„Von diesen lebensbejahenden Sport-Aktivitäten nichts gewusst“

Gut 300 Gäste besuchten in der Laaspher Stadtkirche die Ausstellung zu Juden im deutschen Fußball

„Ich war erstaunt und bewegt, und von diesen so sehr lebensbejahenden Sport-Aktivitäten habe ich nichts gewusst“ - das steht im Gästebuch der Evangelischen Stadtkirche Bad Laasphe. Es bezieht sich auf die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden - Juden im deutschen Fußball“, die drei Wochen lang in dem Gotteshaus zu sehen war. Der Urheber dieses Eintrags war einer der gut 300 Besucherinnen und Besucher: Und auch wenn diese Worte von einem eher erwachsenen Gast waren, so kamen doch auch viele Jüngere in die Stadtkirche.

Gemeindepfarrer Steffen Post, der die vom Centrum Judaicum in Berlin verantwortete und von der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau ausgeliehene Ausstellung in die Lahnstadt gebracht hatte, freute sich, dass neun Religions-Kurse der beiden örtlichen Gymnasien sich bei Besuchen mit den 14 Bannern voller spannender Informationen beschäftigten. Genau wie die Katechumenen und die Konfirmanden der Laaspher Kirchengemeinde. Für sie alle hatte der begeisterte Fußball-Fan und ehemalige Kicker Steffen Post einen Fragebogen entworfen, der erst nach der aufmerksamen Lektüre der Ausstellungsbanner beantwortet werden konnte. Außerdem hatte der Laaspher Pfarrer in der Stadtkirche diverse QR-Codes aufgehängt: Schwarz-weiß-farbige Quadrate mit Ecken und Kanten, die einen im Internet zu weiterführenden Informationen brachten, wenn man sie mit dem Handy einscannte. Wie von Zauberhand landete man zum Beispiel bei einem YouTube-Film aus „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“, der sich genau mit diesem Thema beschäftigte.

Auch für Fußball-Interessierte habe es hier ganz neue, vorher nie gehörte Informationen gegeben, so Steffen Post, viele Gäste seien berührt und bewegt gewesen von der Ausstellung, für die er selbst viel Zeit in der Stadtkirche verbrachte. Neben ihm sorgte das Laaspher Team von der Offenen Kirche dafür, dass die Banner bei geöffneten Kirchentüren nicht ohne Aufsicht waren. Eine Vorsichtsmaßnahme, die heute bei diesem Thema vermutlich wieder notwendig ist. Und mit dem Fußball wurde eine ganz wichtige Botschaft transportiert, die zwei andere Ausstellungs-Besucher im Stadtkirchen-Gästebuch auf Niederländisch folgendermaßen zusammenfassten: „Zu sehen, dass so vielen Menschen Unrecht getan wurde, sollte nie wieder passieren. Dennoch sieht man immer mehr Radikalisierung. Gott wird nie wieder zulassen, dass Menschen sich so hassen. Das ist unser Wunsch.“