Verabschiedung von Synodalen

Elisabeth Grube, Stephanie Eyter-Teuchert, Gisela Weissinger, Wolfgang Tonnat und Otto Marburger erhielten von Superintendent Stefan Berk, (von links) zum Abschied ein Geschenk mit dem Bibel-Wort: „Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

„Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ - das schrieb der Apostel Paulus an Timotheus. Und genau das gab am Mittwoch bei der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein im Laaspher Gemeindehaus Superintendent Stefan Berk sechs Menschen mit auf den weiteren Lebensweg, die aus ihrem bisherigen Dienst im Kirchenkreis und deshalb aus der Synode ausscheiden. Und damit keiner in noch so schwierigen Zeiten diesen ermutigenden Satz vergisst, haben ihn die Verabschiedeten künftig nicht nur in ihrer Bibel stehen, sondern auch noch auf einer Schiefertafel, die die Wunderthäuserin Katja Weller-Wahl sechs Mal ähnlich und doch unterschiedlich gestaltet hatte.

Wolfgang Tonnat
Als Erstes richtete Stefan Berk sein Wort an Pfarrer Wolfgang Tonnat, der seit Dezember im Ruhestand ist: „Sie sind uns vor einiger Zeit erst aus dem Nachbarkirchenkreis Arnsberg geschenkt worden; nach einer langen Krankheitsphase wollten Sie noch einmal zurückkommen, nicht aufgeben, waren überzeugt, dass Sie mit Ihren Erfahrungen in der Jugendarbeit, in Leitungsaufgaben, in der Berufsschule unserer Kirche noch viel zu geben hatten. In so mancher Sitzung des Freizeitzentrums haben Sie dazu beigetragen, dass uns die Visionen nicht ausgingen, haben Linien gezeichnet, haben Ihre Kontakte ins Spiel gebracht. Winterberg war das zweite Standbein. Als Verstärkung und Entlastung haben Sie sich verstanden, gerade in einer Zeit, in der dort vieles neu überlegt werden musste. Einfach war das nicht, weil es nie einfach ist, in bestehende Verhältnisse hinein zu kommen. Danke, dass Sie das trotzdem gewagt haben, dass Sie diese Aufgabe ernst genommen haben.“

Gisela Weissinger
Nicht nur aus Meschede wie Wolfgang Tonnat, sondern sogar aus Dortmund war Pfarrerin Gisela Weissinger nach Bad Laasphe gekommen. Der Superintendent dankte der langjährigen Berleburger Klinikseelsorgerin noch einmal ausdrücklich für die viele Facetten ihrer guten Arbeit: „Leise, ohne Aufhebens, aber präsent - so hat Silke van Doorn Ihren Dienst vor ein paar Tagen gewürdigt, als Sie sich offiziell verabschiedet haben. Danke dafür, ergänze ich hier und heute, danke für die Treue zu den Menschen, für die offenen Ohren. Aber danke auch für alles Engagement für andere Menschen, weit über Wittgenstein hinaus. Viele Kleinigkeiten, die uns im Alltag begegnen, wie zum Beispiel die Stolpersteine, tragen auch Ihre Handschrift - und die bleibt zu lesen.“

Stephanie Eyter-Teuchert
Nach ihrer offiziellen Verabschiedung aus dem Dienst am Sonntag zuvor in der Laaspher Stadtkirche, verabschiedete Stefan Berk am Mittwoch Pfarrerin Stephanie Eyter-Teuchert auch noch aus der Synode: „Du hast die Klinikseelsorge in Bad Laasphe über Jahre geprägt, bis hin zu dem traurigen Zusammenbruch und den schmerzhaften Abschieden vieler Mitarbeitenden. Und Du hast vor vier Jahren den Mut gehabt, eine Diakoniepfarrstelle in unserem Kirchenkreis aufzubauen, obwohl wir keine echte Pfarrstelle hatten, obwohl manches unklar war und von Dir selbst mit Strukturen gefüllt werden musste. Ich bin froh, dass wir für die Arbeit, die Du uns als eine Art Erbe hinterlässt, die Arbeit in einem Diakoniepfarramt, eine gute Perspektive haben, auch wenn noch nicht alles in trockenen Tüchern ist. Uns ist jedenfalls deutlich: Was Du in den letzten vier Jahren getan hast, muss weitergehen – für unsere Diakonie und für unsere Gemeinden.“

