Walisische Schafe, nordirischer Konflikt, englisches Frühstück

In Feudingen wurden wieder viele Facetten der drei Weltgebetstags-Gastgeber-Nationen beleuchtet

Geduldig warteten die Aktiven im Bezirksverband der Frauenhilfen des Kirchenkreises Wittgenstein darauf, welche Vorgaben die Politik aufgrund der aktuellen Corona-Situation überlegte. Am Freitagabend kamen per E-Mail die Informationen aus Bielefeld, welche Empfehlungen die Evangelische Kirche von Westfalen für Veranstaltungen in ihrem Bereich daraus ableitete. So konnte am Samstag im Feudinger Gemeindehaus das traditionelle Vorbereitungstreffen für den Weltgebetstag der Frauen tatsächlich stattfinden, nachdem die Veranstaltung in 2021 der Pandemie zum Opfer gefallen war. Trotz weniger Werbung als in den früheren Jahren und obwohl die schlussendliche Entscheidung für eine Veranstaltung recht kurzfristig fiel, waren es doch zwei Dutzend Frauen, die sich in Feudingen trafen. Sie kamen aus dem Berleburger Bereich, dem Banfe- und dem Lahntal. Es galt die 2G-Regel, anders als zunächst befürchtet konnten auf den Sitzplätzen die Schutzmasken abgesetzt werden.

Die Frauen aus dem Bezirksverbands-Vorstand hatten mit der Wittgensteiner Weltgebetstags-Fachfrau Manuela Schnell aus Bad Berleburg einen abwechslungsreichen Tag voller Informationen über England, Nordirland und Wales vorbereitet. Denn diese drei Bestandteile des Vereinigten Königreichs sind in diesem Jahr am ersten Freitag im März rund um den Globus die Gastgeber des Weltgebetstags: Frauen aus England, Nordirland und Wales haben die Liturgie für den Weltgebetstag erarbeitet, der diesmal unter der Überschrift „Zukunftsplan: Hoffnung“ steht. Ausgangspunkt dafür ist die Zusage Gottes aus dem Buch Jeremia: „Ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe.“ Eine beruhigende Versicherung in politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

Auch wenn man in unseren Breiten über die europäischen Nachbarn auf den britischen Inseln viel mehr weiß als über Simbabwe und Vanuatu, die Weltgebetstags-Länder von 2020 und 2021, so hörten die Besucherinnen in Feudingen doch auch viel Neues über England, Nordirland und Wales. Und wie gewohnt war die Bandbreite der Informations-Veranstaltung groß: Natürlich durften die walisischen Schafe nicht fehlen, der nordirische Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken, das warme englische Frühstück mit Würstchen, Eiern und gebackenen Bohnen. Das gab es allerdings nur als Foto in der Präsentation, die mit einem Beamer an die Wand geworfen wurde. In der Realität wartete mittags auf die Besucherinnen eine echte englische Tomatensuppe, dazu gab es britische Toastbrot-Sandwiches. Für das Kaffeetrinken gegen Ende, das eigentlich eher ein Teetrinken hätte sein sollen, wurden in Feudingen dann noch Scones und Apple Crumble serviert. Ganz aristokratisch in anmutigen Etageren, die man sich überall im Buckingham Palast genau so hätte vorstellen können. Aber auch in Feudingen waren die Tische phantasievoll dekoriert, mit selbstgefalteten Booten und Rosen als Hinweis auf die garten-verliebten Bewohner der britischen Inseln.

Die Frauen im Wittgensteiner Kirchenkreis sind durch die Informationen von Manuela Schnell und die vorwitzigen Zwischenfragen der Handpuppe Carlotta, die Pfarrerin Berit Nolting zum Leben erweckte, gut vorbereitet auf den Weltgebetstag. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Gottesdienste am 4. März trotz Corona tatsächlich stattfinden können.

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