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27.08.2011
Von: Jens Gesper

Viel Eigenleistung und Zwölf mal X

Inzwischen ist das Gerüst verschwunden, die Arbeiten am Richsteiner Gemeindehaus sind abgeschlossen


„’ne dolle Sache“ - kurz und bündig ist die Einschätzung von Horst Spillmann, wenn er sich jetzt die abgeschlossenen Arbeiten am Richsteiner Gemeindehaus anschaut. Dabei freut sich der Pfarrer der Kirchengemeinde Arfeld darüber, dass das Gebäude an seiner zur Straße liegenden Seite komplett neu verschiefert worden ist. Auch auf dem Dach musste gearbeitet werden, weil es hier undichte Stellen gab. Zudem wurden Fenster neu gestrichen und die Elektroinstallationen außen neu verlegt, zuvor war der alte Schiefer abgehauen und eine neue Dämmung aufgebracht worden.

Für die Arbeiten habe man heimische Firmen engagiert, ganz viele Dinge seien aber auch in Eigenleistung passiert, erläutert der Pfarrer: Das sei eine sehr gute Entlastung für den gemeindlichen Haushalt - wobei die Renovierung ohne das Zupacken der Menschen vor Ort für die Gemeinde gar nicht zu schultern gewesen wäre. Da merke man die generell sehr gute Zusammenarbeit im Dorf und zudem die hohe Identifikation mit dem Gemeindehaus, das bis 1976 noch die Schule des Dorfes war. Dass die Gemeinde überhaupt noch das Gemeindehaus und die Kirche in Richstein halten kann, ist ohnehin einem ganz besonderen finanziellen Engagement der Richsteiner zu verdanken, dieses heißt: Zwölf mal X.

Hört sich geheimnisvoll an, ist aber eigentlich ganz einfach. Seit 2006 spenden Menschen nach dieser Formel des Erfolgs alljährlich und verlässlich zwölf Mal einen monatlichen Betrag X. Allein mit der Zusage, dass über Jahre hinweg zu tun, konnte der Fortbestand und Weiterbenutzung von Kirche und Gemeindehaus gesichert werden. Das Geld von etwa 30 Unterstützern fließt seitdem in eine Bau- und Betriebskosten-Rücklage, zahlreiche Überweisungen mit 60 oder auch 120 Euro pro Jahr. In Kombination mit der großen Eigenleistung sowie weiteren, zum Teil größeren Einzelspenden von Geburtstagen und Jubiläen – aus Richstein, aber auch von auswärts - konnte die Renovierung jetzt durchgeführt werden, wobei neben dem Pfarrer auch Michael Sittler mitanpackte.

Der Ortsvorsteher begrüßt die Durchführung der „dringend nötigen Renovierung“, denn sie habe zu einer „Aufwertung der Ortskerns“ geführt. Hinzu komme: „Ohne das Gemeindehaus hätten wir Probleme“, die Räumlichkeiten würden ja unter anderem auch vom örtlichen Gesangverein, von der Gymnastik- und von der Yoga-Gruppe genutzt. Außerdem unterstreicht Michael Sittler: „Es ist wichtig für uns, das wir eine Kirche haben, die wenigstens alle 14 Tage die Türen zum Gottesdienst aufmacht.“ Wobei der Richsteiner Presbyter Helmut Pfeil betont, sogar Leute, die gar nicht zur Kirchengemeinde gehörten, hätten jetzt den ehrenamtlich Mitarbeitenden bei der Renovierung immer wieder mal etwas zu essen und zu trinken vorbeigebracht.