Andacht mit und Verabschiedung von Arne Kupke

  • Erndtebrücks zukünftige Pfarrerin hielt am Rednerpult die Andacht für die Wittgensteiner Kreissynode, als der künftige Finanzchef der Westfälischen Landeskirche, Dr. Arne Kupke, aufstand und für Geduld plädierte.
  • Offenkundig freute sich Dr. Arne Kupke als scheidender Ortsdezernent des Kirchenkreises über das Geschenk, das ihm der Wittgensteiner Superintendent Stefan Berk überreichte.

Die ehemalige Laaspher Vikarin und künftige Erndtebrücker Gemeindepfarrerin Kerstin Grünert hielt die Andacht zur Eröffnung der Wittgensteiner Kreissynode im Laaspher Gemeindehaus. Als jüngste Pfarrerin im Kirchenkreis gab sie sich am Anfang des Advents - der Zeit des Wartens auf das, was da kommt - ungeduldig und sagte: „Ich will alles und zwar sofort. Ich will nicht mehr warten. Geduld war nie meine Stärke.“ Da stand Dr. Arne Kupke auf. Der Oberkirchenrat ist seit 13 Jahren der Ortsdezernent des Wittgensteiner Kirchenkreises und er widersprach. Der Jurist hielt ein Plädoyer für die Geduld: „Wie ist das denn mit dem Adventskranz? Der ist doch deshalb für Kinder so spannend, weil er klein anfängt. Wir sehen schon die vier Kerzen, zünden aber nur eine an. So lernen wir alle Geduld fürs Leben, nicht nur die Kinder. Und Geduld können wir gut gebrauchen.“ Im Laufe der Andacht ließ sich Kerstin Grünert von Arne Kupke überzeugen, was aber auch kein echtes Wunder war, weil sie ja die Andacht gemeinsam mit Arne Kupke ausgearbeitet hatte.

Diese Andacht gegen falsche Prioritäten im Advent und im Leben war natürlich für sich genommen in ihrer Botschaft wichtig, aber dabei wurde noch etwas deutlich: nämlich, was die Wittgensteiner für einen Ortsdezernenten haben. Und zwar nur noch bis ins Frühjahr. Auf der Landessynode wurde Arne Kupke vor zwei Wochen zum neuen Leitenden Juristen der Evangelischen Kirche von Westfalen gewählt. Ab Mai ist er der Juristische Vizepräsident der EKvW. Deutlich spürbar wurde am Mittwoch in Bad Laasphe, dass die Wittgensteiner und Hochsauerländer im Kirchenkreis traurig sehen, dass er geht. Andererseits wird sein Geschick als künftiger EKvW-Finanzchef ja auch für den kleinen Wittgensteiner Kirchenkreis wichtig sein.

Superintendent Stefan Berk rief sich im Laaspher Gemeindehaus die Vizepräsidenten-Bewerbungsrede von Arne Kupke in Erinnerung: „Ein Ermöglicher willst Du sein, kein Verhinderer. Kein Zahlenkünstler, sondern ein Kommunikator. Und Du lässt Dich von dieser biblischen Vision leiten, dass eines Tages unser Mund voll Lachens sein wird. Das darf man auch in Westfalen, ja, das brauchen wir in Westfalen vielleicht besonders: juristische Vizepräsidenten, die von der einen großen Hoffnung leben, die wir alle teilen - und die uns zum Lachen bringen für diese Vision vom Reich Gottes.“

Wie das mit dem Lachen ist, wird an einem Detail deutlich, der scheidende EKvW-Finanzchef Klaus Winterhoff sprach für die Finanzsituation, die seit Jahren massive Einbrüche erwartet, die sich aber sehr viel langsamer einstellen als befürchtet, stets von einer stabilen Seitwärtsbewegung. Arne Kupke spricht beim Geld indes von einer stabilen Seitenlage, was augenzwinkernd und unaufgeregt den zu erwartenden Notfall in den Blick nimmt.

Auf seinem neuen Karriereschritt wird Arne Kupke ein Wittgensteiner Geschenk leuchten, das ihm Stefan Berk jetzt überreichte: „Es ist ein Licht, geschützt in einer Laterne, aufgehängt an einem Holz aus unseren Wäldern, beschriftet mit einem Wort von Luther auf einem Stück Schiefer: ‚Der Jurist, der nicht mehr ist als ein Jurist, ist ein arm‘ Ding.‘“

Die Andacht von Kerstin Grünert und Arne Kupke

2015-bl-herbstsynode-andacht.pdf

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