Insgesamt 380 Teilnehmende an drei Abenden

Jugendbibelwoche der Laaspher Region fand im Internet statt - und Besucher aus dem Solidarraum waren auch da

Kurz bevor im März 2020 pandemie-bedingt die Präsenz-Gottesdienste im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein ausgesetzt wurden, konnten die Kirchengemeinden Bad Laasphe, Banfetal und Feudingen noch mit insgesamt 550 fröhlichen Besucher*innen ihre Jugendbibelwoche an vier Abenden in der Oberndorfer Kirche feiern. Im Lockdown des Frühjahrs waren alle über dieses Glück froh und darüber, dass alles wunderbar geklappt hatte. Niemand hätte gedacht, dass Corona ein Jahr später immer noch große Probleme bereitet. Bis zum Schluss hofften Birthe Becker-Betz vom Kirchenkreis-Kompetenzzentrum für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit und ihr Organisations-Team, dass es im Frühjahr 2021 wieder eine Jugendbibelwoche geben könnte, bei der sich Menschen direkt begegneten. Zwischenzeitlich wurde sogar die Feudinger Volkshalle als Veranstaltungsort in Erwägung gezogen, aber die Inzidenzwerte erlaubten so etwas nicht. Deshalb widmete man sich einerseits schweren Herzens, andererseits aber mit Feuereifer einer Alternativ-Planung. Und so gab es dienstags bis donnerstags an drei Abenden eine Zoom-Jugendbibelwoche.

Daniel Seyfried als Kompetenzzentrums-Leiter ordnete im Rückblick zunächst die außerordentliche Situation des Vorbereitungs-Teams ein: „Es war ein Wagnis, weil es zuvor noch keine digitale Jubiwo in unserem Kirchenkreis gegeben hat. Es war also Neuland und es konnte nicht auf irgendwelche Erfahrungen zurückgegriffen werden. Somit erforderte die Durchführung der digitalen Jubiwo Mut und eine intensive Vorbereitung. Mit hohem Engagement stellten die Mitarbeitenden ein sehr ansprechendes und abwechslungsreiches Programm zusammen. Jeder Abend war ganz individuell gestaltet und setzte eigene Schwerpunkte, die das Thema ‚Liebe, Glaube, Hoffnung‘ aufnahmen. Mit tollen und kreativen Ideen brachten sich die vielen ehrenamtlichen Jugendlichen ein. Ihre Freude war ihnen sowohl bei den Proben wie auch bei der Durchführung anzumerken.“

Und auch wenn diese besondere Jugendbibelwoche die Fischelbacherin Birthe Becker-Betz vorher nervöser als sonst sein ließ, so fiel auch ihr Fazit danach eindeutig aus: „An den drei Abenden haben sich insgesamt etwa 380 Teilnehmer eingefunden. Hinter den Bildschirmen saßen aber tatsächlich noch ein paar mehr. Ganze Familien nahmen so an dieser Jubiwo teil. Ich freue mich sehr darüber, dass dieses Angebot so gut angenommen wurde. Es war eine Herausforderung und die Vorbereitungen über Zoom nicht ganz so leicht. Ich bedanke mich bei allen Mitarbeitern, die das Ganze mit mir gemeinsam auf die Beine gestellt haben, sowohl inhaltlich, als auch technisch.“

Eine von diesen war die Puderbacherin Larissa Schäfer, die klar machte, dass eine gelungene Jugendbibelwoche nicht nur für die Gäste, sondern auch für ehren- oder hauptamtlich Mitarbeitende ein Geschenk ist: „Ich fand die Jubiwo war eine willkommene Abwechslung im doch recht tristen Corona-Alltag. Es war schön, die altbekannten Gesichter der Mitarbeiter wieder zu sehen und gemeinsam etwas zu erarbeiten. Natürlich war die Jubiwo ganz anders als gewohnt und hat auch andere Anforderungen an uns gestellt. Aber ich bin total froh und ehrlich gesagt auch ein bisschen stolz, dass wir uns diesen Anforderungen gestellt haben und eine meiner Meinung nach wirklich gelungene Jubiwo für die Konfirmanden und uns auf die Beine gestellt haben.“

Zu den Gästen gehörte auch Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener, die inzwischen in Mornshausen lebt, aber ursprünglich aus Feudingen stammt und so gern zwei der drei Abende miterlebte: „Ich fand es beeindruckend, mit wieviel Fröhlichkeit und Engagement die Mitarbeitenden die Abende per Zoom gestaltet haben, weil ihnen die Jugendlichen und das Angebot für sie einfach wichtig waren und sind. Gerade die jungen Ehrenamtlichen waren kreativ unterwegs, sei es bei Videoclips, Foto-Geschichten, Gebeten und vielem mehr. Es war ein besonderes Gefühl, wenn man an den Abenden erlebte, wie die Teilnehmerzahl beim Einwählen stetig nach oben ging und die 100 Personen weit überschritt. Für mich persönlich hatte die Zoom-Jubiwo den Vorteil, dass ich so ganz unkompliziert an der Jubiwo in meiner alten Jugendarbeits-Region teilnehmen konnte, in der ich als ehrenamtliche Mitarbeiterin unterwegs war, auch wenn ich jetzt im benachbarten Hessen wohne.“

Aber bei dieser Jugendbibelwoche ging es nicht nur um alte Verbindungen, sondern auch um ganz neue. Selbst wenn diese Veranstaltungsreihe eine für die Laaspher Kirchenkreis-Region war, so bilden die Kirchengemeinden in den Kommunen Bad Laasphe und Erndtebrück mittlerweile einen neuen, gemeinsamen Kirchenkreis-Solidarraum. Konkret heißt das: Banfetaler, Feudinger und Laaspher Kirchengemeinden werden künftig sehr viel mehr mit Birkelbachern und Erndtebrückern zu tun haben. Pfarrer in diesen beiden Kirchengemeinden ist Jaime Jung, der jetzt mit einigen Konfis schon mal zu den Jugendbibelwochen-Gästen gehörte und in diesem ganz anderen Format Ermutigendes wahrnahm: „In dieser Pandemie-Zeit lernen wir immer wieder: Manchmal muss es nicht der lange Gottesdienst oder ein ganzer Tag zusammen sein, manchmal reicht einem schon ein kurzer Impuls, ein kurzes Innehalten, um zu spüren, dass man mit anderen Menschen verbunden ist. So war es auch bei dieser Jubiwo: Viele junge Menschen waren und bleiben verbunden in Glauben und in Hoffnung - auch wenn es nur online geht. Das tut gut!“

Ein schönes Schlusswort, dem allerdings Birthe Becker-Betz noch etwas hinzuzufügen hatte: „Diese Jubiwo online war eine gute Alternative in dieser Zeit, aber nun freuen wir uns auch auf das kommende Jahr mit einer Real-Life-Jubiwo, inklusive Currywurst.“ Denn den traditionellen Jugendbibelwochen-Imbiss der Laaspher Kirchengemeinde konnte Laasphes Pfarrer Steffen Post den Gästen diesmal im Nachgang leider nur virtuell als Bild-Datei anbieten.