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Hauptvorlage „Familien heute“

Nachdem die Landessynode der Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) vor 14 Tagen schon einen ersten Zwischenbericht geben konnte, stand die EKvW-Hauptvorlage „Familien heute“ jetzt erstmals auf der Tagesordnung der Wittgensteiner Kreissynode. Der Ansatz in der Hauptvorlage: Familie wird auch aus dem funktionalen Blickwinkel betrachtet: „In Kirchengemeinden treffen sich Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise Familie leben. Die Eltern mit ihren Kindern; die junge Mutter, die ihr Kind allein erzieht; der verwitwete ältere Mann; die gleichgeschlechtlichen Paare; die Großfamilie mit vielen Kindern; die pflegebedürftigen Eltern.“ So steht es in der Einleitung der Hauptvorlage, die im Berleburger Haus der Kirche an der Schloßstraße 25 auch in gedruckter Version zu bekommen ist.

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Bei der Synode gab es Berichte zum Thema „Familie“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Vom Kompetenzzentrum für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein war der Bericht nur kurz, der Grund wurde neben den unterschiedlichen Aktivitäten von der finanziellen Projektförderung der Familienarbeit im Banfetal bis zum Young-Ambassadors-Austauschprogramm, wo Familie auf Zeit entsteht, in einer Tischvorlage klar benannt: „Es ist der ausdrückliche Wunsch des Synodalausschusses und des Kompetenzzentrums, den Bereich der Familienarbeit intensiver zu bearbeiten und zu entwickeln. Aufgrund der personellen Besetzung des Kompetenzzentrums in den letzten vier Jahren war dies leider nur punktuell leistbar.“

Auch die sieben Evangelischen Kindergärten im Kirchenkreis - drei davon mit dem Status eines Familienzentrums - hatten Wünsche an den Kirchenkreis. Angelika Krämer, Leiterin der Kita am Laaspher Bäderborn, stellte die Gedanken aus den Einrichtungen vor, die derzeit von 365 Mädchen und Jungen besucht werden. Keine Frage, dass es hier viele und wichtige Kontakte zu unterschiedlichsten, auch kirchenfernen, Familien gibt. Deshalb formulierten die Kitas folgenden Wünsche: eine Stimmberechtigung der Kitas bei Synoden, ein besseres Personalmanagement, die finanzielle Entlastung von Kirchengemeinden, die Kindergärten haben, eine wittgenstein-gerechte Verbundlösung der Kita-Träger und eine bessere Kommunikationsstruktur zwischen Kirchenkreis, Kirchengemeinden und Kitas: „Dass gemeinsam überlegt wird, auf welche Weise alle Familienformen erreicht werden können und wie das System ‚Kirche‘ Familien unterstützen kann.“

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Als Pfarrer der Lukas-Kirchengemeinde im Eder- und Elsofftal fasste Dr. Ralf Kötter die Rückmeldungen zum Thema aus zwölf Wittgensteiner Kirchengemeinden zusammen. Für ihn ergaben sich aus den Antworten zwei Aufgaben: „Zum einen müssen wir uns fragen, wie wir in unseren Handlungsfeldern den Ansprüchen an kirchliche Verantwortung im gesellschaftlichen Wandel gerecht werden können. Das betrifft die personelle Besetzung im Kompetenzzentrum, das betrifft die Zukunft von Diakonie und Kindergärten. Das betrifft aber insbesondere auch die Zukunft der Gemeinden. Und die zweite Anfrage ist sehr konkret und betrifft unseren Umgang mit den gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.“ Aus einer konkreten Erfahrung seiner Gemeinde heraus rege die Lukas-Kirchengemeinde für den Kirchenkreis eine transparente Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften an: „Wir dürfen nicht mehr nur passiv abwarten, sondern wir müssen selbst aktiv werden: Gemeinden abfragen, wer sich dieser Verantwortung stellt, und das dann offensiv und öffentlich kommunizieren, damit gleichgeschlechtliche Paare mit dem Wunsch nach kirchlicher Begleitung in Zukunft zügig und verlässlich Ansprechpartner haben und nicht mehr orientierungslos umherirren müssen.“

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Schmallenbergs Schulpfarrerin Christine Liedtke, die sowohl in der Schule als auch mit ihrem Ehemann, Pfarrer Peter Liedtke, in der Gleidorfer Kirchengemeinde die Hauptvorlage immer wieder thematisiert und sogar für Gottesdienste spannend aufgearbeitet hat, berichtete von der Landessynode in Bethel, wo sie sich in einem speziellen Hauptvorlagen-Ausschuss mit dem Familien-Thema beschäftigte.

Nachdem der Wittgensteiner Kirchenkreis insgesamt zur Thematik ein bisschen schwer in Tritt gekommen ist, freute sich Christine Liedtke bei der Kreissynode darüber, dass die Westfälische Landeskirche den Gemeinden und Kirchenkreisen nochmal zeitlich weiteren Spielraum gegeben hat, in Erinnerung an die große Landessynode sagte sie: „Da alle noch ein Jahr Zeit haben, sich mit der Hauptvorlage auseinanderzusetzen, blieben wir Synodale in unseren Beratungen zwar engagiert, wurden aber nicht gesetzlich, sprachen wir von unseren Visionen, sprachen aber keine Forderungen aus, formulierten wir unsere Beschlussvorlagen klar, aber nicht demagogisch. Familie - an diesem Thema kommen wir nicht vorbei. Schön, wenn wir als Kreissynode das Gespräch darüber aufnehmen.“ Der Kreissynodalvorstand bekam am Ende von den Synodalen ohne Gegenstimme den Auftrag, die Bearbeitung der Hauptvorlage zu intensivieren, so dass das Thema „Familien heute“ bei der nächsten Wittgensteiner Kreissynode Mitte Juni zum Schwerpunkt werden kann.