Kurzbericht 2016

In seinem Kurzbericht konnte Superintendent Stefan Berk jetzt bei der Herbstsynode des heimischen Evangelischen Kirchenkreises viel Positives aus Wittgenstein und Hochsauerland berichten.

Die ausführlichen Superintendenten-Berichte hat der Evangelische Kirchenkreis Wittgenstein ja mittlerweile auf den Sommer-Termin verschoben, dennoch gab Stefan Berk am Montag bei der Herbstsynode einen Kurzbericht, da sich derzeit viel im Kirchenkreis tut und man sich im großen Gebiet zwischen Altenilpe, Altastenberg und Altenteich schon mal aus den Augen verlieren kann. Zum Kirchenkreis gehören nämlich nicht nur Wittgensteiner, sondern auch die Evangelischen aus Eslohe, Schmallenberg und Winterberg sowie einige Siegerländer.

Vereinigung Lukas und WuDi
Die Vereinigung der Kirchengemeinden Wunderthausen/Diedenshausen und Lukas im Elsoff- und Edertal steht für den Jahresanfang 2017 auf dem Programm. Am Tag nach der Wittgensteiner Synode hat auch das Westfälische Landeskirchenamt in Bielefeld seinen Segen dazu gegeben. Die neue Lukas-Kirchengemeinde im Elsoff- und Edertal bekommt ein Bevollmächtigtengremium, das aus den Mitgliedern des bisherigen Presbyteriums der Lukas-Gemeinde sowie aus je zwei Gemeindegliedern aus Wunderthausen und Diedenshausen bestehen soll. Eine wichtige Aufgabe des neuen Gremiums ist die Ausschreibung der vakanten Pfarrstelle.

Feudinger Modellprojekt „Multiprofessionalität“
Stefan Berk erwähnte das Feudinger Modellprojekt „Multiprofessionalität“, bei dem künftig Pfarrer und Gemeindepädagoge eng zusammenarbeiten. „Ich bin sehr gespannt, wie diese für uns neue Form der Zusammenarbeit von mehreren Berufen in einer Gemeinde funktionieren wird. Ich vermute, dass alle Seiten hier auf einem längeren Weg des Lernens unterwegs sein werden. Aber ich bin mir sicher, dass es für die Kirchengemeinde und für die hauptamtlichen Mitarbeitenden ein deutlicher Gewinn sein wird.“

Dr. Tim Elkar in Erndtebrück
In der Erndtebrücker Kirchengemeinde arbeitet jetzt Pfarrer Dr. Tim Elkar. Der Superintendent erläuterte: „Er wird traditionelle Aufgaben wie Gottesdienste, Kasualien und Seelsorge wahrnehmen, aber auch besondere Projekte durchführen. Dazu gehört etwa der Versuch, einen Besuchsdienst wieder zu beleben, hoffentlich bald auch in Verbindung mit einer Diakonischen Gemeindemitarbeiterin, die dringend gesucht wird.“ Außerdem wird er eine Dokumentation über die langjährige Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden Erndtebrück und Berlin-Müggelheim erstellen. Neben den Aufgaben in Erndtebrück befasst sich Tim Elkar intensiv mit dem Reformations-Jubiläum.

Wahlgottesdienst in Gleidorf
In der Gleidorfer Kirchengemeinde findet am vierten Advent ein Wahlgottesdienst statt, denn Pfarrerin Ursel Groß hat sich als Gemeindepfarrerin beworben. „Sollte die Wahl erfolgreich verlaufen - und daran habe ich keine Zweifel -, soll die Einführung am Nachmittag des 12. März 2017 stattfinden. Damit hat die Kirchengemeinde Gleidorf wieder eine klare Perspektive, sowohl mit dem abgeschlossenen Haushaltssicherungskonzept als auch mit der Besetzung der vakanten Pfarrstelle“, so Stefan Berk.

