Vor Präsenz-Veranstaltungen auf den Inzidenzwert schauen

Für Gottesdienste und Konfi-Unterricht wollen Gemeinden im Kirchenkreis erst 14 Tage lang die 50 oder weniger

Dass die 14 Kirchengemeinden und die Arbeitsbereiche im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein bis Mitte Februar der Empfehlung der Evangelischen von Westfalen folgten und corona-bedingt keine Präsenz-Veranstaltungen anboten, war ohnehin gesetzt. Bei ihren jüngsten Video-Pfarrkonferenzen machten sich die örtlichen Pfarrer*innen, aber auch Daniel Seyfried als Chef vom Kirchenkreis-Kompetenzzentrum für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit und der Feudinger Gemeindepädagoge Johannes Drechsler weiterführende Gedanken, sie wollten für Gemeinden und Arbeitsbereiche eine Perspektive haben. Auch weil allen Verantwortlichen Gemeinschaftsveranstaltungen wie Gottesdienste und Gruppenstunden fehlen. Video-Gottesdienste auf YouTube und Konfirmandenunterricht in der Zoom-Konferenz am Computer sind da willkommene Hilfsmittel, die Christ*innen das gemeinsam erlebte Gemeindeleben als wichtiges Anliegen aber keinesfalls ersetzen können. Der Verzicht fällt allen Beteiligten schwer, ist aber für den Wittgensteiner Kirchenkreis ein Ausdruck der gegenseitigen Rücksichtnahme. 

Mit neuerlichen Empfehlungen der Landeskirche als Grundlage überlegten sich die Anwesenden, wann Veranstaltungen wieder mit Besucher*innen möglich sein können. Als Erstes muss der von der nordrhein-westfälischen Landesregierung verhängte Lockdown aufgehoben sein. Anschließend soll für eine Lockerung der Inzidenzwert ausschlaggebend sein: Er beziffert die Zahl der bestätigten Neuinfektionen während der jeweils vorhergehenden sieben Tage auf je 100.000 Einwohner in einem Landkreis. Nach Überlegungen in der Pfarrkonferenz muss er für Lockerungen 14 Tage lang kleiner oder gleich 50 sein, bei diesem Wert gilt für die örtlichen Gesundheitsämter die Nachverfolgung der Infektionswege noch als möglich. Eine kleine Schwierigkeit dabei: Der heimische Kirchenkreis liegt auf dem Gebiet zweier Landkreise, zum einen Siegen-Wittgenstein, zum anderen Hochsauerland. Auch hier war schnell und einvernehmlich eine Lösung gefunden: Ausschlaggebend ist der höhere Wert, egal ob er hüben oder drüben vom Rothaarkamm ermittelt wurde. Der 50er-Wert ist die Grenze für Gottesdienste und den Konfirmanden-Unterricht, für die übrigen Gruppen-Zusammenkünfte, dazu zählen auch Presbyteriums-Sitzungen, soll sogar ein Inzidenzwert von 35 gelten.

Die überschaubare Größe des Wittgensteiner Kirchenkreises ermöglicht nicht nur schnelle, einvernehmliche Entscheidungen, sondern auch zügig angesetzte Treffen und Diskussionen. So wird Superintendentin Simone Conrad nun das Infektions-Geschehen im Auge behalten, und die Pfarrkonferenz als perfekter Ort zum Austausch von Einschätzungen und Meinungen wird dann so bald wie nötig auf neue Entwicklungen reagieren und vor neuen notwendigen Presbyteriums-Entscheidungen schon mal miteinander nachdenken.