Sie wollen heiraten ...

Herzlichen Glückwunsch zu diesem mutigen Schritt – Sie versprechen, an der Seite dieses einen Menschen ein Leben lang bleiben zu wollen. Wir begleiten und unterstützen Sie in der Planung ihres Traugottesdienstes.

(Diese Text können Sie auch hier als Broschüre mit Bildern im pdf-Format herunterladen!)

Wahrscheinlich kennen Sie sich schon einige Zeit. Vielleicht haben Sie sich auch schon ein eigenes Leben aufgebaut – mit eigener Wohnung, mit einem gemeinsamen Freundeskreis, vielleicht auch schon mit Kindern. Vielleicht fangen Sie aber auch gerade erst Ihr Leben zu zweit an – und am Anfang soll Ihre Hochzeit stehen.

Wie auch immer – Sie sagen: „Jetzt ist es so weit.“ Jetzt wollen wir heiraten. Und das heißt: Jetzt sind wir uns einig, dass wir unser Leben zusammen bleiben wollen. Und das sagen wir uns nicht nur gegenseitig, sondern auch allen, die mit uns zu tun haben: unseren Familien, Freunden, Bekannten.

Fragen am Anfang

Da stellen sich viele Fragen: Schaffen wir das? Hält unsere Liebe ein Leben lang? Werden wir uns treu sein können?

Und werden unsere Familien uns so akzeptieren, wie wir unser Leben leben wollen? Was wird aus unseren Freunden: Werden die den anderen / die andere mögen?

Und schließlich: Wie mache ich das eigentlich mit der Hochzeit – an was muss ich alles denken?

Vielleicht haben Sie im Familien- oder Freundeskreis schon Hochzeiten miterlebt. Sie haben Ideen und Wünsche – aber lassen die sich alle umsetzen? Wen fragt man da?

Erst das Standesamt, dann die Kirche

In Deutschland gilt grundsätzlich: Eine Ehe wird nach bürgerlichem Recht auf dem Standesamt geschlossen. Damit sind Sie – wie man sagt – rechtmäßig verbundene Eheleute.

Die Kirchliche Trauung – ob evangelisch, katholisch oder ökumenisch gefeiert – ist der zweite Schritt, den Sie gehen können, aber nicht gehen müssen. In der evangelischen Kirche ist deshalb eine Trauung ein Gottesdienst, den Sie anlässlich Ihrer Eheschließung feiern.

Warum überhaupt eine Kirchliche Trauung?

Auch wenn das sehr nüchtern klingt – wir freuen uns, wenn Sie diesen wichtigen Tag in Ihrem Leben mit einem Gottesdienst in Ihrer Kirche verbinden. Denn als Christen sind Sie ja Teil der christlichen Gemeinde – und wünschen sich auch für Ihr gemeinsames Leben den Segen Gottes, seine Begleitung, seine Energie. Wenn Sie Ihre Eheschließung mit einer kirchlichen Trauung verbinden, sagen Sie: Wir wollen, dass Gott sozusagen mit in unser Boot steigt.

Ihr „Ja-Wort“ kann ganz einfach sein – oder auch ausführlicher. Wie auch immer: Sinngemäß enthält jedes Trauversprechen, die Absicht, ein Leben lang zusammen zu bleiben, die Bereitschaft, sich gegenseitig zu vergeben und sich als Geschöpfe Gottes anzuerkennen und zu respektieren. Deshalb gehört die alte Formel „bis dass der Tod euch scheidet (oder: trennt)“ zu unseren Trauungen dazu.  Zwar kann niemand von uns wissen, was uns in unserem Leben alles passieren wird. Aber zu einem verlässlichen „Ja“ in einer Ehe gehört dazu, dass Sie sich hier und jetzt einig sind: Wir wollen für unser ganzes Leben zusammen bleiben, wir sagen ohne Einschränkung „Ja“ zueinander.

