Eine neue Stelle bei der Landeskirche

Claudia Latzel-Binder verlässt Gemeindepfarrstelle, arbeitet ab März bei einem EKvW-Institut und bleibt in Bad Berleburg wohnen

Die Berleburger Gemeindepfarrerin Claudia Latzel-Binder tritt nach derzeitigen Planungen Anfang März eine neue Stelle an. Diese sei bei einem neu zu schaffenden Institut angegliedert, das in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) gerade aus einem Zusammenführen des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) mit dem Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste entstehe, so Claudia Latzel-Binder.

In gewisser Weise wird die 52-Jährige damit auch Nachfolgerin von Martin Ahlhaus, der vor einem Jahr als für Wittgenstein zuständiger MÖWe-Regionalpfarrer in den Ruhestand gegangen ist. Doch während Martin Ahlhaus lediglich für die Kirchenkreise Wittgenstein, Siegen, Lüdenscheid-Plettenberg und Iserlohn zuständig war, kommt für Claudia Latzel-Binder noch Soest-Arnsberg hinzu. Damit begleitet sie künftig südwestfalen-weit die internationale ökumenische Arbeit in den Kirchenkreisen. Darüberhinaus kümmere sie sich künftig auf Ebene der Westfälischen Landeskirche noch um drei Schwerpunkt-Themen: Neben den Asien-Partnerschaften der EKvW gehe es da als Zweites um die Beschäftigung mit der kontextualen Theologie, also damit, dass die Lehre von Gott überall auf dem Erdball auf Menschen in ihren ganz eigenen, unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten trifft. Auch die Advocacy-Arbeit als drittes Thema hat eine eher sperrige Bezeichnung, kurz erläutert geht es um Lobby-Arbeit für besonders verletzliche Gruppen. Als Beispiele nannte Claudia Latzel-Binder das Kirchenasyl, aber im Angesicht der ganz aktuellen Corona-Pandemie auch die weltweite Impfgerechtigkeit. Für die Berleburgerin ist dabei das künftige gemeinsame Arbeiten in interprofessionellen Teams ebenfalls eine verheißungsvolle Perspektive.

Seit jeher ist die weltweite Ökumene ihr ein wichtiges Anliegen, sowohl in der Gemeinde als auch auf Kirchenkreis-Ebene. Jahrelang war sie Vorsitzende des Wittgensteiner Partnerschafts-Ausschusses, wo Kontakte zu den Glaubens-Geschwistern im Partnerkirchenkreis Ngerengere im ostafrikanischen Tansania gepflegt werden. Weiterbildungen führten Claudia Latzel-Binder in ganz verschiedene Winkel der Welt, derzeit ist sie die Vorsitzende im MÖWe-Ausschuss des heimischen Kirchenkreises. Das wird sich ändern mit dem Stellenwechsel, denn auch wenn sie in Bad Berleburg wohnen bleibt, hat sie künftig in Wittgensteiner Zusammenhängen nur noch Gaststatus, auch im MÖWe-Ausschuss, wie früher Martin Ahlhaus. Ausdrücklich lobt die Berleburgerin dessen hilfreiches Wirken im Amt. Wichtig ist Claudia Latzel-Binder bei ihrer Entscheidung für den neuen Dienst, dass es keine gegen Bad Berleburg gewesen sei: Sie hätte sie nie für eine Pfarrstelle in einer anderen Kirchengemeinde beworben. Es gehe ihr um die neue Aufgabe, sie werde jetzt auf andere Weise Kirche bauen.

Das Dienst-Ende der Gemeindepfarrerin Claudia Latzel-Binder fällt in eine schwierige Zeit, da in dem Kirchenkreis-Solidarraum, den die Berleburger mit den Kirchengemeinden Arfeld, Girkhausen, Lukas, Raumland und Wingeshausen bilden, bereits seit anderthalb Jahren eine Pfarrstelle unbesetzt ist. Wie schon zuvor in Feudingen, Erndtebrück und Bad Laasphe hat auch die Berleburger Kirchengemeinde nach dem Weggang der Amtsinhaberin aufgrund landeskirchlicher Vorgaben nur noch eine halbe Pfarrstelle zu vergeben. Superintendentin Simone Conrad ist deshalb Anfang Februar im Berleburger Presbyterium zu Gast, wo man über die möglichen Perspektiven für eine Stellenbesetzung sprechen wird.