Ein Farbklecks am Max-Präger-Weg

  • Wer einen Sitzplatz bekam, hatte Glück gehabt. Beim Tag der offenen Tür im neuen Evangelischen Kindergarten am Laaspher Max-Präger-Weg herrschte durchgehend Andrang.
  • Mit Ausnahme von Einrichtungs-Leiterin Birgit Namockel zeigt das Foto die Farbklecks-Mitarbeiterinnen, die am Tag der offenen Tür an ihrer einheitlichen Oberbekleidung gut zu erkennen waren.

„Es hat ein bisschen gedauert, bis wir uns eingelebt hatten, aber jetzt fühlen wir uns hier pudelwohl“, so freut sich Kindergarten-Leiterin Birgit Namockel gut drei Monate nach dem Einzug der Evangelischen Kindertageseinrichtung aus dem Laaspher Westen ins frischegebaute Gebäude am Max-Präger-Weg über das funkelnagelneue Dach überm Kopf.

Die Einrichtung, die jetzt den Namen „Farbklecks“ trägt, besuchen derzeit 67 Mädchen und Jungen, 60 über Dreijährige und sieben Jüngere: „Wir sind voll“, kurz und bündig fasst Birgit Namockel die Situation zusammen. Ab Sommer gehörten sogar unter Zweijährige zu den Kindergarten-Kindern. Betreut werden die Kleinen von 13 pädagogischen Mitarbeiterinnen - inklusive der Sprachförderkraft. Die drei Gruppenräume sind jeweils 45 Quadratmeter groß, insgesamt addiert sich die Nutzfläche des Gebäudes zu 515 Quadratmetern zusammen. Die Gesamtfläche des Grundstücks beträgt knapp 2400 Quadratmeter. Birgit Namockel ist schon jetzt gespannt auf die Nutzung des Außengeländes. Sie selbst habe „ganz, ganz viele Gespräche“ geführt, gemeinsam habe man die Lösung gefunden, mit der der Raum vor der Tür künftig optimal genutzt werde. Schon während der außergewöhnlich warmen Dezember-Tage testeten die Mädchen und Jungen die überdachten Terrassen: „Die sind prima für Kinder.“

Im Gebäude lobt die Kindergarten-Leiterin die ganz neuen Chancen nach dem Umzug: „Wir haben jetzt viel mehr Möglichkeiten, zum Beispiel mit dem Turnraum - das ist genial. Auch dass Schlafräume da sind, ist sehr schön.“ Als Familienzentrum habe die Einrichtung immer mal Therapeuten im Haus, für Logopädie und für Ergotherapie, um nur zwei Felder zu nennen. „Da ist es prima, dass wir jetzt nicht mehr kompliziert mit den Räumen jonglieren müssen“, ist Birgit Namockel dankbar. Platz habe sie jetzt auch endlich für eine Krabbelgruppe, demnächst werde sogar noch ein zweiter Tag für die Krabbelgruppe angeboten. Es sei gut, dass man auch auf diese Art, eine Anlaufstelle für die Mütter sei.

In Bezug auf die Erreichbarkeit der Einrichtung sei die neue Einbahnstraßen-Regelung die einzige Möglichkeit gewesen, auch diese habe sich mittlerweile längst bewährt. Die Sache mit den Parkplätzen sei schwierig, gerade in Stoßzeiten. Aber es funktioniere, auch wenn da die Geduld der Nachbarn manchmal gefordert sei - die die Anwohner jedoch dankenswerterweise gewährten. Auch beim Tag der offenen Tür, mit dem sich die neue Einrichtung Anfang Februar 2013 der Öffentlichkeit ganz groß vorstellte.

