Schatz im Acker 2013

Damit das kirchliche Leben im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein auch künftig ein wichtiger Bestandteil im Leben seiner Menschen bleibt, müssen die Gemeinden und die Arbeitsbereiche neue Wege suchen. Deshalb wurde in Bad Berleburg der Innovationspreis „Schatz im Acker“ verliehen.

In seiner Konzeption hatte sich der Evangelische Kirchenkreis Wittgenstein die Aufgabe gestellt, alljährlich einen Innovationspreis auszuloben. Im Frühjahr 2013 wurde erstmals ein Faltblatt zum „Schatz im Acker“ verteilt, das die 16 Kirchengemeinden und alle Arbeitsbereiche des Kirchenkreises dazu aufrief, neue Ideen vorzustellen, die im kirchlichen Dienst frische Akzente setzen.

Bei der Premiere war die Zahl der Einsendungen noch überschaubar, am Ende waren es vier Bewerbungen, die im Berleburger Haus der Kirche eingingen. Bunt wie das evangelische Leben im Kirchenkreis war die Zusammensetzung der Bewertungsjury, deren Mitglieder allerdings nicht alle evangelisch waren. Der Landrat des Hochsauerlandkreises, Dr. Karl Schneider, ist als Katholik in Gleidorf aufgewachsen, das die älteste evangelische Kirchengemeinde des Kirchenkreises Wittgenstein im Sauerland ist. Aileen Martini stammt zwar auch aus dem eher katholischen Sauerland, ist aber evangelisch und außerdem die Vorsitzende des Winterberger Jugendparlaments. Alexander Bikar war Jugendsynodaler in Wittgenstein und sehr aktiv in der kirchlichen Jugendarbeit, jetzt studiert er in Frankfurt. Und auch die Schulreferentin Silke van Doorn ist nach drei Jahren hier nicht mehr ausschließlich ein Wittgensteiner Gewächs, als gemeinsame Schulreferentin arbeitet sie seit wenigen Wochen für die beiden selbstständigen Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein.

Sehr engagiert diskutierten die Jury des Wittgensteiner Kirchenkreis- Innovationspreises „Der Schatz im Acker“ die einzelnen Projekte, zur Bewertungskommission gehörten: Dr. Karl Schneider, der Landrat des Hochsauerlandkreises, Aileen Martini, die Vorsitzende des Jugendparlaments Winterberg, Pfarrerin  Silke van Doorn, Schulreferentin der Evangelischen Kirchenkreise Wittgenstein und Siegen und Alexander Bikar, der jahrelang in der kirchlichen Jugendarbeit Wittgensteins aktiv war. Pfarrer Stefan Berk (von links)  moderierte als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein den Abend.

Einen Abend lang saß das Jury-Quartett mit Superintendent Stefan Berk zusammen, der allerdings nur moderierte, schließlich stammte eine der vier Einsendungen aus seiner Kirchengemeinde: Während die eine Jurorin den gemeinsamen Kunstworkshop von Kindergarten-Kindern vom Bäderborn und psychisch Kranken aus dem August-Hermann-Francke-Haus in Bad Laasphe als wichtigen Schritt in genau die richtige Richtung empfand, lobte der andere die hervorragende Idee für eine Waldkindergartengruppe des Evangelischen Kindergartens „Senfkorn“ in den Wäldern oberhalb des Kirchenkreis-Freizeitzentrums Wemlighausen.

Waren das zwei neu angestoßene konkrete und überschaubare Projekte aus der wichtigen Kindergartenarbeit, bündelten die beiden anderen Projekte ganz bewusst in größeren Zusammenhängen unterschiedliche Kräfte, um das lebendige Miteinander auch in Zeiten des demographischen Wandels in den Wittgensteiner Dörfern zu erhalten. 

Die Evangelische Kirchengemeinde Erndtebrück organisiert seit Jahren mit viel Ehrenamtlichkeit die Arbeit im Klöneck, das nicht nur mehr als ein Café sein möchte, sondern dieses Ziel dreimal in der Woche auch perfekt erreicht. Vor wenigen Wochen ist das Klöneck in größere Räumlichkeiten umgezogen, neben der Diakonie ist nun auch die örtliche AWo ein Kooperationspartner der Kirchengemeinde.

