnissen, Verordnungen und Entwicklungen werden immer kürzer, die Liste der Fragen und Probleme leider immer länger und umfangreicher. Vor einigen Wochen haben wir noch um den Adventskranz gesessen, Plätzchen gebacken, Weihnachtseinkäufe gemacht, Geschenke verpackt und uns voll Freude auf Weihnachten vorbereitet: Die herausgeputzten Wohnungen, die festlich geschmückten Weihnachtsbäume sowie die Krippe mit Maria und Josef und dem Jesuskind sind äußere Zeichen dieser erwartungsvollen Zeit.

Soeben haben wir an Silvester einander ein glückliches neues Jahr gewünscht, und jetzt ist das neue Jahr schon zwei Wochen alt. Mir fällt es schwer, dies zu begreifen.

Ich wünsche mir so sehr, dass uns die alte kirchliche Tradition, dass die Weihnachtszeit eigentlich 40 Tage bis zum 2. Februar dauert, neu bewusst wird. Das Kirchenjahr kennt diesen besonderen Rhythmus von 40 Tagen. 40 Tage dauert die Fastenzeit. 40 Tage sind es von Ostern bis Christi Himmelfahrt. 40 Tage vom ersten Weihnachtstag bis zu Mariä Lichtmess. Solche wiederkehrenden Rhythmen, also gleichbleibende Abstände, tun gut, sie sprechen eine tiefe Zuversicht aus, dass das von Gott gegebene Leben weiter geht und unsere Zeit in Gottes Händen steht.

Weihnachten ist nicht vorbei, obwohl es für viele Menschen freilich so aussieht. Für viele ist Weihnachten im wahrsten Sinne des Wortes mit Epiphanias, dem Gedenken an die Heiligen Drei Königen, erledigt. Schon am ersten Weihnachtstag fragte ein Nutzer bei Facebook: „Wo sind eigentlich die Sammelstellen für ausrangierte Tannenbäume?“

Leider haben wir in unserer Zeit diese 40-tägige Weihnachtszeit ganz aus den Augen verloren. Warum wohl? Vielleicht, weil wir keine Zeit mehr dafür haben und wir nach Weihnachten wieder schnell zur Tagesordnung übergehen müssen.

Aber, die wichtigste Frage ist: Was ist von Weihnachten geblieben, außer großartigen Geschenken, festlicher Stimmung und gemeinsamem Feiern?

Hat die Weihnachtsbotschaft „In Jesus ist Gott Kind geworden, damit wir Gottes Kinder werden können“ unsere Herzen erreicht? Gott ist Mensch geworden. Er ist uns damit so nahegekommen, wie es nur möglich ist. Im Leben dieses Gotteskindes können wir Gott erkennen: an seinem Handeln und seinem Leben, aber auch an seinem Sterben.

Hat dieser göttliche Liebesbeweis, diese sprichwörtliche Frohe Botschaft in unserem Leben etwas verändert? Es wäre doch wunder-bar, wenn diese Botschaft Spuren in unserem Alltag hinterlassen würde. Denn, seine Liebe will unseren Alltag neugestalten und mit Freude, Sinn und Inhalt erfüllen. Ich wünsche Ihnen von Herzen ein reich gesegnetes Jahr 2022.

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15. Januar

Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.

Jesaja 53, 5

Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

2. Korinther 5, 21

Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, Mornshausen: Neulich beim Einkaufen an der Kasse: Ich zücke meine EC-Karte zum Bezahlen, gebe den PIN ein - Fehlermeldung des Gerätes, keine Zahlung möglich. Oh, Schreck! Dann ein zweiter Versuch mit dem Smartphone - erst wird mein Gesicht wegen der Maske nicht erkannt, um die Zahlung freizugeben, dann aber leuchtet das OK auf. Wie beruhigend!
Wie wäre es gewesen, wenn ich nicht hätte bezahlen können? Es ging nur um Obst und ein paar Getränke, aber was, wenn es etwas ganz Dringendes und ganz Lebensnotwendiges gewesen wäre? Wie ist das, wenn ich für die Dinge einstehen soll, die in meinem Leben nicht so gut laufen, für alles, was ich tagtäglich falsch mache? Was wäre, wenn ich dann nicht bezahlen könnte? Wie gut, dass das schon jemand für mich gemacht hat. Jesus sagt, dass durch ihn schon alles für mich bezahlt ist. Ich kann wieder aufatmen!