Von Beginn an herrschte bis kurz vor Schluss jede Menge Betrieb im neuen Kindergarten „Farbklecks“ der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Laasphe am örtlichen Max-Präger-Weg. Mit dieser Veranstaltung stellte sich die nagelneue Kindertageseinrichtung der Öffentlichkeit vor. Bevor es ein fröhliches Fest mit viel gutem Essen, von den Eltern gespendet, und zahlreichen Spaß-Angeboten für kleine und große Besucher gab, stand zunächst ein offizieller Teil auf dem Programm. Zwischen 350 und 400 große und kleine Menschen waren während des Tages in dem Gebäude zu Gast, das 2012 innerhalb eines halben Jahres entstanden war und den alten Kindergarten an der Laaspher Feldstraße ersetzt hat. Trotz all der baulichen Schwierigkeiten im alten Gebäude kein leichter Schritt, auch Einrichtungs-Leiterin Birgit Namockel erinnerte in ihrer kurzen Begrüßung daran, dass beim endgültigen Abschied von der Feldstraße manch einem die Tränen in den Augen gestanden hätten. Dennoch blickte sie jetzt glücklich in die Zukunft, auch weil sie und ihre Kolleginnen nun im neuen Gebäude den Bildungsansprüchen eines Kindergartens in heutiger Zeit und den Anforderungen an ein Familienzentrum - was die Einrichtung gemeinsam mit dem Kindergarten Bäderborn ist - besser gerecht werden könnten.

Während die Mädchen und Jungen des Farbklecks-Kindergartens mit Bewegungsliedern die Feierstunde gestalteten, hatten die offiziellen Gäste viele Grußworte und Geschenke dabei.

In einer unter notarieller Aufsicht ermittelten Rednerliste - so Pfarrer Steffen Post – war es Paul Breuer, der den Grußwort-Reigen eröffnete. Der Landrat stellte gleich klar, dass er nicht jeder Kindergarten-Eröffnung beiwohne, aber es sei in Bad Laasphe eine besondere Situation gewesen. Die Auszeichnung als Familienzentrum und das gleichzeitige Unzufrieden-Sein mit dem Gebäude und Demonstrationen gegen das Gebäude reimten sich ihm nur schlecht zusammen, deshalb habe er damals gesagt: „Jetzt hab’ ich die Schnauze voll.“ Klare Worte, die Paul Breuer auch bei der Feierstunde wiederholte. Danach wurde in gemeinsamen Gesprächen von Kreisverwaltung, Kirchenkreisverwaltung, Stadtverwaltung und Presbyterium zügig ein sogenanntes Investoren-Modell als Lösung gefunden: Das Bau-Unternehmen Otto Quast übernahm per Erbaurecht von der Kirchengemeinde langfristig das Grundstück am Max-Präger-Weg, auf dem die Siegener Firma den neuen Kindergarten baute, den die Kirchengemeinde nun gemietet hat. Für den Landrat hatte diese Lösung Modell-Charakter, wie er in seinem Grußwort deutlich machte.

Der Bundestags-Abgeordnete Volkmar Klein versicherte den Kindern, dass neben Gebäude und Mitarbeiterinnen die Mädchen und Jungen das Wichtigste im Kindergarten seien und der Landtags-Abgeordnete Falk Heinrichs sah in dem neuen Kindergarten einen großen Fortschritt für Bad Laasphe und war sicher: „Hier sind Ihre Kinder bestens aufgehoben.“ Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann hatte als Geschenk - passend zum neuen Kindergarten-Namen - für die Kinder einen Farbkasten und Buntstifte dabei und ermunterte die Mädchen und Jungen, sie könnten damit ja dazu beitragen, dass der Farbklecks noch etwas bunter werde. Sie sollten den Namen einfach ernst nehmen. Ein Gedanke, der Steffen Post nicht so gut gefiel, der wollte stattdessen mit den Farben und den Kindern viel lieber mal im Rathaus vorbeikommen.

Auch der Elternrat hatte zum Tag der offenen Tür einen großen Geschenkekorb mitgebracht.

