Kindertageseinrichtung am Bäderborn

Architektin Claudia Hengst (Zweite von links) stellte in der evangelischen Kindertagesstätte Bäderborn in Bad Laasphe die Planungen für den anstehenden An- und Umbau vor. Neben einem Dutzend Mütter waren auch Einrichtungs-Leiterin Angelika Krämer (links) sowie Pfarrer Dieter Kuhli und Presbyterin Ute Petri vom Einrichtungs-Träger vor Ort.

Relativ unerwartet kam im Herbst 2010 die Genehmigung für einen An- und Umbau in der Evangelischen Kindertageseinrichtung Bäderborn in Bad Laasphe. Zum einen wurden hier städtische Mittel aus dem Konjunkturpaket II verbaut, zum anderen wurde für den U-3-Ausbau investiert, für den die notwendigen Landesmittel lange Zeit auf Eis gelegen hatten.

Architektin Claudia Hengst war es damals, die einem Dutzend interessierter Mütter die Planungen bei einem Elternabend vorstellte. Dabei waren auch Angelika Krämer als Leiterin der Kindertagesstätte sowie Pfarrer Dieter Kuhli und Presbyterin Ute Petri vom Einrichtungs-Träger. Dass das Projekt mit einem Finanzvolumen von 360 000 Euro nun mit einer etwa dreimonatigen Verspätung erst kurz vorm Winter begonnen werden könne, fand Claudia Hengst zwar nicht schön, andererseits aber auch nicht so tragisch. Man müsse nun anfangen, denn für die Konjunkturpaket-II-Mittel-Verwendung sei ein Baubeginn noch in 2010 erforderlich. Außerdem, so die Laaspherin, sei sie seit 23 Jahren Architektin und zwei harte Winter hintereinander habe sie noch nie erlebt.

Mit dem Konjunkturpaket-II-Geld kümmerte man sich vor allem um die Dämmung des Gebäudes aus dem Jahre 1970, dabei ging es um das Dach und die Fassaden sowie um jene einzelnen Fenster, die in den vergangenen Jahren noch nicht erneuert worden waren. Alte Dachpfannen runter, Dämmung, Isolierung, Lattung und neue Steine drauf. Ohne allzu große Beeinträchtigung laufe dabei der Kindergartenbetrieb weiter. Aufwendiger war die zweite Maßnahme. Beim U-3-Ausbau geht es um die Betreuung von unter Dreijährigen, aufgrund der besonderen Anforderungen hierfür - etwa in Bezug auf Ruhezonen - müsse man möglichst viele neue Räume und Nebenräume schaffen, so Claudia Hengst. Konkret heißt das für die einzelnen Gruppen: die Wühlmäuse und die Katzen bekommen je zwei neue Räume, die Käfer einen und außerdem gibt es einen neuen Raum für die Einrichtungs-Leitung, da das bisherige Büro von Angelika Krämer nach dem Umbau ohne Licht von außen im Innenbereich des Kindergartens liegt.

Bei der Baumaßnahme sollte das Gebäude in Richtung Bäderborn deutlich wachsen. Wenn das Wetter mitspielt, dann hofft die Architektin, dass die Arbeiten im Frühsommer abgeschlossen werden. In ihren Ausführungen wollte sie nicht verhehlen, dass eine Baumaßnahme stets Lärm, Dreck und Platzprobleme mit sich bringe, doch vor allzu großen Sorgen warnte sie. Die schlugen ihr von den versammelten Müttern auch nicht entgegen, vielmehr sagte eine Frau: Es sei ja sogar vielleicht ganz gut, dass im Winter gebaut werde, dann wollten die Kinder möglicherweise gar nicht so gern vor die Tür und die deutlich eingeschränkten Möglichkeiten um die Einrichtung herum wären dann weniger ein Problem. Kurz nach dem Informationsabend begannen im November 2010 die Bauarbeiten.

Wenn man demnächst in den Gruppenräumen einfach so Bilder mit Magneten an die Wände hängen kann, dann können sich die Kinder vom Bäderborn dafür auch bei Jens Riesinger bedanken, der hier nicht nur mit Angelika Krämer spricht, sondern auch die notwendigen Vorarbeiten dafür leistet.

