Verabschiedung Rolf-Christian Wangemann

Pfarrer Rolf-Christian Wangemann (links) wurde bei der Synode des Wittgensteiner Kirchenkreises im Abenteuerdorf in Wemlighausen von Superintendent Stefan Berk verabschiedet.

Pfarrer Rolf-Christian Wangemann war lange Jahre einer der beiden Leiter der gemeinsamen Telefonseelsorge der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein in Siegen. Die wichtige Arbeit der Telefonseelsorge passiert nicht im Scheinwerferlicht, sondern am Telefon oder am Computer im Anonymen und im Verborgenen. Deshalb sah man Rolf-Christian Wangemann auch eher selten in Wittgenstein. Manchmal bei den Synoden im Wittgensteiner Kirchenkreis. Und wer dabei war, der kann sich mit Sicherheit an den Mann erinnern, dessen Grußworte immer ein bisschen anders waren.

Auch jetzt war er nochmal bei der Wittgensteiner Kreissynode, zum Abschied, denn er wechselt nach Norddeutschland in eine Klinikseelsorge-Pfarrstelle. Und auch deismal war sein Grußwort anders. Inspiriert von einer herumstehenden Gitarre schnappte er sich das Instrument und improvisierte ein Grußwort, in dem er die unterschiedlichen Tonlagen seiner Arbeit anstimmte.

Die Grußworte waren besonders, aber auch immer Rolf-Christian Wangemanns Haltung dahinter, wie sie Stefan Berk aufgefallen war, was der Superintendent auch in seinen Abschiedsworte für Rolf-Christian Wangemann ausführte: „Wenn ich mit Dir zusammen saß, hier in der Synode, in Siegen am Tisch der Telefonseelsorge, dann konnte man bei Dir immer diese besondere Begeisterung für Deine Arbeit spüren - und immer diese Überzeugung, an der richtigen Stelle zu sein. Selbst wenn es um schwere Themen ging, wenn Du von den Sorgen der Menschen am Telefon berichtet hast oder wenn wir über neue Formen der Seelsorge nachdachten - es war immer ein Ton der Hoffnung dabei. Immer dieser Gedanke: Es wird gut. Ich bedanke mich herzlich für Deine Arbeit, für Deinen Einsatz, für dieses unermüdliche Mutmachen gegenüber den ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Du hast unsere Telefonseelsorge mit geprägt - eine Arbeit, die im Verborgenen geschieht und geschehen muss, und die trotzdem unerlässlich und unverzichtbar ist. Manches Mal kann es passiert sein, dass ich, dass wir als Kirchenkreis diese Arbeit nicht genügend würdigen, weil sie so leise geschieht. Dafür möchte ich mich entschuldigen – vielleicht ist das auch eine Folge davon, dass Du so unaufgeregt und selbstverständlich Deinen Dienst getan hast.“

Und wenn manchem die außergewöhnlichen Grußworte Rolf-Christian Wangemanns auch schon mal etwas durchgeknallt vorkamen, so hatte Stefan Berk genau das richtige Abschiedygeschenk für den scheidenden Leiter der Telefonseelsorge. Den Wittgenstein-Krimi „Durchgeknallt“ von Wolfgang Breuer, den er nun mit in seine alte, neue norddeutsche Heimat mitnehmen könne und zu dem Stefan Berk noch sagte: „Es ist vielleicht keine Weltliteratur, aber eine Erinnerung an das Bergland, an Menschen, die Deinen Dienst geschätzt haben. Wir wünschen Dir in der neuen Klinikseelsorge Gottes Segen, gute Worte - und dass Gott Dir diese unerschütterliche Hoffnung auf seine Gegenwart bewahren möge.“