Elisabeth Grube
Die letzte Pfarrerin im Bunde war die Gleidorfer Gemeindepfarrerin und Grafschafter Klinikseelsorgerin Elisabeth Grube, die zwar erst nach Weihnachten aus dem Dienst verabschiedet wird, aber zum letzten Mal als Synodale bei der Versammlung des Wittgensteiner Kirchenkreises war. Für den Kirchenkreis sagte Stefan Berk: „Ich bin Dir dankbar für alles, was Du gewagt hast, was Du neu auf den Weg gebracht hast - vor allem in der Klinik Kloster Grafschaft. Dort hast Du einen neuen Anfang geschafft, hast neues Vertrauen aufgebaut, und das in einem durch und durch konfessionell anders geprägten Ort. Und Dein Name bleibt verbunden mit dem ‚Spirituellen Sommer‘, der in Dir ein evangelisches Gesicht gefunden hat – nicht so, dass Du Wert darauf gelegt hättest, in jeder Broschüre möglichst weit vorne abgebildet zu sein, aber so, dass Du die Frage immer wieder gestellt hast, was aus evangelischer Sicht in diese Neuentdeckung von Spiritualität, in dieses Experimentierfeld des Glaubens eingebracht werden kann.“

Otto Marburger
Stefan Berk verabschiedete aus der Synode auch Otto Marburger, der aufgrund der landeskirchlichen Regelungen nach seinem 75. Geburtstag nicht mehr Presbyter sein konnte - und deshalb auch nicht mehr Synodaler ist. „Nicht nur Kirchenmann, sondern auch Politiker, nicht nur Lehrer, sondern auch Kulturverantwortlicher. Nicht nur Privatmann, sondern auch Verantwortlicher in der Öffentlichkeit, egal ob beim großen Schwarzenauer Täufer-Fest vor einigen Jahren oder im Stadtrat von Bad Berleburg. Ich glaube, das hat uns als Kirche immer gut getan, dass in Dir die verschiedenen Lebenswelten zusammen gebracht wurden. Du hast das für Dich immer gelebt, dass Kirche mitten in der Welt lebt, dass Glaube etwas mit dem Alltag zu tun haben muss, mitten drin in den Sozialräumen des Lebens, in den Nachbarschaften von Vereinen, Handwerk, Industrie, Politik, Kultur und Kirche.“

Inge-Marie Kolbe
Als langjähriges Mitglied des Kirchenkreis-Leitungsgremiums wurde die Berleburgerin Inge-Marie Kolbe verabschiedet, die Stefan Berk als Einzige am Mittwoch nicht in Bad Laasphe begrüßen konnte: „Einen leisen Abschied hat eine Frau unter uns genommen, die den Kreissynodalvorstand in den letzten Jahren deutlich mitgeprägt hat. Inge-Marie Kolbe hat sich nach dem Sommer von uns verabschiedet, weil sie mit ihrem Mann, der aus der Heliosklinik in den Ruhestand verabschiedet wurde, noch einmal neue Akzente setzen möchte.“ Ihr dankte der Superintendent für ihre „Fröhlichkeit, die uns manches Mal angesteckt hat“ und „für die Erinnerung daran, dass niemand von uns Denkmäler bauen sollte, sondern hier und jetzt seine Gaben einsetzt“.

Dabei rückte Stefan Berk andere in den Blick, auf deren ehrenamtliches Engagement die Evangelische Kirche konstitutionell angewiesen ist: „An manche anderen wäre an dieser Stelle auch noch zu erinnern - engagierte Presbyterinnen und Presbyter, die sich aus diesem Amt im Februar oder März kommenden Jahres verabschieden werden. Ich wünsche von hier aus allen, die aus unseren Leitungsgremien ausscheiden, eine gute neue Zeit für das, was jetzt anliegt. Ich sage Danke für alles, was Sie, was Ihr in diese Kirche an Schätzen hineingelegt habt. Es wird bleiben - da bin ich sicher.“ Und bei all den Abschieden, die natürlich auch traurig stimmen, gilt eines weiterhin: „Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“