Berichte von der Landessynode

Auch die Schmallenberger Schulpfarrerin Christine Liedtke (links) und das Berleburger KSV-Mitglied Inge-Marie Kolbe waren bei der Landessynode in Bielefeld und lernten dort die Hauptvorlage „Familien heute“ kennen.

Als Synodale des Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein waren neben Superintendent Stefan Berk und Dr. Dirk Spornhauer, dem Vorsitzendem des Evangelischen Bundes Westfalen und Lippe, auch noch die Berleburgerin Inge-Marie Kolbe, die Schmallenberger Schulpfarrerin Christine Liedtke und der Schwarzenauer Otto Marburger bei der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EkvW) Mitte November in Bielefeld.

Bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein berichteten sie am Montag über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse. Dabei gab Christine Liedtke einen Einblick als Neuling bei der Landessynode, ihren Bericht finden Sie hier. Den Bericht von Inge-Marie Kolbe über die Aktivitäten des Berichtssausschusses in Bielefeld finden Sie hier. Otto Marburger sprach in freier Rede von dem „theologischen Input“ der Landessynode. Dabei rief er jetzt ausdrücklich den Kirchenkreis Wittgenstein dazu auf, sich ins Jahr der Toleranz - wie das Jahr 2013 in der Luther-Dekade auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 überschrieben ist – mit eigenen Aktionen einzubringen. Außerdem schwärmte er als dienstältester Synodaler über die Landessynoden-Atmosphäre und die Art, wie Annette Kurschus als neue Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen die Landessynode „charmant, lässig, theologisch tiefgründig“ geleitet habe. Eine Begeisterung, die nicht überall geteilt wird, wie man auch im Kirchenkreis Wittgenstein aus Zeitungs-Leserbriefen erfahren kann. Von denen hatte auch Christine Liedtke im Schmallenberger Sauerland gehört, so sagte die neue Landessynodale noch etwas zu der Hauptvorlage „Familien heute“, einer Hauptvorlage, die erstmals gemeinsam von der Lippischen und der Westfälischen Landeskirche erarbeitet wurde.

Hauptvorlagen haben eine lange Tradition in der Evangelischen Kirche von Westfalen. Sie greifen theologische und gesellschaftliche Themen auf, um sie innerhalb der evangelischen Kirche zu diskutieren. Dabei geht es einerseits darum, einzelnen Christen eine Orientierung zu geben, andererseits finden die Gemeinden und die Landeskirche damit eine Position zu diesen Themen. Hauptvorlagen werden von der Landessynode verabschiedet. Die Hauptvorlage „Familien heute“ hat das Ziel, Familien zu stärken. Sie ist ein Impulspapier. Sie beschreibt gesellschaftliche Entwicklungen, eröffnet biblisch-theologische Perspektiven und entwickelt daraus Konsequenzen für kirchlich-diakonisches Handeln.

Die 80-seitige Hauptvorlage, die man auch beim Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein im Haus der Kirche an der Berleburger Schloßstraße 25 bekommen oder unter www.familien-heute.ekvw.net aus dem Internet herunterladen kann, spreche da von Familie, so Christine Liedtke, wo Menschen dauerhaft und generationsübergreifend zusammenleben. Dieser mutmaßliche Angriff auf Ehe und das traditionelle Familienbild ruft zahlreiche Kritiker auf den Plan. Und Christine Liedtke erklärte jetzt bei der Berleburger Synode, dass es genau darum gehe, egal ob man dafür oder dagegen sei: „Sie können etwas dazu sagen! Wir haben eben keinen Papst, und das ist gut so. Es macht Freude, von unten her mitgestalten zu können.“ Mit der Landessynode in Bielefeld wurde der Startschuss für die Debatte in Westfalen gegeben, bis zum 1. Juli 2013 möchte die EKvW Stellungnahmen zum Thema „Familien heute“ haben. Auch aus dem Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein.