Bericht des Superintendenten

Der neue Siegener Superintendent Peter Thomas Stuberg (links) und sein Wittgensteiner Gegenüber Stefan Berk denken darüber nach, wie die beiden Nachbar-Kirchkreise sinnvoll kooperieren können. Möglicherweise demnächst beim Schulreferat. In Wittgenstein arbeitet Pfarrerin Silke van Doorn seit zwei Jahren erfolgreich als Schulreferentin.

Nach der Andacht des Erndtebrücker Pfarrers Stefan Döhner war der Jahresbericht (den kompletten Bericht finden Sie hier) des Superintendenten Stefan Berk der erste der üblichen Programmpunkte bei der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein.

„Im Vergehen begriffen“ war die erste Hälfte des Berichtes überschrieben. Hier ging es um die Konflikte zwischen der Kirchengemeinde Wingeshausen im Sommer, die Schwarze Kasse in Girkhausen, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Abschiede von Presbytern, von der benachbarten Superintendentin Annette Kurschus, von der ehemaligen Vikarin Janine Kimminus, von dem Pfarrer im Fundraising-Konzept, von der Wittgensteiner Glaubenskonferenz, von Gemeindehaus und Gottesdienststätte in Züschen sowie von der ehemaligen Kirche in Aue.

Die zweite Hälfte trug indes die ermutigende Überschrift „Im Werden begriffen“ - und war deutlich größer. Hier sprach Stefan Berk davon, dass die fünf aus Bielefeld zugesprochenen Sonderpfarrstellen für den weitläufigen und großräumigen Wittgensteiner Kirchenkreis zwar zum Jahresende auslaufen, er aber bis 2017 weiterhin drei zusätzliche Pfarrestellen finanziert bekommt. Und von einer neuen Finanzplanung, wonach Finanzsatzung und damit die Finanzverteilung im Kirchenkreis überprüft werden soll.

Der Superintendent sprach vom Freizeitzentrum Wemlighausen, für das bei der kommenden Synode ein Gesamtkonzept vorgelegt werden soll, und von der vertrauensvollen Zusammenarbeit auf Augenhöhe im Gestaltungsraum XI der Evangelischen Kirche von Westfalen, das sind die selbstständigen Nachbar-Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein, die sich offenkundig mit dem neuen Siegener Superintendenten Peter Thomas Stuberg fortsetze. Derzeit tüftele man mit den entsprechenden Schulausschüssen daran, ein gemeinsames Schulreferat für Siegen und Wittgenstein mit einer vollen Pfarrstelle aufzubauen. Auch beim Ökumenischen Modellprojekt arbeiten Siegerländer und Wittgensteiner zusammen. Dass in Schmallenberg - und damit im Kirchenkreis Wittgenstein - für das Regionale-Projekt „Wege zum Leben“ eine Koordinatoren-Stelle geschaffen wurde, ist nicht nur den beiden Nachbar-Kirchenkreisen zu danken, sondern dem finanziellen Engagement aller fünf südwestfälischen Kirchenkreise. Als Leitender Theologe des Wittgensteiner Kirchenkreises lud Stefan Berk nach dem erfolgreichen Start der Kirchenkreis-Homepage noch einmal ausdrücklich die Gemeinden ein, ihre Möglichkeiten sich einzubringen auch zu nutzen: „Ich hoffe, dass Sie kräftig davon Gebrauch machen, denn wir haben der Öffentlichkeit die Gute Nachricht zu erzählen.“ Die unumstritten erfolgreiche und hoffentlich weiter wachsende Arbeit des Kompetenzzentrums für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit wurde hervorgehoben und auch für das Konzept der Salutogenese, die Gesundheit und Wohlergehen der hauptamtlich Mitarbeitenden ins Auge fasst, hoffte Stefan Berk, dass es an Fahrt aufnehme.

Alles genau abwägend fiel sein Schlussfazit deutlich aus: „Ja, es war ein erfolgreiches Jahr. Viele Leuchttürme gab es, in den Gemeinden und im Kirchenkreis.“ Anderes sei noch nicht genau geklärt, aber: „Es ist gut, dass es offene Fragen gibt, weil wir als Kirche der Gnade nie fertig sind - nicht mit uns selbst, nicht mit unseren Gemeinden, nicht mit unserer Arbeit. Die Unvollkommenheit ist aber nicht der Ausdruck von Schwäche, sondern der deutliche Hinweis auf den, der unsere Mitte ist, von dem wir herkommen und auf dessen Wirklichkeit hin wir unterwegs sind. ‚Lass Dir an meiner Gnade genügen’, sagt Jesus Christus. Das genügt.“