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14. Januar

Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.

Psalm 126, 3

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.

Epheser 1, 3

Prädikantin Christiane Petri, Hatzfeld: Der ehemalige Superintendent Reinhardt Henrich verabschiedete sich ganz oft mit einem „Adieu“. Das hat mich persönlich immer besonders berührt, denn das französische  „à dieu“ bedeutet ja: Mit Gott. Dieser Gruß wirkte auf mich jedes Mal wie ein Segen; so, als würde ich damit erinnert daran, dass einer mit mir geht. Eine solche Erinnerung hat Gott uns auch an Weihnachten geschenkt, denn mit der Geburt seines Sohnes Jesus Christus hat er sein großes „ICH BIN DA“ in die Welt geschrieben. Was für ein Segen!
Ich wünsche Ihnen und Dir heute einen guten und fröhlichen Tag. Adieu!

P.S.:  Einen besonderen Segen gibt es hier: Ich brauche Segen

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13. Januar

Die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Hochgelobt sei Gott!

Psalm 70, 5

Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt.

Römer 15, 5 und 6

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: Von einem Geigenspieler hörte ich einmal folgenden Satz: „In einem Orchester sind wir alle Konkurrenten, das einzige, das uns eint, ist der Hass auf den Dirigenten.“ Auch in diesen Tagen erleben wir, dass Menschen sich aus Angst und Unzufriedenheit zusammenschließen und ihre Stimme erheben. Die Losung hingegen fordert uns auf, dass wir uns aus Liebe zu Gott unseren Mitmenschen zuwenden sollen, um gemeinsam Gott zu loben und so nicht Hass, Angst und Misstrauen, sondern seine Liebe in die Welt zu tragen.

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12. Januar

Der HERR ist der wahrhaftige Gott, der lebendige Gott, der ewige König.

Jeremia 10, 10

Jesus sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart.

Matthäus 11, 25

Presbyterin Katrin Spies-Gußmann, Bad Berleburg: Fühlen Sie sich lebendig? Es bedeutet zu leben, aber auch lebhaft sein. Lebhaft sein beinhaltet anregend sein. So kann es auch im Glauben sein. Warten Sie nicht auf Angebote, sondern gestalten Sie mit!  Ich gebe weiter, wo Gottes Kraft und Hilfe mich begleitet hat. Ich rege an, bringe meine Mitarbeit zu anderen Menschen, indem ich in der Gemeinde mitgestalte.
Probieren Sie es aus in Familie, Beruf und Gemeinde - sie werden staunen und sich lebendiger fühlen.

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11. Januar

Wo Träume sich mehren und Nichtigkeiten und viele Worte, da fürchte Gott!

Prediger 5, 6

Niemand soll euch das Heil absprechen, der sich in Demutsübungen und Engelverehrung gefällt und das mit irgendwelchen visionären Erlebnissen begründet. Solche Menschen blähen sich grundlos auf in ihrer rein irdischen Gesinnung, statt sich an Christus zu halten.

Kolosser 2, 18

Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück: Manchmal finde ich Bibelverse echt schwierig. Es geht dann gar nicht darum, dass ich dem, was da steht, ausweichen will. Es ist nur schwierig, das von damals in die heutige Zeit hinüberzutragen. Was sollte Gott schon gegen Träume haben? Ich finde, das war eines seiner genialen Einfälle bei der Schöpfung, dass er uns die Möglichkeit gegeben hat, zu träumen. Hinein in eine andere Welt, in ein anderes Ich. Zuviel ist aber wohl nicht gut. Und vor allen Dingen: unkonkret. Gott mag es lieber handfest und tatkräftig. Nicht vor lauter Reden und Träumen das Handeln vergessen. Oder, wie es mal im Kölner Karneval hieß: „Nit schwade, mache!“

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10. Januar

Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden!

Psalm 19, 13

Der Herr wird auch, was im Dunkeln verborgen ist, ans Licht bringen und wird Sinnen und Trachten der Herzen offenbar machen. Und dann wird einem jeden sein Lob zuteil werden von Gott.

