Weder Gemeindegesang noch Heizen

Wittgensteiner Pfarrkonferenz sprach über zwei corona-bedingte Einschränkungen in den Kirchen

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat sich entschieden, ihre über die Monate sehr strikte Haltung gegen den Gemeindegesang aufzugeben - und die Entscheidung darüber deutlicher in die Verantwortung der Kirchengemeinden zu geben. Deshalb war das jetzt im Gemeindehaus Wingeshausen Thema bei der allmonatlichen Pfarrkonferenz des Wittgensteiner Kirchenkreises. Die einhellige Meinung war hier, wie unendlich schade es erstens ist, dass der Gemeindegesang fehlt, dass man sich aber zweitens weiterhin gegen das gemeinsame Singen ausspricht. Insbesondere zum Schutz verletzlicher Gruppen, die oft zum Gottesdienst-Besucher-Klientel gehören und weder gefährdet noch verunsichert werden sollen.

Aber auch weil die Kirchengemeinden ja schon sehr früh nachdem die Präsenz-Gottesdienste wieder angeboten wurden ihre ganz eigenen Wege für die Musik gefunden haben: In der einen Kirchengemeinde erklingt die Melodie auf der Orgel und anschließend wird der Text dann gemeinsam gelesen, in der anderen spricht der Pfarrer den Text über die vorgespielte Melodie, in der einen singt die Pfarrerin die Gottesdienst-Lieder allein, in der anderen steht eine kleine überschaubare Gruppe im Chorraum und singt für die Gemeinde. Und mitsummen dürfen die Gottesdienst-Besucher ja allemal. So gibt es nun zunächst mal im ganzen Wittgensteiner Kirchenkreis weiterhin keinen Gemeindegesang im Gotteshaus.

Ein weiteres, ebenfalls corona-bedingtes Thema bei der Pfarrkonferenz war das Heizen, dass jetzt an den kürzer und kälter werdenden Tagen natürlich wichtiger wird. Insbesondere die Umluft-Heizungen stellen dabei ein massives Problem dar, so dass diese während des Gottesdienstes nicht laufen dürfen, wie die Landeskirche den Kirchenkreisen und -gemeinden mitgeteilt hat. Hier machen sich die Presbyterien vor Ort in den Kirchengemeinden Gedanken, was das für die einzelnen Gottesdienst-Stätten bedeutet. Auskunft darüber geben die Pfarrerinnen oder Pfarrer sowie die Gemeindebüros vor Ort. Absehbar ist allerdings, dass man zum Gottesdienst nun besser Jacke oder Mantel mitbringt, denn es wird in fast allen Kirchen künftig deutlich kälter als gewohnt sein.