50 Jahre Kinder-Betreuung am Bäderborn

Kita der Laaspher Kirchengemeinde hat ein halbes Jahrhundert mit vielen Veränderungen auf dem Buckel

„Es ist kaum zu glauben, aber in diesem Jahr hat unsere Evangelische Kita Bäderborn Geburtstag und wird 50 Jahre alt. Das genaue Jubiläum ist am Sonntag, dem 1. November 2020.“ So hat Angelika Krämer gerade als Einrichtungsleiterin in einem Elternbrief geschrieben. Auf ihrer Spurensuche hatte sie einen Zeitungsbericht aus dem November 1970 gefunden, dort stand: „Der zweite Kindergarten der ev. Kirchengemeinde Laasphe ist seiner Bestimmung übergeben worden. Auf dem früheren Kinderspielplatz ‚Vorn im Bäderborn‘ begrüßte zu einer kleinen Feierstunde Pfarrer Sartor die Vertreter der Stadt, der Kirchen und Schulen und das Personal des neuen Kindergartens, sowie vom alten Kindergarten (Feldstr.) Tante Inge mit einer Kindergruppe und auch Architekt Klingelhöfer.“ Die Andacht wurde von Waldemar Sartor mit der Tageslosung eingeleitet: „Wer gerecht herrscht unter den Menschen, wer herrscht in der Furcht Gottes, der ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht.“ Und der Pfarrer schloss die Andacht mit den Worten, dass nur lieben könne, wer geliebt sei. Und in der Liebe Gottes würde die Verantwortung für die Kinder von den Erwachsenen übernommen.

Für das ereignisreiche halbe Jahrhundert seitdem fasste Angelika Krämer in dem Elternbrief ein paar wenige, wichtige Jahreszahlen zusammen: 1970 - 90 Kinder von drei bis sechs Jahren in drei altersgetrennten Gruppen, die von drei Mitarbeiterinnen betreut werden; 1978 - Umstrukturierung in so genannte Familiengruppen, die Anzahl der Kinder darin sinkt von 30 auf 25, in jeder Gruppe gibt es die Altersmischung von drei bis sechs Jahren, von da an werden auch PraktikantInnen im Anerkennungsjahr eingestellt, so dass später jede Gruppe mit zwei MitarbeiterInnen besetzt ist; 1995 - Wechsel, Angelika Krämer übernimmt die Leitung des Kindergartens Bäderborn von Hannelore Höse; Ende der 1980er Jahre - ein Teil des angrenzenden städtischen Spielplatzes kann durch Elterninitiative an den Spielbereich des Kindergartens angegliedert werden; 2000 - Tagesstätten-Betrieb wird aufgenommen, die Kinder können im Kindergarten zu Mittag essen und Mittagsschlaf halten, sie werden zunehmend ganztags betreut, es können Schulkinder, sogenannte Hortkinder bis zehn Jahre, in die altersgemischten Gruppe der Großen aufgenommen werden, der Kindergarten heißt nun „Tageseinrichtung für Kinder“; 2003 - integrative Betreuung von Kindern; 2008 - Betreuung von Kindern unter drei Jahren, es gibt dafür zwölf Plätze; 2010 - Zertifizierung als Familienzentrum NRW zusammen mit der zweiten evangelischen Kita in Bad Laasphe im Verbund, es findet eine Öffnung in den Sozialraum statt und gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern werden die Familien begleitet, es gibt Angebote zu den vier Bereichen: Beratung und Unterstützung von Familien, Familienbildung und Erziehungspartnerschaft, Tagespflege, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein Familienzentrum muss alle vier Jahre rezertifiziert werden; 2010 - Beginn der Unterstützung der Mondscheinkinder in der XP-Selbsthilfegruppe durch das Löwenzahn-Projekt und die jährliche Spendenübergabe; 2012 - U-3-Ausbau und -Raumerweiterung bringt sechs zusätzliche Räume sowie die energetische Sanierung durch Mittel aus dem Konjunkturpaket II; 2020 - als PlusKita sorgt die Einrichtung für eine erweiterte Förderung von Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf wie etwa in der Sprachbildung, um für alle Kinder eine größere Chancen-Gleichheit zu schaffen.

Und in all den Jahren haben hier ungezählte Veranstaltungen stattgefunden, als Ausdruck des diakonischen Auftrags von Kirche in der Gesellschaft: Familiengottesdienste, religionspädagogische Angebote, Eltern-Kind-Nachmittage, Großeltern-Nachmittage, Frühlings- und Sommerfeste sowie Weihnachtsfeiern, Fahrten und Ausflüge mit Eltern und Kindern, Laternenumzüge, Wanderungen und Naturerlebnisse, Beratungs- und Informationsangebote für Eltern, nur um eine Auswahl zu nennen.

Ganz ausdrücklich schreibt Angelika Krämer in dem Brief: „Was wäre die pädagogische Arbeit ohne Sie als Eltern und Ihre Kinder. Wir bedanken uns von ganzem Herzen für die wundervolle Zusammenarbeit mit Ihnen. Ein großes Dankeschön an alle Familien, die in den 50 Jahren unsere Einrichtung besucht haben.“ Ihren Dank richtet die Kita-Leiterin zudem an die zahlreichen Sponsoren und Förderer, die MitarbeiterInnen, PraktikantInnen, SchülerInnen, die sich in den Jahrzehnten für eine liebevolle Betreuung und Erziehung von den Kindern eingesetzt haben sowie an die Evangelische Kirchengemeinde Bad Laasphe als Trägerin der Einrichtung.

Und das christliche Grundverständnis in der Arbeit formuliert Angelika Krämer ganz am Ende ihres Briefes: „Wir alle geben die Liebe Gottes an unsere Kinder weiter - denn lieben kann nur wer auch geliebt ist. Mein Team und ich sind dankbar für die vielen gemeinsamen Jahre, in denen wir den Kindern Gottes Liebe mit auf den Weg geben durften, und auch die Zukunft wird durch seine Liebe leben.“