Diakonie als Unterrichts-Thema

Laaspher Konfis beschäftigten sich in Rollstühlen ganz praktisch mit der Theorie

Das Wort „Diakonie“ leitet sich aus dem Altgriechischen ab und umfasst laut Wikipedia „alle Aspekte des Dienstes am Menschen im kirchlichen Rahmen“. Das ist einerseits sehr klar formuliert, bleibt aber andererseits auch irgendwie ziemlich theoretisch. Deshalb beschäftigte sich eine der Laaspher Konfi-Gruppen jetzt ganz praktisch mit dem Themenbereich „Diakonie“. Als Projektmitarbeiterin für Kinder, Jugend und Familien war Birthe Becker-Betz deshalb mit den 16 Konfis aus ihrer Gruppe für eine Unterrichtseinheit in der unteren Turnhalle von Schloss Wittgenstein. Vor über 30 Jahren hatte Wolfgang Henkel, Lehrer am Schloss-Gymnasium, das Projekt „Miteinander - füreinander“ ins Leben gerufen, dazu gehörte für seine Schülerinnen und Schüler auch ein gemeinsames Rollstuhl-Training mit Multiple-Sklerose- und Parkinson-Patienten aus der benachbarten Schlossbergklinik.

Nachdem jetzt am Donnerstagnachmittag als Erstes der Religionslehrer Wolfgang Henkel den Konfis ein wenig über Diakonie erzählt hatte, ermutiget anschließend der Sportlehrer Wolfgang Henkel die Jugendlichen, ihre koordinatorischen Fähigkeiten im Rollstuhl zu trainieren: beim Vorwärtsfahren, beim Rückwärtsfahren und beim Überwinden einer Turnmatte als Hindernis, „So, jetzt musst du die Bauchmuskeln anspannen.“ Aber bevor die Mädchen und Jungen sich im Rollstuhl allein ausprobieren konnten, brauchten sie alle erstmal jemanden an ihrer Seite. In willkürlich zusammengestellten Zweier-Teams halfen die Jugendlichen zunächst mal einander: beim Lenken, beim Gucken, beim Vorwärtskommen.

Am Ende schafften alle Jugendlichen die gestellten Aufgaben für den Rollstuhl-Führerschein: Spätestens im zweiten Anlauf absolvierten sie den Slalom-Parcours vorwärts und rückwärts fehlerlos und schafften es, allein mit Armkraft und der richtigen Technik eine Turnmatte im Rollstuhl zu überwinden. Befragt nach ihrem Eindruck von dieser etwas anderen Konfi-Stunde, brachte es einer der Jugendlichen auf den Punkt: „Es war voll geil.“ Und wenn die Konfis demnächst jemanden mit einem Rollstuhl sehen, dann wissen sie ein bisschen besser, dass zwar manches komplizierter ist, man aber Vieles schaffen kann. Insbesondere, wenn einem jemand für den Notfall Hilfe und Dienst anbietet. Denn Diakonie kommt aus dem Altgriechischen und heißt Dienst.

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