Eine Arche, die Hilfe bringt

Wittgensteiner Betreuungsverein ist ins Berleburger Haus der Kirche umgezogen

Das mit dem Standort der biblischen Arche Noah ist ja so eine Sache. Immer mal wieder sagen Forscher, dass sie deren Überreste gefunden hätten, aber nichts Genaues weiß man nicht. Das ist mit dem Wittgensteiner Betreuungsverein „Arche“ ganz anders, dessen Standort findet man ganz leicht, auch wenn er sich gerade geändert hat. Seine Mitarbeitenden haben ihre Schreibtische nämlich nicht mehr beim Diakonischen Werk, sondern jetzt stattdessen im Haus der Kirche an der Berleburger Schloßstraße 25. Hier ist auch die Superintendentur des heimischen evangelischen Kirchenkreises. In Wittgenstein hat es eine gewisse Tradition, dass der Superintendent der Vorsitzende des eingetragenen Vereins „Arche“ ist. Derzeit also Stefan Berk. Der hatte jetzt zu einem Pressegespräch an die Berleburger Schloßstraße eingeladen: um die neuen Veränderungen, aber auch um den Verein überhaupt mal vorzustellen. Denn obwohl dieser seit Jahrzehnten höchst sinnvolle, wichtige Arbeit leistet, weiß nicht jeder sofort, um was es hierbei geht.

Zurückgehend auf die erste Gründung eines Vormundschaften-Vereins im Jahre 1977 beim Wittgensteiner Diakonischen Werk entstand 1992 der selbstständige Verein „Arche“. Gesetzliche Neuregelungen brachten über die Zeit beständig Veränderungen mit sich, die Vokabel „Vormundschaften“ mit ihrem herben Klang wurde in einem großen Bereich der Arbeit durch das Wort „Betreuung“ ersetzt. Heute ist es so, dass bei dem Verein, der rund 50 Mitglieder zählt, fünf Menschen arbeiten: Katharina Belz, Nadine De Simone, Andrea Dieckhoff mit Teilzeit-Stellen in der Erwachsenen-Betreuung und in der Beratung bei Vorsorge-Vereinbarungen und Partien-Verfügungen, Christian Schmidt mit einer vollen Stelle im Arbeitsbereich „Vormundschaften für Minderjährige“ sowie Nathalie Winter mit ihrem Stunden-Kontingent als Sachbearbeiterin.

Zielgruppe der Arche-Arbeit sind Menschen, die durch Unfall, Krankheit, die Umstände oder das Nachlassen der eigenen Kräfte Hilfe brauchen, den eigenen Alltag zu bewältigen. Das kann hauptamtlich von Christian Schmidt, Katharina Belz, Nadine De Simone und Andrea Dieckhoff geleistet werden oder ehrenamtlich von Angehörigen oder anderen Personen. Hier arbeiten dann Katharina Belz, Nadine De Simone und Andrea Dieckhoff als wichtige Ansprechpartnerinnen für eben jene Ehrenamtlichen. Informations-Veranstaltungen vor Ort in Wittgenstein werden regelmäßig mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein organisiert.

Der Kreis finanziert die komplette Stelle von Christian Schmidt, die übrige Finanzierung ist etwas kompliziert für den Verein, der bewusst als unabhängige Instanz außerhalb der üblichen sozialen Dienstleister wie Diakonie und Caritas angesiedelt ist. Die Dienste der Arche werden den Klienten in Rechnung gestellt. Wenn sie sich das leisten können, bezahlen diese selbst, ansonsten springt die öffentliche Hand bei der Bezahlung der konkreten Leistungen ein. Finanziell unterstützt wird die Arbeit zudem durch Fördergelder vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Aber auch Spenden sind dem Verein immer willkommen. Stefan Berk erinnerte dabei ans Jahresende 2019, als er eben dafür 1000 Euro von den Frauen des Berleburger Ortsverbands im Sozialverband VdK erhielt und es ein Benefiz-Konzert der Band „Yazzmine“ in der Evangelischen Kirche Erndtebrück für die Arche gab. Nur so ist es möglich, die Infrastruktur in Wittgenstein vorzuhalten, auch wenn derzeit die Arche-Arbeits-Kapazitäten noch nicht voll ausgelastet sind: 24 Vormundschaften liegen beim Verein, hier sind 40 möglich, für knapp 60 Betreuungen hat der Verein die Akten, auch hier ist noch Raum nach oben.