Zweimal 40 Jahre Kindergarten

Zum Erndtebrücker Erntedank gehörte auch der Dank an Sabine Dreisbach und Arnhild Schneider

Das schöne Wort „Kindergarten“ wurde am Sonntagmorgen beim Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Erndtebrück nochmal auf ganz neue Art und Weise greifbar. Ganz ordentlich saßen Mädchen und Jungen aus dem Kinderhaus „Martin Luther“ neben- und hintereinander auf den Treppenstufen zum Chorraum der Kirche und hielten große, aus Pappe gebastelte Blumen in die Luft. Nachdem Kita-Leiterin Sabine Dreisbach als Gärtnerin mit einer großen Kanne so getan hatte, als würde sie diese Blumenwiese gießen, kam Erzieherin Arnhild Schneider als fröhlich singende Wandersfrau zu den Blumen, ruhte sich daneben aus und schmiss - auf der Suche nach etwas Essbarem im Rucksack - jede Menge Verpackungsmüll in die Wiese. Ganz ohne viele Worte oder Erläuterungen spürten die Kinder und die anderen Gottesdienst-Gäste sofort, dass so etwas nicht richtig sein konnte. Zur Sicherheit erklärte aber die Gärtnerin der Wanderin dann noch, dass man so etwas nicht machen dürfe - und gemeinsam räumten die Beiden den Abfall wieder aus der Natur in den Rucksack, um ihn ordentlich in einer Mülltonne zu entsorgen. An einem Tag, an dem in vielen Gottesdiensten für die Ernte gedankt wurde, gingen die Erndtebrücker noch einen Schritt weiter und unterstrichen, dass wir Menschen zwar die Schöpfung nutzen dürfen, aber auch unbedingt schützen und bewahren müssen.

Die erwachsenen Darstellerinnen aus dem Anspiel standen auch noch aus einem ganz anderen Grund bei diesem Gottesdienst ein bisschen mehr im Vordergrund: Die Frauen aus Schameder arbeiten nämlich beide seit 40 Jahren in dem evangelischen Erndtebrücker Kinderhaus. Bei Arnhild Schneider war der 1. August der Stichtag, schon im Sommer hatte sie von den beiden Pfarrern der Gemeinde eine Holzkiste mit Blumen bekommen, eine ganz ähnliche erhielt jetzt im Gottesdienst Sabine Dreisbach, die am 1. Oktober 1981 ihren Dienst im Kindergarten angetreten hatte. Dazu kamen Worte des Lobs von Pfarrerin Kerstin Grünert, die an diesem Morgen so viele kleine und große Menschen im Gottesdienst begrüßen konnte wie schon lange nicht mehr. Und ausgehend vom Monatsspruch „Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken“ aus dem biblischen Hebräerbrief nahm Kerstin Grünert an diesem Morgen alle Themen in ihre Predigt auf: den Erntedank, die Verantwortung der Großen für die Welt und die Kinder sowie den Dank für jahrzehntelangen Dienst in der Kirche.

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