Ökumenische Weite - theologische Konzentration

Derzeit sind vier Besucher aus dem tansanischen Partnerkreis Ngerengere zu Gast im Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein.

Kirche Jesu Christi existiert zeitlich und geographisch in ökumenischer Weite. Um ihrer eigenen Erwählung willen kann sie nicht anders, als in dieser ökumenischen Weite zu existieren. Wollte sie diese Existenzweise leugnen, würde sie aufhören, Kirche Jesu Christi zu sein. Insofern ist ihre Ökumenizität keine Frage der Beliebigkeit, sondern der inneren Notwendigkeit.

Die reformatorische Kirche ist insofern evangelisch und ökumenisch zugleich. Deshalb setzt sie sich „für ein ökumenisches Modell ein, das durch den Gedanken der Kirchengemeinschaft und das Prinzip der Einheit in versöhnter Verschiedenheit bestimmt ist“ (EKD-Synode 2000). Sie betrachtet insbesondere die Leuenberger Kirchengemeinschaft, in der die entscheidende „Übereinstimmung im Verständnis des Evangeliums“ als hinreichende Grundlage wechselseitiger Anerkennung als Kirche und Gewährung von Kirchengemeinschaft verstanden wird, als ökumenisch zukunftsträchtiges Modell wechselseitiger Anerkennung.

Grundsatz ist hier: angesichts der Übereinstimmung im Verständnis des Evangeliums relativieren sich die anderen Gegensätze zwischen den Kirchen, wirken nicht mehr kirchentrennend und können im Lichte dieser Übereinstimmung gemeinsam weiter bearbeitet werden (vgl. Kirchengemeinschaft nach evangelischem Verständnis. Ein Votum zum geordneten Miteinander bekenntnisverschiedener Kirchen, EKD-Texte 69).

Die Beteiligung der ökumenischen Gesprächspartner des Kirchenkreises Wittgenstein an der Erstellung einer Konzeption für den Kirchenkreis ist unter diesen Voraussetzungen nur zu begrüßen. Lässt sich eine solche Beteiligung aus äußeren oder praktischen Gründen nicht realisieren, so muss unter allen Umständen gewährleistet werden, dass bei allen konzeptionellen Festlegungen das Dasein dieser ökumenischen Partner und die Verbundenheit mit ihnen zur Sprache kommt und Berücksichtigung findet.