1. Korinther 4, 5

Jugendreferentin Franzi Schneider, Bad Berleburg: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Ein Sprichwort, das mir noch nie gefallen hat. In dem heutigen Text wird deutlich, dass ohnehin alles ans Licht kommt. Auch die Dinge, auf die wir nicht stolz sind. Gott sieht unsere Gedanken, Wünsche und Taten. Er sieht sowohl das Schlechte als auch das Gute. Das heißt für mich persönlich aber auch, dass ich nichts verschweigen muss und nichts unaussprechlich ist, da mein Gott ohnehin alles über mich und von mir weiß.
Also trage ich mein Herz lieber auf der Zunge und orientiere mich nicht an dem Sprichwort.

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9. Januar Sonntags-Angedacht

Pfarrer Thomas Janetzki, Wingeshausen: Deshalb müssen wir umso mehr auf das achten, was wir hören. Sonst verfehlen wir noch das Ziel! (Hebräer-Brief 2,1)

Wer früher mit dem Auto eine Reise antreten wollte, musste erst einmal eine Landkarte studieren - bei längeren Fahrten auch schon mal mehrere Blätter aneinanderlegen, wenn es nur Teilkarten waren. Heute ist das mit der Hilfe von GPS und Navigationsgeräten sehr viel einfacher geworden. Aber immer noch muss man erst mal wissen, wo man überhaupt hinwill, um etwas eingeben und aufbrechen zu können.

Und wie ist das nun mit der Fahrt durch unser Leben? Wir sind ja alle auf unserer persönlichen Reise unterwegs; egal, auf welchem Streckenabschnitt…

Haben wir ein festes Ziel oder fahren wir eher ins Blaue? Das ist die entscheidende Frage, scheint mir. Und es geht mir dabei nicht um Ziele wie persönliches Glück, Erfolg im Beruf oder Vorkehrungen für meine Zeit im Alter - eher um die Frage, was ich als letztes großes Ziel im Auge habe, wo ich einmal am Ende meiner Zeit ankommen möchte.

Die Bibel sagt uns dazu, dass es nur ein letztes Ziel gibt, das sich anzustreben lohnt: die Ewigkeit bei Gott. Und der Weg dorthin ist sein Sohn Jesus Christus. Wer ihm die Führung durch sein Leben überlässt, der ist auf dem richtigen Weg.

Aber woher kann ich denn wissen, dass meine Straße die richtige ist? Auch da hat die Bibel einen Rat, denn sie selbst ist eine Art Landkarte auf dem Weg zu Gott. Der Bibelvers rät uns dazu, vor allem dabei auf das Wort zu achten, das wir hören, damit wir nicht das Ziel verfehlen.

Das bedeutet mehreres: Gottes Wort ist unser Wegweiser und Reiseproviant in einem. Es zeigt uns, wohin wir gehen können, und gibt uns die Kraft, loszugehen und diesen Weg auch zu verfolgen. Aber: Ein guter Start ist noch keine Garantie dafür, dass wir das Ziel auch wirklich erreichen. Wie schaffen wir es dann? Indem wir an unserer Reiseroute festhalten, indem wir dem treu bleiben, was wir hören und lesen.

An Jesus zu glauben, bedeutet ganz einfach, zielgerichtet zu leben, konzentriert auf der Reise durchs Leben zu bleiben, weil es sich lohnt. Es bedeutet aber auch, sich immer wieder selbst zu fragen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind, um unser Ziel zu erreichen. Der Bibelvers aus dem Hebräer-Brief will uns genau dazu Mut machen. Er sagt uns: Bleibt dran an diesem Wort! Bittet Gott um die Kraft, auf seinem Weg weiter zu gehen! Jesus Christus hat versprochen, uns auf unserer Reise niemals zu verlassen und uns zu bewahren, gerade auf den schwierigen Stücken des Weges. Mit ihm können wir unser Ziel nicht verfehlen.

Also: Vertrauen wir ihm unseren Weg an; er wird uns sicher führen!

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8. Januar

Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Himmel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe.