Spielraum für „Ihren“ Gottesdienst

Sie haben für Ihre kirchliche Trauung einen großen Spielraum. In der Regel werden Sie zu dem Pfarrer gehen, die für Ihren Wohnort zuständig ist – und ihre Trauung in unserer Kirche in Erndtebrück feiern. Sie haben aber auch die Möglichkeit, eine andere Kirche oder Kapelle auszusuchen oder einen anderen Pfarrer/eine andere Pfarrerin zu fragen. Das macht Sinn, wenn einer/eine von Ihnen aus einem anderen Dorf/ einer anderen Stadt kommt oder gute Kontakte zu einer Pfarrerin/einem Pfarrer anderswo hat. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie einfach einen von uns an – wir helfen dann gerne weiter und beraten Sie.

Was den Termin angeht, sind Sie ebenfalls in Ihrer Auswahl frei – vorausgesetzt, an diesem Tag findet nicht schon eine andere Trauung oder kirchliche Veranstaltung statt. Am einfachsten ist es, wenn Sie den Termin schon früh mit uns absprechen, damit er in unseren Kalender eingetragen werden kann.

Die beliebtesten Zeiten sind Freitage und Samstage, vor allem im Mai. Gerade in dieser Jahreszeit sollten Sie einen Ausweichtermin „im Gepäck“ haben.

Was brauchen Sie?

Da die standesamtliche Eheschließung die Voraussetzung für eine kirchliche Trauung ist, brauchen wir die Heiratsurkunde, noch besser das Stammbuch, das Sie auf dem Standesamt erhalten haben. Wir übernehmen Ihre persönlichen Daten und tragen die kirchliche Trauung ein.

Außerdem brauchen wir Ihre Taufdaten und Konfirmationsdaten (wenn Sie evangelisch sind). In der Regel finden Sie diese Informationen in den Stammbüchern Ihrer Eltern.

Was kostet das?

Ihre kirchliche Trauung kostet in Erndtebrück nichts, denn Sie bezahlen als unsere Gemeindemitglieder Kirchensteuern. Davon werden alle Ausgaben unserer Gemeinde bestritten – auch die Gehälter der Pfarrer. Besondere Dinge – ein eigener Blumenschmuck, der zu Ihrem Brautstrauß passt, eine Sängerin oder ein Sänger oder anderes – dürfen gerne vorkommen, gehören aber dann in Ihre (finanzielle) Verantwortung.

Wenn Ihnen Ihre Trauung gefallen haben, können Sie später – aus freien Stücken und ohne jede Verpflichtung – unserer Gemeinde eine Spende machen.

Und wenn einer nicht evangelisch ist?

Wenn Sie zu verschiedenen Konfessionen gehören (z.B. evangelisch und katholisch), gibt es mehrere Möglichkeiten für Ihre Kirchliche Trauung:

  • Sie können Ihre Trauung als evangelischen Gottesdienst in unserer Kirche feiern. Dazu gibt die katholische Kirche ihre Erlaubnis („Dispens“), wenn Sie dies rechtzeitig vorher über den katholischen Pfarrer beantragen.

  • Sie können Ihre Trauung auch in der katholischen Kirche als Messe feiern, die ohne Formalitäten auch in der evangelischen Kirche anerkannt wird.

  • Sie können in einer der beiden Kirchen Ihre Trauung als Ökumenischen Gottesdienst feiern. Dabei wirken dann Pfarrer als beiden Kirchengemeinden mit.

 

In dieser Situation sollten Sie ausführlich miteinander sprechen: Wie wichtig ist die eigene Konfession? Kann der andere / die andere auf „ihre“ bzw. „seine“ Kirche verzichten? Welchen Weg wollen Sie gehen, wenn Sie einmal Kinder haben?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie uns gerne ganz unverbindlich ansprechen – wir werden gemeinsam einen Weg finden, der für Sie gut ist.

Und wenn einer der Partner zu keiner christlichen Kirche gehört?

Auch dann können Sie kirchlich getraut werden – wenn der nichtkirchliche Partner damit einverstanden ist. Wie ein solcher Gottesdienst gestaltet und wie die Traufrage formuliert werden kann, klären wir im Gespräch miteinander.

Geht das: Trauung und Taufe zusammen?

Manche von Ihnen haben vielleicht schon ein Kind und möchten es in dem Traugottesdienst taufen lassen. Dem steht nichts im Weg. Dabei gibt es keine bestimmte Reihenfolge; auch hier gilt wieder, dass wir im gemeinsamen Gespräch überlegen, ob erst Ihr Kind / Ihre Kinder getauft werden und dann Ihre Trauung stattfindet oder umgekehrt.

