Chile: Wie viele Brote habt ihr?

Manuela Schnell (rechts) hat für den Wemlighäuser Weltgebetstag die örtlichen Lamas organisiert, auch Maike Schröder als eine ihrer Besitzer findet die Idee prima. In allen Wittgensteiner Gemeinden hoffen die Organisatorinnen, dass Viele bei den Weltgebetstags-Gottesdiensten einfach mal so interessiert reinschauen wie Merlin (Bildmitte) auf dem Foto.

Blättert man dieser Tage in der Ordnung für den Weltgebetstag „Chile“, dann findet man darin tatsächlich auch den Namen von Manuela Schnell. Einen Namen, den man in Wittgenstein sehr wohl kennt. Die Berleburgerin gehört bereits seit November 2006 zum Werkstatt-Team des Weltgebetstags in Deutschland, wo sie mit einem Dutzend anderer Frauen aus dem ganzen Land zwischen Flensburg und Oberstdorf, zwischen Aachen und Zittau Ideen für die Umsetzung der Veranstaltung in unseren Breiten sammelt und diese dann auch vorbereitet - auch für den Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein.

Die Wemlighäuserin Irmgard Born strickt auch schon wieder bis die Nadeln glühen. In Wemlighausen gibt es nämlich nicht nur echte Lamas beim Gottesdienst, sondern zum Weltgebetstag auch selbstgestrickte Lama-Fingerpuppen.

Zu der Arbeit gehört etwa die Gestaltung von Bibelarbeiten. Außerdem bereiten die Frauen Moderationen zur Vorstellung des jeweiligen Landes, landestypische Feste mit den entsprechenden Kreativ-Angeboten, dem passenden Essen oder authentischen Spielen vor. Während dieser so genannten Bundeswerkstätten werden auch die Gestaltungsvorschläge zur Gebetsordnung erarbeitet, die sich später im Materialbuch „Ideen und Informationen“ zu lesen sind. Innerhalb des Werkstatt-Teams gehört die Wittgensteinerin mit drei anderen Frauen zum Musik-Team, wo sie sich mit den Tänzen und der landestypischen Musik beschäftigt, aber auch an deutschen Text-Übertragungen der Lieder mitarbeitet. Mittlerweile ist der Weltgebetstag fester Bestandteil in vielen heimischen Kirchengemeinden, auch im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein wurde allerorten in den vergangenen Wochen wieder der Weltgebetstag von Frauen vorbreitet. Eingehend haben sich die Organisatorinnen diesmal mit dem südamerikanischen Land im Allgemeinen und der Gottesdienstordnung der chilenischen Frauen im Speziellen beschäftigt. Der Weltgebetstag stellt diesmal die Vokabeln „danken“ und „teilen“ in den Mittelpunkt und außerdem die Frage: „Wie viele Brote habt ihr?“ Eine Frage von Jesus an seine Jünger im Zusammenhang mit der Speisung der 5000. Was diese Frage heute heißt und wie die Antworten darauf in der Gegenwart aussehen könnten, das kann man - Männer, Frauen, Kinder - bei den Weltgebetstags-Gottesdiensten hören und sehen.

Der ökumenische Grundgedanke des Weltgebetstags kommt in einigen Gemeinden deutlich zum Tragen, wie hier etwa in Bad Laasphe. „Wie viele Brote habt ihr?“ – um diese Frage von Jesus dreht sich die Veranstaltung diesmal, passend dazu haben die evangelischen und katholischen Frauen in der Lahnstadt auch im Vorfeld schon gebacken – offensichtlich mit viel Spaß.

Diese finden am Freitag, 4. März, in den unterschiedlichsten Gottes- und Gemeindehäusern im Kirchenkreis Wittgenstein statt: um 15 Uhr beginnt ein Gottesdienste in der Girkhäuser Kirche, um 18.30 Uhr in der Wemlighäuser und in der Elsoffer Kirche, um 19 Uhr in der evangelischen Stadtkirche Bad Berleburg, im evangelischen Gemeindehaus Bad Laasphe, in der Diedenshäuser Kirche, für die Kirchengemeinde Raumland in der Weidenhäuser Kirche, für die Kirchengemeinden im Banfetal im Fischelbacher Lutherhaus und für die Kirchengemeinden Wingeshausen und Birkelbach gemeinsam in der Birkelbacher Kirche und schließlich um 19.30 Uhr in der katholischen Kirche in Erndtebrück sowie erstmals gemeinsam für die Kirchengemeinden im Oberen Lahntal im Feudinger Gemeindehaus. Ein anschließendes Beisammensein ist in Bad Laasphe, Birkelbach, Erndtebrück, Feudingen, Fischelbach, Girkhausen, Weidenhausen und Wemlighausen definitiv vorgesehen.

Sabine Menn (links) und Ulrike Berk (rechts) freuten sich, dass sie für den Erndtebrücker Weltgebetstag Sandra Wetter – eine echte Chilenin aus Birkelbach – gewinnen konnten.

Insgesamt haben sich die Frauen viele Dinge einfallen lassen, um dem fremden, fernen Land Chile ein wenig näher zu kommen: Die Erntebrücker etwa werden eine von Geburtswegen echte Chilenin – Sandra Wetter aus Birkelbach – in ihrem Gottesdienst haben, die Weltgebetstags-Besucher in Wemlighausen werden wohl von Lamas an der Kirchentür begrüßt und können gestrickte Lama-Fingerpuppen bekommen, und mancherorts kann man Chile mal probieren – entweder als Suppe oder als Kuchen. Oder passend zum diesjährigen Leitmotiv des Weltgebetstages mit Brot oder Brötchen, an vielen Orten wurde schon zur Probe gebacken, wie zum Beispiel in Bad Laasphe.