Vor gut zwei Jahren entstand aus der Lukas-Kirchengemeinde heraus die Initiative „Eder- und Elsofftal mit Zukunft“. Zunächst für die fünf Dörfer - Alertshausen, Beddelhausen, Christianseck, Elsoff und Schwarzenau - der Gemeinde, inzwischen aufgrund des Interesses der dortigen Ortsvorsteher auch für Diedenshausen und Wunderthausen arbeiten hier alle Kräfte - die Menschen, die Politik, die Schule, die Vereine, die Wirtschaft und die Kirche - zusammen, um sich gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft in den sieben Dörfer stark zu machen. Begleitet werden diese Anstrengungen auch von der Stadt Bad Berleburg, die es unterstützt, dass auf ihren knapp 280 Quadratkilometern im Osten der Kommune ein eigenes Unterzentrum entsteht. Greifbare Erfolge der Initiative sind die von der Kirchengemeinde organisierte Übermittag-Betreuung für Grundschüler, die jeden Mittwoch angebotene Tagesbetreuung für ältere und kranke Menschen, der Generationenbus.

Eigentlich sollten es am Ende drei Sieger sein, auf die das Preisgeld von 2000 Euro verteilt wurde. Die Jury entschied sich jedoch dafür, alle Einsendungen zu belohnen, weil sie auf ihre unterschiedlichen Arten alle den Wettbewerbsanforderungen entsprochen und auszeichnungswürdige Akzente gesetzt hatten. Deshalb wurde das Preisgeld kurzerhand auf 2100 Euro aufgestockt. Mit kleinen Differenzen in den Siegprämien entsprachen diese den letztendlichen Platzierungen.

Erster wurde die Lukas-Initiative:

  • Die Aktivitäten der Lukas-Initiative sind im Eder- und Elsofftal an unterschiedlichen Stellen greifbar. Bei der Tagesbtreuung,...
  • ... bei der Übermittagbetreuung...
  • ... für die Elsoffer Grundschüler...
  • ... und durch den Generationenbus.

Zweiter das Erndtebrücker Kirchengemeinde-Klöneck:

  • Roswitha Heppner, Stefan Berk, Thomas Dörr, Nicole Dickel und Christine Benfer (von links) freuten sich bei einem Klöneck-Pressegespräch auf die Zusammenarbeit an neuer Stelle in Erndtebrück,...
  • ... die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Café
  • und die Premieren-Besucher an neuer Stelle freuten sich über das Klöneck.

Dritter die Senfkorn-Waldkindergartengruppe:

  • Für die Mädchen und Jungen in der Senfkorn- Waldkindergarten-Gruppe oberhalb vom Freizeitzentrum Wemlighausen spielt das Wetter defintiv keine Rolle.

Vierter das gemeinsame Malprojekt von Kita Bäderborn und August-Hermann-Francke-Haus:

Mädchen und Jungen aus der Evangelischen Kita Bäderborn und Bewohner des August-Hermann-Francke-Hauses: Sie und ihre gemeinsamen Arbeiten standen im Mittelpunkt einer Ausstellung in der Evangelischen Stadtkirche Bad Laasphe.

Das Geld war aber nur als symbolische Ermutigung zu verstehen. Die Richtlinien des Wettbewerbs hatten von vornherein gefordert, dass ein Projekt auch ohne dieses Preisgeld funktionieren muss. Außerdem hatten sich alle Bewerber mit ihrer Teilnahme dazu bereit erklärt, anderen Gemeinden ihre Projekte zu erklären. Auch wenn die meisten Dinge nicht eins-zu-eins übertragbar sind, so kann man doch miteinander sprechen, um voneinander zu lernen, um Fehler oder Irrwege zu vermeiden. Gerade in solch einem kleinen Kirchenkreis wie dem heimischen, mit rund 35.000 Evangelischen in Wittgenstein und Hochsauerland, ist es notwendig, Kräfte möglichst effektiv und sinnvoll einzusetzen - um das kirchliche Leben für die Menschen im Kirchenkreis als wichtigen Bestandteil ihres Lebens auch zukünftig zu erhalten. Deshalb gibt es den Preis auch kommendes Jahr wieder. Superintendent Stefan Berk hofft, dass sich noch mehr Gemeinden und Arbeitsbereiche beteiligen – und vielleicht sind die Sauerländer dann nicht nur in der Jury, sondern auch unter den Bewerbern. Foto: Damit das kirchliche Leben im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein auch künftig ein wichtiger Bestandteil im Leben seiner Menschen bleibt, müssen die Gemeinden und die Arbeitsbereiche neue Wege suchen. Deshalb wurde am Donnerstag in Bad Berleburg der Innovationspreis „Schatz im Acker“ verliehen.