Hiob 16, 19

Es ist der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Hebräer 11, 1

Pfarrerin Claudia Latzel-Binder, Bad Berleburg: Was ich so alles nicht sehen kann und woran ich dennoch glaube: Liebe, Familie, Freundschaft, Gerechtigkeit… Was ich sehen kann: Menschen, die liebevoll miteinander umgehen, die verwandt sind, zueinander stehen und einander helfen, die sich für einander interessieren und gerne Zeit miteinander verbringen, Strukturen, in denen sie gut leben können… So ist das für mich mit dem Glauben auch: Den kann ich nicht sehen, aber ich sehe Menschen, die in fester Zuversicht und hoffnungsvoll ihren Glauben leben, liebevoll mit anderen umgehen, anderen Hilfe geben, Zeit investieren und sich für gerechte Strukturen einsetzen. „Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn ein Leben lang zu suchen.“ (Teresa von Ávila) Ihn ganz sehen kann ich nicht, aber ich sehe sein Wirken an und durch seine Menschen.

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7. Januar

Du sollst heute wissen und zu Herzen nehmen, dass der HERR Gott ist oben im Himmel und unten auf Erden und sonst keiner.

5. Mose 4, 39

Es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel.

Kolosser 1, 19 und 20

Laienpredigerin Monika Benfer, Bad Laasphe: Es tut gut am Anfang des Jahres solche Verse zu lesen. Darin finde ich eine Spur, die ich gehen möchte in 2022. Ich folge ihr mit der Gewissheit, dass Gott nicht vom Himmel auf mich herab schaut, sondern dass er auf dieser Erde mit mir unterwegs ist. Er bleibt nicht unberührt von dem, was uns Menschen beschäftigt, worüber wir uns Gedanken machen und was Leben in Frage stellt. Gott lässt sich davon berühren. Weil er weiß, dass wir damit nicht alleine klar kommen hat er uns durch Jesus Christus eine Spur geschaffen, die Erde und Himmel miteinander verbindet. Dadurch gehen wir in der Spur unseres Lebens behütet und geschützt, umfangen von der Liebe Gottes durch eine seltsame, wunderschöne und immer wieder todtraurige Welt. Diese Gewissheit lässt mich ruhig werden. Ich weiß mich in Gott geliebt. Ich gehe nicht verloren. In ihm ist die Fülle.

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6. Januar

Ich will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider mich gesündigt haben, und will ihnen vergeben.

Jeremia 33, 8

Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

1. Johannes 2, 2

Pfarrerin Barbara Plümer, Siegen: Am drei Königsfest räumen viele das Weihnachtszimmer ab. Den Staub des alten Jahres weg. Neues Jahr - neue Ordnung. Etwas Frisches soll ins Haus. Das unterstreicht den Neuanfang.
Auch die Losung spricht von Neuanfang. Gott will einen neuen Anfang wagen. Dazu reinigt er unser eingestaubtes Verhältnis zu ihm. Wie wir eingetrockenete Farbe mit Lauge einweichen und wegwischen, so weicht er unsere verkrusteten Seelen mit seiner Liebe ein und wischt all unsere Ausreden, Ausflüchte und Selbsttäuschungen fort. So steht unserer Beziehung zu ihm nichts mehr im Wege. Am Anfang des Jahres mistet Gott aus, putzt und fegt alle Ballast weg. So wird seine gute Stube wohnlich und lädt uns ein. Neugierige willkommen!

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Barbara Plümer ist die Gehörlosen-Seelsorgerin im Wittgensteiner Kirchenkreis.


5. Januar

Der HERR spricht: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.

2. Mose 33, 19

Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.

2. Korinther 8, 9

Pfarrer Jaime Jung, Erndtebrück: Reich zu sein, was heißt das schon? Was für einige zu wenig ist, ist für andere schon mehr als genug. Reichtum, der das Leben wirklich gut macht, das kann man nicht verdienen und nicht im Lotto gewinnen. Der ist uns von Jesus Christus geschenkt. Er, der reiche Sohn Gottes, wollte arm sein, einer von uns, um zu zeigen, was wirklich zählt: Die Liebe, die wir von Gott empfangen und mit anderen teilen können.
Dazu eine kleine Übung am Jahresanfang: Anstatt aufzulisten, was uns fehlt, könnte man dafür dankbarer sein, was uns alles schon von Gott geschenkt wurde - und da spielt der Kontostand keine Rolle.

