Jubiläen - Rückblick und Vorschau

  • Das Feiern und Gedenken zum Reformations-Jubiläum hatte im Wittgensteiner Kirchenkreis viele Facetten...

Kaum ist das Jubiläum zum 500-Jährigen der Reformation vorbei, schon steht das nächste vor der Tür. Der Wittgensteiner Kirchenkreis wird 2018 nämlich 200 Jahre alt. Bei der Synode in Wemlighausen blickte Dieter Kuhli als Vorsitzender des kreiskirchlichen Theologischen Ausschusses zum einen auf das vergangene, zum anderen auf das kommende Jubiläum.

Auch wenn der Laaspher Pfarrer in der Rückschau seine Aufmerksamkeit zeitlich splittete, war das Fazit ein ganzjährig gutes: „In der Tat habe ich das, was da auf höchst unterschiedliche Weise am letzten Oktoberwochenende geboten wurde, als höchstbeeindruckend empfunden. Das Reformations-Jubiläum - und mehr noch das Jubiläumsjahr der Reformation, das diesem Wochenende vorausgegangen ist - habe ich als ganz großes, bereicherndes Geschenk erlebt: Die Fülle dessen, was da auf sehr unterschiedliche Weise zur Sprache kam, ist für mich ein gutes Zeichen für die Lebendigkeit evangelischen Gemeindelebens in unserem kleinen Wittgensteiner Kirchenkreis.“ Ausdrücklich wies Dieter Kuhli darauf hin, dass 2017 nur der Abschluss einer Dekade war, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten der Reformation auseinandergesetzt hatte: In den insgesamt zehn Jahren auf dem Weg zum Jubiläum ging es schon um Taufe und Toleranz, Politik und Freiheit, Musik und die Eine Welt, Bibel und Bekenntnis und Bildung: „Das alles waren ganz wichtige Themen, die uns in den vergangenen Jahren beschäftigt haben. Von daher war und ist von Anfang an klar: Reformation ist mehr als Martin Luther - so beeindruckend diese scheinbare Überfigur des deutschen Protestantismus manchem auch erscheinen mag.“

Und doch war das Reformations-Jubiläum im Wittgensteiner Kirchenkreis mit einem etwa ein Meter großen, roten Kunststoff-Luther verbunden, der quer durch den gesamten Kirchenkreis reiste und bei vielen Veranstaltungen dabei war. Bei der großen Jugendbibelwoche für alle Wittgensteiner und Hochsauerländer schickte Superintendent Stefan Berk das Kunstwerk von Ottmar Hörl auf den Weg. Und der Luther bekam alles zu sehen, was zwischen eine Predigtreihe in der Kirche und eine Projektwoche in der Schule passte. Viele Menschen werden ihn selbst bei den kreiskirchlichen Projektwochen des Luthergartens gesehen haben. Fast alle Kirchengemeinden und einige Arbeitsbereiche hatten sich ein Thema zum Reformator herausgesucht und dazu ganz unterschiedliche Räume in der ehemaligen Erndtebrücker Hauptschule gestaltet. Ein Riesenerfolg insgesamt, bei dem Dieter Kuhli aber nochmal auf ein besonderes Glanzlicht hinwies. „Die Ausstellung alter Bibeln, die der Wiesenbacher Oliver Velte zusammengestellt hatte, war zudem ein besonderes Highlight, das sehr zum Gelingen des Ganzen beigetragen hat.“

Das Kräftebündeln machte stärker - und das erlebten die Evangelischen nicht nur bei ihrem wunderbaren Luthergarten, sondern auch überall im Kirchenkreis über Konfessionsgrenzen hinweg. In Bad Laasphe und in Schmallenberg, in Winterberg und in Stünzel gedachten Evangelische und Katholiken der Reformation gemeinsam und feierten sie ganz unterschiedlich miteinander. Das Engagement der Jugend, die Ökumene, das Miteinander der Menschen machte das Reformations-Jubiläum im Wittgensteiner Kirchenkreis zu einem ganz besonderen.

Hier gibt es viel mehr Facetten davon.

Schaut man sich dieses große Programm an, dann kann man sich vorstellen, wie anstrengend das Jubiläum war. Und dennoch steht das nächste vor der Tür. Und auch das wird gefeiert, wenn auch deutlich kleiner. Vier Projekte waren es dennoch, auf die Dieter Kuhli jetzt die Synode hinwies. Die Ausstellung „Katharina von Bora - von der Pfarrfrau zur Bischöfin“ soll im Februar zunächst in der Evangelischen Kirche Erndtebrück und im März dann in der Kulturkirche in Reiste die Geschichte der weiblichen Reformation beleuchten. Von Freitag bis Sonntag, 25. bis 27. Mai, ist direkt nach Pfingsten ein Festwochenende geplant mit einem Vortrag von Dr. Johannes Burkardt zur Geschichte des Wittgensteiner Kirchenkreises, der von einer Ausstellung ergänzt wird, mit einer Kabarett- und Konzertveranstaltung des Duos Camillo und der Band „Triple L, Valerio Lombardo & Dj Malex-o“ und einem abschließenden Kirchenkreisfest am Sonntag im Abenteuerdorf Wittgenstein. Beim kreiskirchlichen Ausschuss für Gemeindepädagogik laufen dafür die Fäden zusammen, dessen Vorsitzender Jörn Dickel bat jetzt bei der Synode: „Jede Gemeinde soll dazu beitragen, dass es ein buntes Programm für Jung und Alt wird.“ Für zwei weitere Projekte stehen bis dato noch keine genauen Termine fest. Der Wittgensteiner Kreissynodalvorstand möchte den Gemeinden in 2018 zum einen als „Geburtstagsgeschenk“, so Dieter Kuhli, Info-Tafeln für ihre Kirchengebäude überreichen: Die Tafeln bieten neben einem Bild der Kirche einen Kurztext zum Gebäude und einen QR-Code. Zum anderen soll es einen Bibelmarathon geben. Nachdem die Erndtebrücker Pfarrerin Kerstin Grünert in Hilchenbach dabei war, als man dort gerade in 100 Stunden zum Reformations-Jubiläum das Buch der Bücher las, soll das Ganze im Wittgensteiner Kirchenkreis zu einer Staffel werden, an der sich hoffentlich alle Kirchengemeinde beteiligen, um gemeinsam die komplette Bibel durchzulesen. Das braucht noch einige Arbeit, aber miteinander wird man‘s schaffen.

Und wer danach dann mal auf Ruhe hofft, für den kam Dieter Kuhli in seinem Vortrag auf Ulrich Zwingli zu sprechen: „Dessen 500. Reformations-Jubiläum wird übrigens - hoffentlich nicht nur - in Zürich und den Schweizer Kirchen 2019 gefeiert werden: Die Reformation geht weiter...“