2019 - Slowenien

Das Titelbild für den Weltgebetstag 2019 stammt von der slowenischen Künstlerin Rezka Arnuš und heißt genau wie das Leitmotiv in diesem Jahr: „Kommt, alles ist bereit!“

Gulaschsuppe habe man keine gekocht, die sei ihnen zu langweilig gewesen - das sagte am Samstagmittag Ursula Sonneborn im Feudinger Gemeindehaus. Seit Jahren findet das Vorbereitungstreffen des Wittgensteiner Frauenhilfs-Bezirksverbands für den Weltgebetstag im Oberen Lahntal statt - und die Frauen hier kochen sich seit dieser Zeit sehr motiviert durch die Rezeptbücher, die alljährlich neu abgestimmt auf das jeweilige Weltgebetstags-Land entstehen. In diesem Jahr führt die Reise nach Slowenien. Die Gulaschsuppe im Kochbuch übergingen die Feudingerinnen also, stattdessen stand auf dem Essensplan als Vorspeise Smetanove Murke und Mešana Zelenjavna in Zeljina Salata, als Hauptgericht Grenadirmarš, Ajdova Kaša z Gobami und Piščančji Golaž sowie als Nachtisch Orehova Potica, Pehtranova Potica und Jabolčna Pita.

Oder jetzt nochmal übersetzt: Gurke mit Buttermilch und Sauerkrautsalat als Vorspeise, abgeschmalzte Kartoffeln und Nudeln, Buchweizen mit Champignons und Hähnchen-Gulasch als Hauptgericht, eine Hefeteig-Rolle mit Walnuss- oder Estragon-Füllung sowie Apfel-Teig-Pudding als Nachtisch. All das gab es in Feudingen zu essen, aber dafür wurde auch gearbeitet. Von morgens bis nachmittags beschäftigten sich gut 40 Frauen aus Wittgenstein und Hochsauerland, evangelisch und katholisch mit Slowenien, das zwei Millionen Einwohner und eine 46 Kilometer lange Adriaküste hat, bis Juni 1991 Teil Jugoslawiens war, seit 2004 zur Europäische Union gehört und dessen Euro-Münzen einen Storch, zwei Lipizzaner-Pferde oder auch den protestantischen Prediger Primož Trubar aus dem 16. Jahrhundert zeigen, der als Begründer des slowenischen Schrifttums und der evangelischen Kirche dort gilt. Trotzdem sind übrigens 57,8 Prozent der Slowenen heute römisch-katholisch, 2,5 Prozent Muslime, 2,3 Prozent orthodoxe Christen und nur 0,9 Prozent Protestanten.

Die Frauen sahen in einem unterhaltsamen Bild, dass Slowenien in seinem Umriss wahlweise wie ein asymmetrischer Schmetterling, wie ein Eichhörnchen mit Figur-Problemen oder wie ein Huhn aussieht. Und sie erfuhren, weshalb die Bienen so wichtig und ihre Stöcke so besonders in Slowenien sind und was es mit dem Grottenolm auf sich hat. In Sachen „Bienen“ gab es eine Tischdekorations-Bastelanleitung, für die man eine Erdnuss, Seidenpapier und etwas Geschick brauchte. Den Grottenolm, den es generell nur an der Adria-Ostküste und in seiner schwarzen Version allein in Slowenien gibt, konnte jede Besucherin genau anschauen. Manuela Schnell hatte den berühmten Lurch als Stofftier dabei. Den hatten ihr ihre Kolleginnen aus dem deutschen Weltgebetstags-Vorbereitungs-Team aus Slowenien geschickt. Auch in diesem Jahr stammt die deutsche Übersetzung für eines der Weltgebetstags-Lieder wieder von der Berleburgerin. Gemeinsam mit der Erndtebrückerin Ulrike Berk, der Unterstützung des Frauenhilfs-Bezirks-Vorstands und den Feudinger Köchinnen machten sie im Team auch diese Vorbereitung in Feudingen wieder zum Erfolg durch einen fröhlichen Blick über den Tellerrand. Mit dem Wissen und den Anregungen dieses Tages werden nun vor Ort die Weltgebetstags-Gottesdienste an vielen Stellen oftmals ökumenisch vorbereitet. Und dann sind am ersten Freitag im März überall in Wittgenstein und Hochsauerland die Menschen zu den Gottesdiensten in Kirchen und Gemeindehäusern herzlich eingeladen. Ach ja, das Leitmotiv könnte kaum passender sein, es lautet diesmal nämlich: „Kommt, alles ist bereit!“

Hier gibt es alle Termine auf dem Kirchenkreis-Gebiet.

Fotos von der Kirchenkreis-Weltgebetstags-Vorbereitung in Feudingen