Diakonische Gemeindemitarbeit

Einstimmig fielen viele Beschlüsse bei der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein am Montag aus, auch für die Diakonische Gemeindemitarbeit sprachen sich alle - bei einer Enthaltung - aus.

Dass die Wertschätzung für die Arbeit der Diakonischen Gemeindemitarbeitenden, die es wegen einer Anschubfinanzierung durch den kommunalen Kreis Siegen-Wittgenstein nur im Wittgensteiner Teil des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein gibt, groß ist, das war allen Beteiligten klar. Wie viel sie den Gemeinden jedoch wert ist, das machten die Stellungnahmen aus den Gemeinden deutlich, nachdem sich abzeichnete, dass dem Diakonischen Werk eine Finanzierung in 2013 unmöglich wird (die Stellungnahmen finden Sie hier).

Nach dem teilweisen Ausstieg des Kreises sei es nicht gelungen, die angepeilte alternative Finanzierung zu organisieren, so Thomas Dörr als Geschäftsführer des Diakonischen Werks Wittgenstein bei der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises. Und aufgrund einer schwierigen Finanzsituation des Wittgensteiner DW könne man den fehlenden Betrag nicht einfach dazu legen. Es sei schlicht und einfach so, dass jede der 400-Euro-Stellen – 15 Stück insgesamt - im Jahr mit rund 4800 Euro zu Buche schlage, hinzu kämen noch jeweils notwendige Abgaben von mehr als 1700 Euro.

Man wolle die Diakonischen Gemeindemitarbeitenden „unbedingt behalten“, brachte Superintendent Stefan Berk die Reaktion aus allen betroffenen Kirchengemeinden auf den Punkt: „Ich danke herzlich für diese Geschlossenheit“, so der Leitende Theologe des Wittgensteiner Kirchenkreises, die er sich so nicht einmal erträumt habe. Fast alle Kirchengemeinden hatten signalisiert, durch eine Spende aus der jeweiligen Diakonie-Rücklage die Stelle in der eigenen Gemeinde zu sichern. Lediglich Erndtebrück, wo Stefan Berk selbst Pfarrer ist, hat die entsprechenden Diakonie-Rücklagen nicht, so dass hier noch eine andere Lösung gesucht werden muss. Das Freiwillige Kirchgeld, das an anderer Stelle bei der Synode eine Rolle spielte, könnte ein möglicher Ausweg für die Gemeinde sein. Lediglich über die mehr als 6500 Euro pro Stelle wunderte sich Stefan Berk, die Gemeinden hätten nur mit Kosten von 6000 Euro gerechnet. Was darüber hinausgehe, werde vom DW übernommen, versicherte daraufhin Thomas Dörr. Auch der Banfer Presbyter Gundolf Hees wollte das Diakonische Werk nicht komplett aus seiner Verantwortung entlassen, woraufhin Thomas Dörr noch einmal unterstrich: „Wir engagieren uns finanziell deutlich“, gerade im Bereich der Schulungen und der Projekt-Koordinatorin. Und Stefan Berk machte klar: „Das Diakonische Werk ist unser verlängerter Arm, diakonische Arbeit zu leisten.“ Wobei es im Diakonischen Werk Wittgenstein einfach aufgrund der Anforderungen und auch der weiten Wege im ländlichen Raum keinen Bereich gebe, der Geld abwerfe. Die bei der Versammlung anwesende Diakonische Gemeindemitarbeiterin aus Bad Berleburg, Margitta Grebe, nutzte die Gunst der Stunde, auf den Freundeskreis „Diakonische Arbeit im Kirchenkreis Wittgenstein“ (das Informations-Faltblatt finden Sie hier) hinzuweisen.

Bei diesem Förderverein kann jeder für einen Mindestbeitrag von 16 Euro Mitglied werden. Bei einer Enthaltung einstimmig sagte die Versammlung: „Die Kreissynode dankt den Kirchengemeinden ausdrücklich für die Bereitschaft, die Arbeit der Diakonischen Gemeindemitarbeitenden für das Jahr 2013 zu sichern.“