„Mir ging es jedes Mal gut“

Berleburger Gemeindegruppe brachte Bibel und Bewegung in Begegnung

Im Lukas-Evangelium begegnet einem bei der Bibel-Lektüre eine gekrümmte Frau. Üblicherweise spielt bei der Beschäftigung mit der Geschichte die Einschränkung der Frau nicht die wichtigste Rolle, vielmehr geht es oft darum, dass Jesus sie an einem Sabbat heilte. Einen deutlich anderen Zugang suchte jetzt eine Gemeindegruppe im Christus-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg: ihr Name „Kirche bewegt“. An fünf Dienstagabenden traf sich die Gruppe. Zuvor hatten ihr zweimal Corona und die daraus resultierenden Beschränkungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber aufgeschoben war nicht aufgehoben. Die gesetzte Höchstgrenze von zehn Teilnehmenden wurde jetzt knapp unterschritten: Obwohl auch Männer willkommen gewesen wären, waren es jetzt ausschließlich Frauen, vornehmlich aus der Berleburger Kirchengemeinde, aber auch aus der Wittgensteiner Nachbarschaft. Und für sie war die Geschichte von der gekrümmten Frau der Anlass, sich Gedanken über den eigenen Rücken zu machen.

„Ich hab‘ Rücken“ stand über diesem Abend. Pfarrerin Claudia Latzel-Binder und Sporttherapeutin Heike Winter, die Organisatorinnen des Angebots, hatten sich als Expertinnen auf ihren beiden sehr unterschiedlichen Fachgebieten Gedanken gemacht und sich für die Konzeption aller fünf Abende passende Übungen, Bibelstellen und Gebete überlegt. „Balance und Haltung“, „Es atmet in mir“, „Gut zu Fuß“ und „Alles andersherum“ waren die übrigen vier Abende überschrieben. Am letzten konnte ein Fazit gezogen werden. Das Lob für die Kombination aus Bewegung und Bibel war einhellig. Für manche der Teilnehmerinnen war es die erste und dabei ganz spannende Begegnung mit Meditations-Elementen. Das Miteinander und Gemeinschaftsgefühl der Frauen auf ihren Gymnastikmatten sei etwas Besonderes gewesen, außerdem - so eine andere Erfahrung - sei man bei den Übungen disziplinierter, wenn andere dabei seien. Man strenge sich unter direkter Anleitung mehr an. Wobei das Wort „anstrengen“ an dieser Stelle gar keinen strapaziösen Klang hatte. Ganz im Gegenteil, die Bilanzen in einem Satz waren eindeutig: „Ich bin anders nach Hause gegangen als hier angekommen“, „Die Abende haben mir ganz viel Kraft gegeben“, „Mir ging es jedes Mal gut“, „Es schwebt sich leichter“. Das wird den Teilnehmerinnen von den jeweils anderthalbstündigen Abenden bleiben. Und die Blätter mit den biblischen Textstellen. Und die dazu passenden Übungen.

„Körper, Geist und Seele bilden in der biblischen Sicht des Menschen eine Einheit“ - ausgehend von dieser Grundannahme hatte die Evangelische Kirchengemeinde Bad Berleburg das Angebot gemacht. Und nach der erfolgreichen Premiere soll es so etwas wieder geben. Vielleicht könne es sogar in einem größeren Maßstab durchgeführt werden. Einen konkreten Zeitplan gibt es dafür noch nicht.