Schon Mitte April war abzusehen, dass man den ursprünglichen Zeitplan nicht ganz werde einhalten können. Zu jenem Zeitpunkt war man jedoch Pi mal Daumen bereits in der zweiten Halbzeit auf der Baustelle der evangelischen Kindertageseinrichtung angekommen. Angelika Krämer peilte zu diesem Zeitpunkt einen Abschluss der Arbeiten für August an. Durch die Verwendung der öffentlichen und zeitlich gebundenen Konjunkturpaket-II-Mittel habe man mit den Arbeiten noch 2010 beginnen müssen. Leider habe das Dachdecken im Winter dazu geführt, dass man einen Wasserschaden gehabt habe, bedauerte Angelika Krämer. Aber mittlerweile seien hier alle Schäden behoben, man sei wieder ungefähr im Zeitplan, so die Leiterin der Drei-Gruppen-Einrichtung mit 65 Mädchen und Jungen, wozu ein Dutzend Kinder unter drei Jahren gehören.

Beim Rundgang auf der Baustelle wies Angelika Krämer schon einmal auf ein paar Einrichtungs-Neuigkeiten hin. In den Gruppenräumen gebe es künftig zum Beispiel zweckmäßige Magnetwände, an denen man einfach so mit Magneten Bildern aufhängen kann. Im Eingangsbereich des Flures wartet dann ein praktischer Parkplatz auf Kinderwagen, wo die Vierräder abgestellt werden können, mal eben kurz oder für den ganzen Tag. Außer dem Flur entstehen insgesamt sechs Räume neu, darunter ein Aufenthaltsraum für Mitarbeiter. Der aber auch noch ganz anders genutzt werden kann: als Ort für Elterngespräche, für das Elterncafé und sonstige unterschiedliche Angebote des Evangelischen Familienzentrums, wie sich die beiden kirchlichen Kindergärten in Bad Laasphe gemeinsam nennen dürfen. Sanierung und Umbau im laufenden Betrieb waren definitiv kein Zuckerschlecken, das bereitete Angelika Krämer schon im Vorfeld Kopfzerbrechen. Doch in der konkreten Situation sah sie, wie gut, trotz immer wieder auftauchender Schwierigkeiten, alles lief.

Für das Lied über die fleißigen Handwerker hatten die Kinder vom Bäderborn ganz eigene Texte, speziell abgestimmt auf die am Bau beteiligten Firmen.

Die Dinge brauchten dann doch noch etwas länger und außerdem wollten die Verantwortlichen nicht, dass die offizielle Eröffnung der erweiterten und umgebauten Einrichtung im Vorweihnachtsstress unterging, so gab es Ende Januar 2012 einen großen Tag der offenen Tür in der Kindertageseinrichtung am Bäderborn.

Schon gleich zu Beginn hieß es am Bäderborn: Volles Haus. Der Tag der offenen Tür begann mit einer offiziellen Eröffnung, denn nach 14 Monaten Bauzeit waren alle Kinder, Eltern, Presbyteriums-Mitglieder sowie am Bau beteiligte Firmen zu einer Feierstunde eingeladen. Besonders gelungen bei der Veranstaltung war ein Liedvortrag der Mädchen und Jungen, die sich bei den beteiligten Baufirmen mit neu geschriebenen Strophen zum bekannten Lied „Wer will fleißige Handwerker seh’n“ bedankten.

Auch der Eingangsbereich der Einrichtung wurde neu gestaltet, das Foto zeigt von links: Architektin Claudia Hengst, Pfarrer Steffen Post, Einrichtungsleiterin Angelika Krämer, Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann, Beate Helbers von der Kirchenkreis-Verwaltung und Pfarrer Dieter Kuhli.

Zu den Gästen des Kindergarten-Teams um Leiterin Angelika Krämer gehörte neben den Laaspher Pfarrern Dieter Kuhli und Steffen Post auch der örtliche Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann, Gerold Wagener als zuständiger Fachgebietsleiter beim Kreis Siegen-Wittgenstein sowie Beate Helbers als Leiterin des Kindergarten-Referats im Kirchenkreis. Vom Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein waren außerdem Schulreferentin Silke van Doorn und Diakoniepfarrerin Stephanie Eyter-Teuchert vor Ort. Da Superintendent Stefan Berk kurzfristig verhindert war, überbrachte Dieter Kuhli als Mitglied des Wittgensteiner Kreissynodalvorstands die Grüße des Kirchenkreis-Chefs. Zudem waren Vertreterinnen der benachbarten Kindergärten bei der Eröffnung: Zum einen von der Feldstraße, gemeinsam mit der Einrichtung dort bildet der Bäderborn das Evangelische Familienzentrum Bad Laasphe, aber auch von der AWo-Einrichtung auf der Pfingstweide. Zu den Besuchern gehörten darüberhinaus Vertreter der zahlreichen Kooperationspartner des Familienzentrums.

