Haushalt 2018

Die Entscheidungen rund um den Haushalt 2018 fielen bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein im Abenteuerdorf jetzt alle einstimmig aus, manchmal mit einigen wenigen Enthaltungen.

Als Vorsitzender des Wittgensteiner Finanzausschusses stellte Peter Liedtke bei der Herbstsynode den Haushalt 2018 vor. Die Zuweisung durch die Evangelische Kirche von Westfalen beträgt 4,4 Mill. Euro, davon werden vorweg 1,7 Mill. Euro Pfarrgehälter, 520.000 Euro als Wittgensteiner Anteil für die Kirchenkreisverwaltung, 110.000 Euro für die sieben Kitas im Kirchenkreis und 160.000 Euro für das Diakonische Werk Wittgenstein abgezogen.

Bleiben über 1,8 Mill. Euro, die nach dem Schlüssel 70:30 aufgeteilt werden: 1.321.708 Euro für die Kirchengemeinden, 557.875 Euro für die Synodalkasse. Das Geld, das die Kirchengemeinden bekommen, wird anhand der 32.776 dokumentierten Gemeindeglieder im Kirchenkreis aufgeteilt.

Das bedeutet: In 2018 bekommt jede Kirchengemeinde für jedes Gemeindeglied 40,32 Euro: zur freien Verfügung pro Kopf 38 Euro, außerdem fließen 2,32 Euro in die Gebäude-Substanzerhaltung der Kirchengemeinde. Auch wenn das insgesamt 2,80 Euro mehr sind als im vergangenen Jahr und auch frei verfügbar noch 48 Cent mehr, so stehen dem doch viel stärker steigende Personal- und Energiekosten entgegen. Die wachsenden Einnahmen sind allein der guten Beschäftigungslage und dem damit verbundenen hohen Kirchensteueraufkommen zu danken. Die Evangelischen werden dennoch zahlenmäßig weniger, auch in Wittgenstein und Hochsauerland. Und dadurch werden die Gebäude in Relation immer teurer.

Der Finanzausschuss sollte deshalb einen Ausweg suchen, insbesondere weil viele der Wittgensteiner Kirchen historische, ortsbildprägende und deshalb auf vielfältige Art wertvolle Gebäude sind. Eine gerechte Lösung für den Umgang mit den Gebäuden konnte der Finanzausschuss noch nicht finden, aber auf dem Weg wurde ihm sehr viel deutlicher, wie dringend der Kirchenkreis über das Problem nachdenken muss. Viele Zahlen, die Peter Liedtke ausführte, Bericht siehe auf der Kirchenkreis-Homepage, ließen den Gemeindevertretern den Atem stocken. Auch weil die Zahlen künftig klarer und greifbarer werden durch das Neue Kirchliche Finanzmanagement (NKF), mit dem das gesamte Haushalts- und Finanzwesen absehbar umgestellt wird. Spätestens 2020.

Steffen Post aus Bad Laasphe und Kerstin Grünert aus Erndtebrück dankten dem Finanzausschuss für die deutlichen Zahlen, baten aber gleichzeitig um einen ebenso klaren Zeitplan auf dem Weg zur NKF-Einführung. Die Beiden zählen zu den vier jüngsten Pfarrern im Kirchenkreis und können sich ausrechnen, wenn die schwierigen Probleme jetzt nicht angegangen werden, dann werden diese schier unlösbar, irgendwann haben die Gemeinden keinerlei Spielraum mehr zum Gestalten, sondern können nur noch der finanziellen Not gehorchend reagieren. Berleburgs Pfarrerin Claudia Latzel-Binder, fünftjüngste Pfarrerin im Kirchenkreis, erinnerte in Bezug auf die absehbaren finanziellen Schwierigkeiten an das Fundraising-Projekt, das der Kirchenkreis vor knapp acht Jahren in Verbindung mit der Öffentlichkeitsarbeit auf den Weg gebracht hatte. Damit sollten professionell Spenden gesammelt werden. Erste Anfänge gab es schon vor 2010: Insgesamt drei Theologen wurde über die Jahre hinweg die Fundraising-Ausbildung vom Kirchenkreis finanziert, die heute für den Kirchenkreis aber allesamt nicht mehr greifbar sind.

Den ersten Beiden sagte Oliver Berg als Verwaltungsleiter des Kreiskirchenamtes Siegen/Wittgenstein, die selbstständigen Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein haben seit 2001 eine gemeinsame Verwaltung, zu, dass es innerhalb der nächsten Monate einen konkreten Fahrplan zur Vorbereitung auf die NKF-Einführung geben werde. Bei der Synode war zudem Landeskirchenrat Martin Bock als Juristischer Ortsdezernent des Wittgensteiner Kirchenkreises. Er ermutigte in Bezug auf Claudia Latzel-Binders Anregung von dazu, bei der Landeskirche die Kompetenzen von Hansjörg Federmann abzurufen, der sich hier mit neuesten Erkenntnissen besonders um das Thema „Fundraising“ kümmert.

Stichwort:
Große Zahlen sind es alljährlich, zu denen die Synode des Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein Beschlüsse fassen muss, die fielen allesamt einstimmig aus, hier und da mit wenigen Enthaltungen.
Der Haushaltsplan für die Finanzausgleichskasse des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein für das Jahr 2018 wird in Einnahme und Ausgabe auf je 4.502.647 Euro festgestellt.
Der Haushaltsplan der Kreissynodalkasse für den Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein für das Jahr 2018 wird in Einnahme und Ausgabe auf je 1.144.266 Euro festgestellt.
Die Sonderkasse für das Abenteuerdorf Wittgenstein des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein für das Jahr 2018 wird in Einnahme und Ausgabe auf je 336.200 Euro festgestellt.
Der Haushaltsplan für das Kreiskirchenamt Siegen/Wittgenstein für das Jahr 2018 wird in Einnahme und Ausgabe auf je 3.374.849 Euro festgestellt.