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4. Januar

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele.

Psalm 57, 2

Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.

Johannes 1, 16

Presbyterin Claudia Seyfried, Girkhausen: „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!“ - endlich konnten wir in unseren Weihnachtsgottesdiensten in und vor den Kirchen wieder dieses schöne Weihnachtslied singen. Aber was besingen wir eigentlich in diesem Lied? Was bedeutet für uns „Gnade“, ein Wort, das ansonsten in unserem Wortgebrauch kaum noch auftaucht? In dem Kind in der Krippe begegnet uns der gnädige Gott, der selbst Mensch - ein hilfloser Säugling - wird, um uns Menschen zu retten. Dieses göttliche Geschenk dürfen wir ohne Gegenleistung immer wieder annehmen, nicht nur an Weihnachten, sondern an jedem neuen Tag.

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3. Januar

Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht!

Jeremia 14, 9

Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid.

Epheser 1, 18

Daniel Seyfried, Girkhausen (Leader der siebten Young-Ambassador-Generation): Wie sehen wohl erleuchtete Augen aus? Man konnte es an Weihnachten sehen, etwa wenn die Kinder ein Geschenk bekommen, das sie sich schon lange gewünscht haben. Beim Auspacken geht dann ein Strahlen über das ganze Gesicht und die Augen fangen an zu funkeln. Paulus wünscht sich dieses Funkeln in den Augen auch für uns Christen, gerade weil wir einen Gott haben, der unter uns ist und uns nicht verlässt. Dieses Strahlen ist dann ein Ausdruck unseres Glaubens, der Hoffnung weckt. So wünsche ich Ihnen ein gesegnetes neues Jahr mit vielen Momenten, in denen Ihre Augen leuchten.

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2. Januar

Sehet, dass ich's allein bin und ist kein Gott neben mir! Ich kann töten und lebendig machen, ich kann schlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand reißen.

5. Mose 32, 39

Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

Römer 14, 8

Jost Müsse, Weidenhausen (Young Ambassador der Kirchengemeinde Raumland): Auch 2022 wird wieder viele Veränderungen mit sich bringen. Die Welt wandelt sich immer schneller, es scheint grenzenlose Möglichkeiten zu geben. Gerade junge Leute tun sich dann schon mal schwer: „Wo möchte ich hin, was möchte ich machen, wann möchte ich es machen, was benötige ich dazu und ist das überhaupt das Richtige für mich?“ Man weiß aber nie, was das Richtige ist.
Da tut der Gedanke gut, dass es nur einen gibt, der uns in der Hand hat. Dem wir nicht entfliehen können und uns bei unserem Weg zur Seite steht, egal wo man hinmöchte, was man macht, und wann man es macht. Es ist auf alle Fälle das Richtige, dafür wird Gott schon sorgen. Einfach nach vorne schauen und das machen, was sich am besten anfühlt.

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1. Januar 2022

Wenn dich dein Bruder oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und andern Göttern dienen, so willige nicht ein.

5. Mose 13, 7 und 9

Jesus spricht: Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

Markus 3, 35

Leonie Reis, Bad Laasphe (Young Ambassador der Kirchengemeinde Wingeshausen): Ein jeder von uns ist bestimmt schon einmal in seinem Leben auf einen Menschen getroffen, für den er oder sie viel geben würde: einen sicheren Hafen, den wir um keinen Preis aufgeben wollten. Blindes Vertrauen definiert die Bindung und genau dort sollten wir vorsichtig sein. Egal, wie wichtig uns dieser Mensch auch ist, dürfen wir uns nicht in Versuchung führen lassen, unsere Prinzipien für jemand anderen aufzugeben. Nur, weil dieser uns dazu auffordert. Wir müssen uns bewusstwerden, dass manche Menschen es nicht so gut mit uns meinen, sondern nur ihren Nutzen aus einer Bindung ziehen möchten - genau dann sollten wir uns von diesen Menschen abwenden, denn wir bitten im Vaterunser um Erlösung von dem Bösen.

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