Dieter Kuhli warf im offiziellen Teil einen Blick zurück in die Geschichte der Einrichtung. Seit 41 Jahren und drei Monaten gebe es den Evangelischen Kindergarten am Bäderborn inzwischen, seit 30 Jahren und drei Monaten arbeitet übrigens Angelika Krämer hier. Der Pfarrer bilanzierte, dass die drei grundlegenden Aufgaben über die Jahre hinweg mit Betreuung, Erziehung und Bildung die gleichen geblieben, alle jedoch auf ihre Weise auch immer wichtiger geworden seien. Da sei der Evangelische Kindergarten Bäderborn ein guter Lehrraum und guter Übungsraum geblieben. Und in den vergangenen Monaten der Bauarbeiten sei er auch noch ein „spannender Abenteuerspielplatz“ gewesen.

  • Aus unterschiedlichen Ländern kamen die Spezialitäten am Kuchen-Buffet, denn die Eltern der Kinder in der Einrichtung am Bäderborn kommen ja zum Beispiel auch aus Japan.
  • Musikalisch wurde die offizielle Eröffnung von Christiane Diehl, Heidi Leicht-Wagner und Carmen Schwarz und deren Querflöten umrahmt.

Sowohl Dieter Kuhli als auch Einrichtungsleiterin Angelika Krämer nutzten die Gelegenheit zum Danksagen, die Liste war lang: Dank an Stadtrat und -verwaltung für die Bereitstellung von staatlichen Geldern aus Konjunkturpaket-II-Mitteln sowie aus den NRW-Zuschüssen für den U3-Ausbau, Dank an die beteiligten Handwerker und die Architektin Claudia Hengst, Dank an alle Mitarbeiterinnen im Kindergarten, Dank an alle Eltern im Allgemeinen und an den Elternrat unter Vorsitz von Andrea Hartisch im Besonderen sowie an alle Kinder. Beispielhaft konnte man das Engagement der Eltern an der breit gefächerten Kuchentafel und dem kalt-warmen Buffet beim Tag der offenen Tür sehen: Hierfür hatten zahlreiche Mamas und Papas Süßes und Herzhaftes geliefert. Und weil Einige von ihnen nicht in Deutschland geboren waren, gab es Leckeres aus aller Herren Länder: Neben deutschen Fähnchen standen auch russische, ukrainische, montenegrinische, tunesische, vietnamesische, bosnische, türkische, libanesische, polnische oder sogar japanische auf den selbstgemachten Spezialitäten.

Musikalisch wurde die Eröffnung von Christiane Diehl, Heidi Leicht-Wagner und Carmen Schwarz und ihren Querflöten umrahmt. Die drei Flötistinnen sind Schülerinnen der Musikpädagogin Christine Thomsen, mit der die Kita eng zusammen arbeitet. Zum Programm im weiteren Verlauf des Tages der offenen Tür gehörten eine Kreativwerkstatt mit Steffi Schubert, Märchenerzählungen von Lina Wagner im Keller und ein Kindertanz mit Sandra Wagner von der Tanzschule Dance World aus Wallau.

Angelika Krämer (links) bekam auch von Beate Helbers Blumen zu der Neu-Eröffnung in der umgebauten Einrichtung am Laaspher Bäderborn.

Nach dem sehr erfolgreichen Tag der offenen Tür schätzte Angelika Krämer, dass wohl 350 oder 400 Menschen an diesem Tag die Einrichtung besucht hätten. Und sie habe nur Lob und Komplimente für die neuen oder umgestalteten Räume gehört, so die Leiterin. Sie unterstrich erneut den Dank an die Eltern und den Elternrat, der sage und schreibe 500 Gewinne für die Tag-der-offenen-Tür-Tombola in der örtlichen Geschäftswelt organisiert habe. Konkret dankte die Kita-Leiterin zudem für die Spenden der Firmen EJOT, C+P Möbelsysteme und Osterrath, der Sparkasse Wittgenstein und der in Bad Laasphe beheimateten Volksbank Mittelhessen sowie der Zahnarzt-Praxis Hennig Schwarz und der Firma Steinberg-Bau. Nachdem dem Abpfiff der Bauarbeiten freute sich Bürgermeister Torsten Spillmann jetzt über „den Anpfiff für die nächste Runde“.