Haushalt 2014

Haushaltspläne 2014 des Kirchenkreises, bitte anklicken zum Anschauen
Haushaltspläne 2014 des Kirchenkreises, bitte anklicken zum Anschauen
Ausführungen zum Haushalt 2014 von Oliver Günther, bitte anklicken zum Anschauen
Ausführungen zum Haushalt 2014 von Oliver Günther, bitte anklicken zum Anschauen

Schon allein wegen seiner klar verständlichen und sehr gut auf den Punkt gebrachten Ausführungen zum Haushalt wird der Wittgensteiner Finanzausschuss-Vorsitzende Oliver Günther, der im Januar als Superintendent nach Brandenburg geht, den Menschen im Kirchenkreis in Erinnerung bleiben. Auch am Montag brachte er die endlosen Zahlen-Kolonnen und akribisch-zusammengepuzzelten Tabellen des Haushaltsplans 2014 nicht nur kurz und schmerzlos, sondern auch unterhaltsam und nachvollziehbar auf den Punkt.

Hinzu kam, dass er keine ganz schlechten Nachrichten dabei hatte. Denn obwohl die Evangelische Kirche von Westfalen in stetiger Erwartung sinkender Steuereinnahmen lebt, werden es auch im kommenden Jahr wegen der gut laufenden Wirtschaft wieder mehr sein: „Wir nehmen im Kirchenkreis Wittgenstein knapp 190.000 Euro mehr ein als im Vorjahr.“ Während die 90.000 Euro Mehreinnahmen im Vorjahr durch ein strukturelles Defizit verschlungen wurden, kommt es im kommenden Jahr zu Einsparungen, weil der Verein für Soziale Dienste „bedauerlicherweise“, wie Oliver Güntherausdrücklich sagte, aufgelöst werden musste und nicht mehr finanziell unterstützt wird genau wie Haus Nordhelle, wo die Wittgensteiner nicht mehr zu den Träger-Kirchenkreisen gehören. Gespart wird, weil der Beitrag ans Diakonische Werk Wittgenstein auf den Betrag von 2013 gedeckelt wurde, weil für das Haushaltsjahr 2014 die hauptamtliche Kirchenmusik nur mit einem Stellenumfang von 50 Prozent berücksichtigt wurde, nachdem Hartmut Weidt in den Ruhestand gegangen ist und für die Kirchenmusik in Wittgenstein derzeit ein Weg gesucht wird, und gespart wurde, weil Pi mal Daumen zwei Pfarrstellen abgebaut worden sind. Zu den Mehreinnahmen von 190.000 Euro kommen Minderausgaben von 230.000 Euro.

All diese Rechnungen zogen Dreierlei nach sich, erstens führte Oliver Günther aus: Nach dem Kirchenkreis-Verteilungsschlüssel stehen den Gemeinden 60 Prozent der Einnehmen von 1,5 Mio. Euro - und damit 200.000 Euro mehr als im Vorjahr - zu. „Schütteten wir alles aus, wären das pro Gemeindeglied 6 Euro brutto mehr als im letzten Jahr. Finanzausschuss und Kreissynodalvorstand sind der Auffassung, dass wir so nicht verfahren sollten. Die Einnahmen werden nach einiger Zeit wieder sinken. Darauf müssen wir uns vorbereiten, um den finanziellen Absturz auch für die Gemeinden abzufedern. Deshalb werden wir 3 Euro pro Gemeindeglied netto mehr ausschütten als im letzten Jahr. Das sind in 2014 insgesamt 35,59 Euro pro Gemeindeglied netto. 2,85 Euro führen wir pro Gemeindeglied für die Gemeinden der gemeindlichen Stabilisierungsrücklage zu, die der Kirchenkreis vor zwei Jahren für die Gemeinden gegründet hat. Mit dem Ziel, den Absturz der Gemeindegliederpauschale ab 2018 abzumildern.“

Zweitens ging es um die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises: „Der Finanzausschuss hatte ja den Auftrag erhalten, einen Weg zu finden, wie die Stelle ‚Netzwerk Zukunft‘ dauerhaft in den Haushalt übergehen kann. Die Synode war der Auffassung, dass dieser Arbeitsbereich für die Zukunft unseres Kirchenkreises unverzichtbar ist. Mit den Mehreinnahmen und den Minderausgaben ist dies nun möglich. Die Prognosezahlen sichern dies bis 2017 verlässlich ab. Die bereits gebildeten Rücklagen aus den Jahresabschluss-Überschüssen der Vorjahre, die extra für diese Stelle zurückgelegt worden sind, sowie die jetzt vorgesehene Rücklagenzuführung ermöglichen eine verlässliche Planung für weitere Jahre. Daher empfehlen wir der Synode, heute die Entfristung dieser Stelle zu beschließen. Voraussetzung dafür ist, dass sie in den ordentlichen Haushalt überführt werden kann, das können wir nun.“

Drittens ging es um das Kompetenzzentrum für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im Kirchenkreis, nochmal Oliver Günther: „Der Stellenplan und die Konzeption des Kompetenzzentrums für Kinder, Jugend und Familie sehen zwei hauptamtliche pädagogische Mitarbeiter vor. Eine Stelle ist vakant. Eine dauerhafte Personalverantwortung können wir nicht eingehen. Auch heute nicht. Aber die gute Steuerentwicklung ermöglicht es uns, befristet für drei Jahre diese noch offene Stelle im Kompetenzzentrum in einem Umfang von 50 Prozent zu finanzieren und zu besetzen. Da aber eine befristete Besetzung im Umfang von 50 Prozent sehr schwer realisierbar scheint, haben die Gespräche im Vorfeld der Synode folgenden Weg eröffnet: Wir besetzen diese Stelle von Sommer 2014 bis Sommer 2015 mit einem Praktikanten im Anerkennungsjahr in vollem Umfang. Wir prüfen weiterhin die finanziellen Möglichkeiten, befristet für zwei weitere Jahre, also bis Sommer 2017 eine Weiterbeschäftigung im vollen Umfang. 50 Prozent werden durch die Kreissynodalkasse finanziert, die anderen 50 Prozent je zur Hälfte durch den Förderverein und die Personalkostenrücklage Jugendarbeit.“

All die Beschlüsse und Feststellungen zum Haushaltsplan 2014, die im anschließenden Ablauf nötig waren, fielen entlang der Vorschläge des Finanzausschuss-Vorsitzenden Oliver Günther ohne Gegenstimmen aus.

Den kreiskirchlichen Haushaltsplan 2014 gibt es hier,

die Ausführungen von Oliver Günther gibt es hier

und Oliver Günthers Power-Point-Präsentation gibt es hier.