Nina Stahl hatte als Leiterin des zuständigen Geschäftsbereichs III im gemeinsamen Kreiskirchenamt der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein der Einrichtung neben einem Grußwort auch einen bunten Patchwork-Elefanten namens Elmar als Geschenk mitgebracht. Elternrats-Vorsitzende Kerstin Frank warf an diesem Tag noch mal einen Blick zurück. Sie erinnerte an die Probleme des alten Gebäudes und an die vielen Dinge, die die Eltern in der Vergangenheit aus diesem Grund angestoßen hatten. Sie versicherte der Kirchengemeinde, falls man dem Einrichtungsträger auf die Nerven gegangen sei, so sei es doch nie böse gemeint gewesen. Vielmehr habe man das gemacht, weil man an dem Kindergarten „Feldstraße“ gehangen habe, schließlich hätten die Erzieherinnen hier - trotz der Situation - „ganz, ganz tolle Arbeit“ geleistet. Auch deshalb gab es für jede Gruppe einzeln und für die gesamte Einrichtung zusammen Geschenke. Weitere Grußworte kamen von Angelika Krämer, Leiterin des anderen Familienzentrum-Kindergartens der Evangelischen Kirchengemeinde am Bäderborn, von der örtlichen Grundschulleiterin Ulrike Schmidt und vom früheren Pfarrer Manfred Dinger. Oft gehörten auch Geschenke dazu.

Superintendent Stefan Berk versicherte den Kindern: „Ihr seid tolle Geschenke.“ Sein Präsent zur Eröffnung des neuen Kindergartens „Farbklecks“, ein Wand-Tattoo mit dem Psalmwort: „Kinder sind ein Geschenk Gottes.“

Wobei Stefan Berk in seinem Grußwort die Mädchen und Jungen selbst ansprach: „Ihr seid tolle Geschenke.“ In vielen Beiträgen wurde bei der Feierstunde genau dieser Gedanke formuliert: „Kinder sind ein Geschenk Gottes.“ Der Satz wird künftig im Kindergarten „Farbklecks“ als Tapetenaufkleber an einer der Wände stehen.

Mit dem Copyright gibt es definitiv keine Probleme, denn das liegt sowieso bei der Kirche: „Kinder sind ein Geschenk Gottes“ steht nämlich in Psalm 127. Und außer dem biblischen Satz hatte Stefan Berk noch ein eigenes segnendes Wort dabei. Der Superintendent beendete sein Grußwort: „Ich wünsche, dass Gottes Segen immer durch diese Räume schwebe.“

Auf dem Weg zum Farbklecks am Max-Präger-Weg

  • Im September 2011 wurden die Pläne für den neuen Evangelischen Kindergarten am Laaspher Max-Präger-Weg vorgestellt.
  • Im März 2012 machte der Verein für Soziale Dienste und Arbeit im Garten neben dem Pfarrhaus von Steffen Post in Bad Laasphe den Weg frei für die anstehenden Bauarbeiten zum neuen Kindergarten am Max-Präger-Weg.
  • Mitte April 2012 erfolgte der erste Spatenstich für den neuen Kindergarten der Evangelischen Kirchengemeinde am Laaspher Max-Präger-Weg.
  • Immer wieder besuchten die Mädchen und Jungen vom Kindergarten Feldstraße die Baustelle am Max-Präger-Weg: im Mai.
  • Und im Juni.
  • Mitte Juni 2012 fand das Richtfest für den neuen Kindergarten der Evangelischen Kirchengemeinde am Laaspher Max-Präger-Weg statt.
  • Auch im Sommer wurde weitergebaut: im Juli.
  • Und sogar im August.
  • Anfang Oktober 2012 packten viele Leute an, als es um den Umzug des Kindergartens von der Feldstraße an den Max-Präger-Weg ging.
  • Mitte Oktober 2012 schauten beim Schnuppertag schon mal viele Menschen in der neuen Evangelischen Kindertageseinrichtung am Laaspher Max-Präger-Weg vorbei.
  • Inzwischen haben sich alle in der neuen Einrichtung eingelebt, ein gutes Vierteljahr nach dem Einzug der Kinder stellt sich der Evangelische Kindergarten „Farbklecks“ am Laaspher Max-Präger-Weg am 2. Februar bei einem Tag der offenen Tür allen Interessierten vor.
  • Und dann beim Tag der offenen Tür herrschte quasi durchgängig reger Andrang am Max-Präger-Weg.