Der Trauspruch ...

Wie es bei der Taufe und der Konfirmation üblich ist, können Sie sich für Ihre Trauung auch einen Trauspruch aussuchen. Das ist ein Vers (oder ein kleiner Abschnitt) aus der Bibel, der Sie als „Motto“ auf ihrem gemeinsamen Weg begleiten soll.

Inzwischen gibt es im Internet viele Spruchsammlungen, die Ihnen bei der Auswahl helfen können. Wir können Ihnen auch eine Zusammenstellung von Bibelversen geben und Sie beraten.

Für die Suche ist es hilfreich zu fragen: Wo finden wir unsere Ideen für das gemeinsame Leben wieder? Was spricht uns beide besonders an? Dann werden Sie sicher einen gemeinsamen Spruch finden, der Sie auf Ihrem Weg verbindet.

In der Regel halten wir die Traupredigt über  Bibeltext, den Sie sich als Trauspruch ausgesucht haben – und in der Trauung selbst wiederholen wir vor dem Segen diesen Spruch.

Und wie läuft eine Trauung nun ab?

Wir freuen uns über jede Idee, die Sie für Ihre kirchliche Trauung mitbringen – denn es soll Ihr Gottesdienst werden. In der Regel feiern wir die Trauungen nach folgendem Ablauf:

  • Sie kommen nicht zu früh – in der Regel reicht es, wenn Sie zehn Minuten vor der Trauung da sind. Die Trauringe geben Sie entweder einem von uns Pfarrern oder dem Küster. Bei gutem Wetter warten Sie vor dem Haupteingang, bei Regen im Konfirmandenraum (hinten in der Kirche).

  • Wenn die Glocken ausgeläutet haben und die Orgel anfängt zu spielen, gehen wir durch die Kirche nach vorne und stellen uns vor die Stühle. Auf unser Zeichen hin setzen sich alle.

  • Nach der Begrüßung und einem Lied wird ein Psalm und ein Bibeltext gelesen und gebetet. Dann folgt ein zweites Lied, dann die Trau-Predigt, dann ein drittes Lied.

  • Danach kommen Sie als Hochzeitspaar nach vorne und stellen sich nebeneinander hin. Wir lesen einige Abschnitte aus der Bibel, in den vom gemeinsamen Leben die Rede ist: 1.Mose 1, 27-31, Matthäus 19, 4+5, Epheser 5, 21-26 und Kolosser 3, 12-17 (in Auswahl).

  • Dann stellen wir die Traufrage, zuerst an den Mann, dann an die Frau: „Wollen Sie Ihre Frau/Ihren Mann lieben und ehren und die Ehe nach Gottes Gebot und Verheißung führen - in guten wie in schweren Tagen, bis der Tod Sie trennt, so antworten Sie: Ja.“

  • Da genügt ein einfaches „Ja“, wenn Sie möchten, dürfen Sie auch gerne „Ja, durch Gottes Hilfe“ sagen.

  • Danach stecken Sie sich die Trauringe an, die wir Ihnen reichen, und geben sich die rechte Hand. Wir legen zum Zeichen des Segens Gottes unsere Hand auf Ihre und sagen: „Was Gott zusammengefügt hat, das sollen Menschen nicht wieder trennen“ und sprechen Ihnen Gottes Segen zu.

  • Danach nehmen Sie wieder Platz, in der Regel machen wir eine kleine Pause mit Musik und haben Zeit, über Ihr „Ja“ einen Moment nachzudenken.

  • Der Gottesdienst geht mit Fürbittengebet, dem gemeinsamen Vaterunser und einem Schlusslied mit Segen zu Ende.

  • Wir ziehen aus der Kirche wieder aus, wie wir hereingekommen sind. Sollte es regnen, können wir auch in der Kirche bleiben.

Es gibt doch noch mehr Trau-Gottesdienste ...