Modellprojekt „Dienstgemeinschaft“ im HSK
Dennoch ist es jetzt nur noch eine Pfarrstelle für die über 160 Quadratkilometer große Kirchengemeinde Gleidorf mit rund 2200 Gemeindegliedern. Deshalb sprach Stefen Berk ein weiteres Modellprojekt an, „Dienstgemeinschaft“ ist die Überschrift. Es ist angedacht, dass die Kirchengemeinden Dorlar und Gleidorf einen Vertrag schließen, um den Pfarrstelleninhabern die gemeinsame Verantwortung für die pastoralen Aufgaben zu geben. Zurzeit arbeiten Pfarrer Jürgen Rademacher und Pfarrerin Ursel Groß an einem ersten schriftlichen Konzept, das im Dezember beziehungsweise Januar den Presbyterien vorgelegt wird. Der Superintendent formuliert die Absicht dahinter folgendermaßen: „Ziel soll sein, den Pfarrdienst so zu gestalten, dass einerseits die beiden Gemeinden auch in dieser Weitläufigkeit pastoral gut versorgt werden können, andererseits, dass die beiden Mitarbeitenden durch gegenseitige Entlastung und Vertretung ihren Dienst gesund und dennoch mit Leidenschaft ausüben können.“

Planungen für Winterberg nach Pfarr- und Gemeindehaus-Verkauf
Aus der Winterberger Kirchengemeinde, die wie fast alle Kirchengemeinden mit Finanz-Problemen zu kämpfen hat, berichtete Stefan Berk über den Verkauf von Pfarrhaus und Gemeindehaus: „Damit kann sich die Kirchengemeinde, die derzeit knapp 1400 Gemeindeglieder umfasst, auf die Kirche als Zentrum ihres Gemeindelebens in Winterberg konzentrieren. Geplant ist, dass die Kirche so umgestaltet wird, dass sie für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden kann und gleichzeitig ein attraktives und schönes sakrales Gebäude für Gottesdienste bleibt. Im hinteren Teil der Kirche entsteht ein Gemeinderaum, der durch bewegliche Glastüren vom Rest der Kirche abgetrennt werden kann.“ Hier sah der Superintendent eine Möglichkeit, wie man in der recht kleinen Gemeinde faktisch eine ganze Pfarrstelle behalten könnte: „Winterberg steht mit über 340.000 Gästen und über 1,2 Mio. Übernachtungen auf Rang 9 aller Städte in NRW. Noch nehmen wir als Evangelische Kirche in Winterberg und im Kirchenkreis diese besondere Situation eines der wichtigsten Tourismus-Orte nicht ernst. Genau darin könnte und müsste das künftige Profil dieser Kirchengemeinde liegen. Hier muss, glaube ich, in den nächsten Jahren dringend weiter gearbeitet werden - damit wäre eine volle Pfarrstelle in der Aufteilung traditionelle Gemeindearbeit und Urlauberseelsorge/Tourismus nach heutigen Gesichtspunkten zu rechtfertigen.“

Banfetaler Gemeinden auf dem Weg zur Vereinigung
Der Superintendent freute sich darüber, dass die Presbyterien der Kirchengemeinden Banfe und Fischelbach einen gleichlautenden Beschluss gefasst haben, im kommenden Jahr den Prozess zur Vereinigung zu beginnen, um eine neue gemeinsame Kirchengemeinde zu bilden. Dabei erinnerte sich Stefan Berk an den kreiskirchlichen Besuch in den Banfetaler Kirchengemeinden vor einem Jahr: „In der Visitation wurde allerdings deutlich, dass dabei die Konturen der jeweiligen Ortschaften und ihres kirchlichen Lebens besonders im Blick bleiben müssen. Es ist gut, dass wir dafür nun Zeit haben.“

Einführungsgottesdienst für Simone Conrad im Diakoniepfarramt
Das kreiskirchliche Diakoniepfarramt übernahm im Sommer Simone Conrad mit einer halben Stelle, wozu Stefan Berk ausführte: „Ziel ist es, die Vernetzung zwischen Diakonie und Kirchengemeinden und Presbyterien zu stärken und vertrauensvolle Ansprechpartnerin für die Mitarbeitenden zu sein - und damit die gute Arbeit von Pfarrerin Stephanie Eyter-Teuchert mit verändertem Profil fortzusetzen.“ Am 4. Advent findet der nächste Diakonie-Gottesdienst statt, der erstmals schwerpunktmäßig von Simone Conrad verantwortet wird. Sie wird bei dieser Gelegenheit offiziell in ihr neues Amt eingeführt.

