Nach Westen und nach Osten geschaut

Weltgebetstag führte eigentlich nach England, Nordirland und Wales, Gedanken und Gebete waren aber auch bei den Menschen in der Ukraine

Am ersten Freitag im März ist Weltgebetstag, dann werden Jahr für Jahr rund um den Globus Gottesdienste gefeiert, deren Liturgie jedes Mal von Frauen aus einem bestimmten Land vorbereitet worden ist. Wobei diese Faustregel in diesem Jahr nicht stimmte, denn ähnlich wie beim Fußball - die beiden Britischen Inseln können bis zu fünf einzelne Mannschaften zu Welt- und Europa-Meisterschaften schicken - gibt es dort auch mehrere Weltgebetstags-Komitees: Und die Liturgie stammte diesmal von Frauen aus England, Nordirland und Wales. Doch damit noch nicht genug: Denn nach dem Angriff von Putin-Russland in der Woche zuvor gingen diesmal die Gedanken der Gottesdienst-Besucherinnen und -Besucher in Gebeten auch immer wieder zu den Menschen in der Ukraine, die gerade zwei Flugstunden von uns entfernt einen mörderischen Angriffskrieg ertragen müssen.

In vielen evangelischen und katholischen Kirchen und Gemeindehäusern auf dem Gebiet des Wittgensteiner Kirchenkreises wurde der Weltgebetstag gefeiert, wo möglich wurde der Gottesdienst im ökumenischen Miteinander vorbereitet. In Wittgenstein und Hochsauerland eine Selbstverständlichkeit, wie auch die gemeinsamen Musik-Vorträge von Manuela Schnell und Steffi Brüggemann in Raumland zeigten. Dass sich diese Situation in Nordirland auch heute noch oft ganz anders darstellt, gehörte zu den Besonderheiten der Veranstaltung in diesem Jahr. Die drei einzelnen Puzzleteile des Vereinigten Königreichs waren nicht nur im Vergleich mit Deutschland anders, sondern untereinander ebenfalls sehr verschieden.

Detaillierte Informationen darüber erhielten die Zuhörenden auch in der Raumländer Kirche. Ein zehnköpfiges Frauen-Team aus den Kirchengemeinden Arfeld und Raumland hatte das Programm ausgearbeitet. Rund 50 Besucherinnen und Besucher waren direkt in der Kirche, knapp zehn schauten der Live-Übertragung im Internet zu. Sie alle lernten dabei England, Nordirland und Wales anhand von exemplarischen Frauen-Schicksalen besser kennen. Und zwischendurch lächelte einen auch mal kurz Queen Elizabeth II. an. Als Foto von der Decke überm Chorraum oder als kleine Königinnen-Figur in einem Wust aus britischen Fanshop-Artikeln vorm Abendmahlstisch: vom wachsjacken-grünen Mini-Cooper über eine James-Bond-DVD bis zum großflächigen Big-Ben-Poster, von der Teekanne über das Tower-Bridge-Puzzle bis zum Teerosen-Strauß. Und zum Abschied gab es für alle Gottesdienst-Gäste das typisch britische Teegebäck namens Scones, das pandemie-bedingt aber erst vor der Tür verzehrt werden durfte.

Wenn der Weltgebetstag 2023 stattfindet, sind Corona-Virus und Ukraine-Krieg hoffentlich nur noch schlechte Erinnerungen. Wobei das nächste Land im nächsten März absehbar eigene Probleme mitbringt. Dann geht die Reise nämlich nach Taiwan, unter anderen Vorzeichen genau wie die Ukraine ein Land, dem ein sehr großer Nachbar das Existenz-Recht abspricht.

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>>> der Gottesdienst aus der Gleidorfer Lichter- und Zuspruchskirche
>>> der Gottesdienst aus der Raumländer Kirche

... und hier noch ein Bericht aus Bremke:

Der Leitgedanke des diesjährigen Weltgebetstags-Gottesdienstes hätte nicht passender für die derzeitige politische Lage gewählt werden können von dem Vorbereitungs-Team der Frauen aus England. Wales und Nordirland.  Er lautete „Zukunftsplan: Hoffnung“. Corona-bedingt war die Teilnehmerinnenzahl in der Bremker Kirche auf etwa 60 Personen beschränkt, und trotzdem war die Freude groß, in diesem Jahr wieder einen Präsenzgottesdienst feiern zu können. In bewährter ökumenischer Zusammenarbeit waren die kfd Bremke und Frauen aus der evangelischen Gemeinde Dorlar-Eslohe zusammen mit Pfarrerin Ursel Groß für den Ablauf verantwortlich. Katharina Bette übernahm wieder gekonnt die musikalische Gestaltung. Die Kollekte erbracht 232 Euro - vielen Dank für dieses gute Ergebnis und die Solidarität mit Frauen in Not. Alle Teilnehmerinnen erhielten eine kleine Hoffnungskerze als Erinnerung.