Eine CVJM-Woche mit Nachwirkungen

Wenige Monate nach dem ersten Blick in die Feudinger Orgel spielt der zwölfjährige Lasse Hoffmann jetzt schon mal im Gottesdienst

Während die meisten aus seiner Klasse gerade erst als frisch gebackener Katechumenen-Jahrgang damit beginnen, regelmäßig die Gottesdienste in der Feudinger Kirche zu besuchen, macht der zwölfjährige Lasse Hoffmann das schon seit dem Frühjahr. Denn während der CVJM-Woche im Oberen Lahntal hatte er Ende März mit dem örtlichen Küster Philipp Dreisbach auch mal einen Blick in die Orgel in der Feudinger Kirche geworfen. Und das hatte ihn schwer beeindruckt, auch weil der Schüler vom Städtischen Gymnasium Bad Laasphe bereits vor fünf Jahren begonnen hat, Keyboard zu lernen. Seit zwei Jahren nimmt er außerdem Klavier-Stunden, aber solch eine große, imposante Orgel ist da schon eine ganz andere Hausnummer.

Philipp Dreisbach ist gerade mal zehn Jahre älter als Lasse, er war immer aktiv in der Jugendarbeit von Feudinger Kirchengemeinde und Wittgensteiner Kirchenkreis und hat vor fünf Jahren, im Mai 2017, angefangen, das Orgelspiel zu erlernen. Nach einem knappen Jahr spielte er seinen ersten Gottesdienst, am Ostermontag 2018 in Volkholz, auch weil man nicht mit so vielen Gottesdienst-Gästen rechnete: Die Kirche in Volkholz ist zwar freundlich einladend, aber gleichzeitig die kleinste der drei Kirchen der Feudinger Gemeinde. Dennoch herrschte damals reichlich Andrang, Philipp Dreisbach erinnert sich noch gut an seine Nervosität. Inzwischen erteilt er Lasse seit dem Frühjahr ehrenamtlich Orgel-Unterricht, mittwochnachmittags eine Stunde lang.  

Weil die Pläne, die man macht, offenkundig sowieso selten aufgehen und wegen der langjährigen musikalischen Vorbildung von Lasse, greift dieser jetzt schon nach wenigen Monaten ab und zu mal bei Gottesdiensten in die Tasten. Etwa wenn Woche für Woche „Ehr‘ sei dem Vater und dem Sohn“ als Teil der Feudinger Liturgie erklingt. Aber auch beim Orgel-Nachspiel zum Gottesdienst-Abschluss, sogar bei Hochzeiten hat Lasse schon gespielt. Wenn der Zwölfjährige über das „Ehr‘ sei dem Vater“ spricht, dann benutzt er natürlich nicht den Titel, sondern die Gesangbuch-Nummer 177.2. So ist das auch, wenn man ihn nach seinem Lieblings-Lied fragt: 331. Und für die, die nicht so firm mit der Gesangbuch-Nummerierung sind, zu dieser Zahl gehört „Großer Gott, wir loben dich“. Aber nach dieser Antwort ist es Lasse auch noch wichtig, zu sagen, dass er nicht den ganzen Tag Kirchenlieder hört. Von Techno bis Schlager möge er ganz unterschiedliche Musik-Stile, nur Hip-Hop, das gehe für ihn gar nicht. Außerdem kann er sich vorstellen, dass man Filmmusik ganz wunderbar auf solch einem beeindruckenden Instrument spielen könnte. Da stimmt ihm Philipp Dreisbach zu, nicht umsonst werde die Orgel die Königin der Instrumente genannt.

Und so wird Lasse in den nächsten zwei Jahren im Konfi-Unterricht nicht nur viel über den Glauben lernen, sondern beim Orgelspiel auch über die Musik, die ja im evangelischen Glauben seit den Anfängen bei Martin Luther ebenfalls eine ganz wichtige Rolle spielt.