Kirche in Wittgenstein 2025

Erstmals verzichtete Superintendent Stefan Berk bei der Herbstsynode jetzt auf seinen Jahresbericht, den gibt es künftig im Sommer. Diesen Turnus haben die übrigen Westfälischen Kirchenkreise auch. Deshalb kommen deren Berichte auch bei der Landessynode im November vor, wo der ein Jahr alte Wittgensteiner Bericht bisher unter den Tisch fiel. Statt Bericht stand jetzt hier auf der Tagesordnung: „Evangelisch im Kirchenkreis Wittgenstein - Kirche in Wittgenstein 2025“.

Zwei Monate zuvor hatte der Superintendent der interessierten Öffentlichkeit bei einer Synodalversammlung im Berleburger Christus-Haus ein Papier - herunterzuladen unter den langfristigen Download-Angeboten auf der Kirchenkreis-Homepage - vorgestellt, das sich klug, weitsichtig und mit dem Blick für die heimische ländliche Region dieser Thematik widmet. Stefan Berk erläuterte die Weiterarbeit an der Thematik, wie sie sich das Leitungsgremium des Kirchenkreises vorstellt. Das erste Projekt ist die gemeinsame Unterhaltung von denkmalgeschützten Gebäuden der Kirchengemeinden: „Der Kreissynodalvorstand (KSV) schlägt vor, zu prüfen, auf welchen Wegen die Verantwortung für die denkmalgeschützten Kirchen und Kapellen auf dem Gebiet des Kirchenkreises Wittgenstein künftig stärker solidarisch - durch den Kirchenkreis und die Gemeinden gemeinsam - wahrgenommen werden könnte. Wir schlagen vor, dafür eine Arbeitsgruppe zu bilden. Die Arbeit könnte eine Fortsetzung der guten Ergebnisse des damaligen Bauplanungsausschusses sein, der unter dem Vorsitz von Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer getagt hat. Die Aufgaben und Ziele müssen aber weiter gefasst werden. Der KSV schlägt vor, diese Arbeitsgruppe zu gründen - und bittet die Synode um Vorschläge, wer in dieser Gruppe mitarbeiten könnte.“

Das zweite Projekt ist ein Gemeinsamer (Pfarr-)Dienst über Gemeindegrenzen hinaus: „Der KSV schlägt vor zu prüfen, ob und unter welchen Rahmenbedingungen ein gemeinsamer Dienst von hauptamtlichen Mitarbeitenden, vor allem im Pfarrdienst, aber nicht nur, möglich sein könnte. Auch zu diesem Thema wird in vielen Kirchenkreisen schon gearbeitet, wir möchten gern die entsprechenden Fachleute einladen, um über solche Modelle und die Erfahrungen damit weiter nachzudenken.“

Beide Ideen sind wichtig, über Beides muss nachgedacht werden, aber wie bei der Oktober-Versammlung kam Stefan Berk für das dritte Projekt auf das Fundament zu sprechen, auf dem alle anderen Überlegungen stattfinden. Es geht darum, erkennbar Kirche Jesu Christi zu sein: „Der KSV hat vor Kurzem in einem Brief an die Presbyterien darum gebeten, sich mit dieser Frage zu befassen, eine ehrliche Bestandsaufnahme zu machen. Die sechs Handlungsfelder aus dem Reformprozess der Landeskirche sollen dabei eine Hilfe sein. Im Hintergrund steht die Einsicht, dass die Selbstständigkeit von Kirchengemeinden, ja, auch von Kirchenkreisen nicht nur formal beschrieben werden kann. Was nützt es, wenn ich zwar sagen kann: Wir sind eine eigenständige Kirchengemeinde – aber es gibt einfach zu wenig Menschen, zu wenig Kraft, um diesen Anspruch auch zu füllen?“

Der weitere Fahrplan sieht jetzt vor, dass die Presbyterien diese Themen bis Ende April bearbeiten, zuerst mit den noch bestehenden Presbyterien, dann auch in der neuen Zusammensetzung, die sich in manchen Gemeinden ergibt. Im Frühjahr und Sommer möchte das Leitungsgremium die Presbyterien besuchen und die Ergebnisse mit den Gemeinden besprechen.

Kirche in Wittgenstein 2025

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