Auch wenn bei Ehejubiläen wie der Silbernen, Goldenen oder Diamantenen Hochzeit das Ja-Wort nicht erneuert wird (es ist ja „lebenslänglich“ gültig), können Sie gerne in unserer Kirche einen Gottesdienst feiern. Sprechen Sie uns rechtzeitig an, damit wir gemeinsam überlegen, wie das feierlich und festlich geschehen kann.

Und was ist noch zu bedenken?

  • Trauzeugen haben in einem evangelischen Trauung keine direkte Funktion (wohl aber in einem Ökumenischen Traugottesdienst). In der Regel werden Sie aber – meist zwei – andere Paare mitbringen, die in der Kirche neben Ihnen sitzen und Sie auf dem Weg in die Kirche und aus der Kirche begleiten. Darauf sind wir eingerichtet und stellen uns auf Ihre Wünsche gerne ein.

  • Musik: Sie können gerne die Musik und die Lieder für Ihre Trauung mit aussuchen. Bitte behalten Sie dabei im Blick, dass die Musik zu einem gottesdienstlichen Rahmen passen muss. Bevor Sie jemanden engagieren, sprechen Sie es bitte mit uns ab.

  • Ein selbst gestaltetes Liedblatt ist eine Hilfe – vor allem für auswärtige Gäste, die mit unseren Liedern oder Gottesdiensten nicht vertrauen sind. Außerdem ist es eine schöne Erinnerung an diesen Tag, für Sie selbst, aber auch für alle Gäste.

  • Andere mitbeteiligen: Wollen sich andere aus Ihren Familien oder aus dem Freundeskreis an der Trauung beteiligen? Das können sie gerne tun – ob mit Musik und Liedern, mit Texten oder dem Schlussgebet. Bitten Sie Ihre Leute, mit uns Kontakt aufzunehmen, damit wir uns genau absprechen können.

  • Blumenschmuck: Für einen schlichten Blumenschmuck sorgen wir seitens der Kirchengemeinde. Wenn Sie eigene Wünsche und Vorstellungen haben, setzen Sie sich einfach mit einem der hiesigen Blumenhäuser in Verbindung, die sich mit den Möglichkeiten in unserer Kirche auskennen und Sie beraten können.

  • Kollekte am Ende des Gottesdienstes: Wie in unseren Gottesdiensten üblich, sammeln wir beim Hinausgehen eine Kollekte (Geldspende) ein. Wofür das Geld verwendet werden soll, können Sie gerne mitbestimmen – vielleicht sind Sie einem diakonischen, kirchlichen oder sozialen Projekt verbunden. Bringen Sie Ihre Idee in unserem Traugespräch ein!

  • Blumen streuen und Reis werfen: Blumen zu streuen ist ein alter Brauch, den Blumenkinder gerne außerhalb der Kirche machen dürfen. Bitte verzichten Sie aber auf die (asiatische) Sitte, Reis zu werfen, weil dieser Brauch bei uns nicht verstanden wird und unserem Pflaster zusetzt.

  • Fotografieren und Filmen: Ein Ereignis wie Ihre Trauung dürfen Sie gerne festhalten – sei es auf Fotos oder mit einem Videofilm. Wichtig dabei ist, dass Ihre Trauung nicht durchs Fotografieren gestört wird. Am einfachsten ist es, wenn Sie im Vorhinein eine oder zwei Personen mit dem dezenten Fotografieren beauftragen – so vermeiden Sie Unruhe und können sich in der Regel an guten Fotos freuen. Auch in Erndtebrück gibt es FotografInnen, die Ihre Trauung gerne fotografieren und sich in unserer Kirche auskennen – die Adressen können wir weitergeben.

  • Daneben ist es natürlich auch möglich, einen Fototermin vor oder nach Ihrer Trauung in unserer Kirche durchzuführen.

Zuguterletzt ...

Wir sind als Pfarrer und als Kirchengemeinde nicht nur für Sie da, wenn Sie heiraten, sondern stehen Ihnen auch danach mit Rat und Tat zur Seite. Holen Sie sich in Krisenzeiten rechtzeitig Rat, sei es bei uns oder auch bei entsprechenden Einrichtungen.

Und nun wünschen wir Ihnen einfach nur Gottes Segen für Ihr gemeinsames Leben!