Horst Spillmann in der Klinikseelsorge
In der Klinikseelsorge ist ebenfalls seit Sommer Pfarrer Horst Spillmann tätig, er arbeitet wie Pfarrer Dr. Andreas Kroh in den Berleburger Rehakliniken. „Gleichzeitig haben wir eine engere Zusammenarbeit vereinbart, zumal Odeborn- und Baumrainklinik inzwischen eine gemeinsame Geschäftsführung haben und organisatorisch eng zusammengerückt sind. In den nächsten Tagen findet ein Gespräch mit dem Helios-Krankenhaus Bad Berleburg statt, um die Möglichkeit eines seelsorgerlichen Engagements unseres Kirchenkreises auszuloten. Über das Gesprächsangebot freue ich mich sehr“, erklärte der Superintendent den Synodalen.

Philipp Hartmann im Kompetenzzentrum
Zu Philipp Hartmann, der ebenfalls seit Sommer als Anerkennungspraktikant im Kompetenzzentrum arbeitet, erläuterte Stefan Berk: „Zwischen Thomas Lindner und ihm wurden Aufgabenschwerpunkte abgesprochen, so dass es einerseits zu einer dringend nötigen Entlastung von Thomas Lindner kommt, andererseits zu einer Ausweitung der Begleitung der Arbeit in den Gemeinden und Regionen. Wir prüfen, ob es sinnvoll ist, statt der noch im Konzept vorgesehenen halben Pfarrstelle im Kompetenzzentrum zwei volle gemeindepädagogische Stellen zu besetzen. Es könnte sein, dass wir auf diese Weise ein Angebot an Herrn Hartmann zur Weiterarbeit im Kirchenkreis machen könnten.“

Nachdenken über Kirchenkreis-Regionen und Gestaltungsraum
Zwei vordringliche Aufgaben konstatierte der Superintendent für die nächsten Jahre. Zum einen das Kirchbild 2025: „Wir werden damit im Februar beginnen und unter anderem über die vorgeschlagenen größeren Regionen konkreter nachdenken. Ziel müsste es sein, starke Gemeindestrukturen zu entwickeln, die über eine Ein-Pfarrstellen-Situation hinausgehen. Dabei würde ich gern verschiedene Modelle diskutieren - von einem Zusammenschluss mehrerer Gemeinden bis hin zu einer Dienstgemeinschaft, in der mehrere Mitarbeitende zusammen für mehrere Gemeinden verantwortlich sind. Dabei sind auch die Fragen nach Leitung und Geschäftsführung, aber auch andere Berufe, etwa Kirchenmusiker und Gemeindepädagogen, zu bedenken.“ Zum anderen die Weiterentwicklung im Gestaltungsraum, also in dem gemeinsamen Gebiet der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein: „Vor dem Hintergrund, dass der Kirchenkreis in absehbarer Zeit weniger als 30.000 Gemeindeglieder haben wird, wurde in einer gemeinsamen Sitzung der Kreissynodalvorstände in Siegen und Wittgenstein verabredet, über die Zukunft unseres Gestaltungsraums grundsätzlich ins Gespräch zu kommen. Dafür haben wir das Kooperationsgremium wiederbelebt und wollen uns zunächst in einer kleinen Runde ab Dezember mit diesen Fragen befassen - Ende und Ergebnis offen.“

Unterlagen zum Thema

2016-herbstsynode-sup-kurzbericht.pdf

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